Leiden Sie unter Symptomen wie Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen, häufigem Harndrang bei geringer Urinmenge oder Krämpfen der Blase, könnte eine Blasenentzündung (medizinischer Fachbegriff Zystitis) die mögliche Ursache sein. Um diese, vor allem bei Frauen häufige Erkrankung genauer zu definieren, haben wir im folgenden Artikel alles Wissenswerte zur Blasenentzündung zusammengetragen.

Zur Sprache kommen dabei neben Ursachen und Behandlung auch die Prophylaxe und möglichen Arzneien zur Selbstmedikation einer akuten Infektion der Blase. Weiterführende Informationen zur Blasenentzündung beim Mann haben wir Ihnen in unserem gleichnamigen Artikel zusammengestellt.

Wann spricht man von einer Blasenentzündung?

Die Blase ist zuständig für die Aufnahme des Harns, der kontinuierlich über die beiden Harnleiter der Nieren abläuft. In der Blase wird sodann der Urin gesammelt, um die Abgabe der gesamten Harnflüssigkeit durch bewusste Steuerung des Schließmuskels zu ermöglichen. Bei einer Entzündung der Blase und der dazugehörigen Harnleiter ist der natürliche Vorgang des Wasserlassens gestört.

Wie fühlt sich eine Blasenentzündung an?

Eine Blasenentzündung äußert sich durch Schmerzen im UnterleibEine Blasenentzündung, von der vorwiegend Frauen betroffen sind, ist eine Erkrankung, die sich durch Schmerzen im Unterleib und beim Wasserlassen äußert. Zudem erhöht sich die Harnproduktion der Harnblase, um die Bakterien wieder auszuspülen – ständiger Harndrang bei geringer Urinmenge ist die Folge.

Fieber tritt jedoch erst bei einer Infektion der oberen Harnwege auf. In diesem fortgeschrittenen Fall sollten Sie sich unverzüglich zu einem Arzt begeben, um eine Ausbreitung der Blasenentzündung bis in die Nieren zu vermeiden.

Wie lange dauert eine Blasenentzündung?

Für eine gewöhnliche Blasenentzündung, die sogenannte unkomplizierte Zystitis, die durch eine bakterielle Verunreinigung verursacht wurde, rechnen Fachärzte mit einer Dauer von 1–3 Tagen bei einer antibiotischen Therapie. Andere Formen können jedoch eine längere Behandlungszeit erfordern.

Ist eine Blasenentzündung ansteckend?

Eine Blasenentzündung kann ansteckend seinBlasenentzündungen verfügen über ein geringes Ansteckungspotential anhand einer Schmierinfektion. Dabei nimmt die Übertragung der Keime einen indirekten Weg über die Hände.

Fassen die Finger verunreinigte Stellen (z. B. Wasserhähne oder Toiletten) an und berühren später den eigenen Intimbereich, kann dies zu einer Übertragung der Blasenentzündung führen. Besonders, wenn Ihr Immunsystem bereits geschwächt ist und die Erreger nicht abwehren kann.

Eine weitere Möglichkeit zur Ansteckung ist der Geschlechtsverkehr. Vorsicht geboten ist insbesondere bei Analverkehr, da dieser die Übertragung der infektiösen Auslöser erleichtert.

Diese Zystitis-Arten werden unterschieden

Blasenentzündungen werden vom Mediziner nach unterschiedlichen Kriterien klassifiziert. Es existieren folgende Zystitis-Arten:

  • Unkomplizierte Zystitis:
    Die Deutsche Gesellschaft für Urologie hat in ihrem Fachartikel „Leitlinie S3“ von 2017 die unkomplizierte Zystitis klar und deutlich definiert (Zitat): „Eine Harnwegsinfektion wird als unkompliziert eingestuft, wenn im Harntrakt keine relevanten funktionellen oder anatomischen Anomalien, keine relevanten Nierenfunktionsstörungen und keine relevanten Begleiterkrankungen/Differenzialdiagnosen vorliegen, die eine Harnwegsinfektion bzw. gravierende Komplikationen begünstigen.“

    Bei der unkomplizierten Zystitis liegt somit eine Entzündung vor, die nicht aufgrund eines anatomischen Defekts der Harnblase oder des Harnleiters verursacht wurde, sondern durch einen bakteriellen Erreger ausgelöst wird. Dieser ist mit einer antibiotischen Therapie relativ unkompliziert zu bekämpfen.

  • Komplizierte Zystitis:
    Von der komplizierten Zystitis spricht man, wenn neben anatomischen Funktionsstörungen des Harntraktes auch weitere Begleiterkrankungen (wie z. B. eine eingeschränkte Nierenfunktion, Immunschwäche oder eine Erkrankung an Diabetes mellitus) vorliegen. Diese Komplikationen äußern sich in zusätzlichen Symptomen wie Blut im Urin oder Fieber und erschweren die Behandlung. Um die geeignete Therapiemethode abzuklären, ist deshalb eine umfassende Diagnose beim Arzt nötig.

  • Chronische Zystitis:
    Diese Sonderform tritt nur bei Frauen auf. Während der Menopause der Frau verändert sich aufgrund des gesunkenen Östrogenspiegels die vaginale Schleimhaut. Die Scheide wird dadurch anfälliger für bakterielle Keime, sodass ältere Frauen häufiger über eine Blasenentzündung klagen.

Während es sich bei den ersten zwei Arten um heilbare Krankheiten handelt, ist die chronische Zystitis (auch Interstitielle Zystitis genannt) eine seltene, nicht heilbare Erkrankung. Sie wird nicht aufgrund einer bakteriellen Entzündung ausgelöst.

Betroffene der chronischen Zystitis leiden zwar unter denselben Symptomen wie die einer normalen Blasenentzündung, sie lässt sich jedoch nicht mit Antibiotika bekämpfen. Es liegt eine Erkrankung der Harnblase vorliegt, deren Ursprung noch nicht umfassend geklärt ist.

Wer ist häufig von einer Blasenentzündung betroffen?

An einer Zystitis kann jeder Mensch erkranken. Jedoch gibt es Personengruppen, die besonders häufig betroffen sind. Die Möglichkeit, an einer Blasenentzündung zu erkranken, wird durch folgende Faktoren beeinflusst:

  • weibliches Geschlecht

  • häufiger Sexualverkehr

  • Verhütung mittels Diaphragma oder Spermizid-Cremes

  • Schwangerschaft

  • Wechseljahre (Menopause)

  • geschwächtes Immunsystem

  • Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus

Darum sind Frauen häufig von einer Blasenentzündung betroffen

Frauen haben eine kürzere Harnröhre und sind daher häufiger von der Blasenentzündung betroffenFrauen sind aufgrund ihrer Anatomie ein häufiges Opfer der Blasenentzündung. Im Vergleich zum Mann verfügen sie über eine deutlich kürzere Harnröhre, was das Eindringen von Bakterien in die Harnblase begünstigt.

Als nachteilig erweist sich ebenfalls der Umstand, dass sich Anal- und Genitalregion nah beieinander befinden. So kommt es leicht zu bakteriellen Verunreinigungen beim Geschlechtsverkehr. Gerade wenn der Sexualpartner neu ist, klagen viele Frauen über eine Blasenentzündung. Hierbei spricht man häufig von einer sogenannten “Honeymoon-Zystitis”.

Welche Risikofaktoren begünstigen zusätzlich eine Blasenentzündung?

Bei der Blasenentzündung handelt es sich um eine bakterielle Infektion. Somit sind alle Personen, die unter einem geschwächten Immunsystem leiden, bei der Abwehr der infektiösen Erreger benachteiligt.

Zu dieser Risikogruppe gehören auch Patienten, die an einer Stoffwechselkrankheit wie Diabetes mellitus leiden. Ebenfalls benachteiligt sind Personen, deren Harn aufgrund einer Operation mit einem Katheter abgeführt werden muss. Blasenentzündungen sind hier eine häufige Begleiterscheinung.

Was sind die Ursachen einer Blasenentzündung?

Die Ursache für Blasenentzündung ist die Reaktion des Körpers auf ErregerBei einer Entzündung handelt es sich per definitionem um eine körpereigene Reaktion auf schädliche Reize. Sie äußert sich klassischerweise durch die Entzündungszeichen “Rötung, Schwellung, Überwärmung, Schmerz und funktionelle Einschränkung“.

Die Blase – gereizt durch gewisse äußere Umstände und aufgrund der funktionellen Einschränkung – reagiert mit Schmerzen und häufigem Wasserlassen bei geringer Urinmenge. Welche Ursachen zu dieser Reizung führen, untersuchen wir nachfolgend genauer.

Bakterien als Auslöser einer Blasenentzündung

Die weitaus häufigsten Auslöser einer Blasenentzündung sind Bakterien aus der Darmflora. Diese siedeln sich gerne im feuchten Intimbereich an, wo sie über die Harnröhre den Weg zur Harnblase finden. Dort angekommen, lösen sie schließlich eine Entzündung aus, die sich schmerzlich bemerkbar macht.

Darum begünstigt die weibliche Anatomie die Entstehung einer Blasenentzündung

Die Anatomie der Frau begünstigt die BlasenentzündungDer Mann ist durch seine geschlechtliche Identität aus externem Penis und langer Harnröhre (20 cm) anatomisch bereits gut gegen Eindringlinge geschützt. Die in der Nähe des Anus liegende Vagina bietet hingegen eine günstige Angriffsfläche für die widerspenstigen Bakterien.

In geraumer Zeit finden sie den Weg über die kurze Harnröhre (4 cm) aufwärts in die Harnblase. Dort verbreiten sie sich schnell und verursachen eine schmerzhafte Entzündung.

Blasenentzündung während der Schwangerschaft

Die hormonelle Umstellung während der Schwangerschaft beeinflusst die Elastizität der Harnröhre. Sie wird elastischer und dehnt sich aus, was den Zugang für die bakteriellen Erreger vereinfacht.

Selbst die Zusammensetzung des Urins verändert sich bei schwangeren Frauen. So werden weitere Bakterien angezogen, die sich ebenfalls ihren Weg über die Harnröhre in die Harnblase bahnen wollen.

Häufiger Geschlechtsverkehr als Verursacher einer Blasenentzündung bei Frauen

Sie sind frisch verliebt? Während des Geschlechtsverkehrs kann es zu einem regen bakteriellen Austausch im Intimbereich kommen, auf den Ihr Immunsystem (vor allem bei einem neuen Partner) noch nicht vorbereitet ist.

Die unter dem Decknamen bekannte Honeymoon- oder Urlaubszystitis ist die Folge. Neben dem schmerzverzerrtem Gesicht beim Wasserlassen zaubert sie wohl aber auch ein Lächeln auf Ihre Wangen.

Entstehung einer Blasenentzündung durch Pilze, Parasiten oder Viren

Blasenentzündung kann durch Bakterien Pilze und Viren entstehenIn 80 % aller Fälle wird die Blasenentzündung durch das Darmbakterium Escherichia coli hervorgerufen. Eher selten lösen Pilze, Parasiten oder Viren die Erkrankung aus.

In diesen Fällen kann die Behandlung nicht mehr mit einem Antibiotikum erfolgen. Der Arzt muss alternative Maßnahmen (z. B. Antimykotika) ergreifen, um die Eindringlinge zu bekämpfen.

Die Einnahme bestimmter Medikamente kann eine Zystitis hervorrufen

In eher seltenen Fällen kann eine Blasenentzündung auch durch die Einnahme bestimmter Medikamente hervorgerufen werden. So besteht z. B. bei der Therapie mit Cortison die Möglichkeit, als Nebenwirkung eine Zystitis zu bekommen.

Übermäßige oder falsche Intimhygiene als Auslöser einer Blasenentzündung

Falsche Intimhygiene kann eine Ursache für Blasenentzündung seinDurch die richtige Intimhygiene kann einer Zystitis vorgebeugt werden. Achten Sie deshalb beim Stuhlgang darauf, das Abwischen des Stuhls nicht in Richtung der Vagina auszuführen, um eine Ansteckung mit Bakterien aus der Darmflora zu vermeiden.

Ebenfalls empfehlenswert ist regelmässiges Urinieren. Dies erschwert den bakteriellen Erregern den Aufstieg durch die Harnröhre in die Harnblase. Von zu häufiger Intimhygiene mit Deo-Seifen ist jedoch abzuraten, da sie den pH-Haushalt durcheinander bringen, was für die Ausbreitung von Bakterien förderlich sein kann.

Diabetes mellitus kann eine Blasenentzündung begünstigen

Diabetiker sind häufiger Opfer einer Blasenentzündung, da die hohen Blutzuckerwerte dazu führen, dass die Niere die Glucose (Traubenzucker) in den Urin abgibt. So wird der Urin für die Bakterien zu einem idealen Nährboden, in dem sich die unerwünschten Erreger besonders wohlfühlen.

Weitere Ursachen, die eine Blasenentzündung auslösen können

Wenn in der Harnröhre der Abfluss des Urins durch ein Hindernis (z. B. Harnleitersteine) erschwert wird, kommt es zu einem Harnstau. Dieser ist unter dem medizinischen Themenkomplex Obstruktive Uropathie bekannt.

Da die Bakterien im gestauten Harn nicht mehr abgeführt werden können, entfalten sie sich zügellos und lösen eine Zystitis aus. Eine weitere Ursache für die Blasenentzündung kann ein in die Harnblase gelegter Katheter sein.

Dieser Blasenkatheter wird dann eingesetzt, wenn Patienten ihre Harnblase nicht mehr selbständig entleeren können. Diese künstlich angebrachten Harnleiter sind jedoch sehr anfällig für den Befall mit Bakterien, sodass sich oft eine Zystitis entwickelt.

Welche Symptome können bei einer Blasenentzündung auftreten?

Eine Zystitis kann sich an mehreren Symptomen zeigen. Je nach Fortschreiten und Intensität der Entzündung können die Symptome stärker oder schwächer ausgeprägt sein. Typische Symptome einer Blasenentzündung bzw. Zystitis sind:

  • Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen

  • Ständiger Harndrang bei geringer Urinmenge

  • Übel riechender, trüber Urin

  • Unterleibsschmerzen

  • Blasenkrämpfe

  • Blut im Urin

  • Fieber

Brennende Schmerzen beim Wasserlassen (Algurie)

Blasenentzündung verursacht Schmerzen beim WasserlassenAls besonders typisch für eine Blasenentzündung gelten die brennenden Schmerzen beim Wasserlassen. Kommen die entzündeten Stellen der Harnröhre mit Urin in Kontakt, führt dies unweigerlich zu sehr unangenehmen, stechenden Schmerzen in der Unterleibsregion.

Die Symptome treten jedoch nicht nur bei einer Zystitis auf. Sie äußern sich auch bei einer Reihe weiterer Krankheiten.

Kann auch bei folgenden Krankheiten auftreten:

  • Kranke Prostata beim Mann (Prostata-Entzündung)

  • Blasenkrebs (verbunden mit Blut im Urin)

  • Sexuell übertragbare Krankheiten (Syphilis, Tripper, Herpes genitalis)

  • Chlamydien-Infektion

  • Blasensteine

Häufiger Harndrang, bei dem nur geringe Mengen an Urin abgegeben werden (Pollakisurie)

Blasenentzündung kann zu häufigem Harndrang führenDer häufige Harndrang ist eine Reaktion des Immunsystems auf die Entzündung in der Harnröhre oder -blase. Auf diese Weise versucht der menschliche Organismus, die bakteriellen Erreger so schnell wie möglich wieder loszuwerden.

Diesen Mechanismus können Sie unterstützen. Es ist empfehlenswert, so viel Flüssigkeit wie möglich zu sich nehmen und häufig auf die Toilette zu gehen. Als zusätzliche Hilfe können Sie Tees mit pflanzlichen Wirkstoffen einnehmen, die die Harnwege anregen und unterstützen wie den Kneipp Blasen- und Nieren-Tee (10 stk) oder die SIDROGA Brennnesselblätter (20X1.5 g).

Erschwertes Wasserlassen (Dysurie)

Ist das Wasserlassen sowohl schmerzhaft als auch nur schwer und verzögert möglich, spricht man von einer Dysurie. Wie die Algurie (brennende Schmerzen siehe oben), ist sie hauptsächlich ein Symptom der Blasenentzündung, kann aber auch bei anderen Erkrankungen auftreten:

Kann als Symptom auch bei diesen Krankheitsbildern vorkommen:

  • Erkrankte Prostata

  • Entzündung in der Blasenumgebung

  • Erkrankungen der Niere, Harnleiter, Harnröhre

  • Chemische Reizung

Schmerzen in der Blasengegend (suprapubische Schmerzen) oder den seitlichen Bauchregionen

Schmerzen der Seiten und Bauchregion deuten auf BlasenentzündungTypisch für eine Blasenentzündung sind Schmerzen in der Blasengegend oder den seitlichen Bauchregionen oberhalb des Schambeins. Sie werden vom Mediziner suprapubisch genannt.

Diese Schmerzen sind ein weiteres Indiz für eine Blasenentzündung. Besonders, wenn sie neben den Leitsymptomen (schmerzendes Wasserlassen, häufiger Harndrang und Krämpfen der Blase) auftreten.

Krampfhaftes Zusammenziehen der Blase

Krämpfe in der Harnblase und im Unterleib sind insbesondere bei älteren Personen häufige Begleiterscheinungen von Harnwegsinfektionen. Diese schmerzhaften Beschwerden treten typischerweise während oder gleich nach dem Wasserlassen auf. Aufgrund des krampfartigen Zusammenziehens der Harnblase kann es zu einer Inkontinenz kommen, in der die Kontrolle über die Abgabe des Urins verloren geht (ungewollter Harnverlust).

Allgemeines Krankheitsgefühl bis hin zu Fieber

Ähnlich einer Grippe führt die Zystitis zu einem allgemeinen Krankheitsgefühl – ein Gefühl der Schwäche macht sich breit. Oft ist nun Bettruhe angesagt, die mit viel Flüssigkeitszufuhr und der Einnahme unterstützender Medikamente kombiniert werden sollte.

Tritt Fieber bei einer Blasenentzündung auf, handelt es sich um eine fortgeschrittene oder komplizierte Zystitis. Diese sollte unbedingt von einem Arzt begutachtet werden, um größere Komplikationen zu vermeiden.

Folgende Symptome können ebenfalls Anzeichen einer Blasenentzündung sein

Neben den bereits zuvor beschriebenen Symptomen existieren weitere Beschwerden, die als Anzeichen für eine komplizierte Zystitis zu werten sind. Sollten die nachfolgenden Merkmale bei Ihnen auftauchen, suchen Sie bitte unverzüglich einen Arzt auf, um sich einer genaueren Untersuchung zu unterziehen.

Neben der Farbe des Urins ist sein Geruch ein zuverlässiger Indikator für den Gesundheitszustand. Sind abnormale Verfärbung und Geruch nicht auf eine besondere Mahlzeit zurückzuführen (z. B. nach dem Verezehr von Spargel oder Rotkohl) und dauern über mehrere Tage an, liegt der Verdacht auf Zystitis nahe.

Die bei einer Blasenentzündung involvierten Bakterien lösen mitunter einen strengen, fischigen Geruch aus, wie er bei einer Zystitis auftreten kann. Riecht der Harn jedoch nach Ammoniak und ist verfärbt, liegt eine Dehydrierung vor, die durch vermehrte Flüssigkeitsaufnahme ausgeglichen werden sollte. Eher süßlich hingegen ist der Geruch des Urins bei Diabetikern, da diese viel Blutzucker ausscheiden.

Greift die Blasenentzündung auf weitere Bereiche des Körpers wie Niere oder Prostata über, ist mit Rückenschmerzen zu rechnen. In diesem Stadium ist eine gezielte medizinische Behandlung unerlässlich, um eine schwere Erkrankung der Organe zu verhindern.

Blut im Urin tritt bei einer reinen Blasenentzündung eher selten auf. Vielmehr deutet ständig blutrot gefärbter Harn auf eine Erkrankung der Nieren hin, mit der nicht zu spaßen ist.

Blasenentzündung kann mit verschiedenen Methoden behandelt werden

So kann eine Blasenentzündung behandelt werden

Je nach Art der Blasenentzündung führen verschiedene Methoden zur Beseitigung der lästigen Symptome. Ist die Zystitis unkompliziert und zeigt nur die Hauptsymptome wie Schmerzen beim Wasserlassen, häufiger Harndrang und übel riechenden Urin, ist eine medikamentöse Therapie schon in wenigen Tagen in der Lage, die Beschwerden zu beseitigen.

Gesellen sich jedoch noch weitere Komplikationen dazu, bedarf es einer umfassenden Abklärung des Gesundheitszustands, wodurch sich die Genesung verzögern könnte. Für umfassende Informationen zu möglichen Therapieformen konsultieren Sie bitte unseren Artikel “Was hilft bei einer Blasenentzündung”.

Medikamente reichen bei einer unkomplizierten Zystitis meist aus

Unkomplizierte Zystitis wird mit Medikamenten behandeltDie unkomplizierte Zystitis ist zwar unangenehm und unter Umständen schmerzhaft, ihre Behandlung dafür umso einfacher. Da sehr viele Frauen mindestens einmal im Leben an einer Blasenentzündung erkranken, gehören Medikamente gegen Blasenentzündung zur schnellen Behandlung zum Standard-Repertoire jeder Apotheke.

Hier empfehlen wir Ihnen eine Reihe von Medikamenten ohne verschreibungspflichtige Antibiotika. Die folgenden Präparate in unserer Online Apotheke eignen sich zur Therapie der unkomplizierten Zystitis:

Die chronische Blasenentzündung

Von einer chronischen Blasenentzündung spricht man, wenn die Beschwerden alle zwei Monate wieder auftreten. Die chronische Zystitis unterscheidet sich in der Art der Symptome kaum von einer akuten Blasenentzündung, bedarf jedoch dringend der ärztlichen Betreuung, um der chronischen Krankheit entgegenzutreten.

Wie bei der akuten Zystitis klagen Betroffene über Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen bei einer nur gering gefüllten Blase, obwohl der Harndrang sehr stark ist. Als Begleiterscheinungen sind krampfhafte Schmerzen im Unterbauch oder zwischen den Beinen möglich, aber auch Blut im Urin ist in seltenen Fällen möglich.

Solange sich die Blasenentzündung nicht auf weitere Organe ausdehnt, um zusätzlichen Schaden zu verrichten (z. B. Nierenbeckenentzündung), ist die chronische Zystitis nicht gefährlich. Zur weiteren Behandlung ist jedoch ein Arzt beizuziehen, der das Risiko einer allgemeinen Entzündungsreaktion des Körpers (Urosepsis) verhindern wird.

Um die Auswirkungen der chronischen Blasenentzündung zu minimieren, wird eine Erhöhung der Trinkmenge sowie die Entleerung der Blase nach dem Sexualverkehr empfohlen. Bei schwerwiegenden Beschwerden kann ein Arzt die prophylaktische Gabe von Antibiotika verordnen, um die auslösenden Bakterien dauerhaft zu bekämpfen.

Wann sollten Sie mit einer Blasenentzündung zum Arzt?

Gerade bei einer unkomplizierten Blasenentzündung ist der Gang zum Arzt nicht immer vonnöten. Nicht länger aufschieben sollten Sie den Arztbesuch jedoch, wenn Sie

  • nach 3 Tagen noch immer keine Verbesserung der Symptome spüren,

  • Fieber auftritt,

  • wiederholt an Zystitis erkranken,

  • schwanger sind,

  • an einer Immunschwäche wie Diabetes leiden,

  • ein Kind oder Mann sind.

Dem Urologen steht eine ganze Reihe von Methoden zur Verfügung, um die Blasenentzündung bis ins letzte Detail zu untersuchen. Neben dem Fieber messen gehören auch der Urin- und Bluttest sowie Ultraschall zu der Untersuchung.

Erweiterte Verfahren zur Untersuchung einer Blasenentzündung:

  • Harnröhrenabstrich

  • Kontrolle der Samen- und Prostataflüssigkeit

  • Harnstrahlmessung (Uroflowmetrie)

  • Röntgen der Harnblase und der Niere

  • Spiegelung der Harnröhre und Harnblase

  • Harnblasendruckmessung

  • Untersuchung der Nierenfunktion

  • Computertomografie

  • Kernspintomografie

Welche Folgen kann eine Blasenentzündung haben?

Wenn eine Blasenentzündung länger anhält und nicht behandelt wird, kann sie sich durch Aufsteigen der Bakterien in die Nieren zu einer Nierenbeckenentzündung mit Fieber und starkem Krankheitsgefühl entwickeln. Dies sollte unter allen Umständen verhindert werden, da der Heilungsprozess um einiges schwieriger ist als bei der Blasenentzündung, die sich mit den richtigen Medikamenten (Antibiotika gegen Bakterien oder Antimykotika gegen Pilze) leicht behandeln lässt.

Zystitis kann mit den richtigen Tipps vorgebeugt werden

7 Tipps, wie Sie einer Zystitis vorbeugen können

Weitere nützliche Informationen finden Sie auch in unserem Artikel “Was hilft bei einer Blasenentzündung?”. Zum Schluss nun noch einige wertvolle Tipps, wie Sie einer Zystitis vorbeugen können:

  • 1. Ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen:
    Trinken Sie etwa 1,5 Liter Wasser täglich.

  • 2. Blase regelmäßig entleeren:
    Die Blase sollte regelmäßig vollständig entleert werden, auch nach dem Geschlechtsverkehr.

  • 3. Passende Verhütungsmittel verwenden:
    Gewisse Verhütungsmittel (z. B. spermizide Cremes) können die Anfälligkeit auf Blasenentzündung erhöhen.

  • 4. Wischrichtung von vorne nach hinten:
    Nach dem Stuhlgang den Wischvorgang von vorne (Scheide) nach hinten (After) ausführen.

  • 5. Unterwäsche einmal täglich wechseln:
    Tragen Sie am besten frische Unterwäsche aus Baumwolle, die Sie bei mindestens 60°C waschen, um Bakterien abzutöten.

  • 6. Auf richtige Intimhygiene achten:
    Um den Genitalbereich zu waschen, verwenden Sie am besten einfach nur warmes Wasser. Seife und andere Hygieneartikel (Sprays, Lotionen, etc.) könnten die empfindliche Scheidenflora aus dem Gleichgewicht bringen.

  • 7. Unterkühlung vermeiden:
    Kälte begünstigt die Entstehung einer Zystitis. Setzen Sie sich nicht auf kalte Böden, wechseln Sie nasse Badeanzüge nach dem Baden sofort und schützen Sie den Bereich um die Lenden mit ausreichend warmer Kleidung.

Wissenschaftliche Quellen

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