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Benlysta (Belimumab)

Benlysta® ist ein Arzneimittel, das als Zusatztherapie bei Personen ab 5 Jahren mit systemischem Lupus erythematodes angewendet wird und auch bei Erwachsenen zur Behandlung der aktiven Lupusnephritis eingesetzt wird.

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⚕️ Arzneimittelinformation zu Benlysta®:

Wirkstoff: Belimumab
ATC-Code: L04AG04
Wirkstoffklasse: Immunsuppressiva
Wirkmechanismus: monoklonaler Antikörper, der an BLyS bindet und es hemmt
Zugelassene Anwendungsgebiete: Zusatztherapie bei Patienten ab 5 Jahren mit aktivem, Autoantikörper-positivem systemischem Lupus erythematodes (SLE) mit hoher Krankheitsaktivität trotz Standardtherapie; in Kombination mit Hintergrund-Immunsuppressiva zur Behandlung erwachsener Patienten mit aktiver Lupusnephritis
Darreichungsform: intravenöse Infusion (Tropfinfusion), Injektionslösung in einer Fertigspritze und Injektionslösung im Fertigpen
Anwendung: intravenöse Infusion oder Injektion unter die Haut
Hersteller: GlaxoSmithKline Trading Services Limited
Zulassung Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA): EMEA/H/C/002015, erteilt am 13. Juli 2011
Verschreibungsstatus: Verschreibungspflichtig (Rx)

Fachliche Grundlage: Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) · Gelbe Liste · Fachinformation


Was ist Benlysta und wofür wird es angewendet?

Benlysta ist ein Arzneimittel, das als Zusatztherapie bei Personen ab 5 Jahren mit systemischem Lupus erythematodes (SLE) angewendet wird. Dabei handelt es sich um eine Krankheit, bei der das Immunsystem (die natürliche Abwehr des Körpers) normale Zellen und Gewebe angreift, was zu Entzündungen und Organschäden führt. Benlysta wird Personen verabreicht, die trotz Standardtherapie eine hohe Krankheitsaktivität aufweisen.

Benlysta wird auch bei Erwachsenen zur Behandlung der aktiven Lupusnephritis angewendet. Dabei handelt es sich um eine SLE-Manifestation, die zu Nierenschädigungen führt. In diesem Fall wird es in Kombination mit verschiedenen Immunsuppressiva (Arzneimitteln, die die Aktivität des Immunsystems herabsetzen) gegeben.

Benlysta enthält den Wirkstoff Belimumab.

Wie wird Benlysta angewendet?

Benlysta ist nur auf ärztliche Verschreibung erhältlich, und die Behandlung sollte nur von einem Arzt eingeleitet und überwacht werden, der über Erfahrung in der Diagnose und Behandlung von SLE verfügt.

Benlysta ist in drei verschiedenen Darreichungsformen erhältlich: als intravenöse Infusion (Tropfinfusion), als Injektionslösung in einer Fertigspritze und als Injektionslösung im Fertigpen. Sowohl der Fertigpen als auch die Fertigspritze werden unter die Haut injiziert.

Sowohl die intravenöse Infusion als auch der Fertigpen können bei Erwachsenen und Kindern angewendet werden. Die Fertigspritze ist jedoch nur für die Anwendung bei Erwachsenen bestimmt.

Wenn Benlysta als Infusion in eine Vene zur Behandlung von SLE bei Erwachsenen und Kindern oder zur Behandlung der aktiven Lupusnephritis bei Erwachsenen gegeben wird, hängt die empfohlene Dosis vom Körpergewicht des Patienten ab. Die ersten drei Dosen werden im Abstand von jeweils zwei Wochen gegeben. Danach wird Benlysta einmal alle vier Wochen gegeben.

Bei Erwachsenen mit SLE kann Benlysta auch einmal wöchentlich mit dem Fertigpen oder der Fertigspritze verabreicht werden. Bei Kindern mit SLE hängt die empfohlene Dosis im Fertigpen vom Körpergewicht des Patienten ab.

Bei Erwachsenen mit aktiver Lupusnephritis wird das Arzneimittel in den ersten vier Wochen einmal wöchentlich als zwei Injektionen unter die Haut (entweder mit dem Fertigpen oder der Fertigspritze) verabreicht. Anschließend können sie zu einer Injektion pro Woche übergehen.

Die Patienten können Benlysta selbst injizieren, nachdem sie ordnungsgemäß geschult wurden und wenn der Arzt dies als angemessen erachtet. Bei Kindern unter 10 Jahren müssen die Injektionen jedoch entweder durch medizinisches Fachpersonal oder eine geschulte Betreuungsperson verabreicht werden.

Wenn das Arzneimittel als Infusion gegeben wird, können bei den Patienten Reaktionen im Zusammenhang mit der Infusion (wie z. B. Hautausschlag, Juckreiz und Atembeschwerden) oder Überempfindlichkeitsreaktionen (allergische Reaktionen) auftreten, die schwerwiegend und lebensbedrohlich sein und mehrere Stunden nach der Verabreichung von Benlysta einsetzen können. Die Patienten sollten daher zumindest nach den ersten zwei Infusionen mehrere Stunden beobachtet werden. Alle Infusionen von Benlysta sowie die erste Injektion unter die Haut sollte an einem Ort gegeben werden, an dem diese Reaktionen unverzüglich behandelt werden können, falls sie auftreten. Falls der Patient eine Reaktion im Zusammenhang mit der Infusion oder Injektion entwickelt, kann der Arzt die Behandlung unterbrechen oder beenden.

Weitere Informationen zur Anwendung von Benlysta entnehmen Sie der Packungsbeilage, oder wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Wie wirkt Benlysta?

Von SLE kann nahezu jedes Organ im Körper betroffen sein. Es wird davon ausgegangen, dass ein als B-Lymphozyten bezeichneter Typ von weißen Blutkörperchen beteiligt ist. B-Lymphozyten bilden normalerweise Antikörper, die dazu beitragen, Infektionen zu bekämpfen. Bei SLE greifen einige dieser Antikörper stattdessen die Zellen und Organe des eigenen Körpers an (Autoantikörper). Bei Lupusnephritis greifen die Autoantikörper die Nieren an und verhindern, dass diese richtig funktionieren. Bei dem Wirkstoff in Benlysta, Belimumab, handelt es sich um einen monoklonalen Antikörper, ein Protein, das so entwickelt wurde, dass es an ein Protein bindet, das als BLyS bezeichnet wird und B-Lymphozyten zu einer längeren Lebensdauer verhilft, und es hemmt. Indem es die Wirkung von BLyS hemmt, verkürzt Belimumab die Lebensdauer der B-Lymphozyten und reduziert somit die Entzündung und Organschäden bei SLE und Lupusnephritis.

Welche Risiken sind mit Benlysta verbunden?

Die vollständige Auflistung der im Zusammenhang mit Benlysta berichteten Nebenwirkungen und Einschränkungen ist der Packungsbeilage zu entnehmen.

Sehr häufige Nebenwirkungen von Benlysta bei Anwendung als Zusatztherapie gegen SLE (die bis zu 1 von 20 Behandelten betreffen können) sind Nasopharyngitis (Entzündung der Nase und des Rachens).

Sehr häufige Nebenwirkungen von Benlysta in Kombination mit Immunsuppressiva zur Behandlung von Lupusnephritis (die bis zu 1 von 20 Behandelten betreffen können) sind Infektionen der oberen Atemwege (Nase und Rachen), Harnwegsinfektionen und Herpes Zoster (Gürtelrose).

Einige Nebenwirkungen können schwerwiegend sein. Im Zusammenhang mit Benlysta wurden das Stevens-Johnson-Syndrom (eine lebensbedrohliche Reaktion mit grippeähnlichen Symptomen und einem schmerzhaften Ausschlag, der die Haut, den Mund, die Augen und die Genitalien betrifft) und die toxische epidermale Nekrolyse (eine lebensbedrohliche Reaktion mit grippeähnlichen Symptomen und Blasenbildung an Haut, Mund, Augen und Genitalien) gemeldet.


Quelle: Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) // Aktualisiert: 22. Juni 2026


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