MCHC-Wert: Das bedeuten deine Laborwerte

Drei Blutprobenröhrchen mit farbigen Verschlusskappen auf einem Laborbefund.

Der MCHC-Wert gehört zu den Erythrozytenindizes und beschreibt, wie hoch die Hämoglobinkonzentration innerhalb der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) ist. Veränderungen des Wertes können Hinweise auf verschiedene Formen einer Blutarmut (Anämie) oder andere Störungen der Blutbildung geben.

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Merkmal Beschreibung
Fachbegriff Mittlere korpuskuläre Hämoglobinkonzentration (Mean Corpuscular Hemoglobin Concentration)
Abkürzung MCHC
Definition Durchschnittliche Hämoglobinkonzentration innerhalb eines Erythrozyten
Einheit g/dl
Referenzbereich Frauen: ca. 32–36 g/dl Männer: ca. 32–36 g/dl
Erhöht bei Sphärozytose, schweren Verbrennungen, einzelnen hämolytischen Anämien
Erniedrigt bei Eisenmangel, hypochromen Anämien

Fachbegriff

Mittlere korpuskuläre Hämoglobinkonzentration
(Mean Corpuscular Hemoglobin Concentration)

Abkürzung

MCHC

Definition

Durchschnittliche Hämoglobinkonzentration innerhalb eines Erythrozyten

Einheit

g/dl

Referenzbereich

Frauen ca. 32–36 g/dl
Männer ca. 32–36 g/dl

Erhöht bei

Sphärozytose, schweren Verbrennungen, einzelnen hämolytischen Anämien

Erniedrigt bei

Eisenmangel, hypochromen Anämien

Hinweis: Die angegebenen Referenzwerte können je nach Labor, Messmethode, Alter, Geschlecht und weiteren individuellen Faktoren variieren. Maßgeblich sind die Referenzbereiche auf deinem Laborbefund.

Quelle: Dormann et al. (2018)

Was ist der MCHC-Wert?

Der MCHC-Wert (Mean Corpuscular Hemoglobin Concentration) beschreibt, wie hoch die Konzentration des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin innerhalb der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) ist. Anders als der MCH-Wert gibt er damit nicht die Hämoglobinmenge einer einzelnen Zelle an, sondern setzt diese ins Verhältnis zu ihrem Volumen.

Zusammen mit den Laborwerten MCV und MCH unterstützt der MCHC-Wert die Beurteilung der roten Blutkörperchen und hilft dabei, verschiedene Formen einer Blutarmut (Anämie) voneinander zu unterscheiden.

Wann wird der MCHC-Wert bestimmt?

Der MCHC-Wert wird im Rahmen eines kleinen oder großen Blutbildes bestimmt und gehört zur Routinediagnostik. Er wird vor allem herangezogen, wenn Veränderungen der roten Blutkörperchen näher beurteilt oder verschiedene Formen einer Blutarmut (Anämie) voneinander unterschieden werden sollen.

Typische Gründe für die Bestimmung des MCHC-Wertes:

  • Müdigkeit oder Erschöpfung
  • Blässe oder Schwindel
  • Kurzatmigkeit oder Herzrasen
  • Verdacht auf eine Blutarmut oder Störungen der Blutbildung
  • Verlaufskontrollen bei bekannten Blut- oder Knochenmarkerkrankungen

Da der MCHC-Wert im Vergleich zu anderen Erythrozytenindizes nur selten deutlich verändert ist, dient er häufig dazu, Laborwerte besser einzuordnen und auf ihre Plausibilität zu überprüfen. Deshalb wird er immer gemeinsam mit MCV, MCH, Hämoglobin (Hb) und weiteren Blutwerten beurteilt.

MCHC-Wert zu niedrig: Mögliche Ursachen

Ein erniedrigter MCHC-Wert bedeutet, dass die Hämoglobinkonzentration in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) vermindert ist. Hämoglobinarme Erythrozyten erscheinen im Blutausstrich blasser und werden als hypochrom bezeichnet. Da sich MCH und MCV häufig parallel verändern, weicht der daraus berechnete MCHC-Wert jedoch nur selten deutlich vom Referenzbereich ab.

Mögliche Ursachen für niedrige MCHC-Werte:

  • Eisenverwertungsstörungen
  • Myelodysplastisches Syndrom
  • Thalassämie
  • Kupfermangel
  • Eisenmangel

Wenn der MCHC-Wert zu niedrig ist, verursacht das selbst keine Beschwerden. Symptome entstehen meist erst durch die zugrunde liegende Erkrankung. Typische Anzeichen sind Müdigkeit, Blässe, Schwindel, Kurzatmigkeit oder Herzrasen.

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Hinweis: Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine ausgewogene Ernährung. Ob eine Einnahme für dich sinnvoll ist, solltest du vorab ärztlich abklären.

Mögliche Folgen von zu niedrigem MCHC-Wert

Welche Auswirkungen ein niedriger MCHC-Wert hat, hängt vor allem mit der Ursache der Veränderung zusammen. Geht die Abweichung beispielsweise mit einer Blutarmut einher, steht dem Körper weniger Hämoglobin für den Sauerstofftransport zur Verfügung. Dadurch können Organe und Gewebe schlechter mit Sauerstoff versorgt werden.

Bei einer ausgeprägten oder länger bestehenden Anämie versucht der Körper, den Sauerstoffmangel durch einen schnelleren Herzschlag und eine verstärkte Atmung auszugleichen. Auf Dauer können dadurch Leistungsfähigkeit sowie Belastbarkeit abnehmen und das Herz-Kreislauf-System stärker beansprucht werden.

MCHC-Wert zu niedrig – was tun?

Ist dein MCHC-Wert zu niedrig, sollte dies immer im Zusammenhang mit weiteren Blutwerten beurteilt werden. Eine ärztliche Abklärung hilft dabei, die Ursache zu erkennen und gezielt zu behandeln. Nach erfolgreicher Therapie normalisiert sich der MCHC-Wert in vielen Fällen wieder.

MCHC-Wert erhöht: Mögliche Ursachen

Ein erhöhter MCHC-Wert bedeutet, dass die Hämoglobinkonzentration in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) oberhalb des jeweiligen Referenzbereichs liegt. Im Gegensatz zu MCH oder MCV weicht der MCHC-Wert nur selten deutlich von diesem Bereich ab. Ist er dennoch erhöht, können bestimmte Erkrankungen oder in Einzelfällen auch Messfehler dahinterstecken.

Mögliche Ursachen für erhöhte MCHC-Werte:

  • Intravaskuläre Hämolyse: Rote Blutkörperchen werden vorzeitig direkt innerhalb der Blutgefäße abgebaut.
  • Schwere Verbrennungen: Durch starke Hitzeschäden können sich rote Blutkörperchen verändern und teilweise zerstört werden.
  • Kälteagglutinin-Syndrom: Bestimmte Antikörper führen vor allem bei niedrigen Temperaturen dazu, dass rote Blutkörperchen verklumpen und vermehrt abgebaut werden.
  • Extreme Hypertriglyzeridämie: Eine sehr hohe Konzentration bestimmter Blutfette (Triglyzeride) kann die Labormessung beeinflussen und einen zu hohen MCHC-Wert vortäuschen.
  • Hereditäre Sphärozytose (Kugelzellanämie): Bei dieser erblichen Erkrankung sind die roten Blutkörperchen kugelförmig verändert und werden schneller abgebaut.

Gut zu wissen

Die Kugelzellanämie ist eine erblich bedingte Erkrankung, bei der die roten Blutkörperchen aufgrund eines Defekts der Zellmembran kugelförmig statt scheibenförmig sind. Dadurch werden sie schneller in der Milz abgebaut und der MCHC-Wert kann erhöht sein. Eine mögliche Folge des verstärkten Abbaus sind Gallensteine. Laut einer im Journal of Pediatric Hematology/Oncology veröffentlichten Studie entwickelten 41 % der untersuchten Kinder und jungen Erwachsenen mit Kugelzellanämie Gallensteine.

Ein erhöhter MCHC-Wert bleibt häufig unbemerkt und wird meist zufällig im Blutbild festgestellt. Beschwerden treten in der Regel nur dann auf, wenn die auslösende Erkrankung Symptome verursacht. Dazu können unter anderem Müdigkeit, Blässe, Schwindel, Kurzatmigkeit oder Herzrasen gehören.

Mögliche Folgen von zu hohem MCHC-Wert

Ist der MCHC-Wert deutlich oder dauerhaft erhöht, kann dies mit einem verstärkten Abbau roter Blutkörperchen (Hämolyse) einhergehen. Werden dabei mehr Erythrozyten zerstört, als der Körper ersetzen kann, kann sich eine Blutarmut (Anämie) entwickeln.

Beim Abbau des Hämoglobins entsteht außerdem Bilirubin. Fällt davon über längere Zeit vermehrt an, können eine Gelbfärbung von Haut und Augen (Gelbsucht) sowie Gallensteine entstehen.

MCHC-Wert zu hoch – was tun?

Wenn dein MCHC-Wert erhöht ist, sollte das immer ärztlich eingeordnet und gemeinsam mit weiteren Blutwerten beurteilt werden. Da der Wert nur selten erhöht ist, wird zunächst geprüft, ob die Laborergebnisse plausibel sind oder ein Messfehler vorliegt. Bestätigt sich die Abweichung, richtet sich die Behandlung nach der zugrunde liegenden Ursache.

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Kann ein niedriger MCHC-Wert auf Krebs hinweisen?

Ein niedriger MCHC-Wert allein ist kein Hinweis auf Krebs. Häufig steckt ein Eisenmangel oder eine andere Form der Blutarmut dahinter. In seltenen Fällen sind Veränderungen des Blutbildes auf Erkrankungen des Knochenmarks oder Tumorerkrankungen zurückzuführen.

Für die Beurteilung reicht der MCHC-Wert allein nicht aus. Ärztinnen und Ärzte betrachten immer das gesamte Blutbild sowie weitere Laborwerte und Beschwerden. Bleiben die Werte dauerhaft auffällig oder bestehen zusätzliche Symptome, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.

Warum werden MCHC, MCH und MCV gemeinsam beurteilt?

Hämoglobin befindet sich in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Während der MCV-Wert deren durchschnittliche Größe beschreibt, gibt der MCH-Wert die Hämoglobinmenge pro Zelle an und der MCHC-Wert die Hämoglobinkonzentration innerhalb der Erythrozyten an. Erst die gemeinsame Betrachtung dieser Werte ermöglicht eine zuverlässige Einordnung verschiedener Formen der Blutarmut.

Häufige Fragen zu MCHC

Was bedeutet ein niedriger MCHC-Wert?

Ein niedriger MCHC-Wert bedeutet, dass die Hämoglobinkonzentration in den roten Blutkörperchen vermindert ist. Häufig liegt ein Eisenmangel oder eine bestimmte Form der Blutarmut zugrunde.

Was bedeutet ein erhöhter MCHC-Wert?

Ein erhöhter MCHC-Wert zeigt an, dass die Hämoglobinkonzentration in den roten Blutkörperchen über dem Referenzbereich liegt. Da eine solche Abweichung selten vorkommt, sollte sie ärztlich abgeklärt werden.

Wie lässt sich ein niedriger MCHC-Wert erhöhen?

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Liegt beispielsweise ein Eisenmangel vor, kann sich ein erniedrigter MCHC-Wert durch eine gezielte Behandlung und die Behebung des Mangels wieder normalisieren.

Ist ein niedriger MCHC-Wert gefährlich?

Ein niedriger MCHC-Wert ist zunächst kein Grund zur Sorge. Er kann jedoch auf eine Blutarmut oder eine andere Erkrankung hinweisen und sollte deshalb ärztlich abgeklärt werden – insbesondere, wenn weitere Auffälligkeiten im Blutbild oder Beschwerden bestehen.

Quellen

  • Bastigkeit M. Meine Laborwerte: Ratgeber zu Blutuntersuchungen, Blutbild und Laborbericht. Stiftung Warentest. 2024.
  • Dormann A, Heer C, Isermann B. Laborwerte. Elsevier. 2018.
  • El Brihi J, Pathak S. Normal and Abnormal Complete Blood Count With Differential. StatPearls. 2024. [abgerufen 31.07.2026]
  • Grumm C. MCHC. Charité – Universitätsmedizin Berlin. 2011. [abgerufen 05.08.2026]

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Dita Ryskova: Leitende Apothekerin

„Pharmazie ist für mich nicht nur ein Beruf, sondern eine Berufung. Mein Ziel ist es, Menschen mit verständlichen und evidenzbasierten Gesundheitsinformationen dabei zu unterstützen, ihre Therapie besser zu verstehen.“

Dita Ryskova ist approbierte Apothekerin mit langjähriger Erfahrung in der Krankenhaus-, öffentlichen und Online-Apotheke. Bei der apo.com Group ist sie leitende Apothekerin und unterstützt das Ratgeber-Team mit ihrem pharmazeutischen Wissen.

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