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Durchfall Kleinkind

Macht das Kind plötzlich und unkontrolliert in die Hose oder in die Windel? Ist der Stuhlgang dünnflüssig bis wässrig, riecht übel und tritt bereits während oder kurz nach dem Essen ein? Wenn diese Symptome zutreffen, hat das Kleinkind Durchfall oder Diarrhoe (Diarrhö), so der medizinische Fachbegriff. Hier erfahren Sie alles Wissenswerte.
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Durchfall beim Kleinkind: Ursachen, Symptome und hilfreiche Maßnahmen für eine rasche Genesung

Durchfall ist eine häufige und oft beunruhigende Erfahrung bei Kleinkindern. Eltern machen sich Sorgen, wenn ihr Kind plötzlich wässrigen Stuhl hat oder unkontrolliert in die Windel macht. In diesem Leitfaden erfahren Sie, wie Sie erkennen können, ob Ihr Kleinkind Durchfall hat, welche Ursachen es gibt, wie Sie den Durchfall behandeln können und wann es ratsam ist, einen Arzt aufzusuchen.


Inhaltsverzeichnis
  • Wie erkenne ich ob mein Kleinkind Durchfall hat?
  • Diese Ursachen können Durchfall bei einem Kleinkind haben
  • Symptome & Anzeichen
  • Folgen von Durchfall beim Kleinkind
  • Wie kann man Durchfall beim Kleinkind behandeln?
  • Wann sollte ich bei Durchfall mit meinem Kind zum Arzt gehen?

Wie erkenne ich ob mein Kleinkind Durchfall hat?

Macht das Kind plötzlich und unkontrolliert in die Hose oder in die Windel? Ist der Stuhlgang dünnflüssig bis wässrig, riecht übel und tritt bereits während oder kurz nach dem Essen ein? Wenn diese Symptome zutreffen, hat das Kleinkind Durchfall oder Diarrhoe (Diarrhö), so der medizinische Fachbegriff. Im Ratgeber unserer Online Apotheke erfahren Sie alles Wissenswerte.

Ab wann spricht man von Durchfall beim Kleinkind?

Ein einmaliger Stuhlgang mit flüssiger Konsistenz kann hin und wieder vorkommen. Hat das Kleinkind dagegen mehr als dreimal am Tag dünnflüssigen Stuhlgang, spricht man von Durchfall.

Soforthilfemaßnahmen

Kleinkinder bis 3 Jahre haben häufiger Durchfall, da ihr Magen-Darm-System noch in einer gewissen Entwicklungs- und Gewöhnungsphase ist. Hält der Durchfall mehr als einige Tage an und/oder kommen zum Durchfall noch Fieber, Erbrechen und andere Symptome hinzu, sollte ein Kinderarzt konsultiert werden.

Oft normalisiert sich der Stuhlgang nach einiger Zeit wieder von selbst. Am besten sollten betroffene Kinder sechs Stunden lang nur Flüssigkeit zu sich nehmen. Zu den Getränken, die Magen und Darm von Kindern guttun, gehören Kamillen- und Fencheltee, verdünnter schwarzer Tee oder kaliumreiche Obstsäfte wie Bananen- oder Aprikosensaft. Ein Teelöffel Traubenzucker und eine Prise Salz gleichen in der Regel den Mineralstoffverlust aus.


Diese Ursachen können Durchfall bei einem Kleinkind haben

Durchfall selbst ist keine Krankheit, sondern er zeigt an, dass mit dem Körper etwas nicht stimmt. Dieses Symptom kann viele Ursachen haben, von denen manche harmlos, andere sogar ansteckend sind.

Zahnen als Ursache?

Wenn die Kleinen zahnen, beißen sie auf allem Möglichen herum, was sie in die Hände bekommen. Daher sind es nicht die wachsenden Zähnchen selbst, die zu Durchfall führen, sondern die Keime, die durch den Beißtrieb in Mund und Verdauungstrakt gelangen.

Kann falsche Ernährung in die Hose gehen?

Wenn Durchfall ganz plötzlich auftritt, stark wässrig ist und/oder mit Bauchkrämpfen einhergeht, will sich der Körper von bestimmten Nahrungsmitteln befreien. Klassische Auslöser dafür sind:

  • zu viel Zucker
  • zu viel Obst
  • zu viel Fett (z. B. Chips, Frittiertes)

Fieber und Durchfall – Hat das Kleinkind einen Infekt?

Durchfall mit Fieber und/oder Erbrechen deutet auf einen Infekt durch Bakterien oder Viren hin. Hier sollte ein Arzt aufgesucht werden, um eine gezielte Behandlung zu ermöglichen.

Das Rotavirus als häufigster Auslöser

Das Rotavirus ist bei Durchfall bei Babys als auch bei Kleinkindern der häufigste Auslöser. Die Viren werden durch Berührung infizierter Gegenstände übertragen, was vor allem in Kindereinrichtungen schnell geschehen kann.

Adenovirus als Auslöser

Kleinkinder sind zudem häufig von Adenoviren betroffen, auf die Erwachsene eher selten reagieren. Die Infektion verläuft mit Fieber, Bauchschmerzen und Erbrechen und klingt nach einigen Tagen wieder ab.

Kann eine ernsthafte Erkrankung Schuld am Durchfall beim Kleinkind sein?

Durchfall hat oft recht harmlose Ursachen, kann aber auch die Folge einer ernsthaften Erkrankung sein – dann tritt er meist chronisch auf.
Durchfall bei einer Überfunktion der Schilddrüse oder der Bauchspeicheldrüse ist hormonell bedingt. Ebenso können Diabetes mellitus, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (z. B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) oder Darmkrebs von Durchfall begleitet sein.


Symptome & Anzeichen

Schleimiger Durchfall beim Kleinkind

Schleimiger Durchfall kann mehrere Ursachen haben und sollte bei längerem Anhalten und starkem Geruch vom Arzt untersucht werden.

Verschiedene Anzeichen eines schleimigen Durchfalls beim Kleinkind weisen u. a. auf folgende Ursachen hin:

  • heller Schleim – z. B. bei einer Nahrungsumstellung oder einer Nahrungsmittelunverträglichkeit
  • gelber Schleim – bei Infektionen
  • roter Schleim – eventuell Blut im Stuhl, eine Untersuchung ist unumgänglich

Grüner Durchfall beim Kleinkind

Zu viel Spinat, Brokkoli oder Grünkohl können den Stuhl grün färben. Wurde keine grünen Nahrungsmittel gegessen, sollte ein Arzt aufgesucht werden, denn dann kann grüner Durchfall auch auf Salmonellen hinweisen.

Wässriger Durchfall beim Kleinkind

Stark wässriger Durchfall wird fast immer von verdorbenen oder nicht vertragenen Nahrungsmitteln ausgelöst. Vor allem Stillkinder haben häufig gelben Durchfall. Geht der Durchfall jedoch nicht problemlos wieder weg, sollte die Galle untersucht werden, da verringerte Gallenflüssigkeit den Stuhl gelb färben kann.

Gelber Durchfall beim Kleinkind

Gelber Durchfall wird oft durch Milchprodukte ausgelöst, vor allem bei Stillkindern.

Blutiger Durchfall beim Kleinkind – Arzt aufsuchen!

Bei blutigem Durchfall sollte immer der Kinderarzt aufgesucht werden. Hellrotes Blut stammt häufig von Verletzungen im Anus, dunkelrotes bis schwarzes Blut hingegen kann auf eine Infektion hindeuten.


Folgen von Durchfall beim Kleinkind

Durchfall kann zu Dehydration führen. Achten Sie auf Anzeichen wie trockene Lippen, zäher Speichel oder fehlende Tränen. Bei langanhaltendem Durchfall drohen Gewichtsverlust und Mangelerscheinungen.


Wie kann man Durchfall beim Kleinkind behandeln?

Wenn Ihr Kind Durchfall hat, gibt es verschiedene Möglichkeiten, diesen zu behandeln. Neben der Schonkost, die sich schon seit vielen Jahren als ausgesprochen wirksam erwiesen hat, kann es sinnvoll sein, den kleinen Patienten medikamentös zu unterstützen. In Ihrer Online Apotheke finden Sie ein breitgefächertes Sortiment an freiverkäuflichen Präparaten. Denn Durchfall kann gerade bei Kleinkindern sehr schnell problematisch sein und sollte daher schnell behoben werden.

Können Medikamente gegen Durchfall beim Kleinkind helfen?

Es gibt spezielle Durchfallmedikamente für Kleinkinder. Allerdings sollten diese nicht ohne ärztlichen Rat eingenommen werden. Eine Selbstmedikation mit diesen Medikamenten ist erst ab einem Alter von 12 Jahren erlaubt. Elektrolytlösungen können eingesetzt werden, um den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust bei Durchfall auszugleichen. Mit Medikamenten, die das Immunsystem des Kindes unterstützen, kann auch Durchfall behandelt werden, da die körpereigene Abwehr gestärkt wird. Auch Durchfalltees und Kräutertees, die die Verdauung stabilisieren und unterstützen, können von Kindern eingenommen werden.

Schonkost kann schnell Abhilfe schaffen

Hat sich der Darm nach der ersten Durchfallattacke wieder etwas beruhigt, können Kinder Schonkost erhalten. Hier empfehlen sich Lebensmittel, die den Darm sanieren und leicht stopfend wirken.
Lecker, leicht verdaulich und magenschonend sind z. B.:

  • Zwieback bzw. Zwiebackbrei
  • geriebener Apfel oder zerdrückte Bananen
  • Haferschleim – zum Beispiel aus – mit getrockneten Heidelbeeren
  • Gemüsebrühe mit Nudeln oder Reis
  • Kartoffelpüree mit lange gekochten Möhren

Wann sollte ich bei Durchfall mit meinem Kind zum Arzt gehen?

Fühlt sich ein Kind trotz Durchfall wohl, kann es erst einmal zu Hause behandelt werden. Da Kleinkinder auf Flüssigkeitsverlust jedoch viel stärker reagieren als Erwachsene, sollte ein Arzt aufgesucht werden, wenn sich der Durchfall nicht innerhalb von 24 Stunden bessert.

Bei diesen Begleitsymptomen zum Durchfall ist der Gang zum Kinderarzt Pflicht:

  • Fieber und/oder Erbrechen
  • kolikartige Bauchschmerzen
  • stark angespannte Bauchdecke
  • blutiger Durchfall
  • schleimiger Durchfall

Wissenschaftliche Quellen

  • Eduard Stange: Diarrhö-Krankheiten interdisziplinär, in „Der Klinikarzt“, 35, 2006, ISSN 1439-3859
  • M.C. Liebau: Bauchschmerzen, Erbrechen und Diarrhö, in „Monatsschrift Kinderheilkunde“, 157, 2009, ISBN 1433-0474
  • O. Schröder, R. Gerhard, J. Stein: Die Antibiotika-assoziierte Diarrhö, in „Zeitschrift für Gastroenterologie“, 44, 2006, ISSN 1439-7803
  • H. S. Füeßl: Joghurt gegen Antibiotika-Diarrhö bei Kindern? in „MMW – Fortschritte der Medizin“, 157, 2015, ISSN 1613-3560
  • Yvonne A. Maldonado, Robert H. Yolken: Rotavirus, in „Baillière’s Clinical Gastroenterology“, 4, 1990, ISSN 0950-3528
  • B. Koletzko: Ernährung und Bewegung im Kleinkindalter, in „Monatsschrift Kinderheilkunde“, 161, 2013, ISBN 1433-0474
  • C. P. Braegger: Probiotika in der Prävention und Behandlung der akuten Gastroenteritis bei Kindern, in „Monatsschrift Kinderheilkunde“, 150, 2002, ISSN 0026-9298
  • Karin Kraft: Diarrhö, in „MMW – Fortschritte der Medizin“, 152, 2010, ISSN 1613-3560
  • Horace W. Davenport: Physiologie der Verdauung – eine Einführung, 1971, ISBN 9783794501748
  • S. Erb, M. Sawatzki, T. Daikeler: Diarrhoe mit Folgen, in „Praxis“, 97, 2008, ISSN 1661-8165
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