Zeugungsunfähigkeit – Wieso es manchmal nicht klappen will

Nach dem BMFSFJ, dem Bundesamt für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, ist fast jedes zehnte Paar zwischen 25 und 59 Jahren ungewollt kinderlos. Bei jeweils ca. 30 bis 40 % liegt die Ursache beim Mann. Urologe Dr. Matthias Schulze erklärt in dieser Podcast-Folge was zur Infertilität führt und ab wann man als zeugungsunfähig gilt. Zur Sprache kommt auch, welche Probleme dem unerfüllten Kinderwunsch zugrunde liegen können. Hören Sie rein.

Experte: Dr. Matthias Schulze, Urologe

Dr. SchulzeDr. Matthias Schulze

Urologe und Onkologe

Seit der Jahrtausendwende findet man Dr. Matthias Schulze in seiner Praxis „Urologie, Andrologie, Onkologie, Speziallabor und Lasermedizin“ in Markkleeberg bei Leipzig. Ein absoluter Experte auf dem Gebiet der Urologie, Geschwulstkrankheiten und Männerheilkunde. Lesen Sie den ganzen Lebenslauf von Dr. Matthias Schulze.

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Transkript der Folge Zeugungsunfähigkeit – Wieso es manchmal nicht klappen will

Zeugungsunfähigkeit ist ein schwieriges Thema für Partnerschaften mit Kinderwunsch, aber besonders für den Mann selbst. Denn letztlich fühlen sich Männer in ihrer Männlichkeit und im Selbstwertgefühl eingeschränkt. Und darüber sprechen wir heute bei „kernig & gesund“.

„kernig & gesund“, der Gesundheits-Podcast präsentiert von apodiscounter.de

Mario D. Richardt: Einen wunderschönen guten Tag und willkommen bei „kernig & gesund“ zu einer brandneuen Ausgabe dieses Podcasts! Ich bin Mario D. Richardt und treffe mich Woche für Woche mit Experten und Fachärzten für ein Gesundheitsthema.

Dabei reden wir nicht um den heißen Brei herum, sondern springen mitten hinein. Mein heutiger Gast war schon oft dabei und ich freue mich, dass er auch heute wieder da ist, Dr. Matthias Schulze.

Matthias Schulze: Herr Richardt, ich grüße Sie!

Mario D. Richardt: Derzeit bleibt jede sechste Ehe in Deutschland ungewollt kinderlos. In etwa 40 % der Fälle liegt die Ursache beim Mann. Das Ganze nennt man dann Infertilität. Dazu gibt es einige Statistiken, die ich im Netz gefunden habe und die ich ganz kurz mal vortragen möchte. 20 % der Männer zwischen 18 und 25 sollen nur noch über eine ziemlich niedrige Spermienzahl verfügen.

Vor 80 Jahren verfügte der Ottonormalverbraucher-Mann noch über 100 Millionen Spermien pro Milliliter Samenflüssigkeit, heutzutage sind es im besten Fall höchstens 60 Millionen Spermien pro Milliliter. Die genannten 20 % der jungen und gesunden Männer besitzen oft weniger als 20 Millionen Spermien pro Milliliter.

Und selbst diese Samenzellen sind oft von katastrophaler Qualität, meist sind nur 5 bis 15 % überhaupt in der Lage, theoretisch in die Eizelle zu kommen. Der Rest vom Schützenfest macht die Hufe hoch und sieht nicht mal mehr das Licht am Ende des Tunnels.

Das sind schockierende Zahlen, Dr. Schulze. Was ist da los mit den Spermien der deutschen Männer?

Matthias Schulze: Gut, die Frage ist: Ist das so schockierend? Zahlen sind oft eher alarmistisch und die Praxis sieht vielleicht heute dennoch nicht anders aus als früher.

In der Tat ist das Thema Kinderlosigkeit Teil unserer anthropologischen Sprechstunde und wir kümmern uns um die betroffenen Männer, die vielleicht ursächlich ihren Anteil an dieser Kinderlosigkeit haben.

Oftmals ist das ein Problem beider Partner, aber in der Tat, die schlechte Spermienqualität, die zur Kinderlosigkeit führt, das ist das Thema der Sprechstunde. Und das wollen wir jetzt vertiefen.

Wie definiert sich Zeugungsunfähigkeit?

Mario D. Richardt: Wie definieren Sie denn Zeugungsunfähigkeit?

Matthias Schulze: Zeugungsunfähigkeit definiert sich in etwa so, dass man sagen kann, dass wenn ein Paar einen Kinderwunsch realisieren möchte und diesen so etwa ein gutes Jahr nicht realisieren kann trotz regelmäßiger Gelegenheit des Beischlafs, und wenn dort keine Schwangerschaft ausgelöst wird, dann wird das Thema Infertilität zum Thema.

Und dann sollte man auch den Andrologen aufsuchen, um etwaige Ursachen abzuklären. Die Basisuntersuchung ist dann zunächst auch das Spermiogramm, um zu schauen, gibt es überhaupt Spermien und in welcher Qualität liegen die vor?

Mario D. Richardt: Spermiogramm heißt im Prinzip, der Mann kommt zu Ihnen, gibt hier eine Samenprobe ab und die wird dann kontrolliert?

Matthias Schulze: Die wird kontrolliert, das heißt, man schaut sich diese Probe im Mikroskop an.

Da gibt es feste Regeln, die auch nach der WHO, der Weltgesundheitsorganisation, definiert sind über Zählkammern, über Färbungen, über Beweglichkeit, über die Anzahl, über den pH-Wert, kann man die Qualität des Spermas und der Spermien, das muss man noch ein bisschen definieren, beurteilen, weil die Spermien alleine sind mitunter nicht schuld an der Kinderlosigkeit, sondern auch das Konstrukt, also die Spermaflüssigkeit, das, was ein Produkt der Prostata, der Vorsteherdrüse ist. Das ist sozusagen das Red Bull für die Spermien, dass sie überhaupt in die Lage versetzt werden zu befruchten.

Mario D. Richardt: Jetzt habe ich vorhin mit so vielen Zahlen um mich geworfen. Wieviel Spermien braucht es denn überhaupt, dass ein Mann zeugungsfähig ist?

Matthias Schulze: Das kann man jetzt so genau nicht sagen. Also in einer Ejakulat-Portion, so will ich es mal sagen, was letztlich für eine Befruchtung erforderlich ist, sind normalerweise sogar mehrere 100 Millionen Spermien unterwegs. Die Spermienqualität definiert sich über die Beweglichkeit und die Form des Spermiums, was letztlich Ausdruck eines funktionsfähigen Spermiums ist, was befruchten kann. Das ist vergleichbar wie bei einem komplizierten Chip, in dessen Produktion auch 60, 70 % Ausschuss produziert wird, und die 30 % haben eine gute Qualität.

Das ist eben eine komplexe Zelle und nach dem Zufallsprinzip, die stärkste Zelle kommt zur Befruchtung und da braucht es eben viele Spermien. Sie müssen sich vorstellen, Sie haben irgendwo einen großen Schießstand und haben eine Zielscheibe und viele Spermien verfehlen das Ziel und nur eins trifft ins Schwarze.

Ab wann spricht man von Zeugungsunfähigkeit?

Mario D. Richardt: Aber ab wann spricht man von Zeugungsunfähigkeit?

Matthias Schulze: Das kann man schlecht sagen. Wir haben oft Patienten, da wird gesagt, okay, Sie haben ein schlechtes Spermiogramm, was immer ein schlechtes Spermiogramm ist. Es gibt Normen in diesen Spermiogrammen, ich sprach vorhin von WHO-Regeln im Spermiogramm das zu beurteilen.

Da beurteilen wir neben der Qualität des Prostatasekretes natürlich die Anzahl der Spermien, wir beurteilen die Beweglichkeit, wir beurteilen die Form der Spermien.

Und dann sagen wir, es gibt eine Normgröße, es müssten mindestens 20 Millionen Spermien sein, in der Größenordnung, es müssten 20 % aus einer guten Beweglichkeit sein und es müssten mindestens 5 % der Spermien eine normale Form haben. Und dann kann man davon ausgehen, dass der Mann zeugungsfähig ist.

Mario D. Richardt: Jetzt zählen Sie die Spermien nicht persönlich durch. Ich nehme an, das wird irgendwie hochgerechnet?

Matthias Schulze: Das wird schon gezählt. Wir haben eine Zählkammer und in der Zählkammer kann man die Spermien auszählen pro Feld in dem Mikroskop und dann wird es hochgerechnet.

Mario D. Richardt: Wenn Sie jetzt durch dieses Mikroskop sehen, dann sehen Sie quasi auch, dass es Spermien gibt, die nicht gut geformt sind, sondern einfach da hängen auf halb acht.

Matthias Schulze: Es gibt Spermien, die bewegen sich zum Beispiel nicht, es gibt Spermien, die bewegen sich im Kreis. Das sind solche Spermien, die eigentlich für eine Befruchtung nicht in Frage kommen.

Es gibt Spermien, die haben eben nicht die definierte Optimal-Form. Weil ein Spermium ist eine Zelle, die komplex aufgebaut ist, die dann auch an ihrer Spitze ein Instrumentarium hat, um in die Eizelle einzudringen. Wenn die Spermien nur rund geformt sind in ihrer Form, dann kommen die für eine Befruchtung nicht in Frage.

Und wenn es eben zu wenige Spermien gibt, die eine normale Form haben, dann ist die Wahrscheinlichkeit eben deutlich reduziert und in der Praxis eben dann ausgeschlossen, hier eine Befruchtung auf natürlichem Wege herzuleiten.

Haben Spermienanzahl und Qualität in den letzten Jahrzehnten abgenommen?

Mario D. Richardt: Ist es wahr, dass die Spermienanzahl und Qualität über die letzten Jahrzehnte extrem abgenommen hat?

Matthias Schulze: Da bin ich vielleicht ein Stückchen überfragt, muss ich ehrlich gestehen. Das wird immer wieder kolportiert, dass in unserer, was weiß ich, Wohlstandsgesellschaft, wie auch immer, die Spermienqualität abgenommen hat. Ich glaube, das Thema Kinderlosigkeit gab es schon immer und wir können heute durchaus mehr tun, um dieser ungewollten Kinderlosigkeit medizinisch zu begegnen.

Ich glaube nicht so richtig, aber da kann ich mich irren, dass das Problem ernsthaft größer geworden ist. Man hat auch die Normgrößen im Spermiogramm reduziert. Das heißt, früher hat man gesagt, es müssen mehr Spermien sein, ein größerer Teil muss sich gut bewegen können. Und man hat festgestellt, dass auch eine unter dem Blickwinkel alter Normen schlechte Spermienqualität doch auf normalem Wege eine Schwangerschaft auslösen kann.

Also das glaube ich, ist durchaus so kontrovers zu diskutieren. Fakt ist, dass grundsätzlich die Zahl der kinderlosen Paare eigentlich medizinisch nicht zugenommen haben. Der Überzeugung bin ich. Es ist nur natürlich präsenter, weil natürlich die Möglichkeiten der sogenannten assistierten Fertilisierung, das heißt, dass man hier Methoden hat, dort sozusagen medizinisch nachzuhelfen, auf verschiedenen Wegen verbessert wurde.

Und deswegen wird auch die Kinderlosigkeit anders angenommen. Das heißt, man versucht die spontane Zeugungsunfähigkeit zu untersuchen und dass man plötzlich die Möglichkeiten der Kinderwunschzentren nutzt, doch Schwangerschaften auszulösen. Und das ist ein komplexer Prozess.

Welche Ursachen hat Zeugungsunfähigkeit?

Mario D. Richardt: Welche Ursachen hat denn die Zeugungsunfähigkeit? Es muss ja Gründe geben.

Matthias Schulze: Naja, die Ursachen sind wie bei vielen Dingen hier mannigfaltig. Das geht los bei genetischen Störungen, wo die Hoden unterentwickelt sind und gar keine Spermien ausbilden. Das ist ja das Organ, was letztlich die Spermien bildet. Die Prostata produziert, die Vorsteherdrüse, das Sekret, um die Spermien sozusagen zum Leben zu erwecken.

Also genetische Störung des Hodens sind eine Ursache. Dessen angeborene Störung, es können Entwicklungsstörungen sein, also keine genetischen Störungen, so dass der Hoden nicht ordnungsgemäß in den Hodensack wandert. Denn im Mutterleib ist der Hoden noch im Bauch des Kindes und befindet sich dann quasi kurz vor der Geburt dann im Hodensack.

Und da gehören sie auch hin. Das heißt, es ist ganz wichtig, dass Jungen daraufhin untersucht werden, dass die Hoden ordnungsgemäß im Hodensack sind, Und letztlich auch nicht nur nach der Geburt, sondern letztlich auch im kleinen Kindesalter muss das beobachtet werden. Weitere Ursachen der Kinderlosigkeit oder der Unfruchtbarkeit des Mannes sind Hodenverletzungen, wo man die Hoden verliert, Hodenkrebs zum Beispiel. Es können hormonelle Ursachen sein, die die Steuerung des Hodens stören.

Das kann man eigentlich auch sehr gut feststellen und auch relativ gut behandeln. Also grundsätzlich ist die Spermienbildung hormonell gesteuert im menschlichen Organismus. Es muss schon ein normaler Regelkreislauf stattfinden, das heißt, der Hoden hat da zwei Funktionen. Dort werden die Spermien produziert und das männliche Geschlechtshormon, das Testosteron, und diese Bildung weiterer Kompartimente sozusagen, das heißt, das Testosteron geht in die Blutbahn, die Spermien dringen nach außen mit der Samenflüssigkeit, die werden quasi auch durch die Hirnanhangsdrüse mitgesteuert.

Und dieses Gleichgewicht ist wichtig für die Fruchtbarkeit. Und nun haben wir das oft, dass Testosteronmangel besteht, der auch durch den Hoden assoziiert ist. Dann wird auch Testosteron zugeführt. Testosteron wird aber auch zum Beispiel in der Fitnessbranche mitunter auch zugeführt, um den Muskelaufbau zu fördern. Aber man muss klar sagen, dass zugeführtes Testosteron in Form von Spritzen oder von Gelen hier kontraproduktiv ist für die Spermienproduktion, weil damit auch die Steuerungshormone der Hirnanhangsdrüse runtergefahren werden.

Und damit wird die Spermienproduktion auch nicht mehr stimuliert und die Spermienproduktion fährt dann auch runter. Und das bedeutet weniger oder keine Fruchtbarkeit.

Mario D. Richardt: Wie ist das denn mit dem Stress? Hat der einen Einfluss auf die Qualität der Spermien?

Matthias Schulze: Das wird immer wieder kolportiert, stressiges Leben, stressiger Alltag im Beruf und im Privaten. Stress ist ein Thema, was nicht so richtig fassbar ist. Weil was ist Stress? Das ist eine Frage der Definition.

Also für den einen ist schon viel Abwechslung im Alltag Stress und der andere braucht permanent Arbeit und Aktivität und dann ist es immer noch kein Stress. Das ist klar. Aber natürlich, das ist so eine Sache, die können wir nicht so richtig messen, das ist zumindest meine Erfahrung.

Das kann schon eine Rolle spielen, aber oftmals ist dann eher die Frage, ob der Beischlaf regelmäßig stattfinden kann, weil das ist schon eine gewisse Voraussetzung. Das klingt banal, aber es ist so.

Es gibt Paare, die sagen, Mensch, wir sind zwei Jahre kinderlos, wir haben aber eine Fernbeziehung und sehen sich im Jahr fünfmal. Also das klingt banal, aber muss man schon auch am Anfang mit erfragen.

Mario D. Richardt: Was sind weitere Probleme und Ursachen?

Matthias Schulze: Da wäre zu nennen zum Beispiel der Mumps im kindlichen Alter. Das ist eine Hodenentzündung auch, die zu einer Störung des Hodengewebes führen kann und damit zu einer Störung der Spermienbildung dann im Prinzip nach der Pubertät.

Insofern muss man schon mal abfragen, ob jemand Mumps gehabt hat. Das ist dann zwar auch noch eine Frage, dass man eine Ursachenforschung betreibt, aber eben nicht die Lösung des Problems.

Die hormonellen Einflüsse hatte ich schon genannt. Auch andere Erkrankungen wie Lebererkrankungen, die letztlich auch mit dem ganzen Hormonkreislauf zu tun haben, müssen mitberücksichtigt werden. Und natürlich sind sterilisierte Männer auch nicht zeugungsfähig, das ist völlig klar.

Mario D. Richardt: Das nennt sich dann Vasektomie.

Matthias Schulze: Das ist die Vasektomie.

Mario D. Richardt: Die Männer kommen zu Ihnen und sagen, ach, eigentlich bin ich jetzt fertig hier mit der Familienplanung, legen Sie mal los.

Matthias Schulze: Korrekt!

Mario D. Richardt: Das passiert bei Ihnen gleich ambulant, oder?

Matthias Schulze: Eine Vasektomie ist ein ambulanter Eingriff mit örtlicher Betäubung. Das ist eigentlich ein kleiner Eingriff.

Mario D. Richardt: Aber lässt sich das wieder rückgängig machen?

Matthias Schulze: Die sterilisierten Männer, also diese SterilisationsOP lässt sich rückgängig machen. Man kann die Samenleiter in einem mikrochirurgischen Eingriff wieder verbinden. Das ist relativ anspruchsvoll und aufwendig, ist aber machbar.

Aber man muss davon ausgehen, dass dann nur ungefähr 60, 70 % der Männer wieder spontan zeugungsfähig werden. Aber das hat letztlich mit der Anatomie und mit dem ganzen Prozedere der Operation zu tun.

Ist Zeugungsunfähigkeit behandelbar?

Mario D. Richardt: Kann denn Zeugungsunfähigkeit behandelt werden?

Matthias Schulze: Zeugungsunfähigkeit kann nicht in jedem Fall behandelt werden. Also Voraussetzung ist natürlich, dass im Endeffekt a) im Hoden die Spermienbildung stattfindet oder potenziell stattfinden kann, dass man das zum Beispiel hormonell beeinflussen kann.

Oder dass man im Prinzip dann an die Spermien auch kommt. Oftmals ist es so, dass der Hoden Spermien produziert, zum Beispiel sterilisierter Mann, aber die Spermien kommen natürlich nicht mehr nach außen.

Und dann muss man sich die Spermien sozusagen holen, indem man ein Nebenhodensekret extrahiert oder Hodengewebe entnimmt, wo man die Spermien dann in einem Mikropipettier-Verfahren dann extrahiert und einfriert auch.

Mario D. Richardt: Das heißt, das ist der alternative Weg, um trotz Zeugungsunfähigkeit Kinder zeugen zu können?

Matthias Schulze: Genau! Das ist dann keine Zeugung auf natürlichem, normalem Wege, sondern das sind dann Methoden der sogenannten assistierten Reproduktion.

Mario D. Richardt: Ich habe gehört, es gibt auch Probleme mit der Zeugungsunfähigkeit, logischerweise, wenn man an der Prostata operiert worden ist.

Matthias Schulze: Ein großer Teil der Fruchtbarkeitsstörung hat mit Sexualstörungen zu tun, mit Ejakulationsstörungen. Und die Ursachen von Ejakulationsstörungen sind nun auch ein bisschen mannigfaltig.

Das heißt, Voraussetzung ist eine gesunde Prostata, eine Vorsteherdrüse, wo dieses Sekret produziert wird. Dieses Sekret muss natürlich auf normalem Weg auch beim Orgasmus nach außen gelangen.

Diese Störungen können aber auch durch Nervenstörungen, durch Querschnittslähmung oder Operationen im Wirbelsäulenbereich gestört sein, so dass der Prozess des Samenergusses gestört ist. Das heißt, eine sogenannte rückwärtsgewandte oder retrograde Ejakulation, wo das Ejakulat gar nicht nach außen kommt. Das ist ein Problem.

Mario D. Richardt: Was passiert mit den Ejakulaten?

Matthias Schulze: Das Ejakulat gelangt in die Blase und wird dann beim nächsten Wasserlassen mit dem Urin ausgeschieden. Aber beim Samenerguss kommt es eben nicht dorthin in die Scheide, wo es hingehört bei dem normalen Beischlaf. Patienten, die eine Prostataoperation hatten, also wegen Prostatakrebs, wo die Prostata entfernt wurde, denen fehlt das Organ.

Das heißt, die Männer haben keine Ejakulation mehr, keinen Samenerguss. Sie haben sehr wohl noch einen Orgasmus, aber keinen Samenerguss. Das heißt, wenn da ein Kinderwunsch bestünde, dann müsste man durchaus überlegen, ob vor einer solchen Operation Ejakulat eingefroren wird. Ein weiteres Thema, das müssten wir noch mal ansprechen, ist der Hodentumor.

Der Hodenkrebs ist typischerweise der Krebs des jungen Mannes. Das heißt, bis zum vierten Lebensjahrzehnt ist das die häufigste Krebsart des Mannes. Das heißt, die Therapie ist dort, dass der betroffene Hoden entfernt wird. Und nun verbleibt in der Regel noch der zweite Hoden, aber manchmal gibt es auch beidseitige Hodentumore oder dass der andere Hoden seine Funktionen vielleicht nicht so erfüllt, wie das normalerweise der Fall wäre. Dann muss man schon darauf achten, dass wenn ein Kinderwunsch besteht, dass vor solchen Operationen noch Sperma asserviert wird und eingefroren wird.

Was mir noch einfällt, Herr Richardt, ist das Problem der Krampfader des Hodens, der sogenannten Varikozele. Das ist durchaus ein Befund, der gar nicht so selten erhoben wird, und früher immer auch verantwortlich gemacht wurde für die Unfruchtbarkeit. Das ist in der Tat immer ein Thema gewesen und man muss sagen, dass wir die Varikozelen, also die Krampfader, heute nur noch in wenigen Ausnahmefällen operieren, weil doch irgendwo die Erfahrung gezeigt hat, dass die Zeugungsrate doch nicht niedriger war bei Betroffenen mit Krampfadern.

Aber in der Tat ist es so, dass Männer mit Krampfadern, insbesondere wenn sie Beschwerden haben, natürlich das mit dem Andrologen, Urologen besprechen sollten, um dann auch die OP-Indikation zu finden.

Mario D. Richardt: Vielen Dank, Dr. Schulze!

Matthias Schulze: Ganz meinerseits und hat Spaß gemacht.

Mario D. Richardt: Vielen Dank Ihnen auch fürs Zuhören! Nächste Folge „kernig & gesund“ gibt es schon am nächsten Mittwoch. Da geht es dann um Nahrungsmittelunverträglichkeiten.

Alle Folgen auf einen Blick hören Sie auf kernig-und-gesund.de und außerdem überall dort, wo es gute Podcasts zu hören gibt. Tschüss und bis zum nächsten Mal! Machen Sie es gut!

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