Die Angst vor Nebenwirkungen eines Arzneimittels begleitet jeden Patienten. Die Phytotherapie als Alternative zu den chemischen Arzneimitteln findet immer mehr Zuspruch in der Bevölkerung. Hierbei werden nur Präparate verwendet, die pflanzlichen Ursprungs sind. Wir betrachten in unserem Blog die Phytotherapie mal etwas genauer.

Definition Phytopharmaka

Als Phytopharmaka werden Arzneimittel bezeichnet, die ausschließlich pflanzlichen Ursprungs sind. Der Begriff leitet sich von der griechischen Bezeichnung „phyton“ für Pflanze und „pharmakon“ für Arzneimittel ab.

Bei diesen pflanzlichen Arzneimitteln handelt es sich meist um Pflanzen oder -teile (Blätter, Blüten, Wurzeln und Rinden), die durch Trocknen lagerfähig gemacht wurden.

Chemisch definierte Arzneimittel enthalten in der Regel nur einen oder wenige Wirkstoffe. Im Gegensatz dazu handelt es sich bei Phytopharmaka um Vielstoffgemische. Sie bestehen also aus mehreren unterschiedlichen Substanzen. Sie sind im Organismus an verschiedenen molekularen Zielen aktiv. Die Inhaltsstoffe der Arzneipflanze greifen an den jeweiligen Rezeptoren im menschlichen Organismus an oder führen auf physikalische Weise zu einem Effekt.

Die Qualität der Phytopharmaka hängt von unterschiedlichen Faktoren wie der Pflanzensorte, Anbauklima und Erntezeit ab. Daher kann es passieren, dass die für die Wirkung verantwortlichen Inhaltsstoffe in unterschiedlichen Konzentrationen auftreten. Aus diesem Grund werden heutzutage Extrakte (Auszüge) hergestellt, sodass immer die gleichen Mengen der wirksamen Stoffe enthalten sind. Aus diesen erfolgt anschließend die Weiterverarbeitung in die verschiedenen Darreichungsformen wie z. B. Tabletten oder Salben.

Phytopharmaka werden sehr streng klinisch kontrolliert und ihre Wirksamkeit sowie Unbedenklichkeit überprüft. Die pflanzlichen Arzneimittel, die als „Traditionelle Phytopharmaka“ deklariert werden, haben ihre Wirksamkeit mindestens 30 Jahre medizinisch nachgewiesen. Zahlreiche klinische Studien belegen die Wirksamkeit von pflanzlichen Arzneimitteln.

Anwendungsgebiete von Phytopharmaka

Traditionelle pflanzliche Arzneimittel dürfen ausschließlich bei leichten Befindlichkeitsstörungen Anwendung finden. Bekannte Anwendungsgebiete sind zum Beispiel:

Die rationalen Phytopharmaka werden im Gegensatz zu den traditionellen Phytopharmaka wie chemische Arzneimittel entwickelt und auch getestet. Sie unterliegen strengen Auflagen. Bekannte Beispiele der rationalen Phytopharmaka sind:

Nebenwirkungen von pflanzlichen Arzneimitteln

Die meisten Wirkstoffe und Präparate haben mehr als nur eine Wirkung. Bei der Behandlung können auch unerwünschte Effekte, die sogenannten Nebenwirkungen auftreten. Grundsätzlich bergen Phytopharmaka die gleichen Risiken wie chemisch hergestellte Arzneimittel. In der Regel sind die pflanzlichen Arzneimittel aber besser verträglich.

Zum Erzielen eines therapeutischen Effekts ist eine Mindestdosis erforderlich. Bei einer Unterdosierung tritt keine Wirkung auf, bei extremer Überdosierung können unerwünschte Effekte auftreten. Bekannte Nebenwirkungen können zum Beispiel sein:

  • Johanniskraut: Photosensibilisierung (Sonnenbrandgefahr steigt)

  • Echinacea: allergische Reaktionen auf den Inhaltsstoff

Auch zu beachten sind die möglichen Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln. Eventuell können Wirkungen abgeschwächt oder sogar verstärkt werden. Phytopharmaka eignen sich gut für einfache Beschwerden oder chronische Erkrankungen. Bitte holen Sie sich auch bei pflanzlichen Arzneimitteln immer den Rat Ihres Arztes oder Apothekers ein!

Phytopharmaka & Homöopathie

Phytopharmaka sind nicht zu verwechseln mit homöopathischen Mitteln. Homöopathika enthalten nur noch Spuren der aktiven Inhaltsstoffe, da sie sehr stark verdünnt sind. Das Prinzip der Homöopathie lautet „Ähnliches heilt Ähnliches“.

Der Begründer der Homöopathie Samuel Hahnemann entdeckte durch Selbstversuche mit Chinarinde, dass eine bestimmte Substanz beim Gesunden eine genau umschriebene Wirkung (Symptom) hervorrufen kann. Wenn man nun einem Kranken mit ähnlichen Symptomen genau diese Arznei verabreicht, verschwinden diese wieder.

Bei einem Husten gibt man zum Beispiel eine Arznei, die bei einem Gesunden genau diesen Husten hervorruft. Der Husten wird nicht unterdrückt, sondern der kranke Körper wird angeregt, sich selbst zu heilen. Daher stammt auch der Begriff Homöopathie („homos“ bedeuet „gleich“).

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