Vitamin C, Zink oder doch lieber Magnesium? Welche Nahrungsergänzungsmittel sind sinnvoll? Gibt es für Frauen besondere Empfehlungen – und braucht der Körper überhaupt Unterstützung? Die wachsende Auswahl an Ergänzungspräparaten stellt viele Menschen vor genau diese Fragen. Erfahre, wann und welche Nahrungsergänzungsmittel hilfreich sein können, wie du deinen individuellen Bedarf bestimmen kannst und worauf du beim Kauf achten solltest.
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Nahrungsergänzungsmittel – einfach nur ein Hype?
Immer wieder hört man, unsere Ernährung reiche heute nicht mehr aus: Böden seien ausgelaugt, Obst und Gemüse nährstoffärmer, dazu kommen Stress und Schlafmangel, die ihren Tribut fordern. Für viele scheint der Griff zur Nahrungsergänzung daher folgerichtig.
Doch was sagt die Wissenschaft? Tatsächlich gibt es Hinweise auf einen sogenannten „Verdünnungseffekt“. Das bedeutet, dass die Nährstoffdichte – also die Menge an bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen pro Gramm Obst oder Gemüse – bei einigen Kulturpflanzen im Laufe der Zeit leicht abgenommen hat. Dieser Effekt ist jedoch so gering, dass er für gesunde Menschen mit abwechslungsreicher Ernährung normalerweise keine Rolle spielt.
Aktuelle Bodenanalysen legen zudem nahe, dass die landwirtschaftlichen Felder Deutschlands weiterhin gut mit den wichtigsten Nährstoffen wie Phosphor, Kalium und Magnesium versorgt sind, die Pflanzen zum Wachsen benötigen.
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In dieser Folge geht es um das Thema Nahrungsergänzungsmittel.

Reicht die Ernährung also aus? Theoretisch ja. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass viele Menschen in Deutschland die empfohlenen Mengen bestimmter Vitamine und Mineralstoffe nicht erreichen. Laut der Nationalen Verzehrstudie II betrifft das vor allem Vitamin D, Folsäure, Calcium, Eisen und Jod. Der Grund dafür liegt aber weniger in der Qualität der Lebensmittel, sondern meist in unseren Ernährungsgewohnheiten: Wir greifen häufig zu stark verarbeiteten Produkten, essen zu wenig frisches Obst und Gemüse und nehmen uns nur noch selten genug Zeit für regelmäßige, ausgewogene Mahlzeiten.
Heißt das nun aber, dass wir alle Nahrungsergänzungsmittel einnehmen sollten?
Welche Nahrungsergänzungsmittel sind sinnvoll – und wann?
Ob ein bestimmtes Präparat sinnvoll ist, hängt stark von der persönlichen Lebenssituation ab. Neben einseitiger Ernährung können vor allem besondere Lebensphasen oder gesundheitliche Belastungen den Bedarf an bestimmten Vitaminen, Mineralstoffen oder Fettsäuren erhöhen.
Die folgende Übersicht zeigt, wann eine Ergänzung hilfreich sein kann – und welche Nährstoffe dabei eine Rolle spielen:
| Für wen oder wann? | Möglicher Grund für Nahrungsergänzung | Welche Nährstoffe könnten helfen? |
|---|---|---|
| Menschen im höheren Lebensalter | Geringere Aufnahme oder Verwertung von Nährstoffen, erhöhtes Risiko für Mangelerscheinungen | Vitamin D, Vitamin B12, Calcium |
| Wenig Kontakt mit Sonnenlicht (z. B. im Winter oder bedeckte Kleidung) | Sonnenlicht ist die wichtigste Quelle für Eigenproduktion von Vitamin D, bei Mangel sind Auswirkungen auf Knochen und Immunsystem möglich | Vitamin D |
| Vegane oder stark eingeschränkte Ernährung | Fehlende oder eingeschränkte Zufuhr bestimmter Nährstoffe | Vitamin B12, Eisen, Omega-3, Zink, Calcium |
| Chronische Erkrankungen, Pflegebedürftigkeit | Der Bedarf bestimmter Nährstoffe ist oft höher oder die Aufnahme ist erschwert | Je nach Erkrankung (z. B. Vitamin D, Vitamin B12, Eisen) |
| Intensive sportliche Belastung | Durch den hohen Energieverbrauch kann der Bedarf an bestimmten Nährstoffen steigen – insbesondere für Muskelerhalt, Energiestoffwechsel und Regeneration | Magnesium, Eisen, Eiweiß, B-Vitamine |
| Anhaltender Stress oder Schlafmangel | Der Bedarf bestimmter Nährstoffe ist höher oder die Aufnahme ist erschwert | Magnesium, B-Vitamine, Vitamin C |
| Einseitige oder Mangelernährung | Unzureichende Aufnahme verschiedener Nährstoffe | Je nach Defizit (z. B. Eisen, Calcium) |
| Ärztlich festgestellter Mangela | Medizinisch bestätigter Mangel | Je nach Laborwerta |
Wie kann ich meinen Nährstoffbedarf bestimmen?
Ob dein Körper gut mit Vitaminen, Mineralstoffen oder Fettsäuren versorgt ist, lässt sich am besten durch einen ärztlichen Check oder eine gezielte Laboruntersuchung herausfinden – idealerweise einmal pro Jahr. So bekommst du ein klares Bild deines aktuellen Versorgungsstatus.
Warum ist das wichtig? Wer seine Laborwerte kennt, kann die Ernährung gezielt anpassen – zum Beispiel durch bestimmte Lebensmittel oder mehr frisches Obst und Gemüse im Alltag. Reicht das nicht aus, kann gemeinsam mit deinem Arzt oder deiner Ärztin eine gezielte Supplementierung (Ergänzen der Ernährung mit Nährstoffpräparaten) in passender Dosierung geplant werden. So vermeidest du eine unnötige oder zu hohe Zufuhr und kannst deinem Körper genau das geben, was er wirklich braucht. Das ist wichtig, da besonders fettlösliche Vitamine bei Überdosierung gesundheitliche Risiken bergen können.
Ein gutes Beispiel dafür ist Vitamin D: In unseren Breitengraden reicht das Sonnenlicht im Winter meist nicht aus, um genug Vitamin D über die Haut zu bilden. Und die Speicher aus dem Sommer sind bei vielen Menschen schnell aufgebraucht. Deshalb empfehlen Fachleute in der kalten Jahreszeit oft eine Nahrungsergänzung mit Vitamin D – vor allem für Risikogruppen wie ältere Menschen oder Personen, die selten im Freien sind.
Aber auch hier gilt: „Erst messen, dann essen“. Denn zu viel Vitamin D kann den Calciumspiegel im Blut erhöhen (Hyperkalzämie) und dadurch beispielsweise das Herz belasten oder Nierensteine verursachen.
Gut zu wissen
Selbsttests aus der Apotheke – zum Beispiel zur Einschätzung des Eisenstatus mit einem Eisenmangel-Selbsttest – können erste Anhaltspunkte liefern. Sie ersetzen zwar keine ärztliche Diagnose, können jedoch helfen, mögliche Nährstoffdefizite frühzeitig zu erkennen.
Welche Nahrungsergänzungsmittel sind sinnvoll für Frauen?
Ob Kinderwunsch, Wechseljahre oder starke Menstruation: Der weibliche Körper durchläuft viele Phasen – und damit verändern sich auch die Nährstoffbedürfnisse. Je nach Situation können bestimmte Vitamine und Mineralstoffe gezielt unterstützen:
- Bei starker Menstruation: z. B. Eisen
- Bei Kinderwunsch: z. B. Selen, Folsäure, Vitamin B12
- In der Schwangerschaft und Stillzeit: z. B. Folsäure, Eisen, Jod, Omega-3 (DHA)
- In den Wechseljahren: z. B. Vitamin D, Calcium, B-Vitamine, Magnesium
- Bei Haarausfall und brüchigen Nägeln: z. B. Biotin (Vitamin B7), Zink, Kollagen, Silizium
Wichtig: Auch wenn viele Präparate rezeptfrei erhältlich sind, ist eine ärztliche Beratung vor der Einnahme in jedem Fall empfehlenswert, um den tatsächlichen Bedarf richtig einzuschätzen.
Weitere interessante Informationen zu Nahrungsergänzungsmitteln für Frauen findest du in unserem Artikel Nahrungsergänzungsmittel für Schwangerschaft, Stillzeit & Kinderwunsch.
Supplements, Superfood & Co. – Was ist dran an Trend-Nahrungsergänzungsmitteln?
Vielleicht bist du schon einmal auf Namen wie Astaxanthin, Reishi oder Inulin gestoßen – spezielle, oft als „natürliche Wirkstoffe“ oder „bioaktive Inhaltsstoffe“ beworbene Substanzen. Sie werden häufig als Nahrungsergänzungsmittel, Supplements oder Superfoods angeboten und mit Hautgesundheit, Energie, Immunsystem oder Verdauung in Verbindung gebracht.
Doch was ist wirklich dran an diesen Trends? Wie ist die Studienlage – und für wen können diese Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein? In unseren Beiträgen werfen wir einen Blick auf den aktuellen Stand der Wissenschaft:
- Astaxanthin – Was steckt hinter dem Zellschutz-Wunder?
- Cordyceps – Vitalpilz für Energie und Leistung?
- Inulin – Ballaststoff für die Darmflora?
Alle Artikel zu den neusten Supplements findest du im SupLex, unserem Supplement-Lexikon.
Qualität vor Quantität – worauf du beim Kauf von Nahrungsergänzungsmitteln achten solltest
Die Regale sind voll, die Werbeversprechen groß. Doch nicht jedes Nahrungsergänzungsmittel hält, was es verspricht. Unterschiede in Qualität, Herstellung und Zusammensetzung können erheblich sein. Wer supplementiert, sollte deshalb bewusst auf hochwertige Produkte achten.
Wichtige Kriterien für die Auswahl:
- Herstellung in der EU mit nachvollziehbaren Produktionsstandards und transparenten Qualitätskontrollen
- Angabe der Nährstoffverbindungen, z. B. „Magnesiumglycinat“ statt nur „Magnesium“ – denn nicht jede Form wird gleich gut vom Körper aufgenommen (Bioverfügbarkeit)
- Frei von unnötigen Zusatzstoffen, etwa Weichmachern, Binde-, Farb-, Konservierungs- oder Trennmitteln, künstlichen Aromen oder Zuckerersatzstoffen
- Seriöse Anbieter, idealerweise mit zertifizierter Qualität und/oder Apothekenzulassung
Hinweis: Auch Nahrungsergänzungsmittel können unerwünschte Begleiterscheinungen hervorrufen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben. Besonders beim Onlinekauf lohnt es sich, die Produktinformationen genau zu prüfen. Im Zweifelsfall ist es ratsam, sich von Fachpersonal beraten zu lassen, um eine bedarfsgerechte Auswahl zu treffen. Auch unser pharmazeutischer Kundendienst unterstützt dich gerne per E-Mail, Telefon oder im Live-Chat.
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Fazit – Sinnvoll ergänzen statt ersetzen
Welche Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sind, lässt sich nicht pauschal beantworten. Klar ist: Sie ersetzen keine ausgewogene Ernährung. Wer sich frisch, vielfältig und nährstoffreich ernährt, ist meist gut versorgt. In bestimmten Lebensphasen, bei erhöhtem Bedarf oder leichten Nährstoffdefiziten können Nahrungsergänzungsmittel jedoch eine gezielte Unterstützung bieten. Entscheidend ist, dass sie individuell passend und verantwortungsvoll eingesetzt werden. Bei Unsicherheiten oder Fragen wende dich gerne an deinen Arzt, deine Ärztin oder die Apotheke deines Vertrauens.
Häufige Fragen zu Nahrungsergänzungsmitteln
Sind Nahrungsergänzungsmittel wirklich nötig?
Die meisten gesunden Menschen können ihren Nährstoffbedarf über eine ausgewogene Ernährung decken. In bestimmten Situationen kann der Bedarf erhöht sein (z. B. Schwangerschaft) oder die Aufnahme zu gering (z. B. bestimmte Diäten oder Erkrankungen).
Wann sind Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll?
Vor allem bei nachgewiesenem Mangel ist die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll. Auch bei erhöhtem Nährstoffbedarf können Nahrungsergänzungsmittel diesen decken, z. B. in bestimmten Lebensphasen, bei chronischen Erkrankungen oder speziellen Ernährungsweisen.
Kann ich Nahrungsergänzungsmittel „vorsorglich“ nehmen?
Nahrungsergänzungsmittel sollten nicht nach dem „Gießkannenprinzip“ eingenommen werden, sondern gezielt bei bestimmten nachgewiesenen Mängeln oder in Lebensphasen mit einem erhöhten Nährstoffbedarf.
Können Nahrungsergänzungsmittel Nebenwirkungen haben?
Ja, bei zu hohen Dosierungen oder in Kombination mit anderen Präparaten können Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen auftreten. Deshalb sollte die Dosierungsangabe der Hersteller beachtet und im Zweifelsfall ärztliche bzw. pharmazeutische Rücksprache gehalten werden.
Quellen
- https://www.gesundheitsinformation.de/was-sind-nahrungsergaenzungsmittel.html
- https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/01_Lebensmittel/03_Verbraucher/04_NEM/NEM_node.html
- https://www.bzfe.de/essen-und-gesundheit/naehrstoffe/nahrungsergaenzungsmittel/was-sind-nahrungsergaenzungsmittel
- https://www.rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/Vitamin_D/Vitamin_D_FAQ-Liste.html
- https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/vitamin-d/
- https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/astaxanthin-fuer-den-guten-durchblick-17747
- https://www.msdmanuals.com/de/heim/spezialthemen/nahrungserg%C3%A4nzungsmittel-und-vitamine/reishi
- https://www.verbraucherzentrale.bayern/wissen/haetten-sies-gewusst/wie-viel-inulin-ist-gesund-69065
- https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/kennzeichnung-und-inhaltsstoffe/sind-unsere-boeden-und-pflanzen-arm-an-naehrstoffen-17734
- https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/calcium-vitamin-d-omega3fettsaeuren-brauchen-kinder-nahrungsergaenzungsmittel-13322
- https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/ernaehrungsreport-2024.html
- https://www.mri.bund.de/de/institute/ernaehrungsverhalten/forschungsprojekte/nvsii/
- https://www.bmel.de/DE/themen/ernaehrung/gesunde-ernaehrung/nationale-verzehrsstudie-zusammenfassung.html
- https://www.bfr.bund.de/lebensmittel-und-futtermittelsicherheit/bewertung-der-stofflichen-risiken-von-lebensmitteln/bewertung-von-lebensmittelinhaltsstoffen/bewertung-von-vitaminen-und-mineralstoffen-in-lebensmitteln/
- https://www.dge.de/presse/meldungen/pressearchiv/deutschland-ist-kein-vitaminmangelland/
- https://www.lebensmittelverband.de/de/aktuell/20190306-deutsche-erreichen-zufuhrempfehlungen-fuer-vitamine-und-mineralstoffe-in-teilen-nicht
- https://natuerlich.thieme.de/therapieverfahren/naehrstofftherapie/detail/naehrstoffversorgung-in-deutschland-4173
Geprüft durch unser pharmazeutisches Team

„Pharmazie vereint für mich Wissenschaft und Hilfsbereitschaft. Ich habe mich für diesen Beruf entschieden, weil ich mein wissenschaftliches Interesse gezielt dafür einsetzen möchte, anderen Menschen zu helfen.“
Nawal Thaher ist approbierte Apothekerin und verfasst als Medical Writer Beiträge für den apodiscounter-Ratgeber. Mit ihrer pharmazeutischen Expertise stellt sie sicher, dass alle Inhalte wissenschaftlich fundiert und fachlich korrekt aufbereitet sind. Ihr besonderes Anliegen ist es, Menschen mit chronischen Erkrankungen auf Augenhöhe zu begegnen – mit verlässlichen Informationen, Einfühlungsvermögen und dem Anspruch, komplexe Themen verständlich und greifbar zu machen.
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