Hautarzt to go

Einen Termin beim Hautarzt zu bekommen, ist oft mit langen Wartezeiten verbunden. Doch, wenn man plötzlich einen neuen, dunklen Leberfleck oder andere Hautveränderungen an sich bemerkt, die einen komisch vorkommen, will man schnell Klarheit. Dr. Alice Martin hat dafür als Mitbegründerin der App Dermanostic eine Lösung entwickelt. Hören Sie rein.

Experte: Dr. Alice Martin, Dermatologin in Weiterbildung

Martin, Alice, Derma

Dr. Alice Martin

Dermatologin in Weiterbildung & Unternehmerin

Nach ihrem Studium der Humanmedizin von 2011 bis 2017 befindet sich Dr. Alice Martin in Weiterbildung zur Dermatologin. Sie gründete bereits zwei Unternehmen und lehrt an der FOM im Fach „Medizinische Theorie und Terminologie“.

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Transkript der Folge Hautarzt to go

Manchmal ist es schwierig, schnell einen zeitnahen Termin bei einem Facharzt zu bekommen. Aber wer zum Beispiel einen merkwürdigen Leberfleck oder eine Hautveränderung an sich entdeckt und deshalb Angst hat, dass es etwas Bösartiges ist, will nicht lange warten und schnell wissen, was da los ist. Und dafür gibt es nun eine Lösung.

„kernig & gesund“, der Gesundheits-Podcast präsentiert von apodiscounter.de

Mario D. Richardt: Einen schönen guten Tag zu einer brandneuen Folge „kernig & gesund“! Mein Name ist Mario D. Richardt und ich bespreche jede Woche mit Fachärzten und Experten ein Gesundheitsthema.

Heute geht es um eine innovative Idee, die von Hautärzten in Zusammenarbeit mit der Universitätsmedizin Göttingen entwickelt wurde: Der Hautarzt für die Hosentasche oder auch Hautarzt per App. Denn es ist eine App und die heißt dermanostic.

Bei mir am Mikrofon ist Co-Gründerin Dr. Alice Martin, bis 2017 hat sie Humanmedizin studiert und direkt nach der Approbation die Facharztweiterbildung für Dermatologie begonnen. Außerdem ist sie Dozentin an den FOM Hochschulen in Düsseldorf und München. Frau Dr. Martin, schön, dass Sie da sind!

Alice Martin: Vielen Dank für die Einladung!

Mario D. Richardt: Beziehungsweise wir sagen ja Du. Wir haben uns vorher geeinigt, du bist jung, ich fühle mich jung, wir duzen uns.

Alice Martin: Sehr gern!

Mario D. Richardt: Also Alice, schön, dass du da bist.

Alice Martin: Danke!

Mario D. Richardt: Bei dem, was du um die Ohren hast, ist Freizeit für dich wahrscheinlich ein Fremdwort, oder?

Alice Martin: Man sagt immer Work Life Balance, ein Stück weit muss Life in Work rein. Man macht das, was man liebt.

Eigentlich, ich habe meinen klassischen Beruf erst mal pausiert und arbeite dann digital mit dem Patienten, was superschön ist. Und deswegen ist meine Freizeit auch sehr viel Arbeit, aber meine Arbeit fühlt sich manchmal auch wirklich wie Freizeit an.

Wie kam es zu der App Idee?

Mario D. Richardt: Ich freue mich, dass es geklappt hat mit dem Termin. Wir sind weit auseinander, das heißt, du kommst aus Düsseldorf, ich bin aus Leipzig angereist, und wir haben uns quasi in der Mitte getroffen hier, und zwar in Heilbad Heiligenstadt.

Der Grund ist die innovative Hautarzt App dermanostic. Wie kamst du denn eigentlich auf die Idee, den Hautarzt per App zu erfinden?

Alice Martin: Die Geschichte war so, Estefanía und ich, wir sind vier Ärzte, die das gegründet haben. Estefanía ist Dermatologin, wir haben zusammen schon ein anderes Unternehmen gegründet und wir hatten in der Hautklinik in Düsseldorf zusammengearbeitet.

Und unser WhatsApp war immer voll mit Nachrichten von Freunden, Freunde von Freunden, Familienangehörigen mit Fotos von der Haut und der Frage „Was ist das hier?“. Natürlich haben sie uns gefragt, weil sie wussten, das geht schnell. Mit einem Bild können wir schon abschätzen, um was es sich handelt. Und der Arzt vor Ort, manchmal kriegt man nicht den Termin.

Dann haben wir uns gedacht, wenn dieser Bedarf so groß ist, und das ging den Kollegen ebenso, wieso kann man nicht eine einheitliche Lösung schaffen, die sicher ist und wo man nachher auch ein Rezept erstellt für die Patienten.

Das war eigentlich 2019, wo wir dann gesagt haben, so, komm, wir gehen jetzt diesen Schritt, dass wir Patienten digital behandeln.

Wie funktioniert die App?

Mario D. Richardt: Das heißt, was kann die App genau?

Man lädt sich die runter, funktioniert für alle Systeme, also Android, iOS, also Apple, aber auch über Browser-Version geht das auch, und dann fotografiert man mit dieser App einen Leberfleck, einen Furunkel, Muttermal, Schuppenflechte, was auch immer.

Alice Martin: Genau! Man fotografiert dreimal die Stelle aus unterschiedlichen Entfernungen, das ist auch in der App angegeben, und beantwortet einen Fragebogen. Viele denken sich, Mensch, kann das denn sein, dass ich nur so wenig mache oder ich brauche doch eine Video-Sprechstunde oder sonst was.

Eigentlich ist das nicht notwendig, man kennt das, man hat wochenlang auf den Hautarzt gewartet, kommt dann endlich in das Zimmer, möchte erst mal die Geschichte erzählen, der Arzt guckt einmal drauf, sagt „Ja, ist das und das. Holen Sie sich das Rezept vorne.“ und man ist schon wieder raus.

Weil das Blickdiagnosen sind. Man kann 24/7 bei uns Fotos schicken und kriegt im Schnitt nach vier Stunden von unseren Hautärzten einen kompletten Arztbrief, patientenfreundlich verfasst, wo erklärt wird, was die Diagnose ist, wie die Therapie durchgeführt wird, und eben auch ein Rezept.

Das ist asynchron, also ich kann um drei Uhr nachts meinen Fall hochladen, so sagen wir das, der Arzt wird sich das dann, wenn er gerade wach ist, angucken oder erst in zwei, drei Stunden, und dann kriege ich einfach eine kleine Push-Benachrichtigung, dass der Fall fertig ist und dann kann man sich behandeln lassen.

Mario D. Richardt: Für die Fotos selbst gibt es eine Anleitung, da steht dann da „aus 30 cm Entfernung, aus 10 cm und dann nochmal aus einem anderen Winkel“, was eben wichtig ist für die Beurteilung.

Was ist denn, wenn so ein Foto mal unscharf ist?

Alice Martin: Wir hatten am Anfang relativ häufig unscharfe Bilder. Wie befunden nichts, wo wir uns nicht sicher sind oder wo die Qualität unzureichend ist.

Da haben wir dann immer dem Patienten eine Push-Nachricht geschickt „bitte nochmal neue Fotos“. Jetzt gibt es die Hinweise, sobald man auf das Fotozeichen klickt, kommt so ein Hinweisfenster „bitte nicht mit der Frontkamera, sondern mit der Rückkamera, bitte unter guten Lichtbedingungen“, „wenn es am Rückenbereich ist, bitte jemanden fragen“, also so, damit man eigentlich kaum noch unscharfe Bilder kriegt.

Ich glaube, wir sind bei einem Prozent und dann sagt der Arzt Bescheid, nochmal neue Bilder bitte, das klappt wunderbar.

Mario D. Richardt: Man kann aber im Prinzip wirklich alles hinschicken, also auch, wenn man jetzt Insektenstiche hat, wo man sich unsicher ist, oder auch Warzen.

Alice Martin: Man kann alles schicken und wir haben schon über 310 verschiedene Diagnosen über 10.000 Patienten behandelt, was superschön ist, was mich auch sehr freut. Weil das war am Anfang nur eine Idee und jetzt haben wir so viele Menschen damit erreicht.

Wir haben auch deswegen die Universitätsmedizin Göttingen, ganz, ganz toll, das ist der Prof. Jorge Frank, der uns mitunterstützt und der Prof. Michael Schön, der auch uns für das Hautarzt-Lexikon die Bilder zur Verfügung gestellt hat.

Denn wir haben auch manchmal genetische Erkrankungen und da braucht man einen Termin vor Ort, Blutuntersuchung. Und da kooperieren wir eben auch mit dem Prof. Frank. Das klappt wunderbar.

Ganz oft sagen die Patienten, Mensch, seit zehn Jahren habe ich das und niemand konnte mir helfen. Wir machen eben nur noch Telemedizin und haben uns darauf spezialisiert.

Mario D. Richardt: Wer guckt sich denn die Fotos an? Ist das immer derselbe Hautarzt oder habt ihr ein großes Team?

Alice Martin: Wir haben ein großes Team. Bei dermanostic haben wir zum einen das Team, was natürlich Marketing, Pressearbeit, IT et cetera durchführt, und dann haben wir das medizinische Team.

Da sind Krankenschwestern aktiv, die die Patienten auch im Verlauf anrufen, fragen, ob es besser geworden ist, unsere Hautfachärzte, unsere Professoren. Und wenn ich als Patient was hinschicke, dann kriege ich eben von dem Hautfacharzt meinen Befund.

Und wenn es schwierige Sachen sind, das kriegt der Patient gar nicht mit, dann besprechen sich die Ärzte untereinander und es gibt wie eine Visite. Man kennt das noch im Krankenhaus, dass die Ärzte in den Raum reingehen. Bei uns treffen sie sich dann virtuell und senden sich den Fall und jeder sagt, okay, wahrscheinlich ist es das, das, man sollte noch diese Untersuchung machen.

Am Ende hat man nicht nur von einer Person, sondern bei komplizierten Fällen von mehreren Experten die Rückmeldung.

Mario D. Richardt: Dann gibt es wirklich wie beim richtigen Arzt – oder was heißt – beim analogen Arzt, sag ich jetzt mal, beim persönlichen Gespräch gibt es auch direkt einen Befund?

Alice Martin: Genau! Meistens machen das die Ärzte vor Ort nicht aufgrund von Zeitmangel. Man weiß nur, okay, es ist jetzt, nehmen wir Pityriasis rosea, die Röschenflechte.

Aber dann komme ich nach Hause, und ich habe es selbst erlebt, ich hatte einmal die Röschenflechte, ich habe noch, ich glaube, zehn Minuten gegoogelt, bis ich mich an den Namen erinnern konnte, weil ich nicht mehr wusste, wie es hieß.

Dann bin ich im Internet gefangen und fange an zu recherchieren und denke mir „Mensch, das könnte es noch sein und warum nicht das?“ und ich bin ganz verunsichert. Deswegen machen wir einen langen ausführlichen schriftlichen Befund, machen noch YouTube Videos von uns produziert und noch einen Hautlexikon-Artikel, damit der Patient sich ganz umfangreich eben von uns informieren kann und das ist alles von Ärzten verfasst.

Mario D. Richardt: Was ist, wenn ihr was entdeckt, was wirklich einer Nachbehandlung bedarf, also zum Beispiel Hautkrebs oder so?

Alice Martin: Unsere Statistik zeigt, dass 92 % behandelt werden, ohne dass sie noch vor Ort zu einem Arzt gehen müssen. Bei den anderen 8 % ist es tatsächlich so, wir diagnostizieren zum Beispiel Hautkrebs, das muss operiert werden, oder wir haben ganz ausgeprägte Erkrankungen, wo man Blut abnehmen muss, bevor man eine Tablettentherapie einleitet.

Nehmen wir jetzt Akne. Akne kann so ausgeprägt sein, dass man sagt, man nimmt Isotretinoin, das ist Vitamin A Säure als Präparat. Das darf man aber nur nehmen, wenn vorher die Blutwerte in Ordnung sind. Das können wir noch nicht digital abklären.

Der Arzt vor Ort, der hat dann schon einen fertigen Befund von uns alles schriftlich verfasst. Meistens geht es für den Patienten dann auch deutlich schneller, gerade bei Hautkrebs versuchen wir, dass er innerhalb von drei Tagen eigentlich schon beim Niedergelassenen ist.

Mario D. Richardt: Das heißt, ihr schickt das direkt dorthin?

Alice Martin: Wir schicken die Daten an den Patienten, aber unsere Krankenschwestern organisieren mit dem Patienten den Termin vor Ort.

Mario D. Richardt: Das ist ein klasse Service.

Alice Martin: Das ist, wenn man unsere Investoren fragt, wahrscheinlich nicht so ökonomisch, das passiert, wenn vier Ärzte gründen.

Aber am Ende sind wir überzeugt, es ist natürlich eine neue Art und Weise, aber die Qualität darf nicht leiden.

Was kostet die Behandlung?

Mario D. Richardt: Weiter geht es hier bei „kernig & gesund“ mit dermanostic, der Hautarzt-App.

Jetzt ist natürlich die große Frage: Was muss man denn eigentlich dafür bezahlen?

Alice Martin: Die Behandlung selber, egal wenn man das macht, kostet 25 Euro. Das ist einmalig, also das ist kein Abo-Modell, sondern sozusagen eine Pauschale. Die wird von den privaten Krankenkassen übernommen, es ist eine Rechnung nach GOÄ, nach der Gebührenordnung für Ärzte, und wir stellen Privatrezepte aus.

Jetzt ist immer die entscheidende Frage: Warum übernehmen das nicht die gesetzlichen Krankenversicherungen? Leider ist es so, dass es keine Abrechnungsziffer gibt. Also es gibt Kataloge mit Abrechnungsziffern, die Videosprechstunde kann abgerechnet werden. Das, was wir anwenden, ist aber ein Bild-Text-Verfahren und da gibt’s keine Ziffer für.

Was man dann konkret oder was wir konkret machen, ist, wir stehen in Austausch mit gesetzlichen Krankenversicherungen, werden mit unterschiedlichen Krankenversicherungen Individualverträge abschließen. Das ist natürlich dann individuell für die jeweilige Krankenkasse.

Ich wünsche mir natürlich, dass es irgendwann gesundheitspolitisch den nächsten Schritt gibt, dass man sagt, wir wollen noch mehr Abrechnungsziffern für Telemedizin machen, wir sind aber noch ganz am Anfang. Und daher ist das für die gesetzlich Versicherten eben eine Selbstzahler-Leistung.

Mario D. Richardt: Aber das wird mit Sicherheit noch kommen.

Alice Martin: Ja, das ist die Zukunft. Das ist einfach, und das ist ganz wichtig, kein Ersatz, sondern eine Ergänzung.

Genauso, wie es jetzt die E-Roller gibt, die ich auch benutze, das heißt nicht, dass jetzt mein Mofa oder mein Motorrad ersetzt wird, sondern ich habe noch eine zusätzliche Möglichkeit.

Mario D. Richardt: Genau! Das ist auch so, dass man manchmal wirklich so nervös ist, wenn man was entdeckt, und da ist es einfach 25 Euro wert, dass man das ausprobiert.

Und danach hat man einfach klar das Ergebnis da und ist mit Sicherheit dann auch beruhigt.

Alice Martin: Das stimmt! Das ist uns mit am wichtigsten.

Wir rufen die Patienten im Verlauf auch noch an, machen eigentlich das, was ich ganz oft auch vor Ort vermisse, weil manchmal ist man sich unsicher, wenn es nach einer Woche nicht besser wird oder nur ein bisschen besser, und die Patienten fangen wir gezielt ab und sagen, ist alles in Ordnung, weiter cremen, und falls nicht, melden Sie sich gerne.

Wie lange dauert es, bis ich das Ergebnis erhalte?

Mario D. Richardt: Wie schnell gibt’s das Ergebnis? Du hast gesagt, innerhalb von 24 Stunden meistens, aber auch schneller.

Alice Martin: Ja. Wir sagen 24, damit wir uns nicht da zu viel Druck machen. Im Schnitt sind es unter vier Stunden. Miteingerechnet ist die Nachtzeit, und es ist nicht selten, dass unsere Ärzte auch um 23 Uhr oder um 24 Uhr noch befunden.

Die sind dann am Computer und behandeln, finden das toll. Und ich finde auf der anderen Seite, für die Patienten ist das eine tolle Möglichkeit, aber auch für Ärzte. Weil plötzlich kann ich selber entscheiden, wann ich arbeiten möchte.

Ich kann am Wochenende arbeiten, ich kann mir montags freinehmen, ich bin nicht gebunden, ich brauche nur Internet und natürlich meinen Laptop.

Mario D. Richardt: Wie kommt der Leberfleck zum Hautarzt?

Wie entscheidet sich, welcher Hautarzt dann einen Fall bekommt?

Alice Martin: Wir haben mehrere Ärzte, es gibt bei uns Dienstpläne, wann wer zuständig ist. Und wenn wir jetzt ganz viele Patienten haben, dann sind natürlich mehrere Ärzte da.

Der Unterschied ist: Wenn man sich vor Ort überlegt, wie viel Bürokratie der Arzt macht, dieses Arztbrief-Schreiben, dokumentieren handschriftlich, nochmal mit der Pflege oder der Arzthelferin sprechen et cetera.

Bei uns konzentriert sich der Arzt nur auf die Diagnose und Therapie und alles andere ist quasi wie im System, so dass er nur noch klicken muss und alles andere wird generiert, so dass ein Arzt so um die 200 Patienten am Tag machen kann.

Mario D. Richardt: Das ist viel, aber es geht wirklich superschnell. Ich muss sagen, das weißt du noch gar nicht, ich habe das natürlich ausprobiert im Vorfeld.

Alice Martin: Echt?

Mario D. Richardt: Ich wollte wissen, wie funktioniert das Ganze. Und hatte einen Leberfleck bei meiner Tochter am Rücken entdeckt, habe das vor zwei Tagen gemacht, habe das fotografiert.

Es war wirklich easy-peasy. Man wird durchgeführt durch diesen Fotomodus, wie das alles funktioniert. Was denkst du, wie schnell ging’s?

Alice Martin: Kann ich dir nicht sagen.

Mario D. Richardt: Keine drei Stunden.

Alice Martin: Wow! Boah, das freut mich gerade.

Mario D. Richardt: Ich war wirklich begeistert und werde das mit Sicherheit auch öfters mal wieder anwenden, wenn ich unsicher bin.

Alice Martin: Freue mich sehr.

Mario D. Richardt: Das Schöne ist, es gibt auch innerhalb der App ein Lexikon.

Alice Martin: Genau! Wir haben uns damals überlegt, wenn ein Patient ins Internet geht, dann fängt er an zu googeln. Woher weiß ich als Patient, welche Quelle vertrauenswürdig ist?

Es gibt selbst auch bei Wikipedia Sachen, die nicht richtig stimmen. Daher haben wir entschlossen, wir machen ein eigenes Lexikon für jede Hauterkrankung und nicht nur einen Artikel dazu, sondern auch direkt ein Video, dass man sich das auch angucken kann.

Ist viel Aufwand, aber es macht uns Spaß und am Ende ist das Ziel, die Patienten aufzuklären und jeden zu erreichen.

Mario D. Richardt: Man kann beim Hautarzt seine Haut auch komplett auf Veränderungen scannen lassen.

Ist da sowas geplant, dass ihr sagt, man macht jetzt einfach mal zehn Leberflecke am Stück, die man fotografieren und checken lässt so für eine Pauschalsumme?

Alice Martin: Genau, also das Screening. Da nehme ich tatsächlich Abstand von zu sagen, eine App ersetzt die Vorsorgeuntersuchung, einfach weil ich nicht in bestimmte Bereiche reinkomme und gar nicht weiß, dass es dort ein Muttermal gibt.

Und dafür ist die App tatsächlich auch gar nicht entwickelt worden, sondern sie ist für die anderen 300 „Noch was“-Diagnosen entwickelt worden. Aber das schließt natürlich nicht aus, wenn ich ein Muttermal habe, das auffällig aussieht, super, kann man fotografieren, unsere Ärzte schätzen das ein. Man braucht dennoch, wenn unsere Ärzte sagen, hm, das sieht kritisch aus, bitte nochmal vor Ort gehen, dann braucht man diese Lupe und am Ende weiß man das Ergebnis nur durch eine Operation.

Andersrum hatten wir schon häufig den Fall, dass der Arzt gesagt hat, das sieht aus wie schwarzer Hautkrebs, dann rufen wir den Patienten an. Also dann kriegt er nicht nur einfach eine App-Nachricht, wir rufen ihn an, wir sagen ihm, das ist höchstwahrscheinlich schwarzer Hautkrebs, die Diagnose wird erst durch die OP bestätigt und der Patient kriegt dann eben den Termin vor Ort mit uns organisiert.