Hitzewallungen – was hilft?

Frau mit Hitzewallungen in den Wechseljahren.

Hitzewallungen kommen oft genau dann, wenn man sie am wenigsten gebrauchen kann: nachts im Bett, beim Treffen mit Freunden oder mitten im Meeting. Sie gehören zu den häufigsten Symptomen der Wechseljahre, können aber auch andere Ursachen haben. Doch was hilft gegen Hitzewallungen? Erfahre, warum sie entstehen und welche Möglichkeiten es gibt, die Beschwerden zu lindern.

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Wissen kompakt

  • Hitzewallungen sind plötzliche Wärmegefühle, die oft mit Schwitzen und Hautrötung einhergehen.
  • Sie können nicht nur in den Wechseljahren, sondern auch während der Schwangerschaft oder im Zusammenhang mit bestimmten Erkrankungen oder Medikamenten auftreten.
  • Zur Linderung kommen z. B. Alltagsmaßnahmen, pflanzliche Präparate sowie hormonelle und nicht hormonelle Medikamente infrage.
  • Sind die Hitzewallungen ungewöhnlich stark oder setzen sie zusammen mit weiteren Beschwerden ein, sollten sie ärztlich abgeklärt werden.

Was sind Hitzewallungen?

Hitzewallungen sind plötzlich einsetzende Hitze- oder Wärmeschübe, die meist im Gesicht, am Hals oder Oberkörper beginnen und sich rasch ausbreiten. Sie treten vor allem in den Wechseljahren auf und gehen häufig mit Begleiterscheinungen wie Schwitzen oder Hautrötungen einher.

Gut zu wissen

Hitzewallungen gehören zu den sogenannten vasomotorischen Symptomen. Die Vasomotorik beschreibt die Regulation der Blutgefäßweite durch das Nervensystem. Bei Hitzewallungen kommt es zu einer vorübergehenden Erweiterung der Hautgefäße, wodurch die Durchblutung und die Wärmeabgabe zunehmen.

Wie fühlen sich Hitzewallungen an?

Hitzewallungen können sich sehr unterschiedlich ankündigen. Manche Frauen bemerken kurz davor ein Druckgefühl, Unwohlsein oder innere Unruhe. Typisch für die Hitzewallung selbst sind:

  • Plötzlich aufsteigende Wärme
  • Gerötete Haut im Gesicht und am Oberkörper
  • Starkes Schwitzen
  • Herzklopfen oder schneller Puls
  • Frösteln nach dem Schwitzen

Eine Hitzewallung dauert oft nur wenige Sekunden bis Minuten und ihre Intensität kann stark variieren.

Warum treten Hitzewallungen in den Wechseljahren auf?

Die genauen Ursachen von Hitzewallungen während der Wechseljahre sind noch nicht vollständig geklärt. Bekannt ist jedoch, dass sie mit dem sinkenden Östrogenspiegel zusammenhängen. Östrogene (Sexualhormone) beeinflussen unter anderem das Temperaturzentrum im Hypothalamus, also einen Bereich im Gehirn. Sinkt der Hormonspiegel, reagiert dieses Regulationssystem empfindlicher auf kleinste Temperaturschwankungen. Der Körper löst daraufhin eine Gefäßerweiterung und vermehrtes Schwitzen aus – selbst ohne tatsächliche Überhitzung.

Gut zu wissen

Auch Botenstoffe im Gehirn wie Noradrenalin und Neurokinin B sind an diesem Prozess beteiligt. Diese Erkenntnisse haben zur Entwicklung neuer nicht-hormoneller Therapieansätze beigetragen.

Können Hitzewallungen auch ohne Wechseljahre auftreten?

Hitzewallungen können auch außerhalb der Wechseljahre auftreten und verschiedene Ursachen haben.

Hitzewallungen in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft verändern sich Hormonhaushalt und Stoffwechsel deutlich. Zudem steigt das Blutvolumen an, was Wärmegefühle, Schwitzen und Hitzewallungen begünstigen kann. Nach der Geburt können hormonelle Umstellungen außerdem vorübergehend Schweißausbrüche, insbesondere Nachtschweiß, auslösen.

Hitzewallungen beim Mann

Hitzewallungen können ebenfalls Männer betreffen. Ursachen für Hitzewallungen beim Mann sind unter anderem:

  • Ein Testosteronmangel
  • Antihormonelle Therapien (z. B. bei Prostatakrebs)
  • Bestimmte Medikamente, z. B.
    • Goserelin (Arzneimittel zur Unterdrückung bestimmter Geschlechtshormone)
    • Bicalutamid (Arzneimittel zur Blockierung der Wirkung von Testosteron)
  • Stoffwechselerkrankungen (z. B. Diabetes)

Wiederkehrende Hitzewallungen bei Männern sollten ärztlich abgeklärt werden.

Schilddrüsenerkrankungen

Insbesondere eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) kann zu Wärmegefühl, Schwitzen und Herzrasen führen.

Hitzewallungen durch Medikamente

Einige Arzneimittel können Hitzewallungen als Nebenwirkung verursachen. Dazu gehören:

Arzneimittelgruppe Beispiele Hitzewallungen als Nebenwirkung
Medikamente gegen hormonabhängigen Brustkrebs Tamoxifen Häufig bis sehr häufig
Glukokortikoide (Kortisonpräparate) Prednisolon, Dexamethason Gelegentlich
Opioide (starke Schmerzmittel) Morphin, Oxycodon Gelegentlich
Bestimmte Antidepressiva Einzelne Wirkstoffe aus der Gruppe der SSRI (selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) und SNRI (Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer) Häufigkeit je nach Wirkstoff unterschiedlich

Infektionen und Entzündungen

Fieberhafte Infektionen wie ein grippaler Infekt oder chronisch-entzündliche Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis können mit starkem Schwitzen und einem Hitzegefühl einhergehen.

Äußere Einflüsse

Nicht zuletzt können auch alltägliche Auslöser Hitzewallungen begünstigen, wie

  • starker Alkoholkonsum,
  • scharf gewürzte Speisen und
  • Stress oder Angstzustände.

Wie häufig sind Hitzewallungen in den Wechseljahren?

Hitzewallungen zählen zu den häufigsten Beschwerden in den Wechseljahren. Eine aktuelle Übersichtsstudie (Fang et al., BMC Public Health, 2024) zeigt, dass etwa jede zweite Frau in der Lebensmitte davon betroffen ist. Wie oft und wie stark die Beschwerden ausfallen, unterscheidet sich jedoch von Person zu Person. Während manche Frauen nur wenige Episoden pro Woche erleben, treten die Hitzewallungen bei anderen mehrmals täglich oder nachts auf.

In welcher Phase der Wechseljahre treten Hitzewallungen auf?

Hitzewallungen treten am häufigsten in der Perimenopause auf, also in der Phase der Wechseljahre rund um die letzte Monatsblutung. In dieser Zeit schwanken die Hormone besonders stark, weshalb die Beschwerden oft erstmals wahrgenommen werden oder besonders intensiv sind.

Sind Hitzewallungen lange nach den Wechseljahren möglich?

Bei einigen Frauen halten vasomotorische Beschwerden wie Hitzewallungen noch fünf bis zehn Jahre nach der letzten Regelblutung an. Einzelne Studien zeigen, dass sie in seltenen Fällen sogar länger als zehn Jahre bestehen können.

Was hilft gegen Hitzewallungen?

Welche Behandlung geeignet ist, hängt unter anderem von der Stärke der Hitzewallungen, bestehenden Erkrankungen und den persönlichen Wünschen ab.

Alltagstipps bei Hitzewallungen

Im Alltag können folgende Maßnahmen helfen, Hitzewallungen zu reduzieren:

  • Leichte, atmungsaktive Kleidung: Sie unterstützt die Abgabe überschüssiger Körperwärme.
  • Mehrere Kleidungsschichten (Zwiebel-Look): So lässt sich die Kleidung flexibel an das individuelle Wärmeempfinden anpassen.
  • Frische Luft: Ein Fächer oder Ventilator kann während einer Hitzewallung für schnelle Abkühlung sorgen.
  • Kühles Wasser: Kaltes Wasser an den Handgelenken oder ein kühles Tuch im Nacken können zu Beginn einer Hitzewallung als angenehm empfunden werden.
  • Auslöser meiden: Bestimmte Trigger, wie scharfe Speisen, können Hitzewallungen und Schwitzen verstärken.
  • Regelmäßige Bewegung: Sie kann das allgemeine Wohlbefinden fördern und dazu beitragen, Beschwerden insgesamt besser zu bewältigen.
  • Gesundes Körpergewicht: Übergewicht kann Hitzewallungen bei manchen Frauen verstärken. Die genauen Zusammenhänge sind bislang nicht vollständig geklärt.
  • Entspannungstechniken wie Yoga oder Atemübungen: Sie können helfen, Stress zu reduzieren und dadurch mögliche Auslöser für Hitzewallungen abzumildern.

Die wissenschaftliche Datenlage zeigt, dass diese Maßnahmen nicht bei allen Frauen gleich gut wirken. Sie können jedoch Bestandteil eines individuellen Behandlungskonzepts sein.

Pflanzliche Unterstützung bei Hitzewallungen

Viele Frauen wünschen sich bei Hitzewallungen in den Wechseljahren pflanzliche Unterstützung. Gut untersucht in diesem Zusammenhang sind vor allem Extrakte aus Traubensilberkerze.

Für spezielle Extrakte des Rhapontik-Rhabarbers gibt es Studien, die eine Linderung von Wechseljahresbeschwerden, darunter Hitzewallungen, nahelegen. Die Datenlage ist jedoch bislang begrenzt.

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Hinweis: Auch pflanzliche Arzneimittel können Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen verursachen. Deshalb sollte ihre Anwendung immer ärztlich oder in der Apotheke abgestimmt werden.

Hormonelle Behandlung bei Hitzewallungen

Die Hormonersatztherapie (HRT) gilt als wirksame Behandlung bei ausgeprägten vasomotorischen Beschwerden. Ob sie geeignet ist, wird gemeinsam mit dem behandelnden Arzt bzw. der behandelnden Ärztin entschieden. Welche Hormone eingesetzt werden, richtet sich unter anderem nach den individuellen Risiken.

Nicht-hormonelle Medikamente gegen Hitzewallungen

Zu den neueren Behandlungsoptionen gehören die Wirkstoffe Fezolinetant und Elinzanetant. Im Unterschied zur HRT ersetzen sie keine Hormone, sondern greifen gezielt in die Thermoregulation im Gehirn ein und können so vasomotorische Beschwerden wie Hitzewallungen lindern.

Sie kommen insbesondere für Frauen infrage,

  • die keine Hormonersatztherapie anwenden können oder
  • die bewusst auf eine hormonelle Behandlung verzichten möchten.

Hinweis: Die Verordnung erfolgt ausschließlich nach ärztlicher Prüfung. Ob ein solches Medikament geeignet ist, hängt von der individuellen Krankengeschichte und möglichen Gegenanzeigen ab.

Warum treten Hitzewallungen nachts besonders häufig auf?

Während des Schlafs sinkt die Körpertemperatur natürlicherweise ab. In den Wechseljahren reagiert die ohnehin veränderte Thermoregulation besonders empfindlich auf diese normalen Schwankungen, sodass schon kleine Temperaturveränderungen einen Hitzeschub auslösen können.

Zudem erschweren Bettdecke, Schlafkleidung und ein warmes Schlafzimmer häufig die Wärmeabgabe, weshalb Hitzewallungen nachts oft stärker wahrgenommen werden.

Was hilft gegen Hitzewallungen in der Nacht?

Treten Hitzewallungen nachts auf, können folgende Maßnahmen hilfreich sein:

  • Schlafzimmer auf etwa 16 bis 18 °C kühlen
  • Atmungsaktive Bettwäsche wählen (z. B. Baumwolle oder Leinen)
  • Ersatzkleidung oder ein Handtuch bereitlegen
  • Leichte Schlafkleidung tragen (atmungsaktive Stoffe)
  • Alkoholkonsum am Abend möglichst reduzieren
  • Regelmäßige Schlafenszeiten einhalten

Bei ausgeprägten nächtlichen Beschwerden kann eine ärztliche Behandlung sinnvoll sein.

Wann sollten Hitzewallungen ärztlich abgeklärt werden?

Nicht jede Hitzewallung erfordert eine ärztliche Untersuchung. Eine Abklärung wird jedoch empfohlen, wenn:

  • Hitzewallungen erstmals außerhalb der typischen Wechseljahre auftreten
  • Sie plötzlich deutlich zunehmen
  • Sie mit Fieber, Gewichtsverlust oder ausgeprägtem Herzrasen einhergehen
  • Sie den Alltag oder den Schlaf erheblich beeinträchtigen
  • Männer betroffen sind
  • Die Ursache unklar ist

Der Arzt oder die Ärztin kann je nach Situation weitere Ursachen ausschließen und gemeinsam mit dir eine passende Behandlung auswählen.

Sind das die Wechseljahre?

Unsicher, ob deine Beschwerden mit hormonellen Veränderungen zusammenhängen? Eine ärztliche Einschätzung kann helfen.

Jetzt einfach von zu Hause aus Hormonstatus bestimmen und Therapieoptionen besprechen.

Häufige Fragen zu Hitzewallungen

Was hilft schnell gegen Hitzewallungen?

Kurzfristig können zum Beispiel eine kühlere Umgebung, lockere Kleidung, kühles Wasser an den Handgelenken oder ruhiges Atmen die Beschwerden lindern. Bei häufigen oder starken Hitzewallungen sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.

Wie lange dauern Hitzewallungen in den Wechseljahren?

Eine Hitzewallung dauert meist wenige Sekunden bis Minuten. Insgesamt können Hitzewallungen über mehrere Jahre hinweg wiederholt auftreten.

Können Hitzewallungen auch lange nach den Wechseljahren auftreten?

Ja. Bei manchen Frauen bleiben Hitzewallungen auch noch viele Jahre nach der letzten Regelblutung (Menopause) bestehen. Ob eine Behandlung sinnvoll ist, hängt von der individuellen Belastung ab.

Können Hitzewallungen auch andere Ursachen als die Wechseljahre haben?

Ja. Weitere Ursachen für Hitzewallungen sind beispielsweise eine Schwangerschaft, scharfe Speisen, die Einnahme von Medikamenten, Infektionen, ein Testosteronmangel bei Männern oder Schilddrüsenerkrankungen. Bei Unsicherheit über die Auslöser der Hitzewallungen ist eine ärztliche Abklärung ratsam.

Quellen

Geprüft durch unser pharmazeutisches Team

„Bei der Beratung ist es mir wichtig, pharmazeutisches Fachwissen verständlich zu vermitteln und individuell auf die Bedürfnisse der Menschen einzugehen.“

Katalin Záreczky ist approbierte Apothekerin und unterstütz mit ihrer Expertise das apodiscounter Ratgeber-Team.

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