{"id":13894,"date":"2022-05-18T13:02:41","date_gmt":"2022-05-18T11:02:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.apodiscounter.de\/ratgeber\/?p=13894"},"modified":"2026-07-30T11:01:57","modified_gmt":"2026-07-30T09:01:57","slug":"folge-71-schilddruese","status":"publish","type":"ratgeber","link":"https:\/\/www.apodiscounter.de\/ratgeber\/kernig-und-gesund\/folge-71-schilddruese\/","title":{"rendered":"Schilddr\u00fcse | Podcast Folge 71"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-group is-style-section-1 has-global-padding is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained is-style-section-1--1\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In dieser Folge lernen Sie:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Welche Aufgaben die Schilddr\u00fcse \u00fcbernimmt.<\/li>\n\n\n\n<li>Was eine \u00dcber- bzw. Unterfunktion bedeutet.<\/li>\n\n\n\n<li>Warum die Schilddr\u00fcse direkt nach der Geburt kontrolliert werden sollte.<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Experte: Dr. med. Tobias Wiesner, Diabetologe und Facharzt f\u00fcr Innere Medizin<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><script class=\"podigee-podcast-player\" src=\"https:\/\/player.podigee-cdn.net\/podcast-player\/javascripts\/podigee-podcast-player.js\" data-configuration=\"https:\/\/kernig-und-gesund.podigee.io\/71-71-schilddruse\/embed?context=external\"><\/script><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-style-section-1 has-global-padding is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained is-style-section-1--2\">\n<div class=\"wp-block-columns are-vertically-aligned-center is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-794e3cfa wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized has-custom-border is-style-default\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"431\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.apodiscounter.de\/ratgeber\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/tobias_wiesner-e1652345151152.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-13901\" style=\"border-radius:50%;aspect-ratio:1;object-fit:cover;width:300px\" srcset=\"https:\/\/www.apodiscounter.de\/ratgeber\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/tobias_wiesner-e1652345151152.jpg 431w, https:\/\/www.apodiscounter.de\/ratgeber\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/tobias_wiesner-e1652345151152-300x196.jpg 300w, https:\/\/www.apodiscounter.de\/ratgeber\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/tobias_wiesner-e1652345151152-200x130.jpg 200w, https:\/\/www.apodiscounter.de\/ratgeber\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/tobias_wiesner-e1652345151152-400x261.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 431px) 100vw, 431px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diabetologe, Facharzt f\u00fcr Innere Medizin<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading is-style-default\" style=\"margin-top:0\">Dr. med. Tobias Wiesner<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dr. med. Tobias Wiesner studierte nach seinem Abitur Medizin und erhielt im Jahr 2000 seine Approbation zum Arzt. Drei Jahre sp\u00e4ter erfolgte die Promotion an der Universit\u00e4t Leipzig. Dort arbeitete er zudem als Teamleiter des Diabeteszentrums, nachdem er sich auf Diabetologie spezialisierte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Jahr 2008 wechselte er zum MVZ Stoffwechselmedizin, wo er als Internist mit Schwerpunkt Diabetologie arbeitet.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Schilddr\u00fcse \u2013 Kleines Organ, gro\u00dfe Leistung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Etwa ein Drittel der Deutschen hat <strong>Probleme<\/strong> mit der <strong>Schilddr\u00fcse<\/strong>. Viele davon, ohne es zu wissen. Die schmetterlingsf\u00f6rmige Dr\u00fcse im Hals ist heute das Thema bei kernig &amp; gesund, denn sie erf\u00fcllt zahlreiche, wichtige Aufgaben im K\u00f6rper. Welche das sind und was es mit der ber\u00fchmten <strong>\u00dcber- und Unterfunktion der Schilddr\u00fcse<\/strong> auf sich hat, h\u00f6ren Sie jetzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201ekernig &amp; gesund\u201c, der Gesundheits-Podcast pr\u00e4sentiert von apodiscounter.de<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt:<\/strong> Kernig &amp; gesund, der Gesundheitspodcast, pr\u00e4sentiert von apodiscounter.de. Einen sch\u00f6nen guten Tag zu einer brandneuen Folge kernig &amp; gesund, mein Name ist Mario D.&nbsp;Richardt und ich behandele jede Woche mit Fach\u00e4rzten ein <strong>Gesundheitsthema<\/strong>. Ja und heute ist es die <strong>Schilddr\u00fcse<\/strong>. Ich glaube, viele Menschen haben eine Menge \u00fcber die Schilddr\u00fcse geh\u00f6rt, k\u00f6nnen aber kaum sagen, wo sie eigentlich genau sitzt. Anfangs habe ich zwar schon gesagt, im Hals, aber wo genau, das verr\u00e4t uns nun der Endokrinologe <strong>Dr. Tobias Wiesner<\/strong> aus Leipzig. Sch\u00f6nen guten Tag, Dr.&nbsp;Wiesner.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dr. Tobias Wiesner: <\/strong>Ich gr\u00fc\u00dfe Sie, hallo.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt: <\/strong>Ja, Dr.&nbsp;Wiesner, wenn man jetzt also vor dem Spiegel steht, wo k\u00f6nnte man jetzt also genau die omin\u00f6se Schilddr\u00fcse verorten?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dr. Tobias Wiesner: <\/strong>Also die Schilddr\u00fcse liegt direkt unter dem Kehlkopf und weil Sie die Frage so formuliert haben, wenn ich Patienten neu in der <strong>Praxis<\/strong> habe und zu ihnen sage: \u201eWir machen jetzt mal ein <strong>Ultraschall<\/strong> von der Schilddr\u00fcse, gehen&nbsp; Sie schon mal ins Ultraschallzimmer, ich komme gleich nach\u201c, bin ich manchmal doch verwundert, was Patienten alles freilegen, in der Hoffnung, dass ich da die <strong>Schilddr\u00fcse<\/strong> finde. Nein, den Bauch muss ich tats\u00e4chlich nicht schallen, ich muss nur an den <strong>Hals<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt: <\/strong>Ja, es ist wirklich verr\u00fcckt. Man wei\u00df es einfach jetzt als Laie \u00fcberhaupt nicht, es sei denn man ist dann wirklich davon betroffen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dr. Tobias Wiesner: <\/strong>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt: <\/strong>Kann man die Schilddr\u00fcse dann irgendwie sehen, wenn man jetzt irgendwie den Hals spannt oder ist die sehr verborgen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dr. Tobias Wiesner: <\/strong>Wenn Sie diese Schilddr\u00fcse sehen beim an den Hals schauen, dann ist sie zu gro\u00df. Das ist schon ein <strong>Kriterium<\/strong>. Das habe ich tats\u00e4chlich als Student auch lernen d\u00fcrfen, die Gr\u00f6\u00dfe der Schilddr\u00fcse und ob man sie bei gesenkten Kinn, bei zur\u00fcckgelegten Kinn sieht, das waren tats\u00e4chlich <strong>Kriterien<\/strong> noch vor der \u00c4ra des <strong>Ultraschalls<\/strong> und wie gesagt, wenn Sie eine Schilddr\u00fcse beim drauf schauen sehen, ist sie schon zu gro\u00df. Also eigentlich ist die Schilddr\u00fcse sehr, sehr klein. Bei Frauen bis <strong>18&nbsp;Milliliter<\/strong>, das ist klein, also immer die Daumenendglieder angucken, einmal links, einmal rechts, das ist die Gr\u00f6\u00dfe der Schilddr\u00fcse, bei M\u00e4nnern darf es bis <strong>25&nbsp;Milliliter sein<\/strong>, alles, was gr\u00f6\u00dfer ist, wird dann als <strong>Vergr\u00f6\u00dferung<\/strong> der Schilddr\u00fcse als <strong>Struma<\/strong> bezeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt: <\/strong>Das ist aber jetzt wirklich kleiner als ich dachte. Wenn ich jetzt auf meinen Daumen gucke, also ich h\u00e4tte jetzt schon gedacht, die ist na ja, so gro\u00df wie zwei, drei Finger oder so.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dr. Tobias Wiesner: <\/strong>Es ist ein kleines Organ, aber ein ganz wichtiges Organ.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt: <\/strong>Welche Aufgabe hat sie denn, die Schilddr\u00fcse? Warum ist die so wichtig?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Welche Aufgabe hat die Schilddr\u00fcse?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dr. Tobias Wiesner: <\/strong>Also die Schilddr\u00fcse ist tats\u00e4chlich f\u00fcr ganz, ganz, ganz, ganz viele Prozesse im K\u00f6rper zust\u00e4ndig, ist ja so, dass die Schilddr\u00fcse <strong>Hormone<\/strong> produziert, das Schilddr\u00fcsenhormon, das Tyrosin und da gibt es das freie Hormon T3, das ist das aktive und das freie Hormon T4, das ist das Hormon, welches als sogenanntes <strong>Speicherhormon<\/strong> bezeichnet wird und die Schilddr\u00fcse beeinflusst vieles. Es beeinflusst den Stoffwechsel generell, also den <strong>Energiestoffwechsel<\/strong>, es beeinflusst den Kreislauf, also auch den <a href=\"https:\/\/www.apodiscounter.de\/ratgeber\/blutdruck\/\" data-type=\"ratgeber\" data-id=\"8896\">Blutdruck<\/a>, es hat Wachstumseinfluss und das hat nat\u00fcrlich auch einen Einfluss auf unsere <strong>Psyche<\/strong>, auf unser <strong>Wohlbefinden<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt: <\/strong>Also fast auch ein bisschen untersch\u00e4tzt, ne? Wenn der Einfluss so gro\u00df ist?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dr. Tobias Wiesner: <\/strong>Also es ist tats\u00e4chlich so, dass die Bedeutung der <strong>Schilddr\u00fcse<\/strong> \u00fcber die vielen Jahre nat\u00fcrlich immer mehr bekannt geworden ist. Wichtig ist uns zu sagen, dass von <strong>Anfang<\/strong> <strong>an<\/strong>, vom aller, aller, allerersten Lebenstag eine ad\u00e4quate <strong>Schilddr\u00fcsenfunktion<\/strong> wichtig ist, damit wir kluge, gro\u00dfgewachsene Menschen werden. Es ist tats\u00e4chlich so, dass bei der Fersenblutuntersuchung beim Kleinkind auch darauf ausgelegt ist, eine <strong>Schilddr\u00fcsenunterfunktion<\/strong> zu finden. Ich erinnere mich noch an den Satz meines p\u00e4diatrischen Professors, als ich noch studiert habe. Der sagte, wenn man den ersten Tag die Unterfunktion der Schilddr\u00fcse nicht detektiert, kann das Kind kein <strong>Abitur<\/strong> mehr machen. Also so wichtig ist die Schilddr\u00fcse f\u00fcr <strong>Reifung<\/strong> des <strong>Gehirns<\/strong>, f\u00fcr das Wachstums des Kindes, also insofern, die Schilddr\u00fcsen hat ganz wichtige Aufgaben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt: <\/strong>Und Sie haben vorhin angesprochen, die Hormone T3, T4 werden da produziert und irgendwo habe ich mal gelesen, die erh\u00f6hen den Grundumsatz. Hei\u00dft also, wenn ich jetzt versuche abzunehmen, aber doch nicht abnehme, kann das sein, dass mein Grundumsatz zu gering ist und dass ich einfach zu wenig von diesem Hormon dann habe?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dr. Tobias Wiesner: <\/strong>Also es gibt viele, viele <strong>Gr\u00fcnde<\/strong>, warum der Grundumsatz zu niedrig ist und Sie gestatten mir augenzwinkernd zu sagen, die meisten haben einen, nicht einen zu geringen Grundumsatz, sondern einen zu hohen Ern\u00e4hrungszufuhr, also Kalorienzufuhr, was zu einer <strong>Gewichtszunahme<\/strong> f\u00fchrt, aber es gibt tats\u00e4chlich die Situation, dass wenn die Schilddr\u00fcse in der Unterfunktion ist, der Grundumsatz sinkt und deswegen bei normaler Ern\u00e4hrung man dann an Gewicht zunimmt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist in der Tat richtig. Deswegen ist es wichtig, diese <strong>Schilddr\u00fcsenhormonsituation<\/strong> zu kontrollieren. Was wir bisher noch nicht gesagt haben, wir haben zwar \u00fcber die Hormone T3 und T4 gesprochen, aber da die Schilddr\u00fcse einem <strong>Regelkreis<\/strong> unterworfen ist und dieser Regelkreis von der Hypophyse aus gesteuert wird, ist ein ganz, ganz wichtiges Steuerhormon f\u00fcr die Schilddr\u00fcse, der sogenannte TSH-Wert, das Thyreoidea-stimulierende Hormon, also das ist ein <strong>Hormon<\/strong>, was aus der <strong>Hypophyse<\/strong> freigesetzt wird, welches mir Auskunft dar\u00fcber gibt, wie gut oder wie schlecht die Schilddr\u00fcse funktioniert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist ein sogenannter negativer <strong>R\u00fcckkopplungsmechanismus<\/strong>, das hei\u00dft ein niedriger TSH-Wert hei\u00dft, das hohe FT3-, FT4-Werte vorliegen und ein hoher TSH-Wert hei\u00dft, das zu eine niedrigem FT3-, FT4-Werte vorliegen, das hei\u00dft hoher TSH-Wert ist eine Unterfunktion, niedriger TSH-Wert ist eine \u00dcberfunktion und das ist auch das, was ich im Labor messe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich messe das&nbsp; FT3, FT4 eher seltener, was damit zu tun hat, dass diese Hormone <strong>tageszeitlich<\/strong>, auch zyklisch ausgesch\u00fcttet werden und ich eigentlich einen Patienten eigentlich am Tag sehr h\u00e4ufig zur Ader lassen m\u00fcsste, um zu wissen, wie viel&nbsp; FT3, FT4 er produziert und dabei helfen wir uns mit dem <strong>stabileren<\/strong>, zeitlich stabileren TSH-Wert. Das ist der Wert, den man bestimmt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt: <\/strong>Ja und TSH habe ich tats\u00e4chlich schon \u00f6fters mal gelesen auf dem Blutbild, wenn man das vom Arzt bekommt, also das ist mir jetzt nicht ganz unbekannt. Was bedeutet jetzt \u00dcberfunktion, Unterfunktion? Was bringen diese Worte mit sich?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was bedeuten die Begriffe \u00dcberfunktion und Unterfunktion?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dr. Tobias Wiesner: <\/strong>Also eigentlich ist es ja so, dass die Schilddr\u00fcse immer bedarfsgerecht die Schilddr\u00fcsenhormone produziert. Also FT3, FT4, also T3, T4, ich sage immer FT3, FT4, weil das sind die sogenannten freien Hormone, die man im <strong>Blut<\/strong> misst, also das Trijodthyronin und das Thyroxin sind die Hormone, die von der Schilddr\u00fcse produziert werden und das macht die Schilddr\u00fcse gesteuert \u00fcber die Hypophyse, also die <strong>Hirnanhangsdr\u00fcse<\/strong>, die mit dem TSH-Wert das reguliert. Wenn die Schilddr\u00fcse jetzt ein Problem bekommt und nicht ausreichend Hormone produziert wird, also zu wenig T3, T4 hergestellt und mit einem Mangel an diesen <strong>Hormonen<\/strong> kommt der Patient in seine <strong>Unterfunktion<\/strong> hinein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die hat bestimmte Symptome, die wir sicherlich gleich reden, wenn der Patient jetzt eine Schilddr\u00fcsenerkrankung hat, bei der die Schilddr\u00fcse zu viel Hormone produziert, also sich diesem <strong>Regulationsmechanismus<\/strong> entzieht aus der Hypophyse, also die Hypophyse sagt zwar, produziere nicht mehr so viel, aber die Schilddr\u00fcse sagt autonom nein, ich mache weiter, dann kriegt der Patient seine <strong>Schilddr\u00fcsen\u00fcberfunktion<\/strong>, die als Ursache die <strong>Schilddr\u00fcsenautonomie<\/strong> haben kann oder als Ursache auch eine sogenannte Autoimmunerkrankung, wo ein autoimmuner Prozess leider dazu f\u00fchrt, dass die Schilddr\u00fcse unkontrolliert <strong>Schilddr\u00fcsenhormone<\/strong> produziert und der Patient dann in seine \u00dcberfunktion kommt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt: <\/strong>Was bringt das f\u00fcr Symptome mit sich?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dr. Tobias Wiesner: <\/strong>Also die klassische \u00dcberfunktion ist eine Erkrankung, die dann einhergeht mit den erh\u00f6hten Werten, T3, T4 und das f\u00fchrt dann dazu, dass der Patient zum Beispiel unruhig ist, einen schnellen Herzschlag hat, einen hohen <strong>Blutdruck<\/strong> haben kann, eine Schlaflosigkeit hat, Gewichtsverlust haben kann, dass der Patient insgesamt sich nicht wohlf\u00fchlt und durchaus so dieses hibbelige aktive ist, das kann eine <strong>Schilddr\u00fcsen\u00fcberfunktion<\/strong> sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die kann verschiedenste <strong>Ursachen<\/strong> haben, ich hatte es ja schon gesagt, einmal die <strong>Autonomie<\/strong>, also die Schilddr\u00fcse produziert von sich aus zu viel und h\u00f6rt nicht auf den \u00fcbergeordneten <strong>Instanz<\/strong>, sprich die <strong>Hypophyse<\/strong> oder es kann sein, dass es eine Autonomie ist, dass also bestimmte Zellen in der Schilddr\u00fcse sagen, ich h\u00f6re gar nicht mehr, was von au\u00dfen passiert und wie gesagt, die autoimmune Situation, dass also Antik\u00f6rper die Schilddr\u00fcse ansto\u00dfen und bei diesem <strong>Risiko<\/strong> kann es nat\u00fcrlich auch sein, dass, wenn der Patient zum Beispiel von au\u00dfen und dar\u00fcber werden wir sicherlich auch gleich reden, zu viel Iod bekommt, dass die Schilddr\u00fcse pl\u00f6tzlich so viel <strong>Iod<\/strong> angeboten bekommt, aus denen sie ja die Hormone produziert, dass es da zu einer <strong>\u00dcberfunktion<\/strong> kommen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und dann ist die Schilddr\u00fcsenunterfunktion, also genau das Gegenteil, es wird nicht ausreichend <strong>Schilddr\u00fcsenhormon<\/strong> produziert, das geht mit M\u00fcdigkeit einher, das geht mit Abgeschlagenheit einher, das geht mit <strong>Hautver\u00e4nderungen<\/strong> einher, so eine trockne, teigige Haut tritt dann auf, es geht mit Haarver\u00e4nderungen einher, so strohiges Haar, steht in den Lehrb\u00fcchern immer, das bei Patienten mit einer Unterfunktion und das kann nat\u00fcrlich dann auch zu einer <strong>Gewichtszunahme<\/strong> einhergehen, in der Unterfunktion. Ursachen f\u00fcr die <strong>Unterfunktion<\/strong> ist in unseren Breiten leider das h\u00e4ufigste die Hashimoto-Thyreoiditis, also auch eine autoimmune <strong>Dr\u00fcsenerkrankung<\/strong>, bei der leider der K\u00f6rper versehentlich die Schilddr\u00fcse als was Fremdes erkennt, die Schilddr\u00fcse irgendwie loswerden will, wie einen fremden, b\u00f6sen <strong>Keim<\/strong> und deswegen Antik\u00f6rper produziert und die Schilddr\u00fcse also in der Produktion erheblich gest\u00f6rt wird und deswegen zu wenig Hormone produziert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es kann auch sein, das ist selten, dass Patienten mit, von bestimmten Medikamenten blockiert werden, dass die Hormone nicht mehr produziert werden. Ganz selten ist auch der Umstand, dass Patienten \u00fcberhaupt keine Schilddr\u00fcse angelegt bekommen haben, also im <strong>Mutterlaib<\/strong> und dass sie die Unterfunktion haben, aber das f\u00e4llt schon in der fr\u00fchen, also im Kleinkind-, im Babyalter auf, aber das h\u00e4ufigste, wie gesagt, in unseren Breiten ist die Hashimoto-Thyreoiditis und dann gibt es andere Formen der Unterfunktion, die man nicht so richtig erkennt, weil die keine <strong>Antik\u00f6rper<\/strong> haben und dann ist es manchmal tats\u00e4chlich auch noch der Iodmangel, dass man also zu wenig Iod bekommt und die Schilddr\u00fcse nicht ausreichend Hormone produzieren kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt: <\/strong>Schilddr\u00fcse und Iod h\u00e4ngt zwangsweise immer irgendwie zusammen. Warum?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wie h\u00e4ngen die Schilddr\u00fcse und Iod zusammen?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dr. Tobias Wiesner: <\/strong>Das zentrale Mineral f\u00fcr das <strong>Schilddr\u00fcsenhormon<\/strong> ist tats\u00e4chlich das Iodmolek\u00fcl und die Schilddr\u00fcse baut aus den Iodmolek\u00fclen das Schilddr\u00fcsenhormon und wie gesagt, das Thyroxin hat vier Iodmolek\u00fcle, das Trijodthyronin, also die aktive Form, hat drei, da wird eins abgespalten, wird dann aktiv, das ist also der zentrale Baustein. Also wenn ich kein Iod habe, kann ich keine Schilddr\u00fcsenhormone produzieren. Also ist Iod was ganz Wichtiges, deswegen empfehlen wir ja auch bei Patienten, die keine <strong>Schilddr\u00fcsenerkrankung<\/strong> haben, wie diese autoimmune <strong>Schilddr\u00fcsenerkrankung<\/strong>, empfehlen wir auch eine iodreiche Ern\u00e4hrung, also der ber\u00fchmte Seefisch oder auch durchaus mal iodhaltiges Salz, wobei man muss immer aufpassen, bestimmte Erkrankungen lassen einem <strong>iodhaltiges Salz<\/strong> nicht essen, da verschlechtert sich eher die Erkrankung und wir empfehlen auch, weil Iod was ganz Wichtiges ist, ich hatte ja schon \u00fcber das kluge Kind gesprochen, empfehlen wir auch den Schwangeren Iod zu nehmen, deswegen ist in diesen <strong>Pr\u00e4paraten<\/strong> die man als schwangere Frau oder schwanger werdende Frau nehmen sollte, auch Iod enthalten, um das Kind ad\u00e4quat mit diesen ganz wichtigen <strong>Bausteinen<\/strong> f\u00fcr die Iod, f\u00fcr die <strong>Schilddr\u00fcsenhormonproduktion<\/strong> zu versorgen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt: <\/strong>Aber zu viel Iod ist auch sch\u00e4dlich?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dr. Tobias Wiesner: <\/strong>Also es gibt ein \u00dcberdosiseffekt von Iod, ja, das ist schon richtig, auch mit einem Augenzwinkern, den <strong>\u00dcberdosiseffekt<\/strong> von Iod kriegen heutzutage nur die Kollegen der Radiologie hin, wenn sie Kontrastmittel geben, aber Spa\u00df bei Seite, also zu viel Iod ist etwas, was eigentlich der K\u00f6rper dann auch wieder ausschwemmt. Es gibt nur bestimmte <strong>Erkrankungen<\/strong>, das ist in der Tat richtig, da sollte ich mit Iod etwas zur\u00fcckhaltend sein und wie gesagt, bestimmte <strong>Schilddr\u00fcsenerkrankungen<\/strong> an sich, da sollte ich tats\u00e4chlich kein Iod nehmen, also wie gesagt, bei der Hashimoto-Thyreoiditis ist es tats\u00e4chlich so, dass man da so ein bisschen aufpassen muss. Wenn ich dem <strong>Patienten<\/strong> Iod gebe, kann sich die <strong>Erkrankung<\/strong> als solche verschlimmern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt: <\/strong>Als das losging mit dem Ukrainekrieg, da war es so, dass online keine Apotheke mehr Kaliumiodid hatte. Die haben ja so gedacht, wenn es jetzt wirklich irgendwie tats\u00e4chlich eine Atomkatastrophe geben sollte, brauche ich ganz viel Iod. Warum ist das so?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dr. Tobias Wiesner: <\/strong>Das ist genau der <strong>Umstand<\/strong>, den wir gerade so durch die Blume schon miteinander diskutiert haben. Wenn ich ganz, ganz, ganz viel Iod gebe, dann blockiere ich die Schilddr\u00fcse. Das ist dieser <strong>\u00dcberdosiseffekt<\/strong> und ich will bei einem Atomunfall die Schilddr\u00fcse sch\u00fctzen radioaktive Substanzen aufzunehmen, die dann zu einer <strong>Schilddr\u00fcsentumorerkrankung<\/strong>, sprich zum <strong>Schilddr\u00fcsenkrebs<\/strong> f\u00fchren k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und das ist etwas, nach einem nuklearen Fallout, wie das ja so hei\u00dft, kann ich die Schilddr\u00fcse mit ultra hohen Dosen <strong>Iod<\/strong>, das ist nicht etwa, dass die Fols\u00e4ure Iod-Pr\u00e4parate, die ich in der Schwangerschaft nehme, sondern viel, viel, viel h\u00f6her nehmen und damit kann ich die Schilddr\u00fcse blockieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wichtig an der Stelle noch mal, diese <strong>Blockade<\/strong> sollte zeitnah beim <strong>Atomunfall<\/strong> sein, also <strong>prophylaktisch<\/strong> zu nehmen macht tats\u00e4chlich keinen Sinn und es gibt auch ganz klare Empfehlungen des Robert Koch Instituts und der Beh\u00f6rden in Deutschland, es gibt auch eine bestimmte <strong>Altersgrenze<\/strong>, bei der man das Iod dann nicht mehr nehmen sollte, es sollten also haupts\u00e4chlich j\u00fcngere Patienten nehmen, in den beh\u00f6rdlichen Angaben steht 40, 45 Jahre und \u00e4lter sollte man dieses Iod nicht nehmen, weil das <strong>Risiko<\/strong> da einen <strong>Schilddr\u00fcsentumor<\/strong> zu bekommen, deutlichst geringer ist, als bei den j\u00fcngeren Patienten. Also das ist vielleicht noch mal eine wichtige Aussage.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt: <\/strong>Ja also 45, so ist die Grenze dann?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dr. Tobias Wiesner: <\/strong>Das hei\u00dft nicht, dass man zu alt ist mit 45, das hei\u00dft nur, dass das Risiko eine Schilddr\u00fcsentumorerkrankung zu bekommen durch eine radioaktive Belastung deutlichst geringer ist und wie gesagt, wir sollten die J\u00fcngeren sch\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt: <\/strong>Da haben wir auf jeden Fall zwei Sachen, die man in diesem Zusammenhang noch sagen muss, man soll es nicht alleine nehmen, auf eigene <strong>Faust<\/strong>, sondern die Beh\u00f6rden k\u00fcmmern sich darum, das ist noch mal ganz wichtig und zum anderen, Sie sagten schon, diese normalen <strong>Iodpr\u00e4parate<\/strong> aus der <strong>Apotheke<\/strong>, man m\u00fcsste ja tonnenweise davon essen, das ist in einer viel zu geringen Dosis, sondern man braucht da schon diese spezielle <strong>Kaliumiodid<\/strong>, da gibt es aber irgendwie blo\u00df eine <strong>Firma<\/strong>, die das hat und das ist sowieso permanent ausverkauft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dr. Tobias Wiesner: <\/strong>Das ist, also es ist eigentlich auch nicht in <strong>Apotheken<\/strong> verf\u00fcgbar, weil es ja f\u00fcr den nuklearen Notfall vorgehalten wird und auch da habe ich nie gedacht, dass ich mir dar\u00fcber Gedanken machen m\u00fcsse, habe mir die <strong>Information<\/strong> in den letzten Tagen auch erarbeitet. Es ist tats\u00e4chlich so, wenn es zu einem <strong>Fallout<\/strong> kommt, gibt es eine Reserve in Deutschland, wie voll die ist, sei dahin gestellt, aber es wird dann empfehlen das zu nehmen oder nicht zu nehmen, damit man auch ad\u00e4quat zum richtigen <strong>Zeitpunkt<\/strong> die Schilddr\u00fcse blockiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt: <\/strong>Dann reden wir allgemein \u00fcber die <strong>Schilddr\u00fcse<\/strong>. Wie merke ich denn selbst, dass es die Schilddr\u00fcse ist? Also, dass ich mal den <strong>Arzt <\/strong>aufsuchen sollte? Merke ich das selbst, dass es die Schilddr\u00fcse ist oder merke ich einfach blo\u00df, ich bin jetzt immer so <strong>abgeschlagen<\/strong>, oder?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was sind die Symptome einer Schilddr\u00fcsenerkrankung?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dr. Tobias Wiesner: <\/strong>Also die Schilddr\u00fcse an sich spezifisch zu merken, das geht eigentlich nicht. Da erinnere ich mich auch an mein Professor in <strong>Anatomie<\/strong>, der den sch\u00f6nen Satz sagte, die Schilddr\u00fcse ist das Cham\u00e4leon unter den Organen. Also es kann alles und nichts sein und es kann auch mal die <strong>Schilddr\u00fcse<\/strong> sein und als Endokrinologe habe ich den ganzen Tag ja sehr viel mit der Schilddr\u00fcse zu tun und ich habe auch mit den S\u00e4tzen der Kollegen zu tun, die den Patienten sagen, das muss Ihre Schilddr\u00fcse sein und dann ist es unsere gemeinsame Aufgabe, also <strong>Patient<\/strong> und ich, herauszubekommen, ist es denn die Schilddr\u00fcse?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielleicht der wichtige Satz, es gibt keine spezifischen Symptome f\u00fcr die <strong>Schilddr\u00fcse<\/strong>. Ob ich m\u00fcde bin, das kann alles sein, kann aber auch der fehlende Nachtschlaf sein, ob ich aufgeregt bin, das kann die Schilddr\u00fcse sein, kann aber auch die <strong>Verliebtheit<\/strong> sein, also insofern ist es immer ganz wichtig und deswegen auch mein Satz, nicht allein den Laborwert zu bestimmen, der hilft uns nat\u00fcrlich, sondern auch mit dem <strong>Patienten<\/strong> zu reden, zu sprechen und zu fragen: \u201eWas sind Ihre Symptome?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In welchem <strong>Zusammenhang<\/strong> sind die aufgetreten? Was haben Sie denn sonst gemerkt? Was gibt es sonst so f\u00fcr Dinge im Alltag?\u201c Und das ist vielleicht der wichtige Satz, spezifische Symptome f\u00fcr die Schilddr\u00fcse gibt es tats\u00e4chlich nicht, deswegen das Gespr\u00e4ch mit dem Arzt, auch die Haus\u00e4rzte sind da inzwischen sehr erfahren und dann die Kontrolle dieses <strong>TSH-Wertes<\/strong> und wenn man da den Verdacht hat, kann man weiterf\u00fchrende Diagnostik machen. Es gibt ja noch ein paar andere <strong>Parameter<\/strong>, die man bestimmen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich hatte es ja gesagt, FT3, FT4 oder zum Beispiel auch die sogenannten Antik\u00f6rper, um zu wissen, ob eine Unterfunktion autoimmun bedingt ist, oder ob eine <strong>\u00dcberfunktion<\/strong> <strong>autoimmun<\/strong> bedingt ist. Diese Parameter kann man bestimmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt: <\/strong>Und lieber einmal mehr checken lassen, die Schilddr\u00fcse, als zu wenig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dr. Tobias Wiesner: <\/strong>Also insbesondere auch da, wenn das famili\u00e4re Risiko da ist, das muss man ja sagen, in unseren Breiten ist es ja, Sie hatten es gesagt, ein Drittel eine Schilddr\u00fcsenerkrankung, das ist sehr h\u00e4ufig eine famili\u00e4re Geschichte. Leider betrifft es h\u00e4ufig auch Frauen mit <strong>Schilddr\u00fcsenerkrankung<\/strong>, also wenn die Schwester oder die Mutter an einer Schilddr\u00fcsenerkrankung erkrankt ist, macht es durchaus Sinn, den Schilddr\u00fcsenwert etwas h\u00e4ufiger mal zu checken und insbesondere, wenn eine <strong>Auff\u00e4lligkeit<\/strong> schon mal gewesen ist, also zum Beispiel eine Schilddr\u00fcsenfehlfunktion in der Schwangerschaft, macht es Sinn, einmal j\u00e4hrlich den Schilddr\u00fcsenwert zu bestimmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt: <\/strong>Ab wann sollte man denn den Arzt aufsuchen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dr. Tobias Wiesner: <\/strong>Also wichtig ist es immer, mit dem Hausarzt seine Fragen zu kl\u00e4ren, ob es die Schilddr\u00fcse sein kann und das ist auch so der Hauptweg, wie die Patienten zu uns <strong>Endokrinologen<\/strong> finden, also der Kollege, der haus\u00e4rztliche Kollege hat den Verdacht zur Schilddr\u00fcse mit dem Patienten zusammen gelenkt und hat vielleicht auch einen <strong>Schilddr\u00fcsenwert<\/strong> bestimmt und mit diesen Schilddr\u00fcsenwerten gucken wir uns den Patienten an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was nat\u00fcrlich ein Punkt ist, den hatten wir ganz am Anfang besprochen, ist, wenn ich das Gef\u00fchl habe, es dr\u00fcckt im Hals, also die Schilddr\u00fcse ist zum Beispiel zu gro\u00df, ich habe das Gef\u00fchl, dass die Schilddr\u00fcse gro\u00df ist, daf\u00fcr haben wir spezielle <strong>Ultraschallger\u00e4te<\/strong>, mit denen man sich die Schilddr\u00fcse genau angucken kann. Wir k\u00f6nnen also die Gr\u00f6\u00dfe ausmessen, wir k\u00f6nnen die Durchblutung angucken, wir k\u00f6nnen sehen, ob <strong>Knoten<\/strong> oder ob <strong>Zysten<\/strong> in der Schilddr\u00fcse drin sind, das ist nichts Seltenes aber die Frage ist auch, ob so was krankhaft ist?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie es im Verh\u00e4ltnis zu den anderen <strong>Halsorganen<\/strong> ist, da ist ja nicht viel Platz im Hals. Also das k\u00f6nnen wir mit einem Ultraschall tats\u00e4chlich sehr entspannt machen und deswegen ist so die Frage, <strong>Schluckbeschwerden<\/strong>, Engegef\u00fchl, ein Punkt, der zum Endokrinologen, zum Ultraschall f\u00fchren sollte. Wie gesagt, das Gef\u00fchl, dass die Schilddr\u00fcse au\u00dferhalb der Funktion ist, das lohnt sich immer mit dem Hausarzt zu besprechen, weil die ganzen anderen Fragen, die bei eingeschr\u00e4nktem Befinden auch auftreten k\u00f6nnten, er mit im Blick hat und dann sind wir nat\u00fcrlich gerne Ansprechpartner als Endokrinologen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt: <\/strong>Dann gibt es ja bisweilen Menschen, Sie haben es auch schon angedeutet, die bekommen auch so ja, so eine dicke Beule an der Schilddr\u00fcse. Was ist da los? Ist es immer was Schlimmes?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dr. Tobias Wiesner: <\/strong>Also in den seltensten F\u00e4llen, erfreulicherweise ist es was <strong>Schlimmes<\/strong>, die, der Anteil derer, die bei einer zum Beispiel Knotenstruktur einen Tumor haben, ist erfreulicherweise sehr gering, also die Schilddr\u00fcse wird leider in unseren Breiten aus verschiedensten <strong>Gr\u00fcnden<\/strong>, auch zum Beispiel dem Iodmangel bestimmten vulnerablen Phasen, also Pubert\u00e4t et cetera dann zu gro\u00df, also das ist diese <strong>Struma<\/strong> oder auch fr\u00fcher <strong>Kropf<\/strong> genannt, das hat durchaus was mit der Iodversorgung auch zu tun, das hatten wir ja schon kurz besprochen gehabt, aber es gab ja <strong>traditionell<\/strong> und auch geografisch bedingt <strong>Regionen<\/strong>, in denen weniger Iod zur Verf\u00fcgung stand und da ist ja der Kropf, der ber\u00fchmte Kropf eine h\u00e4ufige Komplikation gewesen, dass es sogar <strong>Einzug<\/strong> in die <strong>Trachten<\/strong> genommen hat. Es gibt ja das ber\u00fchmte <strong>Kropfband<\/strong> bei den bayerischen Trachten, das hat einfach was damit zu tun, weniger Iod, gro\u00dfe Schilddr\u00fcse und das hat man dann mit geschm\u00fcckt, mit einem doch sehr, sehr sch\u00f6n gestalteten Kopfband, also das ist durchaus etwas, was man in den <strong>Alpenregionen<\/strong> sieht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Also insofern ist diese <strong>Fragestellung<\/strong> nach der Gr\u00f6\u00dfe der Schilddr\u00fcse insofern zu beantworten, es kann einerseits eine Vergr\u00f6\u00dferung sein, es kann andererseits aber auch ein Knoten sein oder eine Zyste. Also wenn zum Beispiel in eine Struktur in die Schilddr\u00fcse einblutet, dann bildet sich daraus eine <strong>Zyste<\/strong>, die ist in vielen F\u00e4llen harmlos, aber das zu unterscheiden ist die Aufgabe von uns Endokrinologen. Also mit <strong>Ultraschall<\/strong> oder mit einer Punktion zum Beispiel von Knoten oder Zyste.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt: <\/strong>Welche Krankheiten der Schilddr\u00fcse gibt es noch?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Welche Krankheiten der Schilddr\u00fcse gibt es noch?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dr. Tobias Wiesner: <\/strong>Also es gibt die Autoimmunschilddr\u00fcsenerkrankungen, also die autoimmune \u00dcberfunktion, die autoimmune <strong>Unterfunktion<\/strong>, es gibt die Schilddr\u00fcsenvergr\u00f6\u00dferung, es gibt die <strong>Schilddr\u00fcsenvergr\u00f6\u00dferung<\/strong> mit Knoten, es gibt die Zysten in der Schilddr\u00fcse und es gibt nat\u00fcrlich auch, sehr selten erfreulicherweise, hatte ich ja gesagt, auch die Schilddr\u00fcsenkarzinome, da gibt es unterschiedliche Typen, die einer <strong>endokrinologischen<\/strong> <strong>Diagnostik<\/strong> und dann auch einer h\u00e4ufig chirurgischen oder auch <strong>nuklearmedizinischen<\/strong> <strong>Therapie<\/strong> bed\u00fcrfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt: <\/strong>Nehmen wir mal an, die Schilddr\u00fcse m\u00fcsste entfernt werden, wir haben ja anfangs gesagt, es ist ein sehr wichtiges Organ, hat sehr viele Funktionen. K\u00f6nnte man locker ohne Schilddr\u00fcse leben?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dr. Tobias Wiesner: <\/strong>Also seit den, ich glaube knapp 80 Jahren, ich bitte korrigiert zu werden, von demjenigen, der das wei\u00df, kann ein Schilddr\u00fcsenhormon synthetisch hergestellt werden. Bis dahin war eine Unterfunktion immer etwas, was nicht mit dem Leben vereinbar gewesen ist. Seit dem man Schilddr\u00fcsenhormone synthetisch herstellen kann, kann ich ohne Schilddr\u00fcse auch leben, muss nur regelm\u00e4\u00dfig die Medikamente einnehmen und auch regelm\u00e4\u00dfig die Laborwerte kontrollieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt: <\/strong>Dann bedanke ich mich. Das war wieder sehr aufschlussreich, vielen Dank, Dr.&nbsp;Wiesner.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dr. Tobias Wiesner: <\/strong>Sehr gerne.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mario D. Richardt: <\/strong>Ihnen vielen Dank f\u00fcrs Zuh\u00f6ren. Die n\u00e4chste Folge kernig &amp;&nbsp;gesund gibt es am n\u00e4chsten Mittwoch. Alle Folgen finden Sie auf kernig-und-gesund.de und au\u00dferdem \u00fcberall dort, wo es gute Podcasts gibt. Bis zum n\u00e4chsten Mittwoch, tsch\u00fcss.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In dieser Folge lernen Sie: Experte: Dr. med. Tobias Wiesner, Diabetologe und Facharzt f\u00fcr Innere Medizin Diabetologe, Facharzt f\u00fcr Innere Medizin Dr. med. Tobias Wiesner Dr. med. Tobias Wiesner studierte nach seinem Abitur Medizin und erhielt im Jahr 2000 seine Approbation zum Arzt. Drei Jahre sp\u00e4ter erfolgte die Promotion an der Universit\u00e4t Leipzig. 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