Hämatokrit: Das bedeuten deine Laborwerte

Haematokritwert, welcher im Labor bestimmt wird.

Der Hämatokrit gibt an, wie hoch der Anteil der Blutzellen am gesamten Blutvolumen ist. Er gehört zu den wichtigsten Laborwerten im Blutbild. Der Hämatokritwert (Hkt-Wert) kann Hinweise auf Veränderungen der roten Blutkörperchen oder des Flüssigkeitshaushalts geben.

Inhaltsverzeichnis öffnen


Merkmal Beschreibung
Fachbegriff Hämatokrit
Abkürzung Hkt
Definition Anteil der festen Blutbestandteile am Gesamtblutvolumen
Einheit %
Referenzbereich Frauen: ca. 36–46 % Männer: ca. 38–52 %
Erhöht bei Flüssigkeitsmangel, Polyglobulie, Rauchen
Erniedrigt bei Blutverlust, Eisenmangel, Anämien

Fachbegriff

Hämatokrit

Abkürzung

Hkt

Definition

Anteil der festen Blutbestandteile am Gesamtblutvolumen

Einheit

%

Referenzbereich

Frauen ca. 36–46 %
Männer ca. 38–52 %

Erhöht bei

Flüssigkeitsmangel, Polyglobulie, Rauchen

Erniedrigt bei

Blutverlust, Eisenmangel, Anämien

Hinweis: Die angegebenen Referenzwerte können je nach Labor, Messmethode, Alter, Geschlecht und weiteren individuellen Faktoren variieren. Maßgeblich sind die Referenzbereiche auf deinem Laborbefund.

Quelle: Dormann et al. (2018)

Was ist Hämatokrit?

Der Hämatokrit beschreibt das Verhältnis zwischen den festen und flüssigen Bestandteilen des Blutes. Blut besteht aus Blutplasma sowie verschiedenen Blutzellen. Dazu zählen rote Blutkörperchen (Erythrozyten), weiße Blutkörperchen (Leukozyten) und Blutplättchen (Thrombozyten). Da die Erythrozyten rund 99 % des Zellvolumens im Blut ausmachen, entspricht der Hämatokritwert nahezu ihrem Anteil am gesamten Blutvolumen. Der Wert wird üblicherweise in Prozent (%) angegeben.

Der Hämatokritwert gibt außerdem Auskunft über die Fließfähigkeit des Blutes. Je höher der Anteil der Blutzellen am Blutvolumen ist, desto zähflüssiger ist das Blut. Umgekehrt führt ein geringerer Anteil zu einer niedrigeren Viskosität und damit zu einer besseren Fließfähigkeit.

Gut zu wissen

In nur einem Mikroliter (µl) Blut befinden sich etwa 4 bis 6 Millionen rote Blutkörperchen. Sie machen den größten Anteil der Blutzellen aus und bestimmen den Hämatokritwert maßgeblich.

Wann wird Hämatokrit bestimmt?

Der Hämatokritwert wird bei dem kleinen oder großen Blutbild bestimmt. Das kann bei einer Vorsorgeuntersuchung, zur Kontrolle bestehender Erkrankungen oder zur Abklärung verschiedener Beschwerden erfolgen.

Typische Gründe für die Bestimmung des Hämatokritwertes:

  • Müdigkeit oder Erschöpfung
  • Blässe oder Schwindel
  • Flüssigkeitsmangel oder starker Flüssigkeitsverlust
  • Verdacht auf eine krankhafte Vermehrung der roten Blutkörperchen (Polyglobulie)
  • Verlaufskontrollen während einer Chemotherapie

Der Hämatokritwert wird in der Regel nicht allein beurteilt. Für eine aussagekräftige Einordnung betrachtet man ihn gemeinsam mit weiteren Laborwerten wie dem Hämoglobinwert (Hb) oder der Anzahl der Erythrozyten (Ery).

Hämatokrit zu niedrig: Mögliche Ursachen

Ein erniedrigter Hämatokritwert kann verschiedene Ursachen haben. Oft steckt eine Blutarmut (Anämie) dahinter. Auch ein erhöhter Flüssigkeitsanteil im Blut kann dazu führen, dass der Hämatokritwert sinkt.

Zu den häufigsten Ursachen für niedrigen Hämatokrit zählen:

  • Blutverlust, z. B. durch starke Periode oder innere Blutungen
  • Überwässerung (Hyperhydratation), z. B. durch Infusionen
  • Chronische Erkrankungen (z. B. Nierenerkrankungen oder Leukämie)
  • Vitamin-B12- oder Folsäuremangel
  • Eisenmangel

Liegt dein Wert unter dem Hämatokritnormalwert, kann das unter anderem zu Müdigkeit, Erschöpfung, Blässe, Schwindel oder Kurzatmigkeit führen.

Nahrungsergänzungsmittel mit Eisen

Neben einer ausgewogenen Ernährung können Eisen-Präparate gegen einen Mangel helfen.

  • Große Auswahl
  • Günstige Preise*
  • Schnelle Lieferung**
Tabletten

Hinweis: Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine ausgewogene Ernährung. Ob eine Einnahme für dich sinnvoll ist, solltest du vorab ärztlich abklären.

Mögliche Folgen von zu niedrigem Hämatokritwert

Ist der Hämatokrit deutlich oder über längere Zeit erniedrigt, kann das Blut weniger Sauerstoff zu Organen und Geweben transportieren. Der Körper versucht dies durch einen schnelleren Herzschlag und eine verstärkte Atmung auszugleichen.

Auf Dauer kann diese Mehrarbeit vor allem das Herz-Kreislauf-System belasten, wodurch Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit abnehmen können. In schweren Fällen können Beschwerden wie Brustschmerzen, Herzrhythmusstörungen oder eine Verschlechterung einer bestehenden Herzschwäche auftreten.

Hämatokrit niedrig – was tun?

Wenn dein Hämatokrit zu niedrig ist, solltest du den Wert ärztlich abklären lassen. Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Je nach Befund kann beispielsweise ein Nährstoffmangel ausgeglichen, eine Ernährungsumstellung erfolgen, oder eine Grunderkrankung behandelt werden.

Nahrungsergänzungsmittel aus deiner Apotheke

Kennst du schon die Nahrungsergänzungsmittel von apodiscounter?

  • Apothekenqualität
  • Günstige Preise*
  • Große Auswahl
Hohe Qualität. günstige Preise: Die Eigenmarke von apodiscounter.

Hämatokrit zu hoch: Mögliche Ursachen

Ein erhöhter Hämatokritwert kann ebenfalls verschiedene Ursachen haben. Manchmal steckt ein Flüssigkeitsmangel dahinter, manchmal aber auch das Rauchen, Sauerstoffmangel oder bestimmte Erkrankungen, die dazu führen, dass der Anteil der Blutzellen am Blutvolumen ansteigt.

Zu den typischsten Ursachen für hohen Hämatokrit zählen:

  • Dehydratation
  • Rauchen
  • Chronische Lungen- oder Herzerkrankungen
  • Erkrankungen des Knochenmarks, z. B. Polycythaemia vera
  • Blutdoping

Gut zu wissen

Beim Blutdoping wird die Zahl der roten Blutkörperchen künstlich erhöht, um den Sauerstofftransport im Blut und somit die Ausdauerleistung zu steigern. Häufig kommt das körpereigene Hormon Erythropoetin (EPO) zum Einsatz, dass normalerweise die Bildung roter Blutkörperchen im Knochenmark anregt.

Ein erhöhter Hämatokritwert verursacht nicht immer Beschwerden. Je nach Ursache und Ausprägung können unter anderem Kopfschmerzen, Schwindel, gerötete Haut, Juckreiz oder Kurzatmigkeit auftreten.

Mögliche Folgen von zu hohem Hämatokritwert

Ist der Hämatokrit deutlich oder dauerhaft erhöht, steigt die Zähflüssigkeit (Viskosität) des Blutes. Dadurch kann das Blut langsamer durch kleinere Gefäße fließen und die Durchblutung von Organen und Geweben beeinträchtigt werden.

Gleichzeitig steigt das Risiko, dass sich Blutgerinnsel (Thrombosen) bilden. Verschließt ein solches Gerinnsel ein wichtiges Blutgefäß, können in schweren Fällen Komplikationen wie eine Lungenembolie, ein Schlaganfall oder ein Herzinfarkt entstehen.

Hämatokrit erhöht – was tun?

Wenn dein Wert für Hämatokrit zu hoch ist, sollte dies ärztlich abgeklärt werden. Liegt lediglich ein Flüssigkeitsmangel vor, kann sich der Wert nach ausreichender Flüssigkeitszufuhr wieder normalisieren. Ist eine Erkrankung die Ursache, hängt die Behandlung von der jeweiligen Diagnose ab.

Ab wann ist ein Hämatokritwert gefährlich?

Ein Hämatokritwert außerhalb des Referenzbereichs ist nicht automatisch gefährlich. Zur Orientierung liegen die Referenzwerte bei Erwachsenen – je nach Labor – etwa bei 38–52 % für Männer und 36–46 % für Frauen. Entscheidend für die Bewertung sind jedoch immer die auf dem jeweiligen Befund angegebenen, laborspezifischen Bereiche.

Sehr starke Abweichungen liegen deutlich außerhalb dieser üblichen Werte: Die Oregon Health & Science University (OHSU) stuft beispielsweise ein Hämatokrit von höchstens 19,7 % oder über 60 % als kritischen Laborwert ein. Solche Werte erfordern eine schnelle ärztliche Beurteilung, da sie auf eine ausgeprägte Blutarmut, einen größeren Blutverlust oder eine starke Verdickung des Blutes hinweisen können.

Häufige Fragen zu Hämatokrit

Was bedeutet ein niedriger Hämatokritwert?

Bei einem niedrigen Hämatokritwert liegt der Anteil der Blutzellen am gesamten Blutvolumen unter dem jeweiligen Referenzbereich. Dadurch kann die Sauerstoffversorgung des Körpers beeinträchtigt sein.

Was bedeutet ein erhöhter Hämatokritwert?

Ein erhöhter Hämatokritwert bedeutet, dass der Anteil der Blutzellen am gesamten Blutvolumen erhöht ist. Dadurch wird das Blut zähflüssiger und das Risiko für Blutgerinnsel kann steigen.

Wie hängen Hämoglobin und Hämatokrit zusammen?

Hämoglobin befindet sich in den roten Blutkörperchen, deren Anteil am Blutvolumen durch den Hämatokrit beschrieben wird. Deshalb verändern sich beide Laborwerte in der Regel gemeinsam und werden meist zusammen beurteilt.

Was bedeutet ein erhöhter Hämatokritwert?

Ein erhöhter Hämatokritwert bedeutet, dass der Anteil der Blutzellen am gesamten Blutvolumen erhöht ist. Dadurch wird das Blut zähflüssiger und das Risiko für Blutgerinnsel kann steigen.

Kann ein veränderter Hämatokritwert auf Krebs hinweisen?

Ja, in seltenen Fällen können Krebserkrankungen wie Leukämien oder Erkrankungen des Knochenmarks den Hämatokritwert verändern. Deutlich häufiger sind jedoch andere Ursachen wie Flüssigkeitsmangel oder eine Blutarmut.

Quellen

  • Bastigkeit M. Meine Laborwerte: Ratgeber zu Blutuntersuchungen, Blutbild und Laborbericht. Stiftung Warentest. 2024.
  • Blood Tests. National Herat, Lung, and Blood Institute (NIH). 2022. [abgerufen am 30.07.2026]
  • Dormann A, Heer C, Isermann B. Laborwerte. Elsevier. 2018.
  • Hämatokrit. AMBOSS. 2026. [abgerufen 23.07.2026]
  • Hematocrit test. Mayo Clinic. 2026. [abgerufen am 30.07.2026]
  • Gehring WG. Hämatokrit. DocMedicus Gesundheitslexikon. 2026. [abgerufen 30.07.2026]

Geprüft durch unser pharmazeutisches Team

Dita Ryskova: Leitende Apothekerin

„Pharmazie ist für mich nicht nur ein Beruf, sondern eine Berufung. Mein Ziel ist es, Menschen mit verständlichen und evidenzbasierten Gesundheitsinformationen dabei zu unterstützen, ihre Therapie besser zu verstehen.“

Dita Ryskova ist approbierte Apothekerin mit langjähriger Erfahrung in der Krankenhaus-, öffentlichen und Online-Apotheke. Bei der apo.com Group ist sie leitende Apothekerin und unterstützt das Ratgeber-Team mit ihrem pharmazeutischen Wissen.

Wichtiger Hinweis: Unsere Artikel und Grafiken werden von unserem Expertenteam überprüft. Grundlage sind stets seriöse Quellen und ärztliche Aussagen. Die Inhalte werden in regelmäßigen Abständen aktualisiert und dienen weder der Selbstdiagnose noch ersetzen sie einen Arztbesuch.