Mehr als nur Kopfschmerzen: Migräne kann den Alltag von Betroffenen erheblich beeinträchtigen und mit Übelkeit, Lichtempfindlichkeit und weiteren Beschwerden einhergehen. Doch was genau ist Migräne, welche Symptome sind typisch und wie lässt sie sich behandeln? Alles Wichtige zum Thema erfahren Sie in diesem Beitrag.
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Migräne: Kein gewöhnlicher Kopfschmerz
Migräne unterscheidet sich von gewöhnlichen Kopfschmerzen, die fast jede:r gelegentlich erlebt. Bei einem Migräneanfall setzen plötzlich starke, häufig einseitige Kopfschmerzen ein. Die Schmerzen sind deutlich intensiver und werden nicht selten von zusätzlichen Symptomen begleitet. Obwohl Migräne in der Regel keine langfristigen Schäden verursacht, kann sie die Lebensqualität von Betroffenen erheblich beeinträchtigen.
Erfahren Sie mehr über die Häufigkeit, Symptome, Ursachen, Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten bei Migräne.
Migräne: Häufigkeit
Neben dem Spannungskopfschmerz gehört die Migräne zu den häufigsten primären Kopfschmerzarten. Primär bedeutet hierbei, dass sie nicht durch andere Erkrankungen ausgelöst wird, sondern ein eigenständiges Krankheitsbild darstellt. Nach Angaben der International Headache Society (IHS) in London sind weltweit mehr als eine Milliarde Menschen von Migräneanfällen betroffen. Allein in Deutschland leiden rund zwölf Millionen Frauen und etwa fünf Millionen Männer unter Migräne.
Während Migräne insgesamt häufiger bei Frauen auftritt, berichten Männer vermehrt von Aura-Symptomen. Auffällig ist, dass die Migränehäufigkeit bei Frauen und Männern in jungen Jahren am höchsten ist und mit zunehmendem Alter wieder abnimmt. Frauen erleben Migräne meist zwischen dem 18. und 29. Lebensjahr, Männer in der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen. Auch Kinder und Jugendliche können von Migräne betroffen sein.
Mögliche Ursachen und Auslöser einer Migräne
Migräne ist eine komplexe neurologische Erkrankung, deren genaue Ursachen noch nicht vollständig verstanden sind. Einige Studien weisen darauf hin, dass bei Menschen mit Migräne bestimmte Regionen des Gehirns, genetisch bedingt, empfindlicher und intensiver auf innere und äußere Sinnesreize reagieren als bei Nichtbetroffenen. So können zum Beispiel Schlafmangel, Wetterumschwünge, Hunger und andere Faktoren Migräneattacken auslösen. Eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Migräne spielen die Botenstoffe CGRP und PACAP. Auch das Hormon Östrogen kann Migräneanfälle beeinflussen. Ausführliche Informationen zu den Ursachen einer Migräne finden Sie in diesem Beitrag.
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Typische Symptome und Merkmale einer Migräne
Neben den klassischen Kopfschmerzen, die viele Menschen mit Migräne verbinden, äußert sich die Erkrankung auch durch weitere spezifische Symptome. Wer die Symptome kennt und einordnen kann, kann Migräneattacken frühzeitig mit der passenden Behandlung entgegenwirken. Welche Beschwerden typischerweise auftreten, erfahren Sie hier.
Verlauf von Migräne
Eine Migräneattacke verläuft meist in mehreren Phasen, die sich von Person zu Person unterscheiden können. Sie kündigt sich oft durch verschiedene Vorboten wie Müdigkeit oder Reizbarkeit an. Einige Menschen erleben eine Aura, die sich in Missempfindungen, Seh- oder Sprachstörungen äußert, bevor die eigentliche Schmerzattacke einsetzt. Unbehandelt können die Schmerzen während der Attacke bis zu 72 Stunden andauern. In der Auflösungsphase sind die Symptome noch spürbar, jedoch weniger intensiv. Nach der Schmerzattacke fühlen sich Betroffene oft erschöpft, ähnlich wie nach einem Kater.
Wie wird Migräne diagnostizier
Welche Faktoren einen Migräneanfall begünstigen, ist sehr individuell. Oft kann ein Kopfschmerz- oder Migränetagebuch helfen, die Auslöser zu identifizieren. Neurologische Tests und bildgebende Verfahren können klären, ob eine Migräne vorliegt oder andere Ursachen die Kopfschmerzen hervorrufen. Der genaue Ablauf einer ärztlichen Untersuchung bei Verdacht auf Migräne, wird in diesem Beitrag erklärt.
Behandlungsmöglichkeiten bei Migräne
Migräne wird in erster Linie medikamentös behandelt. Entzündungshemmende Schmerzmittel und spezielle Migränemedikamente, wie Triptane können zur schnellen Linderung der Beschwerden beitragen. Dabei ist die 3+10 Regel zu beachten:
Die 3+10 Regel besagt, dass Kopfschmerzmittel nicht häufiger als an zehn Tagen im Monat und nicht länger als drei Tage hintereinander eingenommen werden sollten. Dies gilt insbesondere für rezeptfreie Schmerzmittel, auch wenn Sie diese im Ausnahmefall nicht gegen Kopfschmerzen einnehmen.
Für die Auswahl eines geeigneten Migränemedikaments ist eine ärztliche Beratung in jedem Fall empfehlenswert. Wichtige Informationen zur medikamentösen Therapie bei Migräne, finden Sie hier.
Auch Entspannungstechniken und Hausmittel, wie z. B. Pfefferminzöl für die Schläfen, können bei Migräne hilfreich sein. Allerdings ist das Schmerzempfinden von Mensch zu Mensch verschieden. Während einigen Menschen Kälte auf der betroffenen Kopfseite hilft, bevorzugen andere Wärme. Es kann einige Zeit dauern, bis Sie herausfinden, was Ihre Migräneschmerzen effektiv lindert. Ein Arzt oder eine Ärztin Ihres Vertrauens kann Sie dabei unterstützen.
Quellen
- Kuburas A, Russo AF. Shared and independent roles of CGRP and PACAP in migraine pathophysiology. J Headache Pain. 2023 Apr 3; 24(1): 34. DOI: 10.1186/s10194-023-01569-2.
- Porst M, Wengler A, Leddin J, Neuhauser H, Katsarava Z et al. (2020). Migräne und Spannungskopfschmerz in Deutschland. Prävalenz und Erkrankungsschwere im Rahmen der Krankheitslast-Studie BURDEN 2020. Journal of Health Monitoring 5(S6): 2–26. DOI: 10.25646/6988.2
- https://link.springer.com/article/10.1186/s10194-022-01402-2
- https://www.gesundheitsinformation.de/migraene.html
- https://schmerzklinik.de/service-fuer-patienten/migraene-wissen/ursachen/
- https://neurochirurgie.insel.ch/funktionell-schmerz/schmerz/migraene
- https://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/hausmittel-gegen-migraene-welche-es-gibt-und-was-sie-bringen_31d9b53a-52d4-46be-a043-a196ec138796.html
- https://schmerzklinik.de/klinische-erscheinungsbilder-und-entstehung-der-migraene/
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