Blutdrucksenker

Blutdrucksenken und Blutdruck-Medikamente

Blutdrucksenker gehören zu den am häufigsten verordneten Medikamenten in Deutschland. Sie können das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und andere Folgeerkrankungen von Bluthochdruck deutlich senken. Erfahre, welche Blutdruck-Medikamente es gibt, wie sie wirken, welche Nebenwirkungen auftreten können und worauf bei der Einnahme zu achten ist.

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Wissen kompakt

  • Blutdrucksenker kommen zum Einsatz, wenn Veränderungen des Lebensstils allein nicht ausreichen oder ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko besteht.
  • Zu den wichtigsten Wirkstoffgruppen gehören ACE-Hemmer, Sartane, Calciumantagonisten, Diuretika und Betablocker.
  • Wie jedes Arzneimittel können auch Medikamente gegen Bluthochdruck Nebenwirkungen verursachen.
  • Welche Blutdrucksenker geeignet sind, hängt unter anderem von Begleiterkrankungen, Alter und Verträglichkeit ab.
  • Blutdrucksenker sollten regelmäßig eingenommen und nicht eigenmächtig abgesetzt werden.

Was sind Blutdrucksenker?

Blutdrucksenker sind Medikamente zur Behandlung eines dauerhaft erhöhten Blutdrucks (arterielle Hypertonie). Sie senken den Blutdruck auf unterschiedliche Weise – beispielsweise indem sie die Blutgefäße erweitern, das Herz entlasten oder die Ausscheidung von Wasser und Salz über die Nieren fördern.

Welches Medikament verordnet wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen unter anderem die Höhe des Blutdrucks, das Alter, Begleiterkrankungen und mögliche Nebenwirkungen.

Gut zu wissen

Heutzutage werden oft zwei Wirkstoffe miteinander kombiniert, sodass die einzelnen Wirkstoffe häufig niedriger dosiert werden können. Dadurch lassen sich Nebenwirkungen teilweise verringern.

Welche Blutdrucksenker gibt es?

Zur Behandlung von Bluthochdruck stehen verschiedene Wirkstoffe zur Verfügung. Diese werden je nach Wirkmechanismus in unterschiedliche Wirkstoffklassen eingeteilt. Welcher Blutdrucksenker im Einzelfall geeignet ist, hängt unter anderem von Begleiterkrankungen, Alter und der individuellen Verträglichkeit ab.

ACE-Hemmer

ACE-Hemmer zählen laut der Nationalen VersorgungsLeitlinie Hypertonie zu den Mitteln der ersten Wahl bei Bluthochdruck. Sie können besonders geeignet sein, wenn zusätzlich eine Herzschwäche, eine chronische Nierenerkrankung oder Diabetes mit Nierenschädigung besteht.

Häufig eingesetzte ACE-Hemmer:

  • Ramipril
  • Enalapril
  • Lisinopril
  • Perindopril

Eine typische Nebenwirkung von ACE-Hemmern ist trockener Reizhusten. Außerdem können unter anderem der Kaliumwert ansteigen, die Nierenfunktion beeinträchtigt werden oder selten Schwellungen im Gesicht und Rachen (Angiödem) auftreten. In der Schwangerschaft dürfen ACE-Hemmer nicht angewendet werden.

Wirkmechanismus ACE-Hemmer

ACE-Hemmer greifen in das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS) ein, das an der Regulation des Blutdrucks beteiligt ist. Sie hemmen das Angiotensin-Converting-Enzym (ACE). Dadurch bildet der Körper weniger Angiotensin II – ein Hormon, das die Blutgefäße verengt. Die Gefäße weiten sich und der Blutdruck sinkt.

Sartane

Sartane zählen ebenfalls zu den Mitteln der ersten Wahl bei Bluthochdruck. Sie werden häufig eingesetzt, wenn ACE-Hemmer nicht vertragen werden, beispielsweise aufgrund eines trockenen Reizhustens. Auch bei Herzschwäche oder chronischen Nierenerkrankungen können sie geeignet sein.

Häufig eingesetzte Sartane:

  • Candesartan
  • Valsartan
  • Losartan
  • Olmesartan
  • Telmisartan

Eine häufige Nebenwirkung von Sartanen ist Schwindel, insbesondere zu Beginn der Behandlung. Weitere mögliche Nebenwirkungen sind unter anderem erhöhte Kaliumwerte, eine beeinträchtigte Nierenfunktion sowie selten Schwellungen im Gesicht und Rachen (Angioödem). Während der Schwangerschaft dürfen Sartane nicht eingenommen werden.

Wirkmechanismus Sartane

Sartane greifen ebenfalls in das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS) ein. Im Gegensatz zu ACE-Hemmern hemmen sie jedoch nicht die Bildung von Angiotensin II, sondern blockieren dessen Wirkung an den Angiotensin-II-Rezeptoren. Dadurch bleiben die Blutgefäße geweitet und der Blutdruck sinkt.

Calciumantagonisten

Auch Calciumantagonisten zählen bei Bluthochdruck laut Leitlinie zu den Mitteln der ersten Wahl. Sie eignen sich besonders bei älteren Menschen oder wenn ACE-Hemmer und Sartane nicht infrage kommen. Oft werden sie auch mit anderen Blutdrucksenkern kombiniert.

Häufig eingesetzte Calciumantagonisten:

  • Amlodipin
  • Lercanidipin
  • Nifedipin

Typische Nebenwirkungen von Calciumantagonisten sind Wassereinlagerungen an Knöcheln und Füßen (Ödeme). Außerdem können unter anderem Kopfschmerzen, Gesichtsrötungen oder Schwindel auftreten. Gelegentlich kommt es auch zu Herzklopfen oder Zahnfleischüberwuchs (Gingivahyperplasie).

Wirkmechanismus Calciumantagonisten

Calciumantagonisten hemmen den Einstrom von Calcium in die Muskelzellen der Blutgefäße. Dadurch können sich die Gefäßmuskeln nicht mehr so stark zusammenziehen. Als Folge weiten sich die Blutgefäße und der Blutdruck sinkt.

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Diuretika (Wassertabletten)

Diuretika, umgangssprachlich auch Wassertabletten genannt, zählen ebenfalls zu den Mitteln der ersten Wahl bei Bluthochdruck. Dabei kommen vor allem sogenannte Thiazid- und thiazidartige Diuretika zum Einsatz. Sie können besonders geeignet sein, wenn zusätzlich eine Herzschwäche besteht oder der Körper zu Wassereinlagerungen neigt. Oft werden sie mit anderen Blutdrucksenkern kombiniert.

Häufig eingesetzte Diuretika:

  • Hydrochlorothiazid (HCT)
  • Chlortalidon
  • Indapamid

Typische Nebenwirkungen von Diuretika sind häufiger Harndrang, insbesondere zu Beginn der Behandlung, sowie Veränderungen des Salz- und Mineralstoffhaushalts. Dadurch können unter anderem niedrige Kalium- oder Natriumwerte auftreten. Regelmäßige Blutuntersuchungen können helfen, solche Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Wirkmechanismus Diuretika

Diuretika fördern die Ausscheidung von Salz und Wasser über die Nieren. Dadurch nimmt das Blutvolumen ab, das Herz wird entlastet und der Blutdruck sinkt.

Betablocker

Betablocker (auch β-Blocker oder Beta-Blocker geschrieben) zählen heute nicht mehr grundsätzlich zu den Mitteln der ersten Wahl bei Bluthochdruck. Sie kommen jedoch häufig zum Einsatz, wenn zusätzlich bestimmte Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen oder eine koronare Herzkrankheit vorliegen. Auch bei bestehendem Bluthochdruck nach einem Herzinfarkt werden sie oftmals verordnet.

Häufig eingesetzte Betablocker:

  • Bisoprolol
  • Metoprolol
  • Nebivolol
  • Carvedilol

Typische Nebenwirkungen von Betablockern sind Müdigkeit, eine verlangsamte Herzfrequenz sowie kalte Hände und Füße. Außerdem können unter anderem Schwindel sowie eine verminderte körperliche Belastbarkeit auftreten. Bei Asthma oder bestimmten Formen eines zu langsamen Herzschlags sind Betablocker nicht immer geeignet.

Wirkmechanismus Betablocker

Betablocker hemmen die Wirkung der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin am Herzen. Dadurch schlägt das Herz langsamer und mit geringerer Kraft. Das Herz wird entlastet und der Blutdruck sinkt.

Weitere Wirkstoffgruppen

Neben den genannten Medikamenten stehen weitere Wirkstoffgruppen zur Behandlung von Bluthochdruck zur Verfügung. Dazu gehören unter anderem:

  • Alpha-Blocker (α-Blocker), z. B. Doxazosin
  • Zentral wirksame Antihypertensiva, z. B. Clonidin oder Methyldopa
  • Aldosteron-Antagonisten, z. B. Spironolacton oder Eplerenon
  • Renin-Inhibitoren, z. B. Aliskiren

Diese Wirkstoffe kommen in bestimmten Situationen zum Einsatz, beispielsweise wenn Begleiterkrankungen bestehen oder sich der Blutdruck mit den Standardmedikamenten nicht ausreichend senken lässt.

Welche Blutdrucksenker werden am häufigsten verordnet?

Verordnungsvolumen ausgewählter Wirkstoffgruppen in der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland.

  1. ACE-Hemmer
    6.050 Mio. DDD
  2. Sartane
    4.373 Mio. DDD
  3. Calciumantagonisten
    2.589 Mio. DDD
  4. Betablocker
    2.192 Mio. DDD
  5. Diuretika
    1.935 Mio. DDD

DDD steht für „Defined Daily Dose“ und bezeichnet eine rechnerisch festgelegte therapeutische Tagesdosis. Die Werte zeigen das Verordnungsvolumen und nicht die Zahl der behandelten Personen. Da häufig mehrere Wirkstoffgruppen kombiniert werden, handelt es sich nicht um prozentuale Anteile. Quelle: Nationale VersorgungsLeitlinie Hypertonie, Verordnungsdaten der gesetzlichen Krankenversicherung, 2020.

Welche Nebenwirkungen können Blutdrucksenker haben?

Blutdrucksenker gelten insgesamt als gut verträglich. Wie jedes Arzneimittel können sie jedoch Nebenwirkungen verursachen. Art und Ausprägung der Beschwerden hängen unter anderem von der verwendeten Wirkstoffgruppe ab. Oft treten Nebenwirkungen vor allem zu Beginn der Behandlung auf und bessern sich nach einiger Zeit.

Häufige Nebenwirkungen von Blutdrucksenkern

Einige Nebenwirkungen entstehen dadurch, dass der Blutdruck zunächst stärker sinkt als der Körper gewohnt ist, dazu zählen:

Typische Nebenwirkungen einzelner Wirkstoffgruppen

Beschwerde Häufig bei Beispiele für Wirkstoffe
Trockener Reizhusten ACE-Hemmern Ramipril, Enalapril, Lisinopril
Wassereinlagerungen an Knöcheln und Füßen Calciumantagonisten Amlodipin, Lercanidipin, Nifedipin
Müdigkeit und Erschöpfung Betablockern Bisoprolol, Metoprolol, Nebivolol
Verlangsamter Puls Betablockern Bisoprolol, Metoprolol, Nebivolol
Häufiger Harndrang Diuretika HCT, Chlortalidon, Indapamid
Veränderte Elektrolytwerte Diuretika HCT, Chlortalidon, Indapamid
Erhöhte Kaliumwerte ACE-Hemmern und Sartanen Ramipril, Enalapril, Candesartan, Valsartan

Gibt es neue Blutdrucksenker ohne Nebenwirkungen?

Neue Blutdrucksenker ohne Nebenwirkungen gibt es derzeit nicht. Alle blutdrucksenkenden Medikamente können unerwünschte Wirkungen verursachen. Moderne Wirkstoffe gelten jedoch insgesamt als gut verträglich und werden individuell ausgewählt, um den Blutdruck wirksam zu senken und Nebenwirkungen möglichst gering zu halten.

Welche Blutdrucksenker am besten geeignet sind, hängt unter anderem vom Alter, Begleiterkrankungen, anderen eingenommenen Medikamenten und der persönlichen Verträglichkeit ab. Treten Nebenwirkungen auf, kann häufig ein Wechsel auf einen anderen Wirkstoff oder eine andere Wirkstoffgruppe helfen.

Wichtig: Blutdrucksenker sollten nicht eigenmächtig abgesetzt werden – auch dann nicht, wenn sich der Blutdruck normalisiert oder Nebenwirkungen auftreten. Wer Beschwerden bemerkt, sollte die Behandlung gemeinsam mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt überprüfen und gegebenenfalls anpassen.

Gut zu wissen

Aktuell wird an neuen Therapieansätzen geforscht. Dazu gehört beispielsweise Zilebesiran, ein langwirksamer RNA-Wirkstoff. Dieser wird als Spritze verabreicht und soll den Blutdruck über mehrere Monate senken. Diese Wirkstoffe befinden sich noch in der klinischen Entwicklung und sind derzeit noch nicht für die reguläre Behandlung von Bluthochdruck verfügbar.

Wann sollten Nebenwirkungen von Blutdrucksenkern ärztlich abgeklärt werden?

Die meisten Nebenwirkungen von Blutdrucksenkern sind harmlos oder bessern sich nach einiger Zeit. Einige Beschwerden sollten jedoch zeitnah ärztlich abgeklärt werden, dazu zählen:

  • Schwellungen im Gesicht, an Lippen oder im Rachen (mögliches Angioödem)
  • Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit
  • Starker oder anhaltender Schwindel
  • Sehr niedriger Blutdruck mit Kreislaufbeschwerden
  • Atemnot oder starke Brustschmerzen

Wechselwirkungen von Blutdrucksenkern

Blutdrucksenker können mit anderen Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln wechselwirken. Nicht jede Kombination ist problematisch, dennoch sollten neue Medikamente oder Präparate immer mit der behandelnden Ärztin, dem behandelnden Arzt oder in der Apotheke abgestimmt werden.

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Blutdrucksenker und Magnesium zusammen einnehmen

Blutdrucksenker und Magnesium können in der Regel problemlos zusammen eingenommen werden. Klinisch relevante Wechselwirkungen sind für die meisten Blutdrucksenker nicht bekannt.

Magnesium kann den Blutdruck zwar leicht beeinflussen, ersetzt jedoch keine blutdrucksenkende Therapie. Wer Magnesiumpräparate dauerhaft oder hoch dosiert einnimmt, sollte dies mit der behandelnden Ärztin, dem behandelnden Arzt oder in der Apotheke besprechen.

Pantoprazol und Blutdrucksenker zusammen einnehmen

Pantoprazol und Blutdrucksenker können in der Regel gemeinsam eingenommen werden. Für die meisten blutdrucksenkenden Medikamente sind keine klinisch relevanten Wechselwirkungen mit Pantoprazol bekannt.

Wer dauerhaft mehrere Medikamente einnimmt, sollte die gesamte Medikation dennoch regelmäßig ärztlich oder in der Apotheke überprüfen lassen. So können mögliche Wechselwirkungen frühzeitig erkannt und die Behandlung bei Bedarf angepasst werden.

Wechselwirkung Vitamin D und Blutdrucksenker

Vitamin D und Blutdrucksenker können in der Regel problemlos zusammen eingenommen werden. Klinisch relevante Wechselwirkungen sind für die meisten blutdrucksenkenden Medikamente nicht bekannt.

Vitamin D sollte jedoch nur bei einem nachgewiesenen Mangel oder auf ärztliche Empfehlung in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zugeführt werden. Hoch dosierte Präparate sollten nicht ohne ärztliche Rücksprache eingenommen werden.

Novaminsulfon und Blutdrucksenker

Novaminsulfon kann den Blutdruck zusätzlich senken und dadurch die Wirkung blutdrucksenkender Medikamente verstärken. Treten nach der Einnahme Schwindel, Kreislaufbeschwerden oder ein starker Blutdruckabfall auf, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Wer Novaminsulfon regelmäßig einnimmt, sollte die Kombination mit der behandelnden Ärztin, dem behandelnden Arzt oder in der Apotheke besprechen.

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Blutdrucksenker und Alkohol

Alkohol kann die Wirkung von Blutdrucksenkern verstärken. Dadurch können der Blutdruck stärker abfallen und Beschwerden wie Schwindel, Benommenheit oder Kreislaufprobleme auftreten.

Wie streng Alkohol gemieden werden sollte, hängt vom jeweiligen Wirkstoff und der individuellen Reaktion ab. Maßgeblich sind daher die Gebrauchsinformation des verordneten Präparats sowie die ärztliche oder pharmazeutische Empfehlung.

Die Hinweise zu Alkohol unterscheiden sich je nach Wirkstoff. Beispiele aus Gebrauchsinformationen:

Ramipril & Alkohol

Alkohol kann die blutdrucksenkende Wirkung verstärken. Dadurch können Schwindel, Benommenheit oder Kreislaufprobleme auftreten.

➜ Gebrauchsinformation Ramipril HEXAL 1,25mg, Tabletten

Candesartan & Alkohol

Alkohol kann Schwindel oder ein Ohnmachtsgefühl begünstigen. Bei Unsicherheit sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

➜ Gebrauchsinformation Candesartan Mylan 4 mg Tabletten

Bisoprolol & Alkohol

Alkohol kann Benommenheit und Schwindel bei der Einnahme von Bisoprolol verstärken und den Blutdruck zusätzlich senken.

➜ Gebrauchsinformation Bisoprolol-1A Pharma 2,5mg Filmtabletten

Amlodipin & Alkohol

Ein ausdrückliches Alkoholverbot findet sich nicht in jeder Gebrauchsinformation. Entscheidend sind daher die Hinweise zum konkreten Präparat.

➜ Gebrauchsinformation AMLODIPIN PUREN Tabletten

Blutdrucksenker richtig einnehmen

Die richtige Einnahme von Blutdruck-Medikamenten trägt wesentlich dazu bei, den Blutdruck dauerhaft zu senken und Folgeerkrankungen vorzubeugen. Damit die Behandlung optimal wirkt, sollten die Medikamente regelmäßig und entsprechend der ärztlichen Verordnung eingenommen werden.

Ab wann sind Blutdrucksenker notwendig?

Blutdrucksenker werden eingesetzt, wenn der Blutdruck dauerhaft erhöht ist und sich durch Änderungen des Lebensstils nicht ausreichend senken lässt. Ob eine medikamentöse Behandlung notwendig ist, richtet sich nicht allein nach den Blutdruckwerten. Auch das Alter, Begleiterkrankungen sowie das individuelle Herz-Kreislauf-Risiko spielen eine wichtige Rolle.

Bei Blutdruckwerten ab 140/90 mmHg kann eine medikamentöse Therapie infrage kommen. Die Entscheidung trifft jedoch immer die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt auf Grundlage der individuellen Gesamtsituation.

Wie schnell wirken Blutdrucksenker?

Die Wirkung hängt von der jeweiligen Wirkstoffgruppe ab. Einige Präparate senken den Blutdruck bereits innerhalb weniger Stunden, bis die volle Wirkung erreicht ist, können jedoch mehrere Tage oder Wochen vergehen.

Wichtig ist es, blutdrucksenkende Medikamente regelmäßig einzunehmen und nicht eigenmächtig abzusetzen, auch wenn der gewünschte Effekt zunächst noch nicht eintritt.

Blutdrucksenker morgens oder abends einnehmen?

Medikamente gegen Bluthochdruck sollten grundsätzlich so eingenommen werden, wie sie ärztlich verordnet wurden. Der optimale Einnahmezeitpunkt richtet sich nach dem verwendeten Medikament und der individuellen Behandlungssituation.

Eine große Studie (TIME-Studie) zeigte, dass eine generelle Einnahme am Abend gegenüber der Einnahme am Morgen keinen Vorteil bietet. Entscheidend ist daher vor allem, die Medikamente regelmäßig und möglichst zur gleichen Tageszeit einzunehmen. Änderungen des Einnahmezeitpunkts sollten nur nach ärztlicher Rücksprache erfolgen.

Blutdrucksenker vor oder nach dem Frühstück einnehmen?

Viele Blutdruck-Medikamente können unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Ausnahmen gibt es jedoch: So sollte beispielsweise Lercanidipin auf nüchternen Magen und mindestens 15 Minuten vor einer Mahlzeit eingenommen werden, da insbesondere fettreiche Speisen die Aufnahme des Wirkstoffs beeinflussen können. Maßgeblich sind daher immer die Hinweise in der Packungsbeilage sowie die ärztliche oder pharmazeutische Empfehlung.

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Herz Komplex Tabletten von apodiscounter ergänzen die tägliche Ernährung mit sorgfältig ausgewählten Mineralien, Vitaminen und weiteren Mikronährstoffen.

  • Thiamin (Vitamin B1) trägt zu einer normalen Herzfunktion bei.
  • Vitamin B12 trägt zur normalen Bildung roter Blutkörperchen bei.
  • Kalium trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutdrucks bei.
Hinweise
  • Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrsmenge darf nicht überschritten werden.
  • Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise.
  • Für Kinder unzugänglich aufbewahren.  

Häufige Fragen zu Blutdrucksenkern

Welche Blutdruck-Medikamente gibt es?

Zur Behandlung von Bluthochdruck stehen verschiedene Blutdrucksenker zur Verfügung. Zu den wichtigsten Wirkstoffgruppen zählen ACE-Hemmer, Sartane, Calciumantagonisten, Diuretika und Betablocker. Welche Blutdruck-Tabletten geeignet sind, hängt unter anderem vom Blutdruck, Begleiterkrankungen und der individuellen Verträglichkeit ab.

Welche Blutdrucksenker werden am häufigsten verschrieben?

Zu den am häufigsten verordneten Blutdruck-Medikamenten zählen ACE-Hemmer, Sartane, Calciumantagonisten und Diuretika. Häufig werden zwei Wirkstoffe in einer Tablette kombiniert (Fixkombination), um den Blutdruck wirksam zu senken und die Einnahme zu erleichtern.

Welcher Blutdrucksenker in der Schwangerschaft?

Nicht alle blutdrucksenkenden Medikamente sind in der Schwangerschaft geeignet. ACE-Hemmer und Sartane dürfen nicht eingenommen werden, da sie das ungeborene Kind schädigen können. Geeignete Wirkstoffe sind unter anderem Methyldopa, Labetalol oder Nifedipin. Welche Behandlung infrage kommt, sollte immer ärztlich entschieden werden.

Muss ich Blutdrucksenker lebenslang einnehmen?

Nicht unbedingt. Bluthochdruck ist jedoch meist eine chronische Erkrankung, sodass Medikamente gegen Bluthochdruck häufig dauerhaft eingenommen werden. Ob die Dosis reduziert oder Medikamente abgesetzt werden können, sollte immer ärztlich entschieden werden.

Was tun, wenn ich eine Einnahme von Blutdrucksenkern vergessen habe?

Eine vergessene Dosis sollte nicht durch die Einnahme einer doppelten Dosis ausgeglichen werden. Stattdessen gelten die Hinweise in der Packungsbeilage des jeweiligen Medikaments. Bei Unsicherheit helfen die behandelnde Ärztin, der behandelnde Arzt oder die Apotheke weiter.

Können Blutdrucksenker wieder abgesetzt werden?

Ja, in Einzelfällen ist das möglich – beispielsweise nach einer deutlichen Gewichtsabnahme oder erfolgreichen Änderungen des Lebensstils. Blutdrucksenkende Medikamente sollten jedoch niemals eigenmächtig abgesetzt werden, da der Blutdruck sonst unkontrolliert ansteigen kann.

Sind Blutdrucksenker rezeptpflichtig?

Ja. Die in Deutschland zur Behandlung von Bluthochdruck zugelassenen Blutdrucksenker sind verschreibungspflichtig und dürfen nur auf ärztliche Verordnung abgegeben werden.

Quellen

Geprüft durch unser pharmazeutisches Team

Dita Ryskova: Leitende Apothekerin

„Pharmazie ist für mich nicht nur ein Beruf, sondern eine Berufung. Mein Ziel ist es, Menschen mit verständlichen und evidenzbasierten Gesundheitsinformationen dabei zu unterstützen, ihre Therapie besser zu verstehen.“

Dita Ryskova ist approbierte Apothekerin mit langjähriger Erfahrung in der Krankenhaus-, öffentlichen und Online-Apotheke. Bei der apo.com Group ist sie leitende Apothekerin und unterstützt das Ratgeber-Team mit ihrem pharmazeutischen Wissen.

Wichtiger Hinweis: Unsere Artikel und Grafiken werden von unserem Expertenteam überprüft. Grundlage sind stets seriöse Quellen und ärztliche Aussagen. Die Inhalte werden in regelmäßigen Abständen aktualisiert und dienen weder der Selbstdiagnose noch ersetzen sie einen Arztbesuch.