Folge Schnarchen anhören

Wir wissen wahrscheinlich alle, wie schwierig es ist, neben einem Schnarcher schlafen zu wollen. Vor allem für Lebenspartner ist es eine tägliche Herausforderung, aber auch für den Betroffenen selbst, kann das Schnarchen lästig werden. Doch wodurch wird Schnarchen überhaupt ausgelöst? Wie gefährlich ist es und wie kann es behandelt werden? Darum geht es in der ersten Folge des neuen Gesundheitspodcasts, gesprochen von Moderator Mario D. Richardt mit Dr. Christian Mozet. Hören Sie rein!

Experte: Dr. Christian Mozet, HNO-Arzt

Dr. Christian Mozet

PD Dr. med. habil. Christian Mozet

HNO-Arzt

Angefangen als Assistenzarzt im Jahre 2002 stieg er bis zum leitenden Oberarzt im Jahre 2014 an der HNO Klinik Leipzig auf. Seit 2020 ist er nun in eigener Niederlassung in Leipzig zu finden. Doch Dr. Christian Mozets Werdegang hält noch mehr bereit.

Transkript der Folge Schnarchen

Mensch, bin ich aufgeregt. Das hier ist die erste Folge „kernig & gesund“. Und das Thema der ersten Folge ist mir mächtig unangenehm, weil ich selbst betroffen bin. Aber vielleicht sind Sie es ja auch. Es geht ums Schnarchen.

„kernig & gesund“, der Gesundheits-Podcast, präsentiert von apo-discounter.de.

Mario D. Richardt: Hallo und willkommen bei „kernig & gesund“, dem Gesundheits-Podcast. Mein Name ist Mario D. Richardt, ich bin Fernsehmoderator, Buchautor und Teilzeit-Hypochonder. Mich interessiert alles zum Thema Gesundheit und so kam es auch zu dieser Idee für diesen Podcast. Dafür habe ich mir ein kompetentes Team aus Fachärzten und Experten zusammengestellt, um die wichtigsten Fragen zur Gesundheit kernig und mit einer Prise Humor zu klären.

Mein heutiger Experte am Mikrofon ist Privatdozent Dr. Christian Mozet. Er war 14 Jahre an der HNO Uniklinik in Leipzig und dort auch stellvertretender Klinikdirektor, dann vier Jahre Chefarzt an einer HNO-Klinik in Baden-Württemberg, und nun ist er zurück in Leipzig. Er ist jung, dynamisch und deshalb passt er auch perfekt zu diesem Podcast. Schönen guten Tag Dr. Mozet!

Dr. Christian Mozet: Schönen guten Tag! Ich freue mich.

Mario D. Richardt: Ich mich auch. Heute geht es bei uns um ein Thema, das schon zu einigen Scheidungen, mindestens aber zu getrennten Schlafzimmern geführt haben sollte, und zwar das Schnarchen. Es gibt Studien, die sagen, dass 38 % der Männer und 30 % der Frauen schnarchen. Andere wiederum behaupten, dass sogar 57 % der Männer schnarchen und 40 % der Frauen. Dr. Mozet, gehören Sie denn zu den 57 % oder schnarcht ein HNO-Arzt nicht?

Dr. Christian Mozet: Es gibt bestimmt auch viele HNO-Ärzte, die schnarchen, ich Gott sei Dank nicht, wenn ich dem glaube, was meine Frau berichtet. Ich schlafe wohl relativ ruhig. Aber Sie haben natürlich völlig Recht, das Thema ist hochrelevant und wir haben nahezu jeden Tag auch Patienten in unserer Sprechstunde, die uns genau wegen diesem sehr, sehr, sehr nervendem Thema auch aufsuchen und zwingend Hilfe suchen.

Zu den Zahlen, das muss man jetzt mal gleich wieder klarstellen: Glaube keiner Studie, die du nicht selber gefälscht hast. Sie wissen das, es gibt wenig belastbare Zahlen, die wirklich hundertprozentig sagen, wie viel Prozent der Bevölkerung schnarchen. Aber dennoch haben Sie völlig Recht, sehr, sehr viele Menschen schnarchen, Männer ein bisschen häufiger als Frauen. Und Sie liegen mit Ihren Prozentangaben wirklich da, wo die Literatur auch uns das bestätigt. Richtig.

Mario D. Richardt: Jetzt ist es ja so, dass man es selbst nicht merkt. Woran liegt das?

Dr. Christian Mozet: Ja, das Schnarchen selber belastet ja in der Regel gar nicht den Schnarcher selbst, sondern den Bettpartner. Das macht das Ganze ein bissel kompliziert, denn häufig ist es ja auch so, dass dann der Patient nicht der treibende Faktor für eine Abklärung ist, sondern, wie gesagt, derjenige, der das ertragen muss, was da nachts so passiert.

Ein habitueller, gewohnheitsmäßiger Schnarcher, der von seinem Schnarchen selber nicht wach wird, merkt es halt einfach nicht. Und wenn dieses Schnarchen nicht wirklich krankhaft ist, dann fühlt er sich am nächsten Morgen auch nicht unbedingt schlecht. Vielleicht hat er ein bisschen einen trockenen Mund und einen kratzigen Hals, aber richtig schlecht fühlt er sich nicht. Und die Einsicht, da was tun zu müssen, die ist bei vielen gar nicht unbedingt da. Deswegen, ich habe viele Ehefrauen, die sagen, mein Mann müsste mal kommen. Das ist die Regel bei uns.

Mario D. Richardt: Dr. Mozet, das sagt meine Frau auch. Das Problem ist: Ich muss immer später einschlafen als sie, damit sie überhaupt schlafen kann.

Dr. Christian Mozet: Das kennen wir. Ja. Ich habe unterschiedlichste Empfehlungen auch in meiner eigenen Laufbahn als junger Arzt schon erlebt. Und ich erinnere mich an ein herrliches Beispiel aus der Uniklinik, wo einem die altehrwürdige Professorin eine fantastische Empfehlung gegeben hat an ein junges Pärchen, das völlig verzweifelt vor ihnen saß und sagten: Wir können keine Nacht mehr in einem gemeinsamen Zimmer verbringen, das funktioniert nicht.

Dann legte sie ganz professoral die Hand auf das Knie des jungen Mannes und sagte: „Ich habe die Lösung für Sie! Getrennte Schlafzimmer. Und sind wir ehrlich, mein Lieber, die intensiven Momente sind doch rar geworden.“ Ich bin dabei fast in den Boden versunken. Die beiden fühlten sich nicht sonderlich gut beraten. Und heutzutage darf man mehr erwarten vom HNO-Arzt als diese Empfehlungen.

Mario D. Richardt: Aber warum betrifft es denn vor allen Dingen die Männer?

Dr. Christian Mozet: Ja, die Statistik sagt, dass die Männer häufiger betroffen sind. Wir wissen nicht hundertprozentig, warum das so ist. Männer möglicherweise, da es auch mit dem Übergewicht korreliert und Männer vielleicht prozentual auch häufiger übergewichtig sind. Vielleicht hängt es damit zusammen. Männer rauchen statistisch gesehen auch etwas häufiger, ein Risikofaktor für die Schnarch-Entstehung.

Männer trinken in der Regel auch regelmäßiger Alkohol, gerade auch am Abend, was dazu beitragen kann, dass das Schnarchen sich verstärkt. Und das sind sicher so kleiner Parameter, die dazu beitragen, dass Männer etwas häufiger betroffen sind als Frauen. Aber die Statistik sagt, Frauen schnarchen auch häufig.

Mario D. Richardt: Und holen auf.