Bluthochdruck (Hypertonie)

Mann misst Blutdruck und blickt konzentriert auf das Messgerät

Bluthochdruck (Hypertonie) gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen in Deutschland. Er bleibt oft lange unbemerkt, da Symptome fehlen oder unspezifisch sind. Dauerhaft erhöhte Blutdruckwerte können das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigern. Erfahre, woran du Bluthochdruck erkennst, welche Ursachen dahinterstecken und wann eine Behandlung sinnvoll ist.

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Wissen kompakt

  • Bluthochdruck verursacht häufig über lange Zeit keine Beschwerden und bleibt somit unbemerkt.
  • Bei dauerhaft erhöhten Blutdruckwerten ab 140/90 mmHg spricht man von einer arteriellen Hypertonie.
  • Bluthochdruck erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Ein gesunder Lebensstil kann den Blutdruck positiv beeinflussen.
  • Zur medikamentösen Behandlung von Bluthochdruck stehen verschiedene Wirkstoffe zur Verfügung.

Was ist Bluthochdruck?

Bluthochdruck, medizinisch Hypertonie genannt, bezeichnet dauerhaft erhöhte Blutdruckwerte. Der resultierende dauerhaft erhöhte Druck belastet Herz und Blutgefäße und kann langfristig zu Schäden an Organen wie Herz, Gehirn oder Nieren führen.

Die häufigste Form von Bluthochdruck ist die essentielle Hypertonie, bei der keine eindeutige Ursache gefunden wird. Auch die sekundäre Hypertonie kommt häufig vor. Sie entsteht als Folge anderer Erkrankungen oder bestimmter Medikamente.

Tabelle: Medizinische Fachbegriffe rund um Bluthochdruck

Fachbegriff Bedeutung
Hypertonie Medizinischer Fachbegriff für Bluthochdruck.
Arterielle Hypertonie Dauerhaft erhöhter Blutdruck in den Arterien des Körperkreislaufs.
Essentielle Hypertonie Häufigste Form des Bluthochdrucks, bei der keine einzelne eindeutige Ursache festgestellt werden kann.
Benigne essentielle Hypertonie Ältere Bezeichnung für eine essentielle Hypertonie ohne akute schwere Organschäden.
Sekundäre Hypertonie Bluthochdruck als Folge einer anderen Erkrankung oder bestimmter Medikamente.
Isolierte systolische Hypertonie Nur der obere, systolische Blutdruckwert ist erhöht, während der untere Wert nicht erhöht ist.
Isolierte diastolische Hypertonie Nur der untere, diastolische Blutdruckwert ist erhöht, während der obere Wert nicht erhöht ist.
Pulmonale Hypertonie Erhöhter Blutdruck im Lungenkreislauf. Sie ist eine eigenständige Erkrankung und nicht mit der arteriellen Hypertonie gleichzusetzen.

Wann ist der Blutdruck zu hoch?

Nach den aktuellen Leitlinien der European Society of Hypertension (ESH) und der Nationalen VersorgungsLeitlinie Hypertonie wird von Bluthochdruck gesprochen, wenn bei wiederholten Messungen Blutdruckwerte von 140/90 mmHg oder höher gemessen werden. Einzelne erhöhte Messwerte reichen für die Diagnose einer arteriellen Hypertonie nicht aus. Entscheidend sind wiederholte Messungen unter vergleichbaren Bedingungen oder eine 24-Stunden-Blutdruckmessung.

Tabelle: Blutdruckwerte bei Erwachsenen mit Einordnung

Kategorie Blutdruckwerte Einordnung
Optimal < 120/80 mmHg Die Blutdruckwerte liegen im optimalen Bereich.
Normal 120–129/80–84 mmHg Die Blutdruckwerte liegen im normalen Bereich.
Hochnormal 130–139/85–89 mmHg Die Werte gelten noch nicht als Bluthochdruck, sollten aber regelmäßig kontrolliert werden.
Hypertonie Grad 1 140–159/90–99 mmHg Wiederholt gemessene Werte in diesem Bereich sollten ärztlich abgeklärt werden.
Hypertonie Grad 2 160–179/100–109 mmHg Die Werte liegen im deutlich erhöhten Bereich und sollten zeitnah ärztlich abgeklärt werden.
Hypertonie Grad 3 ≥ 180/110 mmHg Die Werte liegen im stark erhöhten Bereich und sollten zeitnah ärztlich abgeklärt werden. Bei Beschwerden ist sofortige medizinische Hilfe erforderlich.

Was bedeutet beim Blutdruck unterer Wert zu hoch?

Der untere Blutdruckwert wird als diastolischer Blutdruck bezeichnet. Er ist der zweite Wert einer Blutdruckmessung, beispielsweise die 80 bei 120/80 mmHg, und beschreibt den Druck in den Arterien während der Entspannungsphase des Herzens.

Liegt der diastolische Blutdruck dauerhaft bei 90 mmHg oder darüber, spricht dies für Bluthochdruck – auch dann, wenn der obere Blutdruckwert noch im Normalbereich liegt. Wiederholt erhöhte Werte sollten ärztlich abgeklärt werden.

Bluthochdruck Symptome

Bluthochdruck verursacht häufig über viele Jahre keine Beschwerden. Gerade deshalb bleiben Bluthochdruck-Symptome oder andere Anzeichen von Bluthochdruck oft lange unbemerkt. Viele Betroffene erfahren erst durch eine Blutdruckmessung oder eine Vorsorgeuntersuchung, dass ihr Blutdruck dauerhaft erhöht ist.

Treten Symptome bei Bluthochdruck auf, sind diese meist unspezifisch und können auch andere Ursachen haben. Mögliche Symptome eines hohen Blutdrucks sind beispielsweise:

  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Ohrensausen (Tinnitus)
  • Herzklopfen oder Herzrasen
  • Nasenbluten
  • Sehstörungen
  • Kurzatmigkeit bei körperlicher Belastung

Gut zu wissen

Fehlende Symptome schließen einen Bluthochdruck allerdings nicht aus. Regelmäßige Blutdruckmessungen sind daher die zuverlässigste Möglichkeit, dauerhaft erhöhte Blutdruckwerte frühzeitig zu erkennen.

Hoher Blutdruck: Symptome bei Frauen

Die Symptome von Bluthochdruck bei Frauen unterscheiden sich grundsätzlich nicht von denen bei Männern. Auch bei Frauen verläuft hoher Blutdruck häufig über viele Jahre ohne Beschwerden und wird oft erst im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung entdeckt.

Treten Symptome auf, können sie unter anderem Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen, Herzklopfen oder Nasenbluten umfassen. Gerade nach den Wechseljahren steigt das Risiko für Bluthochdruck deutlich an. Daher sind regelmäßige Blutdruckkontrollen besonders wichtig.

Verursacht Bluthochdruck Kopfschmerzen?

Kopfschmerzen können ein Symptom von Bluthochdruck sein, treten aber auch bei vielen anderen Erkrankungen oder unabhängig von einer Erkrankung auf. Allein anhand von Kopfschmerzen lässt sich daher nicht auf Bluthochdruck schließen.

Halten Kopfschmerzen ohne erkennbare Ursache länger an oder treten sie wiederholt auf, sollten sie ärztlich abgeklärt werden. Ist bereits Bluthochdruck bekannt, solltest du deinen Arzt oder deine Ärztin darauf hinweisen. Gemeinsam kann geprüft werden, ob ein Zusammenhang zwischen Kopfschmerzen und Bluthochdruck besteht.

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Bluthochdruck Ursachen

Die Ursachen für Bluthochdruck können vielfältig sein. In den meisten Fällen lässt sich keine einzelne Ursache feststellen. Fachleute sprechen dann von einer essentiellen Hypertonie. Seltener entsteht Bluthochdruck als Folge einer anderen Erkrankung oder bestimmter Medikamente. Diese Form wird als sekundäre Hypertonie bezeichnet.

Zu den häufigsten Ursachen und Risikofaktoren für Bluthochdruck gehören:

  • Höheres Lebensalter
  • Familiäre Veranlagung
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Salzreiche Ernährung
  • Hoher Alkoholkonsum
  • Rauchen
  • Anhaltender Stress
  • Diabetes mellitus
  • Chronische Nierenerkrankungen

Gut zu wissen

Bluthochdruck entsteht meist durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Oft kommen genetische Veranlagung, Lebensstil und zunehmendes Alter zusammen.

Auch hormonelle Erkrankungen, Schlafapnoe oder bestimmte Medikamente können einen hohen Blutdruck verursachen. Werden diese Auslöser beseitigt, kann sich der Blutdruck häufig wieder normalisieren.

Medikamente als Ursache für Bluthochdruck

Bestimmte Medikamente können den Blutdruck erhöhen oder die Wirkung blutdrucksenkender Medikamente abschwächen. Dazu gehören unter anderem:

  • Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac
  • Glukokortikoide (entzündungshemmende Präparate) wie Prednisolon
  • Abschwellende Erkältungsmittel mit Pseudoephedrin
  • Abschwellende Nasensprays mit Xylometazolin oder Oxymetazolin (bei längerer Anwendung)
  • Östrogenhaltige hormonelle Verhütungsmittel wie die Antibabypille, der Verhütungsring oder das Verhütungspflaster
  • Stimulanzien wie Methylphenidat oder Lisdexamfetamin
  • Immunsuppressiva wie Ciclosporin oder Tacrolimus
  • Erythropoetin, kurz EPO (Arzneimittel zur Anregung der Bildung roter Blutkörperchen)

Hinweis: Nicht jedes dieser Medikamente führt zwangsläufig zu einem erhöhten Blutdruck. Das Risiko hängt unter anderem von Wirkstoff, Dosierung und individueller Veranlagung ab.

Wenn du vermutest, dass ein Medikament deinen Blutdruck beeinflusst, solltest du die Einnahme möglichst nicht eigenständig beenden. Sinnvoll ist eine ärztliche oder pharmazeutische Beratung, um mögliche Alternativen oder Anpassungen der Therapie zu besprechen.

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Plötzlicher Bluthochdruck – mögliche Ursachen

Steigt der Blutdruck plötzlich deutlich an, können körperliche oder seelische Belastungen dahinterstecken. Auch starke Schmerzen, akute Erkrankungen oder bestimmte Medikamente können vorübergehend zu hohen Blutdruckwerten führen.

Bleiben die Werte trotz Ruhe deutlich erhöht oder treten Beschwerden wie Brustschmerzen, Atemnot, starke Kopfschmerzen, Sehstörungen oder neurologische Ausfälle auf, sollte umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Nervlicher Bluthochdruck

Stress, Angst oder starke emotionale Belastungen können den Blutdruck vorübergehend ansteigen lassen. Umgangssprachlich wird in diesem Zusammenhang häufig von nervlichem Bluthochdruck gesprochen.

Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck entsteht jedoch meist nicht allein durch psychische Belastungen. Häufig kommen weitere Faktoren wie genetische Veranlagung, Übergewicht, Bewegungsmangel oder zunehmendes Alter hinzu. Anhaltender Stress kann einen bestehenden Bluthochdruck verstärken und die medikamentöse Blutdruckeinstellung erschweren.

Sind die Blutdruckwerte vor allem in belastenden Situationen erhöht, kann eine ärztlich begleitete Langzeit-Blutdruckmessung helfen, die Werte im Alltag besser einzuordnen und einen dauerhaft erhöhten Blutdruck auszuschließen oder zu bestätigen.

Bluthochdruck senken: Das kannst du tun

Bluthochdruck lässt sich in vielen Fällen erfolgreich behandeln. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt unter anderem von der Höhe der Blutdruckwerte, möglichen Begleiterkrankungen und dem individuellen Herz-Kreislauf-Risiko ab.

Zu den wichtigsten Bausteinen der Bluthochdruck-Behandlung gehören:

  • Regelmäßige Bewegung
  • Eine ausgewogene, salzarme Ernährung
  • Normalisierung des Körpergewichts
  • Verzicht auf Rauchen
  • Alkohol möglichst vermeiden
  • Stress reduzieren
  • Bei Bedarf blutdrucksenkende Medikamente

Wann ist Bluthochdruck gefährlich?

Bluthochdruck kann sowohl langfristig als auch akut gefährlich werden. Bleibt ein dauerhaft erhöhter Blutdruck unbehandelt, kann er Herz, Gehirn, Nieren, Augen und Blutgefäße schädigen und das Risiko für schwerwiegende Folgeerkrankungen erhöhen.

Langfristige Folgen eines unbehandelten Bluthochdrucks

Zu den möglichen Folgen eines dauerhaft unbehandelten Bluthochdrucks zählen:

  • Herzinfarkt
  • Schlaganfall
  • Herzschwäche
  • Chronische Nierenerkrankung bis hin zum Nierenversagen
  • Schäden an der Netzhaut (hypertensive Retinopathie)
  • Gefäßschäden (z. B. Arteriosklerose oder Aneurysmen)

Diese Folgeerkrankungen entwickeln sich meist über viele Jahre und lassen sich durch eine frühzeitige Behandlung häufig verhindern.

Bluthochdruck kann Folgen haben

Blutdruckentgleisung

Auch ein plötzlicher, sehr starker Blutdruckanstieg kann gefährlich sein. Fachleute unterscheiden dabei zwischen einer hypertensiven Krise (Blutdruckentgleisung) und einem hypertensiven Notfall.

Hypertensive Krise

  • Blutdruck meist ≥ 180/110 mmHg
  • Keine akuten Organschäden
  • Meist keine oder nur leichte Beschwerden
  • Zeitnahe ärztliche Abklärung erforderlich

Hypertensiver Notfall

  • Blutdruck meist ≥ 180/110 mmHg
  • Akute Organschädigung
  • Deutliche Beschwerden wie Brustschmerzen, Atemnot, neurologische Ausfälle, starke Sehstörungen
  • Sofort Notruf 112 wählen

Bei sehr hohen Blutdruckwerten zusammen mit Brustschmerzen, Atemnot, neurologischen Ausfällen, starken Sehstörungen oder Bewusstseinsstörungen sollte sofort der Notruf (112) gewählt werden.

Ab wann ist Bluthochdruck tödlich?

Es gibt keinen festen Blutdruckwert, ab dem Bluthochdruck immer lebensbedrohlich oder tödlich ist. Entscheidend ist vielmehr, ob bereits Organschäden bestehen oder ob eine Blutdruckentgleisung mit akuten Beschwerden vorliegt.

Ein hypertensiver Notfall kann lebensbedrohlich sein und erfordert eine sofortige medizinische Behandlung. Unabhängig davon erhöht dauerhaft unbehandelter Bluthochdruck das Risiko für schwere Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzschwäche oder Nierenversagen. Deshalb sollten dauerhaft erhöhte Blutdruckwerte ärztlich abgeklärt und behandelt werden.

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Häufige Fragen zu Bluthochdruck

Ab wann Bluthochdruck?

Nach aktuellen deutschen und europäischen Leitlinien liegt Bluthochdruck vor, wenn wiederholt Blutdruckwerte von 140/90 mmHg oder höher gemessen werden. Für die Diagnose sind jedoch mehrere Messungen oder eine Langzeit-Blutdruckmessung erforderlich.

Welche Bluthochdruck-Symptome gibt es?

Bluthochdruck verursacht häufig über lange Zeit keine Beschwerden. Treten Symptome auf, können dazu unter anderem Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen, Nasenbluten oder Herzklopfen gehören. Eine Diagnose kann nicht alleine anhand dieser unspezifischen Symptome gestellt werden.

Welche Ursachen kann Bluthochdruck haben?

Die Entstehung von Bluthochdruck wird durch verschiedene Risikofaktoren begünstigt. Dazu zählen unter anderem genetische Veranlagung, Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen, Alkoholkonsum, Stress sowie bestimmte Erkrankungen. Auch einige Medikamente können den Blutdruck erhöhen.

Sollte man bei Bluthochdruck Sport machen?

Ja, regelmäßige Bewegung wird bei Bluthochdruck empfohlen und kann den Blutdruck positiv beeinflussen. Welche Sportarten geeignet sind, hängt von den Blutdruckwerten und möglichen Begleiterkrankungen ab.

Bekommt man Bluthochdruck durch Stress und Angst?

Stress und Angst können den Blutdruck vorübergehend erhöhen. Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck entsteht jedoch meist durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren wie genetischer Veranlagung, Lebensstil und Alter.

Quellen

Geprüft durch unser pharmazeutisches Team

„Bei der Beratung ist es mir wichtig, pharmazeutisches Fachwissen verständlich zu vermitteln und individuell auf die Bedürfnisse der Menschen einzugehen.“

Katalin Záreczky ist approbierte Apothekerin und unterstütz mit ihrer Expertise das apodiscounter Ratgeber-Team.

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