Periodenunterwäsche: Anwendung & Hygiene

Periodenunterwäsche

Periodenunterwäsche ist längst mehr als nur ein Trend. Immer mehr Frauen entdecken sie als bequeme und umweltfreundliche Alternative während der Menstruation. Doch welche Produkte sind wirklich nachhaltig? Um die beste Periodenunterwäsche für dich zu finden, lohnt sich ein Blick auf Material, Saugstärke und Passform. Wir erklären, worauf du beim Kauf von Menstruationsunterwäsche achten solltest.

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Wissen kompakt

  • Periodenunterwäsche besteht aus mehreren Stoffschichten, die Menstruationsblut aufsaugen können.
  • Sie ist bei richtiger Anwendung mehrere Jahre wiederverwendbar.
  • Ein Periodenslip kann Hunderte Einwegbinden ersetzen und so deutlich Müll einsparen.
  • Aus Hygienegründen sollte Menstruationsunterwäsche bei mindestens 60 °C gewaschen werden.
  • Einige Hersteller setzen Biozide gegen Gerüche ein. Diese Zusätze sind jedoch umstritten und können Hautflora sowie Umwelt belasten.

Was ist Periodenunterwäsche?

Periodenunterwäsche ist wiederverwendbare Unterwäsche mit integrierter saugfähiger Einlage, die Menstruationsblut aufnehmen kann. Sie wird auch Menstruationsunterwäsche oder Periodenslip genannt.

Du kannst dir Periodenunterwäsche wie einen normalen Slip mit fest integrierter Stoffbinde vorstellen: Im Schrittbereich sind mehrere saugfähige Stoffschichten eingearbeitet, die Menstruationsblut aufnehmen und einschließen können.

Menstruationsunterwäsche gibt es inzwischen in zahlreichen Schnittformen – vom klassischen Höschen über Brazilian-Slips bis hin zur modernen High-Waist-Variante.

Für wen und wann ist Periodenunterwäsche geeignet?

Periodenunterwäsche ist vielseitig einsetzbar und in vielen Situationen eine gute Option. Besonders praktisch ist sie:

  • Bei der ersten Periode, wenn ein Schutz gewünscht ist, der einfach zu handhaben ist.
  • Im Alltag, wenn keine Hygieneprodukte zum Einführen verwendet werden möchten oder können.
  • Unterwegs, wenn du Tampon, Binde oder Menstruationscup nicht ständig wechseln kannst oder möchtest.
  • In der Nacht, da die Slips nicht verrutschen und oft länger getragen werden können als Einwegprodukte zum Einführen.
  • Bei leichter Blasenschwäche, weil sie auch geringe Mengen Urin aufnehmen kann.

Ein weiterer Vorteil: Periodenunterwäsche verursacht deutlich weniger Müll als herkömmliche Einwegprodukte. Ein Periodenslip kann pro Nutzung mehrere Binden ersetzen. Die meisten Modelle sind außerdem über Jahre wiederverwendbar. Damit ist Periodenunterwäsche nachhaltiger als klassische Tampons oder Binden.

Gut zu wissen

Im deutschsprachigen Raum fallen durch Einweg-Periodenprodukte jedes Jahr geschätzt 75.000–125.000 Tonnen Müll an. Das entspricht über 600.000 gefüllten Badewannen.

Wie verwende ich Periodenunterwäsche?

Die Anwendung von Periodenunterwäsche ist denkbar simpel: Einfach anziehen und fertig. Wichtig ist aber, Periodenslips regelmäßig zu wechseln. Einige Produkte können laut Hersteller bis zu zwölf Stunden getragen werden. Bei stärkerer Blutung empfiehlt sich jedoch ein früherer Wechsel.

Spätestens, wenn sich die Unterwäsche feucht anfühlt, solltest du sie gegen einen frischen Periodenslip austauschen, um das Risiko für Hautreizungen, unangenehme Gerüche und Infektionen gering zu halten.

Tipp: Bei leichter bis mittlerer Blutung reicht Periodenunterwäsche oft als alleiniger Schutz aus. An intensiveren Tagen kombinieren viele Frauen sie gerne mit Tampons, Menstruationstassen oder anderen Periodenprodukten, um sich sicherer zu fühlen. Letztlich entscheidest du, was für dich am besten funktioniert.

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Periodenunterwäsche waschen – so funktioniert’s

Auch die Reinigung von Periodenunterwäsche ist unkompliziert:

  1. Mit kaltem Wasser ausspülen: Spüle die Unterwäsche nach jeder Anwendung zuerst mit kaltem Wasser aus. Dadurch lösen sich Blutreste leichter und setzen sich nicht so stark im Material fest. Spüle so lange, bis das Wasser weitgehend klar bleibt.
  2. Bei mindestens 60 Grad waschen: Wasche die Slips anschließend bei mindestens 60 °C in der Waschmaschine, um Keime und Bakterien zu entfernen. Tipp: Verzichte auf Weichspüler. Er kann die saugfähigen Schichten „verkleben“ und so die Geruchsbildung begünstigen. Einige Hersteller empfehlen stattdessen einen kleinen Schuss (ca. ½ Tasse) fünfprozentigen Haushaltsessig in die Waschmaschine zu geben, um unangenehmen Gerüchen vorzubeugen.
  3. An der Luft trocknen lassen: Lass die Periodenunterwäsche vollständig an der Luft trocknen. Ein Trockner ist nicht empfehlenswert, da die hohe Hitze das Material und die integrierten Schutzschichten beschädigen kann.

Welche ist die beste Periodenunterwäsche?

Welcher Slip die beste Periodenunterwäsche ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Das hängt vor allem von deinen persönlichen Bedürfnissen und Vorlieben ab. Es gibt jedoch einige Merkmale, an denen du hochwertige Produkte erkennen kannst.

Darauf solltest du beim Kauf von Periodenunterwäsche achten:

✔ Hautfreundliche Materialien

Besonders im Schritt- und Intimbereich sollten die Stoffe weich, atmungsaktiv und hautfreundlich sein, zum Beispiel aus Baumwolle, Bambusviskose oder Modal. Diese Materialien sorgen für ein angenehmes Tragegefühl und eine gute Luftzirkulation.

✔ Ohne Biozide wie Nanosilber und Silberchlorid

Manche Periodenunterwäsche enthält antibakterielle Zusätze wie Nanosilber oder Silberchlorid, um Gerüche zu reduzieren. Das klingt zwar praktisch, ist aber umstritten: Silberverbindungen können sich beim Waschen aus den Textilien lösen, ins Abwasser gelangen und gelten als schädlich für Wasserorganismen.

Biozide stehen zudem unter Verdacht, allergische Reaktionen auszulösen und die natürliche Hautflora zu beeinflussen. Wer Bedenken hat, greift lieber zu Menstruationsunterwäsche ohne solche Zusätze.

Gut zu wissen

Siegel wie OEKO-TEX® zeigen an, dass das Produkt auf zahlreiche kritische Substanzen geprüft wurde und festgelegte, teils sehr strenge Grenzwerte einhält.

✔ Waschbar bei mindestens 60 °C

Um das Material zu schonen, empfehlen einige Hersteller eine Reinigung bei maximal 30–40 °C. Bei so niedrigen Temperaturen werden jedoch meist nicht genügend Keime und Bakterien entfernt. Um eine hygienische Nutzung zu ermöglichen, sollte Periodenunterwäsche bei mindestens 60 °C waschbar sein.

Häufige Fragen zu Periodenunterwäsche

Wie oft kann man Periodenunterwäsche verwenden?

Bei guter Qualität und richtiger Pflege lässt sie sich mehrere Jahre verwenden. Hersteller geben oft Größenordnungen von rund 50 oder mehr Waschgängen an, bevor die Saugkraft nachlassen kann.

Wie viele Periodenslips brauche ich pro Zyklus?

Viele Frauen kommen mit etwa drei bis fünf Slips pro Zyklus gut zurecht, wenn sie täglich wechseln und regelmäßig waschen. Je nach Blutungsstärke und Zykluslänge kann es sinnvoll sein, etwas mehr oder weniger einzuplanen.

Ist Periodenunterwäsche für Mädchen geeignet?

Ja. Periodenslips werden wie normale Unterwäsche getragen und können insbesondere jungen Mädchen während der ersten Periode ein sicheres Gefühl geben.

Kann ich Periodenunterwäsche auch nachts tragen?

Ja, Menstruationsunterwäsche eignet sich sehr gut für die Nacht und bietet je nach Saugstärke bis zu zwölf Stunden Schutz. Sie gilt als gute Alternative zu Tampons, die aus gesundheitlichen Gründen nicht länger als sechs Stunden in der Vagina bleiben sollten.

Ist Periodenunterwäsche hygienisch?

Ja, Periodenunterwäsche ist hygienisch, wenn sie regelmäßig gewechselt, nach dem Tragen kalt ausgespült und bei mindestens 60 °C gewaschen wird. Wichtig ist außerdem, sie vollständig trocknen zu lassen und ein Modell zu wählen, das für höhere Waschtemperaturen geeignet ist.

Erfahre mehr über Periodenprodukte

Wir haben Informationen über verschiedene Periodenprodukte im Vergleich sowie deren Anwendung für dich zusammengestellt:

Periodenprodukte im Überblick

Wissenschaftlich geprüft

Dr. Maja Sukalo

„Meine Leidenschaft ist es, komplexe wissenschaftliche Themen so aufzuarbeiten, dass sie auch Laien zugänglich werden.“

Dr. Maja Sukalo leitet bei apodiscounter den Bereich Content und verantwortet gemeinsam mit ihrem Team die wissenschaftlich-pharmazeutischen Beiträge für der Ratgeber.

Wichtiger Hinweis: Unsere Artikel und Grafiken werden von unserem Expertenteam überprüft. Grundlage sind stets seriöse Quellen und ärztliche Aussagen. Die Inhalte werden in regelmäßigen Abständen aktualisiert und dienen weder der Selbstdiagnose noch ersetzen sie einen Arztbesuch.