Bei einer Nagelbettentzündung (Paronychie) handelt es sich um eine Infektion, die das Nagelbett an Fingern oder Zehen betrifft. Sie entsteht meist durch das Eindringen von Bakterien, seltener durch Pilze und Viren, in offene oder geschädigte Stellen in der Nagelhaut oder im Nagelwall. Diese Art von Entzündung ist keine Seltenheit und trifft besonders Menschen, die bereits kleinere Verletzungen im Nagelbereich haben, häufig mit Wasser in Kontakt kommen sowie Menschen mit einem allgemein erhöhten Entzündungsrisiko, wie Menschen mit Diabetes. Unbehandelt kann die Entzündung schmerzhaft werden und sich in schweren Fällen sogar auf umliegendes Gewebe ausbreiten.
Inhaltsverzeichnis öffnen
Inhaltsverzeichnis
Ursachen einer Nagelbettentzündung
Die Hauptursache einer Nagelbettentzündung ist das Eindringen von Krankheitserregern in das Nagelbett. Dies kann auf verschiedene Arten geschehen, z. B. durch:
- Mechanische Verletzungen: Ein eingerissener Nagel sowie unsachgemäßes Schneiden oder Zurückschieben der Nagelhaut können das Infektionsrisiko erhöhen.
- Dauerhafte Feuchtigkeit: Wer beruflich oder privat oft mit Wasser oder Chemikalien in Berührung kommt, hat ein höheres Risiko für das Eindringen von Keimen in das Nagelbett.
- Pilzinfektionen: Pilzbefall an den Nägeln kann zu einer chronischen Entzündung des angrenzenden Nagelbettes führen.
- Geschwächtes Immunsystem: Menschen mit Vorerkrankungen, die mit einer reduzierten Immunleistung einhergehen, wie Diabetes, sind anfälliger für Infektionen.
- Unpassendes Schuhwerk: Zu enge Schuhe begünstigen Druckstellen und kleine Verletzungen an den Fußnägeln, was besonders häufig zu einer Nagelbettentzündung am Zeh führt.
Symptome einer Nagelbettentzündung
Die Symptome hängen vom Stadium und der Ursache der Entzündung ab. Sie können eine Entzündung am Nagelbett anhand folgender Merkmale erkennen:
- Frühe Symptome: Rötung, Schwellung, Überwärmung und Schmerzen am Nagelrand. Dabei handelt es sich um die klassischen Entzündungssymptome, welche auch in den folgenden Stadien weiterhin auftreten können.
- Fortgeschrittene Entzündung: Bildung von Eiter, pochende Schmerzen und Druckempfindlichkeit kommen hinzu.
- Chronische Nagelbettentzündung: Wiederkehrende Schwellungen, Verdickung oder Verformung des Nagels in Kombination mit weiteren beschriebenen Symptomen.
- Schwere Verläufe: Die Infektion breitet sich in tiefere Gewebeschichten aus und kann auch andere Körperfunktionen beeinträchtigen. Eine ärztliche Behandlung ist in diesem Stadium unbedingt notwendig.
Wie erkenne ich eine Nagelbettentzündung?
Eine Nagelbettentzündung macht sich meist durch Rötungen, Schwellungen und Schmerzen rund um den Nagel bemerkbar. Ärztinnen und Ärzte können die Entzündung in der Regel bereits durch eine sorgfältige Sichtprüfung erkennen. Bei besonders starken oder wiederkehrenden Beschwerden können ergänzend weitere Diagnoseverfahren zum Einsatz kommen.
Medikamentöse Behandlung einer Nagelbettentzündung
Die medikamentöse Behandlung der Nagelbettentzündung zielt darauf ab, Bakterien zu bekämpfen, Entzündungen zu hemmen und den Heilungsprozess zu fördern. Je nach Ursache der Entzündung werden gezielte Behandlungsmethoden eingesetzt, wobei es sowohl rezeptfreie Optionen wie auch verschreibungspflichtige Mittel gibt.
Rezeptpflichtige Medikamente bei Nagelbettentzündung:
- Antibiotika können nach ärztlicher Verordnung entweder lokal oder systemisch eingesetzt werden. Zur lokalen Anwendung eignen sich antibiotische Salben – systemisch bedeutet, dass die Antibiotika oral als Tabletten eingenommen werden.
- Antimykotische Cremes werden bei durch Pilzbefall ausgelösten Nagelbettentzündungen, beispielsweise Nagelpilz, verschrieben.
- Kortisonhaltige Salben oder Cremes werden bei starken Entzündungen und Schwellungen ärztlich verordnet.
Rezeptfreie Mittel bei Nagelbettentzündung:
- Desinfizierende Lösungen oder Salben wirken antiseptisch und verhindern so eine Ausbreitung der Keime.
- Zugsalben können helfen, Eiteransammlungen an die Oberfläche zu ziehen und die Entzündung zu lindern.
- Wund- und Heilsalben unterstützen die Regeneration der Haut.
- Hand-/Fußbäder mit antiseptischen Zusätzen, wie beispielsweise Teebaumöl, können beruhigend und entzündungshemmend wirken.
Ichtholan® Zugsalbe – Bewährte Hilfe bei Nagelbettentzündung
Bekämpfen Sie eine Nagelbettentzündung mit Ichtholan® Zugsalbe. Die schwarze Zugsalbe wirkt entzündungshemmend und antibakteriell – auch wenn sich bereits Eiter gebildet hat. Durch die Linderung der Entzündung kann der Schmerz effektiv bekämpft werden. Darüber hinaus können Sie so einer Ausbreitung und Verschlimmerung der Infektion vorbeugen.
Wie wirkt Ichtholan® Zugsalbe?
Der Wirkstoff der Ichtholan® Zugsalbe ist Ichthyol®, ein Inhaltsstoff, der aus Schieferöl gewonnen wird und folgende Eigenschaften aufweist:
- Entzündungshemmung – Reduziert Schwellungen und lindert Schmerzen.
- Antibakterielle Wirkung – Bekämpft krankheitserregende Bakterien und beugt einer weiteren Ausbreitung vor.
- Durchblutungsförderung – Unterstützt den Heilungsprozess, indem die betroffene Stelle besser mit Nährstoffen versorgt wird.
- Zugwirkung – Hilft dabei, eingekapselten Eiter nach außen zu leiten und erleichtert so die Wundheilung.
Ichtholan® zieht Entzündungen schnell aus der Haut
Ichtholan® Zugsalbe 50 % wird empfohlen, wenn eine tiefere Entzündung oder ein schmerzhafter Abszess vorliegt. Die Salbe hat eine braun-schwarze Farbe und einen charakteristischen Geruch. Der enthaltene Wirkstoff Ichthyol® wird aus natürlichem Schiefergestein gewonnen. Der Wirkstoff bekämpft die Bakterien, wirkt entzündungshemmend, durchblutungsfördernd und schmerzlindernd. Durch die tiefe Zugwirkung wird der Eiter schnell aus der Haut gezogen. Ichtholan® Zugsalbe 50 % ist rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.
Anwendung bei einer Nagelbettentzündung
- Die betroffene Stelle gründlich reinigen und vorsichtig abtrocknen.
- Ichtholan® Zugsalbe 50 % messerrückendick (1–2 mm) auf die betroffene Stelle auftragen.
- Mit einem Pflaster oder Verband abdecken, um Flecken auf Kleidung und Bettwäsche zu vermeiden.
- Nach 12 bis 24 Stunden erneuern, bis die Entzündung deutlich zurückgeht.
Bei jedem Pflaster- oder Verbandswechsel müssen die auf der Haut verbliebenen Salbenreste zuerst abgewaschen werden, bevor ein neues Pflaster oder ein neuer Verband angelegt wird. Bei schweren Entzündungen mit Ausbreitung der betroffenen Areale sollte eine Arztpraxis aufgesucht werden.
Ein häufiger Fehler ist es, den Eiter auszudrücken. Das kann die Infektion in tiefere Gewebeschichten pressen und die Entzündung verschlimmern.
Hausmittel gegen Nagelbettentzündung
Viele leichte Fälle lassen sich mit einfachen Hausmitteln bekämpfen. Diese Tipps haben sich dabei bewährt:
- Warme Kamillen- oder Kernseifenbäder wirken entzündungshemmend und fördern die Heilung.
- Luft statt Pflaster: Die Frage „Nagelbettentzündung: Pflaster oder Luft?“ wird oft gestellt. Pflaster sollten luftdurchlässig sein. In den meisten Fällen hilft eine trockene Umgebung besser, da sich Keime in feuchtem Milieu in der Regel stärker vermehren.
In außergewöhnlich schweren Fällen kann ein kleiner chirurgischer Eingriff notwendig sein. Falls der Nagel stark betroffen ist, kann eine sogenannte Nagelteil-Entfernung helfen. Eine andere Möglichkeit ist die Abszess-Spaltung: Falls sich eine größere Eiteransammlung gebildet hat, muss diese durch einen Schnitt entlastet werden, damit das Sekret abfließen kann.
So können Sie einer Nagelbettentzündung vorbeugen
Um eine Entzündung am Nagelbett gar nicht erst entstehen zu lassen, helfen einige einfache Maßnahmen:
- Sanfte Nagelpflege: Nägel regelmäßig und gerade schneiden, um Verletzungen zu vermeiden.
- Die Nagelhaut nicht zurückschieben oder abschneiden.
- Gute Hand- und Fußhygiene.
- Schutz der Hände bei häufigem Kontakt mit Wasser oder Chemikalien, z. B. durch Handschuhe.
- Atmungsaktive und passende Schuhe tragen, um Feuchtigkeit an den Füßen zu reduzieren sowie Druck und Reibung zu vermeiden.
- Schutz der Hände und Füße vor Kälte.
Langfristige Folgen einer unbehandelten Nagelbettentzündung
Eine Nagelbettentzündung kann bei Nichtbehandlung ernste Folgen haben:
- Nagelverformungen oder Ablösung: Chronische Infektionen können zu dauerhaften Schäden am Nagel führen.
- Abszesse und Sehnenentzündungen: Bakterien können tiefere Gewebe betreffen und schädigen.
- Blutvergiftung (Sepsis): In seltenen Fällen können sich Erreger über die Blutbahn im Körper ausbreiten und eine systemische Entzündung verursachen.
Wann sollten Sie einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen?
Eine ärztliche Untersuchung ist notwendig, wenn
- die Entzündung länger als eine Woche anhält und/oder sich immer weiter verschlimmert,
- starke Schmerzen oder Fieber auftreten,
- Eiter in großen Mengen austritt,
- die Infektion nach dem Abklingen immer wiederkehrt sowie
- bei Menschen, die an chronischen Erkrankungen, Durchblutungsstörungen oder einem geschwächten Immunsystem leiden.
Fazit
Eine Nagelbettentzündung ist eine häufige, aber oft vermeidbare Erkrankung. Durch frühzeitige Behandlung und richtige Pflege kann eine Verschlimmerung in der Regel verhindert werden. Bei schweren oder wiederkehrenden Infektionen sollte ein Arzt bzw. eine Ärztin aufgesucht werden. Wer von vornherein auf eine sorgfältige Nagelpflege achtet und simple präventive Maßnahmen befolgt, kann das Risiko einer Nagelbettentzündung deutlich reduzieren.
Pflichttext
Ichtholan® Zugsalbe 50 %
Wirkstoff: Ammoniumbituminosulfonat.
Anwendungsgebiete: Zur Reifung von Furunkeln und abszedierenden Prozessen, z. B. Hautabszessen, Nagelbett-, Haarbalg-, Schweißdrüsen-Entzündungen, Entzündungen durch Splitter und Dornen.
Enthält Wollwachs und Butylhydroxytoluol.
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.
Ichthyol-Gesellschaft Cordes, Hermanni & Co. (GmbH & Co.) KG, 22335 Hamburg
Quellen
- Adigun, C. G. (2021, Dezember). Akute Paronychie. MSD Manual Professional Edition. Abgerufen am 24. März 2025, von https://www.msdmanuals.com/de/profi/erkrankungen- der-haut/nagelerkrankungen/akute-paronychie
- https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/hautkrankheiten/nagelbettentzuendung-symptome-und-behandlung-738987.html
- https://www.tk.de/techniker/krankheit-und-behandlungen/erkrankungen/behandlungen-und-medizin/haut-und-geschlechtskrankheiten/was-versteht-man-unter-einer-nagelentzuendung-2017570
- https://ichtholan.de/einsatzgebiete/nagelbettentzuendung/
Geprüft durch unser pharmazeutisches Team
![2[1] Louisa Löwe, pharmazeutische Expertin](https://www.apodiscounter.de/ratgeber/wp-content/uploads/2024/05/41-1024x1024.jpg)
„Die Pharmazie kennt keinen Stillstand – das ist es, was mich so daran fasziniert. Jeden Tag werden spannende neue Wirkstoffe und Behandlungsmöglichkeiten für Krankheiten entdeckt.“
Als Apothekerin ist es Louisa Löwe besonders wichtig, ständig up-to-date und informiert zu bleiben. Bei apodiscounter.de lässt sie ihr Wissen in die pharmazeutischen Beiträge einfließen und garantiert Kund:innen so wissenschaftlich fundierte und geprüfte Inhalte.
Wichtiger Hinweis: Unsere Artikel und Grafiken werden von unserem Expertenteam überprüft. Grundlage sind stets seriöse Quellen und ärztliche Aussagen. Die Inhalte werden in regelmäßigen Abständen aktualisiert und dienen weder der Selbstdiagnose noch ersetzen sie einen Arztbesuch.
