Durchfall beim Baby ist nicht ungewöhnlich, aber Eltern sollten die Symptome genau beobachten und gegebenenfalls schnell Gegenmaßnahmen einleiten. Wer täglich Windeln wechselt, weiß, dass sich der Stuhlgang von Babys während des ersten Lebensjahres häufig ändert. Das Verdauungssystem ist noch in der Entwicklung und reagiert empfindlich auf Veränderungen. Ist der Stuhl flüssig bis wässrig und häufiger als gewohnt, spricht man von Durchfall bzw. Diarrhoe/Diarrhö.
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Wissen kompakt
- Durchfall bei Babys ist häufig, in der Regel harmlos und klingt von selbst wieder ab.
- Tritt Druchfall mit Fieber, Erbrechen oder Appetitverlust auf, solltest ärztlichen Rat suchen.
- Grün, gelb, schleimig, schaumig oder wässrig – Farbe und Konsistenz können Hinweise auf die Ursache geben.
- Du solltest deinem Baby niemals einfach so Durchfallmedikamente geben – nur nach ärztlicher Anordnung.
- Genug Flüssigkeit, also viel trinken, ist auch bei Babys als primäre Maßnahme wichtig.
Wie kann man Durchfall beim Baby behandeln?
Durchfall an sich ist zunächst kein Grund zur Panik, vor allem dann nicht, wenn sich dein Baby weiterhin wohl fühlt. Oft verschwindet der Durchfall genauso schnell wie er gekommen ist. Wenn er jedoch mit Fieber oder Erbrechen einhergeht, dein Baby nichts mehr zu sich nehmen will und apathisch wirkt, ist umgehend ein Arztbesuch angesagt.
Das Wichtigste bei Durchfall ist, dass dein Baby viel trinkt, damit es nicht dehydriert. Säuglinge werden dann etwas öfter gestillt, Flaschenbabys erhalten verdünnte Milch, Fenchel- oder Kamillentee.
Ältere Babys können auch Schonkost erhalten, wenn sich der Durchfall nach einigen Stunden beruhigt hat: Geriebener Apfel, Reisschleim, pürierte Bananen, eingeweichter Zwieback oder Kartoffelbrei helfen den Darm wieder aufzubauen. Häufiges Windelwechseln und eine zinkhaltige Windelcreme oder Vaseline helfen gegen einen wunden Po.
Ist eine Behandlung mit Medikamenten möglich?
Gängige Medikamente gegen Durchfall sind für Babys nicht zugelassen und sollten nie ohne ärztlichen Rat gegeben werden. Wichtig ist, dem Baby ausreichend Flüssigkeit sowie Mineralsalze zuzuführen.
Stillbabys sollten häufiger angelegt werden. Elektrolytmischungen aus der Apotheke sind bei Babys nur kurzfristig eine Option, da es sonst zu einer Mineralübersättigung kommen kann. Es gibt spezielle Produkte für die Behandlung von Magen- und Darm-Beschwerden bei Babys und Kindern.
Auch ungesüßte Tees kannst du deinem Baby geben. Frag am besten deinen Kinderarzt oder deine Kinderärztin, ob solche Tees für dein Kind geeignet sind.
Behandlung von Magen- und Darm-Beschwerden bei Babys und Kindern
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Stillen gegen Durchfall beim Baby ist jetzt wichtig
Säuglinge sollten auf jeden Fall weiter gestillt werden, gern auch häufiger als sonst. In der Muttermilch sind alle Vitamine und Mineralstoffe enthalten, die dein Baby jetzt braucht.
Als Mutter kannst du zu Fenchel- oder Kamillentee greifen. Auf säurehaltiges Obst solltest du besser verzichten. Säurehaltiges Obst kann Babys weicheren Stuhl oder leichterem Durchfall begünstigen, da bestimmte Fruchtsäuren und unverträgliche Bestandteile in kleinen Mengen über die Muttermilch weitergegeben werden. Nicht jedes Baby reagiert darauf empfindlich, doch der empfindliche Darm reagiert möglicherweise stärker auf solche Reize als sonst. Wenn du den Verdacht hast, dass bestimmte Früchte Beschwerden auslösen, kann ein kurzfristiges Weglassen helfen, um die Reaktion deines Babys besser einzuordnen.

Geeignete Hausmittel für Säuglinge
Stark verdünnte Tees wie Kamillentee sorgen für ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Eine Prise Salz und ein Teelöffel Traubenzucker gleichen den Mineralstoffverlust aus.
Dazu gibt es einige Lebensmittel, die helfen, den Magen zu beruhigen und den Stuhlgang zu festigen:
- Reis- und Haferschleim (ca. 1 Stunde kochen)
- geriebener Apfel
- pürierte Banane
- Morosche Möhrensuppe (ca. 1 Stunde kochen)
- Zwiebackbrei
Wann sollte ich zum Kinderarzt gehen?
Unumgänglich ist der Gang zum Kinderarzt bzw. zur Kinderärztin bei:
- Blutigem Durchfall
- Durchfall mit Fieber, Erbrechen, Bauchschmerzen und/oder angespannter Bauchdecke
- Apathisch wirkenden Babys, die nicht mehr trinken und dehydriert erscheinen (eingesunkene Fontanelle, trockene Lippen und Zunge, fehlende Tränenflüssigkeit und dunkler Urin bzw. 6 Stunden ohne Wasserlassen)
- Weißem Durchfall bei Stillkindern
- Säuglingen bis zu 3 Monaten mit mehr als 6 Stunden andauerndem Durchfall
- Säuglingen ab 3 Monaten mit mehr als 2 bis 3 Tage andauerndem Durchfall, auch wenn dieser das Wohlbefinden nicht weiter beeinträchtigt
Diese Ursachen für Durchfall beim Baby sind möglich
Verdorbene Lebensmittel, ungünstige Ernährung oder Lebensmittelunverträglichkeit sind generell häufige Auslöser für Durchfall beim Baby.
Zeigt dein Baby neben dem Durchfall keine weiteren Symptome, liegt der Grund oft in der Unverträglichkeit gegenüber einem bestimmten Nahrungsmittel. Im Kleinstkindalter muss sich der Magen erst langsam an neue Lebensmittel und Speisen gewöhnen – manches wird besser, manches schlechter vertragen, zum Teil reagieren Kleinkinder mit Durchfall.
Isst du als Mutter eine größere Menge Obst, kann ein Teil der aufgenommenen Säure über die Muttermilch in den Kreislauf deines Babys gelangen und Durchfall auslösen. Bei Flaschenkindern wiederum kann auch ein nicht ganz sauber ausgespültes Fläschchen die Ursache von Durchfall sein.
Zahnen beim Baby als Ursache
Viele Eltern beobachten Durchfall bei ihrem Baby, wenn die ersten Zähne kommen. Dabei sorgt ein vermehrter Beißtrieb dafür, dass sich das Kind alles Mögliche in den Mund steckt und so übermäßig viele Bakterien, die Durchfall auslösen können, aufnimmt. Ein desinfizierter Beißring schafft Abhilfe und mindert das Durchfallrisiko.
Fieber und Durchfall – Hat dein Baby einen Infekt?
Die Kombination von Durchfall und Fieber deutet auf einen Infekt des Magen-Darm-Trakts hin.
Hier sollte die Ursache durch den Kinderarzt abgeklärt werden:
- Durchfall als Begleiterscheinung bei fieberhaften Erkältungen oder anderen Infekten wie Mittelohrentzündung.
- Durchfall mit Fieber infolge von Rota-, Noro- oder Adenoviren. Diese Infektion ist hochansteckend, geht häufig mit Erbrechen einher und dauert mehrere Tage. Säuglinge sind vor allem von Rotaviren betroffen. Bei Babys, die schon in eine Kindereinrichtung gehen, muss in solchen Fällen das Gesundheitsamt informiert werden.
- Durchfall mit Fieber und Erbrechen infolge einer bakteriellen Darminfektion.
Impfungen und Antibiotika können Durchfall beim Baby auslösen
Nach einer Impfung kann Durchfall mit leichtem Fieber auftreten – meist in den ersten ein bis drei Tagen. Das Immunsystem wurde durch die Impfung aktiviert und reagiert dementsprechend.
Bei bestimmten Impfungen, wie der Rotaviren-Impfung gegen Darminfektionen, kann es sogar innerhalb von ein bis drei Wochen nach der Impfung noch zu Magen-Darm-Beschwerden kommen. Auch Antibiotika können zu Durchfall führen – dabei ist der Stuhl oft besonders übelriechend. Hier muss der Arzt bzw. die Ärztin entscheiden, ob das Medikament gegebenenfalls gewechselt wird.
Kann Stress Durchfall beim Baby auslösen?
Psychische Faktoren können auch Babys auf den Magen schlagen. Bereits ein Schreck beim Arztbesuch, eine Reise, Streit in der Familie oder eine zu schnelle Eingewöhnung in der Kindereinrichtung können Durchfall auslösen.
Welche Durchfall-Symptome treten bei Babys auf?
Meistens geht der Durchfall so schnell wie er gekommen ist und beeinträchtigt das Wohlbefinden des Babys kaum – hier bleibt höchstens ein wunder Po zurück. Diesen kannst du mit speziellen Salben gegen Windeldermatitis behandeln.
In anderen Fällen treten jedoch weitere Symptome auf:
Erbrechen und Durchfall beim Baby
Bei Babys ist die Koordination von Luft- und Speiseröhre noch nicht optimal, daher müssen sie oft direkt nach dem Stillen erbrechen – das ist normal. Auch ungewohnte Nahrung kann erst einmal zu Erbrechen führen.
Wenn dein Baby jedoch wiederholt erbricht und/oder Erbrechen und Durchfall gleichzeitig auftreten, sind die Flüssigkeitsreserven des Babys sehr schnell erschöpft. Achte unbedingt stete Flüssigkeitszufuhr hol am besten ärztlichen Rat ein.
Fieber und Durchfall beim Baby
Die Kombination von Fieber und Durchfall deutet auf eine Infektion hin. Bleibt die Temperatur länger über 38,5 °C, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden. Fiebersaft oder Fieberzäpfchen helfen dabei, das Fieber zu bekämpfen und die Körpertemperatur zu senken. Insbesondere bei Säuglingen sollte die Gabe von fiebersenkenden Mitteln nur nach ärztlicher Abklärung erfolgen.
Was sagt die Art des Durchfalls beim Baby aus?
Durchfall unterscheidet sich nach Farbe und Konsistenz des Stuhls, sodass der Blick in die Windel oft Hinweise auf mögliche Ursachen gibt.
Was bedeutet grüner Durchfall beim Baby?
Grüner Stuhl ist bei Flaschenkindern, die aufgrund erhöhtem Allergierisiko hypoallergene (HA) Babynahrung bekommen, normal. Bei Stillbabys zeigt grüner, schaumiger Stuhl, dass das Kind die Brust wahrscheinlich nicht leer getrunken hat. Die Milch, die zuerst fließt, ist kalorien- und fettarm. Erst die kalorien- und fettreiche Milch danach sorgt wieder für normalen Stuhlgang. Bei Breikindern können Brokkoli und Spinat den Stuhl grünlich färben. Grünlich-schleimiger Durchfall allerdings kann auf eine virale oder bakterielle Erkrankung hindeuten. Bei langanhaltendem Durchfall kann ausgeschiedene Gallenflüssigkeit den Stuhl grünlich färben.
Was bedeutet gelber Durchfall beim Baby?
Bei Stillkindern ist der normale Stuhl oft durch die Muttermilch gelb gefärbt. Bei Babys, die bereits Brei oder feste Nahrung erhalten, kann die Gelbfärbung auch durch Eier, Milchprodukte oder stärkehaltige Lebensmittel entstehen. Gelblicher Durchfall erhält seine Farbe oft durch Sterkobilin, einem Abbauprodukt von Hämoglobin. Ist der Stuhl gelblich-fettig, können Absorptionsstörungen wie Zöliakie ursächlich sein.
Auch Probleme von Galle und Bauchspeicheldrüse sowie Magen-Darm-Infektionen können gelblichen Durchfall auslösen. Sind zusätzlich Haut und Bindehäute gelb gefärbt, besteht der Verdacht auf eine Gelbsucht.
Was bedeutet wässriger Durchfall beim Baby?
Beim Durchfall ist der Stuhl definitionsgemäß von dünnflüssiger bis wässriger Konsistenz. Besonders wässriger Durchfall bedeutet einen hohen Flüssigkeitsverlust – Eltern sollten daher unbedingt die Warnzeichen für eine Dehydrierung im Auge behalten.
Wenn das Baby mehr als 4 wässrige Stuhlgänge in 24 Stunden hat und/oder sich die Stuhlfrequenz steigert, sollte baldmöglichst ein Kinderarzt bzw. eine Kinderärztin aufgesucht werden, um mögliche Ursachen abzuklären.
Schleimiger Durchfall beim Baby?
Schleimiger Durchfall kann ein Zeichen für eine Infektion oder eine Allergie sein. Aber auch Speichel passiert oft unverdaut den Darm, weshalb schleimiger Durchfall häufig beim Zahnen auftritt.
Schaumiger Durchfall beim Baby?
Wenn Stillbabys die Brust nicht ganz entleeren, kann der Stuhlgang schaumig sein, da die erste Milch flüssigkeitsreicher ist. Ein Baby, das Durchfall hat, sollte daher möglichst oft angelegt werden, um die gehaltvolle Muttermilch mit all ihren wertvollen Bestandteilen aufzunehmen.
Blutiger Durchfall beim Baby?
Wenn das Baby blutigen Durchfall hat, ist ein umgehender Arztbesuch erforderlich. Durchfall mit rotem Blut deutet auf eine bakterielle Infektion hin.
Hellrotes Blut kann von Verletzungen am Anus stammen. Sehr dunkles, schwarzes Blut wurde verdaut und stammt oft von der wund geriebenen Brustwarze der Mutter.
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Welche Folgen kann Durchfall beim Baby haben?
Durchfall geht immer mit Flüssigkeits- und Elektrolytverlust einher – das ist gerade für Babys gefährlich.
Warnsignale für eine Dehydrierung sind:
- Keine nasse Windel in den letzten 6 Stunden
- Dunkler Urin
- Lippen und Mund sind trocken und klebrig
- Fontanelle (natürliche Lücke im Schädeldach) ist eingesunken
- Tränenloses Weinen
- Wenig Lidschlag, dunkel umrandete Augen
- Antriebslosigkeit, Lethargie
- Kalte, fleckige Hände und Füße
Wenn du diese Warnsignale beobachtest, und/oder dein Baby nicht mehr trinken will, solltest du schnellstmöglich mit deinem Kind eine Arztpraxis oder ein Krankenhaus aufsuchen!
Quellen
- M.C. Liebau: Bauchschmerzen, Erbrechen und Diarrhö, in „Monatsschrift Kinderheilkunde“, 157, 2009, ISBN 1433-0474
- Margaritha Litschauer-Poursadrollah: Bauchschmerzen, Blähbauch, Diarrhoe: Fruktosemalabsorption, Laktoseintoleranz oder Reizdarmsyndrom?, in “ Wiener Medizinische Wochenschrift“, 162, 2012, ISSN 0043-5341
- C. P. Braegger: Probiotika in der Prävention und Behandlung der akuten Gastroenteritis bei Kindern, in „Monatsschrift Kinderheilkunde“, 150, 2002, ISSN 0026-9298
- Karin Kraft: Diarrhö, in „MMW – Fortschritte der Medizin“, 152, 2010, ISSN 1613-3560
- Horace W. Davenport: Physiologie der Verdauung – eine Einführung, 1971, ISBN 9783794501748
- Stefan Zechmann: Probiotisches Joghurt reduziert Antibiotika-assoziierte Diarrhö bei Kindern, in „Praxis“, 104, 2015, ISSN 1661-8165
- C. Bührer: Ernährung gesunder Säuglinge, in „Monatsschrift Kinderheilkunde“, 162, 2014, ISSN 1433-0474
- Konstantin Burgmann, Alain Schoepfer: Akute Diarrhoe, in „Therapeutische Umschau“, 71, 2014, ISSN 1664-2864
- Manuel Haschke: Arzneistoffe und Diarrhoe, in „Therapeutische Umschau“, 71, 2014, ISSN 1664-2864
- S. Erb, M. Sawatzki, T. Daikeler: Diarrhoe mit Folgen, in „Praxis“, 97, 2008, ISSN 1661-8165
- Posovszky, C., Hübner, J., Buderus, S., Adam, R., Papan, C., Gruber, B., Schmitt, A., Schmid, F., Krohn, K., Wintermeyer, P., Schwenke, R., de Laffolie, J., von Both, U., Epple, H.-J., Reuken, P., Kipfmüller, F., Fruth, A., Simon, S., Schneider, A.-M., & Hauer, A. (2024, April 5). S2k-Leitlinie akute infektiöse Gastroenteritis im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter (AWMF Registernummer 068/003, Version 4.1, Update 2024). Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE). https://register.awmf.org/assets/guidelines/068-003l_S2k_AGE-Akute-infektioese-Gastroenteritis-Saeuglinge-Kinder-Jugendliche-2024-07.pdf
