Blutdruck senken

Blutdruck senken mit mehr Bewegung

Um den Blutdruck zu senken, müssen nicht immer Medikamente eingenommen werden. Häufig können bereits mehr Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und weitere Veränderungen im Alltag den Blutdruck senken. Wir zeigen dir, welche Maßnahmen wissenschaftlich gut belegt sind, was Hausmittel tatsächlich bringen und wann eine ärztliche Behandlung notwendig ist.

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Wissen kompakt

  • Oft sind Veränderungen des Lebensstils der erste Schritt, um den Blutdruck zu senken.
  • Dazu gehören eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, Gewichtsabnahme und der Rauchverzicht.
  • Besonders regelmäßige Ausdaueraktivität und isometrische Übungen können den Blutdruck positiv beeinflussen.
  • Sehr hohe Blutdruckwerte sollten zeitnah ärztlich abgeklärt werden.

Warum sollte man Bluthochdruck senken?

Bluthochdruck bleibt häufig lange unbemerkt, da er zunächst meist keine Beschwerden verursacht. Trotzdem kann ein dauerhaft erhöhter Blutdruck die Blutgefäße schädigen und das Risiko für schwerwiegende Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzschwäche oder Nierenschäden erhöhen.

Was senkt den Blutdruck?

Um den Blutdruck zu senken, kommen je nach Ursache und Höhe der Blutdruckwerte verschiedene Maßnahmen infrage. Welche Maßnahme geeignet ist, hängt unter anderem von möglichen Begleiterkrankungen und dem individuellen Herz-Kreislauf-Risiko ab. Häufig stehen zunächst Veränderungen des Lebensstils im Vordergrund. Reichen diese nicht aus, können blutdrucksenkende Medikamente erforderlich sein.

Diese Maßnahmen können helfen, den Blutdruck zu senken:

  • Regelmäßige Bewegung: Besonders Ausdauersport und isometrische Übungen können den Blutdruck positiv beeinflussen.
  • Ausgewogene Ernährung: Weniger Salz, mehr Obst, Gemüse und Vollkornprodukte können zur Blutdrucksenkung beitragen.
  • Gewichtsreduktion: Bereits wenige Kilogramm Gewichtsverlust können sich bei Übergewicht günstig auf den Blutdruck auswirken.
  • Rauchstopp: Wer mit dem Rauchen aufhört, senkt langfristig das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Alkoholkonsum reduzieren: Ein möglichst geringer Alkoholkonsum kann helfen, erhöhte Blutdruckwerte zu senken.
  • Stress abbauen: Entspannungsverfahren sowie ausreichend Schlaf können sich ebenfalls positiv auswirken.

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Blutdruck senken in 3 Minuten – geht das?

Chronisch erhöhter Blutdruck lässt sich nicht innerhalb weniger Minuten dauerhaft senken. Dafür sind langfristige Veränderungen des Lebensstils und häufig auch eine medikamentöse Behandlung erforderlich.

Ein akuter Anstieg des Blutdrucks kann sich durch

  • ruhiges Sitzen,
  • bewusstes Atmen oder
  • kurze Entspannungsübungen

vorübergehend leicht verringern, insbesondere wenn Stress oder Aufregung die Auslöser sind.

Liegen die Blutdruckwerte wiederholt bei 180/110 mmHg oder höher oder treten gleichzeitig Beschwerden wie Brustschmerzen, Atemnot, starke Kopfschmerzen, Sehstörungen oder neurologische Ausfälle auf, sollte umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Bewegung und Sport bei Bluthochdruck

Regelmäßige Bewegung gehört zu den wirksamsten nichtmedikamentösen Maßnahmen, um erhöhten Blutdruck zu senken. Bereits 150 Minuten moderate körperliche Aktivität pro Woche können dazu beitragen, den Blutdruck zu senken und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verringern.

Dabei muss es nicht immer Sport sein. Auch mehr Bewegung im Alltag kann helfen, beispielsweise:

  • Treppe statt Aufzug nehmen
  • Kurze Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad statt mit dem Auto zurücklegen
  • Regelmäßige Spaziergänge in der Mittagspause
  • Längeres Sitzen durch kurze Bewegungspausen unterbrechen

Welche Sportarten eignen sich bei Bluthochdruck?

Besonders geeignet sind Ausdauersportarten mit moderater Intensität. Sie trainieren Herz und Kreislauf und können den Blutdruck langfristig senken. Bereits regelmäßiges zügiges Gehen kann den Blutdruck positiv beeinflussen – auch wenn dabei kein klassischer Sport betrieben wird.

Geeignete Sportarten bei Bluthochdruck sind z. B.:

  • Nordic Walking
  • Schwimmen
  • Radfahren
  • Wandern
  • Leichtes Joggen
  • Tanzen

Ergänzend empfiehlt die aktuelle Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (European Society of Cardiology, ESC) ein leichtes bis moderates Krafttraining an zwei bis drei Tagen pro Woche.

Gut zu wissen

Vor allem bei sehr hohen Blutdruckwerten, einem schlechten Allgemeinzustand oder bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollte vor Beginn eines intensiveren Trainings ärztlicher Rat eingeholt werden.

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  • Thiamin (Vitamin B1) trägt zu einer normalen Herzfunktion bei.
  • Vitamin B12 trägt zur normalen Bildung roter Blutkörperchen bei.
  • Kalium trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutdrucks bei.
Hinweise
  • Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrsmenge darf nicht überschritten werden.
  • Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise.
  • Für Kinder unzugänglich aufbewahren.  

Blutdruck senken mit isometrischen Übungen

Neben Ausdauer- und Krafttraining empfiehlt die aktuellen ESC-Leitlinie zur Behandlung von erhöhtem Blutdruck und Bluthochdruck auch isometrische Übungen als ergänzende Maßnahme zur Blutdrucksenkung. Dabei werden Muskeln angespannt, ohne dass sich das Gelenk bewegt.

Grundlage hierfür ist unter anderem eine umfangreiche Metaanalyse aus dem Jahr 2023, nach der isometrisches Training den Blutdruck ähnlich gut oder sogar stärker senken kann als viele andere Trainingsformen. Untersucht wurden dabei insbesondere der Wandsitz und das Handgrifftraining. Ob sich die Ergebnisse uneingeschränkt auf andere isometrische Übungen übertragen lassen, ist bislang noch nicht abschließend geklärt.

Bluthochdruck natürlich senken

Bluthochdruck lässt sich in vielen Fällen durch Veränderungen des Lebensstils positiv beeinflussen. Dazu gehören vor allem eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf und der Abbau von Stress. Diese Maßnahmen werden von den aktuellen Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) und der Deutschen Hochdruckliga empfohlen.

Daneben werden auch Hausmittel, Heilpflanzen oder Nahrungsergänzungsmittel häufig unterstützend eingesetzt. Bei vielen dieser Mittel ist die Wirkung jedoch nicht oder nicht abschließend wissenschaftlich belegt.

Sind blutdrucksenkende Medikamente erforderlich, können die folgenden Maßnahmen diese ergänzen, aber nicht ersetzen. Bei Unsicherheit wende dich an deine Arztpraxis oder an unsere pharmazeutische Beratung.

Blutdrucksenkende Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung gehört neben regelmäßiger Bewegung zu den wichtigsten Maßnahmen, um den Blutdruck natürlich zu senken. Besonders gut untersucht ist die sogenannte DASH-Ernährung (Dietary Approaches to Stop Hypertension).

Grundsätze der DASH-Ernährung:

  • Viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukte essen.
  • Fettfreie oder fettarme Milchprodukte, Fisch, Geflügel, Bohnen, Nüsse und pflanzliche Öle in den Speiseplan aufnehmen.
  • Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an gesättigten Fettsäuren einschränken, z. B. fettes Fleisch, Vollfett-Milchprodukte und tropische Öle wie Kokos-, Palmkern- und Palmöl.
  • Zuckerhaltige Getränke und Süßigkeiten einschränken.

Auch die mediterrane Ernährung kann den Blutdruck und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen günstig beeinflussen. Sie basiert auf Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen, Olivenöl und regelmäßigem Fischverzehr. Rotes Fleisch und stark verarbeitete Lebensmittel werden dagegen nach Möglichkeit gemieden.

Entscheidend ist jedoch nicht der Verzehr einzelner blutdrucksenkender Lebensmittel, sondern eine langfristige und umfängliche Ernährungsanpassung.

Blutdruck senken mit Hausmitteln

Viele Menschen möchten ihren Blutdruck zunächst mit Hausmitteln senken. Für einige häufig empfohlene Maßnahmen gibt es Hinweise auf einen möglichen Nutzen, andere beruhen vor allem auf Erfahrungsberichten oder konnten wissenschaftlich bislang nicht überzeugend belegt werden.

Neben den gängigen Empfehlungen wie regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf, wenig Stress, Verzicht auf Alkohol sowie salzarme Ernährung werden oft auch folgende Hausmittel diskutiert:

Hausmittel Einschätzung
Rote-Bete-Saft Kann den systolischen Blutdruck leicht senken, Evidenz insgesamt noch begrenzt.
Knoblauch Mögliche leichte Blutdrucksenkung, Evidenz jedoch begrenzt.
Hibiskustee Einzelne Studien zeigen eine leichte blutdrucksenkende Wirkung, insgesamt begrenzte Evidenz.
Zitronenwasser Keine überzeugenden wissenschaftlichen Belege für eine blutdrucksenkende Wirkung.
Apfelessig Keine überzeugenden wissenschaftlichen Nachweise für eine Blutdrucksenkung.
Rote-Bete-Saft
Einschätzung

Kann den systolischen Blutdruck leicht senken, Evidenz insgesamt noch begrenzt.

Knoblauch
Einschätzung

Mögliche leichte Blutdrucksenkung, Evidenz jedoch begrenzt.

Hibiskustee
Einschätzung

Einzelne Studien zeigen eine leichte blutdrucksenkende Wirkung, insgesamt begrenzte Evidenz.

Zitronenwasser
Einschätzung

Keine überzeugenden wissenschaftlichen Belege für eine blutdrucksenkende Wirkung.

Apfelessig
Einschätzung

Keine überzeugenden wissenschaftlichen Nachweise für eine Blutdrucksenkung.

Kann man den Blutdruck schnell senken mit Aspirin®?

Nein. Aspirin® (Acetylsalicylsäure, ASS) senkt den Blutdruck nicht. Es wird eingesetzt, um die Verklumpung der Blutplättchen (Thrombozyten) zu hemmen und so das Risiko für Blutgerinnsel zu verringern. Die Wirkung von Aspirin® betrifft die Blutgerinnung – nicht den Blutdruck.

Welcher Tee hilft gegen Bluthochdruck?

Einige Teesorten werden traditionell zur Unterstützung der Herz-Kreislauf-Gesundheit eingesetzt. Nach aktueller Studienlage ist Hibiskustee der am besten untersuchte Tee bei Bluthochdruck. Hinweise auf eine leichte blutdrucksenkende Wirkung liegen vor, die Evidenz ist insgesamt jedoch begrenzt. Auch für grünen Tee gibt es einzelne Studien, die auf einen leicht blutdrucksenkenden Effekt hindeuten.

Pflanzliche Blutdrucksenker

Als pflanzliche Blutdrucksenker werden unter anderem Präparate mit Knoblauch, Weißdorn oder Olivenblattextrakt angeboten. Ihre Wirkung und ihr zugelassener Anwendungsbereich unterscheiden sich deutlich.

  • Knoblauch: Für standardisierte Knoblauchpräparate konnte eine mögliche blutdrucksenkende Wirkung gezeigt werden, besonders bei bereits erhöhtem Blutdruck.
  • Weißdorn: Weißdorn wird traditionell zur Unterstützung der Herzfunktion eingesetzt. Für eine gezielte Behandlung von Bluthochdruck gibt es derzeit keine ausreichende wissenschaftliche Evidenz.
  • Olivenblattextrakt: Kleine klinische Studien deuten auf einen möglichen blutdrucksenkenden Effekt hin.

Auch pflanzliche Präparate können Neben- und Wechselwirkungen verursachen. Wer bereits Blutdrucksenker oder andere Medikamente einnimmt, sollte deren Anwendung vorher ärztlich oder in der Apotheke abklären. Unsere pharmazeutische Beratung hilft dir gerne weiter.

Wie wirkt Arginin bei Bluthochdruck?

Arginin ist eine Aminosäure, die der Körper zur Bildung von Stickstoffmonoxid benötigt. Stickstoffmonoxid wiederum erweitert die Blutgefäße und kann dadurch den Blutdruck beeinflussen.

Eine aktuelle Metaanalyse, welche die Ergebnisse aus insgesamt 22 Studien zusammenfasst, deutet darauf hin, dass eine zusätzliche Einnahme von Arginin den Blutdruck leicht senken kann. Die bisherigen Ergebnisse reichen jedoch nicht aus, um Arginin allgemein zur Behandlung von Bluthochdruck zu empfehlen.

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Blutdruck senken mit mehr Bewegung

Wann mit Bluthochdruck zum Arzt?

  • Wenn der Blutdruck wiederholt bei 140/90 mmHg oder höher liegt.
  • Wenn der Blutdruck trotz Lebensstiländerungen dauerhaft erhöht bleibt.
  • Wenn Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel oder Sehstörungen auftreten.
  • Wenn während der Schwangerschaft erhöhte Blutdruckwerte gemessen werden.
  • Wenn bereits Herz-Kreislauf-, Nieren- oder Stoffwechselerkrankungen bestehen.

Warnzeichen (Red Flags) bei Bluthochdruck

Bei Blutdruckwerten ab etwa 180/110 mmHg in Kombination mit Beschwerden wie

  • Brustschmerzen,
  • Atemnot,
  • Lähmungen oder Sprachstörungen,
  • Sehstörungen,
  • starken Kopfschmerzen oder
  • Bewusstseinsstörungen

kann ein hypertensiver Notfall vorliegen. In diesem Fall sollte sofort der Notruf (112) verständigt werden.

Häufige Fragen zu Blutdruck senken

Kann man den Blutdruck schnell senken?

Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck lässt sich nicht innerhalb weniger Minuten zuverlässig senken. Bei einem einzelnen erhöhten Messwert können Ruhe und eine erneute Messung sinnvoll sein. Langfristig helfen vor allem Veränderungen des Lebensstils und gegebenenfalls Medikamente.

Wie kann man Bluthochdruck natürlich senken?

Regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, Gewichtsabnahme bei Übergewicht, weniger Alkohol und der Verzicht auf das Rauchen können den Blutdruck positiv beeinflussen. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, können Medikamente erforderlich sein.

Kann man Bluthochdruck ohne Medikamente senken?

Ja, insbesondere bei leicht erhöhtem Blutdruck können in vielen Fällen Veränderungen des Lebensstils ausreichen. Ob Medikamente notwendig sind, hängt unter anderem von der Höhe der Blutdruckwerte, Begleiterkrankungen und dem individuellen Herz-Kreislauf-Risiko ab.

Wie lange dauert es, bis der Blutdruck sinkt?

Das hängt von der gewählten Maßnahme ab. Veränderungen des Lebensstils wirken meist erst nach mehreren Wochen. Auch blutdrucksenkende Medikamente benötigen häufig einige Tage bis Wochen, bis ihre volle Wirkung erreicht ist.

Quellen

Geprüft durch unser pharmazeutisches Team

Dita Ryskova: Leitende Apothekerin

„Pharmazie ist für mich nicht nur ein Beruf, sondern eine Berufung. Mein Ziel ist es, Menschen mit verständlichen und evidenzbasierten Gesundheitsinformationen dabei zu unterstützen, ihre Therapie besser zu verstehen.“

Dita Ryskova ist approbierte Apothekerin mit langjähriger Erfahrung in der Krankenhaus-, öffentlichen und Online-Apotheke. Bei der apo.com Group ist sie leitende Apothekerin und unterstützt das Ratgeber-Team mit ihrem pharmazeutischen Wissen.

Wichtiger Hinweis: Unsere Artikel und Grafiken werden von unserem Expertenteam überprüft. Grundlage sind stets seriöse Quellen und ärztliche Aussagen. Die Inhalte werden in regelmäßigen Abständen aktualisiert und dienen weder der Selbstdiagnose noch ersetzen sie einen Arztbesuch.