Wer unter Durchfall leidet, muss nicht automatisch aufs Essen verzichten – im Gegenteil: Dein Körper braucht Nährstoffe, Mineralien und vor allem Flüssigkeit. Allerdings sollte die Kost unbedingt der akuten Situation angepasst werden und den Auslöser der Durchfallerkrankung berücksichtigen. Grundsätzlich ist die sogenannte Schonkost zu empfehlen. Was sich dahinter verbirgt, welche Ernährung bei Durchfall geeignet ist, verraten wir dir in diesem Ratgeberbeitrag.
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Wissen kompakt
- Oft hat man bei Durchfall nicht den größten Appetit, eine ausreichende Flüssigkeits- und Nährstoffversorgung ist aber essenziell.
- Das beste Getränk ist Wasser ohne Kohlensäure oder Tee, am besten Fenchel-, Kümmel- oder Anistee.
- Schonkost wie Zwieback, geriebener Apfel, Banane oder gekochte Karotten sind sehr gut geeignet, vorzugsweise in kleinen Portionen.
- Rohes Obst und Gemüse sind eine eher zu große Herausforderung für das gereizte Verdauungssystem.
- Stark zuckerhaltige, fettige und scharfe Speisen sowie Milchprodukte sind bei Durchfall kontraproduktiv.
Ernährung bei Durchfall: Das ist erlaubt
Von Durchfall – oder auch Diarrhö bzw. Diarrhoe – spricht man bei Stuhl mit extrem weicher bis flüssiger Konsistenz, der mehr als dreimal täglich auftritt.
Es gibt für Durchfallerkrankungen unterschiedliche Auslöser, oft handelt es sich um eine Magen-Darm-Grippe. Du willst wissen, welche anderen Gründe es für Durchfall gibt, dann hilft dir unser ausführlicher Ratgeber-Beitrag zu Ursachen, Symptomen und Behandlung.
Manchmal geht Durchfall mit vollkommener Appetitlosigkeit einher, manchmal macht sich trotz der Diarrhö ein Hungergefühl bemerkbar. Komplett auf Nahrung solltest du mit Durchfall nicht verzichten, denn normalerweise wird dem Nahrungsbrei im Darm das Wasser sowie Nähr- und Mineralstoffe entzogen und dem Körper zugeführt. Bleibt dies aus, kann es zu einer Dehydratation und einem Nährstoffmangel kommen. Dies gilt es unbedingt zu verhindern.
Selbst wenn du also keinen Hunger verspürst, kannst du mit einer schonenden Ernährung bei Durchfall dazu beitragen, dass es dir schnell besser geht. Wir verraten dir im Folgenden, was gut für dich und deinen Darm ist – und was du lieber nicht verzehren solltest.
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Ernährung bei Durchfall: Zwieback
Der Zwieback ist vermutlich ein weit verbreiteter Klassiker bei Durchfall. Er enthält kaum Fett, ist leicht bekömmlich und bindet viel Flüssigkeit. Allerdings solltest du Zwieback bei Durchfall pur und ohne Belag verzehren. Nicht zu empfehlen sind die Sorten, die mit Schokolade oder Kokosflocken angereichert sind. Als Alternative zu Zwieback eignet sich übrigens auch trockenes Weißbrot.
Ernährung bei Durchfall: geriebener Apfel
Wer einen Apfel bei Durchfall essen möchte, der sollte ihn besser mit Schale verzehren. Denn darin ist der Ballaststoff Pektin enthalten, dieser wird aber erst freigesetzt, wenn der Apfel gerieben und idealerweise etwa 15 Minuten stehen gelassen wird. Pektin quillt im Darm auf, bindet Flüssigkeit und macht die Konsistenz des Stuhls fester. Auch etwaige Krankheitserreger werden besser ausgeschieden.

Ernährung bei Durchfall: pürierte Banane
Ebenso wie geriebener Apfel, enthalten auch Bananen den nützlichen Ballaststoff Pektin, der Flüssigkeit bindet, Krankheitserreger ausschwemmt und den Stuhl fester macht. Bei Durchfall Bananen zu essen hat sich darüber hinaus bewährt, weil sie viel Magnesium und Kalium enthalten – wichtige Mineralien, die der Körper jetzt braucht. Du kannst die Banane pürieren oder auch mit einer Gabel zerdrücken, dadurch fällt das Essen bei Appetitlosigkeit etwas leichter.
Ernährung bei Durchfall: Reis
Bei Durchfall Reis zu essen ist durchaus sinnvoll und kann helfen, die Symptome zu lindern. Denn beim Kochen mit Wasser entstehen sogenannte Schleimstoffe, die Wasser im Körper binden und damit dem Flüssigkeitsverlust entgegenwirken können. Koche den Reis mit etwas Salz oder Brühe auf und versorge deinen Körper auf diesem Weg zusätzlich mit Elektrolyten, die durch den Durchfall übermäßig verloren gehen.
Ernährung bei Durchfall: Kartoffeln
Kartoffeln schonen den angegriffenen Darm und liefern dem Körper viel Kalium. Du kannst sie in Wasser und mit etwas Salz gegart essen oder einen Brei herstellen – allerdings ohne Zugabe von Milch, Sahne oder Butter. Achte darauf, dass die Kartoffeln keine grünen Stellen haben. Diese enthalten leicht giftige Stoffe und können den Durchfall verstärken sowie zu Erbrechen führen.
Ernährung bei Durchfall: gekochte Möhren
Auch Möhren enthalten, wie Äpfel und Bananen, einen hohen Anteil an Pektin, wirken leicht stopfend und binden Flüssigkeit im Körper. Werden die Möhren gekocht, entstehen sogenannte Oligosaccharide. Diese Zuckermoleküle ähneln den Darmrezeptoren sehr. Statt an der Darmwand, siedeln sich die Bakterien, die den Durchfall verursachen, dann an diesen Molekülen an und werden schneller ausgeschieden.
Ein sehr bewährtes Rezept bei Durchfall ist die sogenannte “Morosche Möhrensuppe”. Sie ist nach ihrem Erfinder Professor Ernst Moro benannt worden, der als Kinderarzt in Heidelberg tätig war und es bereits Anfang des 20. Jahrhunderts geschafft hat, mit dieser Suppe die Sterblichkeitsrate von Kindern bei Durchfall erheblich zu senken. Mehr Informationen zu Durchfall bei Babys und kleinen Kindern findest du hier.
Gut zu wissen
Für die Morosche Möhrensuppe koche 500 g Karotten etwa 60 Minuten in einem Liter Wasser. Anschließend wird die Flüssigkeit abgegossen und die Möhren püriert. Der Brei wird erneut auf die Menge von einem Liter Wasser aufgefüllt und mit einem Teelöffel Salz gewürzt. Verzehre sie am besten in kleinen Portionen über den Tag verteilt.

Ernährung bei Durchfall: Gemüsebrühe
Eine Gemüsebrühe ist bei Durchfall ideal, weil sie nicht nur den Flüssigkeitsverlust ausgleicht, sondern den Körper auch mit Nährstoffen versorgt. Wenn du auch die Einlage mitisst – gut durchgekocht am besten –, gibst du deinem Magen-Darm-Trakt eine schonende Gelegenheit, seine normale Arbeit wieder aufzunehmen, ohne ihn zu stark zu belasten.
Ernährung bei Durchfall: Haferflocken
Haferflocken gelten als beruhigend. Allerdings kommt es auf die Sorte an. Schmelzflocken eignen sich für die Ernährung bei Durchfall besser, weil sie leichter verdaulich sind. Am besten bereitest du sie mit etwas Wasser oder Gemüsebrühe als Brei zu.
Was kann ich bei Durchfall trinken?
Ein wichtiger Baustein in der Ernährung bei Durchfall ist, den Flüssigkeitshaushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Wir verraten dir im Folgenden, was man im Krankheitsfall trinken sollte.
Wasser bei Durchfall
Wasser ist bei Durchfall ideal. Ob aus der Leitung, bei entsprechender Trinkwasserqualität, oder aus der Flasche, spielt keine Rolle. Bitte nimm aber nur stilles Wasser während der Durchfall-Phase zu dir, denn kohlensäurehaltige Getränke sind belastend für den angegriffenen Magen-Darm-Trakt. Ebenfalls zu empfehlen ist eine Elektrolytlösung mit Wasser vermischt als Getränk einzunehmen.
Kräutertee bei Durchfall
Kräutertees geben dem Körper nicht nur verlorene Flüssigkeit zurück, sondern können sehr beruhigend auf Magen und Darm wirken. Idealerweise trinkst du bei Durchfall Fenchel-, Kümmel- oder Anistee. Auch eine Mischung der drei Teesorten und andere Verdauungstees können in der Ernährung bei Durchfall sehr wirksam sein. Weiterhin gibt es spezielle Magen-Darm-Tees, die auch bei Durchfall helfen können. Trink den Tee in kleinen Schlucken und nicht zu heiß.
Was sollte ich bei Durchfall nicht essen und trinken?
Auf bestimmte Getränke solltest du bei Durchfall dringend verzichten, um Magen und Darm nicht unnötig zu belasten:
- Milch und Milchprodukte sind sehr fetthaltig. Ein möglicher Laktasemangel während des Durchfalls kann dazu führen, dass Milchzucker nicht optimal verdaut werden kann. Dies kann zur Verstärkung des Durchfalls führen. Einem Laktasemangel kannst du mit entsprechenden Tabletten entgegenwirken.
- Koffein und Alkohol können sowohl das Volumen als auch die Häufigkeit des Stuhlgangs negativ beeinflussen.
- Scharfe Speisen belasten den Magen und Darm unnötig stark. Gleiches gilt für zu heiße, zu kalte und sehr saure Nahrungsmittel.
- Fettige Speisen stellen ebenfalls eine hohe Belastung für den Verdauungsapparat dar.
- Zuckerhaltige Speisen sorgen für vermehrte Wasserabgabe in das Darminnere. Dies hat einen nachteiligen Effekt bei Durchfall.
- Rohe Nahrungsmittel – Gemüse oder Obst, aber auch Fleisch, sollten auf keinen Fall roh oder halb roh verzehrt werden.
- Auch von blähenden Nahrungsmitteln und Hülsenfrüchten sollte während einer Durchfallerkrankung abgesehen werden.
- Fleisch sollte genrell gemieden werden. Ausnahme kann eine Hühnersuppe sein – dann aber nur die Brühe und möglicherweise das Gemüse mitessen.
- Auf kohlensäurehaltige Getränke solltest du ebenfalls verzichten. Die Kohlensäure kann den Magen-Darm-Trakt zusätzlich reizen, was zu Blähungen und Übelkeit führen und den Durchfall verschlimmern kann. Gleiches gilt auch für Getränke, die Phosphorsäure enthalten, wie allen voran Cola. Phosphorsäure reizt den Magen-Darm-Trakt und stellt ein zusätzliche Belastung dar. Das verschlimmert den Durchfall.
Cola und Salzstangen bei Durchfall?
Immer wieder werden Cola und Salzstangen als Hausmittel in der Ernährung bei Durchfall empfohlen. Dies ist aber ein Irrtum. Cola enthält zum einen Zucker, der dafür sorgt, dass noch mehr Wasser an den Darm abgegeben wird. Zum anderen sind die Kohlensäure und Phosphorsäure eine hohe Belastung für den Darm. Salzstangen sind zwar fettarm und enthalten wichtiges Salz, sollten aber – wenn überhaupt – nur in kleinen Mengen verzehrt werden. Hier gibt es deutlich bessere Alternativen.
Ernährung bei Durchfall in der Schwangerschaft
Durchfall in der Schwangerschaft ist kein seltenes Symptom. Die Ursachen unterscheiden sich dabei nicht: Magen-Darm-Grippe, Lebensmittelunverträglichkeiten, sowie Stress und Sorgen können zu Durchfällen führen. Aber auch die vermehrte Einnahme von Magnesium ist ein mögliche Ursache.
Als werdende Mutter trägst du nicht nur die Verantwortung für dich, sondern auch für dein ungeborenes Kind. Umso wichtiger ist es, den Körper bei Durchfall mit den entsprechenden Nährstoffen zu versorgen. Achtung: Viele Medikamente gegen Durchfall sind nicht für Schwangere geeignet. Bei Unsicherheiten kannst du gerne unsere pharmazeutische Beratung in Anspruch nehmen.
Pharmazeutische Beratung
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Das können Schwangere bei Durchfall essen
Abhängig von der Ursache des Durchfalls, darfst du zunächst erstmal eigentlich alles essen, was auch nicht-schwangere Betroffene zu sich nehmen dürfen. Zwieback, trockenes Weißbrot, Bananen oder geriebene Äpfel eignen sich sehr gut. Was es bei der Ernährung bei Durchfall in der Schwangerschaft speziell zu beachten gibt, erfährst du im nächsten Abschnitt.

Auf diese Lebensmittel sollten Schwangere mit Durchfall verzichten
Es gibt einige Lebensmittel, die zwar bei Durchfall sehr gut geeignet sind, eine Schwangere allerdings meiden sollte. Hierzu zählen:
- Anistee – diesen solltest du, wenn überhaupt, nur in geringen Mengen zu dir nehmen, da er möglicherweise die Gebärmutter zu stimulieren kann.
- Eisenkraut – ist wehenfördernd und sollte daher in der Schwangerschaft nicht angewendet werden.
Darüber hinaus gibt es Lebensmitteln, die in der Schwangerschaft Durchfall auslösen können, mehr Informationen dazu findest du in unserem Beitrag über Durchfall in der Schwangerschaft.
Allgemeine Tipps und Hinweise zur Ernährung bei Durchfall
Wenn du unter Durchfall leidest, bedeutet das nicht automatisch, dass du krank im klassischen Sinne bist und zwangsläufig das Bett hüten musst. Dennoch solltest du deinen Alltag an die akute Situation anpassen. Vermutlich bist du nicht voll und ganz einsatzbereit und solltest vor allem deine Ernährung etwas anpassen.
Häufige Fragen zur Ernährung bei Durchfall
Wie viele Mahlzeiten sollte ich zum mir nehmen?
Bei Durchfall ist es am besten mehrere kleine Mahlzeiten verteilt über den Tag zu sich nehmen. Mit kleineren Mengen kommt der angeschlagene Darm besser zurecht als mit üppigen Mahlzeiten.
Was sollte ich grundsätzlich vermeiden?
Alkohol, Nikotin und Stress sollten vermieden werden. Diese generell ungesunden Faktoren, sind im Rahmen der Ernährung bei Durchfall noch schädlicher. Da dein Immunsystem durch den Durchfall angeschlagen sein kann, solltest du dir Ruhe gönnen, stressige Situationen meiden und auf keinen Fall Alkohol trinken und rauchen.
Ist Fasten bei Durchfall sinnvoll?
Nichts zu essen ist bei Durchfall nicht unbedingt sinnvoll, da du Nährstoffe brauchst, um bei Kräften zu bleiben. Grundsätzlich sagt man, dass man bei Appetit etwas Leichtes zu sich nehmen soll.
Es kann, wenn du zusätzlich zum Durchfall unter Erbrechen und Übelkeit leidest, notwendig sein, ein oder zwei Tage auf Nahrung zu verzichten. Versuche in diesem Fall durch Tees und Suppen die Nährstoff- und vor allem Flüssigkeitsversorgung aufrecht zu halten.
Sollte meine Diät bei Durchfall beibehalten?
Eine Diät um Gewicht abzunehmen bei Durchfall durchzuführen ist, abhängig von der Diät, meist nicht empfehlenswert. Wie bereits erwähnt, solltest du leichte Kost und eher kein rohes Gemüse oder saures Obst zu sich nehmen. Kartoffeln, Reis oder trockenes Brot eignen sich hingegen gut, entsprechen aber nicht unbedingt einem Diät-Plan. Bei einer Durchfallerkrankung steht es im Vordergrund möglichst schnell wieder gesund zu werden, andere Ziele kannst du verfolgen, wenn du wieder bei Kräften bist.
Quellen
- L. Scheffel: Ernährung und Verdauung, 2011, ISBN 9783834009180
- F. Hartmann: Durchfälle und Bauchschmerzen – was steckt dahinter?, in „MMW – Fortschritte der Medizin“, 155, 2013, ISSN 1613-3560
- L. Buller: Ernährung von gesunder Kost bis Genfood ; alles, was man über Ernährung wissen muss, 2006, ISBN 9783806755350
- H. K. Biesalski, P. Grimm, S. Nowitzki-Grimm: Taschenatlas Ernährung, 2020, ISBN 9783132426078
- G. F. Domagk, J. Eisenburg, K. Kramer: Ernährung, Verdauung, Intermediärstoffwechsel, 1972, ISBN 9783541055418
- H. S. Füeßl: Durchfälle rational managen, in „MMW – Fortschritte der Medizin“, 157, 2015, ISSN 1613-3560
- J. Keller: Funktionelle Magen-Darm-Erkrankungen, in „CME“, 11, 2014, ISSN 1614-3744
- Manthey, C., Epple, H.-J., Keller, K.-M., Lübbert, C., Posovszky, C., Ramharter, M., Reuken, P., Suerbaum, S., Vehreschild, M., Weinke, T., Addo, M. M., Stallmach, A., & Lohse, A. W. (2023, November). S2k-Leitlinie Gastrointestinale Infektionen (AWMF-Registernummer 021–024, Version 2.1). AWMF-Leitlinienregister. https://register.awmf.org/assets/guidelines/021-024l_S2k_Gastrointestinale_Infektionen_2023-11_1.pdf
- Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM). (2024). S3-Leitlinie: Klinische Ernährung bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und enteraler/parenteraler Ernährung – Aktuelle Ernährungstherapie (06a_AktErn-LL-2024-12-0116). https://www.dgem.de/sites/default/files/PDFs/Leitlinien/S3-Leitlinien/06a_AktErn-LL-2024-12-0116-Online-PDF_watermarked.pdf
