Der Blutdruck kann wichtige Hinweise auf die Gesundheit von Herz und Kreislauf geben. Er verändert sich im Laufe des Tages und wird unter anderem durch Bewegung, Stress oder das Alter beeinflusst. Deshalb ist ein einzelner Messwert oft wenig aussagekräftig. Hier erfährst du, welche Blutdruckwerte als normal gelten und wie du sie richtig einordnest.
Inhaltsverzeichnis öffnen
Inhaltsverzeichnis
Wissen kompakt
- Der Blutdruck gibt an, mit welchem Druck das Blut durch die Arterien fließt.
- Blutdruckwerte werden als systolischer und diastolischer Wert angegeben, zum Beispiel 120/80 mmHg.
- Dauerhaft zu hohe oder zu niedrige Blutdruckwerte können gesundheitliche Folgen haben.
- Einzelne Messwerte sind oft wenig aussagekräftig. Entscheidend sind wiederholte Messungen unter vergleichbaren Bedingungen.
- Regelmäßige Blutdruckmessungen helfen dabei, Abweichungen frühzeitig zu erkennen.
DEFINITION
Was ist Blutdruck?
Als Blutdruck bezeichnet man den Druck, mit dem das Blut durch die Blutgefäße fließt. Er entsteht, wenn sich das Herz zusammenzieht und dabei Blut in den Kreislauf pumpt. Wie hoch der Blutdruck ist, hängt außerdem davon ab, wie weit und elastisch die Blutgefäße sind.
Der Blutdruck sorgt dafür, dass das Blut in den Gefäßen zirkuliert und somit Organe und Gewebe mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Gleichzeitig werden Stoffwechsel- und Abfallprodukte über das Blut abtransportiert.
NORMALWERTE
Welcher Blutdruck ist normal?
Damit das Herz und der Blutkreislauf den Körper zuverlässig versorgen können, sollte der Blutdruck weder dauerhaft zu hoch noch zu niedrig sein. Als optimal gilt laut der Deutschen Hochdruckliga bei Erwachsenen ein Blutdruck von 120/80 mmHg.
Blutdruckwerte können im Tagesverlauf schwanken, einzelne abweichende Messwerte sind also nicht automatisch ein Grund zur Sorge. Körperliche Aktivität, Stress, Koffein oder bestimmte Medikamente können den Blutdruck vorübergehend beeinflussen. Deshalb sollte die Beurteilung immer auf mehreren Messungen unter vergleichbaren Bedingungen beruhen.
Jetzt Blutdruckwerte einordnen mit dem apodiscounter Blutdruckrechner.
Normaler Blutdruck Frau
Für erwachsene Frauen gelten grundsätzlich dieselben Normalwerte wie für Männer, also 120/80 mmHg als optimaler Blutdruck. Die Beurteilung erfolgt unabhängig vom Geschlecht und orientiert sich unter anderem am Alter, möglichen Vorerkrankungen und der individuellen gesundheitlichen Situation.
Blutdruck Schwangerschaft
Während einer Schwangerschaft wird der Blutdruck engmaschig kontrolliert. Denn sowohl dauerhaft erhöhte als auch zu niedrige Blutdruckwerte sollten insbesondere in der Schwangerschaft ärztlich abgeklärt werden.
Besondere Aufmerksamkeit gilt einem neu auftretenden Bluthochdruck ab der 20. Schwangerschaftswoche, da dieser auf Komplikationen wie eine Schwangerschaftshypertonie oder Präeklampsie hindeuten kann.
E-Rezept für Blutdrucksenker einlösen
Du hast Bluthochdruck und möchtest dein E-Rezept für Ramipril, Bisoprolol, Amlodipin oder andere Medikamente einlösen?
- Bequeme Einlösung
- Kostenloser Versand**
- Schnell Lieferung***

Normaler Blutdruck Mann
Für erwachsene Männer gilt grundsätzlich dieselbe Einordnung des Blutdrucks wie für Frauen, nämlich 120/80 mmHg als optimaler Wert.
Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für Bluthochdruck. Daher sollten sowohl Frauen als auch Männer ihren Blutdruck regelmäßig kontrollieren – insbesondere bei bekannten Risikofaktoren wie Übergewicht, Diabetes oder Rauchen.
Blutdruckwert bei Kindern
Bei Kindern richten sich die Blutdruck-Normalwerte nach Alter, Körpergröße und Geschlecht. Deshalb gelten andere Referenzbereiche als bei Erwachsenen.
Die Blutdruckmessung bei Kindern erfolgt meist im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen oder bei einem konkreten Verdacht. Die Einordnung der Blutdruckwerte übernimmt die Kinderärztin oder der Kinderarzt anhand spezieller Referenztabellen.
TABELLE
Blutdruck-Tabelle für Erwachsene
Die folgende Tabelle orientiert sich an der Blutdruck-Klassifikation für Erwachsene nach der aktuellen Leitlinie der European Society of Hypertension (ESH).
| Kategorie | Systolisch | Diastolisch |
|---|---|---|
| Optimal | < 120 mmHg | < 80 mmHg |
| Normal | 120–129 mmHg | 80–84 mmHg |
| Hochnormal | 130–139 mmHg | 85–89 mmHg |
| Hypertonie Grad 1 | 140–159 mmHg | 90–99 mmHg |
| Hypertonie Grad 2 | 160–179 mmHg | 100–109 mmHg |
| Hypertonie Grad 3 | ≥ 180 mmHg | ≥ 110 mmHg |

Hinweis: Liegen systolischer und diastolischer Blutdruck in unterschiedlichen Kategorien, wird der Blutdruck der höheren Kategorie zugeordnet.
Aktualisierte Blutdruck-Klassifikation der ESC
Die European Society of Cardiology (ESC) hat ihre Blutdruck-Klassifikation 2024 überarbeitet. Sie unterscheidet zwischen
- nicht erhöhtem Blutdruck (Non-elevated BP),
- erhöhtem Blutdruck (Elevated BP) und
- Bluthochdruck (Hypertension).
Zudem soll laut dieser Leitlinie stärker berücksichtigt werden, ob der Blutdruck in der Arztpraxis oder zu Hause gemessen wurde. Die neue Klassifikation und die diagnostischen Empfehlungen haben sich im deutschsprachigen Raum bisher jedoch nicht in allen Leitlinien und Publikationen einheitlich durchgesetzt.
ABWEICHUNGEN
Wann ist der Blutdruck zu hoch oder zu niedrig?
Von Bluthochdruck (Hypertonie) spricht man bei Erwachsenen in der Regel ab Blutdruckwerten von 140/90 mmHg. Als niedriger Blutdruck (Hypotonie) gelten häufig Werte unter 100/60 mmHg.
Gut zu wissen
Diese Grenzwerte dienen der Orientierung. Für eine medizinische Diagnose wird der Blutdruck nicht anhand einer einzelnen Messung beurteilt. Je nach Fragestellung fließen wiederholte Blutdruckmessungen aus der Arztpraxis, zu Hause oder im Rahmen einer 24-Stunden-Blutdruckmessung in die Beurteilung ein.
ARTEN
Systolischer Blutdruck und diastolischer Blutdruck
Bei jeder Blutdruckmessung werden zwei Blutdruckwerte bestimmt: der systolische und der diastolische Blutdruck. Angegeben werden sie beispielsweise als 120/80 mmHg („120 zu 80”), wobei der systolische Blutdruck vor und der diastolische Blutdruck nach dem Schrägstrich steht. Beide Werte liefern wichtige Informationen über die Belastung von Herz und Blutgefäßen.
Systolischer Blutdruck
Der systolische Blutdruck ist der obere Wert. Er entsteht, wenn sich der Herzmuskel zusammenzieht und Blut in den Körper pumpt. In diesem Moment ist der Druck in den Arterien am höchsten.
Diastolischer Blutdruck
Der diastolische Blutdruck ist der untere Wert. Er entsteht, wenn sich der Herzmuskel zwischen zwei Herzschlägen entspannt und sich erneut mit Blut füllt. In dieser Phase ist der Druck in den Arterien am niedrigsten.
Auf der Suche nach einem zuverlässigen Blutdruckmessgerät?
Lernen Sie Deutschlands meistverkaufte* Blutdruckmessgeräte kennen.
- Automatische Bewertung der Messung
- Ergebnisse einfach speichern
- Klinisch validiert

* Hinweise
- Aponorm Mobil Basis Handgelenk-Blutdruckmessgerät 4G: das meistverkaufte Blutdruckmessgerät fürs Handgelenk laut IQVIA; OTC® Report, Absatz; Markt: Digitale Blutdruckmessgeräte, Teilmarkt: Handgelenk, MAT 06/2025, Stand Juli 2025.
- Aponorm Blutdruck Messgerät Basis Control Oberarm: deutschlandweit das meistverkaufte Blutdruckmessgerät laut IQVIA; IMS Pharma Trend Report®; Markt: Digitale Blutdruckmessgeräte Ober- und Unterarm; Stand Juli 2021
FAQ
Häufige Fragen zu Blutdruck
Was ist ein optimaler Blutdruck?
Als optimal gilt laut der European Society of Hypertension (ESH) bei Erwachsenen ein Blutdruck von 120/80 mmHg. Der Blutdruck kann im Tagesverlauf schwanken. Für die Beurteilung sind daher wiederholte Messungen unter vergleichbaren Bedingungen entscheidend.
Welche Blutdruckwerte sind normal?
Nach den Leitlinien der European Society of Hypertension (ESH) gelten Blutdruckwerte zwischen 120–129/80–84 mmHg als normal. Werte darüber bedeuten nicht automatisch Bluthochdruck, sollten aber regelmäßig kontrolliert werden.
Sind Blutdruckwerte bei Frauen anders als bei Männern?
Für erwachsene Frauen und Männer gelten grundsätzlich dieselben Referenzwerte beim Blutdruck. Unterschiede können unter anderem während einer Schwangerschaft oder durch hormonelle Veränderungen auftreten.
Was bedeutet Blutdruck 100 zu 60?
Ein Blutdruck von 100/60 mmHg liegt im niedrigen Bereich. Viele Menschen haben solche Werte ohne Beschwerden. Treten jedoch Schwindel, Müdigkeit oder Kreislaufprobleme auf, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.
Was bedeutet Blutdruck 140 zu 80?
Ein Blutdruck von 140/80 mmHg liegt aufgrund des systolischen Werts von 140 im Bereich einer Hypertonie Grad 1, also Bluthochdruck. Für eine Diagnose reicht jedoch eine einzelne Messung nicht aus. Entscheidend sind wiederholte Messungen und die ärztliche Beurteilung.
Was bedeutet Blutdruck 140 zu 90?
Ein Blutdruck von 140/90 mmHg markiert nach der Blutdruck-Klassifikation der European Society of Hypertension (ESH) die Grenze zu Bluthochdruck (Hypertonie). Für die Diagnose werden jedoch wiederholte Messungen und weitere medizinische Kriterien berücksichtigt.
Bei welchem Blutdruck stirbt man?
Einen festen Blutdruckwert, ab dem Menschen sterben, gibt es nicht. Sehr hohe oder sehr niedrige Blutdruckwerte können jedoch lebensbedrohlich sein. In solchen Fällen sollte umgehend medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden.
Welcher Blutdruck ist im Alter von 60 Jahren normal?
Auch mit 60 Jahren gelten grundsätzlich dieselben Einordnungen der Blutdruckwerte wie für alle Erwachsenen. Mit zunehmendem Alter steigt jedoch das Risiko für Bluthochdruck, weshalb regelmäßige Blutdruckkontrollen empfohlen werden.
Welcher Blutdruck ist im Alter von 70 Jahren normal?
Für 70-Jährige gelten grundsätzlich dieselben Referenzwerte wie für andere Erwachsene. Da Bluthochdruck im Alter häufiger vorkommt, sind regelmäßige Blutdruckmessungen und eine ärztliche Begleitung besonders wichtig.
Welcher Blutdruck ist im Alter von 80 Jahren normal?
Auch mit 80 Jahren gelten grundsätzlich dieselben Normalwerte wie für andere Erwachsene. Das Risiko für Bluthochdruck steigt mit zunehmendem Alter, deshalb sind regelmäßige Blutdruckkontrollen besonders wichtig.
Quellen
- Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Nationale VersorgungsLeitlinie Hypertonie. Version 1.0. AWMF-Register Nr. NVL-009. 2023.
- Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (DGGG). S2k-Leitlinie Hypertensive Erkrankungen in der Schwangerschaft (HES): Diagnostik und Therapie. Version 7.0. AWMF-Register Nr. 015-018. 2024.
- Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie und Angeborene Herzfehler e. V. (DGPK). S2k-Leitlinie Arterielle Hypertonie im Kindes- und Jugendalter. AWMF-Register Nr. 023-040. 2024.
- Deutsche Hochdruckliga e. V. DHL® – Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention. Patienteninformationen und Leitlinien. [abgerufen 03.07.2026]
- McEvoy JW, McCarthy CP, Bruno RM, et al. 2024 ESC Guidelines for the management of elevated blood pressure and hypertension. Eur Heart J. 2024; 45:3912–4018.
- Mancia G, Kreutz R, Brunström M, et al. 2023 ESH Guidelines for the management of arterial hypertension: The Task Force for the management of arterial hypertension of the European Society of Hypertension. J Hypertens. 2023; 41:1874–2071.
Geprüft durch unser pharmazeutisches Team
![2[1]](https://www.apodiscounter.de/ratgeber/wp-content/uploads/2026/08/katalin-zareczky-apothekerin-apodiscounter-ratgeber_small-300x300.jpg)
„Bei der Beratung ist es mir wichtig, pharmazeutisches Fachwissen verständlich zu vermitteln und individuell auf die Bedürfnisse der Menschen einzugehen.“
Katalin Záreczky ist approbierte Apothekerin und unterstütz mit ihrer Expertise das apodiscounter Ratgeber-Team.
Wichtiger Hinweis: Unsere Artikel und Grafiken werden von unserem Expertenteam überprüft. Grundlage sind stets seriöse Quellen und ärztliche Aussagen. Die Inhalte werden in regelmäßigen Abständen aktualisiert und dienen weder der Selbstdiagnose noch ersetzen sie einen Arztbesuch.

