Gelenkschmerzen und Muskelschmerzen in den Wechseljahren sind keine Seltenheit. Der Grund liegt häufig in der hormonellen Umstellung: Sinkt der Östrogenspiegel, kann das Knorpel, Muskeln und Entzündungsprozesse im Körper beeinflussen. Hier erfährst du, warum Gelenkschmerzen in den Wechseljahren auftreten, welche Symptome typisch sind und was dir helfen kann, die Beschwerden zu lindern.
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Wissen kompakt
Gelenkschmerzen können während der Wechseljahre durch hormonelle Veränderungen entstehen.
Typische Beschwerden sind steife Finger am Morgen, schmerzende Knie oder ein Ziehen in Schultern und Rücken.
Auch Muskelschmerzen oder Verspannungen treten in den Wechseljahren häufiger auf.
Regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und gezielte Behandlung können helfen, Beschwerden zu lindern.
Wenn Schmerzen länger anhalten oder sehr stark sind, solltest du ärztlichen Rat einholen.
Sind Gelenkschmerzen in den Wechseljahren normal?
„Ich wache nachts oft mit stechenden Schmerzen auf – manchmal tut selbst das Aussteigen aus dem Auto weh“, erzählt Katjaa, 48 Jahre, berufstätig und Mutter von zwei Kindern. Noch vor einigen Jahren war davon nichts zu spüren.
Tatsächlich zählen Gelenkschmerzen zu den häufigsten Beschwerden während der Wechseljahre. Verantwortlich dafür ist vor allem die natürliche hormonelle Umstellung in dieser Lebensphase – allen voran der sinkende Östrogenspiegel. Denn diese weiblichen Sexualhormone sind nicht nur für die Fortpflanzung entscheidend, sondern unterstützen auch die Gesundheit von Knochen, Knorpeln und Gelenken.
Nimmt der Östrogenspiegel ab, kann es zu einer Reihe von Veränderungen kommen, die häufig auch den Bewegungsapparat betreffen:
Zunehmende Entzündungsprozesse in den Gelenken
Verlust an Elastizität des Knorpelgewebes
Veränderter Flüssigkeitshaushalt, was die Gelenkbeweglichkeit beeinträchtigt
Abnahme der Stabilität von Muskeln und Bändern
Was sind die Symptome von Gelenkschmerzen während der Wechseljahre?
Viele Frauen berichten über Steifheit und Spannungsgefühle, besonders morgens nach dem Aufwachen. Die Beschwerden können sich in verschiedenen Bereichen des Körpers bemerkbar machen, doch einige Gelenke sind besonders häufig betroffen:
Hand- und Fingergelenke
Schultergelenke
Kniegelenke
Hüftgelenke
„Morgens fühlen sich meine Finger manchmal so steif an, dass ich kaum eine Tasse halten kann.”
Katjaa ist 48 Jahre, berufstätig und Mutter. Seit Beginn der Wechseljahre begleiten Gelenkschmerzen ihren Alltag.
Muskelschmerzen während der Wechseljahre
Muskelschmerzen sind in den Wechseljahren keine Seltenheit. Denn wenn das hormonelle Gleichgewicht ins Wanken gerät, wird häufig auch die Muskulatur schlechter versorgt – das kann Verspannungen und Schmerzen begünstigen. Muskelschmerzen während der Wechseljahre äußern sich oft diffus, z. B. im Rücken, Nacken oder in den Beinen und lassen sich meist nur schwer genau lokalisieren.
Was hilft gegen Muskel- und Gelenkschmerzen in den Wechseljahren?
Mit gezielten Maßnahmen kann es gelingen, Schmerzen zu lindern, Entzündungsprozessen entgegenzuwirken und die Beweglichkeit möglichst lange zu erhalten.
Bewegung und Sport gegen Gelenkschmerzen in den Wechseljahren
Regelmäßige Bewegung ist ein wichtiger Schlüssel zu gesunden Gelenken. Besonders geeignet sind gelenkschonende Sportarten, die die Bildung von Gelenkflüssigkeit anregen können wie:
Einbeinstand beim Zähneputzen: Diese einfache Übung trainiert nicht nur das Gleichgewicht, sondern aktiviert gezielt die tiefliegende Muskulatur rund um Knie, Hüfte und Sprunggelenk – also jene kleinen Muskelgruppen, die deine Gelenke stabilisieren, vor Überlastung schützen und eine präzise Bewegung ermöglichen.
So geht’s: Möglichst aufrecht auf einem Bein stehen. Nach ca. 10–30 Sekunden das Bein wechseln. 2 x täglich (morgens und abends) wiederholen.
Die Übung lässt sich spielend steigern – zum Beispiel durch:
Geschlossene Augen
Einen instabilen Untergrund (z. B. barfuß auf der Wiese oder auf einem zusammengerollten Handtuch)
Zusätzliche Arm-, Bein- oder Kopfbewegungen, um die Reizverarbeitung zu fördern
Darüber hinaus können sanfte Dehnübungen dabei helfen, die Muskelregeneration zu fördern, das Bindegewebe geschmeidig zu halten und die Gelenkbeweglichkeit zu unterstützen.
Kleine Dehnroutine für den Morgen
Wenn die Beschwerden trotz Bewegung anhalten oder eine gezielte Anleitung gewünscht ist, kann eine individuell abgestimmte Physiotherapie neue Impulse geben. Speziell geschulte Physiotherapeut:innen können passende Übungen zeigen, muskuläre Dysbalancen erkennen und gezielt behandeln.
Ernährung bei Gelenkschmerzen in den Wechseljahren
Eine ausgewogene, antientzündliche Ernährung kann ebenfalls bei der Linderung von Beschwerden unterstützen. Achte besonders auf:
Omega-3-Fettsäuren (z. B. in fettem Fisch oder Leinöl)
Calciumreiche Lebensmittel (z. B. Brokkoli, Mandeln, Joghurt)
Pflanzliche Unterstützung bei Gelenkschmerzen in den Wechseljahren
Wenn die Gelenke schmerzen, wünschen sich viele Frauen sanfte Hilfe – am besten aus der Natur. Bestimmte pflanzliche Wirkstoffe können hier eine gute Alternative zu herkömmlichen Medikamenten sein, wie beispielsweise Präparate mit:
Isoflavone wirken im Körper ähnlich wie Östrogen. Frauen mit hormonabhängigen Erkrankungen (z. B. Brustkrebs) oder entsprechenden Risikofaktoren sollten pflanzliche Mittel daher nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen.
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Auch viele ätherische Öle haben entzündungshemmende, durchblutungsfördernde oder entspannende Eigenschaften und können damit eine wohltuende Ergänzung bei Gelenkschmerzen in den Wechseljahren sein, wie zum Beispiel:
Sie werden meist in Form von Massageöl, als warme Kompressen oder Badezusatz genutzt.
„Wenn meine Gelenke schmerzen, greife ich gern zu einer Salbe mit Teufelskralle oder Rosmarinöl aus der Apotheke. Damit habe ich gute Erfahrungen gemacht.“
Katjaa ist 48 Jahre, berufstätig und Mutter. Seit Beginn der Wechseljahre begleiten Gelenkschmerzen ihren Alltag.
Hormonersatztherapie bei Gelenkschmerzen in den Wechseljahren
Insbesondere bei ausgeprägten Muskel- und Gelenkschmerzen kann eine Hormonersatztherapie (hormone replacement therapy, HRT) zur Besserung der Beschwerden beitragen. Dabei wird meist eine Kombination aus naturnah aufgebauten Sexualhormonen wie Östrogenen und Gestagenen eingesetzt, die den Hormonhaushalt auf sanfte Weise ausgleichen sollen.
Wichtig: Hormonpräparate sind verschreibungspflichtig und dürfen nur nach ärztlicher Abklärung angewendet werden. Die Entscheidung für eine HRT sollte daher stets individuell erfolgen – unter Einbeziehung persönlicher Risikofaktoren, möglicher Nebenwirkungen und des individuellen Beschwerdebilds.
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Kann ich Schmerzmittel bei Gelenkschmerzen einnehmen?
Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen, Diclofenac oder Naproxen können bei akuten, stärkeren Gelenkschmerzen während der Wechseljahre hilfreich sein. Sie wirken schmerzlindernd und entzündungshemmend.
Zur Daueranwendung sind oral eingenommene Schmerzmittel jedoch nicht geeignet, da sie Magen, Darm und Nieren belasten können. NSAR sollten nicht länger als vier Tage am Stück und nicht häufiger als an zehn Tagen pro Monat eingenommen werden, um das Risiko für Nebenwirkungen zu minimieren. Die maximale Tagesdosis ist der jeweiligen Packungsbeilage zu entnehmen.
Als oft besser verträgliche Alternative gelten Schmerzsalben oder Gele mit NSAR, die direkt auf das schmerzende Gelenk aufgetragen werden.
Schmerzen in den Fingergelenken durch Wechseljahre?
Wenn plötzlich stechende oder steife Schmerzen in den Fingergelenken auftreten, denken viele Frauen zunächst an Rheuma oder Arthritis. Denn Beschwerden wie morgendliche Steifheit, Druckempfindlichkeit und ein „rostiges“ Gefühl in den Händen können rheumatischen Symptomen stark ähneln.
Tatsächlich zeigen Studien, dass das Risiko für eine seronegative rheumatoide Arthritis (ohne Nachweis spezifischer Autoantikörper) nach der Menopause, also dem Zeitpunkt, an dem die Regelblutung einer Frau dauerhaft ausbleibt, deutlich steigt. Das liegt unter anderem daran, dass Östrogene entzündungshemmend wirken. Fehlt dieser Schutz, kann es leichter zu Autoimmunprozessen kommen.
Gelenkschmerzen einordnen: Rheumatisch oder hormonell?
Merkmal
Hormonell bedingte Wechseljahresbeschwerden
Rheumatisch bedingte Wechseljahresbeschwerden
Beginn
Meist erstmals in den Wechseljahren, vorher selten oder nie Beschwerden
Kann in jedem Alter beginnen, oft auch schon vor den Wechseljahren
Einseitig oder beidseitig?
Können einseitig oder beidseitig auftreten, oft aber unspezifisch verteilt und nicht zwingend symmetrisch
Meist beidseitig und symmetrisch, besonders an kleinen Gelenken wie Finger- und Handgelenken
Entzündungsanzeichen
Selten, meist keine starke Schwellung, Rötung oder Überwärmung
Typisch, meist < 30 Minuten, bessert sich mit Bewegung
Ausgeprägt, oft > 30 Minuten, kann Stunden anhalten
Die genannten Merkmale können erste Anhaltspunkte liefern – sie ersetzen jedoch keine ärztliche Diagnose. Wenn die Beschwerden zunehmen, sich verändern oder länger bestehen, ist eine medizinische Abklärung dringend zu empfehlen. So lässt sich gezielt feststellen, was hinter den Symptomen steckt und welche Unterstützung sinnvoll ist.
Häufige Fragen zu Gelenkschmerzen in den Wechseljahren
Können Gelenkschmerzen ein Symptom der Wechseljahre sein?
Ja, Gelenkschmerzen können während der Wechseljahre auftreten. Durch die hormonelle Umstellung sinkt der Östrogenspiegel, was Einfluss auf Knorpel, Muskeln und Entzündungsprozesse im Körper haben kann. Viele Frauen berichten deshalb über steife oder schmerzende Gelenke.
Welche Gelenke schmerzen in den Wechseljahren am häufigsten?
Besonders häufig sind die Fingergelenke betroffen. Auch Schmerzen in Knien, Schultern oder Hüften treten während der Wechseljahre öfter auf. Manche Frauen spüren zusätzlich Muskelschmerzen oder Verspannungen.
Warum entstehen Muskelschmerzen in den Wechseljahren?
Hormonelle Veränderungen können Muskelmasse und Elastizität beeinflussen. Dadurch können Muskeln schneller verspannen oder schmerzen. Gleichzeitig kann weniger Bewegung die Beschwerden zusätzlich verstärken.
Was hilft gegen Gelenkschmerzen in den Wechseljahren?
Regelmäßige Bewegung, gelenkschonender Sport und eine ausgewogene Ernährung können helfen, Beschwerden zu lindern. In manchen Fällen können auch Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel oder eine ärztliche sowie physiotherapeutische Behandlung sinnvoll sein.
Wann solltest du mit Gelenkschmerzen zum Arzt gehen?
Wenn Schmerzen sehr stark sind, lange anhalten oder zusätzlich Schwellungen und Entzündungszeichen auftreten, solltest du ärztlichen Rat einholen. So können andere Erkrankungen ausgeschlossen und eine passende Behandlung gefunden werden.
a Katja ist eine reale Person, die als Betroffene ihre persönlichen Erfahrungen mit uns geteilt hat. Zum Schutz ihrer Identität haben wir den Namen geändert und ein KI-generiertes Bild verwendet.
Elizabeth Mollard, Sofia Pedro, Eliza Chakravarty, Megan Clowse, Rebecca Schumacher, Kaleb Michaud, The impact of menopause on functional status in women with rheumatoid arthritis, Rheumatology, Volume 57, Issue 5, May 2018, Pages 798–802.
Geprüft durch unser pharmazeutisches Team
„An der Pharmazie fasziniert mich am meisten, wie alles zusammenspielt. Von Zusammenhängen im Stoffwechsel hin zur Einnahme von Medikamenten. Wer sich damit auskennt, kann sein Leben positiv beeinflussen.“
Felix Hoffmann lebt für die Pharmazie und bringt eine große Expertise in der Beratung mit. Mit seinem fundierten Wissen garantiert er die hohen Qualitätsstandards der pharmazeutischen Inhalte auf apodiscounter.de.
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