Leiden Sie unter Symptomen wie Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen, häufigem Harndrang bei geringer Urinmenge oder Krämpfen der Blase, könnte eine Blasenentzündung (medizinischer Fachbegriff Zystitis) die mögliche Ursache sein. Um diese, vor allem bei Frauen häufige Erkrankung genauer zu definieren, haben wir im folgenden Artikel alles Wissenswerte zur Blasenentzündung zusammengetragen.

Zur Sprache kommen dabei neben Ursachen und Behandlung auch die Prophylaxe und möglichen Arzneien zur Selbstmedikation einer akuten Infektion der Blase. Weiterführende Informationen zur Blasenentzündung beim Mann haben wir Ihnen in unserem gleichnamigen Artikel zusammengestellt.

Wann spricht man von einer Blasenentzündung?

Die Blase ist zuständig für die Aufnahme des Harns, der kontinuierlich über die beiden Harnleiter der Nieren abläuft. In der Blase wird sodann der Urin gesammelt, um die Abgabe der gesamten Harnflüssigkeit durch bewusste Steuerung des Schließmuskels zu ermöglichen. Bei einer Entzündung der Blase und der dazugehörigen Harnleiter ist der natürliche Vorgang des Wasserlassens gestört.

Wie fühlt sich eine Blasenentzündung an?

Eine Blasenentzündung äußert sich durch Schmerzen im UnterleibEine Blasenentzündung, von der vorwiegend Frauen betroffen sind, ist eine Erkrankung, die sich durch Schmerzen im Unterleib und beim Wasserlassen äußert. Zudem erhöht sich die Harnproduktion der Harnblase, um die Bakterien wieder auszuspülen – ständiger Harndrang bei geringer Urinmenge ist die Folge.

Fieber tritt jedoch erst bei einer Infektion der oberen Harnwege auf. In diesem fortgeschrittenen Fall sollten Sie sich unverzüglich zu einem Arzt begeben, um eine Ausbreitung der Blasenentzündung bis in die Nieren zu vermeiden.

Wie lange dauert eine Blasenentzündung?

Für eine gewöhnliche Blasenentzündung, die sogenannte unkomplizierte Zystitis, die durch eine bakterielle Verunreinigung verursacht wurde, rechnen Fachärzte mit einer Dauer von 1–3 Tagen bei einer antibiotischen Therapie. Andere Formen können jedoch eine längere Behandlungszeit erfordern.

Ist eine Blasenentzündung ansteckend?

Eine Blasenentzündung kann ansteckend seinBlasenentzündungen verfügen über ein geringes Ansteckungspotential anhand einer Schmierinfektion. Dabei nimmt die Übertragung der Keime einen indirekten Weg über die Hände.

Fassen die Finger verunreinigte Stellen (z. B. Wasserhähne oder Toiletten) an und berühren später den eigenen Intimbereich, kann dies zu einer Übertragung der Blasenentzündung führen. Besonders, wenn Ihr Immunsystem bereits geschwächt ist und die Erreger nicht abwehren kann.

Eine weitere Möglichkeit zur Ansteckung ist der Geschlechtsverkehr. Vorsicht geboten ist insbesondere bei Analverkehr, da dieser die Übertragung der infektiösen Auslöser erleichtert.

Diese Zystitis-Arten werden unterschieden

Blasenentzündungen werden vom Mediziner nach unterschiedlichen Kriterien klassifiziert. Es existieren folgende Zystitis-Arten:

  • Unkomplizierte Zystitis:
    Die Deutsche Gesellschaft für Urologie hat in ihrem Fachartikel „Leitlinie S3“ von 2017 die unkomplizierte Zystitis klar und deutlich definiert (Zitat): „Eine Harnwegsinfektion wird als unkompliziert eingestuft, wenn im Harntrakt keine relevanten funktionellen oder anatomischen Anomalien, keine relevanten Nierenfunktionsstörungen und keine relevanten Begleiterkrankungen/Differenzialdiagnosen vorliegen, die eine Harnwegsinfektion bzw. gravierende Komplikationen begünstigen.“

    Bei der unkomplizierten Zystitis liegt somit eine Entzündung vor, die nicht aufgrund eines anatomischen Defekts der Harnblase oder des Harnleiters verursacht wurde, sondern durch einen bakteriellen Erreger ausgelöst wird. Dieser ist mit einer antibiotischen Therapie relativ unkompliziert zu bekämpfen.

  • Komplizierte Zystitis:
    Von der komplizierten Zystitis spricht man, wenn neben anatomischen Funktionsstörungen des Harntraktes auch weitere Begleiterkrankungen (wie z. B. eine eingeschränkte Nierenfunktion, Immunschwäche oder eine Erkrankung an Diabetes mellitus) vorliegen. Diese Komplikationen äußern sich in zusätzlichen Symptomen wie Blut im Urin oder Fieber und erschweren die Behandlung. Um die geeignete Therapiemethode abzuklären, ist deshalb eine umfassende Diagnose beim Arzt nötig.

  • Chronische Zystitis:
    Diese Sonderform tritt nur bei Frauen auf. Während der Menopause der Frau verändert sich aufgrund des gesunkenen Östrogenspiegels die vaginale Schleimhaut. Die Scheide wird dadurch anfälliger für bakterielle Keime, sodass ältere Frauen häufiger über eine Blasenentzündung klagen.

Während es sich bei den ersten zwei Arten um heilbare Krankheiten handelt, ist die chronische Zystitis (auch Interstitielle Zystitis genannt) eine seltene, nicht heilbare Erkrankung. Sie wird nicht aufgrund einer bakteriellen Entzündung ausgelöst.

Betroffene der chronischen Zystitis leiden zwar unter denselben Symptomen wie die einer normalen Blasenentzündung, sie lässt sich jedoch nicht mit Antibiotika bekämpfen. Es liegt eine Erkrankung der Harnblase vorliegt, deren Ursprung noch nicht umfassend geklärt ist.

Wer ist häufig von einer Blasenentzündung betroffen?

An einer Zystitis kann jeder Mensch erkranken. Jedoch gibt es Personengruppen, die besonders häufig betroffen sind. Die Möglichkeit, an einer Blasenentzündung zu erkranken, wird durch folgende Faktoren beeinflusst:

  • weibliches Geschlecht

  • häufiger Sexualverkehr

  • Verhütung mittels Diaphragma oder Spermizid-Cremes

  • Schwangerschaft

  • Wechseljahre (Menopause)

  • geschwächtes Immunsystem

  • Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus

Darum sind Frauen häufig von einer Blasenentzündung betroffen

Frauen haben eine kürzere Harnröhre und sind daher häufiger von der Blasenentzündung betroffenFrauen sind aufgrund ihrer Anatomie ein häufiges Opfer der Blasenentzündung. Im Vergleich zum Mann verfügen sie über eine deutlich kürzere Harnröhre, was das Eindringen von Bakterien in die Harnblase begünstigt.

Als nachteilig erweist sich ebenfalls der Umstand, dass sich Anal- und Genitalregion nah beieinander befinden. So kommt es leicht zu bakteriellen Verunreinigungen beim Geschlechtsverkehr. Gerade wenn der Sexualpartner neu ist, klagen viele Frauen über eine Blasenentzündung. Hierbei spricht man häufig von einer sogenannten “Honeymoon-Zystitis”.

Welche Risikofaktoren begünstigen zusätzlich eine Blasenentzündung?

Bei der Blasenentzündung handelt es sich um eine bakterielle Infektion. Somit sind alle Personen, die unter einem geschwächten Immunsystem leiden, bei der Abwehr der infektiösen Erreger benachteiligt.

Zu dieser Risikogruppe gehören auch Patienten, die an einer Stoffwechselkrankheit wie Diabetes mellitus leiden. Ebenfalls benachteiligt sind Personen, deren Harn aufgrund einer Operation mit einem Katheter abgeführt werden muss. Blasenentzündungen sind hier eine häufige Begleiterscheinung.

Was sind die Ursachen einer Blasenentzündung?

Die Ursache für Blasenentzündung ist die Reaktion des Körpers auf ErregerBei einer Entzündung handelt es sich per definitionem um eine körpereigene Reaktion auf schädliche Reize. Sie äußert sich klassischerweise durch die Entzündungszeichen “Rötung, Schwellung, Überwärmung, Schmerz und funktionelle Einschränkung“.

Die Blase – gereizt durch gewisse äußere Umstände und aufgrund der funktionellen Einschränkung – reagiert mit Schmerzen und häufigem Wasserlassen bei geringer Urinmenge. Welche Ursachen zu dieser Reizung führen, untersuchen wir nachfolgend genauer.