Tinnitus behandeln: Was hilft bei Ohrgeräuschen?

Tinnitus Behandlung

Die Tinnitus Behandlung beginnt für viele Betroffene mit einer Enttäuschung: Das eine Mittel gegen Ohrgeräusche gibt es nicht. Trotzdem bedeutet das nicht, dass du den Beschwerden hilflos ausgeliefert bist. Je nach Ursache und Dauer des Tinnitus kommen verschiedene Ansätze der Tinnitus Behandlung infrage, die den Alltag erleichtern können.

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Wissen kompakt

  • Die Tinnitus Behandlung richtet sich vor allem nach Ursache, Dauer und individueller Situation.
  • Hörtherapien, Verhaltenstherapien und Entspannungsverfahren gehören zu den wichtigsten Behandlungsansätzen.
  • Ein Medikament, das Tinnitus zuverlässig heilt, gibt es derzeit nicht.
  • Bei akutem Tinnitus sind die Chancen auf eine vollständige Rückbildung häufig besser als bei chronischem Tinnitus.
  • Je nach Ursache können sich die Ohrgeräusche zurückbilden oder mit der passenden Therapie zunehmend in den Hintergrund treten.

Was tun bei akutem Tinnitus?

Akuter Tinnitus ist durch erstmalig auftretende Ohrgeräusche definiert, die bisher nicht länger als drei Monate anhalten. Für die Behandlung des akuten Tinnitus spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, darunter die Dauer der Ohrgeräusche und ob weitere Symptome wie Hörverlust oder Schwindel auftreten.

Bis Klarheit über die Ursache besteht, kann es sinnvoll sein, die Ohren vor weiterer Lärmbelastung zu schützen und auf ausreichend Erholung zu achten. Auch Stress kann dazu beitragen, dass die Geräusche stärker in den Vordergrund treten.

Nicht jeder akute Tinnitus bleibt dauerhaft bestehen. In vielen Fällen bilden sich die Beschwerden innerhalb von Tagen oder Wochen wieder zurück.

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Welche Tinnitus-Behandlungen gibt es?

So unterschiedlich wie die Ursachen von Tinnitus sind auch die Möglichkeiten der Behandlung. Während bei manchen Menschen eine Erkrankung des Ohres im Vordergrund steht, spielen bei anderen vor allem Stress, Hörprobleme oder die langfristige Verarbeitung der Geräusche eine Rolle.

Hinter Tinnitus können unterschiedliche Mechanismen stecken. Deshalb gibt es nicht die eine Tinnitus-Behandlung, sondern verschiedene Therapieansätze, die je nach Situation eingesetzt oder miteinander kombiniert werden können.

Ärztliche Behandlung bei Tinnitus

Der erste Schritt besteht meist darin, die Ursache des Tinnitus zu finden. Denn hinter den Geräuschen im Ohr können ganz unterschiedliche Auslöser stecken, die jeweils anders behandelt werden.

Die erste Anlaufstelle ist in der Regel eine HNO-Praxis. Dort wird unter anderem das Hörvermögen, das Ohr selbst und mögliche Begleitsymptome genauer untersucht. Zum Einsatz kommen beispielsweise Hörtests, Untersuchungen des Gehörgangs und Trommelfells oder weitere Verfahren, um Veränderungen im Hörsystem besser einordnen zu können.

Diese Einordnung ist wichtig, weil Tinnitus an unterschiedlichen Stellen des Hörsystems entstehen kann. Neben Veränderungen im Innenohr können auch die Hörbahnen oder die Verarbeitung von Hörsignalen im Gehirn eine Rolle spielen.

Gerade bei neu aufgetretenem Tinnitus kann eine frühzeitige Abklärung helfen, mögliche Auslöser zu erkennen und die nächsten Schritte besser einzuordnen.

Hörtherapie bei Tinnitus

Liegt neben dem Tinnitus auch eine Hörminderung vor, können Hörgeräte ein wichtiger Bestandteil der Therapie sein. Sie machen Sprache und Umgebungsgeräusche wieder besser hörbar. Dadurch erhält das Gehirn mehr Höreindrücke von außen und die Geräusche im Ohr fallen häufig weniger auf.

Darüber hinaus kommen verschiedene Formen der Hör- und Klangtherapie zum Einsatz. Dabei werden gezielt Naturklänge, angenehme Geräusche oder spezielle Töne genutzt. Ziel ist nicht, den Tinnitus vollständig zu überdecken, sondern die Gewöhnung an die Geräusche zu unterstützen.

Eine bekannte Form der Tinnitus Therapie ist die sogenannte Tinnitus-Retraining-Therapie (TRT). Sie kombiniert häufig eine Klangtherapie mit ausführlicher Beratung. Dort lernen Menschen mit Tinnitus, die Geräusche anders einzuordnen und im Alltag zunehmend auszublenden.

Verhaltenstherapie bei Tinnitus

Wenn Tinnitus über längere Zeit besteht, kann er Schlaf, Konzentration und Wohlbefinden beeinträchtigen. In solchen Fällen wird häufig eine kognitive Verhaltenstherapie (KVT) eingesetzt.

Dabei geht es nicht darum, die Geräusche zu beseitigen. Stattdessen lernen die Teilnehmenden, ihren Umgang mit dem Tinnitus besser zu verstehen und ungünstige Denkmuster zu erkennen.

Typische Inhalte einer Verhaltenstherapie bei Tinnitus:

  • Die Aufmerksamkeit bewusst auf andere Reize zu lenken
  • Stressauslöser im Alltag zu erkennen
  • Entspannungstechniken gezielt einzusetzen
  • Belastende Gedanken rund um den Tinnitus zu hinterfragen

Ziel der Therapie ist es, den Einfluss des Tinnitus auf den Alltag zu verringern und die Lebensqualität zu verbessern.

HörtherapieVerhaltenstherapie
Setzt am Hören und der Wahrnehmung von Geräuschen anSetzt am Umgang mit dem Tinnitus an
Häufig bei zusätzlicher HörminderungHäufig bei hoher psychischer Belastung
Nutzt Hörgeräte, Klangtherapien oder TRTNutzt Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie
Ziel: Die Geräusche treten in den HintergrundZiel: Der Tinnitus belastet den Alltag weniger

Entspannungsverfahren bei Tinnitus

Ergänzend zu anderen Therapieansätzen werden bei Tinnitus häufig Entspannungsverfahren empfohlen. Sie sollen dabei helfen, Stress abzubauen und den Umgang mit den Geräuschen im Ohr zu erleichtern.

Dazu zählen unter anderem:

  • Progressive Muskelentspannung
  • Autogenes Training
  • Meditation
  • Yoga
  • Atemübungen

Viele dieser Methoden können selbstständig erlernt und regelmäßig angewendet werden. Ziel ist es, mehr innere Ruhe zu schaffen und die Aufmerksamkeit weniger stark auf den Tinnitus zu lenken.

Welche Medikamente gegen Tinnitus?

Viele Menschen hoffen auf ein Medikament, das das Pfeifen, Summen oder Rauschen im Ohr schnell verschwinden lässt. Eine Arznei, die Tinnitus zuverlässig heilt, gibt es derzeit jedoch nicht.

Dennoch können Medikamente in bestimmten Situationen eingesetzt werden. Das gilt beispielsweise dann, wenn eine Erkrankung behandelt werden muss, die mit dem Tinnitus in Zusammenhang steht. Auch Begleiterscheinungen wie Schlafstörungen oder psychische Belastungen können gegebenenfalls medikamentös behandelt werden.

Immer wieder werden pflanzliche Arzneimittel mit Ginkgo-biloba-Extrakt wie Tebonin® oder Ginkobil® im Zusammenhang mit Tinnitus genannt. Sie sollen unter anderem die Durchblutung fördern und die Funktion von Nervenzellen unterstützen.

Pflanzliche Unterstützung bei Tinnitus

Ginkobil® und Tebonin®enthält einen standardisierten Ginkgo-biloba-Spezialextrakt und wird zur unterstützenden Behandlung von Tinnitus eingesetzt.

  • Verbessert die Durchblutung im Ohr
  • Fördert die Regeneration der kleinsten Gefäße im Innenohr
  • Verkürzt die Zeitspanne bis zur Besserung der Ohrgeräusche
Ginkgo bilboa

Ob Ginkgo-Präparate die Geräusche im Ohr lindern können, wird wissenschaftlich weiterhin untersucht. Die bisherigen Ergebnisse fallen unterschiedlich aus, sodass sich keine allgemeingültige Aussage treffen lässt.

Kann bei Tinnitus Cortison helfen?

Cortison wird vor allem bei akutem Tinnitus verwendet, wenn ein Hörsturz oder andere akute Veränderungen des Hörsystems vermutet werden.

Der Wirkstoff wirkt entzündungshemmend und kann Schwellungen im Gewebe reduzieren. Dadurch soll die Funktion des Innenohres unterstützt und möglichen Schädigungen entgegengewirkt werden. Aus diesem Grund wird Cortison meist möglichst früh nach dem Auftreten der Symptome eingesetzt.

Ob eine Behandlung mit Cortison sinnvoll ist, hängt von der vermuteten Ursache und der individuellen Situation ab.

Gut zu wissen

Ein Hörsturz ist ein plötzlich auftretender Hörverlust, der meist nur ein Ohr betrifft. Oft tritt er zusammen mit Symptomen wie Ohrgeräusche Tinnitus, Druckgefühl im Ohr oder Schwindel auf.

Ist Tinnitus heilbar?

Bei akutem Tinnitus sind die Chancen auf eine vollständige Rückbildung häufig besser als bei länger bestehenden Ohrgeräuschen. Welche Aussichten bestehen, hängt von der Ursache und der Dauer des Tinnitus ab.

Das bedeutet jedoch nicht, dass chronischer Tinnitus zwangsläufig dauerhaft belastend bleibt. Mit der passenden Tinnitus Therapie gelingt es vielen Menschen, die Geräusche im Alltag deutlich weniger wahrzunehmen.

Unsicher, ob deine Ohrgeräusche ärztlich abgeklärt werden sollten?

Finde heraus, welche Ursachen hinter deinen Ohrgeräuschen stecken könnten, und erhalte eine erste Orientierung, ob eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist.

Tinnitus Symptome Anzeichen und Verlauf

Akuten Tinnitus heilen

Bei akutem Tinnitus stehen die Chancen meist gut, dass die Ohrgeräusche wieder abklingen. Das gilt insbesondere dann, wenn eine behandelbare Ursache gefunden wird und die Therapie frühzeitig beginnt.

Wird beispielsweise ein Hörsturz vermutet, kann eine Behandlung mit Cortison erwogen werden. Liegt eine Erkrankung des Ohres zugrunde, steht zunächst deren Behandlung im Vordergrund. In manchen Fällen klingen die Geräusche auch ohne spezielle Therapie innerhalb weniger Tage oder Wochen wieder ab.

Deshalb sollte neu auftretender Tinnitus ernst genommen und mögliche Auslöser zeitnah abgeklärt werden.

Chronischen Tinnitus heilen

Wer chronischen Tinnitus behandeln möchte, setzt oftmals auf eine Kombination verschiedener Therapieansätze. Dazu gehören:

  • Hörtherapien
  • Verhaltenstherapien
  • Entspannungsverfahren

Häufig werden mehrere Therapieformen miteinander kombiniert, um den bestmöglichen Effekt zu erzielen.

Gut zu wissen

Wenn es um Tinnitus-Hausmittel geht, werden im Internet zahlreiche Tipps empfohlen, von Ingwer und Knoblauch bis hin zu Kräutertees. Sogenannte „russische Hausmittel gegen Tinnitus“ setzen auf durchblutungsfördernde und entzündungshemmende Mittel wie Zwiebeln, Kamillensud oder Meerrettich-Umschläge. Wissenschaftlich belegt ist die Wirkung der meisten dieser Methoden bislang jedoch nicht.

Häufige Fragen zur Tinnitus Behandlung

Was hilft bei Tinnitus?

Meistens kommen Hörtherapien, Verhaltenstherapien und Entspannungsverfahren zum Einsatz. Bei einer Hörminderung können zudem Hörgeräte helfen. Bei akutem Tinnitus kann in bestimmten Fällen auch Cortison infrage kommen. Zusätzlich kann es sinnvoll sein, Stress zu reduzieren und die Ohren vor weiterer Lärmbelastung zu schützen.

Wird Tinnitus mit dem Alter schlimmer?

Das lässt sich nicht pauschal sagen. Da Hörminderungen im Alter häufiger auftreten, nehmen auch Tinnitus ähnliche Geräusche bei älteren Menschen zu.

Ist Sport bei Tinnitus erlaubt?

In den meisten Fällen ja. Regelmäßige Bewegung kann helfen, Stress abzubauen und das allgemeine Wohlbefinden zu fördern. Bei plötzlich auftretendem Tinnitus sollte die Ursache jedoch zunächst abgeklärt werden.

Was hilft gegen Tinnitus zu Hause?

Hilfreich können ausreichend Schlaf, bewusste Erholungsphasen und der Schutz vor Lärm sein. Viele Menschen profitieren außerdem von Entspannungsverfahren wie Meditation, Yoga oder Atemübungen.

Quellen

Geprüft durch unser pharmazeutisches Team

„Bei der Beratung ist es mir wichtig, pharmazeutisches Fachwissen verständlich zu vermitteln und individuell auf die Bedürfnisse der Menschen einzugehen.“

Katalin Záreczky ist approbierte Apothekerin und unterstütz mit ihrer Expertise das apodiscounter Ratgeber-Team.

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