Schlupflider, Lifting & Co. – Das Gesicht unter dem Messer

Gesichtsliftings und -OPs finden nicht immer nur aus rein ästhetischen Zwecken statt. Manchmal geht es auch darum, das Gesicht nach Unfällen, Fehlbildungen oder Tumoroperationen wiederherzustellen, sodass der Mensch wieder sprechen, kauen oder schlucken kann. Heute geht es im Podcast um Schlupflider, Lifting und andere Eingriffe im Gesicht und Sie lernen, was ein Mund-Kiefer-Chirurg eigentlich macht.

Dr. Stephan Müller-Dürwald

Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurg

Dr. Müller-Dürwald studierte Zahnmedizin in Leipzig und war später Oberarzt der Klinik für Mund-, Kiefer und Plastische Gesichtschirurgie der Universitätsklinik Leipzig. 2013 gründete er seine eigene Praxis und eröffnete 2020 das Medizinische Versorgungszentrum für MKG-Chirurgie in Grimma.

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Transkript der Folge Schlupflider, Lifting & Co. – Das Gesicht unter dem Messer

Heute sprechen wir in meinem Podcast über eine Sache, die vielleicht dem einen oder anderen zunächst die Augenbrauen hochziehen lässt. Wenn das noch geht, Spaß beiseite. Für einige Menschen sind ästhetische und plastische Gesichtsoperationen der einzige Ausweg auf dem Weg zu einem glücklicheren Leben. Wir sprechen über Schlupflider, Lifting und Co.

„kernig & gesund“, der Gesundheits-Podcast präsentiert von apodiscounter.de

Mario D. Richardt: Einen schönen guten Tag zu einer brandneuen Folge „kernig & gesund“! Mein Name ist Mario D. Richardt und ich spreche jede Woche mit Experten über ein Gesundheitsthema.

Mein Gast für dieses Thema ist Facharzt für Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie und plastische Operationen. Er hat zwei eigene Praxen, eine in Leipzig und eine in Grimma in Sachsen. Guten Tag, Dr. Stephan Müller-Dürwald!

Stephan Müller-Dürwald: Grüß dich Mario!

Was macht ein Mund-Kiefer-Gesichtschirurg?

Mario D. Richardt: Also gleich als erstes, wir duzen uns, weil wir uns schon sehr lange kennen und ich bin auch jahrelang schon Patient bei dir.

Aber das muss ich auch ganz klar sagen, nicht für Schlupflider, Lifting und Co.. Bevor wir gleich da so ins Thema einsteigen: Was macht denn eigentlich einen Mund-Kiefer-Gesichtschirurg?

Stephan Müller-Dürwald: Der Mund-Kiefer-Gesichtschirurg ist von seiner Abkürzung MKG, Mund-Kiefer-Gesichtschirurg, ganz einfach. Und viele kennen auch meinen Freund Christian Mozet, der ist HNO-Arzt. Hals-Nasen-Ohren, den Begriff kennt jeder in Deutschland, aber MKG kennt keiner.

Bei mir ist auch in der Praxis ein kleines Schild, da steht MKG. Da haben mich Patienten schon gefragt: Was heißt denn das eigentlich? Und manche vertauschen auch die Buchstaben, das sieht dann ganz schlimm aus.

Der Mund-Kiefer-Gesichtschirurg, der operiert im Mund, am Kiefer und im Gesicht.

Mario D. Richardt: Das heißt, aber auch alles, was an der Haut ist. Du würdest also zum Beispiel auch Leberflecken wegmachen?

Stephan Müller-Dürwald: Ja. Also die Hautchirurgie gehört mit dazu. Natürlich haben wir, auch beratend bekomme ich Patienten von Hausärzten, die Gesichtstumore finden oder auch in dem Bereich operieren auch die Fachärzte für Hautchirurgie.

Und größere Sachen operieren wir als Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgen im Gesichts-Halsbereich.

Mario D. Richardt: Im Prinzip, auch wenn man jetzt einen Unfall hat, Kiefer ist gebrochen, das ist dein Themenfeld, alles, was mit Zähnen zu tun hat.

Stephan Müller-Dürwald: Ja. Die Traumatologie des Mund-Kiefer-Gesichtsbereich. Also jeder Verkehrsunfall, der beispielsweise jetzt eine Trümmerung des Kiefers hat, des Ober-, des Unterkiefers, wo Zahnverletzungen sind, das ist unser Thema. Und dann gibt’s viele Schnittstellen mit der HNO und mit der Neurochirurgie.

Also ich habe auch in der Klinik an der Uni Leipzig viel mit Neurochirurgen operiert, wenn eben auch das Hirn betroffen ist mit. Mit der HNO, wenn im Bereich der HNO Verletzungen aufgetreten sind, dann ist das eine Teamarbeit.

Was ist das typische Einstiegsalter für Schlupflider, Lifting und Co.?

Mario D. Richardt: Heute haben wir uns ein kleines Gebiet herausgesucht von dem, was du machst, nämlich Schlupflider, Lifting und Co.. Was ist denn so das typische Einstiegsalter für solche Eingriffe?

Stephan Müller-Dürwald: Das kann man gar nicht so nennen, das ist verschieden. Ich sage mal, normalerweise 40 oder 50 plus. Obwohl es eine große Bandbreite ist.

Mario D. Richardt: Da fängt das an, dass dann die Lider anfangen zu hängen?

Stephan Müller-Dürwald: Das kann passieren. Ja.

Mario D. Richardt: Oder manchmal auch früher.

Stephan Müller-Dürwald: Oder auch früher.

Mario D. Richardt: Legen sich denn bei dir eher Männer oder Frauen unters Messer?

Stephan Müller-Dürwald: Eher Frauen, obwohl ich hatte auch Männer. Das kommt vor, aber ist eher seltener.

Mario D. Richardt: Wenn du mich jetzt so anguckst, ich glaube, ich habe nämlich so ganz leichte Schlupflider, müsste ich mal zu dir kommen, was wegschneiden lassen oder geht das gerade noch so?

Stephan Müller-Dürwald: Als dein Freund würde ich sagen, bitte nicht.

Mario D. Richardt: Das heißt, du würdest von sowas grundsätzlich abraten, oder?

Stephan Müller-Dürwald: Ja, würde ich abraten.

Mario D. Richardt: Warum?

Stephan Müller-Dürwald: Ich bin Arzt und wir Ärzte behandeln so nach ärztlicher Sicht und es muss ein mir selber als Behandler auch zusagen, dass ich sage, dieser Patient hat einen Wunsch an mich herangetragen, den muss ich respektieren, aber ich muss es auch vertreten.

Das heißt, die Integration, also die Notwendigkeit eines Eingriffs, ist ja auch ein medizinischer Eingriff, auch wenn es ein ästhetischer ist, der muss auch hinterlegt sein. Und da gibt’s auch Richtlinien von unserer Fachgesellschaft, die dann auch beispielsweise, wenn ich einen sehr jungen Patienten hätte, ein 20-jähriges Mädchen, die würde ich nicht operieren.

Es sei denn, die kann beispielsweise durch ein Schlupflid, was aber kaum möglich ist, es gibt auch neurologische Erkrankungen oder auch Dinge, wo die Haut so verändert ist, dass man nicht geradeaus blicken kann.

Mario D. Richardt: Gesichtsfeldeinschränkung?

Stephan Müller-Dürwald: Gesichtsfeldeinschränkung. Dann ist die Indikation auch gegeben.

Was sind Schlupflider?

Mario D. Richardt: Was sind denn eigentlich genau Schlupflider? Also für die, die es jetzt zum allerersten Mal hören.

Stephan Müller-Dürwald: Zu viel Haut am Lid, am Oberlid, oder am Unterlid.

Mario D. Richardt: Und man merkt es dann sozusagen, wenn wirklich so von oben vielleicht so ein kleiner Schatten dann so ins Gesichtsfeld hineinrutscht?

Stephan Müller-Dürwald: Dann ist es schon relativ schwerwiegend. Aber Frauen schminken sich meistens oder viele, und oft haben Patienten oder Patientinnen auch Probleme hinsichtlich beim Schminken oder auch, wenn sie sich nicht schminken, hat man auch dann so eine doppelte Hautfalte, wo es auch Schwierigkeiten gibt.

Beispielsweise Nässen, Entzündung, und das ist schon auch ein kleines Teil der Patienten, die kommen wegen den Beschwerden, weil sie sagen, ich kann zwar noch geradeaus gucken, aber schauen Sie mal, das gefällt mir nicht, das ist entzündet, das hängt da drüber, das sieht nicht schön aus.

Ich sehe immer müde, abgeschlagen aus. Können Sie da nicht was machen?

Mario D. Richardt: Menschen, die zu dir kommen, haben die eher ein optisches Problem, weil sie sich nicht wohlfühlen in ihrer Haut, oder ist das so, dass dann schon sehr das Gesichtsfeld eingeengt ist, dass man sieht, da muss was getan werden?

Stephan Müller-Dürwald: Eher ersteres. Also die meisten kommen aus dem Wunsch heraus sich ästhetisch dort zu verbessern. Die Patienten, die eine Gesichtsfeldeinschränkung haben, sind meistens sehr alte Patienten.

Und da haben wir auch manchmal Patienten, die haben zum Beispiel auch einen Hauttumor, Basalzellkarzinom. Das ist aber auch selten, seltener, dass das das Gesichtsfeld einengt.

Dann ist es auch schon relativ schlimm.

Was kann man tun gegen Schlupflider?

Mario D. Richardt: Dann kommen wir jetzt mal hier zum Punkt: Was kann man tun gegen Schlupflider? Was kannst du tun?

Stephan Müller-Dürwald: Grundsätzlich beraten wird die Patientinnen und Patienten, schauen uns die an. Dazu gehört eine ordentliche Fotodokumentation. Man muss ein bisschen wissen natürlich, sind die gesund, was haben die für einen Lebenswandel, das spielt auch eine Rolle.

Und dann muss man sich anschauen, wie sind die Wünsche des Patienten? Aus einer 50-Jährigen kann man kein 20-jähriges Kunstwerk machen, sondern es muss immer, also ich sage immer so, es darf nicht auffallen, es muss besser sein, aber es darf am Gesamtausdruck des Patienten natürlich aussehend nicht auffallen. Dann ist es perfekt.

Mario D. Richardt: Aber im Prinzip als Laie stelle ich mir vor, du ziehst einfach das Augenlid runter oder die Patientin oder der Patient macht’s runter, gehst dann wahrscheinlich mit so einem Stift da lang, wo der Schnitt passiert, entnimmst einen Hautstreifen, es wird wieder zusammengetackert, fertig.

Stephan Müller-Dürwald: Kurz gesprochen kann man das so nennen, kann man so stehenlassen. Da gibt’s auch genaue Tests, weil es darf auch nicht zu viel Haut weg sein, der Lidspalt.

Mario D. Richardt: Sonst sieht es unnatürlich aus.

Stephan Müller-Dürwald: Ja, da geht das Auge nicht zu.

Mario D. Richardt: Oh!

Stephan Müller-Dürwald: Und dann wäre beispielsweise, ganz einfach gesagt, Fahrradfahren, Wind von der Seite tödlich fürs Auge, weil das entzündet sich dann, so eine Erosio bildet sich dann, weil die Bindehaut dann entzündet ist.

Und das wäre schlecht. Und ist auch schwer korrigierbar. Also man muss schon Erfahrung damit haben und entsprechend dann schon abschätzen, wie viel Haut wirklich wegmuss.

Mario D. Richardt: Daran habe ich noch nie gedacht. Stimmt! Wenn zu viel Haut da ist, kann auch im schlechtesten Fall zu wenig Haut bloß noch da sein.

Stephan Müller-Dürwald: Zu wenig Haut ist auch nicht gut.

Wie lange dauert ein Eingriff?

Mario D. Richardt: Wie lange dauert denn der Eingriff?

Stephan Müller-Dürwald: Eine halbe Stunde ungefähr. Örtliche Betäubung, ambulant und natürlich vorher eine ordentliche Aufklärung, mindestens 24 Stunden sollte man vorher da Bedenkzeit auch haben.

Und nach Fotodokumentation im Sitzen, im Liegen, man muss also auch verschiedene Lagepositionen beachten. Bei der Untersuchung wird dann der Eingriff durchgeführt.

Mario D. Richardt: Hat man da Schmerzen dabei? Nö, ist das alles …

Stephan Müller-Dürwald: Ja doch! Ich sag mal so, die Patienten haben manchmal ein Hämatom, es ist danach ein bisschen wund, es ist geschwollen.

Und der Einstich in örtlicher Betäubung, der zwickt. Patienten, die da ängstlich sind, können eine Creme bekommen, Emla macht man da auf die Haut, damit man den Einstich nicht so spürt. Aber das sind die wenigsten Patienten.

Mario D. Richardt: So nach ein paar Tagen wird wahrscheinlich dann der Faden gezogen.

Stephan Müller-Dürwald: Genau! So sechs, sieben Tage spätestens sind die Fäden raus. Und dann dauert es noch insgesamt so zwei Wochen, bis das langsam, die Schwellung abklingt und die Hämatome.

Mario D. Richardt: Sieht man die Narben?

Stephan Müller-Dürwald: Wenn du mich anschaust, nicht, wenn du die Augen zumachst, wirst du einen feinen Strich sehen, der auch auffällig ist, der manchmal etwas gerötet ist, der dann über die nächsten, ich sage mal so, nächstem halben Jahr verblasst.

Man sollte nichts sehen. Auch beim Blick nach unten sollte man kaum was sehen. Deswegen ist eben die Frage, wie viel Haut nehme ich weg, damit es wirklich gut aussieht?