MCV-Wert: Das bedeuten deine Laborwerte

Der MCV-Wert gibt das durchschnittliche Volumen der roten Blutkörperchen an.

Der MCV-Wert gibt an, wie groß die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) durchschnittlich sind und ist einer der wichtigsten Laborwerte des Blutbildes. Er gibt Hinweise auf verschiedene Formen einer Blutarmut (Anämie) und wird immer zusammen mit weiteren Blutwerten beurteilt.

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Merkmal Beschreibung
Fachbegriff Mittleres korpuskuläres Volumen (Mean Corpuscular Volume)
Abkürzung MCV
Definition Durchschnittliche Größe eines Erythrozyten
Einheit fl (Femtoliter)
Referenzbereich Frauen: ca. 83–95 fl Männer: ca. 83–95 fl
Erhöht bei Vitamin-B12-Mangel, Folsäuremangel, Alkoholkonsum, Lebererkrankungen
Erniedrigt bei Eisenmangel, Thalassämien

Fachbegriff

Mittleres korpuskuläres Volumen
(Mean Corpuscular Volume)

Abkürzung

MCV

Definition

Durchschnittliche Größe eines Erythrozyten

Einheit

fl (Femtoliter)

Referenzbereich

Frauen ca. 83–95 fl
Männer ca. 83–95 fl

Erhöht bei

Vitamin-B12-Mangel, Folsäuremangel, Alkoholkonsum, Lebererkrankungen

Erniedrigt bei

Eisenmangel, Thalassämien

Hinweis: Die angegebenen Referenzwerte können je nach Labor, Messmethode, Alter, Geschlecht und weiteren individuellen Faktoren variieren. Maßgeblich sind die Referenzbereiche auf deinem Laborbefund.

Quelle: Dormann et al. (2018)

Was ist der MCV-Wert?

Der MCV-Wert (Mean Corpuscular Volume) beschreibt die durchschnittliche Größe der roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Er zeigt, ob die Erythrozyten im Durchschnitt kleiner oder größer sind, beziehungsweise innerhalb des jeweiligen Referenzbereichs liegen.

Der MCV-Wert gehört zu den Erythrozytenindizes. In Zusammenhang mit dem MCH-Wert und dem MCHC-Wert liefert er Informationen über die Beschaffenheit der roten Blutkörperchen und unterstützt die Beurteilung des Blutbildes.

Wann wird der MCV-Wert bestimmt?

Der MCV-Wert wird meist im Rahmen eines kleinen oder großen Blutbilds bestimmt und gehört damit zur Standard-Labordiagnostik. Er kann beispielsweise bei Vorsorgeuntersuchungen, zur Kontrolle bestehender Erkrankungen oder zur Abklärung verschiedener Beschwerden erhoben werden.

Typische Gründe für die Bestimmung des MCV-Wertes:

  • Müdigkeit oder Abgeschlagenheit
  • Blässe oder Schwindel
  • Kurzatmigkeit oder Herzrasen
  • Abklärung einer Blutarmut (Anämie)
  • Mögliche Störungen der Blutbildung
  • Verlaufskontrollen bei bekannten Blut- oder Knochenmarkerkrankungen
  • Eisenmangel
  • Vitamin-B12- oder Folsäuremangel

Der MCV-Wert wird nicht isoliert beurteilt. Für eine zuverlässige Einordnung wird er gemeinsam mit weiteren Laborwerten wie MCH, MCHC, Hämoglobin (Hb), Hämatokrit (Hkt) und der Anzahl der Erythrozyten (Ery) betrachtet.

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MCV-Wert zu niedrig: Mögliche Ursachen

Ein niedriger MCV-Wert bedeutet, dass die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) im Durchschnitt kleiner sind und ihr Volumen unterhalb des Referenzbereichs liegt. Solche Erythrozyten werden als mikrozytär bezeichnet. Häufig enthalten sie gleichzeitig weniger Hämoglobin, sodass auch der MCH-Wert erniedrigt sein kann.

Mögliche Ursachen für einen niedrigen MCV-Wert:

  • Eisenmangel
  • Anämie bei chronischen Entzündungen
  • Tumoranämie
  • Thalassämie
  • Sideroblastische Anämie

Ein erniedrigter MCV-Wert selbst verursacht in der Regel keine Beschwerden. Treten Symptome auf, sind sie meist auf die zugrunde liegende Erkrankung zurückzuführen. Häufig sind dies Müdigkeit, Blässe, Schwindel, Kurzatmigkeit oder Herzrasen.

Mögliche Folgen von zu niedrigem MCV-Wert

Ein niedriger MCV-Wert hat keine direkten gesundheitlichen Folgen. Entscheidend ist, ob gleichzeitig eine Blutarmut besteht und dadurch die Sauerstoffversorgung des Körpers eingeschränkt ist.

Bei einer ausgeprägten Anämie versucht der Körper, den Sauerstoffmangel durch eine schnellere Atmung und einen erhöhten Herzschlag auszugleichen. Hält dieser Zustand länger an, können Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit abnehmen und das Herz-Kreislauf-System stärker beansprucht werden.

MCV-Wert zu niedrig – was tun?

Wenn dein MCV-Wert niedrig ist, sollte dieser immer im Zusammenhang mit weiteren Blutwerten beurteilt werden. Eine ärztliche Abklärung hilft dabei, die Ursache zu erkennen und gezielt zu behandeln. Nach erfolgreicher Behandlung der Erkrankung normalisiert sich der MCV-Wert meist wieder.

MCV-Wert erhöht: Mögliche Ursachen

Ein erhöhter MCV-Wert bedeutet, dass die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) im Durchschnitt größer sind und ihr Volumen oberhalb des Referenzbereichs liegt. Diese Zellen werden als makrozytär bezeichnet. Häufig enthalten sie gleichzeitig mehr Hämoglobin, sodass auch der MCH-Wert erhöht sein kann.

Typische Ursachen für erhöhte MCV-Werte:

  • Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
  • Bestimmte Medikamente (Zytostatika)
  • Erkrankungen des Knochenmarks (myelodysplastisches Syndrom)
  • Lebererkrankungen
  • Chronischer Alkoholkonsum
  • Vitamin-B12-Mangel
  • Folsäuremangel

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Gut zu wissen

Chronischer Alkoholkonsum kann die Bildung roter Blutkörperchen im Knochenmark beeinträchtigen und zu vergrößerten Erythrozyten führen. Dadurch kann der MCV-Wert erhöht sein. Zudem kann ein langfristig hoher Alkoholkonsum einen Mangel an Vitamin B12 oder Folsäure begünstigen, der ebenfalls mit vergrößerten Erythrozyten einhergehen kann.

Ein zu hoher MCV-Wert bleibt häufig unbemerkt und wird meist zufällig im Blutbild festgestellt. Beschwerden treten meist nur dann auf, wenn die auslösende Erkrankung Symptome verursacht. Oftmals sind dies Müdigkeit, Blässe, Schwindel, Kurzatmigkeit oder Herzrasen.

Mögliche Folgen von zu hohem MCV-Wert

Ein erhöhter MCV-Wert hat allein meist keine direkten gesundheitlichen Folgen. Relevant ist vor allem die Ursache: Geht die Vergrößerung der roten Blutkörperchen mit einer Blutarmut einher, kann der Sauerstofftransport im Körper beeinträchtigt sein.

Bleibt beispielsweise ein Vitamin-B12-Mangel länger unbehandelt, können zusätzlich Nervenschäden entstehen. Mögliche Folgen sind Kribbeln oder Taubheitsgefühle in Händen und Füßen, Muskelschwäche sowie Gang- und Gleichgewichtsstörungen.

MCV-Wert zu hoch – was tun?

Ist dein MCV-Wert erhöht, sollte er gemeinsam mit weiteren Blutwerten beurteilt werden. Durch eine ärztliche Abklärung kann die Ursache ermittelt und gezielt behandelt werden. Nach erfolgreicher Behandlung der Grunderkrankung normalisiert sich der MCV-Wert in den meisten Fällen wieder.

Häufige Fragen zu MCV

Was bedeutet ein MCV-Wert über 100?

Ein MCV-Wert über 100 Femtoliter (fl) weist auf durchschnittlich vergrößerte rote Blutkörperchen hin. Diese werden medizinisch als makrozytäre Erythrozyten bezeichnet. Ob der Wert behandlungsbedürftig ist, hängt von der Ursache ab.

Kann Alkohol den MCV-Wert erhöhen?

Ja. Chronischer Alkoholkonsum kann mit vergrößerten roten Blutkörperchen und einem erhöhten MCV-Wert einhergehen. Zusätzlich kann Alkohol einen Vitamin-B12- oder Folsäuremangel begünstigen, der ebenfalls den MCV-Wert erhöht.

Ist ein erhöhter MCV-Wert gefährlich?

Ein erhöhter MCV-Wert ist nicht automatisch gefährlich. Entscheidend ist, wodurch er verursacht wird. Liegt beispielsweise ein Vitamin-B12-Mangel vor und bleibt dieser unbehandelt, können langfristig gesundheitliche Folgen entstehen. Deshalb sollte ein dauerhaft erhöhter MCV-Wert ärztlich abgeklärt werden, insbesondere wenn weitere Auffälligkeiten im Blutbild oder Beschwerden bestehen.

Was bedeutet ein zu niedriger MCV-Wert?

Ist der MCV-Wert niedrig, liegt die durchschnittliche Größe der roten Blutkörperchen unterhalb des Referenzbereichs. Diese werden als mikrozytär bezeichnet. Am häufigsten ist ein Eisenmangel die Ursache, daneben kommen auch chronische Entzündungen, Thalassämien oder andere Formen der Blutarmut infrage.

Quellen

Geprüft durch unser pharmazeutisches Team

Dita Ryskova: Leitende Apothekerin

„Pharmazie ist für mich nicht nur ein Beruf, sondern eine Berufung. Mein Ziel ist es, Menschen mit verständlichen und evidenzbasierten Gesundheitsinformationen dabei zu unterstützen, ihre Therapie besser zu verstehen.“

Dita Ryskova ist approbierte Apothekerin mit langjähriger Erfahrung in der Krankenhaus-, öffentlichen und Online-Apotheke. Bei der apo.com Group ist sie leitende Apothekerin und unterstützt das Ratgeber-Team mit ihrem pharmazeutischen Wissen.

Wichtiger Hinweis: Unsere Artikel und Grafiken werden von unserem Expertenteam überprüft. Grundlage sind stets seriöse Quellen und ärztliche Aussagen. Die Inhalte werden in regelmäßigen Abständen aktualisiert und dienen weder der Selbstdiagnose noch ersetzen sie einen Arztbesuch.