Zurzeit steht wieder alles im Zeichen der Liebe. Der Valentinstag lädt dazu ein, einen romantischen Abend zu zweit zu genießen. Die perfekte Gelegenheit für uns, über Liebe, Sex und Verhütung zu schreiben. Lesen Sie mehr in unserem Blog.

Welche Verhütungsmethoden gibt es?

Der Valentinstag ist untrennbar mit Liebe und Sex verbunden. Die US-Amerikaner zelebrieren ihn mit Leidenschaft. Auch in Europa wird der 14. Februar immer mehr zur Tradition. Vor allem Frauen legen Wert auf ihn. Allerdings muss es nicht immer ein großes und teures Geschenk sein, auch kleine Aufmerksamkeiten lassen Herzen höherschlagen.

Bei aller Liebe und Kuschelei ist eines wichtig, wenn Sie weiterhin zu zweit kuscheln wollen: die Verhütung. Doch sind Sie eigentlich noch auf dem aktuellen Stand? Kennen Sie die symptothermale Methode? Oder Knaus-Ogino? Wir stellen Ihnen die verschiedenen Verhütungsmodelle vor.

Diese lassen sich wie folgt einordnen:

  • hormonelle Verhütungsmethoden,
  • mechanische Verhütungs- oder auch Barrieremethoden,
  • operative Verhütungsmethoden,
  • chemische Verhütungsmittel und
  • natürliche Familienplanung (NFP).

Der Pearl-Index

Wussten Sie, dass der Pearl-Index verrät, wie sicher eine Verhütungsmethode ist? Beträgt der Pearl-Index 1, bedeutet dies, dass eine von 100 Frauen innerhalb eines Jahres ungewollt schwanger wurde. Bei einem Pearl-Index von 3 sind drei von 100 Frauen mit der gewählten Verhütungsmethode innerhalb eines Jahres ungewollt schwanger geworden. Die Pille hat mit 0,1 bis 0,9 einen sehr niedrigen Pearl-Index und gilt damit als sehr sichere Verhütungsmethode.

Keine Verhütungsmethode eignet sich für jede Frau in jedem Lebensabschnitt gleichermaßen gut. Viele Faktoren spielen bei der Wahl der passenden Methode eine Rolle: Alter, Lebenssituation, Erkrankungen, persönliche Vorlieben. Die geeignete Verhütung schützt nicht nur vor ungewollten Schwangerschaften, sondern auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

Hormonelle Verhütungsmethoden

Eine Schwangerschaft wird mithilfe von Hormonen verhindert. Je nach Präparat und Wirkstoff funktioniert das mit unterschiedlichen Mechanismen:

  • Verhinderung des Eisprungs: keine Befruchtung möglich,
  • Veränderung der Schleimhaut im Gebärmutterhals: Spermien wird der Weg erschwert,
  • Veränderung der Gebärmutterschleimhaut: Eizelle kann sich nicht einnisten,
  • Transport der Eizelle durch den Eileiter wird erschwert.
PräparatSicherheitWirkungEinflüsse auf Wirkung
Pillesehr sichere Verhütungsmethode bei korrekter Anwendung
  • enthält: die Hormone Östrogen und Gestagen
  • verhindert den Eisprung
  • Pilleneinnahme wird vergessen
  • Medikamente, Erbrechen oder Durchfall schwächen die Wirksamkeit
Desogestrel-Minipillesehr sichere Verhütungsmethode bei korrekter Anwendung
  • enthält: Gestagen Desogestrel
  • hemmt den Eisprung
  • Pilleneinnahme wird vergessen
  • Medikamente, Erbrechen oder Durchfall schwächen die Wirksamkeit
Levonorgestrel-Minipillesehr sichere Verhütungsmethode bei korrekter Anwendung
  • enthält: Gestagen Levonorgestrel
  • Schleim im Gebärmutterhals verdickt sich
  • Befruchtung der Eizelle wird verhindert
  • blockiert nicht den Eisprung
  • Pille muss immer zur gleichen Zeit eingenommen werden
  • Pilleneinnahme wird vergessen
  • Medikamente, Erbrechen oder Durchfall schwächen die Wirksamkeit
Dreimonatsspritze (Depotspritze)sehr sichere Verhütungsmethode
  • enthält: Gestagen
  • verhindert den Eisprung
  • wird alle 12 Wochen gespritzt
  • Einnahmefehler
Hormonimplantatsehr sichere Verhütungsmethode
  • enthält: Gestagen
  • kontinuierliche Abgabe kleiner Hormonmengen
  • hemmt den Eisprung
  • Einnahmefehler
  • Implantat verbleibt drei Jahre unter der Haut
Verhütungsring (Vaginalring)sehr sichere Verhütungsmethode bei korrekter Anwendung
  • enthält: Gestagen und Östrogen
  • hemmt den Eisprung
  • Ring wird in die Scheide eingeführt, verbleibt dort für drei Wochen
  • Einnahmefehler
Verhütungspflastersehr sichere Verhütungsmethode bei korrekter Anwendung
  • enthält: Gestagen und Östrogen
  • hemmt den Eisprung
  • Pflaster kann sich ablösen
  • Hautreizungen möglich

Barriere-Methoden

Eine mechanische Barriere zwischen Eizelle und Spermium verhindert eine Schwangerschaft. Die Eizelle kann nicht befruchtet werden.

PräparatSicherheitWirkungEinflüsse auf Wirkung
Kondomabhängig von der Handhabung
  • schützt vor Schwangerschaft und Geschlechtskrankheiten
  • Vorsicht beim Öffnen der Packung
Frauenkondomabhängig von der Handhabung
  • schützt vor Schwangerschaft und Geschlechtskrankheiten
  • teuer in der Anschaffung
  • zwei Ringe müssen präzise innerhalb und außerhalb der Scheide platziert werden
Kupferspiralesichere Verhütungsmethode
  • Spirale besteht aus Kunststoff, Schaft ist mit Kupferdraht umwickelt
  • die Kupferionen verändern Schleim im Muttermund und Schleimhaut in der Gebärmutter
  • Eizelle kann sich nicht einnisten
  • Anwendungsfehler
  • Wirksamkeit bis zu 10 Jahre
  • ungeeignet bei Kupferallergie
Hormonspiralesehr sichere Verhütungsmethode
  • besteht aus Kunststoff
  • kontinuierliche Abgabe von Hormonen direkt in die Gebärmutter
  • Eizelle kann sich nicht einnisten
  • Anwendungsfehler
  • kleine Hormonspirale verbleibt 3 Jahre, die größere Variante bis zu 5 Jahre in der Gebärmutter
Diaphragmasichere Verhütungsmethode bei korrekter Anwendung
  • sollte immer mit einem Spermizid verwendet werden
  • Spermien gelangen nicht in die Gebärmutter
  • hormonfrei
  • muss fachkundig angepasst werden
  • darf nicht verrutschen
FemCap (ehem. Portiokappen)sichere Methode bei korrekter Anwendung
  • besteht aus einer nach innen gewölbten Kuppel und einem breitem Rand
  • sollte immer mit einem Spermizid verwendet werden
  • Spermien gelangen nicht in die Gebärmutter
  • hormonfrei
  • muss fachkundig angepasst werden
  • darf nicht verrutschen
Kupferkettesichere Verhütungsmethode
  • Funktionsweise wie Kupferspirale
  • Kupferröhrchen sind auf einen flexiblen Nylonfaden aufgereiht
  • hormonfrei
  • etwa 5 Jahre wirksam
  • klein und flexibel, passt sich der Gebärmutter an
  • nicht bei Kupferallergie geeignet

Operative Verhütungsmethoden

Diese Verhütungsmethoden sind nur für Paare empfehlenswert, die ihre Familienplanung abgeschlossen haben und definitiv keine weiteren Kinder bekommen möchten.

OperationSicherheitWirkungEinflüsse auf Wirkung
Sterilisation der Frausehr sichere Methode
  • beide Eileiter werden durchtrennt
  • Eingriff ist endgültig
  • eventuell können Nebenwirkungen auftreten
Sterilisation des Mannessehr sichere Methode
  • Durchtrennung der Samenleiter
  • im Samenerguss sind keine Samenzellen enthalten
  • Eingriff ist endgültig

Chemische Verhütungsmethoden

Als chemische Verhütungsmittel werden sogenannte Spermizide bezeichnet. Die Frau führt kurz vor dem Geschlechtsverkehr bestimmte Wirkstoffe in Form von Salben, Gels, Zäpfchen oder Schaum in die Scheide ein. Diese sollen die Spermien abtöten, verlangsamen oder deren Weg behindern. Empfehlenswert ist hier immer die Kombination mit anderen Verhütungsmitteln wie Diaphragma oder FemCap.

Verhütungs-Katastrophen oder natürliche Familienplanung

  • Coitus interruptus: Kurz vor dem Samenerguss zieht der Mann den Penis aus der Scheide der Frau. Diese Methode ist sehr unsicher, da auch schon während des Geschlechtsverkehrs Samen austreten kann. Mitunter klappt auch das rechtzeitige Herausziehen nicht.

  • Stillen: Beim Stillen wird das Hormon Prolaktin ausgeschüttet. Es regt die Milchproduktion an und hemmt zugleich die Aktivität der Eierstöcke. Dies kann einen Empfängnisschutz bieten, allerdings muss die Frau voll stillen, das heißt mindestens sechsmal innerhalb von 24 Stunden, insgesamt wenigstens 80 Minuten täglich. Ansonsten sinkt der Prolaktin-Spiegel zu stark ab und die Empfängnisverhütung ist nicht mehr gewährleistet.

  • Knaus-Ogino-Methode: auch Kalender- oder Rhythmusmethode genannt. Hierbei werden die fruchtbaren Tage der Frau berechnet. Ein Jahr lang werden die Tage der Menstruation in einem Kalender notiert. Daraus lassen sich die unfruchtbaren Tage ableiten. Diese Methode ist sehr unsicher, da sie nur auf Schätzungen beruht. Zudem können Spermien bis zu fünf Tage im Körper überleben. Die Methode eignet sich daher eher für den Fall, dass Sie schwanger werden möchten.

  • (Basal-)Temperaturmethode: Die Frau misst jeden Morgen ihre Körpertemperatur (Basaltemperatur) und trägt den Wert auf einem Kurvenblatt ein. Die Temperatur muss jeweils vor dem Aufstehen, nach einer ausreichend langen und ungestörten Nacht sowie immer zur gleichen Uhrzeit gemessen werden. Aus dem Verlauf der Kurve lässt sich mit großer Wahrscheinlichkeit der Eisprung ablesen. Die Tage nach dem Eisprung bis zur nächsten Regelblutung ist die Frau unfruchtbar.

  • Billings-Methode: Der Schleimpfropf im Gebärmutterkanal wird in den Tagen um den Eisprung dünnflüssiger und durchsichtig. Es entsteht eine zunehmend feuchte Empfindung am Scheidenausgang, die den nahenden Eisprung ankündigt. Anhand der täglichen Untersuchung des Schleimes kann die Frau ihre fruchtbaren Tage bestimmen. Die Kombination aus Temperatur- und Schleimmethode heißt auch symptothermale Methode.

  • Symptothermale Methode: Kombination aus Temperaturmethode und Billings-Methode. In dieser Kombination bei geübten Anwenderinnen sehr sicher.

Notfall-Verhütung

Befürchtet eine Frau, ungewollt schwanger zu sein, ist Schnelligkeit gefragt. Sie sollte sich umgehend von einem Arzt beraten lassen. Soll eine mögliche Schwangerschaft verhindert werden, hilft die Pille danach. Es gibt verschiedene Produkte mit unterschiedlichen Wirkstoffen.

Alle Präparate verschieben den Eisprung nach hinten, wenn das Produkt rechtzeitig eingenommen wurde und der Eisprung noch nicht stattgefunden hat. Nach Einnahme der Tablette kommt die nächste Blutung etwa zum erwarteten Zeitpunkt, kann aber auch einige Tage später eintreten. Selten wird der Zyklus komplett verschoben.

Auswahl der Verhütungsmethode

Eine Verhütungsmethode als rundum optimal zu bezeichnen, ist nicht möglich. Jede Frau, jeder Mann und jedes Paar muss sich individuell entscheiden, welche Methode die beste für die jeweilige Lebenssituation ist. Die Vor- und Nachteile der einzelnen Methoden müssen abgewogen werden.

Ausschlaggebend für die Wahl sind vor allem folgende Kriterien:

  • die Sicherheit des Empfängnisschutzes,
  • der Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten und HIV/Aids,
  • die Lebenssituation und das Alter,
  • die Art der Beziehung,
  • die Einstellung zum eigenen Körper sowie
  • die Wünsche und Bedürfnisse beim Sex.

Oftmals verändert sich die Wahl der Verhütungsmethode im Laufe eines Lebens. Rückt der Kinderwunsch in den Vordergrund, sind andere Verhütungsmethoden gefragt als nach dem Abschluss der Familienplanung. Viele Frauen steigen zum Beispiel nach der Geburt des Kindes von der Pille auf die Spirale um. Einige wollen nur verhüten, wenn sie auch intim mit einem Mann werden. Andere wollen langfristig geschützt sein. Sollten Sie Beratungsbedarf haben, hilft Ihnen Ihr Arzt oder der Apotheker Ihres Vertrauens auf jeden Fall weiter.

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