Startseite > Gesundheitstipps > Ihr Apotheken-Blog > Selen-Mangel und seine Folgen

Selen-Mangel und seine Folgen

wussten Sie, dass das Spurenelement Selen ein lebensnotwendiger Stoff ist?! Ein Selenmangel kann weitreichende Folgen haben. Lesen Sie heute in unserem Blog wissenswerte Informationen und wie Sie Selenmangel vorbeugen können.

Selen ist ein essentielles Spurenelement. Das bedeutet, dass das Element für den menschlichen Körper lebensnotwenig (essentiell) ist, aber nur in geringen Mengen (oder auch Spuren) gebraucht wird. Selen ist an vielen lebenswichtigen Prozessen im Körper beteiligt. Hormonelle und immunrelevante Funktionen wären ohne Selen nicht möglich. Der Tagesbedarf liegt dabei gerade einmal bei einem Milligramm. Selen kann vom menschlichen Organismus nicht selbst hergestellt werden, sondern muss über die Nahrung aufgenommen werden.

Selenhaltige Nahrungsmittel:

  • Milch
  • Eier
  • Fisch
  • Fleisch (Leber, Niere)
  • Getreideprodukte
  • Sesam
  • Gemüse
  • Nüsse

 

Aufgaben von Selen

Die grundlegenden Eigenschaften von Selen sind:

  • Antioxidative Wirkung bzw. Abwehr von freien Radikalen
  • Entgiftung des Körpers (Bindung von Schwermetallen)
  • Stärkung der körpereigenen Abwehrkraft
  • Regulation der Bildung der Schilddrüsenhormone

 

Freie Radikale greifen zunächst die Zellwände an, gelangen ins Zellinnere und zerstören schließlich die ganze Zelle. Augenerkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Parkinson und Alzheimer nehmen so ihren Anfang. Auch chronische Entzündungsprozesse wie Arthritis und Schilddrüsenerkrankungen werden durch freie Radikale begünstigt, da sie immer neue Entzündungsschübe auslösen.

Selen bindet Schwermetalle wie Aluminium, Arsen, Blei und Quecksilber. Es entstehen schwer lösliche Selen-Komplexe, in denen die Schwermetalle dem Körper keinen Schaden mehr zufügen können. Somit wird das Immunsystem entlastet. Außerdem regt Selen die Produktion von Antikörpern an. Je größer die Zahl der Antikörper, desto stärker das Immunsystem.

Selen gewährleistet die ausgewogene Versorgung des Körpers mit Schilddrüsenhormonen. Selen sorgt zum einen für die Umwandlung des Prohormons Thyroxin (T4) in das aktive Hormon Trijodthyronin (T3). Sobald zu wenig T3 gebildet wird, kommt es zu einer Unterfunktion der Schilddrüse. Dadurch werden alle Stoffwechselprozesse im Körper verlangsamt. Zum anderen deaktiviert Selen bei Bedarf das aktive T3, indem es das Hormon in das inaktive Dijodthyronin (T2) umwandelt. Im Verbund mit der Glutathionperoxidase neutralisiert es außerdem die aggressiven freien Radikale und dämmt so den Abbau der Zellen ein.

Weitere Aufgaben von Selen:

  • Steuerung der Spermienproduktion
  • Unterstützung der Muskelfunktionen
  • Sorgt für schöne Haare, Haut und Nägel
  • Stimmungsaufheller

 

Selen ist ein wichtiger Bestandteil des Gehirnbotenstoffes Serotonin, auch „Glückshormon“ genannt. Dieser Botenstoff sorgt für innere Ruhe, Ausgeglichenheit und Zufriedenheit. Selen befindet sich in unterschiedlicher Konzentration in allen Organen und Geweben unseres Körpers. Der größte Anteil von Selen ist in der Skelettmuskulatur gespeichert. Größere Selenmengen finden sich in der Niere, Leber, Bauchspeicheldrüse, Milz, im Herz und Gehirn, in den Augen, Hoden, roten Blutkörperchen sowie Blutplättchen. Der Körper speichert das Selen im Gewebe und gibt es bei Bedarf frei. Überschüssiges Selen wird ausgeschieden.

Risikogruppen

Frauen leiden häufiger an Selenmangel als Männer. Der Verdacht liegt nahe, da Frauen weniger Fleisch essen als Männer. Daher zählen auch Vegetarier und Veganer zu den Risikogruppen. Raucher und Alkoholiker gehören ebenso dazu wie Menschen, die ständig fasten und sich im Rahmen einer Diät einseitig ernähren. Patienten mit Leber- und Bauchspeicheldrüsenerkrankungen können aus der Nahrung nicht mehr genügend Selen aufnehmen und verwerten. Dies gilt ebenso für Patienten mit Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes. Bei Durchfallerkrankungen wird vermehrt Selen ausgeschieden.

Täglicher Bedarf an Selen

Angaben über den täglichen Bedarf von Selen nach den Empfehlungen der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung 2018):

Alter   tägl. Bedarf
Säuglinge 0 bis unter 4 Monate 10 µg
  4 bis unter 12 Monate 15 µg
Kinder, Jugendliche 1 bis unter 4 Jahre 15 µg
  4 bis unter 7 Jahre 20 µg
  7 bis unter 10 Jahre 30 µg
  10 bis unter 13 Jahre 45 µg
  13 bis unter 15 Jahre 60 µg
  15 bis unter 19 Jahre Mädchen 60 µg, Jungen 70 µg
Erwachsene Frauen 60 µg
  Männer 70 µg
  Schwangere 60 µg
  Stillende 70 µg

Selenmangel – Ursachen

Der menschliche Körper kann Selen nicht selber herstellen, sondern muss das Spurenelement über die Nahrung aufnehmen. Dies ist heutzutage allerdings recht schwierig geworden.

Ausschließlich Pflanzen sind in der Lage, das im Erdreich vorhandene anorganische Selen über ihre Wurzeln aufzunehmen und zu speichern. Durch den Verzehr dieser Pflanzen gelangt das Selen schließlich in den tierischen und menschlichen Körper. In weiten Teilen Europas und auch anderen Regionen der Welt sind die Böden erschreckend selenarm, dafür aber übersäuert. Die Aufnahme des Selens wird dadurch erheblich erschwert. Die Pflanzen können weniger Selen bilden, der menschliche Körper kann aus der Verwertung dieser selenarmen Pflanzen wenig Nützliches ziehen. So wundert es nicht, dass Selenmangel deutlich weiter verbreitet ist, als bisher angenommen. Im Durchschnitt nehmen wir 40 µg statt der empfohlenen 60 µg auf.

Selenmangel – Folgen

Bei einem Selenmangel kommt es zu einer Umschichtung der Selenverteilung im Körper. Lebenswichtige Organe wie Gehirn, Schilddrüse oder die Nieren werden zuerst mit Selen versorgt. Die Fortpflanzungsorgane und das zentrale Nervensystem werden erst danach mit Selen versorgt. Somit kann ein Selenmangel zum Beispiel zur Unfruchtbarkeit beim Mann führen. Bei einem Mangel des Spurenelements Selen kann es zu einer Vielzahl an Mangelerscheinungen kommen. Diese reichen von Haarausfall über Konzentrationsmangel bis hin zur erhöhter Anfälligkeit für Krankheiten und Infekten. Die meisten Mangelerscheinungen weisen nicht direkt auf einen Selenmangel hin:

  • allgemeine Leistungsschwäche, Müdigkeit
  • Nagelveränderungen (Querrillen)
  • Hautveränderungen (trocken, schuppig)
  • Aufhellung der Haare
  • Schwächung des Abwehrsystems
  • Gelenkbeschwerden

 

Mögliche Auswirkungen eines Selenmangels können folgende Krankheiten sein. Viele andere Ursachen können in Frage kommen und müssen vor einer Therapie medizinisch abgeklärt werden:

  • Anämie (Blutarmut)
  • verminderte Qualität des Spermas
  • Myopathie (Bewegungseinschränkungen)
  • Leberschädigungen
  • Herzmuskelstörungen
  • vAugenkrankheiten (grauer Star)
  • Schilddrüsenunterfunktion
  • Wachstumsverzögerung bei Kindern

 

Krankheiten aufgrund extremen Selenmangels sind:

  • Keshan-Krankheit (absterbende Herzmuskulatur: Herzschwäche)
  • Kaschin-Beck-Krankheit (Gelenkknorpeldegeneration)
  • Schilddrüsenunterfunktion

 

Selenmangel – Ausgleich

Um einem Selenmangel vorzubeugen, sollten Sie möglichst viele Selen-haltige Nahrungsmittel zu sich nehmen. Dazu gehören u.a.:

  • Paranüsse
  • Kokosnüsse und Kokosflocken
  • Sesam
  • Hülsenfrüchte
  • Knoblauch
  • Steinpilze
  • Sonnenblumenkerne
  • Hirse
  • Vollkorngetreide
  • Rind-, Kalb- und Hühnerfleisch
  • Eigelb
  • Hering, Hummer, Thunfisch, Rotbarsch und Forelle

 

Sollte der Selenbedarf im Falle einer Krankheit nicht allein über die Nahrung abgedeckt werden können, empfiehlt es sich, Selen in Form von Tabletten oder Kapseln als Nahrungsergänzung einzunehmen. Als ausgezeichnete Selenquelle gelten dabei die leicht bioverfügbaren organischen Selenverbindungen, wie sie in der Selenhefe zu finden sind. Hier ist das Selen an Aminosäuren gebunden, so dass das Spurenelement leichter in die Zelle gelangen kann. Selenhefe enthält gleich verschiedene organische Selenverbindungen, die sich gegenseitig in ihren Wirkmechanismen unterstützen und ergänzen.

Aber Vorsicht: Bei einer Überdosierung von Selen (regelmäßige und dauerhafte Selengabe von 300 bis 800 µg pro Tag kann eine toxische Wirkung eintreten!

Bei einer korrekten Dosierung können keine nennenswerten Nebenwirkungen auftreten. Bei einer Überdosierung über einen längeren Zeitraum hinweg, kommt es eventuell zu:

  • Übelkeit, Erbrechen
  • Haut-, Haar- und Nagelveränderung
  • Kribbeln oder Taubheitsgefühle an Händen und Füßen

 

Möchten Sie es genau wissen und wollen Sie kein Risiko eingehen, wenden Sie sich an Ihren Hausarzt. Über einen Vollbluttest wird der Selenspiegel bestimmt. Ist dieser zu niedrig, können Sie mit Ihrem Arzt die Behandlung mit Nahrungsergänzungsmitteln abstimmen.

Bleiben Sie gesund,

Ihre Kristin vom apo-discounter.de Team

 

0 Ergebnisse |
Filter
Sortierung nach:  
Please wait Filter werden geladen
apoPunkte sammeln
Unser Newsletter
Entdecken Sie uns!
Sicherheit geht vor
Ihre Vorteile
Zum 25.05.2018 ist die neue Datenschutzgrundverordnung in Kraft getreten. Wir haben daher unsere Datenschutzerklärung aktualisiert. Um ein optimales Nutzererlebnis für Sie sicherzustellen, setzen wir in unserem Shop Cookies ein. Informationen dazu und wie Sie der Verwendung von Cookies jederzeit widersprechen können, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung