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Probleme mit der Zeitumstellung?

am 25. März 2018 beginnt bei uns wieder die Sommerzeit. Leiden Sie dann auch wieder unter Schlafstörungen? Wie wirkt sich die Zeitumstellung auf die Medikamenteneinnahme aus? Wir haben ein paar Tipps, mit denen Sie schon jetzt anfangen können, um den Mini-Jetlag so gut es geht zu überstehen. Lesen Sie mehr dazu in unserem Blog.

Am letzten Sonntag im März wird von der Winter- auf die Sommerzeit umgestellt. Dieses Jahr fällt die Umstellung auf die Nacht vom 24. auf den 25. März. Bei der Umstellung folgt auf die "alte" Uhrzeit 01:59:59 MEZ die "neue" Uhrzeit 03:00:00 MESZ. Die Stunde zwischen 2 und 3 Uhr gibt es also nicht. Bei der Umstellung auf die Winterzeit gibt es die Stunde zwischen 2 und 3 Uhr gleich zweimal.

Historisches

Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Zeit anhand des Sonnenstandes bestimmt. So hatte jeder Ort seine eigene Zeit, auch innerhalb des deutschsprachigen Raumes. In Bayern galt die „Münchner Zeit“, in Preußen die „Berliner Zeit“. Mit dem Ausbau des Eisenbahnnetzes wurde eine einheitliche Zeit immer wichtiger. 1884 wurde in den USA die Einteilung der Welt in 24 Zeitzonen beschlossen. Seit 1893 gilt in Deutschland die Mitteleuropäische Zeit. Ab 1916 wurde mit der Einstellung einer Mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ) experimentiert. 1919 wurde die Zeitumstellung wieder rückgängig gemacht. Mit Beginn des Dritten Reiches wurde die Sommerzeit aus ökonomischen Gründen wieder eingeführt: Eine Stunde mehr Tageslicht bedeutet eine Stunde mehr Arbeitszeit. Nach Kriegsende bekamen die drei westlichen Besatzungszonen die Sommerzeit, die östliche Besatzungszone bekam die „Moskauer Zeit“ und war damit den westlichen Zonen um 2 Stunden voraus. Zwischen 1947 und 1949 wurde die „Hochsommerzeit“ eingeführt (Mai-Juni), in der die Uhren nochmal um eine Stunde vorgestellt wurden. So konnte das Tageslicht optimal ausgenutzt werden. Zwischen 1950 und 1979 wurde an den Zeiten nichts geändert. Ab 1980 wurde die Sommerzeit wieder eingeführt. Man erhoffte sich dadurch eine bessere Energieeinsparung. 1996 wurden dann sämtliche Sommerzeiten Europas vereinheitlicht. Seitdem werden die Uhren von Ende März bis Ende Oktober auf Sommerzeit eingestellt. Aktuell beginnt allerdings die Diskussion wieder von Neuem. Die EU-Kommission prüft derzeit die Forderungen nach Abschaffung der Sommerzeit.

Gesundheitliche Folgen

Der Wechsel von Winter- auf Sommerzeit und wieder zurück ist seit vielen Jahren umstritten. Neben vielen Vorteilen bringt die Zeitumstellung auch einige Nachteile mit sich: Durch die Zeitumstellung leiden viele Menschen an gesundheitlichen Problemen. Vor allem Müdigkeit und Abgeschlagenheit sind die häufigsten Symptome. Der Biorhythmus stellt sich nicht von einen auf den anderen Tag um.

Jeder Mensch hat seinen eigenen Biorhythmus und folgt seiner eigenen inneren Uhr. Viele Funktionen im menschlichen Körper folgen einem täglichen Rhythmus, u.a. werden die Ausschüttung von Hormonen oder die Nierenfunktion reguliert. Einfluss auf diese innere Uhr hat besonders die Sonne bzw. der Wechsel von Hell auf Dunkel. Der Hell-Dunkel-Rhythmus steuert zum Beispiel die Ausschüttung des Hormons Melatonin. Es senkt die Aktivität und macht müde. Bei der Umstellung auf die Sommerzeit fehlt am Morgen eine Stunde. Das bedeutet, die Ausschüttung des Hormons Melatonin ist noch nicht zu Ende. Pulsfrequenz und Blutdruck befinden sich noch im Dunkel-Rhythmus. Man fühlt sich schlapp, müde und unausgeschlafen. Abends ist man dagegen noch fit, obwohl es schon 23 Uhr ist. Aber die innere Uhr ist noch auf 22 Uhr eingestellt. Die Anpassungsphase ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und dauert auch unterschiedlich lange. Der eine braucht 4 Tage, der nächste braucht 14 Tage, bis sich der Biorhythmus umgestellt hat.

Mini-Jetlag

Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die mit einer Zeitumstellung einher gehen können, ähneln einem Mini-Jetlag:

  • Schlafstörungen
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Schwankungen der Herzfrequenz
  • Depressive Verstimmungen
  • Gereiztheit
  • Verminderte Leistungsfähigkeit
  • Konzentrationsschwäche
  • Appetitlosigkeit
  • Verdauungsprobleme

 

Nicht jeder Mensch ist davon betroffen. Viele Menschen erleben die Zeitumstellung „im Schlaf“ und haben keine Probleme. Andere wiederum haben es gesundheitlich sehr schwer. Nach der Umstellung des Biorhythmus sollte aber alles wieder normal verlaufen.

Statistiken

  • Die Arztbesuche steigen bis zu 12% an
  • Die Einnahme von Schlafmitteln und Antidepressiva steigt an
  • Aufgrund von Müdigkeit steigt die Anzahl der Verkehrsunfälle an
  • Landwirte klagen über schlechtere Melk-Ergebnisse bei Kühen
  • Die Herzinfarktrate ist in den ersten drei Tagen nach der Umstellung erhöht
  • Selbstmordrate steigt an
  • 1,7 Milliarden Menschen weltweit sind von der Zeitverschiebung betroffen
  • Die Uhren werden in 73 Ländern umgestellt

 

Kinder und Zeitumstellung

Babys und Kleinkinder leiden statistisch gesehen mehr unter der Zeitumstellung als Erwachsene. Sie sind in den Tagen nach der Umstellung quengelig, müde oder hatten Schlafstörungen. Babys und Kleinkinder haben einen festen Schlaf-Wach-Rhythmus, Essens- und Schlafzeiten sind fest geregelt und richten sich nicht nach einer Uhr. Er lässt sich nur schwer verschieben. Es ist daher ratsam, schon einige Tage vor der Zeitverschiebung mit dem Vor- bzw. Zurückdrehen der Uhr im 10-Minuten-Takt zu beginnen. So werden die gewohnten Zeiten zum Essen oder Schlafen in kleinen Schritten angepasst. Je jünger die Kinder sind, desto schwerer fällt die Umstellung. Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 14 und 29 Jahren leiden statistisch gesehen am wenigsten unter der Zeitverschiebung.

Schlafstörungen

Für die meisten Menschen ist das Zurückdrehen der Uhr im Oktober deutlich angenehmer als das Vorstellen im März. Wer um 6 Uhr aufstehen muss, hat im Sommer auf seiner inneren Uhr erst 5 Uhr erreicht. Er kommt damit zu früh aus dem Schlaf. Wer dagegen um 23 Uhr ins Bett gehen müsste, um auf sieben Stunden Schlaf zu kommen, ist oft noch nicht müde genug, denn die innere Uhr zeigt ja erst 22 Uhr an. Resultat aus diesem Zeitumstellungs-Wirrwarr sind Schlafstörungen. Stärker betroffen von den Auswirkungen der Zeitumstellung sind vor allem Menschen, die von ihrem Chronotyp als "Eule" bezeichnet werden. Der Chronotyp "Lerche" tut sich dagegen leichter, da sie ohnehin eher Frühaufsteher sind. Die Chronotypen sind genetisch festgelegt und bestimmen unsere innere Uhr. Die „Eulen“ gehen spät ins Bett und stehen dementsprechend spät auf. Die „Lerchen“ gehen früh ins Bett und stehen auch früher auf. Aufgrund der Schlafstörungen greifen viele Betroffene vermehrt zu Schlafmitteln. Allerdings sollten diese nicht ohne Absprache mit einem Arzt eingenommen werden. Bei diesen Präparaten kann sich schon nach wenigen Tagen ein Suchtpotenzial entwickeln.

Tipps zum Gegensteuern

  • Beginnen Sie schon ein paar Tage VOR der Zeitumstellung Ihren gewohnten Rhythmus umzustellen. Am besten gelingt dies, wenn Sie jeden Tag 10 Minuten eher bzw. später essen oder schlafen gehen.
  • Stehen Sie in der Woche vor der Zeitumstellung jeden Morgen etwa zehn Minuten früher auf, Ihre innere Uhr gewöhnt sich so viel schonender an die neue Zeit.
  • Vermeiden Sie Schlafmittel. Probieren Sie dagegen natürliche oder homöopathische Präparate mit Baldrian, Hopfen und Melisse.
  • Entspannungstechniken helfen beim Einschlafen („Schäfchen-Zählen“, autogenes Training).
  • Vermeiden Sie umfangreiche und fettige Mahlzeiten am Abend.
  • Vermeiden Sie Kaffee oder Cola vor dem Zubett-Gehen.
  • Sehen Sie sich einen entspannenden Film an, keine Krimis oder Thriller.
  • Verzichten Sie in der Woche der Umstellung auf den Mittagsschlaf.
  • Ein Spaziergang an der frischen Luft hilft bei der Entspannung.
  • Ein warmes Bad am Abend lädt zum Relaxen ein.
  • Mit „Phantasiereisen“ überlisten Sie Ihr Gehirn. Er wird auf entspannte Art abgelenkt, indem Sie an etwas Schönes denken und nicht darüber nachgrübeln, endlich einschlafen zu müssen.
  • Lesen Sie ein gutes Buch vor dem Schlafen.
  • Verzichten Sie auf Ihr Smartphone, da es zu viel blaues Licht ausstrahlt.

 

Wichtig zu wissen: Diese Tipps ersetzen keine medizinische Beratung durch einen Arzt. Bei dauerhaften Schlafstörungen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt.

Einfluss auf Medikamenteneinnahme

Bei der Zeitumstellung stellt sich nicht nur die Frage, in welche Richtung die Uhr gedreht wird. Bei der Einnahme von zeitkritischen Medikamenten ist ebenfalls eine Umstellung gefragt. Bei vielen Medikamenten muss oft ein bestimmter zeitlicher Rhythmus eingehalten werden, um die Wirkung nicht zu unterbrechen. Doch bei einer Zeitumstellung fällt es schwer, sich an die genaue Uhrzeit zu halten, da man das Medikament ja eigentlich eine Stunde eher oder später einnehmen müsste. Hier kann allerdings Entwarnung gegeben werden. Eine Zeitverschiebung von 1 Stunde hat keinen Einfluss auf die Wirksamkeit des Medikamentes. Nach ein bis zwei Tagen hat sich der Körper an die neue Zeit der Einnahme gewöhnt.

Eselsbrücken

Zum Schluss haben wir noch ein paar Eselsbrücken, mit welchen Sie sich leichter merken können, in welche Richtung die Uhr gedreht werden muss:

  • Im Sommer werden die Gartenmöbel VOR das Haus gestellt. Im Winter kommen sie ZURÜCK in die Gartenlaube.
  • Im Sommer wandern die Temperaturen VOR den Null-Grad-Punkt. Im Winter wandern die Temperaturen ZURÜCK hinter den Null-Grad-Punkt.
  • "Im Winter hinter": Im Winter müssen die Uhren hinter – also zurück – gestellt werden. Entsprechend gilt für das Frühjahr, dass die Uhren eine Stunde vorgedreht werden.
  • "Im FRÜHjahr muss man FRÜHer aufstehen": Die Uhren werden also eine Stunde vorgedreht.
  • "Im Winter gibt es Winterschlaf." Eine Stunde mehr Schlaf, denn die Uhren werden zurückgedreht.

 

Bleiben Sie gesund,

Ihre Kristin vom apo-discounter.de Team

 

 

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