Bei „kernig & gesund“ geht es heute um eine ziemlich schräge Sache – und das im wortwörtlichen Sinne. Es könnte durchaus sein, dass Sie nach dieser Folge in Ihr Schlafzimmer gehen und Ihr Bett auf einer Seite kürzer machen oder es alternativ aufbocken. Aber Achtung, nicht zu hoch! Es geht um Gravity Sleeping! Was das ist und warum das gut sein soll, beantwortet Schlafexperte Jan Herzog.
Experte: Jan Herzog, Schlafexperte und Gesundheitsunternehmer

Schlafexperte & Gesundheitsunternehmer
Jan Herzog
Als Gründer von schlaf-gesund.com unterstützt Jan Herzog seine Klienten dabei, mehr Energie, Lebensqualität und Gesundheit durch einen gesunden Schlaf zu entwickeln. Mittlerweile gibt es bereits sechs Filialen, die zur Erfüllung dieser Aufgabe beitragen.
Gravity Sleeping – Eine schräge Idee fürs Schlafzimmer
Bei „kernig & gesund“ geht es heute um eine ziemlich schräge Sache, und das im wortwörtlichen Sinne. Es könnte durchaus sein, dass Sie nach dieser Folge in Ihr Schlafzimmer gehen und Ihr Bett auf einer Seite kürzer machen. Es geht um Gravity Sleeping. Was das ist und warum das gut sein soll, die Antwort gibt es jetzt.
„kernig & gesund“, der Gesundheits-Podcast präsentiert von apodiscounter.de
Mario D. Richardt: Einen schönen guten Tag zu einer brandneuen Ausgabe „kernig & gesund“! Ich bin Mario D. Richardt und spreche jede Woche mit Experten in diesem Podcast über ein Gesundheitsthema.
Heute ist es wieder Schlafexperte Jan Herzog, der schon des Öfteren hier an dieser Stelle zu hören war. Er ist der Mann, der sich auskennt, wenn es um das Thema schlafen geht, und ist Geschäftsführer bei schlaf-gesund.com. Hallo Jan!
Jan Herzog: Hallo lieber Mario! Ich freue mich über die heutige Folge.
Mario D. Richardt: Ich freue mich auch sehr. Jan, wir sprechen heute über Gravity Sleeping.
Wenn mir das vor ein paar Wochen jemand erzählt hätte, hätte ich gedacht, dass es um Schlafen im Weltraum geht. Was natürlich überhaupt keinen Sinn ergibt.
Erzähl uns mal: Was ist denn Gravity Sleeping?
Jan Herzog: Es hat durchaus was mit der NASA, mit dem Weltraum, mit Astronauten zu tun. Und ziehen wir das Thema doch von hinten auf. Viele deiner Zuhörer und vielleicht du auch wirst dich erinnern an die ersten Astronauten.
Und die ersten Astronauten, die dann aus dem Weltall wiederkamen, wurden in den folgenden Jahren immer mal wieder durch die Talkshows gereicht. Man konnte sehen, dass sich das Gesicht dieser Menschen verformt hat.
Man spricht von so einem Mondgesicht, so einem aufgequollenen Gesicht. Vielleicht hast auch du das schon mal gesehen.
Mario D. Richardt: Noch nicht gesehen, noch nicht gehört. Aber ich bin überrascht.
Mario D. Richardt: Okay! Man hat nämlich herausgefunden, viele Zuhörer werden das wahrscheinlich kennen, diese Bilder, dass im Weltall gerade ohne Training vorher, wie es die ersten Astronauten hatten, dass durch den Mangel, durch das Fehlen von Schwerkraft, von Gravitationsreizen unsere Flüssigkeitssysteme verrücktspielen.
Und auf einmal haben sich in den Gesichtern so mond- und kraterförmige Beulen gebildet und die Menschen kamen sehr, sehr krank wieder. Dann hat man den Rückschluss auch gefunden in das eigene Schlafzimmer, in das eigene Bett.
Was man nämlich heute sehr, sehr gut beweisen kann, ist, dass das Schlafen in einem waagerechten, einem flachen Bett, ein sehr großes Gesundheitsrisiko darstellt und zu den gleichen Symptomen führen kann wie ein Astronaut in der Levitation der Schwerelosigkeit erreicht.
Schlafen wir falsch?
Mario D. Richardt: Das ist wirklich, wenn ich das so sagen darf, erschreckend, wenn du das so sagst. Das heißt, wir schlafen alle falsch?
Jan Herzog: In der Hinsicht könnte man das sogar sagen. Wir schlafen alle falsch, noch gar nicht so lange, weil eigentlich sind gerade Betten total unnatürlich. Wenn man das anschaut, wo kommen wir Menschen her?
Bei Säugetieren, bei Kühen zum Beispiel, kann man das noch heute beobachten, dass ursprünglich im Laufe der Evolution wir Menschen immer mit dem Kopf an höchster Stelle geschlafen haben. Das heißt, der Kopf und Oberkörper ist höhergelagert als die Füße, und das Blut und alle Flüssigkeit, kann also wie beim Stehen und beim Sitzen nach unten fließen und wird durch den Zirkulationspumpmechanismus wieder hochgepumpt.
Ein ganz natürlicher Prozess, der dem Körper sehr, sehr guttut. Und in der Nacht, im Schlafen in der Waagerechten bei 0 Grad, also im geraden, flachen Liegen, fehlen diese Mechanismen. Da hat man eben herausgefunden, dass dieses gerade flache Liegen ein Gesundheitsrisiko darstellt, weil die Gravitationsreize fehlen, dass das Herzkreislaufsystem deutlich stärker arbeiten muss im flachen Liegen als es das eigentlich müsste im natürlichen Umfeld, dass die Entgiftung schlechter funktioniert, dass auch die Gehirnentgiftung, Stichwort Alzheimer und Demenz, schlechter funktionieren, einfach der Körper ein größeres Problem mit Erholung und Regeneration hat.
Dann war natürlich die Frage schon in den 80er Jahren: Wie kommt man da raus und was könnte man tun?
Mario D. Richardt: Also was es genau macht, darüber sprechen wir auch gleich noch mal weiter. Nur vorher mal die Frage: Wie kann man das denn bewerkstelligen? Einfach zum Bett gehen und hinten die Beine absägen?
Jan Herzog: Genau! Jetzt hat man herausgefunden, dass zwischen 3 und 5,5 Grad Steigung, also im Englischen Inclined Sleeping, dass 3 bis 5,5 Grad Steigung ein optimales therapeutisches Umfeld schaffen.
Da geht’s darum, dass das ganze Bett also nach oben hin höher zuläuft, wie bei einem Berg, bei einer leichten Steigung. Jetzt kann man hergehen und entweder unten die Füße einfach absägen, zum Beispiel um 10 bis 20 Zentimeter, können wir gleich darüber sprechen, wer was tun sollte, oder man kann auch natürlich das Kopfteil an sich einfach hochsetzen.
Wichtig! Nicht den Rost, nicht die Matratze, sondern den gesamten Bettrahmen. Wir wollen gerade in der Wirbelsäule liegen, aber über das gesamte Bett diese neuen starken Schwerkraftreize wieder in den Körper wirken lassen.
Mario D. Richardt: Und wir müssen an dieser Stelle noch mal festhalten für unsere Zuhörerinnen und Zuhörer: Heute ist nicht der 1. April. Du meinst das wirklich ernst.
Jan Herzog: Ja, es gibt den Forschungspartner an der Charité, den Prof. habil. Karl Hecht, ein ganz renommierter Wissenschaftler, einer der bekanntesten Schlafforscher Deutschlands und der bekannteste Gravitationswirkungs-Forscher in Deutschland von der Charité in Berlin.
Wir meinen das wirklich echt. Und wir meinen es auch echt, dass diese Maßnahme das Leben um bis zu 10 Jahre verlängern kann.
Mario D. Richardt: Wow! Das ist mal eine Zahl. Aber reicht denn noch ein höheres Kopfkissen?
Jan Herzog: Ein höheres Kopfkissen reicht definitiv nicht. Es geht nämlich nicht darum, den Körper an sich zu knicken oder zu falten, wie man das bei einem Buch tun könnte mit einem Kopfkissen, es geht wirklich darum, messbar physikalisch Gravitation auf den Körper einwirken zu lassen.
Und jetzt, wer das noch nie gemacht hat oder wie ich in dem Bereich ein Laie in der Quanten- und Gravitationsphysik ist, der muss einfach eine Sache verstehen: Gravitation wirkt in verschiedenen Zuständen anders. Im Stehen wirkt deutlich mehr Gravitationsreiz auf unseren Körper als im Sitzen. Und im Liegen wirkt, im flachen Liegen, wirkt so gut wie keine Gravitation mehr.
Und durch das schräge Liegen wirken auf alle Zellen wieder Gravitationskräfte, die sehr viele gesundheitliche und positive förderliche Effekte haben. Und das Tolle ist: Es ist sogar gratis. Weil das Bett umstellen kann jeder sofort. Du fährst in den Baumarkt, holst dir Klötze oder die Säge aus dem Keller und haust die Füße runter.
Mario D. Richardt: Dann lass uns darüber sprechen, was es im Körper bewirken kann. Warum ist …
Jan Herzog: Genau! Wir gehen kurz ein paar Jahre zurück nach Frankfurt an ein großes Forschungsprojekt. Ich weiß nicht, ob es das heute noch gibt, aber da wurde folgendes angeboten. Du bekommst 20.000 Euro für 6 Wochen liegen.
Okay, 6 Wochen liegen, jetzt fragt sich der eine oder andere Zuhörer, wo ist der Haken? Ja, das Liegen war über Kopf. Also ein bisschen über Kopf, 5 Grad nach unten geneigt. Das klingt erstmal nicht viel, bei einem 2-Meter-Bett sind das 19,4 Zentimeter.
Und diese 19 Zentimeter nach unten über 6 Wochen, die bewirken natürlich, dass kontinuierlich das Blut in den Körper in den Kopf reinfließt, dass es sich staut und dass irgendwann der Körper, und das hat man dann immer wieder in neuen Zyklen an Frankfurtern erforscht, und auch weltweit gab‘s diese Projekte, dass diese negative Gravitation uns wahnsinnig krank macht.
Nicht nur körperlich, und das war das Erschreckende, sondern auch psychisch. Einer meiner Mentoren, der Prof. Dr. med. Amann-Jennson, der auch da in dem Bereich beteiligt ist, der hat einen dieser Probanden betreut. Und laut den Aussagen hat der 3 Jahre gebraucht, um wieder ein normales Leben, also im psychischen mentalen Kontext ein normales soziales Leben führen zu können.
Mario D. Richardt: Das war dann teuer mit den 20.000 Euro.
Jan Herzog: Das war dann ziemlich teuer. Da gibt’s dann von der NASA diese Wissenschaftlerin Dr. Joan Vernikos, die hat 2011 ein Buch veröffentlicht „Sitting Kills, Moving Heals“. Und auch da geht’s wieder um diesen Bereich der Gravitationsreize. Das Buch, was in England erschienen ist, „Get it up“ in den 80er Jahren, hat sich schon damit beschäftigt, das Bett wirklich hochzustellen.
Und so kamen dann in den letzten 20, 30 Jahren immer mehr Impulse zusammen, wo dann irgendwann der Prof. Karl Hecht von der Charité gesagt hat: Wisst ihr was, ich untersuche das jetzt. Und wir stellen jetzt das Bett einfach mal hoch und schauen uns das in der Praxis an, was passiert.
Man sieht als allererstes natürlich, und das ist wieder ganz logisch, dass alle Flüssigkeitssysteme nach unten fließen, also das Herzkreislaufsystem entlastet ist, wir sprechen da konkret, das haben die Studien gezeigt, über 3000 Schläge pro Nacht, die eingespart werden bei gleicher Vitalfunktion.
Oder dass die Entgiftung im Lymphgewebe und dem Gehirn, dass die massiv gesteigert wird um – er hat eine gigantische Zahl genannt, da kann man sich die Studien auch anschauen – bis zu Faktor 20 mehr Entgiftung im Lymphgewebe.
Mario D. Richardt: Das sind wirklich Zahlen, die überraschen.
Jan Herzog: Die überraschen wirklich, gerade im medizinischen Kontext. Oder auch scheint diese Maßnahme einen wirksamen Schutz, das Risiko, an Alzheimer und Demenz zu erkranken, darzustellen. Woran liegt das?
Alzheimer und Demenz werden durch diese Ablagerung von Proteinen, zum Beispiel Betaamyloiden, die sind, ich sag mal ganz einfach, Verkalkungen im Gehirn, die in der Nacht wieder rausgewaschen werden, verursacht.
Und wenn dieses Waschprogramm, und das tut es eben durch das schräge Schlafen, besser funktioniert, dann wissen wir auch, das Risiko, darum geht’s ja heute, das ist der Stand der Forschung, das Risiko an diesen Alzheimer und Demenz Erkrankungen dann wirklich zu erkranken sinkt deutlich.
Wie wirkt sich eine leicht erhöhte Bettstellung auf den Körper aus?
Mario D. Richardt: Also das ist wirklich, das überrascht mich nicht nur, ich werde gleich nach dem Podcast auch mal gucken, wie ich das bei meinem Bett bewerkstelligen kann.
Aber wenn ich das jetzt mal runterbreche und ich das richtig verstanden habe, ist es so, der Körper liegt sozusagen um 3 bis 5 Grad so angeschrägt …
Jan Herzog: Ganz genau!
Mario D. Richardt: … und dadurch wird das wahrscheinlich auch einen positiven Einfluss haben zum Beispiel für Menschen, die Refluxbeschwerden haben oder die Migräne haben.
Jan Herzog: Absolut, absolut! Dieses Thema Reflux, und du hast es im Vorfeld gesagt, keine Fremdwörter, wenn ja, erklären, das Sodbrennen. Also wo die Magensäure dann einfach sehr hochsteigt über diese Magenschlussklappe, in die Speiseröhre kommt.
Natürlich wird auch diese Flüssigkeit weiter unten gehalten. Gleichermaßen, ja, Kopfschmerzen haben oft was mit einer Stauung zu tun, also Stauung von Blut rein in den Kopf. Es gibt viele Menschen auch, die so Entgiftungsprobleme in der Nacht haben, wenn die Augen morgens angeschwollen sind, die Finger angeschwollen sind, sie das Gefühl haben, ich schwelle in der Nacht an, Flüssigkeit staut sich.
Auch da gibt’s sehr positive Effekte. Das Spannendste für mich erst mal als Menschen, der sich mit Leistungsfähigkeit und Gesundheit auseinandersetzt, ist, dass man auch sehen konnte, dass diese grundsätzlichen Schlafparameter wie Schlafqualität durch Tiefschlaf, durch REM-Schlaf, schnelleres Einschlafen, besseres Durchschlafen, längeren Schlaf, mehr Schlafqualität, diese klassischen Schlafparameter, dass die an sich auch durch diese Maßnahme verbessert werden.
Wir erholen uns körperlich besser, wir regenerieren uns somit mehr und haben einen gigantischen Einfluss auf viele Lebensfelder. Auch auf die Orthopädie zum Beispiel. Man kann sich vorstellen, die Wirbelsäule wird leicht auseinander gezogen dadurch, das heißt, Bandscheiben und Nerven liegen frei und können sich besser in der Nacht regenerieren.
Mario D. Richardt: Das müsste theoretisch dann auch eine Problemlösung sein, zum Beispiel für verstopfte Nasenhöhlen. Es gibt Menschen, wenn die liegen nachts, ist mindestens ein Nasenloch zu, die kriegen schlecht Luft. Oder zum Beispiel auch bei Schlafapnoe. Habe ich das richtig so interpretiert?
Jan Herzog: Ganz genau! Und wenn man jetzt, das muss man in einem Gesundheits-Podcast nochmal sagen, wenn man jetzt über die definitiven Aussagen da spricht, bin ich raus, weil ich diese Studien ja nicht gemacht habe, ich rezitiere sie. Das heißt, in dieser Form spreche ich mal über das Kann, und du hast es auch so gemacht, das müsste ja, ganz genau.
Zum Beispiel der amerikanische Biochemiker und Anthropologe Dr. Sydney Ross Singer hat da Forschungen zu gemacht und hat eben gezeigt, dass genau bei diesen Themen der Schlafapnoe, also der obstruktiven atemwegsbedingten Schlafapnoe, wo Menschen in der Nacht das Gefühl haben, ich ersticke, weil sie keine Luft mehr holen und dann aufwachen, „Haaaaah“ und dann wieder einschlafen und der Partner jedes Mal das Gefühl hat, da ist ein Herzstillstand und der Mensch kriegt‘s eigentlich gar nicht mit.
Ich glaube, da hast du auch schon mal in einer Podcast-Folge drüber gesprochen, …
Mario D. Richardt: Richtig!
Jan Herzog: … dass gerade da ein therapeutischer Effekt auftritt. Da sprechen wir eher um diese 5 Grad. Und 5 Grad, das merkt man schon, das sind diese 19 und ein bisschen Zentimeter.
Wenn es einfach um den gesundheitlichen Effekt geht, besser regenerieren, besser schlafen, fitter sein morgens, vielleicht Nasennebenhöhlen, was da drin ist, fließt besser ab, wir fühlen uns vom Kopf auch klarer, das ist sehr spannend, weil nicht so viel Druck auf dem Kopf ist, dann reichen diese 3 bis 3,5 Grad.
Kurze Rechenformel: 2 Meter langes Bett, 3 Grad, sind 10,4 Zentimeter.
Mario D. Richardt: Also im Prinzip ist es aber erstmal eine Gewöhnungssache und es gibt keine Nachteile, also spricht eigentlich nichts dagegen, das nicht auszuprobieren?
Jan Herzog: Ganz genau! So würde ich das sehen. Und auch die Gewöhnung findet bei den meisten Menschen binnen weniger als einer Nacht statt.
Mario D. Richardt: So schnell?
Jan Herzog: Was man auch sagen muss, ja definitiv, viele Menschen, wenn man es ihnen dann wieder wegnimmt, zum Beispiel im Hotel, da gehören ich und meine Frau auch zu, die vermissen das dann.
Das geht so weit, dass wir manchmal Klötze mit ins Hotel nehmen, um einfach das Bett da hochzustellen. Ist dann ganz witzig. Die Hotelangestellten gucken dann immer, warum, was machen jetzt die Holzklötze da?
Und jetzt kann man noch eine spannende Sache sagen: Viele, gerade ältere Menschen nutzen deshalb hohe Kissen, das hattest du vorher gefragt, weil sie von der Halswirbelsäule her beim flachen Liegen das Gefühl haben, nach hinten überzukippen. Das hat viel mit Versteifungen oder Verspannungen an dem obersten Wirbelansatz, dem Atlaswirbel, zu tun.
Und in dem Maße, wo wir höher liegen, werden auch diese „Nach-Hinten-Überfall“-Symptomatiken, Schwindel-Symptomatiken, Unwohlsein im flachen Liegen, gerade bei Senioren, auch da ist ein sehr positiver Einfluss. Das finden viele Menschen einfach da sehr angenehm. Ich kann mir vorstellen, dass auch gerade Schwindelpatienten da profitieren könnten.
Lohnt sich Gravity Sleeping für Schnarcher?
Mario D. Richardt: Wir sollen unsere Betten absägen, an einer Seite zumindest.
Aber was du erzählt hast, das sind enorme Vorteile, die sich aus diesem Bettabsägen oder Beinabsägen am Bett ergeben können. Ich kann mir vorstellen, dass es auch ganz gut ist für Schnarcher, oder?
Jan Herzog: Absolut! Jetzt gibt’s da natürlich verschiedene Ursachen, aber was man oftmals sieht, ist, dass im Rachenraum, deshalb obstruktiv, also atemwegsbedingt dieses Gewebe ein bisschen erschlafft und dann durch dieses flatternde Geräusch, das kennt jeder, ich mach das einmal vor, Achtung!, [Schnarchgeräusch], die Gaumenwand hinten anfängt zu flattern.
Und in dem Maße, das hat man wieder gesehen, wo jetzt jemand mehr Gravitationsreiz in der Nacht einfach am Schlafplatz hat, dadurch dass sein Bett schräg steht, da haben die Untersuchungen immer wieder gezeigt, dass deutlich weniger intensives Schnarchen auftritt, bis hin zu, solche Zahlen sind mir auch bekannt, dass 8 von 10 Teilnehmern so gut wie gar nicht mehr schnarchen.
Das ist natürlich sehr, sehr spannend und wieder eine sehr effektive Methode, gerade wo das Schnarchen an sich für den Partner vor allem eine sehr lästige Angelegenheit ist.
Hilft Gravity Sleeping bei kalten Füßen?
Mario D. Richardt: Dann gehe ich jetzt mal so ein bisschen ins Klischee hinein. Frauen haben des Öfteren kalte Füße. Würde das auch dabei helfen? Weil ich kann mir vorstellen, wenn das Blut eher nach unten fließt, auch in die Füße hinein, könnte man dadurch verhindern, dass die Füße kalt werden.
Jan Herzog: Definitiv! Ich habe gerade ein bisschen länger nachgedacht, weil mir da im Vorfeld nichts bekannt war, aber von der Logik hast du vollkommen recht.
Und tatsächlich durch das Runterlaufen, also durch das stärkere Laufen des Blutes, weil in der Waagerechten, wo wir jede Nacht liegen, bewegt sich das Blut gar nicht, es muss künstlich gepumpt werden, weil es gibt keine Zugrichtung, dass dadurch, durch das Laufen in der Nacht auch mehr Wärme erzeugt wird und mehr frisches, also wärmeres Blut vom Herzen in die Beine gepumpt wird.
Also von der Logik ja. Wir können mal die Zuhörer aufrufen, dass sie das Ganze mal ausprobieren und dann hinterher dir eine Zuschrift geben, ob sich das für sie positiv verändert hat.
Mario D. Richardt: Jetzt frage ich mich trotzdem: Wenn das so viele positive Auswirkungen hat, warum hat das nicht schon jeder? Warum macht das nicht schon jeder?
Jan Herzog: Das weiß ich nicht. Das musst du jeden fragen, lieber Mario. Ich glaube, das hat ganz viel da mit Unbekanntheit zu tun. Also der Prof. Karl Hecht an der Charité, der mittlerweile habilitiert ist, war sowas wie ein Nischenforscher. Also Gravitationswirkungsforschung ist jetzt nicht die große Lobby-Forschung, da gibt’s wenig Bühne für.
Und ich denke, daran liegt das, dass dieses Thema noch sehr, sehr unbekannt ist. Dieser Name vom Gravity Sleeping, der ist von dem Prof. Dr. med. Amann-Jennson aus Österreich gekommen, der wirklich da das Ganze auch therapeutisch eingeordnet hat und dann als Marke geschützt hat.
Ich habe aber mittlerweile schon gesehen, dass auch andere Mediziner auf die Idee gekommen sind, dann ohne viel Forschung dahinter und ohne dem Kind einen Namen zu geben. Aber ich glaube, das macht wirklich die Runde. Und da kann ich jeden erstmal einladen, das einfach mal selber zu probieren in der Nacht.
Und bevor man die Beine absägt beim teuren Zirbenbett-Holzrahmen, kann man hergehen erstmal, man holt sich Klötze, 10 Zentimeter, aus dem Baumarkt, ein Kantholz, stellt das mal eine Woche drauf, und schaut das einfach mal.
Was wahrscheinlich viele Menschen sofort wahrnehmen, und das ist sehr spannend, ist, dass auch die nächtlichen Toilettengänge sich reduzieren werden.
Mario D. Richardt: Das auch?
Jan Herzog: Ja. Das ist natürlich eine Sache, gerade bei Jungs, wenn sie so ein bisschen älter sind, dass sie sagen, ach ja, so 2, 3, 4, 5, 6 mal in der Nacht, 6-mal bitte, naja, bin ich nachts schon raus.
Dass das den Schlaf stört, ich meine, da haben wir in Folge 30 schon mal drüber gesprochen, völlig klar.
Mario D. Richardt: Ja. Jan, es war mir wie immer eine Freude. Danke schön für deine Erkenntnisse. Und ich werde das auf jeden Fall mal ausprobieren.
Jan Herzog: Sehr gerne! Wünsche ich dir viel Spaß! Und wenn du Fragen hast, wie jeder andere auch, könnt ihr euch per E-Mail gerne an uns wenden und wir unterstützen dabei.
Mario D. Richardt: Das mache ich. Alles Gute für dich, bleib gesund!
Und Ihnen vielen Dank fürs Zuhören, fürs Downloaden, Streamen, Abonnieren oder Teilen. Die nächste Folge „kernig & gesund“ gibt es am kommenden Mittwoch. Bis dahin! Tschüss und machen Sie es gut!
