Podcast-Folge Früherkennung anhören

Moderator Mario D. Richardt beschäftigt sich diesmal mit den Themen Früherkennung und Vorsorge. Mit seinem Gesundheitspodcast „kernig & gesund“, den apo-discounter.de präsentiert, klärt er in Bezug auf urologische Krebsarten wie Hoden-, Prostata-, Nieren- und Blasenkrebs auf, besucht dafür Dr. Matthias Schulze und lässt sich den Ablauf einer typischen Untersuchung beschreiben. Außerdem geht Richardt der Frage nach, ob ein Urologe tatsächlich nur ein „Männerarzt“ ist.

Hören Sie doch mal rein!

Experte: Dr. Matthias Schulze, Urologe und Onkologe

Dr. SchulzeDr. Matthias Schulze

Urologe und Onkologe

Seit der Jahrtausendwende findet man Dr. Matthias Schulze in seiner Praxis „Urologie, Andrologie, Onkologie, Speziallabor und Lasermedizin“ in Markkleeberg bei Leipzig. Ein absoluter Experte auf dem Gebiet der Urologie, Geschwulstkrankheiten und Männerheilkunde. Lesen Sie den ganzen Lebenslauf von Dr. Matthias Schulze.

Transkript der Folge Früherkennung

Mario D. Richardt: Hallo und willkommen! Mein Name ist Mario D. Richardt. Ich bin Fernsehmoderator, Buchautor und Teilzeit-Hypochonder. Aber nicht nur deshalb interessiere ich mich sehr für das Thema Gesundheit. Und so kam es auch zu der Idee für diesen Podcast. Ich bespreche jede Woche einmal in einer neuen Folge mit Fachärzten und Experten ein Thema direkt mit viel Spaß dabei und garantiert fachchinesisch-frei. Dafür habe ich ein kompetentes und munteres Ärzteteam zusammengestellt, um spannende Gesundheitsfragen auf den Punkt zu bringen. Mein heutiger Gast ist Dr. Matthias Schulze, er ist Urologe, Androloge und Onkologe. Guten Tag!

Dr. Matthias Schulze: Ich grüße Sie, Herr Richardt.

Mario D. Richardt: Dr. Schulze, vor allem im Alter steigt das Risiko zu erkranken. Dabei ist eine Früherkennung und die richtige Vorsorge enorm wichtig. Und da ist mir aufgefallen, dass die Gesellschaft schon offener mit intimen Themen, wie zum Beispiel Brustkrebs umgeht. Frauen sollen sich ja regelmäßig die Brust abtasten, bei anderen Krankheiten wie Hodenkrebs oder Prostatakrebs ist es dann aber schon nicht mehr so offen.

Vielleicht können wir heute etwas mehr Licht ins Dunkle der Früherkennung und Vorsorge bringen. Und apropos Licht ins Dunkle, Dr. Schulze, wenn man von einem Termin beim Urologen spricht, hat man im Kopf, dass man hingeht, dann zieht sich der Urologe einen Handschuh drüber und sagt: Jetzt beugen Sie sich mal schön nach vorne. Ist das Klischee oder Wirklichkeit?

Dr. Matthias Schulze: Das ist wirkliches Klischee.

Mario D. Richardt: Aber da kriegt man doch Angst.

Dr. Matthias Schulze: Nein! Also ich gebe Ihnen Recht, das Klischee ist schon so, dass es mit etwas Witz verbunden ist in der Gesellschaft und manche haben da auch ein bisschen Angst und manche haben da auch ein Kopfkino, wie auch immer.

Aber die Tastuntersuchung ist eine alte Untersuchung, ist eine wichtige Untersuchung und die gehört zur Prostatakrebs-Vorsorge dazu.

Mario D. Richardt: Das heißt aber, Sie sagen schon vorher nicht nur guten Tag, sondern besprechen erst mal die Problematik? Oder geht’s gleich ans Eingemachte?

Dr. Matthias Schulze: Es geht schon dann zügig ans Eingemachte. Wir kommen da relativ ohne Umschweife dorthin. Aber Spaß beiseite, natürlich wird erst mal das Thema Vorsorge oder besser Früherkennung besprochen.

Denn eine Früherkennungsuntersuchung schützt ja nicht vor Krebs, sondern sie wahrt die Chance, eine Krebsheilung durchzuführen, falls man Krebs erkennt und ihn dann in der Frühphase diagnostiziert. Das ist der Sinn der Früherkennung. Und das wird natürlich eingangs mit den Patienten besprochen. Und die Früherkennungsuntersuchung sollte man ja dann auch durchführen lassen, wenn man sich wohlfühlt. Das ist der Sinn der Früherkennung.

Weil oftmals noch die Meinung herrscht, mir geht’s doch gut, ich muss nicht zum Arzt. Die Früherkennung ist wie manchmal der TÜV beim Auto, man fährt auch dorthin, wenn man meint, die Karre ist in Ordnung.

Mario D. Richardt: Und meistens ist es dann hoffentlich auch gut.

Dr. Matthias Schulze: Und meistens ist es gut, das ist völlig korrekt. Der Großteil der Männer ist nicht nur beschwerdefrei, sondern wir diagnostizieren dort auch einen normalen Befund altersentsprechend, und das ist auch gut so.

Aber der Sinn der Früherkennung liegt ja gerade bei den Erkrankungen, die eben sehr häufig vorkommen, die quasi auch fast Volkserkrankungs-Status haben. Und da ist die Wahrscheinlichkeit natürlich auch groß, dass wir was erkennen. Und weil wir in der Frühphase heilen können, macht die ganze Sache Sinn, nicht nur individuell, sondern auch für die Gesellschaft.

Mario D. Richardt: Aber wie läuft denn so eine Untersuchung auf Prostatakrebs ab?

Dr. Matthias Schulze: Also die Untersuchung ist eigentlich klassisch verbunden mit einer Untersuchung des Enddarmes mit dem Zeigefinger des Urologen, wo er die Prostata abtastet. Dann kann er auch mal einen Eindruck bekommen, ob im Enddarm alles soweit in Ordnung ist, Hämorrhoiden, manchmal auch ein Enddarmkrebs. Das ist zwar selten, aber kann man damit auch mal erreichen.

Aber dann haben wir das Armamentarium natürlich das Ultraschalls, wo wir eigentlich sehr zügig einen guten Überblick uns verschaffen können, wie sehen die Nieren aus, wie sieht die Blase aus. Und deswegen heißt der Urologe Urologe, weil das ist die Lehre des Urins. Aus dem Urin können wir sehr viel sehen. Und ich kann nur jedem sagen, der sichtbar Blut im Urin hat, bitte sofort zum Urologen, das muss abgeklärt werden. Das kann im besten Fall eine Entzündung sein, das kann ein Stein sein, aber es kann auch ausgelöst werden durch einen Krebs der Blase oder der ableitenden Harnwege.