Schätzungsweise 90% aller Deutschen sind mit dem Herpes simplex Virus infiziert. Dieser Virus verursacht u. a. die schmerzhaften Lippenbläschen, auch Fieberbläschen oder Lippenherpes genannt. Allerdings bricht die Infektion nur bei 3 von 10 Personen tatsächlich aus. Meistens passiert eine Erstansteckung im Kindesalter, aber auch im Erwachsenenalter ist eine Ansteckung möglich. Bei einem geschwächten Immunsystem durch Stress oder Erkältung haben es die Herpes-Viren leicht.

Sommerherpes

Die intensiven UV-Strahlen der Sonne reizen die zarte Lippenhaut und verursachen Mikro-Verletzungen an den Lippen. Dadurch haben die Viren leichtes Spiel und können in den Körper eindringen. Speziell wenn Sonnenstrahlen und Stress aufeinandertreffen, wie zum Beispiel bei der Anreise in den Sommerurlaub, kann es bei den Betroffenen schnell zu einem Ausbruch kommen.

Auch im Zusammenhang mit schweißtreibenden Aktivitäten wie Radfahren oder Wandern kann das Virus ausbrechen. Damit es gar nicht erst zum Ausbruch kommt, sollten Menschen, die regelmäßig zu Lippenherpes neigen, immer auf einen hohen UV-Schutz achten und entsprechende Sonnenpflege-Produkte dabei haben, wie bspw. den Avène Sunsitive Lippen Sonnenstick Spf 30. Kündigt sich Lippenherpes durch das unschöne Kribbeln an, sollte schnell reagiert werden. So kann das Schlimmste verhindert werden.

Übertragung von Herpes-Viren

Die Übertragung des Virus erfolgt über Schmierinfektionen. Das heißt durch eine direkte Übertragung der Viren von einer Person auf eine andere beispielsweise beim Küssen. Die Übertragung per Tröpfcheninfektion ist über eine kurze Distanz beim Sprechen oder Niesen auch möglich.

Bei der Erstinfektion gelangen die Erreger über kleine Hautrisse in den Körper und vermehren sich dort. Die typischen Herpes-Symptome treten auf.

Nach Abheilung der Symptome wandern die Herpes-Viren entlang der Nervenfasern nach innen bis zu den Nervenzellen im Rückenmark, nisten sich dort ein und verharren unbemerkt in einer Art Ruhe-Modus, bis das Virus durch einen Auslöser von außen wieder hervorgerufen wird. Das bedeutet auch, dass der menschliche Körper nicht gegen das Herpes-Virus immun werden kann. Man spricht dann von einer Reaktivierung.

Wichtig zu wissen: Ein Ansteckungsrisiko geht nicht nur von Menschen mit sichtbarem Lippenherpes aus! Grundsätzlich ist auch bei Menschen ohne erkennbare Anzeichen für Herpes an der Lippe eine Ansteckung mit den Herpes-Viren möglich.

Symptome von Lippenherpes

Wird das Virus aktiv, zeigen sich meist folgende Beschwerden, unterteilt in 5 Phasen:

  • Phase 1: Kribbeln, Jucken im Bereich der Lippen: Idealerweise sollte jetzt mit der Therapie begonnen werden.

  • Phase 2: Bildung schmerzhafter Bläschen im Bereich der Lippen, Nase oder Augen: Das Virus bricht nun aus. Die Bläschen sind mit einer klaren Flüssigkeit gefüllt. Die Ansteckungsgefahr ist zu diesem Zeitpunkt am größten.

  • Phase 3: Aufplatzen der Bläschen: Nach einigen Stunden oder ein paar Tagen platzen die Bläschen schließlich auf. Hohe Ansteckungsgefahr!

  • Phase 4: Krustenbildung bei aufgeplatzten Lippen: Die aufgeplatzte Blase ist eine kleine Wunde. Der Körper bildet eine Kruste über der Wunde, um diese zu schützen. Die Kruste sollte nicht abgekratzt werden, da die Wunde so besser abheilen kann.

  • Phase 5: Abheilen: Sobald sich die Kruste von allein ablöst, ist der Herpesausbruch vorbei.

Die Beschwerden dauern in der Regel 7 bis 10 Tage an. Durch spezielle Therapiemaßnahmen können die Beschwerden gelindert werden. Die Erkrankungszeit lässt sich dadurch um 1 bis 2 Tage verkürzen.

Therapie bei Lippenherpes

In der Regel muss man bei einer Herpes-Infektion nicht zum Arzt gehen. In der Apotheke finden Sie rezeptfreie Produkte bei Lippenherpes mit den Inhaltsstoffen Aciclovir oder Penciclovir. Diese Wirkstoffe sind virenhemmend und sollten gleich bei den ersten Anzeichen ihre Anwendung finden.

Alle vier Stunden bis zu fünf Mal täglich sollte die Creme, wie bspw. Zovirax Duo Lippenherpescreme (2 g) aufgetragen werden. Benutzen Sie zum Auftragen ein Wattestäbchen, nicht die Finger!

Auch Pflaster speziell für Lippenherpes helfen, die Beschwerden zu lindern. Sie sollten die Bläschen komplett umschließen. Die Herpes-Patches, wie Compeed Herpesbläschen Patch Hra (15 Stk) dürfen nur auf verschlossene Bläschen geklebt werden, nicht auf offene. Die Pflaster sind besonders bei Frauen beliebt, denn sie lassen sich überschminken.

  • Zinksalbe: Zink trocknet die Bläschen aus und beschleunigt die Wundheilung, z. B. Zinksalbe Dialon (25 g).
  • Manuka-Honig: Manuka-Honig wirkt antiviral und antibakteriell. Er hält Viren und Bakterien in Schach und reduziert deren Verbreitung. Wir empfehlen den Manuka Honig Lippenbalsam (5 ml).
  • Teebaumöl: Teebaumöl wirkt antibakteriell und desinfizierend.

  • Melisse: Als Tropfen oder in Cremes tötet Zitronenmelisse Viren ab und reduziert Rötungen und Schwellungen.

  • Knoblauch: Die weiße Knolle wirkt antiseptisch, sollte jedoch nur im frühen Stadium angewendet werden, wenn noch keine Bläschen zu sehen sind.

  • Kokosöl: Die enthaltene Laurinsäure tötet Viren ab. Zusätzlich beruhigt Kokosöl die Haut und beschleunigt die Heilung. Probieren Sie z. B. Kokosöl Bio von CmD Naturkosmetik (200 ml).
  • Schwarztee-Beutel: Die hohe Konzentration an Tannin (pflanzlicher Gerbstoff) in Schwarztee wirkt antibakteriell und desinfizierend. Der abgekühlte Teebeutel wird auf die betroffene Stelle aufgelegt.

  • Aloe vera: Das Gel der Aloe-vera Pflanze verkürzt die Heilungsdauer und beruhigt die betroffenen Stellen. Die Konzentration an Aloe vera muss allerdings hoch sein.

  • Lysin (Lysi-herp): Stört das Wachstum des Herpes-Virus, sodass der Ausbruch schneller eingedämmt werden kann.

Am besten wirken die Arznei- und Hausmittel, wenn sie bei dem ersten Kribbeln aufgetragen werden.

Verhalten bei einer Herpes-Infektion

  • Bläschen nicht berühren! Die Viren könnten verteilt werden und andere Stellen im Körper befallen (Augenbereich, Genitalbereich).

  • Cremes mit Wattestäbchen auftragen, nicht mit den Fingern (einmaliges Benutzen).

  • Häufig Händewaschen (im Kreise der Familie: separates Handtuch benutzen).

  • Nicht küssen.

  • Nur aus dem eigenen Glas trinken.

  • Handtücher, Bett- und Leibwäsche bei 60 Grad waschen.