Postmenopause: Die Zeit nach der Menopause

Frau in der Postmenopause.

Mit der Postmenopause gehen die Wechseljahre zu Ende. Während typische Beschwerden wie Hitzewallungen und Schlafstörungen bei vielen Frauen allmählich abklingen, rücken langfristige Gesundheitsrisiken oft stärker in den Vordergrund. Erfahre, welche Postmenopause-Symptome typisch sind und was dagegen hilft.

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Wissen kompakt

  • Die Postmenopause beginnt zwölf Monate nach der letzten natürlichen Monatsblutung.
  • Die Produktion von Östrogen und Progesteron bleibt dauerhaft niedrig.
  • Beschwerden wie Hitzewallungen oder Scheidentrockenheit können weiterhin bestehen oder neu auftreten.
  • Langfristig steigt unter anderem das Risiko für Osteoporose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Eine gesunde Lebensweise und bei Bedarf eine ärztlich abgestimmte Behandlung können Beschwerden lindern.

Was ist Postmenopause?

Die Postmenopause ist die letzte Phase der Wechseljahre. In diesem Lebensabschnitt bleibt die Periode dauerhaft aus, die Eierstöcke stellen ihre Hormonproduktion weitgehend ein und der Körper passt sich langfristig an den niedrigen Östrogen- und Progesteronspiegel an.

Der Postmenopause gehen die Prämenopause, die Perimenopause und die Menopause (letzte Regelblutung) voraus.

Was bedeutet postmenopausal?

Der Begriff postmenopausal bedeutet „nach der Menopause“. Er wird häufig in Arztbriefen oder Laborbefunden verwendet, beispielsweise bei der Beurteilung von Hormonwerten oder der Knochengesundheit.

Wann beginnt die Postmenopause?

Die Postmenopause beginnt, wenn seit der letzten spontanen Menstruation mindestens zwölf Monate vergangen sind und keine andere Ursache für das Ausbleiben der Blutung vorliegt. Bei den meisten Frauen tritt diese Phase zwischen dem fünften und sechsten Lebensjahrzehnt ein. Rauchen, bestimmte Erkrankungen oder medizinische Eingriffe an den Eierstöcken können den Zeitpunkt jedoch beeinflussen.

Wie lange dauert die Postmenopause?

Die Postmenopause endet nicht nach einigen Jahren, sondern umfasst im Grunde den gesamten weiteren Lebensabschnitt. Häufig wird dabei zwischen einer frühen Postmenopause (etwa in den ersten 5 bis 10 Jahren nach der Menopause) und einer späten Postmenopause unterschieden.

Was sind häufige Postmenopause-Symptome?

In der frühen Postmenopause können die typischen Wechseljahresbeschwerden der Perimenopause wie Hitzewallungen, Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen, noch deutlich spürbar sein.

Im weiteren Verlauf klingen diese akuten Symptome bei vielen Frauen langsam ab. Stattdessen machen sich mit der Zeit vor allem die langfristigen Folgen des anhaltenden Östrogenmangels bemerkbar. Dazu können unter anderem gehören:

  • Scheidentrockenheit und Schmerzen beim Sex: Dünnere, empfindliche Schleimhaut führt zum Beispiel zu Juckreiz oder Brennen beim Geschlechtsverkehr.
  • Wiederkehrende Harnwegsinfekte und Reizblase: Häufiger Harndrang, Brennen beim Wasserlassen, erhöhte Infektanfälligkeit.
  • Gelenk- und Muskelschmerzen: Steife, schmerzende Gelenke und Muskeln, besonders morgens oder nach Belastung.
  • Zunehmender Knochenschwund (erhöhtes Osteoporoserisiko): Schnellere Abnahme der Knochendichte, höhere Neigung zu Knochenbrüchen.
  • Hautveränderungen: Trockene, dünnere Haut, mehr Fältchen, langsamere Wundheilung.
  • Haarveränderungen auf Kopf und Körper: Lichteres Kopfhaar sowie vermehrte, teilweise dunklere Körperbehaarung bis hin zu Hirsutismus (männliches Behaarungsmuster, insbesondere im Gesicht).
  • Gewichtszunahme: Häufig vor allem im Bauchbereich; begünstigt durch hormonelle Veränderungen, den altersbedingt sinkenden Energieverbrauch und den Verlust von Muskelmasse.

Hinweis: Eine ungewollte, deutliche Gewichtsabnahme in der Postmenopause sollte ärztlich abgeklärt werden, da verschiedene Erkrankungen dahinterstecken können.

Bräunlicher Ausfluss in der Postmenopause

Nach der Menopause tritt keine Regelblutung mehr ein. Ein bräunlicher Ausfluss in der Postmenopause kann dennoch durch geringe Blutbeimengungen im Vaginalsekret entstehen. Das Spektrum möglicher Auslöser reicht von harmlosen Veränderungen der Scheidenschleimhaut oder kleinen Verletzungen bis hin zu Polypen oder Erkrankungen der Gebärmutterschleimhaut.

Um ernste Hintergründe auszuschließen, solltest du bräunlichen oder blutigen Ausfluss in dieser Lebensphase immer zeitnah gynäkologisch abklären lassen.

Welche hormonellen Veränderungen gibt es in der Postmenopause?

Die Eierstöcke bilden kaum noch Hormone

Nach der letzten Regelblutung produzieren die Eierstöcke nur noch sehr geringe Mengen verschiedener Östrogene und Progesteron; die Spiegel dieser Sexualhormone bleiben langfristig auf einem niedrigen Niveau. Außerdem verschiebt sich das Verhältnis der einzelnen Östrogene: Anstelle von Estradiol ist nun Estron das dominierende Östrogen im Körper.

Die Hirnanhangsdrüse versucht gegenzusteuern

Als Reaktion darauf versucht die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) im Gehirn, die Eierstöcke zur Hormonproduktion anzuregen. Sie schüttet vermehrt die Steuerhormone FSH (follikelstimulierendes Hormon) und LH (luteinisierendes Hormon) aus. Da die Eierstöcke jedoch kaum noch auf diese Signale reagieren, bleiben die FSH‑ und LH‑Werte anhaltend erhöht.

Das hormonelle Gleichgewicht verschiebt sich

Gleichzeitig produziert der Körper weiterhin männliche Geschlechtshormone (Androgene) wie Testosteron. Deren Spiegel sinken mit zunehmendem Alter zwar ebenfalls, jedoch deutlich langsamer als die Östrogenspiegel. Dadurch verschiebt sich das hormonelle Gleichgewicht leicht zugunsten der Androgene. Diese Veränderungen tragen wesentlich zu den typischen Beschwerden in der späten Postmenopause bei.

Gut zu wissen

Erhöhte FSH- und LH-Werte sind ein typisches Laborzeichen der Postmenopause. Für die Diagnose allein reichen sie jedoch nicht aus. Entscheidend sind vor allem das Ausbleiben der Menstruation über mindestens zwölf Monate sowie das Alter und die klassischen Postmenopause-Symptome. 

Viele Ärztinnen und Ärzte bestimmen ergänzend Hormon- und weitere Laborwerte, um andere Ursachen auszuschließen und Ausgangswerte für eine mögliche Hormonersatztherapie (HRT) zu haben. So lassen sich Veränderungen unter der Behandlung besser einordnen und dokumentieren.

Sind das die Wechseljahre?

Unsicher, ob deine Beschwerden mit hormonellen Veränderungen zusammenhängen? Eine ärztliche Einschätzung kann helfen.

Jetzt einfach von zu Hause aus Hormonstatus bestimmen und Therapieoptionen besprechen.

Was hilft bei Beschwerden in der Postmenopause?

Verschiedene Maßnahmen können dazu beitragen typische Postmenopause-Symptome zu lindern. Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt von den Beschwerden und der individuellen gesundheitlichen Situation ab.

Symptom Mögliche Maßnahmen
Scheidentrockenheit
  • Hormonfreie Vaginalfeuchtcremes, -gele, -zäpfchen und -gleitmittel
  • Lokale Östrogene (Estriol-Creme, -Tablette, -Zäpfchen, Vaginalring)
Wiederkehrende Harnwegsinfekte
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
  • Angepasste Trink- und Toilettengewohnheiten
  • Lokale Östrogene zur Stabilisierung der Schleimhaut
  • Ggf. ärztliche Prophylaxe (z. B. mit Antibiotika)
Gelenk- und Muskelschmerzen
  • Regelmäßige Bewegung (Ausdauer, moderates Krafttraining, Dehnübungen)
  • Ggf. Wärmebehandlung und entzündungshemmende Schmerzmittel nach ärztlicher Rücksprache
Osteoporose
  • Kalziumreiche Ernährung
  • Ausreichende Vitamin-D-Zufuhr (Sonne; ggf. Nahrungsergänzungsmittel)
  • Regelmäßige Bewegung mit Belastung
  • Ärztlich verordnete Osteoporosemedikamente (z. B. Bisphosphonate, Denosumab, knochenaufbauende Präparate)
Trockene Haut
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
  • Milde, pH-neutrale Reinigungsprodukte, rückfettende Pflege und Sonnenschutz
  • Ggf. dermatologische Abklärung bei ausgeprägten Beschwerden
Dünneres Haar
  • Schonende Haarpflege, ausgewogene Ernährung und Stressreduktion
  • Dermatologische Abklärung (z. B. Schilddrüse, Nährstoffmängel) und ggf. gezielte Therapie
Hirsutismus
  • Schonende Enthaarung oder Laser-/IPL-Behandlung
  • Endokrinologische oder gynäkologische Abklärung und ggf. hormonelle bzw. medikamentöse Therapie
Gewichtszunahme
  • Ausgewogene, kalorienbewusste Ernährung (viel Gemüse, Obst, Ballaststoffe, ausreichend Eiweiß)
  • Regelmäßiges Ausdauer- und Krafttraining
  • Ggf. Ernährungsberatung
Hitzewallungen, nächtliche Schweißausbrüche, schlafbezogene Beschwerden
  • Lebensstilmaßnahmen (leichte Kleidung, kühles Schlafzimmer, Stressreduktion)
  • Pflanzliche Präparate (z. B. Traubensilberkerze, Salbei) nach Beratung
  • Systemische HRT (Tabletten, Pflaster, Gel) bei ausgeprägten Beschwerden nach ärztlicher Nutzen-Risiko-Abwägung

Gut zu wissen

Nach der Menopause steigt aufgrund der hormonellen Veränderungen und des zunehmenden Alters nicht nur das Risiko für Osteoporose, sondern auch für bestimmte hormonabhängige Erkrankungen sowie für Herz‑Kreislauf-Erkrankungen.

Regelmäßige Kontrollen von Blutdruck, Blutzucker und Blutfetten sowie die Teilnahme an der Brustkrebsvorsorge sind daher sinnvoll, um mögliche gesundheitliche Probleme frühzeitig zu erkennen und behandeln zu können.

Häufige Fragen zur Postmenopause

Können nach der Menopause noch Beschwerden auftreten?

Ja. Beschwerden wie Hitzewallungen oder Schlafstörungen können noch Jahre anhalten, lassen aber mit der Zeit meist nach. Außerdem steigt unter anderem das Risiko für Osteoporose (Knochenschwund) und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Welche Hormonwerte sind in der Postmenopause typisch?

Typisch sind niedrige Östrogen- und Progesteronspiegel sowie erhöhte FSH- und LH-Werte. Die genaue Beurteilung erfolgt jedoch immer im Zusammenhang mit den Beschwerden und der Krankengeschichte.

Ist eine Hormonersatztherapie in der Postmenopause möglich?

Ja, auch in der Postmenopause kann eine Hormonersatztherapie infrage kommen, wenn belastende Beschwerden bestehen. Ob sie geeignet ist, sollte individuell ärztlich geprüft werden.

Sind Blutungen nach der Menopause normal?

Nein. Blutungen oder bräunlicher Ausfluss nach der Menopause sollten immer gynäkologisch abgeklärt werden, auch wenn häufig eine gutartige Ursache vorliegt.

Verändert sich die Sexualität in der Postmenopause?

Ja, das ist möglich. Durch die hormonelle Umstellung können unter anderem Scheidentrockenheit, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und eine verminderte sexuelle Lust auftreten. Welche Behandlung und Unterstützung im Einzelfall sinnvoll ist, kannst du gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt besprechen.

Quellen

Geprüft durch unser pharmazeutisches Team

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Katalin Záreczky ist approbierte Apothekerin und unterstütz mit ihrer Expertise das apodiscounter Ratgeber-Team.

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