Sodbrennen

Aus der Umfrage des Robert Koch Instituts »Gesundheit in Deutschland aktuell 2009« (GEDA 2009) wurde bekannt gegeben, dass ca. 24 % der Erwachsenen an Sodbrennen litten. Die Verbreitung der Refluxkrankheit sei dabei vor allem in den westlichen Ländern zu beobachten und nehme zu.

In dieser Podcast-Folge von „kernig & gesund“ erklärt die Gastroenterologin Dr. Kerstin Breitschwerdt uns und unserem Moderator Mario D. Richardt wie Sodbrennen entsteht und was Sie dagegen tun können.

Expertin: Dr. Kerstin Breitschwerdt, Gastroenterologin

Dr. Kerstin Breitschwerdt

Dr. med. Kerstin Breitschwerdt

Fachärztin für Innere Medizin/Gastroenterologie

Im Jahre 2010 wurde Dr. Breitschwerdt zur Fachärztin für Innere Medizin. Vier Jahre später kam der Abschluss in Gastroenterologie dazu. Seit 2017 findet man sie nun in eigener Niederlassung in der Gastroenterologischen Gemeinschaftspraxis – Breitschwerdt. Glas. Gürtler in Leipzig. Lesen Sie hier den gesamten Lebenslauf von Dr. Kerstin Breitschwerdt.

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Transkript der Folge Sodbrennen

Es gibt Dinge, die viele Menschen gehörig auf den Keks gehen. Da könnte ich locker 200 Sachen nennen. Aber heute geht es nur um eins davon, es geht um GERD. Und GERD ist eine Nervensäge hoch zehn. Ob Sie auch unter GERD leiden, das erfahren Sie jetzt.

„kernig & gesund“, der Gesundheits-Podcast präsentiert von apodiscounter.de

Mario D. Richardt: Willkommen bei „kernig & gesund“, mein Name ist Mario D. Richardt und ich bespreche hier jede Woche mit Fachärzten und Experten verschiedene Gesundheitsthemen. Dabei sind wir immer sehr direkt und reden nicht um den heißen Brei herum.

Mein heutiger Gast hat bis 2002 Medizin in Leipzig studiert und ist seit 2010 Fachärztin für Innere Medizin. Vier Jahre später hat sie sich auf Gastroenterologie spezialisiert.

Und 2021 ist sie bei mir im Podcast. Dr. Kerstin Breitschwerdt, schönen guten Tag!

Kerstin Breitschwerdt: Hallo, Herr Richardt!

Mario D. Richardt: Heute geht es um ein Problem, das 20 von 100 Menschen betrifft.

Es ist weniger eine Krankheit, sondern mehr ein Symptom, allerdings ein ziemlich lästiges, das Sodbrennen. Frau Dr. Breitschwerdt, gehören Sie zu den 20 % der Menschen, die an Sodbrennen leiden?

Kerstin Breitschwerdt: Ich muss ehrlich sagen, ich habe selbst in der Schwangerschaft kein Sodbrennen gehabt.

Ich kenne es nicht und muss den Patienten entsprechend glauben, wenn sie mir solche Dinge erzielen.

Was ist GERD?

Mario D. Richardt: Aber es gibt tatsächlich Menschen, da brennt es wirklich in der Speiseröhre.

Und wir sind Fachchinesisch-frei, dennoch einmal kurz zur Erklärung: Sodbrennen ist das Leitsymptom der gastroösophagealen Reflux-Krankheit – ich hoffe, ich habe mir nicht die Zunge gebrochen – genannt GERD.

Was um Himmels Willen ist ein gastroösophagealer Reflux?

Kerstin Breitschwerdt: Das bedeutet, dass die Säure des Magens zurück in die Speiseröhre läuft.

Es gibt in der Speiseröhre einen unteren Sphinkter, also der Muskel, und wenn der zum Beispiel nicht ganz dicht ist, nicht ganz zu ist, kann die Säure des Magens in die Speiseröhre laufen.

Die mag das überhaupt nicht und der Patient kommt mit entsprechenden Symptomen.

Mario D. Richardt: Da brennt es dann also oder manchmal gibt es auch ein Aufstoßen, wo auch ein paar Bröckchen mit dabei sind. Ist das so richtig?

Kerstin Breitschwerdt: Die Symptome sind extrem unterschiedlich.

Das geht wirklich von diesem genannten starken Brennen vom Oberbauch, ganze Brustbereich, Halsbereich, Halsschmerzen, Zungenbrennen, aber auch Reizhusten zum Beispiel, selten auch wirklich Reflux von Speisen. Ja.

Mario D. Richardt: Welche Ursachen hat denn das Sodbrennen?

Kerstin Breitschwerdt: Wie gesagt, meist ist es einfach ein erschlaffter Sphinkter, ein erschlaffter Schließmuskel am unteren Speiseröhrenrand.

Mario D. Richardt: Welchen Verlauf nimmt das Ganze, wenn man es nicht behandelt?

Kerstin Breitschwerdt: Kann von alleine wieder ausheilen, wenn entsprechend, ich sag jetzt mal, Ernährung umgestellt wird, Medikamente gegeben werden, der Patient sich anders verhält, den Oberkörper hoch lagert.

Kann aber auch wirklich über eine Entzündung der Speiseröhre, die sich chronifiziert, bis zu Speiseröhrenkrebs führen.

Tritt Sodbrennen auch bei Kindern auf?

Mario D. Richardt: Können auch Kinder von Sodbrennen betroffen sein?

Kerstin Breitschwerdt: Bei Kleinkindern, also sprich, bei Babys, ist das sogar physiologisch.

Das heißt, wenn die etwas mehr gestillte Milch zu sich genommen haben, kommt oft mit der Milch oben heraus. Das ist auch eine Art Sodbrennen.

Mario D. Richardt: Was ist denn der Auslöser für Sodbrennen? Also gibt es irgendwann im Leben einen Punkt, wo es dann losgeht, weil man eben den falschen Kaffee getrunken hat oder sonst was?

Kerstin Breitschwerdt: Ich bin der Meinung, dass am allerallermeisten Stress die Ursache ist, sprich, Stress, Adrenalin, Adrenalin, zu viel Magensäure, Magensäure, auch Sodbrennen.

Zusätzlich natürlich die ganze Ernährungsweise, Nikotin, Nikotin selber macht keinen Reflux, macht aber einen reduzierten Speichelfluss und dadurch eben auch das Gefühl des Refluxes.

Genauso bei Kaffee auch, aber auch natürlich Alkohol. Alkohol ist gleich doppelt schlecht, Alkohol führt, man weiß es, zu einer Entspannung aller Muskeln, eben auch dieses unteren Schließmuskels, und zusätzlich durch die Säure dann noch zu viel Magensäure.

Kann Sodbrennen chronisch werden?

Mario D. Richardt: Kann Sodbrennen denn auch chronisch werden?

Kerstin Breitschwerdt: Wenn es sich über Jahre verhält und die Therapie nicht entsprechend gut ist, ja.

Mario D. Richardt: Jetzt machen Sie neben Darmspiegelungen auch Magenspiegelungen. Können sie da, wenn der Schlauch eingeführt wird, auch sehen, dass die Speiseröhre gerötet ist?

Kerstin Breitschwerdt: Genau, das sollte das Ziel einer Magenspiegelung sein. Die Speiseröhre entsprechend beurteilen, den Magen und den oberen Teil des Zwölffingerdarms.

Mario D. Richardt: Was können Sie da genau sehen?

Kerstin Breitschwerdt: Wir sehen bei der Magenspiegelung, ob eine Entzündung ist, sprich, ob der untere Rand der Speiseröhre fleckig, rötlich, zackig erscheint beziehungsweise können auch den unteren Schließmuskel beurteilen, ob er zu weit ist, ob er zu eng ist.

Zusätzlich können wir einen kleinen Bruch auch teilweise feststellen, Hiatushernie genannt.

Das bedeutet, dass Teile des Magens auch nach oben in den Brustbereich dringen können und dadurch die Säure nach oben schießen können.

Was ist zu tun bei langanhaltendem Sodbrennen?

Mario D. Richardt: Wann sollte man Sie denn aufsuchen, wenn es um Sodbrennen geht?

Kerstin Breitschwerdt: Die meisten Patienten haben sicher im Leben schon einmal Sodbrennen gehabt.

Sollte es dauerhaft sein und wirklich starke Schmerzen auch verursachen, ist unbedingt die Magenspiegelung indiziert. Und dann sollten die Patienten zu uns kommen.

Mario D. Richardt: Magenspiegelung wird dann immer gemacht, wenn man Sodbrennen hat?

Kerstin Breitschwerdt: Wenn das Sodbrennen über mehrere Monate besteht und wirklich Beschwerden macht, ist das zu empfehlen.

Mario D. Richardt: Und Sie finden da wahrscheinlich auch gleich noch ein paar andere Sachen, oder möglichst nicht, aber Sie kontrollieren gleich andere Sachen.

Kerstin Breitschwerdt: Wir machen bei der Magenspiegelung nicht nur eine Speiseröhrenuntersuchung.

Wir untersuchen bei der Magenspiegelung immer auch den Magen und Teile des Zwölffingerdarms. Oft ist nämlich, wenn Beschwerden sind, auch durch die Säure möglicherweise eine Gastritis, eine Schleimhautentzündung des Magens entstanden, schlimmstenfalls auch ein Magengeschwür.

Mario D. Richardt: Wir hatten hier schon mal das Thema der Darmspiegelung.

Wenn ich zu Ihnen kommen, zu einer Magenspiegelung, dann wird es wahrscheinlich auch eine Kurznarkose geben. Weil ich denke, es ist auch nicht so angenehm, oder?

Kerstin Breitschwerdt: Die allermeisten Patienten machen es ohne Narkose. Es ist wirklich nur bei großer Sorge und bei großem Stress initiiert.

Mario D. Richardt: Ernsthaft?

Kerstin Breitschwerdt: Ernsthaft!

Mario D. Richardt: Ich hasse es ohne Narkose.

Kerstin Breitschwerdt: Die Tapferen, die schaffen das.

Mario D. Richardt: Jetzt wollen Sie sagen, dass ich untapfer bin?

Kerstin Breitschwerdt: Das haben Sie gesagt.

Mario D. Richardt: Zumindest ist es sehr unangenehm für die Hörerinnen und Hörer, die es noch nicht hinter sich hatten.

Wenn man eben da liegt auf der Seite, wird der Schlauch reingeschoben. Man muss erstmal ganz schön schlucken und dieses Schlucken führt dann letztendlich auch dazu, dass es auch so sein kann, dass was austritt, was man jetzt vielleicht als peinlich empfinden könnte.

Kerstin Breitschwerdt: Die Patienten kommen nüchtern zur Untersuchung, das heißt, sie dürfen am Abend vor der Untersuchung das letzte essen, sollten bitte vorher auch nicht viel außer vielleicht zwei, drei Schlucke Wasser trinken.

Das heißt, die Wahrscheinlichkeit, dass etwas aus dem Magen austritt, geht gegen Null. Es ist ein unangenehmes Gefühl, das möchte ich auch gar nicht sagen.

Es ist ein kleiner Schlauch, der eingeführt wird, der dort nicht hingehört. Und dass gewürgt wird, ist eine ganz normale Körperreaktion des Menschen. Und das ist für uns gar kein Problem.

Welche Medikamente gibt es gegen Sodbrennen?

Mario D. Richardt: Wie kriegt man es denn weg das Sodbrennen?

Kerstin Breitschwerdt: Unterschiedlich! Man kann mit Medikamenten behandeln, wobei es auch sehr unterschiedliche Medikamente gibt.

Davon ist natürlich auch abhängig, Alter des Patienten, mögliche Nebenwirkungen der Medikamente. Dazu zählen vor allem die Säureblocker. Hat jeder sicher schon mal gehört, Pantropazol, Omeprazol, Esomeprazol, die blockieren die Säureproduktion.

Das ist auch wirklich was, was definitiv ist, also für den Moment natürlich. Ganz akut sind Antazida, Schichtgitter-Antazida, diese binden in dem Moment die Magensäure und die Gallensäure und führen umgehend zu einer Besserung.

Wer eher auf Medikamente verzichten möchte, kann auch pflanzlich in diese Richtung behandeln, indem zum Beispiel Kamille, Kamillentee, kennt jeder, Fencheltee beruhigt ganz gut. Pfefferminztee ist eher kritisch zu sehen, beruhigt bei Übelkeit, bei Blähungen sehr gut, erschlafft aber den unteren Sphinkter, und dieser wie gesagt ist wichtig, damit die Säure auch unten bleibt.

Welche Lebensmittel sollte man bei Sodbrennen zu sich nehmen und welche sind tabu?

Mario D. Richardt: Was gibt es denn für Möglichkeiten, wenn ich jetzt auf die Lebensmittel gucke? Welche Lebensmittel sollte ich essen, welche sollte ich weglassen, was verstärkt das Ganze, was verbessert es?

Kerstin Breitschwerdt: Meistens ist es eine sehr subjektive Sache.

Man empfiehlt, den Kaffee zu reduzieren, man empfiehlt, auf scharfe Sachen, aber vor allem auch auf süße Sachen eher zu verzichten, was natürlich dauerhaft nicht durchzusetzen ist.

Man sollte sich ausgewogen entsprechend ernähren und gerade Genussmittel für sich selber nur, wenn es sein muss.

Mario D. Richardt: Jetzt kann ich mich an die Folge erinnern, da ging es um die Fettleber. Da sagten Sie: Ja, man sollte ruhig mal vier Tassen Kaffee am Tag trinken. Das ist dann kontraproduktiv, wenn man Sodbrennen hat.

Kerstin Breitschwerdt: Das ist richtig! Da muss man sich entscheiden, Fettleber oder Sodbrennen.

Mario D. Richardt: Sehr gut! Was ist denn zum Beispiel mit der Banane?

Kerstin Breitschwerdt: Die Banane enthält sehr viel Kalium und ist auch schleimbildend, kann auch guttun.

Wer es möchte, ja. Milch ist wiederum eher ein bisschen zweifelhaft, erstens wegen des Fettgehaltes, zweitens auch wegen der Laktose, des Zuckers an sich. Wer es verträgt und wem es guttut, gerne, aber nicht unbedingt zu empfehlen.

Genauso auch das altbewährte Natron, was gerade immer noch von alten Patienten auch sehr gerne eingenommen wird, ist eher kontraproduktiv. Es führt zu einem massiven Anstieg des PH-Wertes im Magen, was ja gewollt ist, beruhigt also die Säure, aber reflektorisch dann zur Ausschüttung anderer Substanzen, die dann wieder mehr Säure bilden.

Mario D. Richardt: Und man sollte möglichst große und üppige Speisen weglassen. Wenn der Magen richtig voll ist, dann geht’s bestimmt auch oben raus wieder.

Kerstin Breitschwerdt: Das würde dazu führen, dass der Druck zu stark ist und wieder nach oben schießt. Richtig!