PMDS (prämenstruelle dysphorische Störung)

Frau blickt traurig ins Leere.

Die prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS) ist eine schwere Form des prämenstruellen Syndroms (PMS). Die Beschwerden treten typischerweise in der zweiten Zyklushälfte auf und können Stimmung, Verhalten und Alltag stark beeinträchtigen. Besonders psychische Veränderungen stehen im Vordergrund. Erfahre, welche PMDS-Symptome typisch sind, welche Ursachen diskutiert werden und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

Inhaltsverzeichnis öffnen

Wissen kompakt

  • PMDS steht für prämenstruelle dysphorische Störung und gilt als schwere Form von PMS.
  • Typisch sind ausgeprägte psychische Symptome wie Reizbarkeit, depressive Stimmung oder starke Stimmungsschwankungen.
  • Die Beschwerden treten meist vor der Periode auf und bessern sich nach Beginn der Menstruation.
  • Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt. Vermutet wird eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber hormonellen Schwankungen.
  • Zur PMDS-Behandlung kommen unter anderem Psychotherapie, Medikamente und unterstützende Maßnahmen infrage.

Was ist PMDS (Prämenstruelle Störung)?

PMDS (engl. PMDD = „Premenstrual Dysphoric Disorder“) ist eine chronische, zyklusabhängige Erkrankung. Sie gilt als schwere Form des prämenstruellen Syndroms (PMS) und geht vor allem mit psychischen Beschwerden einher. Betroffene Frauen erleben in der zweiten Zyklushälfte häufig starke Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, innere Unruhe oder das Gefühl, sich selbst nicht wiederzuerkennen. Mit Beginn der Periode lassen die Symptome meist nach.

PMDS ist medizinisch anerkannt und wird im DSM-5 (Klassifikationshandbuch für psychische Störungen) als eigenständige psychische Erkrankung geführt.

Schätzungen zufolge sind etwa 3 bis 8 % der menstruierenden Frauen von PMDS betroffen.

Was bedeutet dysphorisch?

Dysphorisch beschreibt einen emotionalen Zustand von tiefer Unzufriedenheit, Missmut oder Unbehagen. Es ist das genaue Gegenteil von „euphorisch“.

Welche PMDS-Symptome gibt es?

Psychische PMDS-Symptome

Zu den häufigsten psychischen PMDS-Symptomen gehören:

  • Starke Reizbarkeit
  • Depressive Verstimmung
  • Stimmungsschwankungen
  • Angstgefühle
  • Innere Unruhe
  • Konzentrationsprobleme
  • Schlafstörungen
  • Rückzug aus sozialen Kontakten
  • Gefühl von Überforderung
  • Vermindertes Interesse an alltäglichen Aktivitäten

Wichtig: Wenn du Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid hast, musst du damit nicht allein bleiben. Unterstützung findest du zum Beispiel bei deiner Hausärztin bzw. deinem Hausarzt, deiner Gynäkologin bzw. deinem Gynäkologen oder in einer psychotherapeutischen Praxis. In akuten Krisen kannst du dich auch jederzeit anonym und kostenfrei an die TelefonSeelsorge® wenden (0800 / 111 0 111, 0800 / 111 0 222 oder 116 123). In lebensbedrohlichen Situationen wähle bitte den Notruf (112).

Körperliche PMDS-Symptome

Zusätzlich können körperliche Beschwerden auftreten, zum Beispiel:

  • Brustspannen
  • Kopfschmerzen
  • Blähungen
  • Wassereinlagerungen
  • Müdigkeit
  • Unterleibsschmerzen
  • Heißhunger oder Appetitveränderungen

Im Unterschied zu PMS sind insbesondere die psychischen Beschwerden bei PMDS deutlich stärker ausgeprägt. Sie können Beziehungen, Arbeit und Alltag erheblich beeinträchtigen. Viele Betroffene berichten, dass sie sich „wie ausgewechselt“ fühlen.

Was sind die Ursachen von PMDS?

Bis heute ist nicht genau geklärt, warum manche Frauen PMDS entwickeln. Fachleute vermuten, dass Betroffene besonders empfindlich auf die hormonellen Schwankungen vor der Periode reagieren. Diese Veränderungen können bestimmte Neurotransmitter im Gehirn beeinflussen, vor allem Serotonin. Dieser Botenstoff spielt unter anderem eine wichtige Rolle für Stimmung, Antrieb und Schlaf.

Auch genetische Faktoren könnten an der Entstehung von PMDS beteiligt sein. Bekannt ist, dass PMDS häufiger gemeinsam mit anderen psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen auftritt.

Gibt es eine PMDS-Behandlung?

Ja. Auch wenn PMDS bislang nicht heilbar ist, lassen sich die Symptome in vielen Fällen gut behandeln. Allerdings existiert keine Standardtherapie, die bei jeder Person gleichermaßen anschlägt. Das Ziel der PMDS-Behandlung besteht vor allem darin, die Beschwerden so weit zu lindern, dass Betroffene ihren Alltag und ihren Beruf wieder möglichst uneingeschränkt bewältigen können.

Medizinische/ärztliche Behandlung bei PMDS

Zu den medizinischen Behandlungsmöglichkeiten bei PMDS gehören:

  • Psychotherapie, insbesondere kognitive Verhaltenstherapie (KVT)
  • Bestimmte Antidepressiva aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), z. B. Fluoxetin oder Sertralin
  • Hormonelle Behandlung, z. B. mit kombinierten hormonellen Verhütungsmitteln
  • Symptomorientierte Behandlung einzelner Beschwerden, z. B. mit Schmerzmitteln

Du hast ein E-Rezept?

Löse dein E-Rezept ganz einfach bei uns ein und erhalte deine Medikamente kostenfrei nach Hause geliefert.

  • Bequeme Einlösung
  • Kostenloser Versand**
  • Schnelle Lieferung**

Unterstützende Maßnahmen zur PMDS-Behandlung

Ergänzend können auch verschiedene Ansätze im Alltag helfen, die Beschwerden zu lindern. Dazu gehören:

  • Regelmäßige Bewegung
  • Ausreichend Schlaf
  • Stressmanagement
  • Entspannungsverfahren
  • Ernährungsanpassung (möglichst ausgewogen)

Welche Maßnahmen und Therapien im Einzelfall geeignet sind, sollte immer individuell ärztlich abgeklärt werden.

Unterschiede PMS und PMDS

MerkmalPMSPMDS
Intensität der BeschwerdenLeicht bis mittelStark, oft sehr belastend
Psychische SymptomeMöglich, meist milderAusgeprägt, oft mit depressiver Stimmung, Angst, Reizbarkeit
AlltagsbeeinträchtigungEher selten, oft noch gut kompensierbarHäufig, Alltag und Berufsleben klar eingeschränkt
BehandlungsbedarfOft keine spezifische ärztliche Therapie nötigHäufig ärztliche Behandlung sinnvoll bzw. notwendig
DiagnoseKeine formale Diagnose nötigFormale medizinische Diagnose nach definierten Kriterien (z. B. DSM‑5)

Wann mit PMDS zum Arzt?

Ärztlicher Rat ist sinnvoll, wenn Beschwerden regelmäßig vor der Periode auftreten und den Alltag deutlich beeinträchtigen. Das gilt besonders bei:

  • Starken Stimmungsschwankungen
  • Depressiven Symptomen
  • Sozialem Rückzug
  • Problemen im Beruf oder in Beziehungen
  • Verdacht auf PMDS statt PMS

Symptomtagebuch als PDF herunterladen

Für die Diagnose kann es hilfreich sein, die Beschwerden über mehrere Menstruationszyklen hinweg zu dokumentieren.

Häufige Fragen zu PMDS

Was bedeutet PMDS?

PMDS (prämenstruelle dysphorische Störung) ist eine zyklusabhängige chronische Erkrankung mit ausgeprägten psychischen Beschwerden vor der Periode.

Welche Symptome treten bei PMDS auf?

Typisch sind starke Reizbarkeit, depressive Stimmung, Stimmungsschwankungen, Angstgefühle, innere Unruhe und Konzentrationsprobleme. Zusätzlich können körperliche Beschwerden wie Brustspannen, Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder Blähungen auftreten.

Wie wird PMDS behandelt?

Je nach Beschwerdebild kommen zum Beispiel Psychotherapie, bestimmte Antidepressiva oder hormonelle Ansätze infrage. Auch Bewegung, Schlaf und Stressmanagement können unterstützen.

Was ist der Unterschied zwischen PMS und PMDS?

PMDS ist für gewöhnlich deutlich belastender als PMS. Die psychischen Symptome sind stärker ausgeprägt und schränken Alltag, Arbeit oder Beziehungen spürbar ein.

Ist PMDS heilbar?

Nein, aber gut behandelbar. Mit der richtigen Therapie lassen sich die Beschwerden meist so weit lindern, dass du deinen Alltag wieder gut bewältigen kannst.

Quellen

Geprüft durch unser pharmazeutisches Team

Dita Ryskova: Leitende Apothekerin

„Pharmazie ist für mich nicht nur ein Beruf, sondern eine Berufung. Mein Ziel ist es, Menschen mit verständlichen und evidenzbasierten Gesundheitsinformationen dabei zu unterstützen, ihre Therapie besser zu verstehen.“

Dita Ryskova ist approbierte Apothekerin mit langjähriger Erfahrung in der Krankenhaus-, öffentlichen und Online-Apotheke. Bei der apo.com Group ist sie leitende Apothekerin und unterstützt das Ratgeber-Team mit ihrem pharmazeutischen Wissen.

Wichtiger Hinweis: Unsere Artikel und Grafiken werden von unserem Expertenteam überprüft. Grundlage sind stets seriöse Quellen und ärztliche Aussagen. Die Inhalte werden in regelmäßigen Abständen aktualisiert und dienen weder der Selbstdiagnose noch ersetzen sie einen Arztbesuch.