Wenn Magensäure fälschlicherweise nach oben in die Speiseröhre fließt und dort die Schleimhaut reizt, löst dies beim Betroffenen brennende Schmerzen aus. Diese werden als Sodbrennen bezeichnet.

Diese Funktionsstörung ist meist die Folge einer ungünstigen Ernährung, kann aber auch durch die sogenannte Refluxkrankheit begründet sein. Diese hauptsächlichen und einige weitere Ursachen für Sodbrennen untersuchen wir im nachfolgenden Artikel.

Ursachen von Sodbrennen: Wenn die Magensäure am falschen Ort ist

Der Magen empfängt über die Nahrung unzählige Krankheitserreger, die unbedingt abgetötet werden müssen, bevor sie in den übrigen Organismus gelangen. Zu diesem Zweck produziert der Magen bis zu zwei Liter Magensäure, die Dank der ätzenden Wirkung eine desinfizierende Wirkung besitzt.

Gelangt diese Säure aufgrund einer Fehlfunktion des Schließmuskels wieder zurück in die Speiseröhre, befindet sie sich am falschen Ort und greift die Schleimhaut an. Ist diese Störung nur gelegentlich vorhanden und beruhigt sich wieder von selbst, ist eine medizinische Behandlung nicht vonnöten. Wenn Sodbrennen jedoch zu einem ständigen Begleiter wird, ist dies ein Anzeichen für eine ernstzunehmende Erkrankung, die es zu behandeln gilt.

Ein Festtagsschmaus: Sodbrennen nach fettigen Mahlzeiten

Fettige Mahlzeiten können Sodbrennen verursachenHauptrisikofaktoren für Sodbrennen sind fettige Mahlzeiten und ein übermäßiger Alkoholgenuss. Diese Nahrungszusammenstellung sorgt für eine Überproduktion von Magensäure.

Dadurch wird die Magenschleimhaut selbst angegriffen. Dies führt zu einer Gastritis (Magenentzündung), die sich durch Aufstoßen, Völlegefühl, Übelkeit und Schmerzen im Oberbauch äußert.

Sodbrennen bei Refluxkrankheit

Der unbeabsichtigte Rückfluss der Magensäure in die Speiseröhre wird in der Medizin als Reflux bezeichnet. Patienten, die unter der Refluxkrankheit leiden, verspüren Symptome wie Sodbrennen und Schmerzen hinter dem Brustbein, die sich im Liegen noch verstärken können.

Das Sodbrennen und den Reflux können Sie mit verschiedenen Medikamenten verhindern. Dafür eignen sich zum Beispiel Tabletten, Kautabletten oder Suspensionen.

Merkmale der Refluxkrankheit sind, neben der Überproduktion von Magensäure, ein gestörter Schließmuskel. Dieser schließt sich nach dem Schlucken und während dem Verdauungsprozess nicht mehr vollständig.

Das führt dazu, dass der säurehaltige Nahrungsbrei aus dem Magen wieder in die Speiseröhre schwappt. Dort angekommen, greift die Salzsäure aus dem Magen die Schleimhaut der Speiseröhre an, was zu einer schmerzhaften Entzündung führt.

Sodbrennen aufgrund einer Speiseröhrenentzündung

Speiseröhrenentzündung kann eine Ursache von Sodbrennen seinEin ständiger Reflux, der aufgrund eines nicht mehr funktionierenden Schließmuskels entsteht, greift die Schleimhaut der Speiseröhre an. Das führt zu einer Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis).

Diese macht sich durch die unter Sodbrennen bekannten Folgen bemerkbar. Häufig kommt es zu saurem Aufstoßen, einem brennenden Gefühl hinter dem Brustbein und unangenehmen Schluckbeschwerden.

Die durch Reflux verursachte Speiseröhrenentzündung (Refluxösophagitis) muss unbedingt medizinisch behandelt werden. Es ist notwendig, Narben und Geschwüre zu verhindern, welche zu einer Verengung der Speiseröhre führen könnten.

Sodbrennen durch einen Zwerchfellbruch

Das Zwerchfell ist neben der Lunge ein wichtiger Bestandteil der Atmung. Es trennt im Körperinneren den Bauchraum vom Brustkorb ab.

Das Zwerchfell ist eine flache Schicht aus Muskeln und Sehnen. Es sorgt für das kontinuierliche Heben und Senken, das der Lunge den Raum für das Ein- und Ausatmen verschafft.

Dabei ist das Zwerchfell jedoch keinesfalls eine undurchdringliche Muskelplatte. Es verfügt an drei Stellen über lebenswichtige Öffnungen für die Aorta, Hohlvene und Speiseröhre.

Kommt es nun zu einem Bruch des Zwerchfells, sodass der Magen durch die entstandene Bruchstelle tritt, ist der Schließmuskel nicht mehr in der Lage, seine Aufgabe zufriedenstellend auszuführen. Reflux und Sodbrennen sind die Folge.

Sodbrennen bei Achalasie oder Ösophagusvarizen

Erkrankungen der Speiseröhre können zu Sodbrennen führenAchalasie ist das medizinische Fachwort für eine Funktionsstörung des unteren Speiseröhrenschließmuskels am Eingang zum Magen. Diese Muskelschicht befindet sich rund um die Speiseröhre.

Mit seiner Beweglichkeit sorgt es für den Transport der Nahrung. Ist der Muskel erkrankt und versteift sich, führt dies zu einer Erschlaffung der Speiseröhre und Erschwerung der Nahrungsaufnahme.

Ösophagusvarizen hingegen bezeichnen Krampfadern der Speiseröhre, die ebenfalls zu einer schmerzhaften Störung des Schluckvorgangs führen. Sie machen sich vor allem im fortgeschrittenen Stadium einer Leberzirrhose bemerkbar, wenn die Venen in der Speiseröhre aufbrechen und zu Blutungen führen, die lebensbedrohlich sein können.

Diese beiden Krankheiten behindern die natürliche Funktion der Speiseröhre und sind mit Sodbrennen verbunden. Es handelt sich dabei um schwerwiegende Erkrankungen der Speiseröhre, die nur mithilfe eines Arztes behandelt werden können.

Sodbrennen bei fortgeschrittenem Diabetes

Im fortgeschrittenen Stadium von Diabetes kommt es zu einer Störung der Nervensteuerung in der Speiseröhre, sodass der Transport des Speisebreis nicht mehr richtig funktioniert und Sodbrennen verursacht wird.

Ursachen von Sodbrennen in Kombination mit Magen-Darm-Beschwerden

Magen-Darm-Beschwerden, die sich nach dem Essen mit vielfältigen Magenschmerzen wie Unwohlsein oder Völlegefühl äußern, sind oft von Sodbrennen begleitet. Welche Kombinationen von Magen-Darm-Beschwerden mit Sodbrennen existieren, wollen wir Ihnen nachfolgend erklären.

Gestörter Verdauungstrakt: Sodbrennen durch Motilitätsstörung

Verdauungsprobleme und Motilitätsstörungen sind mögliche Ursachen für SodbrennenAls Motilitätsstörung bezeichnet der Mediziner die eingeschränkte oder verlangsamte Beweglichkeit der Bauchmuskeln. Normalerweise kneten die Bauchmuskeln den Speisebrei durch und sorgen für einen kontinuierlichen Abtransport in Richtung des Verdauungstrakts.

Ist dies nicht mehr gegeben, kommt es zu einem ungesunden Stillstand, da der säuerliche Magenbrei zu lange im oberen Bereich des Magens verweilt. Eine Entzündung der Schleimhäute sowie Sodbrennen sind die möglichen Folgen. Diesen Effekt vermeiden können Sie, indem Sie Ihre Verdauung anregen und unterstützen – zum Beispiel  mit Carvomin Verdauungstropfen (50 ml).

Reizmagen und Gastritis: Sodbrennen bei Magenleiden

Magenleiden wie der Reizmagen oder die Gastritis (Entzündung der Magenschleimhaut) führen zu einer Übersäuerung des Magens. Diese kann nur schwerlich wieder abgebaut werden.

Als mögliche Symptome treten Sodbrennen, Blähungen, Völlegefühl oder Oberbauchschmerzen bis hin zu Magenblutungen auf. Zur Behandlung dieser Erkrankungen sollte unbedingt ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Sodbrennen in Verbindung mit dem Zollinger-Ellison-Syndrom

Beim Zollinger-Ellison-Syndrom handelt es sich um eine seltene Erkrankung, die auf einen Tumor in der Bauchspeicheldrüse oder im Zwölffingerdarm zurückzuführen ist. Dieses Gastrinom stört das für eine normale Verdauung nötige Auf und Ab der Produktion von Magensäure, sodass dauerhaft zu viel Magensäure produziert wird – auch wenn gar keine Nahrungsaufnahme stattgefunden hat.

Auch hier sind Symptome wie Sodbrennen oder Magengeschwüre typisch, sodass das Zollinger-Ellison-Syndrom meist erst vermutet wird, wenn die bisherige Diagnose keine Resultate erbrachte.

Ursachen von Sodbrennen sind sehr vielfältig