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Was ist eine Grippeimpfung?
Einer echten Grippe (Influenza) kann man vorbeugen, indem man sich impfen lässt. Geimpft wird mit unschädlich gemachten Viren. Im folgenden Text klären wir die wichtigsten Fragen rund um das Thema Grippeimpfung.
Ist eine Grippeimpfung sinnvoll?
Jedes Jahr stellt sich die Frage “Grippeimpfung: Ja oder Nein?” erneut. Diese Grundsatzfrage lässt sich relativ einfach beantworten: Eine Grippeimpfung ist sinnvoll, obwohl man damit nicht zu 100 % vor einer Ansteckung mit Influenza geschützt ist. Dies hat seinen Grund in den verschiedenen und rasch mutierenden Erregern, für die der konkrete Impfstoff nicht immer rechtzeitig zur Verfügung stehen kann.
Durch die Impfung gegen Grippe können gesunde Menschen unter 60 Jahren das Erkrankungsrisiko deutlich senken. Erkrankt man trotz Grippeimpfung, verläuft die Influenza weitgehend milde und komplikationsarm.
Die Schutzwirkung der Grippeimpfung ist zwar bei über 60-Jährigen geringer, aber deshalb nicht weniger von Bedeutung. Gerade für Menschen höheren Alters ist es wichtig, eine Ansteckung oder zumindest schwere Verläufe der Grippe zu vermeiden.
Wann sollte man eine Grippeimpfung durchführen lassen?
Oft rollt die erste Grippewelle bereits im Dezember an, in Deutschland geschah dies in den letzten Jahren kurz nach der Jahreswende. Der volle Impfschutz entfaltet sich jedoch nicht sofort, sondern baut sich erst nach ca. zwei Wochen auf. Wird die Grippeimpfung im Herbst durchgeführt, ist man in aller Regel über die gesamte Grippesaison geschützt.
Am meisten Schutz verspricht daher eine Grippeimpfung, wenn die empfohlenen Impftermine im Oktober oder November eines Jahres wahrgenommen werden. Da die Dauer einer Grippewelle nicht vorausgesagt werden kann, ist eine Impfung auch zu Beginn oder im Verlauf einer Grippewelle noch sinnvoll.
Der Wirkstoff in einer Grippeimpfung
Der Wirkstoff der Grippeimpfstoffe richtet sich nach den Grippeerregern, die die Influenza hervorrufen, den Influenzaviren. Grippeviren verändern sich ständig, sodass jedes Jahr die Impfstoffzusammensetzung neu zusammengesetzt und angepasst werden muss.
Das Influenzavirus umfasst drei Stämme (A, B, C) mit über 40 Subtypen. Für die “echte” Grippe sind vor allem Variationen der Influenza-A- und B-Stämme verantwortlich. Für diese müssen jedes Jahr neu passgenaue Impfstoffe entwickelt werden, um den zahlreichen Variationen wirksam zu begegnen. Aktuell wird die Influenza von den Virusstämmen A(H1N1) und A(H3N2) sowie von zwei Gruppen der Influenza-B-Viren aus der Victoria- und der Yamagata-Linie verursacht.
Grippeimpfung 3-fach-Impfstoff
Der bislang eingesetzte Dreifach-Impfstoff basiert auf zwei (von zwei bekannten) Influenza-A-Stämmen und einem (von zwei bekannten) Influenza-B-Stamm. Es “fehlt” gewissermaßen immer ein Influenza-B-Stamm.
Aufgrund der Variabilität der Virenstämme müssen die Grippeimpfstoffe jährlich neu produziert werden. Die Hersteller wählen dann denjenigen Influenza-B-Stamm aus, den die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in enger Zusammenarbeit mit den nationalen Impfgremien empfiehlt.
Der Impfstoff wirkt entsprechend gut, wenn die Grippewelle tatsächlich genau durch den vorhergesagten Influenza-B-Stamm hervorgerufen wird. Diese Vorhersage ist allerdings nur schwierig zu treffen und somit Ungenauigkeiten unterworfen.

Grippeimpfung 4-fach-Impfstoff
In einem Vierfach-Impfstoff sind immer beide A-Stämme und beide B-Stämme enthalten. Deshalb wird der 4-fach-Impfstoff zwangsläufig auch als besser angesehen, da eben in einem 3-fach-Impfstoff eine Komponente fehlt.
3-fach- oder 4-fach-Grippeimpfung?
Ärzte und Patienten haben nicht mehr die Wahl, ob die Impfung mit einem 3-fach-Impfstoff oder einem 4-fach-Impfstoff durchgeführt wird. Hatten bislang nur Versicherte, die zu den Risikogruppen zählen – z.B. Menschen, die über 60 Jahre alt sind, chronisch Kranke, Mitarbeiter im Gesundheitswesen und Schwangere – einen 4-fach-Impfstoff bekommen, wird der 4-fach-Grippeimpfstoff nun zur regulären Kassenleistung.
Das heißt: Die Grippeschutzimpfung für gesetzlich Krankenversicherte erfolgt in der Impfsaison 2018/2019 grundsätzlich mit einem 4-fach-Impfstoff.
Nebenwirkungen einer Grippeimpfung
In der Regel wird die Grippeschutzimpfung gut vertragen, Nebenwirkungen treten eher selten auf. Es ist nicht ungewöhnlich, dass die Haut um die Impfstelle herum manchmal leicht schmerzt, gerötet oder geschwollen ist.
Des Weiteren kann es zu erkältungs- oder grippeähnlichen Symptomen kommen. Die Beschwerden legen sich meistens innerhalb von ein bis zwei Tagen wieder. Menschen, die z.B. eine Allergie gegen Hühnereiweiß haben oder eine chronische Erkrankung, müssen unter Umständen mit stärkeren Nebenwirkungen rechnen, manchmal auch mit Atemnot oder Kreislaufproblemen.
Was hilft wenn es nach einer Impfung zu grippeähnlichen Symptomen gekommen ist?
Sollten Sie nach der Grippeimpfung an grippe- oder erkältungsähnlichen Symptomen leiden, zur symptomatischen Behandlung klassische Erkältungsmittel eingesetzt werden.
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FAQ – Häufige Fragen zur Grippeschutzimpfung
Was gibt es bei einer Grippeimpfung für Kinder zu beachten?
Kinder müssen in den meisten Fällen nur geimpft werden, wenn sie ein schwaches Immunsystem oder eine chronische Erkrankung haben.
Was gibt es bei einer Grippeimpfung für Kleinkinder und Babys zu beachten?
Bei gesunden Babys und Kleinkindern ist eine Grippeimpfung nicht nötig, es sei denn, sie sind aufgrund eines Grundleidens erhöht gesundheitlich gefährdet. Geimpft gegen Grippe wird in der Regel erst ab einem Alter von sechs Monaten.
Wie hoch sind die Kosten für eine Grippeimpfung?
Für diejenigen Gruppen, für welche die Grippeimpfung empfohlen wird, tragen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten. Muss man die Impfung selbst bezahlen, sind mit Kosten von 20 bis 35 Euro zu rechnen.
Kann man sich trotz Erkältung gegen eine Grippe impfen?
Eine leichte Erkältung mit Fieber unter 38,5 °C ist kein Grund, eine Grippeimpfung zu verschieben. Eine akute schwere Erkrankung hingegen spricht gegen eine Impfung.
Sollte man eine Grippeimpfung während der Schwangerschaft durchführen lassen?
Die ständige Impfkommission empfiehlt eine Grippeimpfung aller Schwangeren ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel. Bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens sogar ab dem ersten Schwangerschaftsdrittel.
Untersuchungen haben gezeigt, dass bei Schwangeren ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe einer Grippe besteht.
Sollte man nach einer Impfung Sport treiben?
In den ersten drei Tagen nach der Impfung ist sportliche Aktivität nicht ratsam, da die Immunabwehr wie bei einem Infekt auf Hochtouren läuft. Außerdem kann sich der Körper auf den Aufbau von Antikörpern konzentrieren, wenn man ihn nach einer Grippeimpfung schont.
Quellen
- R. Schmidt-Fuchs, U. Veit-Köhler, U. Peters: Schutz vor grippalen Infekten, in „Erfahrungsheilkunde“, 55, 2006, ISSN 0014-0082
- T. D. Szucs: Grippeimpfung in Deutschland, in „Medizinische Klinik“, 101, 2006, ISSN 1615-6722
- C. Bruhn: Wann kommt die universelle Grippeimpfung?, in „DMW – Deutsche Medizinische Wochenschrift“, 137, 2012, ISSN 1439-4413
- M. Puhan: Wann Grippeimpfung bei älteren Menschen?, in „Praxis“, 95, 2006, ISSN 1661-8157
- B. Schumacher: Regelmäßig Grippeimpfen erhöht die Schutzwirkung, in „Pneumo News“, 8, 2016, ISSN 2199-3866
- C. Jassoy, A. Schwarzkopf, C. Lübbert, S. Schubert: Hygiene, Infektiologie, Mikrobiologie, 2018, ISSN 3132413682
- B. Salzberger: Influenza, in „Der Internist“, 57, 2016, ISSN 1432-1289
- K. Tobler, M. Ackermann, C. Fraefel: Allgemeine Virologie, 2016, ISBN 9783825245160
