Erythrozyten, auch als rote Blutkörperchen bezeichnet, sind die häufigsten Zellen im Blut und spielen eine entscheidende Rolle für den Sauerstofftransport im Körper. Veränderungen ihrer Anzahl können auf verschiedene Erkrankungen wie eine Blutarmut (Anämie), Flüssigkeitsmangel oder Störungen der Blutbildung hinweisen.
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| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Fachbegriff | Erythrozyten |
| Abkürzung | Erys, Rote Blutkörperchen |
| Definition | Zelltyp zur Sauerstoffversorgung des Körpers |
| Einheit | Mio/µl |
| Referenzbereich | Frauen: ca. 3,9–5,3 Mio/µl Männer: ca. 4,3–5,7 Mio/µl |
| Erhöht bei | Flüssigkeitsmangel, Rauchen, Polyglobulie |
| Erniedrigt bei | Eisenmangel, Blutverlust, Anämien |
Hinweis: Die angegebenen Referenzwerte können je nach Labor, Messmethode, Alter, Geschlecht und weiteren individuellen Faktoren variieren. Maßgeblich sind die Referenzbereiche auf deinem Laborbefund.
Quelle: Dormann et al. (2018)

DEFINITION
Was sind Erythrozyten?
Erythrozyten ist der medizinische Fachbegriff für rote Blutkörperchen. Sie werden im Knochenmark gebildet und gelangen von dort in den Blutkreislauf. Sie sind kernlose Zellen mit einer bikonkaven Form, also auf beiden Seiten in der Mitte eingedellt. Dadurch besitzen sie eine große Oberfläche für den Gasaustausch und sind gleichzeitig so verformbar, dass sie auch enge Blutgefäße passieren können. Ihre durchschnittliche Lebensdauer beträgt etwa 120 Tage. Anschließend werden sie vor allem in der Milz abgebaut und kontinuierlich durch neu gebildete Erythrozyten ersetzt.
Welche Aufgabe haben Erythrozyten?
Die Hauptaufgabe der Erythrozyten besteht darin, Sauerstoff im Körper zu transportieren. Möglich wird dies durch den roten Blutfarbstoff Hämoglobin, der Sauerstoff in der Lunge bindet und über den Blutkreislauf zu Organen und Geweben bringt. Dort wird der Sauerstoff an die Zellen abgegeben, wo er für die Energiegewinnung benötigt wird.
Zusätzlich transportieren rote Blutkörperchen einen Teil des Kohlendioxids (CO₂) aus den Geweben zurück zur Lunge, wo es ausgeatmet wird. Damit spielen sie eine zentrale Rolle für die Sauerstoffversorgung und den Gasaustausch im Körper.
Wann werden Erythrozyten bestimmt?
Die Zahl der Erythrozyten gehört zu den Standardwerten jedes Blutbildes. Sie wird routinemäßig bestimmt, um die Blutbildung zu beurteilen und Hinweise auf Veränderungen der Sauerstoffversorgung oder des Flüssigkeitshaushalts zu erhalten.
Eine Bestimmung der Erythrozytenzahl kann unter anderem sinnvoll sein bei:
- Anhaltender Müdigkeit oder Leistungsschwäche
- Blässe, Schwindel oder Kurzatmigkeit
- Verdacht auf Blutverlust oder eine Blutarmut
- Anzeichen eines Flüssigkeitsmangels oder einer Polyglobulie
- Verlaufskontrolle bekannter Blut- oder Knochenmarkerkrankungen
Für die Beurteilung reicht der Erythrozyten-Wert allein nicht aus. Erst in Kombination mit Laborwerten wie Hämoglobin (Hb), Hämatokrit (Hkt) sowie den Erythrozytenindizes MCV, MCH und MCHC lässt sich die Ursache einer Veränderung zuverlässig eingrenzen.
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NIEDRIGE WERTE
Erythrozyten zu niedrig: Mögliche Ursachen
Sind zu wenige Erythrozyten im Blut vorhanden, spricht man von einer Erythrozytopenie. Dadurch kann weniger Sauerstoff zu Organen und Geweben transportiert werden. Häufig steckt eine Blutarmut (Anämie) dahinter, die unterschiedliche Ursachen haben kann.
Mögliche Ursachen von niedrigen Erythrozyten-Werten:
- Blutverlust (z. B. nach Verletzungen oder Operationen)
- Vermehrter Abbau der Erythrozyten (Hämolyse)
- Erkrankungen des Knochenmarks
- Bestimmte Arzneimittel (z. B. Zytostatika oder andere Medikamente, die die Blutbildung im Knochenmark beeinträchtigen können)
- Chronische Erkrankungen und Infektionen
- Eisenmangel
- Vitamin-B12- oder Folsäuremangel
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Ist der Wert an Erythrozyten zu niedrig, kann das die Sauerstoffversorgung des Körpers beeinträchtigen. Typische Beschwerden sind Müdigkeit, verminderte Leistungsfähigkeit, Blässe, Schwindel, Kurzatmigkeit oder Herzrasen.
Mögliche Folgen von zu niedrigen Erythrozyten-Werten
Befinden sich zu wenige Erythrozyten im Blut, kann weniger Sauerstoff zu Organen und Geweben transportiert werden. Der Körper versucht, die verminderte Sauerstoffversorgung unter anderem durch einen schnelleren Herzschlag und eine verstärkte Atmung auszugleichen.
Besteht der Mangel über längere Zeit oder ist er stark ausgeprägt, kann das Herz-Kreislauf-System zunehmend belastet werden. Die körperliche Leistungsfähigkeit nimmt ab; in schweren Fällen können Brustschmerzen, Herzrhythmusstörungen oder eine Verschlechterung einer bestehenden Herzschwäche auftreten.
Erythrozyten niedrig – was tun?
Sind die Erythrozyten zu niedrig, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden. Je nach Auslöser kommen beispielsweise Eisen-, Vitamin-B12- oder Folsäurepräparate infrage, um die Blutbildung zu unterstützen.
Gut zu wissen
Eisenreiche Lebensmittel wie Haferflocken, Hülsenfrüchte, Kürbiskerne oder rotes Fleisch können die Blutbildung unterstützen. In Kombination mit Vitamin C, beispielsweise aus Paprika oder Zitrusfrüchten, nimmt der Körper Eisen besser auf. Kaffee, schwarzer Tee und größere Mengen calciumreicher Lebensmittel können die Eisenaufnahme dagegen vermindern und sollten deshalb möglichst nicht gleichzeitig mit eisenreichen Mahlzeiten verzehrt werden.
Liegt ein starker Blutverlust oder eine schwere Blutarmut vor, kann in manchen Fällen auch eine Bluttransfusion erforderlich sein. Nach erfolgreicher Behandlung normalisiert sich der Erythrozyten-Wert häufig wieder.
ERHÖHTE WERTE
Erythrozyten zu hoch: Mögliche Ursachen
Sind zu viele Erythrozyten im Blut vorhanden, wird dies als Polyglobulie bezeichnet. Dadurch wird das Blut zähflüssiger, was den Blutfluss beeinträchtigen und das Risiko für Gefäßverschlüsse erhöhen kann. Die Ursache kann vorübergehend oder Ausdruck einer behandlungsbedürftigen Erkrankung sein.
Mögliche Ursachen für erhöhte Erythrozyten-Werte:
- Flüssigkeitsmangel
- Rauchen
- Chronischer Sauerstoffmangel (z. B. bei Herz- oder Lungenerkrankungen)
- Längere Aufenthalte in großen Höhen
- Polycythaemia vera (primäre Polyglobulie)
- Erythropoetin-bildende Tumore
- Bestimmte Arzneimittel bzw. Wirkstoffe (z. B. Erythropoetin, Testosteron und andere Androgene sowie SGLT-2-Hemmer)
Eine erhöhte Erythrozytenzahl bleibt häufig zunächst unbemerkt. Je nach Ausprägung und Ursache können jedoch Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen, Müdigkeit oder eine gerötete Haut auftreten. Bei stark erhöhten Werten kann außerdem das Risiko für Thrombosen steigen.
Mögliche Folgen von zu hohen Erythrozyten-Werten
Eine stark erhöhte Erythrozytenzahl kann dazu führen, dass das Blut zähflüssiger wird und langsamer durch die Gefäße fließt. Dadurch kann die Durchblutung insbesondere kleinerer Blutgefäße beeinträchtigt werden.
Gleichzeitig steigt das Risiko für Blutgerinnsel (Thrombosen). Verschließt ein Gerinnsel ein Gefäß, können in schweren Fällen Schlaganfall, Herzinfarkt oder Lungenembolie die Folge sein.
Erythrozyten erhöht – was tun?
Sind die Erythrozyten erhöht, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden. Neben einer erneuten Blutuntersuchung können abhängig vom Befund weitere Untersuchungen sinnvoll sein. Ist beispielsweise ein Flüssigkeitsmangel ursächlich, normalisiert sich der Erythrozyten-Wert nach ausreichender Flüssigkeitszufuhr meist wieder. Bei Erkrankungen wie Polycythaemia vera ist hingegen eine gezielte Therapie erforderlich, um möglichen Komplikationen vorzubeugen.
FAQ
Häufige Fragen zu Erythrozyten
Was sind rote Blutkörperchen?
Rote Blutkörperchen, auch Erythrozyten genannt, transportieren Sauerstoff von der Lunge zu den Organen und Geweben. Ihre Anzahl wird als Erythrozyten-Wert im Blutbild bestimmt und liefert wichtige Hinweise auf die Blutbildung.
Ab wann sind Erythrozyten-Werte gefährlich?
Für Erythrozyten gibt es keinen festen Grenzwert, ab dem eine Abweichung grundsätzlich als gefährlich gilt. Entscheidend ist, wie stark die Erythrozytenzahl vom Referenzbereich abweicht und ob gleichzeitig Hämoglobin und Hämatokrit verändert sind. Stark erniedrigte Werte können die Sauerstoffversorgung beeinträchtigen, während stark erhöhte Werte mit einer höheren Blutviskosität und einem erhöhten Thromboserisiko einhergehen können. Auffällige Werte sollten daher immer im Gesamtbild beurteilt werden.
Wie hängen Erythrozyten und Hämoglobin zusammen?
Die roten Blutkörperchen enthalten den roten Blutfarbstoff Hämoglobin, der Sauerstoff bindet und im Körper transportiert. Veränderungen der Erythrozytenzahl und des Hämoglobinwertes werden deshalb häufig gemeinsam beurteilt.
Können veränderte Erythrozyten-Werte auf Krebs hinweisen?
Bestimmte Krebserkrankungen können die Erythrozytenzahl beeinflussen, etwa indem sie die Blutbildung stören oder – seltener – die Bildung roter Blutkörperchen anregen. Ein erhöhter oder erniedrigter Erythrozytenwert allein ist jedoch kein spezifischer Hinweis auf Krebs, da zahlreiche andere Ursachen infrage kommen.
Quellen
- Bastigkeit M. Meine Laborwerte: Ratgeber zu Blutuntersuchungen, Blutbild und Laborbericht. Stiftung Warentest. 2024.
- Dormann A, Heer C, Isermann B. Laborwerte. Elsevier. 2018.
- Eisen. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. 2025. [abgerufen am 05.08.2026]
- Jana Vaskovic. Erythrocytes. Kenhub. 2023. [abgerufen am 05.08.2026]
- El Brihi J, Pathak S. Normal and Abnormal Complete Blood Count With Differential. StatPearls. 2024. [abgerufen 31.07.2026]
- Gehring WG. Erythrozyten. DocMedicus. 2025. [abgerufen am 05.08.2026]
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![2[1] Dita Ryskova: Leitende Apothekerin](https://www.apodiscounter.de/ratgeber/wp-content/uploads/2026/07/Dita-Ryskova-Apothekerin-apocom-group-edited-300x200.jpg)
„Pharmazie ist für mich nicht nur ein Beruf, sondern eine Berufung. Mein Ziel ist es, Menschen mit verständlichen und evidenzbasierten Gesundheitsinformationen dabei zu unterstützen, ihre Therapie besser zu verstehen.“
Dita Ryskova ist approbierte Apothekerin mit langjähriger Erfahrung in der Krankenhaus-, öffentlichen und Online-Apotheke. Bei der apo.com Group ist sie leitende Apothekerin und unterstützt das Ratgeber-Team mit ihrem pharmazeutischen Wissen.
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