MCH-Wert: Das bedeuten deine Laborwerte

Blutproben mit verschiedenfarbigen Verschlusskappen in einem Röhrchenständer auf einem Labortisch.

Der MCH-Wert gibt an, wie viel Hämoglobin ein rotes Blutkörperchen durchschnittlich enthält. Er kann Hinweise auf verschiedene Formen einer Blutarmut (Anämie) liefern. Für eine verlässliche Einordnung wird der MCH-Wert immer zusammen mit weiteren Blutwerten betrachtet.

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Merkmal Beschreibung
Fachbegriff Mittleres korpuskuläres Hämoglobin (Mean Corpuscular Hemoglobin)
Abkürzung MCH
Definition Durchschnittlicher Hämoglobingehalt eines Erythrozyten
Einheit pg (Pikogramm)
Referenzbereich Frauen: ca. 27–34 pg Männer: ca. 27–34 pg
Erhöht bei Vitamin-B12-Mangel, Folsäuremangel, makrozytären Anämien
Erniedrigt bei Eisenmangel, mikrozytären Anämien

Fachbegriff

Mittleres korpuskuläres Hämoglobin
(Mean Corpuscular Hemoglobin)

Abkürzung

MCH

Definition

Durchschnittlicher Hämoglobingehalt eines Erythrozyten

Einheit

pg (Pikogramm)

Referenzbereich

Frauen ca. 27–34 pg
Männer ca. 27–34 pg

Erhöht bei

Vitamin-B12-Mangel, Folsäuremangel, makrozytären Anämien

Erniedrigt bei

Eisenmangel, mikrozytären Anämien

Hinweis: Die angegebenen Referenzwerte können je nach Labor, Messmethode, Alter, Geschlecht und weiteren individuellen Faktoren variieren. Maßgeblich sind die Referenzbereiche auf deinem Laborbefund.

Quelle: Dormann et al. (2018)

Was ist der MCH-Wert?

Der MCH-Wert (Mean Corpuscular Hemoglobin) gibt den durchschnittlichen Hämoglobingehalt der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) an. Hämoglobin ist der rote Blutfarbstoff, der Sauerstoff in der Lunge bindet und über das Blut zu den Organen und Geweben transportiert.

Der MCH-Wert gehört zu den sogenannten Erythrozytenindizes. Gemeinsam mit dem MCV-Wert und dem MCHC-Wert liefert er Informationen über die Beschaffenheit der roten Blutkörperchen und unterstützt die Beurteilung des Blutbildes.

Wann wird der MCH-Wert bestimmt?

Der MCH-Wert wird häufig im Rahmen eines kleinen oder großen Blutbildes bestimmt. Das kann bei einer Vorsorgeuntersuchung, zur Kontrolle bestehender Erkrankungen oder zur Abklärung verschiedener Beschwerden erfolgen.

Typische Gründe für die Bestimmung des MCH-Wertes:

  • Müdigkeit oder Erschöpfung
  • Blässe oder Schwindel
  • Kurzatmigkeit oder Herzrasen
  • Abklärung einer Blutarmut (Anämie)
  • Mögliche Störungen der Blutbildung
  • Eisenmangel
  • Vitamin-B12- oder Folsäuremangel
  • Bekannte Blut- oder Knochenmarkerkrankungen

Der MCH-Wert wird in der Regel nicht allein beurteilt. Für eine aussagekräftige Einordnung betrachtet man ihn gemeinsam mit weiteren Laborwerten wie MCV, MCHC, Hämoglobin (Hb) und der Anzahl der Erythrozyten (Ery).

MCH-Wert zu niedrig: Mögliche Ursache

Bei einem zu niedrigen MCH-Wert enthalten die roten Blutkörperchen durchschnittlich weniger Hämoglobin. Solche hämoglobinarmen Erythrozyten werden als hypochrom bezeichnet. Häufig sind sie gleichzeitig kleiner (mikrozytär), weshalb auch der MCV-Wert erniedrigt sein kann.

Mögliche Ursachen für einen niedrigem MCH-Wert:

  • Eisenmangel
  • Kupfermangel
  • Vitamin-B6-Mangel
  • Anämie bei chronischen Entzündungen
  • Tumoranämie
  • Thalassämie

Gut zu wissen

Laut dem Bulletin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden weltweit jedes Jahr über 330.000 Kinder mit einer klinisch bedeutsamen erblichen Hämoglobin-Erkrankung geboren. Der Großteil entfällt auf Sichelzellkrankheit und Thalassämien.

Ein niedriger MCH-Wert verursacht in der Regel keine eigenen Beschwerden. Tritt er im Zusammenhang mit einer Blutarmut (Anämie) auf, können Symptome wie Müdigkeit, Blässe, Schwindel, Kurzatmigkeit oder Herzrasen auftreten.

Mögliche Folgen von zu niedrigem MCH-Wert

Ein niedriger MCH-Wert geht häufig damit einher, dass die roten Blutkörperchen weniger Hämoglobin transportieren können. Besteht gleichzeitig eine ausgeprägte Blutarmut, kann dadurch weniger Sauerstoff zu Organen und Geweben gelangen.

Hält dieser Zustand länger an, versucht der Körper die verminderte Sauerstoffversorgung unter anderem durch eine höhere Herz- und Atemfrequenz auszugleichen. Bei einer schweren Anämie kann das Herz-Kreislauf-System dadurch stärker belastet werden und die körperliche Leistungsfähigkeit deutlich abnehmen.

MCH-Wert zu niedrig – was tun?

Wenn dein MCH-Wert zu niedrig ist, sollte das ärztlich abgeklärt werden. Mithilfe weiterer Blutwerte lässt sich die Ursache häufig eingrenzen und gezielt behandeln. Wird die Grunderkrankung erfolgreich therapiert, normalisiert sich der MCH-Wert in vielen Fällen wieder.

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MCH-Wert erhöht: Mögliche Ursachen

Bei einem erhöhten MCH-Wert enthalten die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) durchschnittlich mehr Hämoglobin als üblich. Fachleute bezeichnen diese Zellen als hyperchrom. Häufig sind die Erythrozyten gleichzeitig vergrößert (makrozytär), sodass zusätzlich auch der MCV-Wert erhöht ist.

Mögliche Ursachen für einen erhöhten MCH-Wert:

  • Vitamin-B12-Mangel
  • Folsäuremangel
  • Lebererkrankungen
  • Chronischer Alkoholkonsum
  • Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
  • Bestimmte Medikamente (z. B. Zytostatika)
  • Erkrankungen des Knochenmarks (myelodysplastische Syndrom)

Ein erhöhter MCH-Wert selbst verursacht in der Regel keine Beschwerden. Treten Symptome auf, sind sie meist auf die zugrunde liegende Ursache zurückzuführen. Häufig sind dies Müdigkeit, Blässe, Schwindel, Kurzatmigkeit oder Herzrasen.

Mögliche Folgen von zu hohem MCH-Wert

Ein erhöhter MCH-Wert hat für sich genommen meist keine direkten gesundheitlichen Folgen. Entscheidend ist vielmehr, wodurch die erhöhte Hämoglobinmenge pro Erythrozyt verursacht wird – beispielsweise durch einen Vitamin-B12- oder Folsäuremangel.

Bleibt ein solcher Mangel länger unbehandelt, kann sich eine makrozytäre Anämie entwickeln und die Sauerstoffversorgung des Körpers beeinträchtigen. Bei einem ausgeprägten Vitamin-B12-Mangel sind zudem neurologische Folgen wie Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Gangunsicherheit möglich.

MCH-Wert zu hoch – was tun?

Ist dein MCH-Wert erhöht, sollte dieser im Zusammenhang mit weiteren Blutwerten beurteilt werden. Liegt der Wert dauerhaft über dem Referenzbereich, kann eine ärztliche Abklärung sinnvoll sein, um die Ursache – beispielsweise einen Vitamin-B12- oder Folsäuremangel – zu erkennen und gezielt zu behandeln. Nach erfolgreicher Behandlung der Erkrankung normalisiert sich der MCH-Wert häufig wieder.

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Hinweis: Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine ausgewogene Ernährung. Ob eine Einnahme für dich sinnvoll ist, solltest du vorab ärztlich abklären.

Häufige Fragen zu MCH

Was bedeutet ein niedriger MCH-Wert?

Ein niedriger MCH-Wert bedeutet, dass die roten Blutkörperchen durchschnittlich weniger Hämoglobin enthalten, als für den Referenzbereich typisch ist. Häufig steckt ein Eisenmangel dahinter, möglich sind aber auch andere Formen der Blutarmut oder Störungen der Hämoglobinbildung.

Was bedeutet ein erhöhter MCH-Wert?

Ein erhöhter MCH-Wert zeigt an, dass die roten Blutkörperchen durchschnittlich mehr Hämoglobin enthalten als üblich. Ursache sind oft ein Vitamin-B12- oder Folsäuremangel, seltener kommen andere Erkrankungen oder bestimmte Medikamente infrage.

Kann Eisenmangel den MCH-Wert senken?

Ja. Eisen ist ein wichtiger Bestandteil des Hämoglobins. Fehlt dem Körper Eisen, wird weniger Hämoglobin gebildet und der MCH-Wert kann sinken.

Ist ein niedriger MCH-Wert gefährlich?

Ein niedriger MCH-Wert ist zunächst kein Notfall. Er kann jedoch auf eine Blutarmut oder einen Eisenmangel hinweisen und sollte deshalb ärztlich abgeklärt werden – insbesondere, wenn Beschwerden wie Müdigkeit, Blässe oder Kurzatmigkeit auftreten.

Quellen

Geprüft durch unser pharmazeutisches Team

Dita Ryskova: Leitende Apothekerin

„Pharmazie ist für mich nicht nur ein Beruf, sondern eine Berufung. Mein Ziel ist es, Menschen mit verständlichen und evidenzbasierten Gesundheitsinformationen dabei zu unterstützen, ihre Therapie besser zu verstehen.“

Dita Ryskova ist approbierte Apothekerin mit langjähriger Erfahrung in der Krankenhaus-, öffentlichen und Online-Apotheke. Bei der apo.com Group ist sie leitende Apothekerin und unterstützt das Ratgeber-Team mit ihrem pharmazeutischen Wissen.

Wichtiger Hinweis: Unsere Artikel und Grafiken werden von unserem Expertenteam überprüft. Grundlage sind stets seriöse Quellen und ärztliche Aussagen. Die Inhalte werden in regelmäßigen Abständen aktualisiert und dienen weder der Selbstdiagnose noch ersetzen sie einen Arztbesuch.