Ob Frauenarzt oder Frauenärztin, Gynäkologe oder Gynäkologin, Facharzt oder Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe – es gibt viele Bezeichnungen für den medizinischen Beruf rund um die Frauengesundheit. Der Besuch in der gynäkologischen Praxis sollte für jede Frau ein fester Bestandteil der Gesundheitsvorsorge sein. Sei es zur regelmäßigen Kontrolle, bei akuten Beschwerden oder zur Familienplanung. Aber was sind eigentlich die häufigsten Gründe, einen Termin in der gynäkologischen Praxis zu machen? Wir haben die Top 10 für dich zusammengestellt, basierend auf den Daten der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (1. Quartal 2024).
Inhaltsverzeichnis öffnen
Inhaltsverzeichnis
| Rang | ICD-10 | Diagnose | Anteil in % |
|---|---|---|---|
| 1 | Z30 | Kontrazeptive Maßnahmen | 39,6 |
| 2 | N89 | Sonstige nichtentzündliche Krankheiten der Vagina | 32,0 |
| 3 | Z01 | Sonstige spezielle Untersuchungen und Abklärungen bei Personen ohne Beschwerden oder angegebene Diagnose | 27,8 |
| 4 | Z12 | Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf Neubildungen | 25,4 |
| 5 | N95 | Klimakterische Störungen | 18,8 |
| 6 | N76 | Sonstige entzündliche Krankheiten der Vagina und Vulva | 11,1 |
| 7 | N94 | Schmerz und andere Zustände im Zusammenhang mit den weiblichen Genitalorganen und dem Menstruationszyklus | 9,7 |
| 8 | N92 | Zu starke, zu häufige oder unregelmäßige Menstruation | 7,6 |
| 9 | R10 | Bauch- und Beckenschmerzen | 7,4 |
| 10 | C50 | Bösartige Neubildung der Brustdrüse [Mamma] | 5,1 |
1. Verhütung und Familienplanung
Verhütung ist der häufigste Anlass für den Frauenarztbesuch: Etwa 4 von 10 Terminen in der gynäkologischen Praxis drehen sich um dieses Thema. Ob du dich über die Antibabypille informieren möchtest oder ein entsprechendes Rezept benötigst, auf hormonfreie Alternativen wie die Kupferspirale umsteigen willst oder einen Kinderwunsch hast – dein Frauenarzt oder deine Frauenärztin ist die richtige Anlaufstelle.
Mögliche Anliegen zum Thema Verhütung:
- Erste Beratung zur Verhütung
- (Folge-)Rezepte für Verhütungsmittel (z. B. Antibabypille)
- Wechsel oder Absetzen eines Verhütungsmittels
- Einsetzen bzw. Entfernen einer Spirale
- Besprechung der Familienplanung
Kein Frauenarzt in der Nähe?
Wenn du ein Folgerezept für deine Antibabypille benötigst, aber keinen Termin in einer Arztpraxis wahrnehmen kannst, dann haben wir genau das richtige für dich:
- Kein Termin, keine Wartezeit, keine Anfahrt nötig
- Einfach, bequem und diskret
- Deine Antibabypille direkt nach Hause

2. Veränderungen oder Beschwerden in der Scheide ohne Entzündung
Brennen in der Scheide, Juckreiz oder ungewöhnlicher Ausfluss? Veränderungen im Intimbereich sind nichts, wofür du dich schämen musst – nahezu jeder dritte Besuch beim Frauenarzt bzw. bei der Frauenärztin dreht sich um sogenannte „sonstige nichtentzündliche Krankheiten der Vagina“. Auch wenn du dich unsicher fühlst: Je früher du hingehst, desto schneller kann dir geholfen werden.
Typische Beschwerden in der Scheide ohne Entzündung sind:
- Scheidentrockenheit
- Gewebeveränderungen
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
3. Vorsorgeuntersuchungen
Spätestens mit Einsetzen der ersten Regelblutung (Menarche) sollten weibliche Personen regelmäßig zur frauenärztlichen Kontrolle gehen, auch wenn keine akuten Beschwerden bestehen. Die routinemäßigen Vorsorgeuntersuchungen machen knapp 30 % der Termine in gynäkologischen Praxen aus. Sie können helfen, frühzeitig Krankheiten zu erkennen, Beschwerden abzuklären sowie die passende Verhütung oder Vorsorge für dich zu finden.
Der sogenannte Routine-Check-up umfasst z. B.:
- Beratungsgespräch
- Abtasten der Brust (abhängig von Alter der Patientin)
- Vaginaluntersuchung
- PAP-Abstrich
Gut zu wissen
Tastuntersuchungen der Brust werden für Frauen ab dem vollendeten 30. Lebensjahr einmal jährlich von der Krankenkasse übernommen. Bei konkreten Beschwerden oder einem Verdacht ist eine entsprechende Untersuchung jederzeit möglich und wird i. d. R auch von deiner Krankenkasse gezahlt. Sprich mit deiner Frauenarztpraxis, wenn du unsicher bist oder Fragen hast.
4. Krebsfrüherkennung
Vorsicht ist besser als Nachsicht. Früherkennung spielt eine große Rolle – besonders bei Brust- oder Gebärmutterhalskrebs. Deshalb solltest du auch ohne akute Beschwerden deine regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen bei deinem Frauenarzt bzw. deiner Frauenärztin wahrnehmen. Die Krebsfrüherkennung, fachlich als „spezielle Verfahren zur Untersuchung auf Neubildungen“ bezeichnet, macht etwa ein Viertel aller Frauenarzttermine aus. Viele dieser Untersuchungen werden im Rahmen der gesetzlichen Krebsfrüherkennung übernommen.
Mögliche Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung bei Frauen:
- Gebärmutterhals (PAP-Test, HPV-Test)
- Brust (Tastuntersuchung, ggf. Mammographie)
- Eierstöcke oder Gebärmutter per Ultraschall
5. Wechseljahresbeschwerden
Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen oder Schlafprobleme? In den Wechseljahren verändert sich der Hormonhaushalt – und damit auch vieles im Alltag. Dies ist, neben Pubertät und Schwangerschaft, eine einschneidende Phase im Leben einer Frau, bei der viele Fragen aufkommen. Dein Frauenarzt bzw. deine Frauenärztin wird dir gerne alle Fragen beantworten und dich durch diese Zeit begleiten. Etwa 2 von 10 Terminen bei Frauenärzt:innen drehen sich um „klimakterische Störungen“, also Beschwerden der Wechseljahre.
Dein Frauenarzt oder deine Frauenärztin kann dich in den Wechseljahren unterstützen durch:
- Hormonersatztherapie (HET)
- Pflanzliche Alternativen
- Tipps für den Alltag
Dein E-Rezept für Hormonersatztherapie einlösen
Du hast ein E-Rezept und möchtest deine Medikamente einfach nach Hause geliefert bekommen?
- Bequeme Einlösung
- Kostenloser Versand**
- Diskrete Lieferung

6. Entzündungen im Intimbereich
Scheidenpilz, bakterielle Vaginose oder Entzündungen an Vulva und Vagina – für die meisten Frauen absolute Tabuthemen. Bemerkst du jedoch entzündliche Veränderungen an oder in deiner Scheide, so solltest du umgehend einen Facharzt bzw. eine Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe oder für Haut- und Geschlechtskrankheiten aufsuchen. Denn je schneller du ärztlichen Rat einholst, desto schneller wirst du die Beschwerden wieder los.
In gynäkologischen Praxen machen diese Indikationen über 11 % der Termine aus; die Zahl der Betroffenen ist allerdings deutlich höher, da die Behandlungen der dermatologischen Praxen hier nicht erfasst sind.
Typische Symptome für Entzündungen im Intimbereich sind:
- Jucken, Brennen
- Rötungen, Schwellungen
- Veränderter Ausfluss
7. Beschwerden rund um Zyklus und Unterleib
Regelschmerzen oder andere Beschwerden, die mit dem Zyklus zusammenhängen, sind weit verbreitet – aber nicht immer „normal“. Solltest du unter starken Schmerzen leiden und dich in deiner Lebensqualität beeinträchtigt fühlen, wende dich an den Frauenarzt oder die Frauenärztin deines Vertrauens. Er oder sie kann dir mit Medikamenten oder anderen Maßnahmen helfen. Etwa 1 von 10 Frauenarztbesuchen befasst sich mit „Schmerz und andere Zustände im Zusammenhang mit den weiblichen Genitalorganen und dem Menstruationszyklus“.
Mögliche Auslöser für Zyklus- und Unterleibsbeschwerden sind:
- PMS (Prämenstruelles Syndrom)
- Endometriose
- Hormonelle Störungen
8. Unregelmäßige oder starke Regelblutung
Ist deine Periode zu stark, zu häufig oder sehr unregelmäßig? Wenn deine Menstruation dir Probleme bereitet, sollte dies medizinisch abgeklärt werden. Denn viele dieser Beschwerden lassen sich mit einer gezielten Therapie gut in den Griff bekommen. Diese Arten der Zyklusstörung umfassen 7,6 % der Diagnosen von frauenärztlichen Praxen.
Beispiele für Zyklusstörungen
- Amenorrhö: Ausbleiben der Regelblutung
- Dysmenorrhö: Schmerzhafte Menstruation
- Menorrhagie: Sehr starke und/oder lang anhaltende Blutung
- Metrorrhagie: Unregelmäßige Blutungen außerhalb des normalen Zyklus
- Polymenorrhö: Zu häufiger Zyklus (kürzer als 25 Tage)
- Oligomenorrhö: Zu seltener Zyklus (länger als 35 Tage)
- Hypomenorrhö: Sehr schwache Monatsblutung
9. Bauch- und Beckenschmerzen
Es gibt auch viele Arten von Unterleibsschmerzen, die nicht direkt mit dem weiblichen Zyklus zu tun haben. Diese Bauch- und Beckenschmerzen machen 7,4 % der Diagnosen in gynäkologischen Praxen aus. Gerade bei anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden ist eine genaue Abklärung sinnvoll.
Allgemeine Ursachen für Bauch- und Beckenschmerzen:
- Blinddarmentzündung
- Blasenentzündung
- Reizdarmsyndrom
Ursachen für Bauch- und Beckenschmerzen bei Frauen:
- Entzündungen der Eierstöcke, Eileiter oder Gebärmutter
- Endometriose
- Gutartige Wucherungen der Gebärmutter (Myome)
10. Knoten in der Brust
Etwa jeder 20. Besuch beim Frauenarzt bzw. bei der Frauenärztin dient der Abklärung „Bösartige Neubildung der Brustdrüse“, also von Brustkrebs. Zusätzlich zu den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen können du oder dein Partner bzw. deine Partnerin regelmäßig deine Brust sowie die angrenzenden Regionen abtasten. Harte Knoten oder neu aufgetretene Veränderungen solltest du umgehend medizinisch abklären lassen.
Auch wenn du vielleicht Angst vor der Diagnose Brustkrebs hast: Je früher eine Diagnose gestellt wird, desto aussichtsreicher ist die entsprechende Therapie.
Bei Verdacht auf bösartige Veränderungen der Brust folgen weitere Untersuchungen wie:
- Ultraschall
- Mammographie
- Biopsie
Gut zu wissen
Wer schon einmal schwanger war weiß, dass auch im Rahmen einer Schwangerschaft sehr viele Frauenarztbesuche anfallen. Jedoch wird eine komplikationsarme Schwangerschaft nicht als Diagnose gesehen und taucht somit nicht in der für diesen Artikel genutzten Statistik der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein auf.
Häufige Fragen zum Frauenarztbesuch
Mit Periode zum Frauenarzt?
Grundsätzlich kannst du auch während deiner Periode zum Frauenarzt bzw. zur Frauenärztin gehen; medizinisch stellt dies kein Problem dar. Wenn spezielle Untersuchungen geplant sind oder du dich dabei unwohl fühlst, ruf einfach vorher in deiner Frauenarztpraxis an und vereinbare ggf. einen neuen Termin.
Wie oft zum Frauenarzt?
Empfohlen wird eine jährliche gynäkologische Vorsorgeuntersuchung, auch wenn du keine Beschwerden hast. So können mögliche Veränderungen frühzeitig erkannt und behandelt werden. Wenn du mit der Antibabypille verhütest, musst du i. d. R. zweimal im Jahr vorstellig werden, um ein entsprechendes Rezept zu erhalten.
Wann zum Frauenarzt bei Schwangerschaft?
Sobald du einen positiven Schwangerschaftstest hast, kannst du einen Termin in deiner Frauenarztpraxis vereinbaren. Dort kann die Schwangerschaft bestätigt und der Mutterpass ausgestellt werden.
Was passiert beim Frauenarzt?
Zuerst gibt es meist ein ausführliches Gespräch über deine Anliegen. Je nach Grund können z. B. eine gynäkologische Untersuchung, ein Abstrich, eine Tastuntersuchung der Brust oder ein Ultraschall hinzukommen.
Wann zum ersten Mal zum Frauenarzt?
Den ersten Termin solltest du wahrnehmen, wenn du Fragen zur Periode, Verhütung oder zu Beschwerden im Intimbereich hast. Du kannst auch mit dem Arzt oder der Ärztin vereinbaren, dass der erste Termin nur zum Kennenlernen und ohne körperliche Untersuchung stattfindet.
Muss man beim ersten Frauenarztbesuch auf den Stuhl?
Nein, du musst nicht beim ersten Frauenarztbesuch zur Untersuchung auf den gynäkologischen Stuhl. Wenn keine dringenden medizinischen Gründe für eine solche Untersuchung vorliegen, dann kann der erste Frauenarztbesuch auch nur aus einem Kennenlerngespräch bestehen.
Quellen
- Bundesgesundheitsministerium. Krebsfrüherkennung – Frühzeitig handeln, Gesundheit schützen. https://www.bundesgesundheitsministerium.de/krebsfrueherkennung.html
- Gesund.bund.de. ICD-Code-Suche: Was steckt hinter der Diagnose? https://gesund.bund.de/icd-code-suche
- Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein. (2024). Die 100 häufigsten ICD-10-Diagnosen nach Häufigkeit in der vertragsärztlichen Versorgung 2024 (1. Quartal) [PDF]. https://www.kvno.de/fileadmin/shared/pdf/online/verordnungen/morbiditaetsstatistik/100icd_24-1.pdf
- Verbraucherzentrale. Früherkennung: Diese Vorsorgeuntersuchungen stehen Ihnen zu. https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/gesundheit-pflege/krankenversicherung/frueherkennung-diese-vorsorgeuntersuchungen-stehen-ihnen-zu-10429
Geprüft durch unser pharmazeutisches Team
![2[1] Louisa Löwe, pharmazeutische Expertin](https://www.apodiscounter.de/ratgeber/wp-content/uploads/2024/05/41-1024x1024.jpg)
„Die Pharmazie kennt keinen Stillstand – das ist es, was mich so daran fasziniert. Jeden Tag werden spannende neue Wirkstoffe und Behandlungsmöglichkeiten für Krankheiten entdeckt.“
Als Apothekerin ist es Louisa Löwe besonders wichtig, ständig up-to-date und informiert zu bleiben. Bei apodiscounter.de lässt sie ihr Wissen in die pharmazeutischen Beiträge einfließen und garantiert Kund:innen so wissenschaftlich fundierte und geprüfte Inhalte.
Wichtiger Hinweis: Unsere Artikel und Grafiken werden von unserem Expertenteam überprüft. Grundlage sind stets seriöse Quellen und ärztliche Aussagen. Die Inhalte werden in regelmäßigen Abständen aktualisiert und dienen weder der Selbstdiagnose noch ersetzen sie einen Arztbesuch.

