Rosacea ist mehr als eine vorübergehende Hautrötung – es handelt sich um eine chronisch-entzündliche Erkrankung. Typisch sind Hautrötungen, sichtbare Äderchen sowie entzündliche Papeln und Pusteln im Gesicht. Gerade weil die Symptome oft schubweise auftreten und die Auslöser vielfältig sind, fühlen sich viele Menschen mit Rosacea ratlos oder sogar hilflos. Dabei gibt es heute eine Reihe wirksamer Maßnahmen, die Beschwerden zu lindern und das Hautbild langfristig zu verbessern. Erfahren Sie in diesem Beitrag, was Rosacea genau ist, welche Auslöser eine Rolle spielen und wie eine gezielte Behandlung aussehen kann.
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Was ist Rosacea?
Rosacea ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die in Schüben auftritt. Sie betrifft in erster Linie das Gesicht – insbesondere Wangen, Stirn, Nase und Kinn. Typische Symptome sind
- anhaltende Gesichtsrötungen (Erytheme),
- sichtbare Äderchen (Teleangiektasien),
- entzündliche Knoten (Papeln),
- Eiterbläschen (Pusteln) und
- empfindliche, spannende und brennende Haut.
Oft beginnt die Erkrankung schleichend. Zunächst treten flüchtige Hautrötungen auf, später können sich diese zu dauerhaften Rötungen entwickeln. Je nach Schweregrad der Symptome unterscheidet man verschiedene Stadien:
- Vorstadium: Flüchtige Gesichtsrötungen und empfindliche Haut machen sich bemerkbar.
- Stadium I: Anhaltende Gesichtsrötungen und erweiterte Äderchen treten auf.
- Stadium II: Papeln und Pusteln kommen hinzu.
- Stadium III: Die Haut verdickt sich, oft kommt es zu einer knollenartigen Vergrößerung der Nase (Rhinophym).
Was sind die Ursachen und Auslöser von Rosacea?
Bei chronisch entzündlichen Erkrankungen, die in Schüben auftreten, ist die Unterscheidung zwischen Ursachen und Auslösern sehr wichtig. Die Ursachen erklären die Krankheitsentstehung, sind jedoch häufig komplex und nicht vollständig geklärt. Auslöser sind Faktoren, die einen akuten Schub hervorrufen können. Sie sind oft individuell und können durch gezielte Maßnahmen beeinflusst werden, um Schübe zu reduzieren oder zu vermeiden.
Ursachen der Rosacea
Die Ursache für die Entstehung von Rosacea ist noch nicht endgültig geklärt. Klar ist, dass unterschiedliche Faktoren eine Rolle spielen. Dazu gehört eine Überreaktion des Immunsystems, die zu entzündlichen Prozessen im Körper führt. Außerdem liegt eine Störung in der Gefäßregulation vor, wodurch sich die feinen Äderchen im Gesicht erweitern und sichtbar werden. Weiterhin konnte ein erhöhtes Aufkommen von Mikroorganismen in der Haut festgestellt werden, allen voran von sogenannten Demodex-Milben.
Gut zu wissen
Demodex-Milben (Haarbalgmilben) sind mikroskopisch kleine Milben und Teil unserer natürlichen Hautflora. Sie leben in Haarfollikeln und Talgdrüsen, vor allem im Gesicht, und ernähren sich dort von Hautabfallprodukten wie Talg und abgestorbenen Hautzellen. So unterstützen sie unseren Körper in der Reinigung unserer Haut. Problematisch werden die Milben erst, wenn sie sich übermäßig vermehren und so zu Hautproblemen wie Rosacea führen.
Eine genetische Grundlage für die Rosacea ist wahrscheinlich, konnte bislang jedoch nicht eindeutig geklärt werden. Beobachtet wurde jedoch, dass die Erkrankungswahrscheinlichkeit höher ist, wenn bereits Rosacea-Fälle in der Familie vorliegen.
Auslöser der Rosacea
Es gibt verschiedene Trigger, die einen Schub auslösen können:
- Starke Sonneneinstrahlung
- Hitze und Kälte
- Alkohol
- Scharfes Essen
- Stress
- Reizende Kosmetika
Ein wichtiger Bestandteil der Rosacea-Therapie ist es daher, die persönlichen Auslöser zu erkennen und zu vermeiden.
Wie wird Rosacea behandelt?
Trigger meiden
Beobachten Sie, was Ihre Haut reizt und vermeiden Sie gezielt die Auslöser.
Basispflege
Reinigen Sie Ihr Gesicht schonend und tupfen Sie ihre Haut vorsichtig trocken. Pflegen Sie Ihre Haut mit feuchtigkeitsspendenden Produkten und meiden Sie stark reizende Kosmetika. Tragen Sie täglich Sonnenschutz auf.
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Topische Therapie (äußerliche Therapie)
Bei Rosacea kommen häufig Cremes, Gele, Lotionen o. Ä. mit Wirkstoffen wie Brimonidin, Ivermectin, Metronidazol oder Azelainsäure zum Einsatz. Da es sich um verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt, müssen sie ärztlich verordnet werden. Die Therapie erfordert in der Regel eine langfristige Anwendung. Empfohlen wird, die topische Therapie mit einem dieser Arzneimittel mindestens 12 Wochen lang fortzusetzen, um den Therapieerfolg beurteilen zu können. Nach Therapieende können die Symptome wieder auftreten.
Systemische Therapie (innerliche Therapie)
Gerade bei schweren Formen der Rosacea oder wenn die äußerliche Therapie nicht ausreicht, ist eine zusätzliche systemische Therapie sinnvoll. Hier kommen oft verschreibungspflichtige Antibiotika wie Doxycyclin in niedriger Dosierung zum Einsatz. Ihre E-Rezepte können Sie schnell und unkompliziert über die apodiscounter App einlösen.
Weitere Therapieoptionen
Bei stark ausgeprägten Teleangiektasien (sichtbare Äderchen) oder Rhinophym (knollenartige Vergrößerung der Nase) kann eine Laserbehandlung oder ein chirurgischer Eingriff in Betracht gezogen werden.
Fazit
Rosacea kann Betroffene belasten, doch mit der richtigen Pflege, dem Vermeiden von Auslösern und gezielter medizinischer Behandlung lassen sich die Symptome gut kontrollieren. Wichtig ist, geduldig zu bleiben und bei Bedarf ärztlichen Rat einzuholen, um die Haut langfristig zu beruhigen und das Hautbild zu verbessern.
Quellen
- Koch, R. und Mays, G., 1996. Orale Behandlung der Rosacea mit Natriumbituminosulfonat. derm Praktische Dermatologie, 2: S. 519-525
- Clanner‐Engelshofen et al. (2022). S2K‐Leitlinie: Rosacea. JDDG Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, 20(8), 1147–1167. https://doi.org/10.1111/ddg.14849_g
- https://www.amboss.com/de/wissen/rosazea/
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