Superfood | Podcast Folge 105

Superfood: Gesundes Essen genießen

Goji, Chia, Spirulina, Açaí, Moringa – oder doch lieber heimische Blaubeeren, Grünkohl und Leinsamen? In dieser Folge von „kernig & gesund“ spricht Mario D. Richardt mit Dr. Anne Latz über die wahren Nährstoffhelden. Welche Lebensmittel halten, was sie versprechen, welche sind überbewertet – und worauf sollten Sie beim Kauf achten? Ein praxisnaher Ratgeber für alle, die Superfoods besser verstehen und clever in ihren Alltag integrieren möchten.

Expertin: Dr. Anne Latz, Ärztin, Neurowissenschaftlerin, Unternehmerin und vieles mehr

Ärztin und Unternehmerin

Dr. Anne Latz

Dr. med. Anne Latz ist Ärztin, Unternehmerin und Expertin für Präventions- und Lebensstilmedizin. Sie ist Mitgründerin von Hello Inside, einem Health-Tech-Startup zur Verbesserung der Stoffwechselgesundheit. Neben ihrer medizinischen Ausbildung hat sie einen BWL-Abschluss sowie zahlreiche Weiterbildungen, u. a. an der Harvard Medical School, absolviert. Dr. Latz setzt sich für eine moderne, datenbasierte Präventivmedizin ein und ist als Speakerin, Autorin und Vordenkerin im Digital-Health-Bereich aktiv.

Auf der Suche nach Superfoods?

Schau dir unsere riesige Auswahl an Superfoods an.

  • Große Auswahl
  • Günstige Preise*
  • Schnelle Lieferung**
Superfood: Gesundes Essen genießen

Superfoods – Durch die Vielfalt navigieren

Inhaltsverzeichnis öffnen

Goji, Chia, Spirulina, Açaí, Moringa oder auch heimische Klassiker wie Blaubeeren, Grünkohl oder Leinsamen – was im Prinzip jeder kennt. Sogenannte „Superfoods“ gelten als wahre Nährstoffbomben. Doch welche dieser Lebensmittel halten wirklich was sie versprechen und wann ist Superfood eigentlich nur ein Supermarketing? In dieser Folge von „kernig & gesund“ navigieren wir durch die bunte Welt der Superfoods.

„kernig & gesund“ – der Gesundheitspodcast, präsentiert von apodiscounter – die Apotheke für alle.

Mario D. Richardt: Willkommen zu „kernig & gesund“. Ich bin Mario D. Richardt und heute sprechen wir über die Superhelden der Ernährung: die Superfoods. Welche sind tatsächlich empfehlenswert? Welche können Sie sich sparen? Darüber spreche ich heute mit einer ausgewiesenen Expertin für Ernährung und Prävention: mit Dr. Anne Latz. Schön, dass du wieder bei uns bist.

Dr. Anne Latz: Ja, freue ich mich auf ein super Gespräch mit dir.

Was sind eigentlich Superfoods? (00:56)

Mario D. Richardt: Danke, dass du Zeit für uns hast. Du bist auch sehr viel beschäftigt. Superfoods sind in aller Munde und das im doppelten Sinne. Was versteht man aber medizinisch und wissenschaftlich eigentlich unter einem Superfood?

Dr. Anne Latz: Ja, da kann ich gar nicht dienen mit einer wissenschaftlich anerkannten Definition. Die gibt’s nämlich gar nicht. Das ist eher ein Marketingbegriff dieses „Superfoods“. Klingt ja vielleicht auch ein bisschen schon so. Da haben wir jetzt keine regulierten Bezeichnungen in Ernährungswissenschaften, keinen Standard. Aber was wir damit meinen, sind Lebensmittel, die einen hohen Gehalt an gesundheitsförderlichen Inhalten haben können. Das ist z. B. Antioxidantien, Omega-3-Fettsäuren, also verschiedene Inhaltsstoffe, die da ganz förderlich sein können.

Mario D. Richardt: Also ein Apfel ist ja auch sehr gesund. Das ist auch schon Superfood?

Dr. Anne Latz: Könntest du für dich so definieren. Also, sei dir freigestellt, wenn du mehr Marketing für Äpfel machst… Habe ich letztens eine Fernsehwerbung gesehen, da war der Cosmic Apfel unterwegs, dachte ich so, ja, da wird der Apfel mal richtig in den Fokus gestellt.

Mario D. Richardt: Ja, also was auf keinen Fall ein Superfood ist, ist Weißbrot, sage ich mal.

Dr. Anne Latz: Gebe ich dir recht.

Mario D. Richardt: Gibt es dann objektive Kriterien, nach denen ein Lebensmittel als Superfood gilt?

Dr. Anne Latz: Ich glaube, es geht wirklich drum, dass sie einen hohen Gehalt dieser gesundheitsfördernden Eigenschaften haben und positiv auf die Gesundheit beitragen können, aber – und das würde ich schon noch ergänzen – in ausgewogener Ernährung eingebettet.

Mario D. Richardt: Also, wie unterscheiden sich jetzt die Superfoods in der Wirkung? Gibt es da Kategorien, dass man sagt, diese sind alle antioxidativ, diese sind entzündungshemmend, diese sind stoffwechselanregend? Dann gibt’s wahrscheinlich welche, die zwei von den Sachen haben oder drei.

Dr. Anne Latz: Genauso könnte man die unterscheiden. Man könnte auch sagen, wir gucken irgendwie uns an irgendwie z. B. lila Lebensmittel (Beeren), grüne Lebensmittel (Grünkohl, Spinat). Also, du kannst es letztlich unterscheiden, wie du magst. Da gibt’s keine Gruppen von Superfoods.

Ich glaube aber, was man schon am meisten liest, sind eben diese tollen Super Powers, die denen so zugeschrieben werden. „Antioxidativ“ ist ja ein Stichwort, „Entzündungsregulation“, das ist sicherlich was, was auch immer gut zieht, ne? Wie gesagt, Marketing, Interesse wecken, da sind irgendwie Zellschutz und Stoffwechsel ganz gute Bereiche, wo man unterwegs sein kann.

Du interessierst dich für Supplements und Nahrungsergänzungsmittel?

Informationen rund um die neusten Supplements findest du im SupLex – unserem Supplement-Lexikon.

Diese positiven Eigenschaften haben Superfoods

Vielfältige Wirkungen und Pluralität (02:56)

Mario D. Richardt: Aber im Prinzip ist das ja dann tatsächlich schon so ein bisschen wissenschaftlich belegt, ne? Wenn man sagt, was weiß ich, z. B. Olivenöl, ne? Da sind ja meistens oder im besten Fall nativ gepresst, dann sind da viele Polyphenole drin und das ist ja nachweislich dann sehr gut für den Körper, also schon Superfood.

Dr. Anne Latz: Ja, das ist immer so spannend bei Ernährungsstudien, weil wir essen ja Lebensmittel selten singulär und das macht’s eigentlich total schwer, das zu untersuchen. Einerseits ist das ja so die Chance, wenn wir vielfältig ausgewogen, bunt essen, ist das ja sozusagen schon der Gesundheitsboost.

Es gibt einzelne Studien, sicherlich, aber für viele der Superfoods vor allem fehlen so Langzeitwerte. Oft sind es auch Tierstudien oder In-vitro-Studien, aber es fehlen eben diese, ja unser Goldstandard, von randomisierten, kontrollierten Studien. Es gibt schon – z. B. Jetzt zum Thema Flohsamenschalen, Leinsamen oder du hast ja auch Chiasamen erwähnt, gibt’s schon ganz gute aktuelle Daten zu, dass die auch wirklich gesundheitsfördernde Eigenschaften haben. Es gibt auch zu Kurkuma, grünem Tee, systematische Reviews.

Also man findet schon, wenn man was sucht, einzelne Studien. Aber ich finde es immer sehr sehr schwierig zu sagen, „das eine Superfood mit der einen Funktion“, weil das ist ja gar nicht unsere Lebensrealität.

Mario D. Richardt: Also im besten Fall macht man sich eine Salatschüssel und haut sich alles rein, was sehr sehr gesund ist, ne gute Kombi aus allem. Vielleicht kannst du uns da mal die Hand nehmen und uns mal durch die Welt der Superfoods führen. Welche sind denn empfehlenswert? Was können sie? Was sollen sie können? Beginnen wir vielleicht mit denen, die ich genannt habe, ne? Also Goji-Beeren. Was wird denen nachgesagt? Was sollen die können?

Goji-Beeren, Chia, Açaí, Spirulina & Moringa (4:23)

Dr. Anne Latz: Ja, die Goji-Beeren, das sind ja diese mini-kleinen, knallroten Beeren, die man irgendwie auch in seinen Porridge drauf schmeißen kann oder auch seine Bowl streuen kann. Die sind reich an Antioxidantien. Das Stichwort hatten wir schon, reich an Vitamin C. Sind ja ein bisschen exotisch, die kriegt man jetzt auch nicht überall.

Deswegen muten die vielleicht deswegen so ein bisschen als Superfood an. Das ist irgendwie so mein Eindruck. Alles was so ein bisschen von irgendwo her kommt und bisschen fremd klingt, das muss ja schon mal super sein. Aber genau, die kann man z. B. eben gut als Topping z. B. verwenden.

Mario D. Richardt: Und selbst Chia soll Superfood sein.

Dr. Anne Latz: Genau. Chia ist natürlich auch ein bisschen exotisches Superfood, aber eine super Omega-3-Quelle, hilft. Jeder der Chia schon mal konsumiert hat weiß, die können ganz schön satt machen, so Chiasamen. Eine super Ballaststoffquelle, hilft dann dementsprechend auch bei der Verdauung.

Hier ist wichtig, die nicht trocken zu konsumieren, ne? Die sollen einmal aufquellen, weil wenn die jetzt so trocken runtergehen und auf einmal unserem Magen-Darm-Trakt quellen, ist das gar nicht so ungefährlich. Das heißt, die eignen sich gut, um so einen Chia-Pudding vorzubereiten oder so in den Overnight Oats mit einzubauen. Die kann man auf jeden Fall konsumieren. Wie gesagt, nie trocken, sonst quellen die an den falschen Stellen auf…

Mario D. Richardt: Und ganz viel trinken dazu.

Dr. Anne Latz: Genau, ganz viel trinken dazu oder wie gesagt mit Flüssigkeit schon vorbereiten, dann kriegen die ja so, kriegt das ja wirklich so eine puddingartige Konsistenz.

Mario D. Richardt: Was kannst du denn über Açaí sagen? Ehrlicherweise vor dem Podcast dachte ich immer es heißt „Akai“, aber du hast mich kurz vorher aufgeklärt. Es heißt „Acha-i“.

Dr. Anne Latz: Ja, Açaí die sind ja sehr, so Açaí-Bowls sind ja so sehr bekannt geworden auch durch verschiedene Influencer:innnen, die gibt’s, das sind dann diese dunkel lilanen Bowls oder auch manchmal Smoothies, die man so zubereiten kann. Also schmeckt ganz gut. Was mir so auffällt, ist es schon oft mit Zucker zugesetzt.

Deswegen das ist sowas, wo man so ein bisschen aufpassen muss – wie gesund ist es dann wirklich? Auch eine super Antioxidantienquelle, Vitamin E haltig. Kann auf unseren Cholesterinwert wirken, aber das ist so ein bisschen was, wo ich so sagen würde, das ist wirklich so Hype-Produkt, was man nicht auf seinem täglichen Speiseplan braucht, meiner Meinung nach.

Mario D. Richardt: Und du hast das auch gerade schon gesagt, so ein Hype-Produkt, ne? Wenn man jetzt auf TikTok z. B. oder Instagram unterwegs ist, da kommen die nächsten zwei Kandidaten her, die mir da zumindest sehr häufig begegnen von Influenzern, die dann sagen: „Ah, Spirulina hilft bei dem, hilft bei dem oder Moringa.“ Was steckt da dahinter?

Dr. Anne Latz: Kann man alles machen. Proteinquelle, beide wirken antioxidantienreich. Moringa wird auch noch ein Blutzuckereinfluss zugeschrieben. Ich bin eher so ein Fan von „man kann auch mal mit den lokalen Superfoods anfangen“. Man kann Dinge konsumieren, die hier in der Nähe wachsen. Man kann Dinge konsumieren, die auch nicht die teuersten sind, ne? Das sind ja alles Dinge, die für regionale Superfoods auch eher sprechen, dass man halt einfach saisonal konsumieren kann, dass es weniger teuer ist, natürlich auch einfach nachhaltiger ist.

Natürlich darf man das alles gerne ausprobieren. Ich finde, das ist auch vielleicht was, was man eher mal im Café oder so sich vielleicht auch noch mal holt oder wo dann das Marketing auch gut funktioniert auf der Speisekarte. Aber es ist kein Superfood, wo ich sag, den braucht man jetzt auf seinen Teller. Da gibt’s andere, die ich viel mehr basic finde, die ganz gut sind.

Regionale und saisonale Superfoods (07:17)

Mario D. Richardt: Wahrscheinlich Blaubeeren.

Dr. Anne Latz: Du, Blaubeeren, auf jeden Fall! Blaubeeren sind ein wirkliches Superfood. Generell so finde ich es immer ganz schön in Pflanzenfarben zu denken, weil man muss sich immer vor Augen führen, so die verschiedenen Farben sind so die Sprache der Pflanzen. Du hattest eben schon gesagt, ein großer bunter Salat, alles reinschmeißen, ganz genau das, ne. Vielfalt, Eat the Rainbow, daher kommt’s, dass man einfach verschiedene Farben, verschiedenen Input, verschiedene Informationen.

Für den Körper ist lila sicherlich eine gute Information. Heidebeeren, die dann im Idealfall nicht den halben Planeten bereist haben, die nicht total gespritzt sein müssen, ne? Das ist ja auch wichtig, wenn man Superfoods oder überhaupt Foods konsumiert. Vor allem, wenn man welche regelmäßig konsumiert, dass man eher drauf guckt, was ist die Qualität.

Mario D. Richardt: Was wird den Blaubeeren nachgesagt?

Dr. Anne Latz: Sind riesige Quelle von Antioxidantien. Das heißt, die fangen die freien Radikale ab. Die sind dementsprechend auch entzündungshemmend. Und ich finde das auch immer noch ganz schön: die sind auch noch sehr lecker.

Mario D. Richardt: Was man von Grünkohl nicht sagen kann, also ich mag’s überhaupt nicht. Magst du das, Grünkohl?

Dr. Anne Latz: Ähm, es hängt immer so von der Zubereitung ab. Ich mag auch Sauerkraut gerne, aber das ist immer so die Frage, wie macht man das? Und davon hängt natürlich auch, wie gesund ist es dann auch wirklich? Grünkohl hat ja auch ein ziemlichen Hype erlebt. Also, ich mag’s schon ganz gerne…

Mario D. Richardt: In der Weihnachtszeit…

Dr. Anne Latz: Genau, schön im Eintopf. Nein, aber es gibt natürlich schon gute Rezepte. Beim Grünkohl ist es ja so, den muss man so ein bisschen massieren, damit er nicht so sperrig und spröde und knackig ist. Ich persönlich finde das einfach immer viel zu anstrengend das zu machen, aber wenn jemand mal einen leckeren Grünkohl oder, wir sagen ja im Superfood-Bereich „Kale“-Salat macht.

Ich finde dabei ganz wichtig: nehmt doch irgendwie Sachen, die praktikabel sind, die auch einfach zubereitbar sind und natürlich auch die ihr mögt, ne? Weil ich finde bei all den Superfoods, wenn ich den Geschmack nicht mag, dann suche ich mir doch vielleicht eine andere Alternative.

Mario D. Richardt: Kannst du uns vielleicht so drei Sachen nennen, die du auf jeden Fall empfehlen würdest, weil du es persönlich benutzt?

Ballaststoffe: Chiasamen, Leinsamen, Flohsamenschalen (09:02)

Dr. Anne Latz: Also bei den Chiasamen hatten wir schon angefangen. Da finde ich genauso gut eigentlich die Alternative Lein- oder Flohsamen. Die sind wirklich so reich an Ballaststoffen und wir reden ja alle immer so: „Oh, Proteine, Proteine“. Aber eigentlich versuchen wir gar nicht genug unsere Ballaststoffe um 30 g pro Tag eben zu matchen, und da kann man super mit so verschiedenen Saaten und Samen arbeiten. Gerne auch eine Kombination von denen.

Also das finde ich ein wirkliches Superfood, die wie gesagt die Verdauung beeinflussen. Dann sind es so lösliche Ballaststoffe, die auf die Gallensäuren wirken, selbst auf unsere – da gibt’s Studien zu – auf unser LDL, also auf unsere Fettwerte, den Blutzuckerspiegel und sogar eben die Sättigung und damit dann auch das Abnehmen beeinflussen können.

Mario D. Richardt: Also Flohsamenschalen am besten morgens ein, zwei Teelöffel mit sehr viel Wasser zusammen trinken, einrühren und dann hinter damit.

Dr. Anne Latz: Ja, also das wäre jetzt die nicht so leckere Variante, aber kann man machen. Man kann aber sich so drei Teelöffelchen in seinen Porridge, in sein Müsli mit einrühren. Also ich bin immer ein Fan davon, sich Sachen auch irgendwie lecker und leicht zu machen. Aber klar, du kannst es auch trinken. Ich persönlich denke, so ein Mix von Saaten, sich einfach vorzubereiten von Samen, man kann das ja schon alles vormischen und dann entweder über Nacht oder so einweichen lassen und das ist ein super easy und auch super Superfood.

Mario D. Richardt: Also ich persönlich mache das mit den Flohsamenschalen so, dass ich das morgens als erstes zu mir nehme einfach, weil es quillt auf im Magen, man ist gleich schon mal satt und es unterstützt natürlich auch die Menschen, die sich sagen, ich mache 16-8, also Intervallfasten, intermittierendes Fasten und dann ist der Magen schon mal voll. Hat trotzdem keine Kalorien, passt wunderbar.

Dr. Anne Latz: Absolut. So kann man es auf jeden Fall auch machen. Und wenn man das geschmacklich gut verträgt, dann ist das auch eine super Möglichkeit.

Mario D. Richardt: Welche Vorteile haben den Leinsamen? Hast du ja auch schon angesprochen.

Dr. Anne Latz: Eigentlich eine ähnliche Wirkung. Also die wirken ähnlich vom Ballaststoffprofil. Flohsamen haben einfach noch mal einen höheren Anteil an Ballaststoffen und wirken noch mal deutlicher auf die Verdauung. Also die können ja sowohl bei Verstopfung als auch bei Durchfällen helfen. Wer das noch nicht ausprobiert hat: es ist auf jeden Fall gutes Hausmittelchen, bevor man da zu Medikamenten greift. Genau.

Bei Leinsamen ist es ähnlich. Die haben auch noch mal Fettsäureprofile, man kennt ja auch noch mal Leinöl, was vielleicht ganz gut ist. Da muss man aber drauf achten, das auch immer im Kühlschrank aufzubewahren. Das wissen viele nicht, sonst wird das schnell ranzig. Aber letztlich da würde ich so ein bisschen nach Geschmack gehen und auszuprobieren, ne? Flohsamen haben halt irgendwie über 80 % Ballaststoffe, Leinsamen bisschen weniger und Chia haben wir ja auch schon drüber gesprochen.

Mario D. Richardt: Also der große Benefit bei dem Flohsamenschalen ist dann tatsächlich nicht nur, dass es den Magen füllt, sondern eben auch wie du schon gesagt hast und ganz kurz und knackig runtergebrochen bei der Verdauung, festes wird wieder weich und weiches wird fest.

Dr. Anne Latz: Ja, Wahnsinn oder? Schon krass. Echtes Superfood, vielleicht.

Grünes Superfood: Brokkoli, Spinat, Avocado (11:35)

Mario D. Richardt: Alleskönner. Genau. Was hast du denn zu sagen, bleiben wir beim Regionalen, zu Brokkoli und Spinat?

Dr. Anne Latz: Grün hatte ich ja schon gesagt. Grüne Lebensmittel sind auf jeden Fall eine feine Sache. Brokkoli ist sehr zellschützend. Ich finde Brokkoli auch sehr lecker. Sowohl gekocht als auch so ein bisschen knackig noch. Spinat enthält Eisen. Jetzt nicht so wie Popeye es früher gesagt hat, aber Folsäure, Vitamin K, Carotinoide, also ist auch ein Pflanzenstoff, der auch noch mal schützend ist. All diese Pflanzenstoffe, die eben diese Gemüsearten z. B. enthalten sind ja welche, die sie vor Erregern schützen und dann auch für uns eben gesundheitsförderlich sind.

Also genau, das wäre eigentlich auch so ein bisschen auf meiner persönlichen Superfood Liste. Jeden Tag grüne Lebensmittel, also überhaupt verschiedene Farben zu integrieren. Lila und grün sind immer gut, aber ich habe auch nichts gegen den roten Apfel oder – und da bin ich schon so sehr flexibel – einfach zu gucken, was ist gerade saisonal da. Lass ich mich auch gerne mal inspirieren im Supermarkt.

Mario D. Richardt: Und wir lassen uns gleich nach einer kurzen Unterbrechung weiter gern von dir inspirieren, Anne.

Medikamente, Gesundheitsprodukte und starke Preise gibt’s bei apodiscounter.de. Bestellen Sie in Ihrer Online-Apotheke und lassen Sie sich alles bequem nach Hause liefern. Doch nicht nur freiverkäufliche Produkte, auch rezeptpflichtige Medikamente können Sie bei apodiscounter.de de bestellen. Lösen Sie dafür einfach Ihr E-Rezept mit der praktischen apodiscounter App ein. Und das Beste: mit dem Gutscheincode PODCAST5 sparen Sie 5 € auf die nächste Bestellung im Shop auf www.apodiscounter.de. Bestellen Sie über die apodiscounter App, können Sie mit dem Gutscheincode PODCAST7 sogar 7 € sparen. Der Mindestbestellwert beträgt 49 €. Gutschein gültig bis 29.01.2026.

Mario D. Richardt: Weiter geht’s mit Dr. Anne Latz. Wir sprechen heute über Superfoods und ich habe mir gleich mal das nächste aufs Tableau gehoben hier. Wie ist es denn mit Avocado?

Dr. Anne Latz: Avocado? Mal abgesehen davon, wie viel Wasser man für die Produktion braucht, was wir ja natürlich immer noch mal erwähnen müssen, ist ein Superfood, weil es sehr viel Vitamin E und Kalium, aber auch gesunde Fette enthält und auch reich an Magnesium ist und echter Brainfood dementsprechend auch ist. Weil früher war es ja immer so ein bisschen diese Angst vor Fetten und das ist was, was wir gar nicht mehr haben müssen. Das ist vielleicht auch noch mal…

Mario D. Richardt: Nicht vor den guten Fetten…

Dr. Anne Latz: Von den guten Fetten. Genau, ne? Das ist sicherlich was. Früher war es ja so Low Fat eine Zeit lang ganz großer Trend, was dazu geführt hat, dass irgendwie alles mit High Sugar angereichert wurde, genau. Und jetzt wissen wir, dass wir z. B. für unsere Zellen auf jeden Fall die gesunden Fettsäuren benötigen.

Mario D. Richardt: Aus Olivenöl, aus Leinöl z. B. oder eben aus Avocados.

Die 4K Foods: Kefir, Kombucha, Kimchi & Kraut (14:05)

Dr. Anne Latz: Genau. Oder aus Nüssen, Walnüssen z. B., genau. Ein Superfood, der so ein bisschen doch, ich würde schon sagen auch im Kommen ist, das sind so probiotische Lebensmittel. Da habe ich so die 4K ganz gerne. Das ist okay. Vier: Kimchi, Kombucha und Kraut. Ich hatte Sauerkraut ja schon erwähnt. Da versuche ich eigentlich auch jeden Tag eine kleine Einheit zu konsumieren.

Kimchi ist da so weit vorne bei mir. Das kann man super gut einkaufen, ne? Das ist ja so ein bestimmter Kohl, der so ein bisschen scharf angemacht ist, weil das einfach sehr, sehr gut ist fürs Mikrobiom. Und bei diesen Lebensmitteln ist es auch gut, die in kleinen Dosen regelmäßig zu konsumieren, damit man eben nicht stark drauf reagiert oder das Gefühl hat, man verträgt die eigentlich gar nicht.

Mario D. Richardt: Sauerkraut hast du gesagt. Auch ganz wichtig: nicht das aus den Dosen nehmen, das auch schon abgekocht ist, sondern tatsächlich geht’s um frisches Sauerkraut.

Dr. Anne Latz: Genau. Gibt’s tatsächlich auch so vakuumiert in manchen Supermärkten. Da muss man einfach ein bisschen drauf gucken, dass wirklich nicht zugesetzt ist, vor allem kein Zucker, ne? Das ist so dieses, was man so klassisch kennt, diese Konservendose und Sauerkraut. Das ist jetzt kein Superfood, aber dass man da so ein bisschen schaut, generell bei Kohlarten, auch Rotkohl oder so, talking about „lila Lebensmittel“ ist das auch eine schöne Möglichkeit.

Also je länger wir reden wird irgendwie klar, es gibt sehr sehr viele Foods, die super sind. Ob wir die jetzt immer Superfoods nennen wollen, es geht ja eher drum, essen wir bunt, vielfältig und ausgewogen und dann finden wir vielleicht auch Sachen, die wir einfach gerne mögen, ne? Weil ich finde, das ist immer wichtig, wenn man ein Lebensziel umsetzen will, dass man auch sich seine Bowls, seine Teller so gestaltet, dass man sich oft drauf freuen kann.

Bioqualität bei Gerstengras, Kurkuma & Gewürzen (15:30)

Mario D. Richardt: Man muss sich einfach damit beschäftigen und sich auch mal was Neues wagen. Was hältst du denn von Gerstengras? Das ist ja auch im Internet hoch und runter. Was soll das können? Wofür ist es gut?

Dr. Anne Latz: Ja, das ist wirklich ein ziemlicher Hype. Auch als so Chlorophyllquelle, reich an Magnesium und irgendwie so als basisch, einzurühren in verschiedene Smoothies. Kann ich gar nicht so viel zu sagen. Habe ich selber glaube ich noch gar nicht ausprobiert.

Würde ich immer sagen: bei allem, was als Pülverchen kommt und als irgendwie wo man nicht ganz genau weiß woher, dass man da noch mal besonders schaut, ist es ein EU-Produkt, unter welchen Umständen wird das gemacht, ne? Weil bei den Superfoods ist es halt ganz wichtig, wenn man die in der Pulverform nimmt, dass man da eben schaut, dass die ein bestimmtes entweder Biosiegel haben oder eben nicht total mit chemischen Zusatzstoffen übersehen sind.

Mario D. Richardt: Also da auf jeden Fall drauf achten, ne? Wenn man Superfoods kauft oder allgemein Lebensmittel im besten Fall natürlich immer Bioqualität.

Dr. Anne Latz: Absolut. Also ich finde es gerade bei den Pulvern, weil das ist dann hoch konzentriert, können Schwermetalle enthalten und so weiter. Wenn man jetzt einmal sich Goji-Beeren holt oder irgendwo ein Gerstengras-Smoothie im Supermarkt oder im Café trinkt, gar kein Problem. Aber wenn sich sagt „okay, das will ich jetzt jeden Tag in meine Routine integrieren“, dann würde ich sagen, dann lieber einmal nach Bioqualität schauen. Gerade gibt’s verschiedene Label in Deutschland, in Europa. Das finde ich schon ganz wichtig.

Mario D. Richardt: Gerade auch bei Kurkuma?

Dr. Anne Latz: Ja, das ist natürlich so ein bisschen bei Gewürzen, da hatte ich einen ziemlichen Schocker auch letztens: Dachte ich eigentlich, da ist man ziemlich auf der sicheren Seite, aber da war ich bei so einem türkischen Koch-Workshop und da hat sie sagt, nee, nee, nee, da muss man richtig drauf achten, dass man auch noch mal schaut, wo seine ganzen Gewürze herkommen. Also da könnte man noch mal richtig „down the rabbit hole“. Ich würde sagen: Kurkuma. Kukurmin – wie oft nutzt man das? Vielleicht nutzt man das vielleicht ein-, zweimal die Woche, wenn ich irgendwie Ofengemüse mache oder so.

Mario D. Richardt: So oft?

Dr. Anne Latz: Ja, findest du? Einmal die Woche, weiß ich nicht.

Mario D. Richardt: Ich nehme es meistens nur im Winter, denn…

Dr. Anne Latz: Genau, jetzt im Sommer – vielleicht… Ofengemüse im Sommer mache ich jetzt auch nicht so oft, ne? Vielleicht jetzt so sporadisch, dann würde ich sagen noch seltener, dann denke ich, ist das okay. Aber wenn man jeden Tag bestimmte Gewürze nutzt, dann sollte man auch schauen, dass die eine gute Qualität haben. Das braucht halt einmal so ein bisschen Effort [Anstrengung]. Einmal muss man gucken, was ist da drin? Aber dann weiß man irgendwie auch, was man hat. Es ist glaube ich immer wichtig, da so ein bisschen seine verlässlichen Lebensmittel, sein gutes Olivenöl und so weiter zu haben.

Matcha & Knoblauch (17:38)

Mario D. Richardt: Dann weiß ich, weil ich dir auf Instagram folge, ein Fan bist von Matcha.

Dr. Anne Latz: Ja, ich bin großer Matcha-Fan. Hätte ich wahrscheinlich auch noch erwähnt. Also ich bin auch großer Kaffeefan. Das ist für mich kein entweder/oder. Kaffee ist irgendwie auch ein Superfood, weil es auch viele Pflanzenpunkte hat und Antioxidantien, aber Matcha hat noch mal so ein bisschen andere Wirkung. Das stimuliert ja noch mal ein bisschen anderes. Das hat das L-Theanin, das macht nicht so diesen Kick wie der Kaffee und diesen krassen Abfall von Energie. Manchmal macht ja Kaffee so unruhig. Matcha kann ganz schön den Anstieg machen, hält uns dann auch was länger wach und lautet dann ein bisschen leichter ab.

Mario D. Richardt: Dann hast du vorhin schon gesagt: die vier Ks. Kohl, Kefir, Kimchi, Kurkuma.

Dr. Anne Latz: Ne, Kombucha.

Mario D. Richardt: Kombucha?

Dr. Anne Latz: Kurkuma nicht.

Mario D. Richardt: Ah, Männer… Gedächtnis wie ein Goldfisch…

Dr. Anne Latz: Geht um das Fermentierte dabei.

Mario D. Richardt: Ja, genau. Aber ich hätte jetzt fast noch gesagt, es fehlt noch ein K dabei, nämlich Knoblauch. Ist ja letztlich auch ein Superfood, oder?

Dr. Anne Latz: Ja, Knoblauch ist ein Probiotikum, das heißt, das ist auch Futter für unsere Darmbakterien. Mein Onkel hat früher immer so ein Knoblauchtrunk gemacht, Da war ich noch sehr klein. Dachte so, was ist das? Eigentlich war es natürlich wirklich ganz schön gesund, ne? Das kann irgendwie sehr antibakteriell wirken. Auch auf den Blutdruck wird eine Wirkung zugeschrieben.

Mario D. Richardt: Wirkt gegen Vampire.

Dr. Anne Latz: Ja, genau. Wirkt je nach Beruf auch gegen Kund:innen. Also das ist so ein bisschen die Frage, ne? Gibt ja einen super Geschmack, kann in großen Mengen aber auch sehr durstig machen. Das heißt, muss man glaube ich einfach schauen, wie bei all den Dingen: Will ich das integrieren? In welcher Art will ich das integrieren? Aber zählt nicht zu den 4K. Aber hat auf jeden Fall auch viele gesundheitsfördernde Eigenschaften.

Superfoods vs. Nahrungsergänzungsmittel (19:10)

Mario D. Richardt: Wie unterscheiden sich denn Superfoods von Nahrungsergänzungsmitteln. oder gibt’s da im Prinzip fließende Übergänge?

Dr. Anne Latz: Die unterscheiden sich sehr deutlich, weil Nahrungsergänzungsmittel sind wirklich hochkonzentrierte Präparate. Die nehmen wir meistens in Tabletten, in Kapselform zu uns und da sind so ganz isolierte, extrahierte Nährstoffe, die aber auch noch spezielle Zulassungen und Kennzeichnung eben erfordern. Das ist natürlich so ein bisschen so ein Unterschied, diese Fokussierung auf den Wirkstoff, wohingegen diese Superfoods ja noch, in Anführungszeichen, natürliche Lebensmittel sind, denen wir aber eine Wirkung zuschreiben, die aber eben einfach noch unter die Lebensmittel fallen.

Mario D. Richardt: Gibt’s den irgendwelche Superfoods, wo du sagen würdest persönlich, die sind komplett überbewertet?

Dr. Anne Latz: Ja, ich muss sagen, so dieser Açaí-Bowls, also ich glaube, die braucht keiner in seinem Tiefkühlfach für zu Hause, um die sich dann noch zu machen. Wie gesagt, da ist oft auch wirklich so sehr viel Hype mit zugesetztem Zucker. Da würde ich halt wirklich mal sagen, das ist dann auch kein Superfood mehr, je nachdem, wie süß die sind und was da eben noch drin ist.

Ja, finde ich einfach so ein bisschen zu sehr gehyped, aber ich verstehe auch, ne, es sieht immer schön aus, wenn ich irgendwo im Urlaub bin und die haben da viele Bowls, dann finde ich das auch mal toll, so eine Bowl sich zu bestellen. Aber da finde ich halt wichtig, dass man eher so ein bisschen guckt, okay, was sind da für Toppings dabei, habe ich vielleicht auch noch Proteine und Fette dazu, um so ein bisschen ausgewogenere Bowls zu haben?

Mario D. Richardt: Dann danke ich dir herzlich – Dr. Anne Latz.

Dr. Anne Latz: Vielen Dank für die schöne Super-Folge.

Mario D. Richardt: Wir halten also fest: Superfoods können die Ernährung sinnvoll ergänzen, müssen aber mit Augenmaß, Qualität und Wissen ausgewählt werden. Nicht alles was super klingt, ist es auch. Mehr Episoden finden Sie auf kernig-und-gesund.de und auf allen guten Podcast Plattformen. Wenn Ihnen „kernig & gesund“ gefällt, lassen Sie gerne ein Abo da und empfehlen Sie uns weiter. In der nächsten Folge spreche ich dann wieder mit Dr. Anne Latz. Da heißt es dann hier an dieser Stelle „Entzündung adé – Wie die richtige Ernährung hilft“. Bleiben Sie achtsam und bleiben Sie gesund. Tschüss.

Das war „kernig & gesund“ – präsentiert von apodiscounter.

Hier gibt’s was auf die Ohren

In unserem Podcast spricht Moderator Mario D. Richardt mit Experten und Expertinnen über aktuelle Gesundheitsthemen.

Frau trinkt Kaffee