Tampons richtig einführen und anwenden

Tampon mit Rückholbändchen

Klein, diskret, praktisch – für viele Frauen sind Tampons während der Periode unverzichtbar. Trotzdem tauchen bei der Anwendung immer wieder Fragen auf: Welche Größe passt zu mir? Wie sollte man einen Tampon einführen? Und wann muss ich ihn spätestens wechseln? Erfahre alles über die Vor- und Nachteile von Tampons und welche Rolle das seltene toxische Schocksyndrom (TSS) dabei spielt.

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Wissen kompakt

  • Wähle die Tampon-Größe passend zur Stärke deiner Blutung.
  • Ein Tampon sitzt richtig, wenn du ihn nicht spürst. Dann ist er meist tief genug eingeführt.
  • Nach vier bis sechs Stunden sollte der Tampon gewechselt werden, um Infektionen wie ein toxisches Schocksyndrom (TSS) zu vermeiden.
  • Beim Schwimmen sind Tampons praktisch. Durch den Kontakt mit Wasser saugen sie sich jedoch schneller voll.

Was ist ein Tampon?

Ein Tampon ist ein zylinderförmiges, saugfähiges Periodenprodukt aus gepresstem Zellstoff. Er wird in die Vagina eingeführt und nimmt dort das Menstruationsblut auf. Die meisten Tampons verfügen über einen Rückholfaden, mit dessen Hilfe sie sich leicht wieder entfernen lassen.

Welche Tampon-Größen gibt es?

Tampons gibt es in verschiedenen Größen bzw. Saugstärken. Die jeweilige Saugfähigkeit erkennst du in der Regel an den kleinen Tropfensymbolen auf der Verpackung: Je mehr Tropfen abgebildet sind, desto höher ist die Aufnahmekapazität.

Welche Saugstärke ist für mich geeignet?

Wenn du zum ersten Mal Tampons verwendest, starte am besten mit der kleinsten Größe. Diese ist im deutschen Handel häufig mit 2 Tropfen gekennzeichnet oder trägt Bezeichnungen wie „Mini“. Ist der Tampon schon nach kurzer Zeit vollgesogen oder läuft aus, kannst du eine höhere Saugstärke ausprobieren.

Lässt sich ein Tampon nach mehreren Stunden nur schwer entfernen oder fühlt sich trocken an, greife beim nächsten Mal lieber zu einer kleineren Variante. So vermeidest du, dass die Scheide austrocknet.

Tipp: Viele Frauen nutzen im Zyklusverlauf unterschiedliche Tampon-Größen, je nachdem, wie stark die Blutung gerade ist.

Fun Fact to go ?

Die Marke o.b. steht für „ohne Binde“. Die Abkürzung wurde in den 1950er‑Jahren bewusst gewählt, um Tampons als diskrete Alternative zur klassischen Binde zu vermarkten.

Tampon einführen: Tipps und Tricks

Gerade beim ersten Mal kann es sich noch ungewohnt anfühlen, einen Tampon einzuführen. Mit etwas Übung und der richtigen Technik kann es jedoch ganz unkompliziert gelingen.

Tampon einführen Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Hände gründlich waschen: Saubere Hände helfen, das Infektionsrisiko zu verringern.
  2. Schutzfolie entfernen: Entferne die Schutzfolie erst direkt vor der Anwendung, damit der Tampon möglichst hygienisch bleibt, und lege den geöffneten Tampon nicht auf Oberflächen ab.
  3. Rückholbändchen kontrollieren: Ist das Rückholbändchen gut sichtbar, lässt sich der Tampon später leichter wieder entfernen.
  4. Bequeme Position einnehmen: Du kannst dich z. B. auf die geöffnete Toilette setzen, ein Bein auf den Badewannenrand stellen oder leicht in die Hocke gehen.
  5. Tampon einführen: Halte den Tampon am unteren Ende und schiebe ihn mithilfe eines Fingers schräg nach hinten oben in die Vagina. Tipp: Ein Applikator kann das Einführen erleichtern.
  6. Sitz überprüfen: Der Tampon sitzt richtig, wenn du ihn nicht mehr spürst. Wenn es „kratzt“ oder unangenehm ist, versuche ihn etwas tiefer einzuführen oder teste eine kleinere Größe.

Tampons mit Applikator – was ist der Vorteil?

Tampons mit Applikator können das Einführen erleichtern, weil der Tampon dadurch oft angenehmer platziert werden kann. Der Tampon befindet sich dabei in einer Einführhilfe aus Pappe oder Kunststoff. Gerade für Anfänger kann das ein echter Komfort-Boost sein.

Auch unterwegs sind Tampons mit Applikator eine praktische Alternative, zum Beispiel wenn du dir gerade nicht die Hände waschen kannst. Der Nachteil: Durch die zusätzliche Einführhilfe entsteht mehr Müll als bei herkömmlichen Tampons.

Wie lange können Tampons im Körper bleiben?

Es wird empfohlen, den Tampon alle vier bis sechs Stunden auszutauschen. Da das Wechseln nachts oft schwierig ist, können Binden oder Periodenunterwäsche beim Schlafen eine gute Alternative sein.

Gut zu wissen

Ein zu lange getragener Tampon kann sich nicht nur unangenehm anfühlen, sondern auch das Risiko für Infektionen erhöhen.

Toxisches Schocksyndrom (TSS) – selten, aber ernst

Das toxische Schocksyndrom (TSS) ist eine sehr seltene, aber lebensbedrohliche Infektion, die durch bestimmte Bakteriengifte ausgelöst wird. Ein Zusammenhang mit der Verwendung von Tampons ist bekannt, vor allem, wenn sie zu lange getragen oder Modelle mit sehr hoher Saugfähigkeit benutzt werden. Das Risiko, ein toxisches Schocksyndrom zu entwickeln, ist jedoch selbst dann sehr gering.

Typische TSS-Symptome sind:

  • Plötzliches, hohes Fieber
  • Schwindel, Kreislaufprobleme, Blutdruckabfall
  • Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall
  • Hautausschlag (ähnlich wie ein Sonnenbrand)
  • Ausgeprägtes, allgemeines Krankheitsgefühl

Treten die oben genannten Beschwerden einzeln oder in Kombination auf, während du einen Tampon trägst, entferne ihn umgehend und suche sofort ärztliche Hilfe auf.

Was ist ein Soft-Tampon?

Soft-Tampons sind weiche Einweg-Schwämmchen ohne Rückholfaden. Viele schätzen sie, weil sie auch beim Sex während der Periode kaum spürbar sind. Wichtig ist jedoch, sie nur einmal zu verwenden und regelmäßig zu wechseln, um dem Risiko einer Infektion vorzubeugen.

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Tampon mit Rückholbändchen

Was ist ein Menstruationsschwamm?

Menstruationsschwämme funktionieren ähnlich wie Soft-Tampons. Sie bestehen meist aus natürlichem Meeresschwamm, einem besonders weichen, saugfähigen Material. Im Unterschied zu (Soft-)Tampons können Menstruationsschwämmchen nach sorgfältiger Reinigung mehrfach verwendet werden und gelten daher als umweltfreundliche Alternative.

Gut zu wissen

Da Menstruationsschwämme bislang weder einheitlich geprüft noch als Medizinprodukte reguliert sind und es nur wenige Studien zu ihrer Sicherheit gibt, sehen einige Fachleute ihre Verwendung kritisch. Sie befürchten ein erhöhtes Risiko für Infektionen wie das toxische Schocksyndrom (TSS). Ob ein Menstruationsschwamm für dich geeignet ist, solltest du am besten ärztlich abklären. Bei bestehenden Infektionen oder Entzündungen ist von der Anwendung abzuraten.

Übersichtsgrafik zu verschiedenen Tampon-Varianten: klassischer Tampon, Soft-Tampon und Menstruationsschwamm.
Klassischer Tampon, Soft-Tampon und Menstruationsschwamm.

Weitere Periodenprodukte entdecken

Tampons sind nur eine von vielen Möglichkeiten, deine Periode zu managen. Auch Binden, Menstruationstassen oder Periodenunterwäsche können je nach Alltag und Bedürfnis zu dir passen oder deine Menstruationshygiene ergänzen.

Häufige Fragen zur Anwendung von Tampons

Wie benutzt man einen Tampon richtig?

Wasche dir zuerst die Hände und führe den Tampon dann mithilfe eines Fingers oder Applikators schräg nach hinten oben ein. Wenn du ihn nicht spürst, sitzt er meist richtig.

Wie lange Tampon drin lassen?

Am besten wechselst du deinen Tampon nach vier bis sechs Stunden. Länger als sechs Stunden solltest du ihn möglichst nicht tragen, um das Risiko für Infektionen gering zu halten.

Mit Tampon schwimmen – geht das?

Ja, das ist problemlos möglich. Wechsle den Tampon idealerweise direkt vor und nach dem Schwimmen.

Was tun, wenn ich einen Tampon vergessen habe zu wechseln?

Versuche Ruhe zu bewahren und den Tampon bei der nächsten Gelegenheit in entspannter Position über das Rückholbändchen oder durch leichtes Pressen auf der Toilette zu entfernen. Wenn das nicht klappt oder Beschwerden wie Schmerzen, Fieber oder ein unangenehmer Geruch auftreten, solltest du das umgehend ärztlich abklären lassen.

Wann sollte ich keinen Tampon verwenden?

Bei akuten Infektionen der Scheide, nach gynäkologischen Eingriffen oder nach Auftreten eines toxischen Schocksyndroms (TSS) solltest du nach Möglichkeit keine Tampons verwenden.

Wissenschaftlich geprüft

Dr. Maja Sukalo

„Meine Leidenschaft ist es, komplexe wissenschaftliche Themen so aufzuarbeiten, dass sie auch Laien zugänglich werden.“

Dr. Maja Sukalo leitet bei apodiscounter den Bereich Content und verantwortet gemeinsam mit ihrem Team die wissenschaftlich-pharmazeutischen Beiträge für der Ratgeber.

Wichtiger Hinweis: Unsere Artikel und Grafiken werden von unserem Expertenteam überprüft. Grundlage sind stets seriöse Quellen und ärztliche Aussagen. Die Inhalte werden in regelmäßigen Abständen aktualisiert und dienen weder der Selbstdiagnose noch ersetzen sie einen Arztbesuch.