Kondome sind hormonfreie Barrieremethoden zur Verhütung. Sie sollen verhindern, dass Spermien in die Vagina gelangen und können das Risiko sexuell übertragbarer Infektionen verringern. Entscheidend für die Sicherheit ist, das richtige Kondom für deine Penisgröße zu wählen und das Kondom korrekt anzuwenden.
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Wissen kompakt
- Kondome zählen zu den hormonfreien Verhütungsmethoden.
- Sie können zusätzlich vor sexuell übertragbaren Infektionen schützen.
- Die Sicherheit hängt von der korrekten Anwendung und der richtigen Kondomgröße ab.
- Auch Haltbarkeit und sachgerechte Lagerung beeinflussen die Sicherheit.
- Das Frauenkondom (Femidom) ist eine Alternative zum klassischen Kondom für den Penis.
Was sind Kondome und wie funktionieren sie?
Kondome sind dünne, elastische Schutzhüllen, die meist aus Latex bestehen. Sie werden über den erigierten (steifen) Penis abgerollt, um eine mechanische Barriere zwischen Penis und Vaginal-, Anal- oder Mundschleimhaut zu bilden. So wird verhindert, dass Sperma, Blut oder andere Körperflüssigkeiten direkt miteinander in Kontakt kommen.
Kondome haben damit zwei zentrale Funktionen:
- Verhütung: Sie fangen den Samenerguss auf, sodass keine Spermien in die Vagina gelangen und keine Befruchtung der Eizelle stattfinden kann.
- Schutz: Sie reduzieren das Risiko, sich mit sexuell übertragbaren Infektionen (sexually transmitted infections, STI) wie HIV, Chlamydien oder Gonorrhö anzustecken oder diese weiterzugeben.
Kondome sind die einzige Verhütungsmethode, die gleichzeitig vor Schwangerschaften und sexuell übertragbaren Infektionen schützen kann.
Gut zu wissen
Es gibt auch latexfreie Kondome. Diese bestehen in der Regel aus Polyurethan oder Polyisopren und sind eine Alternative bei einer Latexallergie. Latexfreie Kondome können ebenfalls vor ungewollten Schwangerschaften schützen und das Risiko für sexuell übertragbare Infektionen senken. Ihre Materialeigenschaften, wie beispielsweise Dehnbarkeit, Passform und Wärmeempfinden, unterscheiden sich jedoch leicht von denen der Latexkondome.
Kondome richtig anwenden: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Ein Kondom für den Penis wird immer auf den vollständig erigierten Penis aufgesetzt.
So funktioniert die Kondomanwendung Schritt für Schritt:
- Haltbarkeitsdatum prüfen: Verwende nur Kondome, die noch haltbar sind und deren Verpackung unbeschädigt ist.
- Verpackung vorsichtig öffnen: Ziehe die Folie mit den Händen auf. Zähne, Fingernägel oder scharfe Gegenstände wie eine Schere können das Kondom beschädigen.
- Vorhaut zurückziehen: Falls du eine Vorhaut hast, zieh sie vor dem Überziehen vorsichtig zurück, damit das Kondom besser anliegt.
- Reservoir zusammendrücken: Drücke die Spitze des Kondoms (Reservoir) zwischen Daumen und Zeigefinger leicht zusammen, damit keine Luft eingeschlossen wird und Platz für das Sperma bleibt.
- Kondom aufsetzen: Setze das Kondom wie ein kleines Hütchen auf die Penisspitze. Der abrollbare Rand zeigt dabei nach außen.
- Kondom vollständig abrollen: Halte das Reservoir während des Abrollens mit einer Hand zusammengedrückt und rolle das Kondom mit der anderen Hand bis zum Schaft des Penis vollständig ab. Erst dann die Spitze loslassen.
- Nach dem Samenerguss herausziehen: Ziehe den Penis direkt nach dem Höhepunkt, solange er noch erigiert ist, langsam heraus. Halte dabei den unteren Rand des Kondoms fest, damit es nicht herunterrutscht.
- Kondom entsorgen: Streife das Kondom vorsichtig ab, wickle es in Papier oder ein Taschentuch und wirf es in den Hausmüll (nicht in die Toilette). Benutzte Kondome solltest du nicht wiederverwenden.
Du kannst vor dem Aufsetzen prüfen, ob das Kondom richtig herum abrollt. Halte die Spitze zwischen Daumen und Zeigefinger und rolle den Rand ein kleines Stück nach unten. Lässt es sich leicht anrollen, stimmt die Richtung. Wichtig: Sitzt das Kondom falsch herum, wende es nicht einfach, sondern benutze ein neues. Am Kondom können bereits Spermien oder Erreger haften.
Wenn gewünscht, kann zusätzlich Gleitmittel auf Wasser- oder Silikonbasis benutzt werden. Es verringert die Reibung und kann so das Risiko reduzieren, dass das Kondom reißt. Insbesondere bei Latex-Kondomen solltest du keine ölhaltigen Produkte (z. B. Vaseline, Körperöle) verwenden, da sie das Material angreifen können.
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Gut zu wissen
Nach dem Abstreifen des Kondoms können noch Spermien am Penis oder an den Händen sein. Wenn du eine Schwangerschaft vermeiden möchtest, solltest du Penis und Hände gründlich reinigen (z. B. mit Wasser und/oder einem Tuch) und ohne Kondom keinen direkten Kontakt zwischen Penis und Vulva (äußere weibliche Geschlechtsteile) haben.
Wie sicher sind Kondome?
Wie zuverlässig Kondome schützen, hängt vor allem von der richtigen Anwendung ab. Zur Orientierung dient der sogenannte Pearl-Index: Er beschreibt, wie viele von 100 Frauen innerhalb eines Jahres schwanger werden, wenn sie eine bestimmte Verhütungsmethode anwenden. Je niedriger der Wert, desto sicherer gilt die Methode. Bei korrekter Anwendung sind Kondome eine sehr verlässliche Verhütungsmethode. In der Praxis kommt es jedoch häufig zu Anwendungsfehlern, wodurch die Schutzwirkung geringer ausfallen kann.
Häufige Anwendungsfehler bei Kondomen:
- Die falsche Kondomgröße
- Zu spätes Überziehen des Kondoms
- Beschädigungen durch falsche Lagerung
- Die gleichzeitige Nutzung von ölhaltigen Gleitmitteln
Die Kombination mit einer weiteren Verhütungsmethode kann die Sicherheit zusätzlich erhöhen. Je nach individuellen Bedürfnissen und ärztlicher Empfehlung kommen dafür zum Beispiel hormonfreie Methoden wie die Kupferspirale oder hormonelle Mittel wie die Antibabypille oder der Verhütungsring infrage.
Mit dem apodiscounter Pearl-Index-Rechner kannst du ganz einfach die Sicherheit deiner Verhütungsmethode erfahren und sogar zwei Methoden kombinieren und den Pearl-Index berechnen.
Schwanger trotz Kondom – geht das?
Eine Schwangerschaft trotz Kondom ist möglich, bei korrekter Anwendung jedoch selten. Durch Abrutschen, Reißen oder eine fehlerhafte Handhabung kann es zu einer Verhütungspanne kommen. Wenn du eine ungewollte Schwangerschaft verhindern möchtest, kannst du dich zeitnah in einer Apotheke oder ärztlichen Praxis zu geeigneten Möglichkeiten der Notfallverhütung beraten lassen und ein entsprechendes Präparat erhalten.
Zusätzlich sollte abgeklärt werden, ob ein Test auf sexuell übertragbare Infektionen (STI-Test) angezeigt ist.
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Du hast Fragen zur Verhütung, zu Schwangerschaftstests oder STI-Tests? Unser Apothekenteam berät dich gerne per Telefon oder online – ganz ohne Termin.
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Kondom-Größentabelle & Penis-Maßband
Die richtige Kondomgröße ist entscheidend für Sicherheit, Schutz vor Infektionen und Tragekomfort: Sitzt ein Kondom zu eng, kann es leichter reißen. Ist es dagegen zu weit, rutsch es schneller ab.
Welche Kondomgröße passt zu mir?
Ein Kondom sollte immer zu deiner Penisgröße passen. Maßgeblich ist die nominale Breite: Sie beschreibt die Breite eines flach liegenden Kondoms in Millimetern und ist auf jeder Verpackung angegeben. Mit einer einfachen Faustformel lässt sich die nominale Breite grob bestimmen:
Wie kann ich dem Umfang vom Penis messen?
Verwende idealerweise ein flexibles Maßband: Lege es eng, aber nicht einschneidend, um die dickste Stelle des erigierten Penisschafts und lies dort den Umfang in Millimetern ab.
Kondome sind elastisch, daher ist die errechnete Größe nur ein grober Richtwert und kann individuell abweichen. Viele Hersteller empfehlen, mehrere Kondomgrößen auszuprobieren, um die individuell beste Passform zu finden.

Kondom Größentabelle
Die folgende Kondom‑Größentabelle zeigt dir, welche Kondomgröße typischerweise zu welchem Penisumfang passt. Sie kann dich bei der Auswahl unterstützen, dient jedoch nur als Orientierung. Zwar gibt es eine internationale Norm (DIN EN ISO 4074), die unter anderem festlegt, wie Kondomgrößen als nominale Breite angegeben werden, es existiert jedoch keine einheitliche, für alle Hersteller gültige Kondom‑Größentabelle.
| Penisumfang [cm] | Kondomgröße (nominale Breite) [mm] |
|---|---|
| 9,0 – 9,6 | 45 |
| 9,6 – 10,2 | 47 |
| 10,2 – 10,8 | 49 |
| 10,8 – 11,4 | 52 |
| 11,0 – 11,6 | 53 |
| 11,4 – 12,0 | 54 |
| 11,6 – 12,2 | 55 |
| 11,8 – 12,4 | 56 |
| 12,0 – 12,6 | 57 |
| 12,2 – 12,8 | 58 |
| 12,6 – 13,2 | 60 |
| 13,2 – 13,8 | 64 |
| 13,8 – 14,4 | 69 |
| 14,4 – 15,0 | 72 |
Frauenkondom (Femidom) als Alternative
Das Frauenkondom, auch Femidom genannt, ist für viele Anwenderinnen eine gute Alternative, wenn das herkömmliche Kondom nicht infrage kommt. Es wird vor dem Geschlechtsverkehr in die Vagina eingeführt und bildet dort eine schützende Barriere. Die meisten Modelle bestehen aus Polyurethan oder Nitril und besitzen zwei flexible Ringe: Einer wird tief in der Vagina platziert, der andere bleibt außen und bedeckt Teile der Vulva.
Wie das Kondom für Männer, kann auch das Frauenkondom vor ungewollten Schwangerschaften und sexuell übertragbaren Infektionen (STI) schützen. Der Pearl-Index liegt – je nach Studie – zwischen 5 und 25 und ist damit im typischen Gebrauch etwas höher (also weniger sicher) als beim klassischen Kondom. Entscheidend für die Zuverlässigkeit ist auch hier die korrekte Anwendung.
Welche Vorteile hat das Frauenkondom?
- Frauen können sich selbstbestimmt schützen
- Es kann mehrere Stunden vor dem Geschlechtsverkehr eingesetzt werden
- Der äußere Ring bedeckt Teile der Vulva und kann das Risiko für einige sexuell übertragbare Infektionen zusätzlich senken
Kondom oder Femidom?
| Thema | Femidom | Klassisches Kondom |
|---|---|---|
| Kontrolle | Frau | Mann |
| Material | meist latexfrei | oft Latex |
| Vorbereitung | vorab möglich | direkt davor |
| Preis | höher | günstiger |
| Verfügbarkeit | geringer | sehr hoch |

Ein Kondom für Frauen und ein herkömmliches Kondom sollten nicht gleichzeitig verwendet werden. Das Material kann sich dadurch verhaken oder reißen.
Wie lange sind Kondome haltbar?
Kondome sind in der Regel drei bis fünf Jahre haltbar. Das genaue Ablaufdatum ist stets auf der Verpackung angegeben. Wie lange sie tatsächlich verwendbar sind, hängt jedoch auch von der richtigen Lagerung ab. Äußere Einflüsse können das Material nämlich schädigen.
Das beeinträchtigt die Haltbarkeit von Kondomen:
- Starke Hitze (z. B. im Auto oder in der Sonne)
- Druck, etwa durch das Tragen im Portemonnaie oder in der Hosentasche
- Reibung, die winzige Materialschäden verursachen kann
Lagere deine Kondome am besten kühl, trocken und dunkel, zum Beispiel in einer Schublade oder im Nachttisch und auf keinen Fall über längere Zeit in deinem Portemonnaie.
Seit wann gibt es Kondome?
Kondome gibt es bereits seit vielen Jahrhunderten. Historische Quellen deuten sogar darauf hin, dass kondomähnliche Schutzmittel schon in der Antike, also seit mehreren Jahrtausenden, genutzt wurden. Sicher belegt ist ihre Verwendung in Europa seit dem 16. Jahrhundert. Damals kamen Hüllen aus Leinen oder Tierdärmen zum Einsatz, die vor allem vor Geschlechtskrankheiten wie Syphilis schützen sollten. Sie waren jedoch unbequem, teuer und wenig zuverlässig.
Erst im 19. Jahrhundert kam es zum entscheidenden Durchbruch: Die ersten Kondome aus Gummi wurden entwickelt. Anfang des 20. Jahrhunderts setzte sich schließlich Latex als Material durch – Kondome wurden dadurch immer dünner, elastischer und angenehmer zu tragen. Seitdem haben sie sich zu den Kondomen entwickelt, wie wir sie heute kennen.
Kondome sind voll im Trend
In der Studie „Verhütungsverhalten Erwachsener 2023“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gaben mehr als die Hälfte (53 %) der verhütenden 18- bis 49-Jährigen an, Kondome zu verwenden. Neuere BZgA-Daten aus dem Jahr 2024 zeigen: Auch bei den 16- bis 25-Jährigen ist das Kondom inzwischen die am häufigsten genutzte Verhütungsmethode.
Häufige Fragen zu Kondomen
Wie benutzt man ein Kondom?
Ein Kondom wird vor dem ersten genitalen, analen oder oralen Kontakt über den steifen Penis abgerollt, während die Spitze leicht zusammengedrückt wird. Nach dem Samenerguss sollte es zeitnah entfernt und im Müll entsorgt werden. Jedes Kondom ist nur für die einmalige Anwendung bestimmt.
Was tun, wenn ein Kondom reißt?
Wenn das Kondom reißt, entferne es vorsichtig. Bei Unsicherheit oder Fragen lass dich am besten zeitnah ärztlich oder in der Apotheke beraten. Je nach Situation kann eine Notfallverhütung oder ein Test auf sexuell übertragbare Infektionen (STI) sinnvoll sein.
Kann man zwei Kondome übereinander ziehen?
Nein, das ist nicht empfehlenswert. Zwei Kondome übereinander reiben aneinander und können dadurch leichter reißen. Ein einzelnes, richtig angewendetes Kondom reicht aus. Du kannst Kondome auch mit anderen Verhütungsmethoden wie der Antibabypille, Spermiziden oder Zyklusbeobachtung kombinieren, um die Sicherheit zu erhöhen.
Gibt es eine Kondom-Allergie?
Manche Menschen reagieren allergisch auf Latex. Möglich sind Juckreiz, Rötungen oder Brennen an den Kontaktstellen. In diesem Fall können latexfreie Kondome, zum Beispiel aus Polyurethan oder Polyisopren, eine Alternative sein.
Vor welchen Krankheiten können Kondome schützen?
Kondome können das Risiko für viele sexuell übertragbare Infektionen wie HIV, Chlamydien oder Gonorrhö deutlich senken. Sie bieten jedoch keinen hundertprozentigen Schutz.
Quellen
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) (Hrsg.): Verhütungsverhalten Erwachsener 2023. Köln 2024.
- Graham CA, Milhausen RR. Condom use errors and problems: a global view. Sex Health. 2012 Mar;9(1):81-95.
- Wiyeh AB, Mome RKB, Mahasha PW et al. Effectiveness of the female condom in preventing HIV and sexually transmitted infections: a systematic review and meta-analysis. BMC Public Health. 2020 Mar 12;20(1):319.
- https://www.gesundheit.gv.at/leben/sexualitaet/verhuetung/verhuetungsmittel-methoden/kondom.html
- https://www.zwickroell.com/de/branchen/medical/pharma/latex-gummi-silikon/kondome/
- https://www.aok.de/pk/magazin/familie/verhuetung/kondome-auf-die-richtige-groesse-kommt-es-an/
- https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/condoms
- https://muvs.org/de/themen/verhuetung/kondome-eine-kurze-geschichte/
- https://www.helios-gesundheit.de/magazin/news/03/verhuetungsmittel-ueberblick/
- https://www.sexualaufklaerung.de/forschungsergebnis/verhuetungsverhalten-jugend-2024/
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![2[1] Felix Hoffman, pharmazeutischer Experte](https://www.apodiscounter.de/ratgeber/wp-content/uploads/2024/05/51-1024x1024.jpg)
„An der Pharmazie fasziniert mich am meisten, wie alles zusammenspielt. Von Zusammenhängen im Stoffwechsel hin zur Einnahme von Medikamenten. Wer sich damit auskennt, kann sein Leben positiv beeinflussen.“
Felix Hoffmann lebt für die Pharmazie und bringt eine große Expertise in der Beratung mit. Mit seinem fundierten Wissen garantiert er die hohen Qualitätsstandards der pharmazeutischen Inhalte auf apodiscounter.de.
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