Leukozyten, auch weiße Blutkörperchen genannt, sind wichtige Zellen der körpereigenen Abwehr und übernehmen zentrale Aufgaben im Immunsystem. Sie helfen dabei, Krankheitserreger zu erkennen und unschädlich zu machen. Veränderungen der Leukozytenzahl können unter anderem im Zusammenhang mit Infektionen, Entzündungen oder anderen gesundheitlichen Veränderungen auftreten und wichtige Hinweise auf die Aktivität des Immunsystems geben.
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| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Fachbegriff | Leukozyten |
| Abkürzung | Leu, Leuko |
| Definition | Zelltyp zur Immunabwehr |
| Einheit | G/l |
| Referenzbereich | Frauen: ca. 4–10 G/l Männer: ca. 4–10 G/l |
| Erhöht bei | Infektionen, Entzündungen, Stressreaktionen |
| Erniedrigt bei | Virusinfektionen, Knochenmarkserkrankungen, Medikamenteneinflüssen |
Hinweis: Die angegebenen Referenzwerte können je nach Labor, Messmethode, Alter, Geschlecht und weiteren individuellen Faktoren variieren. Maßgeblich sind die Referenzbereiche auf deinem Laborbefund.
Quelle: Dormann et al. (2018)

DEFINITION
Was sind Leukozyten?
Unter dem Begriff Leukozyten werden verschiedene Zellen des Immunsystems zusammengefasst. Umgangssprachlich heißen sie weiße Blutkörperchen, da sie anders als Erythrozyten, keinen Blutfarbstoff enthalten.
Leukozyten werden überwiegend im Knochenmark gebildet und gelangen von dort in den Blutkreislauf. Sie verbleiben jedoch nicht dauerhaft im Blut, sondern können in Gewebe und lymphatische Organe wie Lymphknoten oder Milz einwandern. Dort tragen sie zur Immunabwehr bei und reagieren auf Krankheitserreger sowie andere körperfremde Strukturen.
Zu den Leukozyten zählen mehrere Zellgruppen. Besonders wichtig sind Granulozyten, Lymphozyten und Monozyten. Die Granulozyten werden wiederum in neutrophile, eosinophile und basophile Granulozyten unterteilt; bei den Lymphozyten unterscheidet man unter anderem B-Zellen, T-Zellen und natürliche Killerzellen. Die einzelnen Zelltypen erfüllen unterschiedliche Funktionen und können sich bei verschiedenen Erkrankungen jeweils anders verändern.
Welche Aufgabe haben Leukozyten?
Weiße Blutkörperchen bilden ein vielseitiges Abwehrsystem. Einige können eingedrungene Mikroorganismen aufnehmen und unschädlich machen, andere steuern Immunreaktionen oder sind an der gezielten Abwehr bereits bekannter Erreger beteiligt.
Dabei ergänzen sich die verschiedenen Leukozytenarten. Neutrophile Granulozyten spielen beispielsweise eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung von Infektionen und bei Reaktionen auf Gewebeschäden. B-Lymphozyten sind an der Antikörperantwort beteiligt, während T-Lymphozyten unter anderem infizierte oder veränderte Zellen erkennen und Immunreaktionen regulieren. Monozyten können aus dem Blut ins Gewebe einwandern und sich dort zu Makrophagen weiterentwickeln.
Wann werden Leukozyten bestimmt?
Die Leukozytenzahl gehört zu den Standardparametern des kleinen Blutbildes. Sie kann beispielsweise bei allgemeinen Blutkontrollen oder dann untersucht werden, wenn Beschwerden auf eine Infektion oder Entzündung hindeuten.
Gründe für die Bestimmung der Leukozytenzahl:
- Akute oder chronische Infektionen
- Entzündliche oder autoimmune Erkrankungen
- Erkrankungen des Knochenmarks oder des blutbildenden Systems
- Bestimmte Leukämien und andere hämatologische Erkrankungen
- Veränderungen des Blutbildes durch Arzneimittel
Auch während bestimmter Behandlungen – etwa einer Chemo- oder Strahlentherapie – werden die Blutwerte regelmäßig kontrolliert. Sind weitere Informationen erforderlich, zeigt das Differentialblutbild, welche Leukozytengruppe erhöht oder erniedrigt ist.
NIEDRIGE WERTE
Leukozyten zu niedrig: Mögliche Ursachen
Ein zu niedriger Leukozyten-Wert wird als Leukopenie beziehungsweise Leukozytopenie bezeichnet. Häufig geht eine niedrige Gesamtzahl vor allem auf eine verminderte Zahl neutrophiler Granulozyten zurück.
Mögliche Auslöser niedriger Leukozytenwerte:
- Virusinfektionen und bestimmte bakterielle Infektionen
- Erkrankungen oder Schädigungen des Knochenmarks
- Autoimmunerkrankungen
- Bestimmte Blut- und Krebserkrankungen
- Chemo- oder Strahlentherapie
- Bestimmte Arzneimittel, insbesondere zytotoxische oder immunsuppressive Wirkstoffe
- Selten angeborene Erkrankungen
- Ausgeprägte Mangel- oder Fehlernährung
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Eine Leukopenie bleibt häufig zunächst ohne Beschwerden. Ist die Immunabwehr stärker beeinträchtigt, können jedoch Infektionen häufiger oder schwerer auftreten. Mögliche Anzeichen sind Fieber, Schüttelfrost sowie Entzündungen im Mund- und Rachenraum.
Mögliche Folgen von zu niedrigen Leukozyten-Werten
Sind zu wenige Leukozyten im Blut, kann sich der Körper schlechter gegen Krankheitserreger wehren. Betroffene können dadurch anfälliger für Infektionen sein oder häufiger beziehungsweise schwerer erkranken.
Wie hoch das Infektionsrisiko ist, hängt davon ab, welche Leukozytenart betroffen und wie stark sie vermindert ist. Besonders niedrige Werte der neutrophilen Granulozyten können dazu führen, dass Infektionen häufiger auftreten und schwerer verlaufen.
Leukozyten niedrig – was tun?
Ein erniedrigter Laborwert sollte zunächst im Zusammenhang mit dem übrigen Blutbild betrachtet werden. Ein Differentialblutbild kann zeigen, ob beispielsweise vor allem neutrophile Granulozyten oder Lymphozyten betroffen sind.
Die weitere Behandlung richtet sich nach der Ursache. Liegt eine Infektion zugrunde, kann sich der Wert nach deren Abklingen wieder normalisieren. Sind Arzneimittel als Auslöser denkbar, sollte die aktuelle Medikation ärztlich überprüft werden. Verordnete Medikamente sollten nicht eigenmächtig abgesetzt oder in ihrer Dosierung verändert werden.
ERHÖHTE WERTE
Leukozyten erhöht: Mögliche Ursachen
Ist der Wert für Leukozyten erhöht, spricht man von einer Leukozytose. Dies ist häufig eine normale Immunreaktion, beispielsweise auf eine Infektion.
Weitere Auslöser für hohe Leukozytenwerte:
- Entzündliche Erkrankungen
- Verletzungen, Operationen oder Verbrennungen
- Starke körperliche Belastung oder akuter Stress
- Rauchen
- Bestimmte Arzneimittel (z.B. Kortikosteroide)
- Schwangerschaft
- Erkrankungen des Knochenmarks
- Leukämien und andere myeloproliferative Erkrankungen
Gut zu wissen
Bei Leukämien und myeloproliferativen Erkrankungen ist die normale Blutbildung im Knochenmark verändert, wodurch je nach Erkrankung auch die Zahl der Leukozyten deutlich ansteigen kann. Nach Angaben des Zentrums für Krebsregisterdaten (ZfKD) am Robert Koch-Institut erkrankten im Jahr 2022 insgesamt 13.454 Menschen in Deutschland neu an Leukämie. Mit einem Anteil von etwa 36 % ist die chronische lymphatische Leukämie (CLL) die häufigste Leukämieform. Ein erhöhter Leukozyten-Wert allein bedeutet jedoch nicht, dass eine solche Erkrankung vorliegt.
Eine erhöhte Leukozytenzahl verursacht oftmals keine Beschwerden. Je nach Ursache können jedoch Fieber, Schmerzen, Müdigkeit oder Nachtschweiß auftreten. Auch ungewollter Gewichtsverlust oder eine erhöhte Blutungsneigung sind möglich und sollten ärztlich abgeklärt werden.
Mögliche Folgen von zu hohen Leukozyten-Werten
Eine erhöhte Leukozytenzahl hat meist keine direkten gesundheitlichen Folgen. Erst bei extrem hohen Werten kann die Durchblutung kleiner Gefäße beeinträchtigt werden. Mögliche Folgen sind Atemnot, Seh- oder neurologische Störungen. Solche Werte können verschiedene Ursachen haben, darunter auch bestimmte Erkrankungen des blutbildenden Systems, und müssen umgehend ärztlich abgeklärt werden.
Leukozyten zu hoch – was tun?
Sind die Leukozyten erhöht, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden. Abhängig vom Befund können eine erneute Blutuntersuchung und ein Differentialblutbild sinnvoll sein. Bleiben die Werte länger erhöht oder zeigen sich weitere Auffälligkeiten im Blutbild, können zusätzliche Untersuchungen notwendig sein.
Ab wann sind erhöhte Leukozyten gefährlich?
Eine leichte Erhöhung der Leukozyten ist meist nicht gefährlich und kann beispielsweise bei Infektionen oder körperlicher Belastung auftreten. Deutlich oder dauerhaft erhöhte Werte sollten ärztlich abgeklärt werden. Laut der medizinischen Fachübersicht „Leukocytosis“ von StatPearls gelten Werte ab 100.000 Leukozyten/µl als Hyperleukozytose und erfordern eine dringende ärztliche Abklärung. Entscheidend sind außerdem Beschwerden, Verlauf und weitere Blutwerte.
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ZUSAMMENHANG
Leukozyten und Immunsystem
Leukozyten sind für die Immunabwehr unverzichtbar. Sie verbinden die angeborene und erworbene Abwehr und ermöglichen es dem Körper, auf unterschiedliche Krankheitserreger gezielt zu reagieren.
Besonders bei Infektionen kann sich die Zahl und Zusammensetzung der Leukozyten verändern. Der Körper mobilisiert zusätzliche Abwehrzellen, um beispielsweise Bakterien, Viren oder Pilze zu bekämpfen. Welche Leukozytenarten dabei besonders reagieren, hängt unter anderem vom Erreger und vom Verlauf der Infektion ab.
Auch bei Entzündungen werden Leukozyten durch Botenstoffe aktiviert und verstärkt zum betroffenen Gewebe geleitet.
Leukozyten im Urin
Auch eine Urinprobe kann auf Leukozyten untersucht werden. Als unauffällig gelten in der Regel Werte von bis zu 10 Leukozyten pro µl Urin. Liegt die Konzentration darüber, spricht man von einer Leukozyturie. Sie kann unter anderem im Zusammenhang mit Harnwegsinfekten sowie Entzündungen der Nieren oder Prostata auftreten.
Häufige Fragen zu Leukozyten
Was sind weiße Blutkörperchen?
Weiße Blutkörperchen, auch Leukozyten genannt, sind Zellen des Immunsystems. Sie helfen dem Körper, Krankheitserreger zu erkennen und abzuwehren.
Welche Symptome können bei niedrigen Leukozyten auftreten?
Niedrige Leukozyten verursachen nicht immer Beschwerden. Bei geschwächter Immunabwehr können jedoch häufigere Infektionen, Fieber, Schüttelfrost oder Entzündungen im Mund- und Rachenraum auftreten.
Können erhöhte Leukozyten auf Krebs hinweisen?
Ja, stark erhöhte Leukozyten können unter anderem bei Leukämien oder anderen Erkrankungen des blutbildenden Systems auftreten. Häufiger stecken jedoch andere Ursachen wie Infektionen oder Entzündungen dahinter, weshalb ein erhöhter Leukozytenwert nicht direkt ein Grund zur Beunruhigung ist und weiter medizinisch abgeklärt werden sollte.
Ab wann sind niedrige Leukozyten gefährlich?
Das Risiko hängt besonders davon ab, welche Leukozytenart und wie stark sie vermindert ist. Vor allem stark erniedrigte neutrophile Granulozyten erhöhen das Risiko für schwere Infektionen.
Quellen
- Bastigkeit M. Meine Laborwerte: Ratgeber zu Blutuntersuchungen, Blutbild und Laborbericht. Stiftung Warentest. 2024.
- Dormann A, Heer C, Isermann B. Laborwerte. Elsevier. 2018.
- Gehring WG . Leukozyten. DocMedicus Gesundheitslexikon. 2025. [abgerufen am 30.08.2026]
- Leukämien. Robert Koch-Institut. 2024. [abgerufen am 30.08.2026]
- Leukozyten. Endokrinologikum Labore Hamburg. 2024. [abgerufen am 30.08.2026]
- Leukozyten. Gesundheit.gv.at. 2024. [abgerufen am 30.08.2026]
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Jana Gedeonova ist approbierte Apothekerin und unterstütz mit ihrer Expertise das apodiscounter Ratgeber-Team.
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