Verhütungspflaster: Anwendung, Wirkung, Kosten

Verhütungspflaster aufkleben

Das Verhütungspflaster ist eine hormonelle Methode zur Empfängnisverhütung. Es wird auf die Haut geklebt und gibt kontinuierlich Hormone ab. Für viele Frauen ist das Verhütungspflaster eine Alternative zur Antibabypille, da es nur einmal wöchentlich gewechselt werden muss. Erfahre, wie das Verhütungspflaster funktioniert, was es kostet und worauf du bei der Anwendung achten solltest.

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Wissen kompakt

  • Das Verhütungspflaster ist ein rezeptpflichtiges Arzneimittel zur Schwangerschaftsverhütung.
  • Es gibt weibliche Geschlechtshormone über die Haut in den Blutkreislauf ab.
  • Mögliche Nebenwirkungen sind zum Beispiel Hautreaktionen, Kopfschmerzen oder Übelkeit.
  • Ein Verhütungspflaster schützt nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen.

Was ist ein Verhütungspflaster?

Das Verhütungspflaster, auch Hormonpflaster genannt, ist ein verschreibungspflichtiges, hormonelles Verhütungsmittel. Es ist etwa 4,5 x 4,5 cm groß, meist beigefarben und wird – ähnlich wie ein normales Pflaster – direkt auf die Haut geklebt. Von dort aus gibt es kontinuierlich die Hormone Östrogen und Gestagen in die Blutbahn ab.

Gut zu wissen

Die Begriffe Verhütungspflaster, Hormonpflaster und transdermales Pflaster werden oft synonym verwendet. Im Folgenden findest du die Unterschiede kurz erklärt.

Was ist ein Hormonpflaster?

Ein Hormonpflaster ist ein allgemeiner Begriff für Pflaster, die Hormone über die Haut freisetzen. Neben der Verhütung kommen Hormonpflaster auch in anderen Bereichen zum Einsatz, zum Beispiel bei der Hormonersatztherapie (HRT) in den Wechseljahren. Der Begriff ist also nicht auf die Empfängnisverhütung beschränkt.

Was ist ein transdermales Pflaster?

Transdermale Pflaster sind alle Pflaster, die Wirkstoffe über die Haut in den Körper abgeben. Dazu können Hormone gehören, aber auch andere Wirkstoffe, beispielsweise gegen Schmerzen. Hormonpflaster – und damit auch Verhütungspflaster – zählen zu den transdermalen Pflastern.

Beispiele für transdermale Pflaster:

  • Nikotinpflaster zur Rauchentwöhnung
  • Fentanyl-Pflaster zur Schmerztherapie
  • Hormonpflaster zur Verhütung
  • HRT-Pflaster in den Wechseljahren
  • Pflaster mit Scopolamin gegen Reiseübelkeit

Wärmepflaster zählen nicht zu den transdermalen Pflastern. Sie wirken lokal und führen nicht zu einer systemischen Aufnahme von Wirkstoffen in den Körper. Man unterscheidet dabei zwei Arten: Klassische Wärmepflaster erzeugen ihre Wirkung durch eine chemische Reaktion im Pflaster und geben keine Wirkstoffe ab. Wärmepflaster mit Wirkstoffen (z. B. Capsaicin) geben diese zwar über die Haut ab, wirken jedoch ebenfalls nur lokal im Gewebe und nicht im ganzen Körper.

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Was kostet das Verhütungspflaster?

Der Preis für ein Verhütungspflaster hängt vom Präparat und der Packungsgröße ab. In Deutschland ist seit 2003 das Evra® Verhütungspflaster erhältlich. Kurzzeitig gab es ein niedrig dosiertes Verhütungspflaster namens Lisvy®, dieses ist aber seit länger Zeit nicht mehr erhältlich.

Verhütungspflaster: Preis-Übersicht

PräparatPackungsgrößePreis pro PackungPreis pro Monat
Evra® Pflaster3 Stück (1 Monat)24,54 €24,54 €
Evra® Pflaster9 Stück (3 Monate)49,66 €ca. 16,55 €
Stand April 2026

Gut zu wissen

Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten für hormonelle Verhütungsmittel bis zum 22. Geburtstag. Es fällt lediglich die gesetzliche Zuzahlung an. Nach Vollendung des 22. Lebensjahres müssen die Kosten meist selbst getragen werden; die Verordnung erfolgt dann auf einem Privatrezept (Selbstzahlerrezept). Ob und in welcher Höhe private Krankenversicherungen die Kosten für das Verhütungspflaster erstatten, hängt vom jeweiligen Tarif ab.

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Hinweis: Da das Verhütungspflaster verschreibungspflichtig ist, ist vor der ersten Anwendung eine ärztliche Untersuchung erforderlich. Wenn du bereits mit einem Hormonpflaster verhütest, kannst du dein Folgerezept ganz einfach online anfragen.

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Wie wirkt das Verhütungspflaster?

Das Verhütungspflaster setzt kontinuierlich geringe Mengen an Östrogenen und Gestagenen frei, die über die Haut in den Blutkreislauf aufgenommen werden. Diese beeinflussen den natürlichen Menstruationszyklus auf mehreren Ebenen:

  • Der Eisprung wird unterdrückt, sodass für gewöhnlich keine Eizelle heranreifen oder freigesetzt werden kann.
  • Der Schleim im Gebärmutterhals wird zäher, wodurch Spermien nur schwer in die Gebärmutter gelangen können.
  • Die Gebärmutterschleimhaut verändert sich, sodass sich eine befruchtete Eizelle schlechter einnisten kann.

Gut zu wissen

Anders als bei der Antibabypille müssen die Hormone des Pflasters nicht erst über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen werden, sondern gelangen über die Haut direkt in den Blutkreislauf. Dadurch bleibt die empfängnisverhütende Wirkung des Verhütungspflasters für gewöhnlich auch bei Magen-Darm-Beschwerden wie Erbrechen oder Durchfall erhalten.

Bei korrekter Anwendung erreicht das Verhütungspflaster einen Pearl-Index von 0,3. Es ist also in der Theorie in etwa genauso zuverlässig, wie die Antibabypille.

Hat das Verhütungspflaster Nebenwirkungen?

Ja, das Verhütungspflaster kann, wie jedes hormonelle Verhütungsmittel, Nebenwirkungen verursachen. Dazu gehören:

  • Hautreaktionen an der Klebestelle
  • Kopfschmerzen
  • Spannungsgefühl in der Brust
  • Übelkeit

Wichtig: Kombinierte hormonelle Verhütungsmittel können das Risiko für Blutgerinnsel in den Venen (venöse Thromboembolien) leicht erhöhen. Schätzungsweise entwickeln 8 bis 12 von 10.000 Anwenderinnen innerhalb eines Jahres ein solches Ereignis, abhängig vom enthaltenen Wirkstoff.

Insgesamt treten Thrombosen unter hormoneller Verhütung dennoch selten auf, insbesondere bei jungen, gesunden Frauen, die nicht rauchen. Zum Vergleich: Im Wochenbett, also in der Zeit unmittelbar nach der Geburt, sind etwa 40 bis 60 von 10.000 Frauen von einem Blutgerinnsel in den Venen betroffen.

Gibt es Wechselwirkungen beim Verhütungspflaster?

Einige Wirkstoffe können die Wirkung hormoneller Verhütungsmittel beeinträchtigen, zum Beispiel bestimmte Epilepsie- oder HIV-Medikamente sowie pflanzliche Präparate mit Johanniskraut. Wenn du regelmäßig andere Medikamente oder pflanzliche Mittel einnimmst, lass dich ärztlich oder in der Apotheke zu möglichen Wechselwirkungen beraten.

Du hast Fragen zu Medikamenten, Wechselwirkungen oder zur richtigen Anwendung von Arzneimitteln? 

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Wie wird das Verhütungspflaster angewendet?

Das Verhütungspflaster wird über drei Wochen hinweg wöchentlich gewechselt. Anschließend folgt eine pflasterfreie Woche, in der meist eine Abbruchblutung eintritt.

Nach der pflasterfreien Woche wird an dem Wochentag, an dem du mit dem ersten Pflaster begonnen hast, ein neues Pflaster aufgeklebt. Damit beginnt der 4-Wochen-Rhythmus erneut.

WocheZeitpunkt / TagMaßnahmeDauer
11. Zyklustag (bei erster Anwendung)Erstes Pflaster aufkleben7 Tage
2Gleicher Wochentag wie beim ersten PflasterPflaster wechseln7 Tage
3Gleicher Wochentag wie beim ersten PflasterPflaster wechseln7 Tage
4Gleicher Wochentag wie beim ersten PflasterPflaster entfernen (pflasterfreie Woche)7 Tage

Wo wird das Verhütungspflaster aufgeklebt?

Das Verhütungspflaster sollte auf eine saubere, trockene und möglichst unbehaarte Hautstelle geklebt werden.

Geeignete Hautstellen für das Verhütungspflaster:

  • Bauch
  • Gesäß
  • Außenseite des Oberarms
  • Oberkörper (nicht auf die Brust)
  • Rücken

Ungeeignete Hautstellen für das Verhütungspflaster:

  • Gereizte oder verletzte Haut
  • Stark behaarte Stellen
  • Bereiche mit starker Reibung durch Kleidung (z. B. Bund oder Taille)

Typische Anwendungsfehler bei Nutzung eines Verhütungspflasters:

  • Verspäteter Wechsel
  • Unzureichendes Haften (Pflaster löst sich teilweise oder vollständig)
  • Falsche Platzierung

Wichtig: Wenn sich das Pflaster löst oder der Pflasterwechsel vergessen wird, kann der Empfängnisschutz eingeschränkt sein. Das weitere Vorgehen hängt vom jeweiligen Präparat und vom Zeitpunkt im Zyklus ab. Befindest du dich beispielsweise in der ersten Anwendungswoche oder hast das Pflaster über einen längeren Zeitraum nicht getragen, kann eine zusätzliche Verhütung mit Kondomen erforderlich sein. Bitte beachte die entsprechenden Hinweise in der Packungsbeilage oder lass dich im Zweifel ärztlich beraten.

Verhütungspflaster: Vorteile & Nachteile

Vorteile des Verhütungspflasters:

  • Keine tägliche Anwendung nötig
  • Gleichmäßige Hormonabgabe
  • Verhütungsschutz unabhängig von Magen-Darm-Problemen

Nachteile des Verhütungspflasters:

  • Sichtbar auf der Haut
  • Hautreizungen möglich
  • Kein Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen (STI)

Hormonelle Verhütungsmethoden im Vergleich

AspektVerhütungspflasterAntibabypilleVerhütungsring
Anwendungwöchentlichtäglichmonatlich
Anwendungsfehlerseltenerhäufiger möglich (tägliche Einnahme)seltener
Hormonaufnahmeüber die Hautüber den Magen-Darm-Traktüber die Vaginalschleimhaut
Sichtbarkeitsichtbarnicht sichtbarnicht sichtbar
Schutz vor STIneinneinnein

Gut zu wissen

Wenn du ein Verhütungspflaster nutzt, kannst du zusätzlich mit Kondomen oder Femidomen verhüten. Sie können das Risiko für eine Ansteckung mit sexuell übertragbaren Krankheiten (STI) deutlich reduzieren.

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Häufige Fragen zum Verhütungspflaster


Wie groß ist ein Verhütungspflaster?

Die meisten Pflaster sind etwa 4,5 x 4,5 cm groß. Sie sind so konzipiert, dass sie im Alltag möglichst wenig auffallen.

Kann man mit Verhütungspflaster duschen?

Ja, ein Verhütungspflaster ist wasserfest. Duschen, Baden und Sport sind möglich, solange es auf der Haut gut haftet.

Wie schnell wirkt ein Verhütungspflaster bei der ersten Anwendung?

Wird das Verhütungspflaster am ersten Tag des Zyklus aufgeklebt, besteht sofort ein Verhütungsschutz. Bei einem späteren Beginn sollte in den ersten sieben Tagen zusätzlich verhütet werden. Genauere Hinweise findest du in der Packungsbeilage.

Wie oft Verhütungspflaster wechseln?

Das Pflaster wird einmal pro Woche gewechselt, insgesamt drei Wochen hintereinander. Anschließend folgt eine pflasterfreie Woche, in der es zu einer Abbruchblutung kommen kann.

Wissenschaftlich geprüft

Dr. Maja Sukalo

„Meine Leidenschaft ist es, komplexe wissenschaftliche Themen so aufzuarbeiten, dass sie auch Laien zugänglich werden.“

Dr. Maja Sukalo leitet bei apodiscounter den Bereich Content und verantwortet gemeinsam mit ihrem Team die wissenschaftlich-pharmazeutischen Beiträge für der Ratgeber.

Wichtiger Hinweis: Unsere Artikel und Grafiken werden von unserem Expertenteam überprüft. Grundlage sind stets seriöse Quellen und ärztliche Aussagen. Die Inhalte werden in regelmäßigen Abständen aktualisiert und dienen weder der Selbstdiagnose noch ersetzen sie einen Arztbesuch.