Auslöser des Nagelpilzes: Was verursacht die Pilzerkrankung an Fingern und Zehen?

Ihre Nägel verlieren den Glanz, wirken stumpf, sind weiß bis dezent gelblich verfärbt und dicker als sonst? Dann könnten Sie von Nagelpilz (Onychomykose) betroffen sein.

Auslöser von Nagelpilz sind zumeist Pilze der unterschiedlichsten Art. Fadenpilze (sogenannte Dermatophyten) zählen allerdings zu den häufigsten Ursachen. Dermatophyten ernähren sich von Hornmaterial. Deshalb sind meistens Nägel, Haut oder Haare davon betroffen. Weitere Pilzarten, die eine Nagelmykose (Mykose = Pilzerkrankung) auslösen können, sind:

  • Hefepilze und Schimmelpilze (beide gehören zu den sogenannten Candida-Arten)

  • unbehandelter Fußpilz

Die Ansteckungsgefahr bei einer Nagelpilzerkrankung ist hoch. Deshalb sollten Sie besonders in öffentlichen Einrichtungen, wie beispielsweise Sporthallen, Fitnessstudios oder Frei- und Schwimmbädern, auf eine erhöhte Hygiene achten.

Es gibt aber auch Menschen, die eine Veranlagung zu Nagelpilz haben. Wie Sie Nagelpilz erkennen, welche Ursachen Nagelpilz begünstigen und bei welchen Risikofaktoren Sie besonders achtsam sein sollten erläutern wir Ihnen in diesem Artikel.

Wie entsteht Nagelpilz?

Nagelpilz kann in beschädigten Nägeln entstehenNagelpilz entsteht immer dann und vor allem dort, wo der Nagel kleine Beschädigungen aufweist. Bereits kleinste Risse im Nagel oder Verletzungen im Nagelbett öffnen dem Krankheitserreger Tür und Tor.

Im direkten Vergleich zwischen Zehen- und Fingernägeln sind die Nägel an den Zehen allerdings in etwa viermal häufiger von Onychomykose betroffen. Das liegt zum einen daran, dass die Pilze ein feuchtes Klima bevorzugen.

Zum anderen sind Füße größeren Belastungen ausgesetzt. Vor allem beim Barfußlaufen eckt man mit dem Fuß gerne mal wo an. Dabei wird der Nagel schnell beschädigt und der Pilz kann einfacher eindringen.

In unserem Ratgeberartikel „Nagelpilz“ können Sie mehr zum Thema Fußpilz und dem genauen Krankheitsbild lesen. Dort fassen wir weitere Informationen rundum das Thema zusammen und erläutern Ihnen auch mögliche Behandlungsarten.

Risikofaktoren: Diese Umstände begünstigen Nagelpilz

Nagelpilz kann im Grunde jeden treffen. Der Pilz mag es feucht und warm, deshalb gelten Menschen, die zu Schweißfüßen neigen oder oft und lange dieselben geschlossenen Schuhe tragen, als besonders gefährdet. Zu den weiteren Risikofaktoren und Umständen, die Nagelpilz begünstigen, zählen aber auch:

  • eine schlechte Durchblutung

  • ein geschwächtes Immunsystem

  • bestimmte Grunderkrankungen wie beispielsweise Diabetes

  • Fußfehlstellungen

  • brüchige Nägel

  • falsche Nagelpflege

Wie können eine eingeschränkte Durchblutung und Durchblutungsstörungen Nagelpilz verursachen?

Durchblutungsstörungen können Nagelpilz begünstigenNeben äußeren Faktoren wie Wärme und Feuchtigkeit begünstigt auch eine schlechte Durchblutung, dass sich der Fußpilz vermehrt. Warum ist das so?

In Folge einer gestörten Durchblutung an den Zehen oder in den Fingern kann es zu Wachstumsstörungen der Nägel sowie zu Hautveränderungen kommen. Es können kleine Risse im Nagel entstehen oder es entzündet sich die Nagelhaut.

Nur kleinste Veränderungen dieser Art machen es Nagelpilzerregern leicht, sich einzunisten. Dort können sie sich schnell vermehren und bleiben meist lange Zeit unbemerkt.

Wie Krankheiten Nagelpilz begünstigen können

Krankheiten wie Diabetes können zu Nagelpilz führenDiabetiker sind besonders anfällig für Nagelpilz. Das liegt daran, dass durch die Zuckererkrankung sowohl Blutgefäße als auch Nerven geschädigt werden.

Infolge dessen werden vor allem Extremitäten wie Füße und Hände nur eingeschränkt durchblutet. Die mangelnde Durchblutung begünstigt – wie eingangs erwähnt – die Entstehung von Nagelpilz.

Neben Diabetes führen auch folgende Krankheitsbilder zu einer verschlechterten Durchblutung. Einem erhöhten Risiko für eine Nagelpilzinfektion ausgesetzt sind Personen, die an einer dieser Krankheitsbilder leiden:

  • Morbus Raynad oder Reynaud-Syndrom (krampfartige Gefäßverengung an Fingern und Füßen)

  • Schaufensterkrankheit (Periphere arterielle Verschlusskrankheit)

  • Multiple Sklerose

Geringere Immunstärke erleichtert die Ansteckung

Nagelpilz kann sich bei Immunschwäche bildenDie Hauptaufgabe unseres Immunsystems ist es, Krankheitserreger zu bekämpfen. Im Laufe der Jahre wird unser Abwehrsystem allerdings schwächer. Aus diesem Grund erkranken vor allem ältere Menschen schneller an Nagelpilz.

Aber auch junge Menschen sind vor einer Nagelpilzerkrankung nicht gefeit. Gerade dann, wenn das Immunsystem durch eine andere Erkrankung, wie beispielsweise Krebs oder Rheuma, bereits geschwächt ist.

Außerdem kann ein über lange Zeit geschwächtes Immunsystem zu einem Mangel an Vitaminen, Folsäure und Zink führen. In Folge davon können Ihre Nägel brüchig und somit anfällig für das Eindringen von Nagelpilzerregern werden.

Fußpilz kann zu Nagelpilz führen

Nagelpilz kann Folge von Fußpilz seinFußpilz zählt zu den signifikanten Vorboten von Nagelpilz. Deshalb sollten Sie hier besonders aufmerksam sein. Gerade die Haut zwischen den Zehen ist besonders anfällig für Fußpilz.

Wie kommt es nun dazu, dass ich Fußpilz bekomme? Pilzsporen haben wir alle auf der Haut.

Ein gesundes Immunsystem hält diese im Gleichgewicht und wir bleiben gesund. Kommen wir allerdings vermehrt mit Erkrankten in Kontakt, dann kann es zur Ansteckung und zur Verbreitung von Fußpilz kommen.

Wo ist die Ansteckungsgefahr besonders groß? Die Antwort: Überall dort wo viele Menschen zusammenkommen, wie beispielsweise

  • im Schwimmbad

  • in der Sporthalle

  • beim gemeinsamen Benutzen eines Handtuches, einer Nagelschere etc.

Bleibt dieser Fußpilz unbeachtet bzw. unbehandelt, dann ist die Nagelpilzerkrankung quasi vorprogrammiert. Spätestens dann, wenn sich die Pilzsporen bis unter dem Nagel ausgebreitet haben, ist die Entstehung einer Nagelpilzerkrankung fast unvermeidbar. Fußpilz behandeln können Sie relativ unkompliziert, zum Beispiel mit der Creme Selergo 1% (20 g).

Sport und falsches Schuhwerk können zu Nagelpilz führen

Sportler sind häufiger von Nagelpilz betroffenSportler sind anfälliger für eine Pilzinfektion an den Füßen als andere Menschen. Tatsächlich hat fast jeder fünfte Sportler im Laufe seines Lebens mindestens einmal einen Nagelpilz und sogar jeder dritte eine Fußpilzinfektion.

Besonders betroffen sind Extrem- oder Leistungssportler, da ihre Füße oft stundenlang in den Schuhen schwitzen. Ideale Bedingungen also für die Verbreitung einer Pilzinfektion.

Hinzu kommt, dass gerade Sportlerfüße höheren Belastungen ausgesetzt sind. Beim Sport kommt es häufiger vor, dass man mal stolpert oder sich auf anderem Wege verletzt.

Das führt zu brüchigen Fußnägeln oder anderen Kleinstverletzungen an Zehen und Fuß. Und genau das sind, wie wir bereits wissen, ideale Türöffner für eine Nagelpilzinfektion.

Falsches Schuhwerk bietet ebenfalls ein erhöhtes Risiko, an Nagelpilz zu erkranken. Vor allem bei Fehlstellungen des Fußes wie Senk- oder Spreizfuß ist die Gefahr groß, dass der Schuh an irgendeiner Stelle reibt oder drückt.

Das führt zu Verletzungen an der Hautoberfläche. Daher sollten Sie besonders bei Fußfehlstellungen darauf achten, spezielle Einlagen zu tragen. Dadurch können Sie das Nagelpilz-Risiko deutlich senken.

Sollte es dennoch zu einer Nagelpilzinfektion kommen, dann ist schnelles Einschreiten gefragt. Den Nagelpilz behandeln können Sie zum Beispiel mit der Anwendung von medizinischem Nagellack wie Ciclopoli oder Loceryl gegen Nagelpilz. Die beiden Präparate gegen Nagelpilz sind in unserem Shop in unterschiedlichen Packungsgrößen erhältlich:

Mangelnde oder fehlerhafte Fußpflege

Falsche Fußpflege begünstigt NagelpilzEingewachsene Nägel oder Verletzungen bei Hand- und Fußpflege sind ein großer Risikofaktor für Nagelpilz. Und das beschränkt sich nicht nur auf die Füße.

Ein großes Risiko birgt auch eine schlecht ausgeführte Maniküre oder unhygienische Bedingungen in einem Nagelstudio. Daher sollten Sie bei der Auswahl eines Studios besonders achtsam vorgehen.

Zudem sollten in Puncto Fußpflege gerade Diabetiker oder Menschen, die an den oben genannten Grunderkrankungen leiden, besonders sorgfältig bei ihrer Fußpflege sein. Eine professionelle Fußpflege kann in so einem Fall das Infektionsrisiko deutlich senken.

Verletzungen am Nagel erleichtern den Erregern das Eindringen

Nagelpilz Erreger dringen in Verletzungen im Nagel einVerletzungen am Nagel zählen zu den häufigsten Ursachen für Nagelpilz. Besonders gefährlich sind kleine, kaum sichtbare Risse im Nagel, aber auch Verletzungen der Haut am Nagelbett.

Sie bieten Pilzinfektionen eine willkommene Angriffsfläche, weil Erreger durch diese Risse und Kleinstverletzungen ungehindert in Nagel und Haut eindringen können. Dort finden sie die idealen Bedingungen, um sich schnell zu vermehren.

Hohe Ansteckungsgefahr bei Feuchtigkeit & Wärme

Wie bereits erwähnt sind Feuchtigkeit und Wärme regelrechte Brutstätten für Pilzinfektionen. Gerade in Schwimmbädern oder Sporthallen, wo täglich viele Menschen barfuß unterwegs sind, sollten Sie daher auf eine erhöhte Hygiene achten – sowohl bei der Bodenreinigung als auch bei der Körperpflege.

Besondere Beachtung sollten Sie hierbei dem Bereich zwischen Zehen und Hautfalten schenken. Gerade hier ist das Hautklima meist feucht und warm und somit die ideale Brutstätte für Faden-, Hefe- oder Schimmelpilze.

Barfuß laufen erhöht das Ansteckungsrisiko

Barfuß laufen birgt Ansteckungsrisiko mit NagelpilzUngeschützt ist die Ansteckungsgefahr am größten. Das gilt auch für Fuß- und Nagelpilz. Da beides von Mensch zu Mensch übertragen wird, ist die Gefahr nicht nur dort gegeben, wo viele fremde Menschen an einem Ort zusammenkommen.

Auch innerhalb der Familie ist das Ansteckungsrisiko erhöht. Ist ein Familienmitglied von Nagelpilz betroffen, können die Erreger unbemerkt überall hängen bleiben. Das ist besonders problematisch, wenn die Nagelpilzinfektion noch unerkannt ist.

Besonders im Bad oder in der Dusche fühlen sich die Erreger wohl. Vermeiden Sie deshalb die gemeinsame Benutzung eines Handtuchs oder derselben Badeschlappen und reinigen Sie die Nagelschere gründlich vor und nach dem Gebrauch.

Sollte ein Nagelpilz bereits diagnostiziert sein, dann verzichten Sie auch darauf, barfuß durch die Wohnung zu laufen. Diese einfachen Hygiene-Tipps können Sie und Ihre Familie effektiv vor einer Ansteckung schützen.

Ist eine Nagelpilzerkrankung ernst zu nehmen?

Nagelpilz muss behandelt werdenJa, eine Nagelpilzerkrankung ist durchaus ernst zu nehmen, denn Nagelpilz verschwindet nicht von allein. Wer an Nagelpilz erkrankt, sollte unbedingt behandelt werden.

Das sollte möglichst schnell geschehen, denn gerade im Anfangsstadium ist die Behandlung noch relativ einfach. Diese funktioniert zum Beispiel mit Produkten wie:

Unbehandelt kann der Nagelpilz, bedingt durch die Verformung und Verdickung des Nagels, auf Dauer zu erheblichen Schmerzen führen. An den Fingern kann unbehandelter Nagelpilz im Extremfall sogar die Feinmotorik beeinflussen. Und nicht zuletzt ist der Nagelpilz auch ein ästhetisches Problem.

Also handeln Sie bei Verdacht auf eine Infektion schnell und halten Sie die Therapie durch. Denn diese ist langwierig und erfordert von den Erkrankten einen langen Atem. Mehr zum Verlauf erfahren Sie in unserem Ratgeber „Nagelpilz: Symptome und Verlauf“.

Eine Nagelpilz-Therapie müssen Sie unbedingt konsequent, in der Regel über Wochen, gegebenenfalls auch über Monate hinweg durchhalten. Der Pilz ist erst dann vollständig therapiert, wenn der erkrankte Nagel komplett herausgewachsen ist.

Wissenschaftliche Quellen

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