{"id":13143,"date":"2021-08-11T11:27:53","date_gmt":"2021-08-11T09:27:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.apodiscounter.de\/ratgeber\/?p=13143"},"modified":"2026-06-15T15:24:35","modified_gmt":"2026-06-15T13:24:35","slug":"gesunder-schlaf","status":"publish","type":"ratgeber","link":"https:\/\/www.apodiscounter.de\/ratgeber\/kernig-und-gesund\/gesunder-schlaf\/","title":{"rendered":"Gesunder Schlaf | Podcast Folge 31"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-group is-style-section-1 has-global-padding is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained is-style-section-1--1\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schlaf ist f\u00fcr den K\u00f6rper und die Gesundheit von hoher Wichtigkeit und wird doch oft vernachl\u00e4ssigt oder vielleicht auch untersch\u00e4tzt. Deshalb spricht Mario D. Richardt in dieser Folge mit dem Schlafexperten Jan Herzog. Sie sprechen dar\u00fcber, welche Konsequenzen schlechter Schlaf mit sich bringt, ob man Schlaf nachholen kann, was Tr\u00e4ume f\u00fcr einen Einfluss haben, was ein t\u00e4glicher Powernap bewirkt und vor allem auch, was eine gute Schlafumgebung ausmacht. H\u00f6ren Sie rein in diese spannende Folge.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Experte: Jan Herzog, Schlafexperte und Gesundheitsunternehmer<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><script class=\"podigee-podcast-player\" src=\"https:\/\/player.podigee-cdn.net\/podcast-player\/javascripts\/podigee-podcast-player.js\" data-configuration=\"https:\/\/kernig-und-gesund.podigee.io\/31-31-gesunder-schlaf-xxl\/embed?context=external\"><\/script><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-style-section-1 has-global-padding is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained is-style-section-1--2\">\n<div class=\"wp-block-columns are-vertically-aligned-center is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-794e3cfa wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized has-custom-border is-style-default\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"531\" height=\"337\" src=\"https:\/\/www.apodiscounter.de\/ratgeber\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Herzog-Jan-Schlafexperte-e1628673089393.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-13144\" style=\"border-radius:50%;aspect-ratio:1;object-fit:cover;width:300px\" srcset=\"https:\/\/www.apodiscounter.de\/ratgeber\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Herzog-Jan-Schlafexperte-e1628673089393.jpg 531w, https:\/\/www.apodiscounter.de\/ratgeber\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Herzog-Jan-Schlafexperte-e1628673089393-300x190.jpg 300w, https:\/\/www.apodiscounter.de\/ratgeber\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Herzog-Jan-Schlafexperte-e1628673089393-320x202.jpg 320w, https:\/\/www.apodiscounter.de\/ratgeber\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Herzog-Jan-Schlafexperte-e1628673089393-200x127.jpg 200w, https:\/\/www.apodiscounter.de\/ratgeber\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Herzog-Jan-Schlafexperte-e1628673089393-400x254.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 531px) 100vw, 531px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schlafexperte &amp; Gesundheitsunternehmer<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading is-style-default\" style=\"margin-top:0\">Jan Herzog<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Gr\u00fcnder von schlaf-gesund.com unterst\u00fctzt Jan Herzog seine Klienten dabei, mehr Energie, Lebensqualit\u00e4t und Gesundheit durch einen gesunden Schlaf zu entwickeln. Mittlerweile gibt es bereits sechs Filialen, die zur Erf\u00fcllung dieser Aufgabe beitragen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Transkript der Folge Gesunder Schlaf (XXL) \u2013 Gut geschlafen, guter Tag?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute sprechen wir in meinem Podcast \u00fcber eine Sache, die extrem wichtig f\u00fcr den K\u00f6rper ist, aber dennoch von vielen vernachl\u00e4ssigt wird: der gesunde <strong>Schlaf<\/strong>. Einige werden vielleicht, sagen wir, Schlaf ist Schlaf, aber ganz so einfach ist es dann eben doch nicht. Es gibt Menschen, die legen sich abends ins Bett und ratzen die ganze Nacht durch, w\u00e4hrend andere sich morgens wie ger\u00e4dert f\u00fchlen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201ekernig &amp; gesund\u201c, der Gesundheits-Podcast pr\u00e4sentiert von apodiscounter.de<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt:<\/strong> Einen wundersch\u00f6nen guten Tag zu einer brandneuen Folge \u201ekernig &amp; gesund\u201c. Mein Name ist Mario D. Richardt und ich spreche in jeder Woche mit Experten in diesem Podcast \u00fcber ein Gesundheitsthema.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr das heutige Thema habe ich einen echten <strong>Schlafexperten<\/strong> zu Gast. Er ist der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer bei <strong>schlaf-gesund.com<\/strong> und hei\u00dft <strong>Jan Herzog<\/strong>. Gr\u00fc\u00df dich, Jan!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Jan Herzog:<\/strong> Hallo lieber Mario! Ich freue mich sehr, dass ich dabei bin.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt:<\/strong> Ich freue mich auch. Jan, jetzt erz\u00e4hl mal, ist es denn so, dass der Schlaf vor allem dann gesch\u00e4tzt wird, wenn man \u00e4lter wird?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Jan Herzog:<\/strong> Ich glaube, wie bei den meisten Gesundheitsthemen, Mario, wird die <strong>Gesundheit<\/strong> vor allem dann gesch\u00e4tzt, wenn sie zumindest subjektiv mal fehlt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade im Schlaf, hast du vollkommen recht, ja, a) habe ich f\u00fcr mich so diese magische Schwelle von ungef\u00e4hr <strong>50 Jahren<\/strong> rausgefunden, die in vielen <strong>Gesundheitsbereichen<\/strong> tats\u00e4chlich, gef\u00fchlt zumindest, im Denken der meisten Menschen so eine Ver\u00e4nderung bringt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Also ja, viele Menschen fangen an sich zu besch\u00e4ftigen mit dem Schlaf, wenn es dann eben doch nicht mehr so gut geht. Und ich sage das schon mal vorab:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielleicht k\u00f6nnte man sich auch schon mit 25 damit besch\u00e4ftigen, weil die <strong>Vorteile<\/strong> von einem verbesserten Schlaf alle <strong>Lebensbereiche<\/strong> beeinflussen und demnach so eine magische <strong>Superformel<\/strong> sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt:<\/strong> Das finde ich erstaunlich, also 50 finde ich tats\u00e4chlich hochgegriffen. Bei mir ist es so, bei mir ging das schon los, als mein erstes Kind kam, da habe ich den <strong>Schlaf<\/strong> lieben gelernt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und das war schon vor acht Jahren, das hei\u00dft, das ging schon Mitte 30 los bei mir.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Jan Herzog:<\/strong> Und auch da kann man sagen, warst du wahrscheinlich in einer Phase erst mal, wo Schlaf <strong>Mangelware<\/strong> war aufgrund eben deines ersten Kindes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und dann hast du den Schlaf an sich sch\u00e4tzen gelernt, weil du gemerkt hast, was passiert denn, wenn ich schlechten, gest\u00f6rten, dauerhaft in der Nacht unterbrochenen, also <strong>zerst\u00fcckelten<\/strong>, und vor allem zu wenig Schlaf habe, oder?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt:<\/strong> Absolut! Ja. Aber was mich vor allen Dingen interessiert, ist: Warum brauchen manche Menschen nur <strong>drei Stunden Schlaf<\/strong>, da gibt es auch ber\u00fchmte <strong>Pers\u00f6nlichkeiten<\/strong>, andere wiederum zehn?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich bin so Mittelfeld, ich brauche so siebeneinhalb, das ist perfekt, dann bin ich ausgeruht. Aber manche kommen mit <strong>drei oder vier<\/strong> Stunden Schlaf aus. Warum ist das so?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Jan Herzog:<\/strong> Ja, das ist so eine Frage, die auch die Schlafwissenschaft noch gar nicht wirklich beantworten kann. Tats\u00e4chlich, viele Fragen sind heute durch <strong>Hypothesen<\/strong> gest\u00fctzt und die zeigen sich, also es zeigt sich, dass diese Hypothesen scheinbar auch richtig sind. Was man einfach sehen kann, ist, dass das de facto einmal so ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt diese medizinische Anomalie des <strong>Ultrawenig-Schl\u00e4fers<\/strong>, also jemand, der, wir sagen eigentlich, unter <strong>sechs Stunden<\/strong> braucht. Das ist dann wirklich schon sehr, sehr, selten, das sind sehr wenige Prozent einer Gesellschaft. Und die allermeisten Menschen liegen so zwischen <strong>sieben und neun<\/strong> Stunden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jetzt ist das Spannende aber nicht, wie viel schlafe ich, sondern wie ist meine <strong>Schlafqualit\u00e4t<\/strong>? Also wenn wir die Frage umdrehen, dann k\u00f6nnen wir da bewusst Einfluss drauf nehmen. Weil die <strong>Schlafdauer<\/strong>, ich meine, die ergibt sich durch den Moment, wo du einschl\u00e4fst, dann die <strong>effektive Schlafdauer<\/strong>, ob du Unterbrechungen in der Nacht hast und wann du aufwachst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber wenn man dar\u00fcber spricht, wann gehe ich ins Bett, wie gestalte ich den Tag davor, und vor allem, wie gestalte ich die Nacht, mein Umfeld, dann haben wir da drei Hebel, die so gigantisch sind, dass diese Schlafdauer tats\u00e4chlich eher erst mal in den Hintergrund r\u00fccken kann.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wie viele Stunden sollte man pro Tag schlafen?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt:<\/strong> Und ich kann mir auch vorstellen, dass das bei vielen Menschen so ist, die brauchen vielleicht mehr Schlaf, bekommen aber einfach viel weniger, weil sie so viel zu arbeiten haben, weil sie viel in der Familie integriert sind und vielleicht bis nachts um zwei arbeiten m\u00fcssen und dann klingelt halt um sechs schon wieder der Wecker.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie viele Stunden pro Tag sollte man denn schlafen? Du hast gesagt, so <strong>sechs<\/strong> braucht man. Das ist so das absolute Minimum?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Jan Herzog:<\/strong> Sechs Stunden reicht <strong>nicht<\/strong>. Ich w\u00fcrde niemandem raten, vermeintlich mehr zu <strong>arbeiten<\/strong>, also leistungsf\u00e4higer im Alltag zu sein und daf\u00fcr weniger zu schlafen. Selbst der weltber\u00fchmte und aktuell reichste Mann der Welt <strong>Jeff Bezos<\/strong> sagt, f\u00fcr ihn sind <strong>acht Stunden<\/strong>, also ein Drittel seines Lebens zu schlafen, sind einer seiner <strong>wichtigsten Erfolgs- und Reichtums-Geheimnisse<\/strong>. Warum?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weil wir immer wieder rausgefunden haben in den letzten Jahrzehnten und das auch in jedem einzelnen Alter sehen k\u00f6nnen, dass weniger Schlaf und schlechterer Schlaf zu schlechteren Entscheidungen f\u00fchrt, zu weniger konzentriertem Arbeiten, zu weniger <strong>Produktivit\u00e4t<\/strong>. Und das jetzt einzutauschen, zu sagen, ich nehme eine Stunde von meinen acht Stunden weg, also schlafe nur noch sieben Stunden und arbeite die Stunde, ist ein Tausch, ich sag mal so ein gefl\u00fcgeltes Bild, wie als wenn du deine Uhr anhalten w\u00fcrdest, um Zeit zu sparen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ergibt halt vorne und hinten keinen Sinn, funktioniert vielleicht am allerersten Tag einmal, dann m\u00f6chte der <strong>K\u00f6rper<\/strong> das in der darauffolgenden Nacht kompensieren, aber grunds\u00e4tzlich ergibt das keinen Sinn. Und dann w\u00fcrde ich wirklich empfehlen, einmal zu schauen, bist du bei siebeneinhalb Stunden, bist du bei acht, bist du bei achteinhalb, vielleicht auch bei neun Stunden, weil klar ist, in dem Ma\u00dfe, wo K\u00f6rper, Geist und Seele unter mehr Stress und Belastung stehen, da erh\u00f6ht sich auf der <strong>Schlafbedarf<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und es ist okay, weil der K\u00f6rper das, was am Tag passiert, \u00fcber die Nacht bearbeiten und kompensieren kann. Das ist der einzige <strong>Mechanismus<\/strong>, der wirklich effektiv in unserer <strong>hochhektischen Gesellschaft<\/strong> noch geblieben ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wie wirkt sich der Schlaf auf die Leistung aus?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt:<\/strong> Das hei\u00dft, deshalb ist der <strong>Schlaf<\/strong> so wichtig f\u00fcr den K\u00f6rper, weil er sich in der Nacht regeneriert. Ich habe irgendwann mal von dir geh\u00f6rt, dass es so ist, dass der Schlaf der Nacht das <strong>Energielevel<\/strong> des n\u00e4chsten Tages ausmacht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Jan Herzog:<\/strong> Da hast du vollkommen recht. Das kannst du wohl geh\u00f6rt haben, das ist eine Aussage, die in dem Kontext <strong>Spitzensport<\/strong> wahrscheinlich gefallen ist. Eine Sache, die wir in den letzten Jahren immer wieder gesehen haben, ist, dass jeder Mensch, aber beim Spitzensportler sofort messbar, nat\u00fcrlich eine Schwankung an <strong>Leistungen<\/strong>, Schwankung an Konzentration, Schwankung an Stressresistenz, die Mama kennt das, den einen Tag juckt sie es nicht, wenn die Kinder das teure Porzellan aus dem Schrank werfen, und den anderen Tag klappert das Kind irgendwie beim Fr\u00fchst\u00fcck mit dem Messer rum und Mama rastet aus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und irgendwo da hat jeder seine <strong>Bandbreite<\/strong>. Beim <strong>Leistungssportler<\/strong> k\u00f6nnen wir das messen, weil die Sportler nat\u00fcrlich an diesen KPIs, an diesen Key Performance Indikatoren, zum Beispiel wie viel K\u00f6rbe, wieviel Zweier, wieviel Dreier habe ich geworfen, wieviel Zweik\u00e4mpfe habe ich gewonnen, wie schnell bin ich im Antritt, all das wird im Profisport <strong>gemessen<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und dann sehen wir, wenn sich die Nacht verbessert, dann steigen diese Werte alle an. Und diese Varianz, die jeder Sportler hat und die vornehmlich durch Training erst mal gestaltet wird, und die hat genauso jeder Unternehmer und hat jede Mama, einfach durch das, was sie wei\u00df, was sie kann, was sie erlernt hat, diese Varianz, die k\u00f6nnen wir schrumpfen nach oben hin.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das hei\u00dft, diese Ausf\u00e4lle nach unten, irgendwie glaube bin ich gestern \u00fcbers Ziel hinausgeschossen mit meinen Kollegen, da war ich ein bisschen streng oder da habe ich mich schlecht benommen, diese <strong>Ausf\u00e4lle<\/strong> nach unten hin, die kann man sofort \u00fcber die <strong>Verbesserung<\/strong> von <strong>Schlaf<\/strong> eigentlich rausnehmen, rauskappen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und somit die Qualit\u00e4t seines Lebens erst mal ma\u00dfgeblich verbessern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt:<\/strong> Was passiert denn eigentlich im Schlaf mit dem K\u00f6rper? Was ist da los? Was geht da vor sich?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Jan Herzog:<\/strong> Wenn man sich die <strong>Schlafphasen<\/strong> anschaut, also man darf es sich so vorstellen, der K\u00f6rper, der Schlaf beginnt ab dem Moment, wo die Augen zugehen und der neue Bewusstseinszustand eintritt. Und dann teilt man den Schlaf klassischerweise in verschiedene Phasen auf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und zwei dieser Phasen sind ganz besonders wichtig, n\u00e4mlich, und die zweite, da komme ich gleich zu, wurde erst vor wenigen Jahrzehnten entdeckt, gibt es im ersten Teil die k\u00f6rperliche Erholung und im zweiten Teil der Nacht vornehmlich die geistige, die seelische, die emotionale und psychische Regeneration. Also Regeneration ist immer das andere Wort f\u00fcr Erholung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Klingt einfach nur cooler, deshalb nutzen das heute so viele Menschen. Und in der Nacht geht\u2019s dann erst mal in den ersten Stunden der Nacht, vielleicht in der ersten H\u00e4lfte, und das kann man gl\u00fccklicherweise heute auch messen, geht\u2019s dann darum, dass der K\u00f6rper an sich bis auf <strong>Zellebene<\/strong> in dieser tiefsten <strong>Erholungsschlafphase<\/strong>, wir nennen das <strong>Delta-Schlaf<\/strong>, also die Schlafphase 4, je nach Modell kann es auch die Schlafphase 3 sein, wo das Gehirn <strong>null bis acht Hertz<\/strong> Schwingungen hat, also wirklich ganz langsam arbeitet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und je h\u00f6her wir wieder kommen, desto schneller arbeitet das Gehirn. Und in dieser Tiefschlafphase entsteht die gesamte <strong>Heilung<\/strong> in der Zelle. Da erholt sich, baut sich der K\u00f6rper auf, wird gegen Krebszellen gek\u00e4mpft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Also da passiert eigentlich das, was man sich w\u00fcnscht, wie Heilung, wie <strong>Gesundheit<\/strong>, wie <strong>Regeneration<\/strong>, Erholung auf k\u00f6rperlicher Ebene, gegen <strong>Entz\u00fcndungen<\/strong> anzugehen, den <strong>Muskelkater<\/strong> zu bek\u00e4mpfen, <strong>Verletzungen<\/strong>, Regenerationsprozesse an der Bandscheibe, im Gehirn, auf Organebene, alle diese Prozesse, auch wie wir uns f\u00fchlen, wie beweglich wir sind am n\u00e4chsten Tag, ob wir gut oder schlecht joggen k\u00f6nnen, all das passiert erst mal vornehmlich im <strong>Tiefschlaf<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und dann geht das weiter. Und dann findet man heraus, bei Menschen, die eine besonders gute <strong>Schlafstruktur<\/strong> haben, und man hat einfach mal in den <strong>80er<\/strong> Jahren gesagt, okay, eine <strong>Schlafstruktur<\/strong> sieht folgenderma\u00dfen aus. Und dann gibt\u2019s ein Bild dazu. Und diese Schlafstruktur ist eine gute, weil da k\u00f6nnen wir statistisch sehen, die meisten Menschen, die so schlafen, die sind wirklich <strong>leistungsf\u00e4hig<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im zweiten Teil der Nacht, von dieser guten Schlafstruktur findet der Schlaf \u00fcberwiegend f\u00fcr unser <strong>Gehirn<\/strong> statt. Da gibt\u2019s den <strong>Traumschlaf<\/strong> viel und einen besonderen Traumschlaf, das haben viele Menschen schon mal geh\u00f6rt, der <strong>REM-Schlaf<\/strong>. REM bedeutet: Rapid, also schnell, Eye, Augen, Movement, Bewegungen. <strong>Rapid Eye Movement<\/strong>, schnelle Augenbewegung, weil man sieht, dass die Augen sich wirklich wahnsinnig schnell bewegen, das kann man immer wieder in den Schlaflaboren dann testen, und das Gehirn einfach eine Menge an Bandbreite verarbeitet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da geht\u2019s dann klassisch um psychische Gesundheit. Das Beispiel mit der Mama, ist die Mama stressresistent, st\u00f6rt uns das schon, wenn wir morgens beim B\u00e4cker irgendwie einen falschen Kaffee bekommen, gehen wir dann v\u00f6llig an die Decke oder k\u00f6nnen wir es auch ertragen, wenn der Nachbar irgendwie seine K\u00fcche sprengt und wir stehen daneben und sagen, naja, im Endeffekt ist es seine K\u00fcche, nicht meine, juckt mich heute gar nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie gut wir mit dem Erlernten und dem Erlebten des Tages umgehen, ob wir das behalten oder nicht, alle diese Prozesse entstehen im REM-Schlaf. Das hei\u00dft abschlie\u00dfend, jemand, der vornehmlich mit dem <strong>Kopf<\/strong> arbeitet, dann f\u00e4llt dir als Journalist sofort auf, naja, das bin ja ich. Und da f\u00e4llt dem Zuh\u00f6rer auf, der in einem <strong>B\u00fcrojob<\/strong> arbeitet, naja, das bin ja ich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und der Unternehmer, dem f\u00e4llt auf, das bin ja ich. Also die meisten Menschen unserer <strong>Gesellschaft<\/strong> arbeiten mit dem Kopf, sind Geistesarbeiter, f\u00fcr die ist dieser REM-Schlaf das <strong>Superdoping<\/strong>, das <strong>Wundermittel<\/strong>, weil da eben die <strong>Prozesse<\/strong> entstehen, die sie am n\u00e4chsten Tag wieder brauchen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt:<\/strong> H\u00e4ltst du denn eigentlich, wenn man jetzt nachts schlecht geschlafen hat, einen <strong>Mittagsschlaf<\/strong> f\u00fcr sinnvoll? Also kann man das irgendwie so ein bisschen nachholen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Jan Herzog:<\/strong> Das ist eine richtig gute Frage. Und da kommen wir in den Bereich, der mir dann pers\u00f6nlich ganz viel Spa\u00df macht, diese sogenannte <strong>Applied Science<\/strong>, also zu Deutsch die angewandte <strong>Wissenschaft<\/strong>. Ich habe f\u00fcr mich mal entschieden, Wissenschaft an sich ist immer nett und <strong>Forschungsergebnisse<\/strong> sind nett, aber dann, wenn wir sie wirklich anwenden, dann bringen sie dem Menschen auch was.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und das ist eine Sache, die du ansprichst, den <strong>Power Nap<\/strong>, den <strong>Energieschlaf<\/strong>, den <strong>Mittagsschlaf<\/strong>, die Siesta, je nachdem, man kann dem Kind viele Namen geben, aber das ist etwas, was f\u00fcr die allermeisten Menschen sehr, sehr gut funktioniert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da k\u00f6nnen wir auf der einen Seite eben den n\u00e4chtlich fehlenden Schlaf oder die fehlende <strong>Schlafqualit\u00e4t<\/strong> kompensieren, auf der anderen Seite kommt noch eine ganz spannende <strong>Komponente<\/strong> dazu, und zwar ist es diese <strong>Stress- und Cortisol-Komponente<\/strong>. Wenn wir uns, und auch da besch\u00e4ftigen wir uns viel, wenn wir uns heute die <strong>Stresslevel<\/strong> von <strong>Menschen<\/strong>, die ein leistungsorientiertes Leben f\u00fchren, wenn wir uns die anschauen, dann sehen wir, dass aus diesem Sprinter, dem <strong>Cortisol<\/strong>&#8211;<strong>Stresshormon<\/strong>, also <strong>Sprinter<\/strong>, jemand, der kurz intensiv arbeitet und dann sich wieder zur\u00fcckzieht, dass aus diesem Sprinter ein <strong>Marathonl\u00e4ufer<\/strong> geworden ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und im ganzen modernen Lebensalltag, das f\u00e4ngt morgens mit dem Radio an mit Schreckensnachrichten, sind Stressreize drin, und das <strong>Gehirn<\/strong> und unser <strong>Biosystem<\/strong>, also auch hormonelles System, ist mehr oder minder den ganzen Tag, wenn es schlecht l\u00e4uft, unter Dauerbeschuss.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und dass das krank macht, dass das desorientiert macht, dass das einfach Fokus, Klarheit, Gesundheit nimmt, auch psychische Leichtigkeit, mentale Freude und Gesundheit nimmt, ist v\u00f6llig klar. Und das aktiv zu unterbrechen durch zum Beispiel einen <strong>Power-Schlaf<\/strong>, so ein Power Nap von 15 bis 20 Minuten am Mittag, wo der K\u00f6rper mal runterfahren kann, das ist absolut genial.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und da gibt\u2019s zum Beispiel einen kleinen Hack dabei, was man machen kann. Auf der einen Seite w\u00fcrde ich mir einen Wecker stellen, das ist ganz wichtig, also dass wir wirklich nach 20 Minuten rauskommen, weil die Studien zeigen, dass 70 % aller Menschen wirklich nur so ungef\u00e4hr 20 Minuten schlafen sollten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und dann suchen wir uns eine dunkle, eine ruhige, eine <strong>entspannte<\/strong> Umgebung, wo wir gut liegen k\u00f6nnen. Und drittens, vor dem <strong>Einschlafen<\/strong> gibt\u2019s dann noch einen kleinen <strong>Espresso<\/strong>. Auf der einen Seite kontraproduktiv, auf der anderen Seite gegen die Intuition, also kontraintuitiv, ein Espresso vorm Einschlafen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Espresso braucht so 30, 40 Minuten, bis er richtig wirken kann im K\u00f6rper, aber am Anfang schlafen wir gut. Und wenn wir dann wieder aufwachen, dann haben wir hinterher den <strong>Schub<\/strong> da und k\u00f6nnen wirklich voller Energie in den Tag wieder starten und die zweite H\u00e4lfte des Tages nutzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt:<\/strong> Denn ein zu langer <strong>Mittagsschlaf<\/strong> ist auch kontraproduktiv.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Jan Herzog:<\/strong> Absolut, genau! Wir halten uns an dem Wort fest, absolut kontraproduktiv. Weil die Schlafphasen, diese Tiefschlafphasen, die braucht so ein bisschen. Und die ersten 20 Minuten und bei den meisten Menschen befinden wir uns in einem Leichtschlaf, wo wir sehr schnell wieder rauskommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Also: kurzer pr\u00e4gnanter Mittagsschlaf. Und es geht auch gar nicht darum, das Gef\u00fchl zu haben, ich habe jetzt tief und fest geschlafen. Es geht einmal darum, die <strong>Augen<\/strong> zuzumachen, sich eine Viertelstunde hinzulegen und auch unserem System mal zu erlauben, jetzt ist mal eine wirkliche Pause. Ich glaube, Mario, da haben die allermeisten Menschen heute ein gigantisches <strong>Problem<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn ich da vor allem Unternehmer und Selbstst\u00e4ndige betreue, das Thema mit den Pausen, das haben die irgendwie vergessen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt:<\/strong> Und Mittagsschlaf wird bisweilen auch ein bisschen bel\u00e4chelt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Jan Herzog:<\/strong> Das ist eine <strong>kulturelle<\/strong> Sache. W\u00fcrden wir uns jetzt in <strong>Japan<\/strong> befinden, dann w\u00e4re das ganz anders. Das h\u00e4tte dann damit zu tun, dass jemand, der in der <strong>\u00d6ffentlichkeit<\/strong> schl\u00e4ft, kulturell als jemand angesehen wird, der wahnsinnig flei\u00dfig ist und der so flei\u00dfig ist, dass er vor Ersch\u00f6pfung gerade eingeschlafen ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da kriegt man sozial, der Jugendliche w\u00fcrde sagen, <strong>Props<\/strong>, also sozial nochmal so auf die <strong>Schulter<\/strong> <strong>geklopft<\/strong> und richtig seinen Status anerkannt. Ich glaube, da darf man gerade im Firmenkontext in Deutschland, in den Unternehmen darf einfach mal direkt so eine Ver\u00e4nderung, so ein <strong>Mindshift<\/strong> im <strong>Kopf<\/strong> stattfinden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man darf sagen, okay, vielleicht mache ich es wie <strong>Google<\/strong> oder wie <strong>Amazon<\/strong>, ich biete meinen Mitarbeitern, in den USA, ich biete den Mitarbeitern das einfach mal an und schaffe einen Raum und statte den aus mit zwei, drei tollen Betten oder irgendwelchen <strong>Schlafkojen<\/strong> oder in den USA gibt\u2019s sehr viele Kapseln, also die kann man so ein bisschen zumachen, da ist man selber drin, hat ein bisschen <strong>Privatsph\u00e4re<\/strong>, Intimit\u00e4t, die sind so ein bisschen ger\u00e4uschabgeschirmt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und kann da wirklich mal gut zur Ruhe kommen, um die Kraft aufzutanken, die ich f\u00fcr die n\u00e4chsten drei, vier Stunden im <strong>Unternehmen<\/strong> brauche.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt:<\/strong> Sowas klingt ganz gut, wenn man auch wirklich so ein bisschen eine <strong>Intimsph\u00e4re<\/strong> hat, ein bisschen Privatsph\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weil ich denke schon, manchen ist es dann auch peinlich, vielleicht mit den Arbeitskolleginnen oder Arbeitskollegen in einem Raum zu schlafen. Manche machen nachts auch Ger\u00e4usche oder beim Schlafen, und wer will dabei schon beobachtet werden. Oder wenn ihm doch mal die <strong>Kinnlade<\/strong> runterklappt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Jan Herzog:<\/strong> Ganz genau!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt:<\/strong> Kann man denn eigentlich, jetzt waren wir beim <strong>Mittagsschlaf<\/strong>, kann man denn <strong>Schlaf<\/strong> auch vorab integrieren?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das hei\u00dft, dass man vorschl\u00e4ft. Wenn man wei\u00df, ah, das wird jetzt ein anstrengender <strong>Abend<\/strong>, eine sehr lange Nacht, dass man sich dann schon vorab hin packt ein, zwei Stunden, und das dann sozusagen auf das Schlafkonto sp\u00e4ter raufgerechnet wird?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Jan Herzog:<\/strong> Ein schlechter <strong>Interviewpartner<\/strong> w\u00fcrde jetzt \u201eN\u00f6. Punkt!\u201c sagen, also \u201eN\u00f6.\u201c. Ich sage dir ein \u201eN\u00f6, naja, weil \u2026\u201c und erkl\u00e4re das Ganze einmal. Vorschlafen an sich, so wie wir uns das vorstellen, ist nicht m\u00f6glich, weil der K\u00f6rper hat seinen Schlafbedarf und wenn der gef\u00fcllt ist, dann ist der gef\u00fcllt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jetzt sehen wir einen spannenden Punkt, wenn wir zu lange und zwar deutlich zu lange ab, naja, vielleicht anderthalb Stunden \u00fcber unsere <strong>Schlafzeit<\/strong> sprechen, dann, und vielleicht hat es der eine oder andere an einem Samstag oder Sonntag schon erlebt, dann f\u00fchlen wir uns meist den ganzen Tag richtig ger\u00e4dert. Woran liegt das?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter anderem an dem Melatonin, diesem <strong>Schlafstrukturhormon<\/strong>, was so ein bisschen in die Richtung depressive <strong>Verstimmung<\/strong>, also Gef\u00fchle ausl\u00f6st, wenn wir das im Blut haben, und wir kommen den Tag nicht so richtig in den Tritt. Also l\u00e4nger schlafen als wir brauchen, ist eben auch keine L\u00f6sung. Potenziell und das ist sehr spannend, Mario, macht das sogar noch kr\u00e4nker, l\u00e4nger zu schlafen als k\u00fcrzer zu schlafen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das hat man in Studien immer wieder herausfinden k\u00f6nnen. Das hei\u00dft, nehmen wir an, du brauchst jetzt deine <strong>8,3 Stunden Schlaf<\/strong> und die hast du voll, dann ist dein Gesundheits- und Schlafkonto bei <strong>100 %<\/strong>. Und wer in <strong>Mathe<\/strong> aufgepasst hat, der wei\u00df, effektiv \u00fcber 100 % zu gehen macht in den meisten Systemen nicht so richtig viel Sinn.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das hei\u00dft, wenn du 100 % aufgeladen hast, dann kannst du nicht weiter vorschlafen, dann bist du so fit wie du durch deine <strong>Lebensumst\u00e4nde<\/strong> und alles, was du tust oder in der <strong>Qualit\u00e4t<\/strong> in der Nacht jetzt sein kannst, und musst halt damit leben, dass es in der n\u00e4chsten Nacht leider weniger wird und der K\u00f6rper wird sich schon automatisch in den darauffolgenden N\u00e4chten wiederholen und kompensieren. Das Einzige, was leidet, ist leider die <strong>Qualit\u00e4t<\/strong> deines Tages in den <strong>n\u00e4chsten Tagen<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das muss man halt sagen, f\u00fcr wen Gesundheit und Lebensqualit\u00e4t ein wichtiges Thema ist, der sollte sich unbedingt mit dem Schlaf auseinandersetzen, weil die Qualit\u00e4t eines jeden Tages bestimmt \u00fcber die Qualit\u00e4t unseres Lebens.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und da ist Schlaf mit <strong>90 % Einfluss<\/strong>, so sagt es der Professor William C. Dement an der Standford Medical University: 90 % unserer Gesundheit entstehen in der Nacht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt:<\/strong> Mein lieber Jan, du hast gesagt, man kann nicht \u00fcber 100 % gehen. Dem muss ich jetzt ganz kurz widersprechen, denn in diesem Podcast gibt es tats\u00e4chlich mehr als 100 %, denn normalerweise w\u00e4ren wir schon am Ende.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Also \u201ekernig &amp; gesund\u201c ist der Quickie unter den <strong>Podcasts<\/strong>, das hei\u00dft maximal so 20 Minuten. Das haben wir jetzt schon gecrasht. Aber das Thema ist so spannend, dass wir einfach weitermachen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jan, welcher Schlaf ist denn der bessere Schlaf? Der, in dem man am n\u00e4chsten Morgen sagt \u201eHeute Nacht habe ich wie ein <strong>Stein<\/strong> geschlafen\u201c oder der, wo man sagt \u201eIch hatte so viele wilde Tr\u00e4ume und bin quasi von einem <strong>Traum<\/strong> in den n\u00e4chsten gewankt\u201c?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Jan Herzog:<\/strong> Ha-ha-ha! Das sind durchaus Fragen, die die Menschheit besch\u00e4ftigt. Die haben, auch das kann ich sagen, erst mal gar nichts damit zu tun, sein Leben <strong>aktiv<\/strong> zu <strong>verbessern<\/strong>, weil man \u00fcber einen <strong>Zustand<\/strong> erstmal spricht. Aber diese Fragen, das ist lustig, die bekomme ich sehr, sehr oft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich pauschal kann das f\u00fcr mein Gegen\u00fcber unm\u00f6glich beantworten. Warum? Weil jeder Mensch das erstmal <strong>subjektiv<\/strong> selber auch anders wahrnimmt. Es gibt durchaus Menschen, die sich nicht an ihre Tr\u00e4ume erinnern k\u00f6nnen. Und Stand heute sagt die globale <strong>Schlafwissenschaft<\/strong>, das ist auch nicht schlimm.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Also es scheint \u00fcberhaupt gar keinen Einfluss zu haben auf psychische Gesundheit, man kann da keinerlei Korrelationen finden. Es scheint keinen Einfluss zu haben, ob du dich an deine Tr\u00e4ume erinnern kannst. Und auf der anderen Seite gibt\u2019s Menschen, die leben, durchleben ihre Tr\u00e4ume wild und lebhaft und in riesigen bunten Farben und mit gigantischen <strong>Geschichten<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was an diesem anderen Ende des <strong>Spektrums<\/strong> von gigantischen, intensiven <strong>Tr\u00e4umen<\/strong> oft auftaucht, sind psychische Verstimmungen, psychische Probleme, die dann \u00fcber die Nacht kompensiert werden. Auch ich habe da meine eigenen Erfahrungen als Jugendlicher mit machen d\u00fcrfen. Ich kann dir sagen, f\u00fcr mich war es durchaus teilweise sehr belastend, so intensiv zu tr\u00e4umen, weil das nat\u00fcrlich auch wieder so viel neue Reize rein gibt, die du erst mal am Morgen in den Tag mitnimmst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das kennen wir, wenn man mal so einen wirklich abartigen <strong>Alptraum<\/strong> hat, also einen, der wirklich durch Mark und Bein ging und uns geschockt hat, den lassen wir nicht so leicht los. Da brauchen wir unter Umst\u00e4nden auch mal einen halben Tag und vielleicht zwei, drei Menschen im B\u00fcro und der Frau, dem Mann, den Kindern, was auch immer, mit denen wir dar\u00fcber sprechen k\u00f6nnen und sagen \u201eDu, ganz komische Vorstellung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wei\u00dft du, was heute Nacht passiert ist?\u201c. Ich meine, das ist eine <strong>Super-Idee<\/strong>, erst mal das Ganze zu teilen. Im Deutschland gibt\u2019s diesen tollen Spruch \u201eGeteiltes Leid ist halbes Leid\u201c. Und wenn man die <strong>Tr\u00e4ume<\/strong> dann einfach ein bisschen bespricht, oftmals gehen sie dann schon aus dem <strong>Bewusstsein<\/strong> raus. Wer das Ganze aber h\u00e4ufiger erlebt, der darf sich mal die Frage stellen, gibt\u2019s da noch andere Dinge in meinem Alltag, die auf meine psychische Verfassung, auf meinen <strong>Gem\u00fctszustand<\/strong> sehr stark Einfluss nehmen? Vielleicht sind auch Dinge im Leben, oft spricht man \u00fcber die Kindheit, passiert, und vielleicht m\u00f6chte ich daran arbeiten, um dort auch auf <strong>psychischer Natur<\/strong>, so war es f\u00fcr mich der Weg, ich habe da gigantische Erfolge gemacht, um meinen Schlaf stark zu verbessern. Vor allem diesen psychischen <strong>Schlaf<\/strong>, also den Schlaf, den mein Gehirn, meine Emotionen, meine <strong>Gedankenwelt<\/strong> beeinflusst.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wie sollte eine entspannte Schlafumgebung aussehen?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt:<\/strong> Wie sollte denn eine entspannte Schlafumgebung aussehen, damit die Nacht perfekt wird, damit der Schlaf entspannt wird?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Jan Herzog:<\/strong> Das ist eine sehr gute Frage. Wir sprechen oft von <strong>Konstanten<\/strong>. Also man muss da eine Sache verstehen, eine Konstante ist ein <strong>Einflussfaktor<\/strong>, der einmal installiert wird und der einfach wirkt. Demgegen\u00fcber steht die <strong>Variable<\/strong>, die Variable ist zum Beispiel, <strong>wann<\/strong> trinke ich meinen <strong>Kaffee<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wann, du Mario, deinen Kaffee trinkst, hat unter Garantie einen Einfluss. Weil wenn du deinen Kaffee eine Stunde vorm Zubettgehen trinkst, wird das Koffein in der Nacht und deinem Gehirn wirken und deinen Schlaf st\u00f6ren, dich unter Umst\u00e4nden, je nachdem wie dein K\u00f6rper aufgestellt ist, dich gar nicht zum Schlaf kommen lassen oder erst sehr sp\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Variable, die ist immer wieder ver\u00e4nderbar, die k\u00f6nnen wir jeden Tag neu setzen. In der Nacht, wenn wir in den Schlaf dann reingehen, wirken aber nur noch die Konstanten. Und da gibt\u2019s dann einige Punkte, die sich immer wieder gezeigt haben, und auf der einen Seite ist mal ganz, ganz wichtig, dass wir ein m\u00f6glichst <strong>dunkles Schlafzimmer<\/strong> haben, gerne auch <strong>stockdunkel<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wem das so wie mir ein bisschen Unbehagen macht, der l\u00e4sst einfach beim Rollo oder bei der zweiten Gardine, diese <strong>Sichtschutzgardine<\/strong>, l\u00e4sst er dann einfach einen kleinen Schlitz offen, dass es auch wirklich sehr dunkel ist, aber man trotzdem sich in der Nacht <strong>orientieren<\/strong> k\u00f6nnte. Also wir halten fest, die <strong>Dunkelheit<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dann geht\u2019s nat\u00fcrlich, und auch das haben viele Menschen schon geh\u00f6rt, erst mal um die <strong>Temperatur<\/strong>. Das hei\u00dft, je k\u00e4lter das <strong>Schlafzimmer<\/strong> ist, desto besser laufen diese biologischen und biochemischen Prozesse in der Nacht ab, weil Schlaf im <strong>Endeffekt<\/strong> ist ein Produkt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das hei\u00dft, durch Dinge, die wir konstant eingeben in die Nacht, also Dinge, die vorherrschen am Schlafplatz, und \u00fcber die Dinge, die wir am Tag tun, produzieren oder zerst\u00f6ren wir unseren biologisch hochwertigen Schlaf. Und auch da ist eben die Temperatur ganz besonders wichtig. Da hat man herausgefunden, dass <strong>16 bis 18<\/strong> Grad eine ideale Temperatur sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt:<\/strong> Was im Sommer nat\u00fcrlich ein Problem ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Jan Herzog:<\/strong> Und auch das merken wieder viele Menschen, oder, dass sie hinterher im Sommer sagen \u201eJa, wei\u00dft du, irgendwie f\u00fchle ich mich morgens ziemlich ersch\u00f6pft\u201c. Grad, wenn es morgens dann schon w\u00e4rmer ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da ist vielleicht sogar \u00fcber eine <strong>Klimaanlage<\/strong> oder mittlerweile gibt es <strong>intelligente Systeme<\/strong>, die auch nicht mehr an sich die <strong>Luft<\/strong> herausblasen, sondern die Luft im Raum verteilen. Ich habe da einen <strong>Gesch\u00e4ftspartner<\/strong>, der sowas installiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und der mir das erkl\u00e4rt, du wirst nicht mehr im Bett angepustet, was wir alle sehr unangenehm finden und zu Verspannungen meist f\u00fchrt, sondern die Luft wird einfach im Raum an sich verteilt und heruntergek\u00fchlt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt:<\/strong> Spielen denn auch technische Ger\u00e4te eine Rolle? Wenn man abends zum Beispiel den <strong>Fernseher<\/strong> nutzt, um dann irgendwann einzuschlafen vor dem Fernseher oder dass man vor dem Einschlafen noch zwei Stunden auf dem Handy rum daddelt?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Jan Herzog:<\/strong> Definitiv! Also das sind Sachen, die in unserer Philosophie keinen Raum haben, zumindest nicht im <strong>Schlafraum<\/strong>. Also ich w\u00fcrde definitiv alle technischen Ger\u00e4te, soweit es m\u00f6glich ist, aus dem Schlafzimmer verbannen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein <strong>Fernsehger\u00e4t<\/strong> ist ein absolutes <strong>No-Go<\/strong>, ein absolutes, v\u00f6llig <strong>indiskutabel<\/strong>. Bei uns geht das so weit, dass Kunden, die daran festhalten oder Menschen, die daran festhalten, nicht als Kunden aufgenommen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt:<\/strong> Aha!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Jan Herzog:<\/strong> Weil wir immer wieder gesehen haben, dass ein Fernsehger\u00e4t im Schlafzimmer den Schlaf an sich strukturell und auch psychisch in einem gigantischen Ma\u00dfe st\u00f6rt. Das gilt f\u00fcr die neue, die j\u00fcngere Generation nat\u00fcrlich auch f\u00fcr das <strong>Smartphone<\/strong> oder das <strong>Tablet<\/strong>. Beim Fernseher ist es noch ein bisschen anders. Das <strong>Smartphone<\/strong>, das <strong>Tablet<\/strong> werden aktiv benutzt, der Fernseher l\u00e4uft passiv mit. Was ist das Thema dabei? Erstens, so ein Fernseher sch\u00fcttet starke elektromagnetische Felder aus. Die sind auch im Schlafzimmer dann drin, die k\u00f6nnen erst mal nicht weg, und die ver\u00e4ndern die <strong>Luftqualit\u00e4t<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weil da geht\u2019s wirklich um was Physikalisches: Die Ionen in der Luft, also kleine elektrische Bauteilchen, die werden so ver\u00e4ndert, dass die Luft f\u00fcr uns schlechter zu verwerten ist. Das hei\u00dft, es ist sehr wichtig, auch abends zu <strong>l\u00fcften<\/strong>. Grunds\u00e4tzlich w\u00fcrde ich es jedem empfehlen, die letzten zehn Minuten, bevor er ins Schlafzimmer geht, noch einmal frisch <strong>durchzul\u00fcften<\/strong>, um ein besseres <strong>Luftverh\u00e4ltnis<\/strong> da zu schaffen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und jetzt ist der Fernseher bei den meisten Menschen dann die Nacht \u00fcber auch an. Und dann kommen so S\u00e4tze wie \u201eIch merke das schon, wenn da nebenbei was l\u00e4uft, dann kann ich besser einschlafen\u201c. Unser <strong>Unterbewusstsein<\/strong> ist ja nicht doof, nein, ist hochintelligent, mindestens 99 % unseres Lebens macht das Unterbewusstsein aus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und jetzt sehen wir da eine Sache, das Unterbewusstsein h\u00f6rt zu, die ganze Nacht \u00fcber. Und eigentlich m\u00f6chte unser K\u00f6rper, Geist und Seele in der Nacht abschalten, so wie wir beim Smartphone die Batterien aufladen. Keine Prozesse am Laufen haben, sondern wirklich mal runterkommen. Und das, was wir am Tag erlebt haben, das dann richtig einsortieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und dann kommt der Archivar und guckt, oben links ist eine Schublade, da kommt das rein, und fragt sich immer \u201eBrauche ich das Erlebte noch?\u201c, Kurzzeitged\u00e4chtnis, Langzeitged\u00e4chtnis verlieren. Also drittens: L\u00f6schen, brauchen wir das noch? Die Emotion wird nachtr\u00e4glich hinzugef\u00fcgt: M\u00fcssen wir das highlighten, war das wichtig? K\u00f6nnte das eine Gefahr in der Zukunft sein?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alle diese Prozesse entstehen in der Nacht. Jetzt ist das Spannende, jetzt l\u00e4uft da ein Fernseher, und meist laufen nachts auch Dinge im Fernsehen, naja, die haben dann mit <strong>Erotik<\/strong> zu tun, also f\u00fcr unser <strong>limbisches System<\/strong> dann sehr anregend im Gehirn. Die haben mit <strong>Gewalt<\/strong>, mit <strong>Action<\/strong> zu tun, das kommt noch hinzu. Schlafzimmer und Fernseher ist ein No-Go.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer das machen m\u00f6chte, abends fernsehen guckt, weil ihn das entspannt, so wie mich zum Beispiel, ich habe so spezielle Serien, aktuell gucke ich eine Serie von HBO, das ist \u201e<strong>Bones<\/strong>\u201c, gef\u00e4llt mir wahnsinnig gut, ist so ein bisschen <strong>aufregend<\/strong>, und dann gucke ich ein, zwei Folgen da am Abend. Und dann aber eine halbe Stunde, bevor ich ins Bett gehe, mache ich das Ganze aus, lese noch irgendwas oder gehe <strong>Z\u00e4hne putzen<\/strong>, und die Zeit verstreicht, und dann ist auch schon fertig und ich gehe dann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber ich mache das im <strong>Wohnzimmer<\/strong>, weil, und das ist noch ein Punkt, unser <strong>Unterbewusstsein<\/strong> assoziiert R\u00e4ume mit bestimmten Zust\u00e4nden. Und jetzt haben wir den Zustand des Fernsehguckens, oder nehmen wir den Studenten, der seinen Laptop mit ins Bett nimmt und dort an seiner Arbeit, was auch immer, an seinem Studium arbeitet im Bett. Und das Unterbewusstsein assoziiert das Bett jetzt mit Schlafen, aber auch mit Arbeiten. Das hei\u00dft, psychisch <strong>verschlechtern<\/strong> wir unseren Schlaf und nehmen uns auch wieder <strong>Qualit\u00e4t<\/strong>, nehmen uns <strong>Effektivit\u00e4t<\/strong> da raus. Aus diesen Gr\u00fcnden, zusammen gibt\u2019s sogar noch mehr Gr\u00fcnde, w\u00fcrde ich auf jeden Fall die elektrischen Ger\u00e4te verbannen. Und wenn unbedingt ein Handy zum Beispiel am <strong>Schlafplatz<\/strong> sein muss, dann ist ganz, ganz wichtig, dann bitte im Flugmodus und so weit weg vom Kopf wie irgend m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt:<\/strong> Und nat\u00fcrlich, sollte man auch nicht vergessen, dass man den <strong>Blaufilter<\/strong> einschaltet, da wird das Bild so ein bisschen beige oder ein bisschen br\u00e4unlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber das ist auf jeden Fall besser dann f\u00fcr die <strong>Schlafgesundheit<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Jan Herzog:<\/strong> Da kann ich dir fast widersprechen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt:<\/strong> Ja, mach das, weil ich mach das zum Beispiel, aber ich bin gespannt, was du dazu sagst als Experte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Jan Herzog:<\/strong> Im Endeffekt, dieser Bildschirm an sich hat die gleiche Lichtfrequenz. Also worauf du hinausm\u00f6chtest, und das ist ein ganz wichtiger Punkt, Mario, ist, dass bestimmte Lichtreize, die wir haben, dass die auf unseren K\u00f6rper sehr anregend wirken. Das haben viele Menschen schon geh\u00f6rt, das sind so wei\u00dfere und blauere Lichtreize. Also wir sehen das <strong>blaue Licht<\/strong> eher als wei\u00dfes Licht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das kennt man von einer <strong>Lampe<\/strong>, wenn man durch den Baumarkt l\u00e4uft, sich das anguckt \u201eSchatzi, welche Lampe nehmen wir?\u201c und dann geht der Verk\u00e4ufer hin und zeigt das \u201eSchauen Sie mal, der kann extrem gelb bis hin zu knalle wei\u00df\u201c. Und das Knalle-Wei\u00df ist f\u00fcr uns extrem hell, zeigt die Farben sehr neutral, aber ist f\u00fcr uns auch sehr anstrengend f\u00fcr die Augen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und dieses sehr wei\u00dfe Licht ist heute vom Spektrum drinnen, in allen Displays, in allen Bildschirm, also dem Fernseher, dem Handy, dem Tablet und auch den LEDs, die in unseren meisten Lampen heute drin sind, da ist dieses Spektrum so ver\u00e4ndert, dass \u00fcberm\u00e4\u00dfig viel Blaulicht auch aus einem Effizienzgrund da ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Also \u00fcberm\u00e4\u00dfig hei\u00dft in dem Fall, wirklich \u00fcberm\u00e4\u00dfig viel, ist ein gigantischer Anteil Blaulicht, der unsere Zirbeldr\u00fcse, einem Teil im Gehirn, immer Folgendes sagt \u201eHey Junge! Es ist mittags <strong>12 Uhr<\/strong>\u201c, \u201eHey Junge! Es ist mittags 12 Uhr\u201c. Weil mittags 12 Uhr, wenn wir rausschauen, hat das Licht, also hat der Sonnenstand diese Frequenz mit besonders viel <strong>Blauanteil<\/strong>, den hellsten, den wei\u00dfesten Anteil.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um mittags 12 Uhr m\u00f6chte unser K\u00f6rper <strong>leistungsf\u00e4hig<\/strong> sein. Das hei\u00dft, es entstehen <strong>Hormonprozesse<\/strong>, sofort messbar zum Beispiel <strong>Cortisol<\/strong>, dieses Stress- und Leistungshormon wird ausgesch\u00fcttet, und der K\u00f6rper kann sich eigentlich nicht aufs Schlafen vorbereiten. Und jetzt schauen wir eine Stunde abends auf dem Handy und gucken uns das Ganze an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und jetzt wirkt das, egal was wir uns anschauen, jetzt wirkt das auf unser Gehirn. Dieser Blaulichtfilter, und das war dein Ausgangspunkt, dieser Blaulichtfilter vom Handy an sich, der ver\u00e4ndert die <strong>Frequenz<\/strong> von dem <strong>Bildschirm<\/strong> nicht. Die Farben werden nur anders dargestellt. Das ist sicherlich angenehmer f\u00fcr die Augen und auch meine <strong>technischen Ger\u00e4te<\/strong> haben das alle drin, abends ab <strong>22, 23 Uhr<\/strong> haue ich das immer rein, aber tats\u00e4chlich auf den Schlaf wird das eher weniger Einfluss haben. Da habe ich aber einen super Tipp: Dann gibt\u2019s diese <strong>Blaulichtfilter-Brillen<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und da nimmt man dann ein Produkt, was gerne aus Deutschland kommt, also die Sachen, die da bei den gro\u00dfen H\u00e4ndlern wie Amazon gehandelt werden, sind meistens von der Qualit\u00e4t nicht so gut, weil die sollten schon <strong>dunkelorange<\/strong> sein. Da sieht man wirklich, dass ein Gro\u00dfteil auch technisch des <strong>Blaulichts<\/strong> herausgefiltert wird, <strong>95 %, 98 %, 99 %.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und so eine Blaulichtfilter-Brille, die kann man sich abends in der letzten Stunde aufsetzen, ich mache das jeden Abend, und da merkt man dann, also selber, man sp\u00fcrt das, dass der Schlaf an sich sich deutlich verbessert, dass wir schneller m\u00fcde werden und auch uns morgens erholter und fitter f\u00fchlen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt:<\/strong> Das ist wirklich ein bisschen ern\u00fcchternd, muss ich sagen. Ich dachte, ich tue was f\u00fcr meine <strong>Gesundheit<\/strong>, habe hier dauerhaft sogar immer den <strong>Blaufilter<\/strong> drin, aber offenbar hast du mich jetzt eines Besseren belehrt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um nochmal auf den <strong>Fernsehgenuss<\/strong> vor dem <strong>Einschlafen<\/strong> zur\u00fcckzukommen, du hast gesagt, du guckst dann abends auf dem Sofa halt zwei Folgen deiner <strong>Lieblingsserie<\/strong>. Das mache ich auch mit meiner Frau zusammen, aber da ist es so, dass wir dabei dann schon auf dem Sofa einschlafen. Dann gehen wir nat\u00fcrlich hoch ins Bett und das dann sofort.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber das ist dann falsch, weil du sagst, man braucht eine <strong>halbe Stunde<\/strong> noch dazwischen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Jan Herzog:<\/strong> Ja, jetzt habe ich am Anfang kurz verraten, dass die meisten meiner Kunden schon so in diesem <strong>Lebensjahr<\/strong>, um das 50. rum sind. Also 50, vielleicht ein bisschen \u00e4lter schon, also nicht alle, ich habe auch durchaus Kunden in den <strong>20er <\/strong>und <strong>30er<\/strong> Jahren, aber viele meiner Kunden sind in diesen Jahren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jetzt sieht man nat\u00fcrlich zwei Dinge, erstens <strong>Gewohnheiten<\/strong> sind, wenn man 50 ist, schon relativ stark. Und den Menschen was wegzunehmen im Verhalten ist oft der schlechteste Weg, weil wir uns nat\u00fcrlich alle str\u00e4uben. Wenn ich dir jetzt sage, das, was du machst, Mario, ist falsch, dann wird das erstmal in dir nat\u00fcrlich so ein bisschen <strong>Gegenwehr<\/strong> von deinem <strong>System<\/strong> hervorrufen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb habe ich mir das komplett abgew\u00f6hnt, Menschen zu sagen, was richtig und was falsch ist in ihrem <strong>Verhalten<\/strong>. Wenn man aber aktiv darauf <strong>Einfluss<\/strong> nehmen kann, dann w\u00fcrde ich es tunlichst verhindern, im Wohnzimmer, im <strong>Sofa<\/strong>, im <strong>Sessel<\/strong>, ich habe so einen gigantischen <strong>Ohrensessel<\/strong>, wo ich auch wirklich sehr schnell einschlafen kann, wenn ich das m\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und man merkt das ja so ein bisschen, ich werde m\u00fcde, ich werde d\u00e4mmriger, das Gehirn kommt in so eine leichtere Phase und alles f\u00fchlt sich nicht mehr so echt an. Und wenn man das merkt, dann w\u00fcrde ich einfach beim Fernsehen sp\u00e4testens auf Stopp dr\u00fccken, w\u00fcrde sagen \u201eSo Schatz, jetzt gehen wir hoch, oder wenn du es noch nicht m\u00f6chtest \u2026\u201c, wie bei meiner Frau, meine Frau geht um 10:30 Uhr ins Bett, ich nachts um zwei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt:<\/strong> Wow!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Jan Herzog:<\/strong> Also da haben wir wirklich gro\u00dfe Unterschiede, dann einfach wirklich ins Bett zu gehen. Weil auch da haben wir wieder die <strong>Ausgangslage<\/strong>, dass der Schlaf unterbrochen wird. Und das nat\u00fcrlich beeinflusst unsere Schlafqualit\u00e4t messbar sehr, sehr negativ.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt:<\/strong> Und dazu muss man aber auch sagen, Jan, du hast noch keine Kinder, ne?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Jan Herzog:<\/strong> Dazu muss man sagen, ich habe noch keine Kinder, und in Sachen <strong>Chronobiologie<\/strong>, also meine inneren Uhren, die ticken alle ein bisschen sp\u00e4ter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das hei\u00dft, ich stehe in der Regel, wenn das geht, auch nicht vor zehn Uhr auf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt:<\/strong> Wow! Gl\u00fcckw\u00fcnsch!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Jan Herzog:<\/strong> Und auf der anderen Seite gehe ich dann auch, wenn man acht Stunden Schlaf bei mir zugrunde legt, dann gehe ich auch nicht <strong>vor zwei Uhr<\/strong> ins Bett. Und das hat jetzt nichts damit zu tun, dass das besonders cool ist, weil ich knapp unter 30 bin oder weil ich irgendwie da noch was verarbeiten muss, weil ich psychische Probleme habe, das hat tats\u00e4chlich effektiv einen ganz <strong>wissenschaftlichen Hintergrund<\/strong>, dass unsere innere Uhr, wenn man das mal zusammenfasst, dass die bei jedem Menschen anders l\u00e4uft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die l\u00e4uft anders schnell oder langsam. Wer meint, dass die Uhr <strong>24 Stunden<\/strong> l\u00e4uft, der liegt in der Regel daneben, bei vielen Menschen l\u00e4uft sie langsamer, also vielleicht <strong>25 Stunden<\/strong> braucht der K\u00f6rper, um einen vollen <strong>Zyklus<\/strong> zu durchleben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und dann hat man nat\u00fcrlich schnell das Problem, dass man sagt, eigentlich w\u00fcrde ich gerne immer sp\u00e4ter ins Bett gehen, weil mein K\u00f6rper dann erst fertig ist, also um zwei, dann um drei, dann um vier und um f\u00fcnf. Und irgendwann merkt man, vielleicht kennen das manche aus den Sommerferien, wenn sie <strong>Jugendliche<\/strong> waren, die Kinder gehen irgendwann morgens, wenn die <strong>Eltern<\/strong> aufstehen, erst ins Bett, weil gerade Jugendliche das oft erleben. Und dann geht\u2019s darum, herauszufinden: Wie ist denn mein innerer <strong>biologischer Rhythmus<\/strong>?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wann bin ich <strong>leistungsf\u00e4hig<\/strong>? Wann f\u00fchle ich mich am besten? Wann sollte ich aufstehen? Wann sollte ich <strong>Pausen<\/strong> machen? Wann bin ich am intensivsten? Wann kann ich die wichtigsten Dinge des Tages erleben? Und wann gehe ich abends ins Bett? Das habe ich f\u00fcr mich ausprobiert, das habe ich herausgefunden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da gibt\u2019s <strong>wissenschaftliche Methoden<\/strong>, das kann man durchaus auch messen. Und habe f\u00fcr mich rausgefunden, dass so dieser Rhythmus mit meinen individuellen Pausen am Tag, die ist so um 17 Uhr, da ist mein <strong>energieniedrigster Punkt<\/strong>, dass ich diesen Rhythmus einfach leben kann, um ein wirklich erf\u00fclltes, gl\u00fcckliches, aber auch leistungsf\u00e4higes Leben zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt:<\/strong> Dazu muss man sagen, <strong>Respekt<\/strong>, dass dir das m\u00f6glich ist mit dem, wie du arbeitest und wie du dein Privatleben gestaltest. Bei vielen Menschen ist es leider nicht m\u00f6glich. Die wollen das vielleicht gerne auch anders gestalten, wollen, brauchen vielleicht auch eine andere Phase, aber es ist halt aufgrund der Gegebenheiten oftmals nicht m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Du hast auch schon gesagt, man sollte tunlichst vermeiden, zum Beispiel auf dem Sofa einzuschlafen. Aber das ist so, wir kommen dann so um <strong>20 Uhr<\/strong> das erste Mal nach dem Tag dann zur Ruhe, den ganzen Tag gearbeitet, das Kind ins Bett gebracht, alles ist fertig, die Meerschweinchen sind versorgt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dann ist das wirklich so, man sitzt auf dem Sofa und kommt dann erst zur Ruhe. Dann gibt\u2019s so einen Punkt, das dauert keine zehn Minuten, da ist man dann schon so m\u00fcde und ersch\u00f6pft einfach vom Tag, dass man dann automatisch schon in den Schlaf sinkt. Aber da w\u00fcrde was fehlen, wenn man sich jetzt nicht aufs Sofa setzt, sondern dann gleich um acht ins Bett geht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Jan Herzog:<\/strong> Das verstehe ich. Dann w\u00fcrde ich jemandem wie dir an dieser Stelle raten, im Tag ein bis zwei Mal die <strong>Vollbremse<\/strong> zu ziehen. Ich betreue Menschen, die so viele Millionen Euro im Jahr verdienen und so bekannt sind, auch bei denen ist das m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und ich betreue Menschen, die v\u00f6llig unbekannt sind und ganz normale, ganz einfache Jobs haben, und auch da ist das m\u00f6glich. Jeder Mensch kann <strong>ein bis zweimal am Tag<\/strong> die Vollbremse ziehen. Wir nennen das das <strong>Ferrari-Mindset<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die meisten Menschen glauben, und das ist sehr lustig, dass ein Ferrari dann am besten funktioniert, wenn du immer rechts das Pedal runterdr\u00fcckst, linke Spur 340 km\/h. Am besten von Bremen nach M\u00fcnchen durchballern. Die Wahrheit aber ist, dass so ein Ferrari, und ich habe da bei einem Motorsport-Magazin so einen Test mir angeschaut, dass so ein Ferrari oder sei es ein AMG oder sei es ein anderes Sportauto, v\u00f6llig egal, dass das nach wenigen Minuten schon einen Motorschaden erleidet, also in dem Test waren es 20 Minuten Vollgas, \u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt:<\/strong> Wow!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Jan Herzog:<\/strong> \u2026 wo der Motor an sich kaputtgeht. Motorschaden 120.000 Euro, Auto komplett wertlos. Das haben sie in Dubai gemacht und haben die Autos einfach mal laufen lassen. Weil, und jetzt kommt der \u00dcbertrag, unser <strong>K\u00f6rper<\/strong> ist nicht daf\u00fcr geschaffen \u00fcber <strong>12, 14 Stunden<\/strong> zu rennen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und wer abends nach Hause kommt und wer abends sagt, 20 Uhr das erste Mal, dass ich mich entspannen kann und ich bin so <strong>ersch\u00f6pft<\/strong>, dass ich eigentlich in zehn Minuten einschlafen kann oder das tue, der hat, meines Erachtens nach, ein Problem mit seiner Bremse. Vielleicht sollte er die mal \u00f6len oder sollte er sich mal neue <strong>Bremssattel<\/strong> draufmachen oder mal zu einem Coach, zu einem Experten hingehen, um zu lernen, wie man professionell bremst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weil eins ist klar, wenn du mit 320 km\/h auf der linken Spur f\u00e4hrst und jemand mit 120 mit seinem Opel Astra davor schert, gibt\u2019s nur eine Sache, die zu tun ist, und das ist, voll in die <strong>Eisen<\/strong> zu gehen und zu beten, dass du es \u00fcberlebst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die meisten Menschen heute m\u00f6chten aber immer schneller fahren, das wird gesellschaftlich, wir haben \u00fcber Ersch\u00f6pfung schon gesprochen, mit gesellschaftlich so ein bisschen vorgegeben, mach noch mehr, mach noch mehr, und ab jetzt aktuell ist es so cool, dass jeder seine eigene <strong>Selbstst\u00e4ndigkeit<\/strong> nebenbei macht und finde deinen Traum und lebe dein Leben und mache noch mehr. Und eigentlich sehen wir, dass das nicht so gut funktioniert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da w\u00e4re es wirklich mal gut zu schauen, wo kann ich denn meine <strong>ein bis zwei Bremsen<\/strong> wirklich ziehen im Alltag, um mal 10, 20, 30 Minuten runterzukommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt:<\/strong> Das klingt einfacher, als es wahrscheinlich ist. Aber wenn man sich dann in deine H\u00e4nde begibt, findet sich, das habe ich schon rausgeh\u00f6rt, mit Sicherheit irgendeine L\u00f6sung, also du bietest quasi <strong>Schlafcoaching<\/strong> direkt an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und das meiste deiner Kunden sind, hast du gesagt, <strong>\u00dc50<\/strong> momentan noch, und wahrscheinlich eher so aus dem <strong>Managementbereich<\/strong>?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Jan Herzog:<\/strong> Genau! Tats\u00e4chlich momentan noch, w\u00fcrde ich umdrehen, ich habe das ganz bewusst gew\u00e4hlt, die <strong>Zielgruppe<\/strong> zwischen <strong>50 und 65<\/strong> mit allen ihren <strong>Lebensfragen<\/strong> und <strong>Herausforderungen<\/strong> liegt mir am allerbesten. Wir haben von <strong>2014 bis 2020<\/strong>, mein Vater und ich, ein Unternehmen aufgebaut mit <strong>20 Mitarbeitern<\/strong> und weit \u00fcber <strong>10.000 Kunden<\/strong>, und die meisten waren auch da in diesem Bereich, da ging\u2018s um Orthop\u00e4die.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dann hast du vollkommen recht, dann sind es vielfach <strong>Inhaber<\/strong> von <strong>kleinen mittelst\u00e4ndischen<\/strong> Unternehmen, sind das <strong>Selbstst\u00e4ndige<\/strong> oder sind das eben, so wie du gesagt hast, aus dem Management Menschen, die wirklich sagen, okay, f\u00fcr mich, ich habe verstanden, oder das erste Mal geh\u00f6rt, aber ich m\u00f6chte das wirklich verstehen, m\u00f6chte das leben, dass der Schlaf an sich mein <strong>Energie<\/strong>-, <strong>Gl\u00fccklichkeits<\/strong>-, <strong>Leichtigkeits<\/strong>&#8211; und <strong>Lebensqualit\u00e4tsniveau<\/strong> aktiv beeinflussen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und ich glaube, diese Aussage vom Professor William C. Dement, dem anerkanntesten und renommiertesten Schlafforscher aller Zeiten, der je gelebt hat, von der Stanford University, dass 90 % aller Energie und Gesundheit in der Nacht im Schlaf entstehen, und das Ganze w\u00fcrde ich gern positiv in meinem Leben voranbringen. Weil die meisten Menschen, so kommt es mir vor, um das 50. Lebensjahr entdecken, ich habe jetzt vielleicht fast, so sagen es mir viele Kunden, fast zwei Drittel meines Lebens gelebt, eine Menge, Menge, Menge gearbeitet und eine Menge, Menge <strong>Belastung<\/strong> erlebt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und wenn ich so weitermache, gerade die Jungs merken das, wenn ich so weitermache, mein <strong>Arzt<\/strong>, der hat mir schon zwei-, dreimal gesagt \u201eHey Junge! Du musst was \u00e4ndern.\u201c. Und da reiche ich meine Hand und sage: Okay, da haben wir Wege, die leicht sind, die <strong>wissenschaftlich<\/strong> fundiert sind, die gut funktionieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die haben nicht alle mit dem <strong>Schlafen<\/strong> zu tun, aber der Schlaf ist die Grundlage davon. Weil eben der Schlaf der wichtigste <strong>Steuerungsfaktor<\/strong> ist und wir dar\u00fcber erst mal in alle Lebensbereiche auch reinkommen. Und, so haben wir es auch heute besprochen, tats\u00e4chlich der Schlaf der Spiegel des Tages ist und f\u00fcr die meisten Menschen leider in unserer stressigen Welt der einzige und letzte Ausweg ist, um noch mal abzuschalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt:<\/strong> Jan, vielen Dank f\u00fcr diese Erkenntnisse! Ich k\u00f6nnte jetzt noch stundenlang mit dir <strong>weiterquatschen<\/strong>. Aber ich muss sagen, wir haben auch schon <strong>150 %<\/strong> draufgepackt auf eine Standard-Folge \u201ekernig &amp; gesund\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist auf jeden Fall so, dass wir uns verabredet haben noch f\u00fcr weitere Folgen. Da geht\u2019s dann auch um Einschlafst\u00f6rungen, da reden wir auch \u00fcber Essen vor dem Schlafengehen, wir reden \u00fcber Matratzen und \u00fcber Kopfkissen. Das alles noch mal in sp\u00e4teren Folgen. F\u00fcr heute danke ich dir erst mal. Es war mir eine Freude.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Jan Herzog:<\/strong> Danke, lieber Mario! Ich fand\u2019s supercool, dass du das machst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt:<\/strong> Und Ihnen vielen Dank f\u00fcrs Zuh\u00f6ren, Downloaden, Streamen, Abonnieren und Teilen!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die n\u00e4chste Folge \u201ekernig &amp; gesund\u201c gibt es dann am kommenden Mittwoch, da geht es dann um das E-Rezept auf \u201ekernig &amp; gesund\u201c und \u00fcberall dort, wo es gute Podcasts gibt. Bis dahin! Tsch\u00fcss!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schlaf ist f\u00fcr den K\u00f6rper und die Gesundheit von hoher Wichtigkeit und wird doch oft vernachl\u00e4ssigt oder vielleicht auch untersch\u00e4tzt. Deshalb spricht Mario D. Richardt in dieser Folge mit dem Schlafexperten Jan Herzog. 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