Willkommen in der bunten Welt der Nahrungsergänzungsmittel – wo Vitamine, Mineralstoffe und geheimnisvolle Pflanzenextrakte in glänzenden Kapseln versprechen, unsere Gesundheit zu boosten, das Immunsystem zu pimpen und die Energielevel auf ein neues Hoch zu katapultieren. Ob in der Drogerie, im Internet oder auf Social Media – überall lächeln uns Influencer mit perfekt kuratierten Vitamin-Routinen entgegen. Doch was steckt wirklich drin in den kleinen Helferlein für den Alltag? Wann sind sie sinnvoll – und wann eher überflüssig?
In dieser Episode nehmen Dr. Caren Seifert und Mario D. Richardt die schillernde Welt der Supplements unter die Lupe: mit Fakten, Anekdoten und einem kritischen Blick auf Marketing, Medizin und Mythen. Denn zwischen „braucht man unbedingt“ und „reine Geldverschwendung“ liegt ein spannendes Spektrum aus Wissenschaft, Lifestyle und – klar – auch ein bisschen Wunschdenken.
Expertin: Dr. Caren Seifert, Leiterin einer Praxis für funktionelle und ganzheitliche Medizin

Fachärztin für Chirurgie & Thoraxchirurgie
Dr. med. Caren Seifert
Als leidenschaftliche Medizinerin hat sich Frau Dr. Seifert der ganzheitlichen Behandlung und dem Wohl Ihrer Patient:innen verschrieben.
In Ihrer Praxis für funktionelle und ganzheitliche Medizin praktiziert sie unter dem Motto „Medizin neu denken – Gesundheit neu denken“.
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Nahrungsergänzungsmittel – Was tut mir wirklich gut?
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Ich freue mich außerordentlich, denn nach knapp zweieinhalb Jahren Pause gibt es nun wieder brandneue Episoden hier bei „kernig & gesund“. Schön, dass Sie wieder mit dabei sind und ab sofort hören Sie hier alle zwei Wochen spannende Themen rund um das Thema Gesundheit.
Wir beginnen zum Neustart mit einem Thema, das mich persönlich auch selbst betrifft, denn ich gehöre ehrlicherweise zu den Menschen, die morgens erstmal eine Handvoll Kapseln, Pulver und Pillchen vernaschen, damit sie auch gar keinen Vitamin- oder Mineralstoffmangel haben.
Ganz klar – Nahrungsergänzungsmittel sind ein Milliardenmarkt, doch was davon braucht unser Körper wirklich und was könnte man getrost weglassen? In dieser Folge von „kernig & gesund“ klären wir auf.
„kernig & gesund“ – der Gesundheitspodcast, präsentiert von apodiscounter – die Apotheke für alle.
Mario D. Richardt: Herzlich willkommen! Ich bin Mario D. Richardt und hier spreche ich mit Expertinnen und Experten über spannende Gesundheitsthemen. Heute geht es um ein Thema, das viele von uns betrifft – oft ohne ärztlichen Rat: Nahrungsergänzungsmittel. Antworten auf all die Fragen zu diesem Thema gibt es heute von Dr. Caren Seifert. Sie praktiziert bei LuXvita – der Praxis für gesundheitliche und funktionelle Medizin in Leipzig. Schönen guten Tag Frau Dr. Seifert.
Dr. Caren Seifert: Schönen guten Tag, danke für die Einladung.
Nahrungsergänzungsmittel im Alltag (1:20)
Mario D. Richardt: Schön, dass Sie Zeit für uns haben. Warum greifen denn heutzutage Menschen so viel zu Nahrungsergänzungsmittel? Man kann es ja irgendwie beobachten, dass es immer mehr wird, oder?!
Dr. Caren Seifert: Das stimmt, ich habe jetzt auch bei Ihnen gehört, Ihr Küchenschrank sieht mittlerweile auch ein bisschen anders aus, ja.
Mario D. Richardt: Absolut! Also bei mir stehen acht Döschen.
Dr. Caren Seifert: Acht Döschen – okay das hält sich noch gerade so im Rahmen finde ich, da gibt schon schlimmere Küchenschränke mittlerweile.
Mario D. Richardt: Ernsthaft?
Dr. Caren Seifert: Ja, das ist tatsächlich so. Sie sprechen das an, was mir persönlich auch sehr wichtig ist: Nahrungsergänzungsmittel sind mittlerweile bei vielen zu Hause eigentlich gang und gäbe, wobei viele ein bisschen verunsichert sind: Was nehme ich da eigentlich ein? Auf welchem Niveau befinde ich mich im Laborspiegel? Wissen ja viele gar nicht. Dann hört man von vielen Trends mittlerweile: Ashwaganda, Nicotinamid-Ribosid. Alle wissen nicht so genau, was sie damit anfangen sollen.
Mario D. Richardt: Habe ich noch nie gehört.
Dr. Caren Seifert: Noch nie gehört? Okay, dann sind Sie ganz am Anfang. Ich sagte ja schon, Sie haben erst acht Döschen in ihrem Schrank da geht noch was. Ich sag mal so, wir befinden uns in einer Zeit, wo die Nahrung uns eigentlich nicht mehr das alles gibt, was wir brauchen.
Parallel dazu, dass eigentlich die Substanzen in den Nahrungsmitteln niedriger werden, werden aber die Anforderungen an uns immer höher. Unser Lebensstil ist nicht mehr artgerecht. Jetzt haben wir natürlich das Problem, dass wir uns an gewisse, sage ich mal, Zustände unseres Körpers auch gewöhnt haben und viele auch gar nicht mehr genau wissen, „Wie fühlt sich das denn an, wenn es mir richtig gut geht?“
Mario D. Richardt: Übermüdung, Schläfrigkeit.
Dr. Caren Seifert: Absolut!
Mario D. Richardt: Stress.
Dr. Caren Seifert: Absolut, genau. Was ich immer mehr höre, ist, dass versucht wird, mit Meditation und Atemübungen dagegen anzugehen. Das ist sicherlich auch ganz vernünftig, um den Parasympathikus zu trainieren, um den Vagusnerv mal wieder anzusprechen. Auf der anderen Seite dürfen wir aber nicht vergessen: wir sind jetzt nicht nur Seele und Geist, sondern wir sind auch tatsächlich Körper, und der Körper hat absolutes Recht, auch das zu bekommen, was er braucht, um für uns eben jeden Tag da zu sein.
Und wenn wir jetzt zum Beispiel einfach einen Tryptophanmangel haben – na sie sprechen jetzt die Erschöpfung an, vielleicht auch eine etwas schlechtere Stimmungslage – und wir haben ein Tryptophanmangel, dann können wir meditieren, wie wir wollen, dann können wir Atemübung machen, wie wir wollen. Aber der Tryptophanmangel ist eigentlich das, was in dem Moment die Ursache ist. Tryptophan ist eine von ganz vielen Aminosäuren, die wir brauchen, um entsprechend zu funktionieren.
Mario D. Richardt: Das wollte ich gerade fragen. Also von Tryptophan habe ich vorher auch noch nie gehört. Ich kenne Vitamin A, B, C, D, E, F, G, H und so weiter und natürlich die Minerale, aber Tryptophan mir neu.
Tryptophan: Wirkung & Bedeutung (4:00)
Dr. Caren Seifert: Tryptophan ist Ihnen neu, okay. Wir sind in der Rubrik „Makronährstoffe“, wir sind noch nicht in den „Mikronährstoffen“, weil bei vielen hapert es schon im Makronährstoffbereich. Das sind jetzt also die Proteine und die Fettsäuren. Das sind ganz, ganz wichtige Substanzen, die wir brauchen auf Makroebene. Das heißt also, die Eiweiße – ist mir persönlich immer auch ganz wichtig. Ich mache eigentlich bei allen Patienten, wenn sie es mir erlauben, ein Aminosäureprofil um erstmal zu gucken, „was ist denn da von den Eiweißbausteinen?“.
Um jetzt noch mal auf das Tryptophan zurückzukommen: Tryptophan ist eben eine von den acht essentiellen Aminosäuren. Also „essentiell“ bedeutet: müssen wir zuführen, können wir nicht selber herstellen. Und das Tryptophan alleine hat so viele zentrale Aufgaben. Das ist zum Beispiel die Vorstufe vom Serotonin und vom Melatonin. Das Serotonin ist unser Glückshormon. Also wenn wir kein Tryptophan haben, können wir gar nicht uns so glücklich fühlen, wie wir vielleicht uns sonst fühlen könnten. Der Körper kann uns das Glückshormon nicht produzieren, weil ihm der Baustoff dafür fehlt. Da kann man dann so viel meditieren, wie man möchte, es wird einem irgendwie dann nicht guttun. Also jedenfalls nicht in der Form, die man sich vielleicht wünscht und erhofft.
Das heißt wir müssen das Tryptophan zuführen, damit der Körper das für uns bauen kann, das Serotonin. Und aus dem Serotonin bildet der Körper dann das Melatonin. Das ist unser Schlafhormon. Das ist einerseits wichtig, damit wir eben gut in den Schlaf finden. Das ist das, wo wir dann am Abend, wenn es dämmert, so langsam müde werden. Und das Melatonin ist eben auch ganz wichtig für die antioxidativen Vorgänge in der Nacht. Die Nacht ist auch ein ganz wichtiger Zeitrahmen, in dem wir nicht nichts tun, sondern der Körper ist mit ganz vielen Dingen beschäftigt, wozu er ja tagsüber dann nicht kommt. Das ist der eine Stoffwechselweg vom Tryptophan.
Der andere ist über einen ganz speziellen – ein bisschen zu kompliziert jetzt. Neurotransmitter haben da eine große Relevanz. Am Ende kommt NAD raus, vielleicht hat das der eine oder andere schon mal gehört. NAD ist auch ein ganz wichtiger Stoff, der dann in den Mitochondrien für die Energiegewinnung bereitgestellt werden muss. Das alleine macht die Aminosäure Tryptophan. Wenn die uns fehlt, und ich sehe das leider bei sehr vielen, wirklich viele haben Tryptophanmangel, dann funktioniert einerseits diese Hormonregulation nicht, dass wir uns gut fühlen können, dass wir glücklich sein können und auf der anderen Seite funktioniert der Energiestoffwechsel nicht. Dann kommen wir in der Erschöpfung rein.
Mario D. Richardt: Ich glaube, ich brauche Tryptophan.
Dr. Caren Seifert: Na ja, Sie sehen mir jetzt nicht so aus, aber das ist eben das Problem: Wir können jetzt nicht reingucken, ja. Also wir können bei Ihnen natürlich reingucken, indem wir Blut abnehmen. Dann können wir sehen, okay, wie ist denn ihr Tryptophanspiegel? Haut das alles hin, oder eben nicht. Da kann ich nur jeden ermutigen, mal gucken zu lassen in bestimmte Makronährstoffe und Mikronährstoffe.
Die nächste Abteilung, die jetzt zu den Makronährstoffen zählt, sind eben die Fettsäuren. Da kann man mittlerweile – die Labore sind wirklich toll geworden – einen Langzeitwert der letzten drei Monate sich angucken. Welche Fettsäuren bauen sich da in die Erythrozytenmembran ein? Dann sehen wir das sozusagen als Langzeitwert.
Mario D. Richardt: Sie sprechen quasi von den berühmten Omega-3-Fettsäuren?
Dr. Caren Seifert: Unter anderem. Also wir sehen mehrere. Wir sehen nicht nur die Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, wir sehen auch andere wie die Ölsäure, die Nervonsäure. Ich bin immer wieder überrascht, wie häufig das vorkommt, dass Leute einen Nervonsäuremangel haben. Da haben wahrscheinlich die meisten noch nichts davon gehört.
Mario D. Richardt: Ja, dito.
Dr. Caren Seifert: Ist aber wirklich extrem wichtig, weil das die Ummantelung der Nervenzellen ist, also letzten Endes so ein bisschen wie die Plastikhülle von dem Stromkabel, diese Isolierung. Und ich habe wirklich etliche, wo die Nervonsäure fehlt. Der Weg in Richtung neurodegenerative Erkrankung wird dadurch gebahnt, also wird auf jeden Fall unterstützt, ist nicht so eine gute Sache. Warum haben die Leute dann einen Nervonsäuremangel? Weil ihnen die Ölsäure fehlt. Geht ganz einfach auszugleichen: über mehr Olivenöl. Da ist die Ölsäure drin. Aus der Ölsäure bildet uns der Körper die Nervonsäure. Müssen wir nicht zuführen, bildet der Körper selber, wenn er die Baustoffe dafür hat.
Omega 3 und Omega 6 (8:00)
Mario D. Richardt: Aber grundsätzlich, würde es denn wahrscheinlich reichen, abends ein Salat mit Olivenöl?
Dr. Caren Seifert: Ist die Frage, das ist eben die Frage… Das ist bei jedem etwas anders. Erstens mal, wie verstoffwechselt er das? Zweitens, wie viel braucht er denn dafür, also wie viel braucht er für sich selber, in welcher Stresssituation ist er denn, dieser Mensch? Wenn wir jetzt jemanden haben, der ein ganz ruhiges Leben führt, der braucht vielleicht gar nicht so viel. Aber jemand, der in extremer Stresssituation über lange Zeit sich befindet, kann sein, dass er viel mehr braucht. Weil wir sonst an den Punkt kommen, wenn wir keine Nervonsäure haben, für die Isolierung der Nervenzellen, kommen wir an den Punkt: die Nerven liegen blank. Diese ganzen Sprichworte haben einen extrem tieferen Sinn. Dann braucht man gar nicht so viel Labor, aber das wollte ich nur schon mal vorwegnehmen.
Beim Omega 3 ist es wichtig zu wissen, dass wir immer eine Balance brauchen zwischen Omega 6 und Omega 3. Beide sind wichtig, die Balance muss stimmen. Omega 6 sind die, die Entzündung fördern. Omega 3 sind die Fettsäuren, die Entzündung hemmen. Und in der Regel ist es mittlerweile so, dass eben Omega 6 überwiegt. Die Ernährung hat sich tatsächlich sehr geändert, so dass wir keine Omega 3 in ausreichender Menge zuführen. Aber viel Sonnenblumenöl und sowas.
Mario D. Richardt: Da sind diese schlechteren Omega-6-Fettsäuren drin?
Dr. Caren Seifert: Man darf nicht so unfair sein und sagen „das sind die schlechteren“, weil wir brauchen auch Omega-6-Fettsäuren. Und wenn wir uns jetzt mal schneiden, eine kleine Wunde am Körper haben, muss ja eine Entzündung stattfinden, um die Heilung zu initiieren. Aber dann muss diese Entzündung auch wieder gebremst werden. Dafür brauchen wir eine Omega 3. Wenn wir jetzt aber nur Omega 6 zuführen oder zu viel zuführen, dann haben wir eben, sage ich mal, die Fettsäuren, die da Gas geben, aber dann nicht mehr die, die bremsen. Und damit fördern wir chronische Entzündungen im Körper, ja. Und das ist dann im Grunde der Weg zu Erkrankungen.
Mario D. Richardt: Omega 3 haben Sie schon gesagt, ist unter anderem in fettigem Fisch drin, in Lachs, aber zum Beispiel auch in Walnüssen. Also am besten vielleicht jeden Tag eine Hand vor Walnüsse? Oder wer das überhaupt nicht mag, kann eben auch supplementieren, dann über Kapseln?
Dr. Caren Seifert: Schwierig, ganz schwierig, ja schwierig. Ich kann das so leider nicht durchgehen lassen, weil das nicht ausreichen wird.
Mario D. Richardt: Sie sind die Expertin.
Dr. Caren Seifert: Es reicht leider nicht aus, es reicht nicht aus. Okay. Es gibt ja kaum jemanden, der einen normalen Omega-3-Spiegel hat, ohne, dass er substituiert. Da reichen die paar Walnüsse auch nicht aus und Sie haben auch in den Walnüssen nicht diese Omega-3-Fettsäuren, die wir eben nicht so gut selber bilden können. Also das muss man auch bedenken. Man kriegt ein paar Omega 3 aber eben nicht genug EPA, nicht genug DHA.
EPA ist die Eicosapentaensäure, wird immer auf diesen Präparaten abgekürzt mit EPA und das andere ist DHA (Docosahexaensäure). Die beiden müssen wir in der Regel immer mit Substitution nach vorne bringen, damit wir mal auf einen Index von annähernd 9 kommen, gerne über 9. Die meisten hängen irgendwie um die 3, um die 4, und das macht ganz ganz viel – nicht nur mit der Zellmembran, nicht nur mit diesen antientzündlichen Prozessen, sondern es macht auch ganz ganz viel mit unserer mentalen Stärke, mit der Stressresilienz.
Das heißt, wenn jemand einen schlechten Omega-3-Index hat, dann ist er automatisch nicht so gut, den Stress zu verarbeiten und zu verkraften. Auch da kann man wieder sehr viel meditieren, was ich super finde, aber wir müssen den Körper auch berücksichtigen, was der braucht, damit er für uns da sein kann.
Mario D. Richardt: Ich befürchte ja fast, das wird heute eine XXL-Folge werden dann. Und jetzt haben wir quasi nur über Fettsäuren gesprochen, über einen Bruchteil davon, und über Aminosäuren. Und bei den Aminosäuren war es ja jetzt nur eine: Tryptophan. Also ich kenne als Aminosäure noch das, was ich zum Beispiel nehme, ist dieses L-Lysin, als Vorbeugung gegen Lippenherpes und ich muss sagen es funktioniert wunderbar. Seitdem ich das nehme, hatte ich nie wieder Lippenherpes.
Dr. Caren Seifert: Das empfehle ich auch immer.
Mario D. Richardt: Ja? Können Sie das kurz erklären, warum das funktioniert?
Dr. Caren Seifert: Ja, das funktioniert deswegen, weil das L-Lysin im Grunde das Arginin verdrängt. So ein bisschen kompetitiver Mechanismus, der dahintersteckt. Und das Arginin ist im Grunde das „Futter für die Viren“. Die mögen das dann sehr gerne und dann nimmt man ihn weg. Ja, kann man machen funktioniert in der Regel gut. 1,5 g Lysin prophylaktisch täglich einnehmen bei jemandem der da ein bisschen häufiger Probleme hat. Und im akuten Zustand dann gerne 3 g. Kann man auch dann IV machen, wenn man da Interesse dran hat, ist das natürlich dann bisschen wirksamer noch. Aber prinzipiell: 1,5 g prophylaktisch, 3 g im akuten Zustand – funktioniert.
Mario D. Richardt: Und IV heißt intravenös?
Dr. Caren Seifert: Ja, genau, spritzen lassen. Dann gibt man noch mal ein bisschen mehr Gas.
Mario D. Richardt: Okay. Was würden Sie empfehlen? Was ist wichtig? Was sollte man auf jeden Fall substituieren? Wenn wir jetzt zum Beispiel auf die „profanen Vitamine“ schauen?
Dr. Caren Seifert: Es ist ja alles nicht profan und ist auch ganz schwierig, da eine Reihenfolge reinzubringen. Der ganze Körper ist ein riesen Orchester und das funktioniert halt alles im Einklang, wenn man die Sachen zuführt. Ich würde das gar nicht groß mit Reihenfolge – das ist Top 1, Top 2, Top 3, Top 4 – sondern es ist wirklich ein Orchester und die funktionieren alle miteinander.
Ich versuch es mal in so eine Reihenfolge zu bringen: Vitamin D ist ganz ganz wichtig. Wir haben ja irgendwie alle in Vitamin D-Mangel, die nicht substituieren oder die nicht wirklich draußen den ganzen Tag unterwegs sind, vor allen Dingen dann natürlich im Sommer. Wir können vormittags kein Vitamin D bilden, nachmittags kein Vitamin D. Wir sind aber die meiste Zeit in einem Raum. Die wenigsten arbeiten ja draußen. Also Vitamin D unbedingt!
Vitamin D: Wie viel ist wirklich nötig? (13:40)
Mario D. Richardt: Wenn man das dann nimmt, worauf sollte man da achten? Also es wird ja oftmals präferiert, so diese Einheit 1.000, glaube ich, wird immer gesagt. Ich persönlich nehme alle zwei Tage 5.000. Ich weiß nicht, ob das schon wieder zu viel ist. Was würden Sie sagen, wäre so die richtige Menge?
Dr. Caren Seifert: Ja, da werden natürlich alle auch prima verunsichert. Am besten, man misst mal, wo man denn steht. Ich messe sehr gerne, ich bin davon dieser Abteilung „Messen – Machen – Messen“. Dann sehen wir, wo Sie stehen. 5.000 für sie als Erhaltungsdosis, ja, denke passt. Vielleicht 4.000. Jeden Tag allerdings, nicht alle zwei Tage.
Mario D. Richardt: Und daraus kann ich ableiten: also 1.000 am Tag ist viel zu wenig.
Dr. Caren Seifert: 1.000 am Tag ist viel zu wenig.
Mario D. Richardt: Warum wird es überall so erzählt?
Dr. Caren Seifert: Das sind tatsächlich veraltete Studien auf die sich da berufen wird. Das sind veraltete Denkweisen, auch ein bisschen, da hat sich so viel getan. Aber bis dann diese ganze bürokratische Mühle irgendwie mal up-to-date ist, müssen wir für uns einfach ein bisschen schneller sein.
Mario D. Richardt: Und ich glaube ganz wichtig ist, wenn man Vitamin D nimmt: Vitamin D3 wird ja empfohlen?
Dr. Caren Seifert: Ja, Vitamin D3 in Kombination mit K2. Man kann das natürlich perfektionieren. Dann braucht man eigentlich noch Vitamin A und eigentlich noch Magnesium. Bisschen was kriegen wir schon auch über die Ernährung. Also normale Standardprodukte sind Vitamin D3 mit K2, das passt, das kommt auch an. Man sieht’s ja letzten Endes im Labor.
Ich überprüfe dann immer in der Regel nach vier Wochen noch mal, wo wir denn landen. Die meisten haben ja einen Mangel und müssen dann erstmal für 3–4 Wochen 10.000 Einheiten täglich nehmen, bis sie dann überhaupt dahinkommen, dass die Erhaltungsdosis ausreicht. Aber die meisten müssen erstmal einen richtigen Sprung machen.
Mario D. Richardt: Auf jeden Fall würden Sie sagen „schon immer dann jeden Tag“?
Dr. Caren Seifert: Ja, jeden Tag.
Mario D. Richardt: Oder ist es so, dass man das bei Vitamin D, man nimmt sich einfach 30.000 und dann hält es eine Woche?
Dr. Caren Seifert: Ne, ne, das ist auch ein bisschen, also wir müssen ein bisschen uns an der Natur orientieren. Die gibt’s uns ja vor. Es ist ja auch nicht so, dass wir eine Woche im Keller sitzen und dann am Sonntag kommen wir raus, gehen in die Sonne – nein. Normalerweise sind wir jeden Tag draußen, also jeden Tag Vitamin D. Und wenn man bedenkt, dass über 2.000 Gene vom Vitamin D geschalten werden, reguliert werden, und jede Zelle einen Vitamin D-Rezeptor hat, dann wird einem, denke ich, schon klar, wie wichtig Vitamin D ist. Es hat natürlich mit der Knochengesundheit zu tun etc., Immunsystem, ist unglaublich wichtig, deswegen: wenn man es platziert, dann auf Platz 1!
Mario D. Richardt: Und das aber auch im Sommer, nicht nur im Winter?
Dr. Caren Seifert: Je nach Berufsfeld. Sind sie den ganzen Tag drin? – Dann ja, dann einnehmen. Ab und zu mal kontrollieren, ich finde es schon gut, wenn man durchaus mal zwischendurch eine Kontrolle macht, ob das so passt mit dem. was man einnimmt. Oder ob man im Sommer, wenn man dann doch eben am Wochenende draußen ist und ordentlich auflädt, ob das dann doch vielleicht auch mal ein bisschen zu viel sein kann. Man kann da auch übers Ziel hinausschießen, deswegen Vitamin D-Spiegel mal messen lassen, kostet um die 30 €.
Vitamin C, Zink & Selen – starke Kombinationen (16:40)
Mario D. Richardt: Dann springen wir jetzt im Alphabet mal um einen Platz zurück, zu Vitamin C. Wie wichtig ist das, vor allem ja auch für das Immunsystem?
Dr. Caren Seifert: Super wichtig, natürlich. Vitamin C ist auch ein bisschen zu wenig in der Nahrung, leider. Die Sachen enthalten nicht mehr so viel Vitamin C. Deswegen würde ich das auch jeden Tag substituieren. Ich nehme an, Sie nehmen es auch jeden Tag?
Mario D. Richardt: Ja, sogar gepuffert, also dass es nach und nach freigesetzt wird.
Dr. Caren Seifert: Wobei „gepuffert“ – da darf ich kurz korrigieren – ist eigentlich eher so gedacht, dass der Magen mit der Säure nicht so in Konfrontation gerät, dass der Magen da nicht so empfindlich reagiert.
Mario D. Richardt: Ach so, ich dachte mal es heißt „zeitversetzt“.
Dr. Caren Seifert: Nein, wäre sowieso nicht super sinnvoll, weil es kann nur im oberen Bereich aufgenommen werden und wenn es dann verzögert freigegeben wird, dann purzelt das da im Darm weiter runter und dann kann es gar nicht mehr richtig aufgenommen werden. Also muss jetzt nicht eine verzögerte Abgabe da draufstehen. Gepuffert ist okay, dass der Magen sich nicht beschwert, irgendwann.
Mario D. Richardt: Aber alleine dieser Begriff, für mich als Laien, dachte ich jetzt tatsächlich „zeitverzögert“, aber dafür gibt es diesen Podcast: dass wir alle ein bisschen schlauer werden. Und dafür haben wir Sie als Expertin dabei.
Dr. Caren Seifert: Ja, sehr gerne, also da ist viel Aufklärungsbedarf.
Mario D. Richardt: Vitamin C hört man häufig auch: in Verbindung soll es gut sein mit Zink. Können Sie das bestätigen?
Dr. Caren Seifert: Ja, weil natürlich alle – wie gesagt, es ist ein Orchester – spielen alle gerne zusammen. Damit das dann auch harmonisch wird. Zink und Vitamin C sind richtig gute Teamplayer, gerade im Thema Immunsystem. Deswegen macht man das auch gerne in die Infusion rein, wenn jemand so kommt einem akuten Infekt, er möchte gerne etwas schneller gesund werden. Vitamin C und Zink funktioniert sensationell!
Mario D. Richardt: Auch über das ganze Jahr, oder nur in der Erkältungszeit?
Dr. Caren Seifert: Ich wäre ein bisschen zurückhalten mit dem Zink. In der Erkältungszeit ja, gerade wenn man merkt, man ist ein bisschen angeschlagen, dann hat man auch einen höheren Bedarf. Ansonsten beim Zink bin ich nicht ganz so großzügig wie beim Selen – kommen wir gleich dazu. Zink kann dann auch mal toxisch werden, also da ist das therapeutische Fenster nicht ganz so groß. Deswegen kontrolliere ich das auch häufiger mal, dass man nicht zu sehr übers Ziel hinausschießt.
Mario D. Richardt: Dann sprechen wir gleich über Selen sie haben schon angesprochen.
Dr. Caren Seifert: Selen ist wirklich extrem wichtig, vor allen Dingen als Nahrungsergänzungsmittel, weil die Böden komplett leer sind in Deutschland. Wir haben leider sehr selenarme Böden, deswegen ist in der Nahrung kein Selen mehr drin, deswegen müssen wir es zuführen. Die wenigsten, also ich sehe das ganz ganz selten, dass jemand einen guten Selenspiegel hat, ohne dass er substituiert. Die meisten haben extremen Mangel.
Selen ist sehr zentral im Rahmen der Entgiftungsprozesse. Es ist letzten Endes ein Bestandteil der Glutathion-Peroxidase, die braucht unbedingt Selen, damit sie gut funktioniert. Glutathion ist eben eins unserer stärksten antioxidativen Systeme im Körper, wird in der Leber gebildet und so weiter. Dafür brauchen wir ganz dringend Selen unter anderem. Hat natürlich auch noch andere Funktionen, logischerweise, aber Selen ganz wichtig, müssen wir zuführen.
In der Regel startet man so, weil man eben einen Mangel, hat mit 200 Mikrogramm am Tag und wenn man dann im entsprechenden Bereich angekommen ist, reichen dann auch mal 100 Mikrogramm. Da würde ich auf jeden Fall nacharbeiten. Ist übrigens auch nicht ganz unwichtig bei der Hormonsynthese: Schilddrüsenhormone können nur ausreichend hergestellt werden in der aktiven Form, wenn wir Selen an Bord haben, ganz wichtig! Auch für die Fruchtbarkeit des Mannes nicht unwichtig. Spermienqualität hängt auch an der Selenversorgung. Ganz wichtig!
Mario D. Richardt: Wer vielleicht von den jüngeren Zuhörern gerne ein Kind haben möchte, sollte auf jeden Fall Selen nehmen?
Dr. Caren Seifert: Auf jeden Fall!
Magnesiumarten und ihre Wirkung (20:30)
Mario D. Richardt: Dann sprechen wir über Magnesium. Wird ja auch sehr häufig genommen, aber da muss man wahrscheinlich auch wieder differenzieren. Da gibt’s ja auch wieder verschiedene Arten. Da gibt’s irgendwie das Citrat und was noch? Aber da klären sie uns ganz kurz mal auf…
Dr. Caren Seifert: Magnesium, auch ganz wichtig. Also wie gesagt, alle eigentlich ganz wichtig, weil sie zusammenspielen. Magnesium brauchen wir natürlich alle immer mehr, weil wir im Stress sind. Wir leben ja nicht mehr artgerecht, wie wir was eigentlich mal gemacht haben. Das heißt wir brauchen permanent Magnesium. Schon allein, weil die Mitochondrien Magnesium brauchen, im Rahmen dieser ATP-Produktion. ATP (Adenosintriphosphat) ist das Molekül, was eigentlich unsere Energiewährung ist, was die Mitochondrien, also die Kraftwerke der Zelle, für uns herstellt.
Damit das aber dann auch wirkt und damit da wirklich Energie für uns brauchbar dabei herauskommt, brauchen wir Magnesium. Jedes ATP-Molekül geht dann Hand in Hand mit einem Magnesium. Sonst funktioniert es gar nicht. Das heißt wir brauchen den ganzen Tag, die ganze Nacht, eine gute Magnesiumversorgung. Wenn wir jetzt noch Sport machen, brauchen wir natürlich noch mehr, logischerweise. Es ist auch wichtig für den Herzrhythmus, stabilisiert die Herzfrequenz. Es ist auch wichtig für die Knochengesundheit. Es ist nicht nur Calcium, sondern auch Magnesium, unter anderem.
50 % vom Magnesium ist im Knochen gespeichert. Extrem wichtig für alle Prozesse energetischer Natur und auch viele Enzymaktivitäten. Über 300 Enzymaktivitäten sind Magnesium-abhängig, da brauchen wir eine ganze Menge. Und zu den Arten, die es da gibt – um dann noch mal kurz drauf zu sprechen zu kommen – grundsätzlich muss man unterscheiden zwischen dem organischen und dem anorganischen Magnesium. Letzten Endes können wir das anorganische schon mal außen vorlassen, weil das einfach nicht gut aufgenommen wird. Damit kann man dann, sage ich mal, therapeutisch vielleicht besser den Durchfall provozieren oder den etwas dünneren Stuhlgang.
Um es besser aufzunehmen, brauchen wir die organischen Formen. Die sind dann letzten Endes die, die gebunden sind an bestimmte Dinge. Dann löst sich das alles besser, kann aufgenommen werden. Jede Magnesiumform, wie z. B. Magnesiumglycinat oder Magnesiumtaurat oder Magnesiumthreonat, sind alle gebunden an bestimmte Dinge. Magnesiumglycinat ist an das Glycin gebunden. Das ist eine Aminosäure, die so ein bisschen beruhigt – auch wieder eine Aminosäure. Haben wir also einen doppelten Effekt: Wir haben einmal das Magnesium mit dem Glycin gebunden, kann besser aufgenommen werden. Magnesium-Vorteile und Glycin-Vorteile.
Glycin beruhigt ein bisschen also nehmen wir Magnesiumglycinat am Abend. Beruhigt, kann man besser schlafen. Disglycinat hat man zwei Glycin-Moleküle. Ist im Grunde das gleiche, nur noch ein bisschen mehr Glycin. Dann z. B. das Magnesiumtaurat wäre mit dem Taurin gebunden. Taurin wiederum, sehr wichtig, auch eine aminosäureartige Struktur, die für unsere Herzgesundheit wichtig ist. Was sieht man noch so in der Regel?
Mario D. Richardt: Citrat.
Dr. Caren Seifert: Magnesiumcitrat? Ja, okay. Kann man auch nehmen, ist eigentlich so das, was man gerade im Sport häufig nutzt, weil das hat eine sehr schnelle, sehr hohe Aufnahmefähigkeit, kann man sehr schnell das Magnesium nacharbeiten beim Sport. Auch eine gute Sache. Magnesiummalat finde ich auch immer prima, weil das Magnesiummalat ist sehr gut für die Mitochondrien, für die Energieherstellung in den Mitochondrien. Das würde ich jetzt eher am Morgen nehmen oder tagsüber und dann eben abends das Magnesiumglycinat oder Bisglycinat oder auch durchaus das Magnesiumthreonat.
Das ist eine relativ neue Verbindung, die gefunden wurde, die wohl extrem vielversprechend ist für die Gehirngesundheit. Das ist ein Magnesium, was die Bluthirnschranke ganz gut überwindet, was die anderen eben nicht so können. Damit hat man natürlich eine viel bessere Magnesiumversorgung im Gehirn, hat auch noch eine mögliche Kompetenz, um vielleicht Amyloid-Plaques noch ein bisschen besser mit zu beseitigen. Es ist ganz vielversprechend auch Richtung Alzheimerprophylaxe etc.
Mario D. Richardt: Ich kann mir vorstellen, dass jetzt viele zuhören und, ja, dasitzen wie das Kaninchen vor der Schlange, wenn sie dann hören „da gibt’s das das das“. Was soll man überhaupt kaufen? Weil meistens kauft man ja online oder Apotheke oder im Supermarkt. Dann steht drauf „Magnesium“, aber niemand weiß ja was da wirklich drin ist. Gibt es vielleicht do so eine Kombi, wo alle diese Arten vielleicht drin sind?
Dr. Caren Seifert: Ja, perfekt, genau das hätte ich jetzt empfohlen. Nehmen Sie einen Komplex! Da sind schon ein paar drin und dann haben Sie auch dem Körper ein bisschen was zur Verfügung gestellt. Der kann sich dann raussuchen, was er jetzt genau haben möchte. Ich empfehle auch immer einen Komplex.
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B-Vitamine & Bioverfügbarkeit (25:05)
Mario D. Richardt: „Komplex“ kenne ich oft in Verbindung mit Vitamin B. Vielleicht springen wir einfach mal dorthin?
Dr. Caren Seifert: Die B-Vitamine. Ja, die B-Vitamine sind natürlich auch super wichtig, also es ist alles wichtig. Die B-Vitamine sind mitunter starke Cofaktoren, die wir nicht unterschätzen sollen. Die sind jetzt nicht nur für die Bildung des Blutes und so weiter zuständig, sind auch ganz wichtig für die Hormonbildung, für die Energiebereitstellung, Cofaktoren im mitochondrialen Stoffwechsel – ganz wichtig, dass wir überhaupt hier sitzen können, miteinander reden können. Da brauchen wir die B-Vitamine und je mehr wir gestresst sind, desto mehr verbrauchen wir. B-Komplex kann man durchaus mal zuführen. Muss man nicht täglich nehmen, auch hier würde ich empfehlen: einfach mal den Spiegel kontrollieren.
Mario D. Richardt: Dann würde ich vorschlagen, nach einer ganz kurzen Unterbrechung geht’s genau an dieser Stelle dann weiter.
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Wer besonders auf Supplemente achten sollte (27:00)
Mario D. Richardt: Weiter geht’s hier in Leipzig mit Dr. Caren Seifert. Wir sprechen heute über Nahrungsergänzungsmittel, hatten schon eine ganze Menge uns vorgeknöpft. Wie ist es eigentlich, gibt es denn bestimmte Gruppen von Menschen, die vielleicht eher profitieren? Zum Beispiel Schwangere, ältere Menschen, Personen mit Vorerkrankungen, Veganer, die auf jeden Fall was nehmen sollten?
Dr. Caren Seifert: Definitiv, natürlich! Eigentlich müssen wir alle was nehmen mittlerweile, aber prinzipiell gibt’s natürlich solche Gruppen, wie Veganer, Vegetarier, die müssen besonders schauen. Man kann sich so ernähren – muss man aber klug machen, sage ich immer. Natürlich fehlen da etliche Dinge, wie z. B. B12, Folsäure, Eisen, muss man einfach gucken, dass man die dann in einer Weise substituiert, die dann auch ankommt im Körper. Immer mal kontrollieren lassen, ganz wichtig.
Da müssen dann auch Sachen wie Taurin und Carnitin berücksichtigt werden. Wird meistens übersehen, ist aber ganz wichtig. Einen Carnitinmangel will man nicht haben. Einfach mal nachgucken: was macht Carnitin? „Carne“, das Fleisch, nicht falsch verstehen – jeder kann sich ernähren, wie er möchte – aber man muss es dann klug machen. Die Natur gibt uns eigentlich schon ein bisschen was vor.
Wenn man sich dann aus Gründen entscheidet, ohne Fleisch, oder ohne tierische Produkte, dann muss man das wirklich klug machen. Und dem Körper gegenüber so fair sein, dass man ihm auf irgendeine andere Weise die Dinge gibt, die er braucht. Das dürfen wir nicht vergessen. Da habe ich manchmal nicht so ein gutes Gefühl, wenn ich die Medienlandschaft betrachte und alle Richtung vegan und vegetarisch unterwegs sein dürfen. Können Sie alle machen – aber bitte klug! Weil sonst kommen dann chronische Krankheiten. Carnitinmangel, Taurinmangel, bitte mit berücksichtigen. Viele andere Sachen wie B12, Eisen und sowas, das machen die meisten ja dann hoffentlich schon.
Mario D. Richardt: Was blüht in einem Menschen, der sich vegan ernährt und jetzt kein Carnitin zu sich nimmt? Weil Sie ja schon sagten, also schauen Sie mal nach was da passiert, bei Carnitinmangel.
Dr. Caren Seifert: Carnitinmangel kann sehr vielseitige Probleme bereiten, von Stimmungsproblematiken, Reizbarkeit, bis zu gravierenden Herzrhythmusstörungen – möchte man nicht haben.
Mario D. Richardt: Zum Taurin, können Sie da ein bisschen drauf eingehen?
Dr. Caren Seifert: Ja, Taurin ist nicht unwichtig, weil das auch für unsere Herzgesundheit und Rhythmusstabilisierung ganz zentral ist. Und da haben wir eben auch das Problem: wir essen ja heute, mittlerweile, wenn wir denn Fleisch essen, nur noch Muskelfleisch. Wir essen eben diese ganzen Innereien nicht mehr, von Knorpel und Knochenstruktur mal ganz abgesehen, das essen wir sowieso nicht mehr.
Mario D. Richardt: Maximal Leber isst man noch, ne?!
Dr. Caren Seifert: Ja, und das machen ja auch nur noch wenige. Aber da sind eben ganz viele Nährstoffe drin. In Herz z. B., sollte viel Taurin drin sein. Normalerweise liegt ja jetzt hier der Hund, die liebe Stella, die ist heute nicht hier. Da kann ich das immer demonstrieren und die Leute wissen dann immer „Ach klar, meinem Hund gebe ich ja alles. Da achte ich darauf, dass Taurin da drin ist, Omega 3 drin ist, dass die ganzen Mineralien passen.“
Beim Hund macht man immer einen riesen Zirkus, aber dass man das gleiche bei sich machen sollte, ist vielen gar nicht so klar. Und das Taurin ist eben im Herzmuskel möglichst enthalten. Wenn das nicht da ist, haben wir eben einen ganz großen Mitspieler, der unsere Herzgesundheit unterstützt, nicht an Bord. Deswegen auch mal gucken, ob man genug Taurin hat – gerade als Vegetarier oder Veganer.
Mario D. Richardt: So, jetzt kram ich kurz in meinem Kopf – haben wir etwas Essentielles vergessen? Wo Sie jetzt sagen würden „Das wäre auf jeden Fall noch wichtig, dass man das noch zusätzlich integriert“?
Dr. Caren Seifert: Ja! Also da muss ich den Bogen noch mal zum Anfang zurückspannen. Wir können auch gleich mal gucken: haben Sie denn alle acht Dosen durch, die Sie zu Hause stehen haben?
Mario D. Richardt: Ich glaube ja. Omega 3 ist auch mit dabei. L-Lysin, ja. Vitamin C, Zink, Magnesium, D…
Aminosäuren- und Eiweißmangel erkennen (30:50)
Dr. Caren Seifert: Aber was wichtig wäre – da bin ich mir nicht sicher, ob sie das machen – Aminosäuren. Haben Sie ein guten Aminosäurespiegel?
Mario D. Richardt: Nur L-Lysin.
Dr. Caren Seifert: Ach so, nur L-Lysin – das zählt ja nicht. Das ist ja jetzt aus therapeutischen Gründen für Herpesprophylaxe. Aber nehmen Sie die anderen?
Mario D. Richardt: Was sind denn die anderen überhaupt? Wie heißen die denn? Haben sich bei mir noch nicht vorgestellt. Also ich glaube L-Carnitin, L-Arginin, …
Dr. Caren Seifert: Arginin, ja wäre auch einer. Carnitin ist sowas ähnliches so wie Taurin. Das gehört jetzt nicht zu den richtigen Aminosäuren, sind so aminosäureartige Strukturen.
Mario D. Richardt: Deswegen sitze ich jetzt vor Ihnen. Dann schießen sie los!
Dr. Caren Seifert: Hoffentlich mache ich sie nicht hier mehr durcheinander, aber Aminosäuren müssen wir natürlich auch zuführen. Das sehe ich bei jedem. Jeder hat hier einen Aminosäuremangel und jede Aminosäure hat eben ganz speziell wichtige Aufgaben. Aminosäuren noch mal ganz kurz, falls jemand das nicht einordnen kann: das sind im Grunde die gespaltenen, klein gespaltenen Proteine, Eiweißbausteine.
Wir bestehen ja nun mal aus einem sehr großen Anteil aus Eiweiß nicht nur jetzt der Körper, sondern eben auch Immunglobuline und so weiter. Alles muss ja irgendwie aus Eiweiß hergestellt werden. Dafür brauchen wir die Stoffe. In der Regel essen ja viele Leute doch ganz schön viel Kohlenhydrate mittlerweile, dank dieser tollen Ernährungspyramide: unten alles voller Kohlenhydrate – ist nicht wirklich super gesund, wenn wir so viele Kohlenhydrate essen – im Gegenteil.
Mario D. Richardt: Vor allen Dingen die schlechten kurzkettigen Kohlenhydrate, also alles, was aus Weißmehl ist.
Dr. Caren Seifert: Tut uns nicht gut. Umso besser, wenn man mal eine Zeit lang ein bisschen auf die Bremse tritt. Merken viele relativ schnell nach ein paar Tagen, wie gut ihnen das tut. Was wir eben dann nicht so viel auf dem Teller haben, das dürfen wir jetzt ändern: Eiweiße. Da kann ich nur empfehlen, dass man auf dem Teller eben die Kohlenhydrate reduziert, mehr als Beilage sieht, und dafür mehr Eiweiße und Gemüse da draufbaut. Dann vielleicht ein gutes Olivenöl am Ende noch drüber gießt. Das wäre eigentlich das, was wir machen sollten. Mehr Eiweiß und ein gutes Öl kombinieren und dann viel Gemüse.
Mario D. Richardt: Dann werden Sie wahrscheinlich jetzt die Hände auch überm Kopf zusammenschlagen, wenn ich ihn erzähle, wie ich denn meine Vitaminpillchen und Kapselchen nehme. Ich nehme einfach so einen Eierbecher und Döschen auf, Pille rein, Döschen auf, Pille rein, bis die alle drin sind. Dann ab in die Handfläche, zack, rein in den Mund, großer Schluck Wasser, fertig. Wie wichtig ist es denn, wann man diese Nahrungsergänzungsmittel einnimmt, in welcher Kombination, der Zeitpunkt – vorm Essen, nach dem Essen?
Dr. Caren Seifert: Also ich mache das auch nicht ganz so kompliziert. Irgendwie denke ich auch, das kommt ja an. Ich sehe es ja in den Laborwerten, also man kann das schon so machen. Ich sag, mal bei wenigen Dingen schreibe ich mit dazu „da vielleicht mal eine Dreiviertelstunde Abstand zu anderen Mineralien„, weil die sich sonst gegenseitig konkurrieren. Aber generell, machen Sie sich bitte nicht so verrückt, man muss das hier nicht mit Minuten abpassen. Das macht viel zu kompliziert. Nachher nimmt ja keiner mehr was ein, weil es viel zu kompliziert ist. Ich würde es genauso machen wie Sie: Einfach alles rein, zack, fertig.
Mario D. Richardt: Sehr gut, beruhigt schon mal.
Dr. Caren Seifert: Es gibt so ein paar Sachen, aber da würde ich extra jetzt gar nichts dazu sagen, weil sonst machen sich die Leute viel zu verrückt. Es ist viel ungünstiger, wenn man nicht substituiert, in der heutigen Zeit – weniger Sachen in den Nahrungsmitteln, höhere Anforderungen an uns. Wir müssen substituieren, hier geht das gar nicht anders. Dann lieber so wie Sie und dann kommt schon was an. Das sehen wir ja dann auch in den Laborwerten. Und letzten Endes in der Nahrung ist es ja auch so, wir essen ja jetzt den Brokkoli nicht separat, eine halbe Stunde später dann das Steak, oder so. Das machen wir ja so auch nicht. Also die Natur gibt uns das ja auch ein bisschen vor.
Mario D. Richardt: Gibt es denn Mikro-, Makronährstoffe auf die man getrost verzichten kann? Ich habe das eingangs gesagt. Wo sie sagen „braucht man nicht extra“?
Dr. Caren Seifert: Letzten Endes sollte jeder mal testen lassen, weil wir wissen es ja nicht. Sie haben einen anderen Bedarf als ich. Bei Ihnen werden andere Ergebnisse rauskommen als bei mir. Von dem her würde ich immer sagen, gönnen Sie sich einmal so ein Test, um zu gucken: Wo stehe ich denn da? Wo habe ich denn vielleicht die letzten Jahre meine Regale leer geräumt im Körper? Wo muss ich mal wieder was auffüllen? Das sieht bei Ihnen ganz anders aus als bei mir.
Ich spreche auch mit den Leuten vorher. Ich sehe ja auch, okay, wo könnte hier ein Problem sein? Wo könnte hier ein Regal leergeräumt sein? Und da guckt man dann genau hin. Wenn man jetzt mal grundsätzlich sagen will „was soll ich einnehmen?“, „was kann man eigentlich grundsätzlich jedem empfehlen?“, sage ich Vitamin C! 1 g am Tag, gerne gepuffert, dass der Magen sich nicht beschwert.
Magnesium, morgens und abends 200 mg, sage ich mal so standardmäßig, muss ein bisschen gucken wegen Nierenwerten. Es gibt schon so ein paar Sachen, wo man ein bisschen drauf aufpassen muss. Vitamin D, je nachdem, wo man steht. Wenn man Glück hat, ist man schon in dem Bereich, wo die Erhaltungsdosis ausreicht. Das sind nicht 1.000 Einheiten. Das sind, sage ich mal, bei 70 kg um die 4.000 Einheiten. Magnesium, Omega 3 – ganz wichtig, alle haben Omega-3-Mangel.
Mario D. Richardt: Wie viel?
Dr. Caren Seifert: Omega 3, um erstmal diesen gravierenden Mangel auszugleichen, kann man mit 3 g Omega 3 starten und dann irgendwann sind es 1,5 g am Tag.
Mario D. Richardt: B12 nur bei Stress?
Dr. Caren Seifert: Gute Frage. Wenn man das noch nie substituiert hat, ist man wahrscheinlich im Mangel. Also kann man mal vier Wochen B-Komplex – also B12 alleine würde ich auch nicht machen. Wir brauchen immer die Balance. B12 braucht auch die Balance mit Folsäure und so weiter. B-Komplex bioaktiv: bitte drauf achten, dass der bioaktiv ist! Dass der Körper nicht erst umwandeln muss, weil manche können gar nicht umwandeln, dann haben sie ein Problem. Also bioaktiven B-Komplex mal für vier Wochen nehmen jeden Tag. Und dann vielleicht einmal die Woche oder je nach Stresssituation. Im Stress brauchen wir wieder mehr, das heißt das ist immer etwas flexibel zu handhaben, je nach Lebensumstand.
Mario D. Richardt: Was ist mit Selen?
Dr. Caren Seifert: Selen unbedingt!
Mario D. Richardt: Also Selen auch?
Dr. Caren Seifert: Selen ist Pflicht! Selen ist Pflicht, Vitamin D ist Pflicht, Omega 3 ist Pflicht, Magnesium ist Pflicht, Vitamin C. Eigentlich auch noch mal Aminosäuren, gerne als Pulver, gerne als freie Aminosäuren, damit sie möglichst Darmprobleme da auch umgehen. Manche können auch diese ganzen Proteine nicht wunderbar verdauen. Muss man auch alles im Hinterkopf haben.
Durch den Stress unserer aktuellen Zeit wird der Darm ja in der Regel auch ein bisschen geschädigt. Die wenigsten haben einen intakten Darm, wissen es nicht, gewöhnen sich dran und so weiter. Können die Proteine nicht gut verarbeiten, produzieren vielleicht ein bisschen zu viel Ammoniak dabei und so weiter. Deswegen gerne freie Aminosäuren.
Da gibt’s diese sogenannten „Master Aminopatterns“. Da sind dann die acht essentiellen drin. Oder man nimmt ein Aminosäurepulver, wo die ganzen Proteine schon runtergespalten sind in freie Aminosäuren. Oder ein Hydrolysat. Kollagen könnte man auch hier einen eigenen Podcast zu machen. Es ist echt viel, weil der Körper, der braucht einfach was. Der soll immer für uns da sein aber letzten Endes müssen wir auch mal für den Körper da sein, darf man nicht so vernachlässigen. Kalorienzählen, da sollten wir eigentlich drüber weg sein. Es geht hier um die Nährstoffe, letztlich.
Worauf beim Kauf achten? Qualität statt Billigware (38:20)
Mario D. Richardt: Auf jeden Fall haben sie eine wichtige Klaviatur ja mit an die Hand gegeben. Was man auf jeden Fall nehmen sollte – fand ich schon mal hochspannend. Jetzt schwebt natürlich über allem noch mal eine große Frage: Worauf sollte man beim Kauf achten? Woher weiß ich, dass es gute Nahrungsergänzungsmittel sind?
Dr. Caren Seifert: Sehr, sehr berechtigte Frage. Im großen Dschungel der Nahrungsergänzungsmittel-Anbieter. Im Idealfall lassen Sie sich was empfehlen, von jemandem, der sich auskennt. Es ist schwierig heutzutage. Ich als Ärztin darf nicht wirklich diese Firmen empfehlen, die ich jetzt prinzipiell selber nehme. Aber man sollte auf jeden Fall schauen, sind die zertifiziert? Haben die Zertifikate für Reinheit für Qualitätssicherung etc.?
Mario D. Richardt: Möglichst Bio?
Dr. Caren Seifert: Möglichst Bio, auf jeden Fall. Bei Amazon würde ich grundsätzlich dann nicht unbedingt bestellen, auch wenn da natürlich Sachen auftauchen, die wahrscheinlich auch gut sind. Aber sicherheitshalber würde ich das erstmal ausblenden. Wenn möglich gucken, dass es hier ein deutscher oder europäischer Hersteller ist. Das ist wirklich eine schwierige Frage, die kann ich auch nicht pauschal so beantworten, dass ich sage okay, hier. Letzten Endes ist das wirklich schwierig. Ich denke man muss ein bisschen gucken, wie sich die Laborwerte entwickeln. Kommt es an? Ist überhaupt das drin, was draufsteht?
Mario D. Richardt: Da wird’s ja auch Unterschiede im Preis geben. Also wenn man jetzt im Drogeriemarkt was kauft, was als Brausetablette dabei, ist es vielleicht nicht ganz so gut als wenn es tatsächlich, wie Sie schon sagten…
Dr. Caren Seifert: Im Drogeriemarkt sehe ich mich da jetzt auch nicht Nahrungsergänzungsmittel kaufen. Es ist vielleicht ein Anfang, kann man machen. Aber wenn man das ernsthaft über längere Zeit betreibt, dann muss man auch gucken, was für Inhaltsstoffe sind denn da – neben der Substanz, die ich einnehmen möchte – noch drin. Und da wird’s dann schon bisschen komplizierter. Wie ist die Kapselhülle? Hat die Kapselhülle irgendwelche Inhaltstoffe, die mir langfristig vielleicht schaden? Also einfach drauf gucken, möglichst reine Produkte, die also nur diese Substanz enthalten, die man auch einnehmen möchte. Die ganzen Trennmittelsachen und so, im Idealfall ist das alles nicht drin.
Es gibt manche Apotheken – kann man an dieser Stelle auch erwähnen – die sich mit solchen Dingen auskennen. Und wenn man jetzt gar nicht weiß, wo bestelle ich denn, was bestelle ich – ich will jetzt ja auch nicht verunsichern, aber ich will sensibilisieren – geht man mal in eine Apotheke, die sich mit Nahrungsergänzungsmitteln auskennt. Und wird dann hoffentlich dort gut beraten.
Mario D. Richardt: Es war eine hochspannende Folge, muss ich sagen. Ich habe auch immer fleißig mitgeschrieben hier und im Hinterkopf auch abgespeichert, was auf jeden Fall ganz wichtig ist. Wir sind jetzt sehr lang geworden. Normalerweise dauert die Folge so zwischen 20, 30 Minuten. Aber – wenn es das Thema hergibt – dann wird es eine XL-Folge und das war’s heute auf jeden Fall. Ich bedanke mich bei Ihnen, Frau Dr. Seifert.
Fazit: Verantwortung für den eigenen Körper übernehmen (41:00)
Dr. Caren Seifert: Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, vielen, vielen Dank. Ich möchte noch ganz kurz am Ende ein Plädoyer für unseren Körper bitte sprechen dürfen, und zwar: In der heutigen Zeit, wir haben eine immense Anforderung, sehr viel Stress, nicht mehr artgerechtes Leben, sehr wenig draußen, die Ernährung ist nicht besonders perfekt. In den Nahrungsmitteln haben wir weniger Nährstoffe als früher.
Deswegen: bitte an den Körper denken! Der würde für uns sehr gerne besser da sein, wenn wir für den Körper auch da sind. Der kann für uns nur das leisten, was wir ihm auch geben. Deswegen kann ich da nur mal drauf hinweisen: geben Sie drauf acht! Geben Sie auf Ihren Körper acht. Versuchen Sie zu erkennen, was will Ihnen der Körper sagen. Wenn Sie sich nicht gut fühlen, ist es meistens der Ausdruck einer Störung – ob das jetzt Nahrungsergänzungsmittel sind, die vielleicht fehlen, oder Nahrungsmittel sind, die fehlen, oder was auch immer, oder ob die Lebensumstände vielleicht nicht so günstig für einen sind, dass man da noch mal drüber nachdenkt.
Diese Symptome haben eine tiefere Botschaft für uns. Und die sollen wir wieder besser wahrnehmen, das ist mir wirklich wichtig mal zu sagen, weil oftmals diese Symptome einfach gerne ausgeschaltet werden. Dann weiß man gar nicht mehr, was das Symptom eigentlich für eine Funktion hat. Und der Körper ist wirklich schlau, der will uns das sagen. Der sagt uns das mal leise, dann mal laut und dann wird er immer lauter und das wollen wir nicht! Diese Krankheiten, die dann kommen, wenn wir diese kleinen Botschaften überhören, das wollen wir nicht. Also bitte auf den Körper ein bisschen achten und dem Körper das geben, was er auch verdient, dass er für uns jeden Tag da ist.
Mario D. Richardt: Dann danke ich Ihnen für dieses Schlusswort.
Dr. Caren Seifert: Sehr gerne. Vielen Dank für die Einladung.
Mario D. Richardt: Und Ihnen vielen Dank für’s Zuhören. Die nächste Folge von „kernig & gesund“ gibt’s dann in zwei Wochen und alle bisherigen Folgen finden Sie auf kernig-und-gesund.de und überall dort, wo es gute Podcasts gibt. Wenn Ihnen die Folge gefallen hat, dann abonnieren Sie uns gern und empfehlen Sie den Podcast weiter. Bleiben Sie schön gesund bis zum nächsten Mal. Tschüss!
Das war „kernig & gesund“ – präsentiert von apodiscounter.
