Selen ist ein essenzieller Mineralstoff, den Ihr Körper für die wichtigsten Funktionen, angefangen bei Stärkung des Immunsystems bis hin zur Steuerung des Stoffwechsels, benötigt. Da er es nicht selbst herstellen kann, müssen Sie ihm diesen Nährstoff über Ihre Nahrung zuführen. Ein Selenmangel kann zu unterschiedlichen Auswirkungen auf den Körper führen.
Noch vor wenigen Jahren war das kein Problem, da die Böden, auf denen die Pflanzen wuchsen, die dann als Obst und Gemüse oder Tierfutter dienten, noch ausreichend selenhaltig waren. Die Klimaveränderungen haben hier jedoch weitreichende Schäden angerichtet. Heute ist ein Großteil der Bevölkerung von einem Selenmangel betroffen – so die Schätzungen von Fachleuten. Wir verraten Ihnen, wofür Ihr Körper das Selen benötigt und wie Sie einen Mangel verhindern beziehungsweise ausgleichen können.
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Wofür benötigt unser Körper Selen?
Ob Stoffwechsel, Immunsystem, Zellschutz oder auch kräftiges Haar, feste Nägel und ein schönes Hautbild – Selen wird für all diese Prozesse im Körper benötigt. Es gehört zu den essentiellen – und damit lebenswichtigen – Spurenelementen aus der Gruppe der Mineralstoffe.
Wie entsteht ein Selenmangel beim Menschen?
Selen kann nicht vom Körper produziert werden, sondern kann nur über die Nahrung aufgenommen werden. Wie dies genau geschieht, erklären wir im Folgenden:
Die Ernährung spielt bei der Selenzufuhr eine entscheidende Rolle
Normalerweise gelangt das Spurenelement über den Boden in die pflanzlichen Organismen. Diese landen dann entweder direkt als Obst und Gemüse auf Ihrem Speiseplan oder sie dienen wiederum den Tieren als Nahrung, die dann zu Fisch- und Fleischwaren verarbeitet werden.
Allerdings kommt Selen auch in diesen Nahrungsmitteln in so geringen Dosen vor, dass Sie schon sehr viel davon essen müssten, um Ihren täglichen Bedarf zu decken. Hinzu kommt, dass sich Essgewohnheiten verändern, Stress und Hektik eine ausgewogene Ernährung oft erschweren.
Aus diesem Grund gehen Fachleute davon aus, dass ein Großteil der Deutschen von einem Selenmangel betroffen ist. Dieser kann sich durch zahlreiche Mangelerscheinungen bemerkbar machen, die wir Ihnen im weiteren Verlauf genauer vorstellen. Um seinen täglichen Bedarf an Selen abzudecken, kann es unter Umständen sinnvoll sein, ein Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen.
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Selenarme Böden erschweren die richtige Versorgung mit dem Spurenelement
Gerade in Deutschland ist das natürliche Vorkommen von Selen im Erdboden mit den Jahren immer geringer geworden und unterscheidet sich darüber hinaus von Region zu Region erheblich. Dies führt dazu, dass unsere Nahrungsmittel immer weniger natürliches Selen enthalten und es schwieriger wird, den Tagesbedarf auf diesem Weg zu decken.
Ab welchen Werten spricht man von einem Selenmangel?
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für einen Erwachsenen eine Tagesdosis Selen in Höhe von 60 µg (für Frauen) bis 70 µg (für Männer). Fachleute schätzen, dass durchschnittlich nur 40 µg Selen täglich über die Ernährung aufgenommen werden.
Auch Säuglinge, Kinder und Jugendliche benötigen Selen. Hier liegen die empfohlenen Tagesdosen bei 10 µg (für Säuglinge unter 4 Monate), 15 µg (für Kleinkinder bis 4 Jahre), 20 µg (für Kinder bis 7 Jahre), 30 µg (für Kinder bis 10 Jahre), 45 µg (für Kinder bis 13 Jahre) und 60 µg (für Jugendliche bis 15 Jahre).
Werden die empfohlenen Tagesmengen langfristig deutlich unterschritten, spricht man von einem Selenmangel.
Welche Personen sind häufig von einem Selenmangel betroffen?
Jeder kann prinzipiell von einem Selenmangel betroffen sein. Allerdings gibt es Gruppen, bei denen diese Unterversorgung öfter auftritt.
Frauen sind häufiger betroffen als Männer
Die größten Mengen an Selen sind in Fleisch – beispielsweise in Leber – enthalten. Aufgrund des durchschnittlich geringeren Fleischkonsums von Frauen könnte dies die Erklärung sein, warum sie eher von Selenmangel betroffen sind als Männer.
Menschen mit einer vegetarischen oder veganen Lebensweise neigen eher zu Mangelerscheinungen
Zwar findet sich das Spurenelement auch in Pflanzen und Gemüsen, aber zu größten Teilen ist es mit Fleisch- und Fischkonsum abzudecken, der für Vegetarier und Veganer entfällt. Diese Gruppen können den Selenmangel über Nahrungsergänzungsmittel ausgleichen.
Weitere Risikogruppen tendieren zu einer ungesunden Lebensweise
Eine unausgewogene Ernährung – vor allen Dingen proteinfrei – aber auch der Konsum von Tabak oder Alkohol kann zu einem Selenmangel führen. Ebenso gibt es Krankheitsbilder und altersbedingte Faktoren, die dafür verantwortlich sein können, dass der Körper zu wenig Selen erhält.
An diesen Symptomen können Sie einen Selenmangel erkennen
Einen Mangel an Selen können Sie nicht unmittelbar, sondern oft erst nach einer gewissen Zeit feststellen. Zusätzlich erschwert wird die Diagnose dadurch, dass die Symptome sehr unspezifisch auftreten.
Die Symptome können zudem durchaus auch Anzeichen anderer Erkrankungen, Störungen oder Mangelerscheinungen sein. Die häufigsten Anzeichen eines Selenmangels sind:
- Müdigkeit
- Blässe
- Haarausfall
- Streifen oder Flecken auf den Fingernägeln
- verminderte Immunabwehr
In schwerwiegenden Fällen kann ein Selenmangel zu Erkrankungen des Herzmuskels oder Veränderungen der Gelenkknorpel führen. Wenn Sie an sich eines oder mehrere dieser Symptome feststellen, kann ein Bluttest Aufschluss darüber geben, ob ein Selenmangel der mögliche Auslöser ist.
Ein Mangel führt zu höherer Anfälligkeit für Infekte
Das Spurenelement Selen wirkt sich unter anderem anregend auf die Produktion von Antikörpern aus, die wiederum im Immunsystem die Abwehrfunktion stärken. Damit benötigt ein funktionierendes Immunsystem ausreichend Selen, um seiner Funktion nachkommen zu können.
Ein Mangel an diesem Mineralstoff kann zudem dazu führen, dass Krankheitserreger leichter in den Körper eindringen und sich dort vermehren können. Beugen Sie einer Unterversorgung mit entsprechenden Nahrungsergänzungsmitteln vor.
Haarausfall, Nagelveränderungen und trockene Haut können Anzeichen sein
Eine ganz besondere Aufgabe fällt Selen bei der Verstoffwechselung und Bildung von Enzymen und Eiweißen zu. Diese sind besonders wichtig für das Wachstum von Haut, Haaren und Nägeln.
Brüchige Nägel, glanzlose Haare und eine fahle Haut können Symptome eines Selenmangels sein. Umgekehrt zeugen kräftige Nägel, glänzende Haare und ein gesundes Hautbild davon, dass der Körper ausreichend Selen erhält.
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Muskelschwäche und Gelenkschmerzen gehen oft mit einem Mangel einher
Selen kann den Körper vor Entzündungen schützen. Bei einer Unterversorgung mit diesem Spurenelement kommt es häufig zu Gelenkschmerzen und auch Muskelschwäche. Diesen Symptomen können Sie jedoch entgegenwirken. Am besten, indem Sie ein selenhaltiges Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen.
Störungen von Organen wie Leber und Herz können auftreten
Da Selen maßgeblich zur Entgiftung des Körpers beitragen kann, da es oxidativen Stress reduziert, indem es Schadstoffe an sich bindet, kann die Leber – das Entgiftungsorgan – durch Selen entlastet werden. Umgekehrt bedeutet ein Selenmangel für die Leber zusätzlichen Stress und ein erhöhtes Aufkommen an Schadstoffen.
Es gibt Untersuchungen, die darlegen, dass Leberkrebspatienten oftmals einen signifikant niedrigeren Selenspiegel aufweisen. Das legt die Vermutung nahe, dass ein ausgeglichener Selenhaushalt vor Krebs schützen kann.
Selen beeinflusst ganz entscheidend die Funktion der Schilddrüse. Hier werden Hormone produziert, die für das Herz-Kreislaufsystem essenziell sind. Fehlt dieses Spurenelement, kann es zu Störungen und damit zu Herzproblemen kommen.
Niedrige Selenwerte können einen negativen Effekt auf die Psyche haben
Auch die psychische Gesundheit des Menschen hängt von einer Vielzahl von Nährstoffen ab. Selen spielt auch hier eine Schlüsselrolle, da es die Leistungsfähigkeit von Zellen erhöht und damit auch die Fähigkeit, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente aufzunehmen.
Im Gehirn ist dies von besonderer Bedeutung. Hier ist der Sauerstoffverbrauch am größten und freie Radikale haben hier ein leichteres Spiel, da das Gehirn mit einem Fettanteil von etwa 60 % besonders oxidationsempfindlich ist.
Außerdem benötigt das Gehirn sogenannte Neurotransmitter – Botenstoffe, die nur gebildet werden können, wenn ausreichend Selen vorhanden ist. Besonders bekannt ist das sogenannte Glückshormon Serotonin. Untersuchungen haben ergeben, dass Menschen mit einem ausgeglichenen Selenhaushalt auch einen höheren Serotoninspiegel aufweisen und sich daher glücklicher fühlen.
Kann ein Selenmangel eine Gewichtszunahme zur Folge haben?
Da der Stoffwechsel größtenteils durch die Schilddrüse reguliert wird, kann eine Unterfunktion dieses Organs – beispielsweise durch einen Mangel an Selen – dazu führen, dass Sie langfristig zunehmen. Im Umkehrschluss kann eine ausreichende Zufuhr von Selen positiv dazu beitragen, ein paar Pfunde schneller wieder loszuwerden.
Wie hängt ein Selenmangel mit Schlafstörungen zusammen?
Wie bereits erwähnt, steuert Selen ganz signifikant die Hormonproduktion der Schilddrüse. Ist Ihr Hormonhaushalt durch einen Selenmangel im Ungleichgewicht, kann sich dies auch auf die Produktion des Schlafhormons Melatonin im Zwischenhirn auswirken.
Oftmals hängt eine Schlafstörung aber ganz direkt mit einer Störung der Schilddrüse zusammen. Unruhe, Ein- und Ausschlafprobleme sind die häufigsten Anzeichen. Die Ursache ist in diesen Fällen allerdings eine Überfunktion des Organs. Dennoch sollten Sie Ihre Selenwerte bei Schlafproblemen bestimmen lassen, um einen Mangel als Verursacher auszuschließen.
Folgen von Selenmangel und wie man vorbeugen kann
Die Schilddrüse ist das wichtigste Organ, wenn es um das Thema Hormone geht. Denn hier werden die Stoffe produziert, die den größten Einfluss auf den Stoffwechsel, das Herz-Kreislaufsystem und die Körpertemperatur haben. Für diese Prozesse benötigt die Schilddrüse nicht nur Jod, sondern auch Selen. Kommt es zu einem Mangel an diesem Spurenelement, führt dies zu einer Schilddrüsenunterfunktion, die einen erheblichen Einfluss auf die Gesundheit haben kann.
Ein Selenmangel kann sich häufig negativ auf die Schilddrüse auswirken
Antriebsmangel, Kopfschmerzen, Verstopfung, Appetitlosigkeit – das sind einige der Symptome, die bei einer Schilddrüsenunterfunktion auftreten können. Aber auch die Anfälligkeit für Erkrankungen der Schilddrüse – beispielsweise die sogenannte Autoimmun-Thyreoiditis oder die Hashimoto-Erkrankung – können die Folge sein.
Um solche gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu vermeiden, ist es sinnvoll, mit einem Selenpräparat die Gesundheit und Funktionalität der Schilddrüse zu fördern.
Da Sie Ihren Selenhaushalt ausschließlich über Ihre Nahrung oder ein Nahrungsergänzungsmittel steuern können, können auch nur Sie einem möglichen Selenmangel entgegenwirken. Wie das gelingt, erfahren Sie im Folgenden.
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Sorgen Sie mit der zusätzlichen Einnahme von Selen für eine ausreichende Zufuhr
Den Selenhaushalt über die Ernährung abzudecken, ist eine sehr ungenaue Methode. Da Sie die Menge an Selen, die Sie über die Nahrung zu sich nehmen, nicht genau bestimmen können, empfiehlt es sich, zusätzlich ein Nahrungsergänzungsmittel zur Abdeckung des Tagesbedarfs einzunehmen.
Wenn Sie sich abwechslungsreich und damit auch selenhaltig ernähren, könnte bereits eine geringe Dosis eines solchen Produkts für Sie ausreichend sein. Bei einseitiger Ernährung oder einem akuten Selenmangel, der ausgeglichen werden muss, nehmen Sie eine etwas höhere Dosierung, als der Tagesbedarf es vorschreibt. Dies sollten Sie allerdings nur dann in Erwägung ziehen, wenn Sie im Vorfeld einen Selenmangel vom Arzt attestiert bekommen haben.
Selen hat sich auch als Kombi-Präparat bewährt, um gleich mehrere Unterversorgungen auf einmal auszugleichen. In der Kombination mit Zink oder mit Vitamin C stärken Sie Ihre Abwehrkräfte und fördern den Zellstoffwechsel.
Achten Sie auf eine abwechslungsreiche Ernährung
Vor allen Dingen durch die Ernährung können Sie Ihren persönlichen Selengehalt beeinflussen. Abwechslungsreiche und frische Nahrungsmittel sind dabei die Basis.
Diese pflanzlichen Lebensmittel sind gute Selen-Lieferanten:
Selen findet sich in zahlreichen pflanzlichen Lebensmitteln wieder. So sind Spargel, Paprika, Pilze und Kohl (insbesondere Brokkoli und Rosenkohl) selenhaltig. Ihren Bedarf können Sie außerdem mit Weizenkleie, Hülsenfrüchten (wie Sojabohnen) oder Nüssen (beispielsweise Paranüssen) decken.
Diese tierischen Lebensmittel sind gute Selen-Lieferenten:
Tierische, selenhaltige Lebensmittel sind zum Beispiel Rindfleisch, Schweineleber, Kotelett und Eier. Auch Thunfisch, Makrele und Bückling sind reich an Selen.
Kann ein Selenmangel gefährlich werden?
Da Selen ein lebensnotwendiges Spurenelement ist, kann sich ein Mangel nachteilig auf Ihre Gesundheit auswirken. Auch, wenn die Folgen nicht lebensbedrohlich sind, können Sie zu einer Belastung werden und für einen Leistungsabbau sorgen.
Ebenso kann das geschwächte Abwehrsystem zu einer Anfälligkeit für Krankheiten – beispielsweise Infekte – führen. Daher sollten Sie darauf achten, Ihren Körper ausreichend mit Selen zu versorgen.
Bei Verdacht auf einen Selenmangel gibt ein Test beim Arzt Sicherheit
Ihren Selenspiegel können Sie über ein gewöhnliches Blutbild, welches Sie von Ihrem Arzt machen lassen, bestimmen. Sollte dieser Test zeigen, dass Sie von einem Selenmangel betroffen sind, kann er Sie beraten, ob es sinnvoll ist, das Defizit mit einem selenhaltigen Präparat auszugleichen.
