Tinnitus (Ohrgeräusche)

Tinnitus: Ursachen, Symptome und Behandlung

Tinnitus macht sich oft dann bemerkbar, wenn es eigentlich ruhig sein sollte: beim Einschlafen, beim Lesen oder in stillen Momenten des Alltags. Statt Stille hören Betroffene ein Pfeifen, Summen, Rauschen oder Klingeln im Ohr. Die Ohrgeräusche können plötzlich auftreten und nach kurzer Zeit wieder verschwinden oder über Wochen, Monate und sogar Jahre bestehen bleiben. Doch was genau ist Tinnitus und welche Rolle spielen Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten? Hier erfährst du die wichtigsten Grundlagen rund um Tinnitus und welche Themen für die weitere Einordnung der Beschwerden wichtig sind.

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Wissen kompakt

  • Tinnitus kann eigenständig auftreten oder als Begleiterscheinung anderer Erkrankungen vorkommen.
  • Die Ohrgeräusche können plötzlich auftreten oder länger bestehen bleiben.
  • Fachleute unterscheiden zwischen akutem und chronischem Tinnitus.
  • Tinnitus kann verschiedene Ursachen haben.
  • Bei Hörverlust, Schwindel oder pulssynchronen Ohrgeräuschen ist ärztlicher Rat wichtig.

Was ist Tinnitus?

Tinnitus aurium, meist einfach als Tinnitus bezeichnet, beschreibt die Wahrnehmung von Geräuschen ohne äußere Schallquelle. Die Ohrgeräusche können sich dabei auf unterschiedliche Weise bemerkbar machen und etwa als Pfeifen, Summen, Brummen, Rauschen oder Klingeln wahrgenommen werden.

Diese Ohrgeräusche werden zwar im Ohr wahrgenommen, entstehen jedoch meist nicht durch ein tatsächliches Geräusch. Stattdessen werden Hörsignale verarbeitet, obwohl kein entsprechender Schall von außen vorhanden ist. Nach heutigem Kenntnisstand können Veränderungen im Innenohr, den Hörbahnen und den Hörzentren des Gehirns an der Entstehung von Tinnitus beteiligt sein.

Tinnitus kann eigenständig auftreten oder im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen und Auslösern entstehen. Wie stark die Beschwerden wahrgenommen werden, ist individuell. Während manche Menschen die Ohrgeräusche nur gelegentlich bemerken, können sie andere dauerhaft begleiten und im Alltag belasten.

Gut zu wissen

Weltweit leben Schätzungen zufolge mehr als 740 Millionen Erwachsene mit Tinnitus. Zu diesem Ergebnis kommt eine in der Fachzeitschrift JAMA Neurology veröffentlichte Meta-Analyse, für die Daten aus 113 Studien ausgewertet wurden. Das entspricht etwa jeder siebten erwachsenen Person weltweit.

Akuter Tinnitus und chronischer Tinnitus

Je nachdem, wie lange die Beschwerden bestehen, wird zwischen akutem und chronischem Tinnitus unterschieden. Diese Einteilung hilft Ärztinnen und Ärzten dabei, die Beschwerden besser einzuordnen und geeignete Behandlungsmöglichkeiten auszuwählen.

Von einem akuten Tinnitus spricht man, wenn die Ohrgeräusche erst seit kurzer Zeit bestehen. Häufig treten sie plötzlich auf, beispielsweise nach einer starken Lärmbelastung, einer Infektion oder in besonders stressreichen Phasen. In vielen Fällen klingen die Symptome innerhalb einiger Tagen oder Wochen von selbst wieder ab.

Bestehen die Ohrgeräusche über einen längeren Zeitraum hinweg, wird von einem chronischen Tinnitus gesprochen. Als wichtige Orientierung gilt dabei oft eine Dauer von mehr als drei Monaten. Je länger die Beschwerden bestehen, desto stärker können sich die Ohrgeräusche im zentralen Nervensystem verfestigen. Dadurch werden sie häufig dauerhaft wahrgenommen.

Auch bei chronischem Tinnitus kann sich die Belastung im Verlauf verändern. Viele Betroffene entwickeln Strategien, um die Wahrnehmung im Alltag weniger in den Vordergrund treten zu lassen. Welche Maßnahmen dabei helfen können, hängt unter anderem von der Ursache und der individuellen Situation ab.

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Subjektiver Tinnitus und objektiver Tinnitus

Tinnitus lässt sich außerdem in subjektiven und objektiven Tinnitus einteilen. Der subjektive Tinnitus ist die häufigste Form. Die Ohrgeräusche werden ausschließlich von der betroffenen Person wahrgenommen und können von außen nicht gehört werden.

Beim objektiven Tinnitus liegt dagegen eine tatsächliche Schallquelle im Körper vor, beispielsweise durch Gefäßveränderungen oder Muskelbewegungen im Bereich des Ohres. Diese Geräusche können in manchen Fällen auch ärztlich festgestellt werden.

Welche Symptome treten bei Tinnitus auf ?

Das typische Symptom eines Tinnitus sind Geräuschwahrnehmungen ohne erkennbare äußere Schallquelle. Sie können sich unter anderem als Pfeifen, Klingeln, Summen, Rauschen, Brummen oder Zischen äußern.

Die Ohrgeräusche können unterschiedlich laut sein, auf einem oder beiden Ohren auftreten und dauerhaft oder nur zeitweise wahrgenommen werden.

Welche Ursachen kann Tinnitus haben?

Tinnitus kann unterschiedliche Ursachen haben. In vielen Fällen lässt sich kein einzelner Auslöser eindeutig bestimmen. Stattdessen können verschiedene Faktoren zusammenwirken und die Entstehung von Ohrgeräuschen begünstigen.

Mögliche Gründe dafür reichen von vorübergehenden Belastungen des Hörsystems bis hin zu Erkrankungen des Ohres oder anderen gesundheitlichen Faktoren. Auch äußere Einflüsse können eine Rolle spielen.

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Was hilft bei Tinnitus?

Welche Maßnahmen bei Tinnitus sinnvoll sind, hängt unter anderem von der Ursache, der Dauer der Beschwerden und der individuellen Belastung ab. Eine Behandlung, die bei allen Betroffenen gleichermaßen wirkt, gibt es nicht.

Während bei akutem Tinnitus zunächst mögliche Auslöser abgeklärt werden, steht bei länger anhaltenden Beschwerden häufig der Umgang mit den Symptomen im Vordergrund. Ziel ist es, die individuelle Belastung zu reduzieren und die Lebensqualität zu verbessern.

Welche Möglichkeiten es gibt, den Umgang mit Tinnitus zu erleichtern, und welche Ansätze heute zum Einsatz kommen, thematisiert der Artikel zur Behandlung von Tinnitus näher.

Wann sollte Tinnitus ärztlich abgeklärt werden?

Nicht jeder Tinnitus ist ein Notfall. Werden die Geräusche nur kurzzeitig wahrgenommen, klingen sie meist von selbst wieder ab. Halten die Symptome jedoch an oder kommen weitere Beschwerden hinzu, sollte eine ärztliche Untersuchung erfolgen.

Besonders wichtig ist eine zeitnahe Abklärung, wenn der Tinnitus plötzlich beginnt oder mit folgenden Anzeichen einhergeht:

  • Plötzlicher Hörverlust
  • Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen
  • Pulssynchrone Ohrgeräusche

Gut zu wissen

Pulssynchrone Ohrgeräusche sind Ohrgeräusche, die im gleichen Rhythmus wie der eigene Herzschlag auftreten. Sie werden meist als pulsierendes, pochendes oder rauschendes Geräusch in einem oder beiden Ohren wahrgenommen.

In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, die Ursache möglichst frühzeitig ärztlich abklären zu lassen.

Auch wenn die Beschwerden den Schlaf, die Konzentration oder den Alltag dauerhaft beeinträchtigen, kann eine ärztliche Beratung helfen, mögliche Auslöser zu erkennen und geeignete Maßnahmen einzuleiten.

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Wann mit Tinnitus zum Arzt?

Finde heraus, ob deine Ohrgeräusche medizinisch abgeklärt werden sollten.

Dieses Tool dient der Orientierung und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.

Häufige Fragen zu Tinnitus

Warum höre ich meinen Tinnitus vor allem beim Einschlafen?

Beim Einschlafen werden Umgebungsgeräusche zunehmend ausgeblendet und die Aufmerksamkeit richtet sich stärker auf innere Wahrnehmungen. Dadurch treten Ohrgeräusche oft deutlicher in den Vordergrund.

Kann Schlafmangel Tinnitus beeinflussen?

Ja. Viele Betroffene berichten, dass sie ihren Tinnitus nach schlechtem oder zu wenig Schlaf stärker wahrnehmen. Umgekehrt können die Ohrgeräusche selbst den Schlaf beeinträchtigen und so einen belastenden Kreislauf begünstigen.

Können Kopfhörer Tinnitus verschlimmern?

Nicht grundsätzlich. Werden Musik oder andere Inhalte jedoch über längere Zeit mit hoher Lautstärke gehört, kann dies das Hörsystem belasten und bestehende Beschwerden verstärken. Bei In-Ear-Kopfhörern können außerdem Hygiene und Tragedauer eine Rolle spielen, da Wärme, Feuchtigkeit oder Keime den Gehörgang reizen können.

Kann Ohrenschmalz Tinnitus verursachen?

Ja, in einigen Fällen kann ein Ohrenschmalzpfropf die Hörwahrnehmung beeinträchtigen und mit Ohrgeräuschen in Verbindung stehen. Allerdings ist Ohrenschmalz nur eine von vielen möglichen Ursachen für Tinnitus und nicht bei allen Betroffenen der Auslöser der Beschwerden.

Quellen

Geprüft durch unser pharmazeutisches Team

„Bei der Beratung ist es mir wichtig, pharmazeutisches Fachwissen verständlich zu vermitteln und individuell auf die Bedürfnisse der Menschen einzugehen.“

Katalin Záreczky ist approbierte Apothekerin und unterstütz mit ihrer Expertise das apodiscounter Ratgeber-Team.

Wichtiger Hinweis: Unsere Artikel und Grafiken werden von unserem Expertenteam überprüft. Grundlage sind stets seriöse Quellen und ärztliche Aussagen. Die Inhalte werden in regelmäßigen Abständen aktualisiert und dienen weder der Selbstdiagnose noch ersetzen sie einen Arztbesuch.